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Full text of "Allgemeines Künstler-Lexicon"

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FiNE ARTS LfBRARY 




SarbartJ €ülkst üörar^, 

CHARLES SlIMNER, LL,D., 

OF BOSTON. 

** For booka relaüng to Politio» and 
Fine Arts," 



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ÄLieEMEINES 



KÜNSTLER-LEXICON 

LEBEN UND WERKE 

DER 

BERÜHMTESTEN BILDENDEN KÜNSTLER 



DRITTE UMGEARBEITETE 
UND BIS AUF DIE NEUESTE ZEIT ERGÄNZTE AÜPLAÄE 

VORBEREITET VON 

HERMANN ALEXANDER MÜLLER 

HBRAUSGBGEBEN VON 

HANS WOLPGANG SINGER 



ZWEITER BAND — 1. Hälfte 

(jaab— yaninet 




FRANKFURT ^/M. 

Literarische Anstalt 

Rotten & Loening 

XBgö 



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Alle Rechte van der FerlagshuchhandJung vorbehalten. 



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G. 

Gaab, Lndwig Friedrich Ton, Architekt, geb. 1800 in Tübingen, f 28. Aug. 
1869 in Stattgart, Schiller des Oberbanraths Gross, bereiste Italien und Frankreich, 
begann 1826 seine praktische Laufbahn and machte sich durch ziüüreiche NtttEÜchkeits- 
nnd Eisehbahnbaaten sehr verdient. In und bei Stattgart baute er die Infanterie- 
kaseme, das Eronprinzenpalais, restaurirte das Hoftheater, baute 1863—66 die gothische 
Kirche in Berg und die ebenfalls gothische Kirche in Loffenau (Schwarzwaldkreis). 
1846 wurde er Oberbaurath und 1862 wurde ihm das Commenthnrkreuz des Württemberg. 
Kronordens verliehen. 

Gaal, Barent, s. Oael. 

Gaal, Pieter, hollilnd. Maler, geb. 1769 in Middelburg, f 1819, Schüler seines 
Vaters Thomas G. (f 1817) und später des Malers Wilh. Schweickhart, 
machte Studienreisen nach London, Paris und einem Theil von Deutschland und Uess 
sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er lobenswerthe Genrebilder, Bildnisse, Land- 
schaften und Stillleben malte. 

Gabbiani, Antonio Domenieo, ital. Maler und Radierer, geb. 1659 in Florenz, 
1 1782 das., Schüler des Dandini in Florenz und des Ciro Ferri in Rom, malte 
in beiden Städten vorzugsweise religiöse Darstellungen, aber auch Genrebilder und 
Landschaften. Eines seiner wenigen bekannten Bilder ist Das Gastmahl beim Pharisäer 
Simon (Museum in Dresden), andere in florentinischen Sammlungen. Man hat auch 
4 radierte Blätter von ihm. 

Gaber, Angost, Holzschneider der Gegenwart, geb. 14. Nov. 1823 zu Köppeming 
bei Neisse in Schlesien, f Septbr. 1894 in Berlin, war Autodidakt, den die Liebe zur Kunst 
zum Holzsdmitt führte ; er arbeitete in Berlin, wo er 1848 seine ersten Holzschnitte 
nach Zeichnungen von Ludwig Richter verfertigte, um später in dieser Kunst grosses 
Verdienst zu erringen. Er schnitt viel für illustrirte Werke, die 7 Sacramente nach 
Overbeck, andere Blätter nach Schnorr von Carolsfeld, Ludw. Richter und nach 
M. V. Schwind die WandgemlÜde des Landgrafensaales auf der Wartburg. 

Gäbet, Franz, Radierer, geb. 20. Jan. 1766 in Wien, f 1847 das., war nur 
Dilettant, radierte aber sehr hübsche Landschaften nach Martin Molitor, 4 Blätter 
der Jahreszeiten nach Jan v. Goyen, 6 Blätter nach Weirotter und 6 nach Rechberger. 

Gabion, g. Ghandet, Jeanne Elisabeth, unter Ohandet, Antoine Denis. 

Gabi, Alois, Genremaler, geb. 24. Sept. 1846 zu Wiesen im Pitzthal (Tirol), 
t 27. Febr. 1898 in München durch Selbstmord, wurde 1862 Schüler der Akademie 
in München, wo er unter Schraudolph, Ramberg und später unter Karl v. 
Piloty in die Fussstapfen Defreggers trat. Auf sein erstes bedeutendes Bild 
Haspinger den Aufruhr predigend (1872) folgte bald nachher die ebenso gelungene 
Rekrutenanshebung in Tirol; weniger Glück machten 1876 Die Einsegnung des Braut- 
bettes und Die verbotene Tanzmusik. Eines seiner Meisterwerke war 1877 Hoch- 
würden als Schiedsrichter, ebenso Die heil. 3 Könige mit ihrem Stern (1882, als 
Genrebild), Die Impfstube, Die Nähmaschinenprobe, Der Spinnunterricht und Die 
Bräuschenke. 

Gabriel. Jaeqnes Ange, franz. Architekt, geb. 1699 in Paris, f nm 1782, Sohn 
und Schüler emes Architekten, baute die doppelte Kolonnade des Platzes Ludwigs XV. 
und die später von Napoleon I. nach St. Cyr verlegte Militärschule (jetzt Kriegs- 
akademie) mit ihrer korinthischen Säulenstellung und schweren Kuppel. 

Gabriel, Panlns Joseph, hoUänd. Maler und Bildhauer, geb. 1786 in Amsterdam, 
t 1888 das., widmete sich anfangs der Miniaturmalerei, worin er sich seit 1805 in 
AUg,..!..- KBB.U,fL«d.o. 8. AiA «. B.Bd. ^ ^.^.^^^ ^^ GOOglC 



2 Gabriel — Gadio. 

Paris veryollkominnete. Nach seiner Rückkehr führte sein Talent ihn zar Plastik; 
er ging 1809 abermalg nach Paris, trat in das Atelier Cartelliers and später in 
Italien in das Atelier Canoras. Seit 1813 lebte er wieder in seiner Vaterstadt, 
wo er 1820 Mitglied des Instituts und später Direktor der Akademie wurde. Unter 
seinen Werken nennt man einen Jüngling der sich einen Dorn ans dem Fasse 
zieht, einen Mercar, eine Beiterstatae des Königs Wilhelm I., das Grabmal des Schrift- 
stellers Job. Meermann in der Peterskirche za Leiden, das Denkmal des Admirals 
van Kinsbergen am Eingang der Neaen Kirche in Amsterdam and des Dichters Feith 
in Zwolle (1825). 

Gabriel, Panl Joseph Oonstantin, holländ. Landschaftsmaler, geb. 6. Juli 1828 
in Amsterdam, lebt in Scheveningen. Er malte gate Landschaften aas Holland: An 
einem schönen Nachmittage, Morgenthaa, Bei Tagesanbrach in der Umgebang 
Amsterdams, Windmühle, Torfgräber im Torfstich, Regenwetter in Holland a. dgl. 

OabrieliSL Gabriel de, Baomeister, geb. 1671 in Roveredo. Von ihm das 
ehemalige Residenzschloss der Markgrafen von Ansbach-Baireath in Ansbach, ein 
grosses Viereck im Stil der italienischen Renaissance, begonnen 1718. 

GabriellO) Onofrio, ital. Maler aas Messina, geb. 1617, f 1706, Schüler von 
Barbalanga, N. Poassin and Pietro da Cortona, malte in seiner Vater- 
stadt in der Kirche S. Francesco di Paola nnd in einigen Kirchen Padoas Bilder von 
ziemlich schwachem Golorit. 

Gabron, Willem, Stilllebenmaler, geb. 28. Oct. 1619 in Antwerpen, f 1^79, 
besachte Italien, lebte einige Jahre in Rom and trat 1640 in die Lacasgilde seiner 
Vaterstadt. Von ihm in der Pinakothek za München ein gedeckter Tisch mit Trink- 
gefässen and sonstigem Geschirr, im Maseam za Braanschweig ein Tisch mit einem 
türkischen Teppich belegt (1662). 

Gaddi, Agnolo, ital. Maler (florentinische Schale), geb. wahrscheinlich am 1833 
in Florenz, f das. 16. Oct. 1396, Sohn and Schüler des Taddeo G., malte im Stil 
Giottos, gab ihm aber eine Richtang aaf das Anmathige and Liebliche. Einesseiner 
Haaptwerke sind im Chor von Sta. Croce za Florenz die Fresken von der Legende 
der Aaffindang des heil. Kreazes aaf blaaem, goldgestimtem Grande, worin besonders 
die Aaffindang des Kreazes darch die Kaiserin Helena von lebensvoller Anmath, 
das Historis<me mit vielem Fleiss aosgeftthrt ist. Noch bedeatender ist sein 
Cyklas von 18 Fresken in der Kapelle della Cintola des Doms za Prato, wo der 
ganze mit 2 Kreazgewölben überdeckte Raom die Geschichte der Madonna and -des 
heil. Gürtels enthält. Ein reich gegliedertes Altarwerk von ihm ist die thronende 
Madonna in der Akademie za Florenz; aas dem Jahre 1383 aach die Entwürfe za 
den Medaillons an den Aassenseiten der Loggia dei Lanzi, enthaltend die 6 theologischen 
Tagenden Gerechtigkeit, Klagheit, Mässigang, Stärke, Glaabe and Liebe. Ein Tempera- 
bild der Maria mit dem Kinde im Maseam za Berlin. In seinen späteren Lebens- 
jahren warde er Kaafmann and gab die Malerei aaf. 

Gaddi, Gaddo, ital. Maler, geb. 1260 in Florenz, f 1332, der Stammvater einer 
Malerfamilie, war vorzagsweise Mosaicist, warde 1808 von Clemens V. nach Rom 
berafen, wo er in der Art des ihm befreondeten Cän^abae grosse Mosaikbilder aas- 
führte, von denen sich noch BrachstUcke in Sta. Maria Maggiore erhalten haben; 
andere ihm zageschriebene Werke dieser Art sind nicht beglaabigt. 

Gaddi) TaddeO) ital. Maler, der bedeatendste der Familie, geb. nm 1300 in 
Florenz, f 1366 das., Sohn and in der Malerei Schüler des Vorigen, and 24 Jahre 
lang Schüler Giottos, nach dessen Plänen er 1336 den Baa des Glockentharms in 
Florenz fortsetzte. Als Maler diesem seinem Lehrer nachstehend, hat er zwar seine 
Haaptwerke, (soweit wir sie kennen), die Fresken (1362—56) in der Kapelle BaronceUi 
von Sta. Croee ans dem Leben der Maria, .kräftig ond breit gemalt, aber ohne tieferes 
religiöses Gefühl, mit genrehaftigen Nebenfigaren ond architektonischem Beiwerk; 
wahrscheinlich aach ein grossartiges Abendmäl im ehemaligen Refektorinm derselben 
Kirche and Fresken in der Chorkapelle von S. Francesco in Pisa. Zweifelhaften 
Urhebers sind die ihm zageschriebenen, grossen Fresken in der Ki^;)elle degli Spagnnoli 
von Sta. Maria Novella. Ebenso ansicher fast alle ihm beigelegte Tafelbilder, z. B. 
die im Berliner Maseam vorhandenen : Ansgiessang des heil. Geistes and ein Wander 
aas der Legende des heil. Franciscas. Mit Sicherheit gehört ihm nar an das dortige 
Mittelbild eines Flügelaltars (Maria mit dem Kinde). 

Gadio, BartolommeO) ital. Architekt and Ingeniear, geb. 1415 in Cremona, 
t am 1482, schützte als Ii^niear Francesco Sforzas 1460 seine Vaterstadt gegen 
die Angrine der Venezianer, stellte die Befestigangen von Cassano wieder her, 



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Gael — Gärtner. 3 

machte sich am die Oberleittmg Tieler CiTil- und Militärbanten in Oberitalien ver- 
dient and baate in seiner Vaterstadt die 1463 begonnene Eörche S. Sigismondo in 
schönem FrtthrenaissancestiL 

Oael (Oaal). Barent, holländ. Maler, geb. am die Mitte des 17. Jahrh., 
Schüler von Ph. Woawerman, malte, wie £eser, Jagdscenen, Landschaften mit 
Pferden, Dorfkirchweihen and dgl. Von ihm im Maseam za Rotterdam eine von 
ihren Kindern amgebene Baaersfraa die Radien bäckt and ein abgestiegener Beiter 
vor einem Baaemhaase, in Aagsbarg Schweinemarkt, im Maseam za Braanschweig 
Beiterstttck mit Eartenspielem, in der Eremitage za St. Petersbarg Fischer 
am Strande der See. 

Oaelen« Alexander van, holländ. Schlachtenmaler, geb. 1670, Schüler and 
Gehilfe von Hachtenbargh, bereiste Deutschland, lebte lange in Düsseldorf, 
malte am Hofe des Earfürsten von Köln Schlachtenbilder and Thierstücke, and ging 
dann nach London, wo er ähnliche Bilder malte. 

OArtner, Ednard, Architektarmaler, geb. 2. Jani 1801 in Berlin, f 22* Febr. 
1877 das., kam schon 1806 nach Kassel, wo er von dem späteren Direktor der 
Zeichenakademie in Darmstadt, Friedrich Müller (genannt Maler Müller), Unterricht 
erhielt. 1813 kehrte er nach Berlin zarück, arbeitete 6 Jahre in einer Porzellan- 
fabrik, machte Stadienreisen, trat 1821 in Verbindang mit dem Decorationsmaler 
Gropias and malte perspektivische Bilder in Berliner Schlössern; dann stadirte er 
3 Jahre in Paris anter B e r t i n and widmete sich in Berlin and für den Kaiser von 
Bassland in St. Petersbarg and Moskaa mit grossem Erfolg der Prospektmalerei. Unter 
seinen wenigen Oelbildem sind za nennen Der Marktplatz in Prag and in der 
Nationalgalerie za Berlin Die Parochialstrasse in Berlin. Er war Mitglied der Berliner 
Akademie seit 1833. 

Gärtner, Friedrich, Architektarmaler, geb. 11. Jan. 1824 in München, Sohn 
and Schüler des Friedrich von G., den er 1840 und 1841 aaf seinen Eeisen in 
Italien and Griechenland begleitete, später anch Schüler der Akademie in München, 
des Marinemalers Simonsen and in Paris des Genremalers Claadias Jacqaand. 
1848 bereiste er mit Ed. Gerhardt Spanien and das nördliche Afrika, besachte London 
and Paris and nahm zaletzt seinen Wohnsitz in der Vaterstadt. 1870 ging er noch 
einmal nach Nordafrika. Seine trefflich beleachteten Architektnrbilder sind grossen- 
theils aas Spanien and Nordafrika entnommen, z. B. in der Neaen Pinakothek ein 
Klosterhof im Mondlicht (1846), and das Innere eines maarischen Haases ; ferner Aas 
der Alhambra, das Innere eines fiaases in Tetaan, Strasse in Algier, Brnnnenhof 
ans der Moschee El-Kebir in Algier. 

Gilrtner, Friedrich von, berühmter Architekt, geb. 1792 in Koblenz, f 21. April 
1847 in München, war von 1809 an Schüler der dort^en Akademie, machte Stadien- 
reisen nach Paris, Italien and Sizilien, als deren Ergebnisse er 1819 „Ansichten der 
am meisten erhaltenen griechischen Monumente SiziBens^ herausgab. 1820 begann 
er in München seine erfolgreiche theoretische und praktische Thätigkeit, worin er 
mit Ausnahme des Siegesthores in München und des Pompejanischen Haases in 
Ascha£fenbarg (1842) meistens den romanischen Stil annahm, und hierin einen ent- 
schiedenen Sinn für massenhafte Wirkungen zeigte. Die namhaften Münchener 
Gebäude sind die Ludwigskirche (1829—43), die durch ihr imposantes Treppenhaus 
schöne Bibliothek (1832—34), die Universität (1840), die Feldherrenhalle, das Blinden- 
institut und gothischen Stils der an Monotonie leidende Witteisbacher Palast (1843). 
Die bedeutendsten seiner Bauten aasserhalb Münchens sind : die Kursäle in Kissingen 
und in Brückenau, das kasemenähnUche Schloss in Athen (1834—38), die 1842 be- 
gonnene, später durch K lenze veränderte Befreiungshalle bei Kelheim, und die 
protestantische Kirche in Kissingen, ausserdem die Eestauration der Dome von 
Bamberg, Begensburg und Speier. Nachdem Cornelius die Direktion der Akademie 
der bildenden Künste niedergelegt, wurde sie ihm übertragen. 

Gärtner, Heinrich. Landschaftsmaler, geb. 22. Febr. 1828 in Neustrelitz, Schüler 
des 1882 aus Rom zurücKgekehrten Ruscheweyh, seit 1845 in Berlin Schüler von 
F. W. Schirmer und seit 1847 von Ludw. Bichter in Dresden. Seine weiteren 
Studien machte er in Bom, wo ihn die alten Meister und Cornelias beeinflussten. Nach 
seiner Bttckkehr aus Italien malte er In Deutschland zunächst mehrere Wandbilder in 
Privatvillen, z. B. beim Stadtrath Dürr in Connewitz bei Leipzig Scenen aus dem Leben 
der Psyche, betheiligte sich bei den Wandgemälden im Hoftheater zu Dresden und führte 
dann als sein Hauptwerk die 1849 vollendeten Wandmalereien im Museum zu 
Leipzig aus, die in einem Cyklus landschaftlicher Darstellungen die wichtigsten 



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4 Qaesbeeck — Gullard. 

Schaapltttse der geschichtlichen Entwickelung der Plastik zxan Inhalt haben and ihm den 
2. Preis eintrugen. Dann folgten noch 1882 Wandgemälde im Treppenbaase der land- 
wirthschafüichen Hochschale za Berlin and einige Oelbilder. 

Oaesbeecky Adriaen yan, holländ. Haler geb. in Leiden, f im Jan. 1650 das., 
wahrscheinlich Schüler von G. Doa, malte kleine Genrebilder. Im Maseam za Berlin 
von ilmi eine N&herin and im Reichsmaseam za Amsterdam ein nar nüchtern gemalter 
janger Gelehrter in seinem Stadirzimmer. 

GaUta, Enrieo, ital. Landschaftsmaler, geb. im Nov. 1840 in Castellamare, 
besachte die Akademie in Neapel, wo er sich der Landschaft widmete. Bekannt 
warden von ihm Die Rainen eines Feadalhauses, Triamphbogen in Rom, Die öffent- 
lichen Bäder in Pompeji, Das Gastell Angioino bei Castellamare, Ein tiefer Abgrand, 
Aaf dem Wege nach Sorrent, Ansicht von Reggio a. A. 

Gaggiottl-Bichards, Fraa Bmina, Bildniss- and fiistorienmalerin der Mitte 
des 19. Jahrb., lebte in Italien. Sie malte vorzügliche Bildnisse, daranter das im 
Besitz des Kaisers Wilhelm 11. befindliche von Alex. v. Hamboldt, aach ihr Selbst- 
bildniss vor der Staffelei. Unter ihren historischen Bildern nennt man Die Ereaz- 
fahrer and eine Madonna. 

Gagini, Antonio, ital. Bildhaaer, geb. 1480, von Gebart ein Lombarde, Haapt- 
meister einer Eünstlerfamilie dieses Namens, soll, was -aber nicht nachzuweisen ist, 
in Rom anter Michelangelo gearbeitet haben. 

Gagliardi, Ca v allere Bernardino, ital. Maler, geb. 1609 inCittüdiCastello, 
i 1660, Schüler von Nazzi, bildete sich nach den Carracci and nach Gnido Reni, 
malte Kirchenbilder in seiner Vaterstadt and in Rom. Von ihm wird genannt der 
Heil. Pellegrinas in der Kirche S. Marcello za Rom. 

Gagllardl, Loigi, Gravear, Ciselear and Bildner, geb. 12. Jan. 1843 in Mailand, 
Schüler von Giovanni Bellezza, lebte viele Jahre in Rom and kehrte dann in 
seine Vaterstadt znrück. Man rühmt von ihm einen silbernen Pokal mit der Dar- 
stellang der Gebart der Venas and einen noch schöneren Pokal mit der Darstellang 
der Amazonenschlacht. 

Gagliardi, Paolo, Historienmaler der Gegenwart in Rom, schmückte 1852 die 
dortige Kirche S. Girolamo de' Schiavoni mit decorativen Fresken, ebenso die Kirche 
S. Agostino mit mehreren Wandfresken and die Basilika S. Paolo. Unter seinen Oel- 
bildern nennt man Vincenz von Panla, wie er verlassene Waisenkinder aufnimmt 
(1842). 

Gagneranx, franz. Maler aas Bargand, thätig in Rom am 1784, f 1796 das., 
machte sich durch das jetzt im Rudolfinum zu Prag befindliche Bild von kräftigem 
Colorit Besuch des Königs Gustav III. von Schweden bei Papst Plus VI. in Rom bekannt. 
Er malte auch Bacchus und Ariadne, Die Erziehung des Achilles und Schlachtenbilder. 

Gaiani, Egisto, ital. Bildhauer und Holzschnitzer, geb. 16. Aug. 1882 in 
Florenz, bildete sich in den Werkstätten von B a r b e 1 1 i und M o r i n i und schuf zahl- 
reiche, auch in deutschen und englischen Sammlungen bekannt gewordene und in 
Privatbesitz gekommene kunstvolle Schnitzarbeiten. Sehr bewundert wurden 1880 
in Turin 2 Holzreliefs Triumph der Venus und Venus und Amor. Er ist Honorar- 
professor der Akademien von Florenz, Genua und Urbino. 

Gail, Wilhelm, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 7. März 1804 in 
München, f 26. Febr. 1890 das., Schüler der dortigen Akademie und seit 1822 Schüler 
von Peter Hess. 1825 reiste er mit dem Baron von Malzen nach Turin and gab zu 
dessen „Monuments romains dans les ötats de Sardaigne"^ 18 Blätter und infolge seiner 
Reise nach Rom und dem südlichen Italien 12 Blätter Volksscenen and 30 selbet- 
lithographirte Blätter „Erinnerung an Florenz, Rom und Neapel^ (1827) heraus. 1880 
ging er nach Paris und der Normandie, 1881 nach Venedig, wo sein Bild vom Corridor 
des Dogenpalastes entstand, und 1832 auf eine Forschungsreise nach Spanien. Dann 
Hess er sich in München nieder, gab die Ergebnisse seiner Reise nach Spanien (1887) 
heraus und malte zahlreiche Bilder der älteren spanischen Bauwerke. Dahin gehören : 
Der Löwenhof in der Alhambra (Rudolfinum in Prag), Sanctuarium der Moschee in 
Cordova, Ruinen des Klosters San Juan de los Reyes in Toledo, femer aus Venedig 
der Dogenpalast, Kirche S. Lazzaro (beide in der Nenen Pinakothek) und das Innere 
eines Klosterhofs (Kunsthalle in Karlsruhe). Mit ebenso viel Geschick und Geschmack 
wie seine Oelbilder sind seine Radierungen ausgeführt. 

Galllard, Clande Ferdinand, franz. Kupferatecher nnd Maler, geb. 5. Jan. 
1834 in Paris, f 20. Jan. 1887 das., besuchte die Ecole des beaux-arts, war Schüler 
von Cogniet und erhielt 1856 als Kupferstecher den Preis für Rom, wo er sich 



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Gaillard — Gaiaser. 5 

bis 1866 aufhielt. In seinen Stichen arbeitete er mit Aetzwasser, Grabstichel und 
kUter Nadel und zei^ hierin eine feine, in den Geist des Originals eingehende 
Technik. Auf den Beformen Henriqnel-Daponts fassend hat er die Grabstichelkunst 
verjüngt und gewissermaassen einen neuen Stil geschaffen. Anstatt der gleissnerischen 
Paradefahrung des Stichels arbeitet er mit fast microscopischen kleinen Strichen, 
wobei ihm die Hand so frei wie beim Badieren bleibt, jedoch der stofflche Character, 
den nur die Grabstichelarbeit zu eigen hat, gewahrt ist. Auf den ersten Blick er- 
scheinen manche seiner Blätter wie Heliogravttren, so zart sind sie gearbeitet. Zu 
seinen Hauptblättern gehören: die Madonna aus dem Hause Orleans nach Baffael, 
die Vierge au donateur und eine andere Madonna nach Gioy. Bellini, Oedipus nach 
Ingres, der Condottiere nach Antonello da Messina (im Louvre), der Mann mit der 
Ndke nach Jan Tan Eyck (Mus. in Berlin), die Beiterstatue des Gattamelata von 
DonateUo in Padua, auch yiele Blätter für die „Gazette des beaux-arts^. In seinen 
Gemälden in Gouache und in Oel, namentlich in seinen Bildnissen, lehnt er sich häufig 
an ältere, bedeutende Meister an. 

Gaillard, Bobert, franz. Kupferstecher, geb. 1729, f 1785, stach Genrebilder 
nach Grenze, viele mythologische und Genrebilder nach Bousseau, Le Prince, Chevalier, 
Boslin u. A. 

Galnsborongb, Thomas« bertthmter englischer Landschafts- und Bildnissmaler, 
geb. im Frtthjahr 1727 in Sudbury (Snffolk), f 2. Aug. 1788 in London. Schon als Kind 
zeigte er grosses Zeichnungstident und er sass den ganzen Tag lang in 
Wald und Feld, um alle Bäume und Partien der Umhegend zu skizziren, fälschte 
einmal sogar seines Vaters Unterschrift, um aus der Schule zu kommen, damit er 
dieser Liebhaberei nachgehen konnte. Br wurde demnach zuerst zum Kupferstecher 
Gravelot, dann auf die Londoner Akademie geschickt, wo er unter Hayman 
lernte. Nach vierjährigem Aufenthalt in der Hauptstadt zurttckgekehrt, vermählte 
er sich zwei Jahre darauf mit Margaret Burr, und zog nach Ipswich, wo er einen 
Gönner fand. Hier hatte er eine Anzahl Bildnissauftrilge und lebte ziemlich sorglos 
aber auch träge dahin. Da meldete sich sein Ehrgeiz und er zog nach Bath, wo sich 
zur Zeit das elegante England gerne aufhielt. Er begründete seinen Buf sehr 
bald und konnte seinen Preis von 5 auf 40 Guineen fttr ein Brustbild, von 8 auf 100 für 
ein Bildniss ganze Figur erhöhen. 1774 zog er nach London, wo er sich mit West 
in die Gunst des Hofes, mit Beynolds in die Gunst des Volkes theilte. Unter Anderen 
sassen ihm Sterne, Beynolds, die Schauspieler Quin, Henderson, Gkurrick, Mrs. Siddons, 
Sheridan, Burke, Olive etc. Im Ganzen fühlte er sich zu den literarischen Grössen 
weniger hingezogen als zu Musikern Er war leidenschaftlicher Musikliebhaber und betrieb 
das Geigenspiel mit einem so grossen Eifer, dass manchmal die Malerei nur eine Erholung 
zu sein schien. Bei Lebzeiten wurden seine Landschaften, die uns heute vielleicht a£ 
seine grösste Leistung erscheinen, wohl anerkannt aber nicht gekauft. Durch Ck>n8table8 
Vermitteinng ist G. eigentlich der Vater der heutigen Stimmungslandschaft. Sein 
Colorit ist gltlhend warm, sein Malvortrag meist virtuos flott ; nur ist zu bedauern, 
dass seine Bilder, wohl in Folge der schlechten Farben und Bindemittel, die ihm zur 
Verfügung standen, (möglicherweise auch ein wenig infolge seiner Maltechnik) so 
schneU verderben und gleich einer grossen Anzahl Beynolds'scher Bilder, heute fast 
nur noch Buinen sind. G.'s bekanntestes Meisterwerk in Farbenstimmung ist Master 
Bnttall (Blue Boy); die Londoner Nationalgalerie besitzt über ein Dutzend seiner 
Werke, weitere in South Kensington, und in der Dulwich Galerie (z. B. das pracht- 
volle Doppelbildniss der Mrs. Sheridan und Tickneil), das Meiste befindet sich jedoch in 
Privatbesitz. Auf das Festland ist wenig gelangt ; Köppings ausgezeichnete Badierungen 
haben dazu beigetragen, zwei seiner besten Bilder „The market cart'nnd „The cottage 
door'' in Deutschland wenigstens bekannt zu machen. Seine Lebensbeschreibung von 
P. Thicknesse 1788, von G. W. Fulcher 1866, Brock Arnold und Constable 1881. 

Gafaua^ MartlB de, span. Architekt und Bildhauer des 16. Jahrb., baute und 
schmückte mit Bildwerken um 1643 und 1661 in der Kathedrale zu Sevilla die Sacristia 
mayor, die Sacristia de los Calices (im Spitzbogenstil), die Sala capitular und andere 
Bauten im Benaissanoestil, namentlich die Capilla real daselbst (1661—66). 

Oalsser^ Jakob Bnuuiael, Genremaler, geb. 21. Nov. 1826 in Augsburg, dort 
anfangs Schfller von Job. Geyer, später auf der Akademie in München Schttler von 
Gärtner, Zimmermann und Schnorr. Seine oft humoristischen Genrebilder 
sind gewöhnlich sehr natnrwahr und von kräftigem Ck>lorit, z. B. Das Goncert, Die 
Binquartirung, Heimliche Liebesbotschaft, Das unterbrochene Schachspiel, Abgefasst, 
Lupus in faoula, Ck>eur 4 tout, Fatales Kartenspiel, Das Spiel um die Zeche u A. 

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6 Gajani — Galimard. 

Oajani, Antonio, ital. Kupferstecher, f 1820, Schüler von Longhi, war 
Professor an der Akademie in Bologna. Die von ihm bekannten Stiche sind: Nach 
Ann. Carracci Maria mit dem Kinde nnd dem kleinen Johannes und ein Cnpido, nach 
Perogino Maria Magdalena nnd nach seinem Lehrer Longhi das Bildniss des Staats- 
manns Baldassare Castiglione. 

Oajani, Bgisto« s* Oaiani« 

Öalanlno. Baldassare, s. Alois!, Baldassare. 

Oalantini, Ippolito, Pastell- nnd Miniaturmaler, geb. 1627 in Florenz, f 1706 
in einem Kloster bei Florenz, Schüler des Giovanni Battista, der ihn 1649 ver- 
anlasste, in den geistlichen Stand zu treten. Er malte Bildnisse und religiöse Bilder, 
die zu ihrer Zeit sehr gertthmt wurden. 

Oalassl, Oalasso d. Ae«, ital. Maler aus Ferrara, geb. 1370, f 1488. Von 
ihm in der dortigen Pinakothek des Ateneo civico ein Bild Gottvater und der 
Gekreuzigte (um 1400). 

Oalaterl, Filiberto, ital. Landschaftsmaler, geb. 1846 in Gherasco (Sardinien), 
Schttler von Perotti, einem Schüler Calames. Als seine besten Landschaften 
werden genannt : Schneesturm, Ansicht vom Lago Maggiore, Frühling, Sonnenstrahl, 
Das Thal Androsca, Herbstliche Trift (1886), Fallende Blätter (1887) u. A. 

Gale, William, engl. Maler in verschiedenen Fächern, geb. 1823 in London, 
wurde 1841 Schüler der dortigen Akademie, wo er sehr bald mehrere Medaillen 
erhielt. 1862 imd 67 machte er nach Italien, Syrien und Palästina, nach der Schweiz 
und 1876 und 77 nach Algerien Studienreisen, die seine künstlerische Entwickelung 
sehr förderten. Seit 1845 malte er Genrebilder, religiöse Historienbilder, Scenen aus 
dem Orient Landschaften und Bildnisse. In Bom entstanden z. B. ein Bild vom 
Karneval, der Gang zur Sixtinischen Kapelle u. A., dann infolge seines Aufenthalts 
im Orient Die Trauerstätte der Juden (1862), Der Einzug in Jerusalem (1867), Die 
Bückkehr des verlorenen Sohnes (1869), Abraham und Isaak auf dem Wege zum 
Opfer (1372)) Verstossung der Hagar (1873). Dazu kommen die fein emp^denen 
Genrebilder Die Augen des Blinden (1873), Frühlingszeit im Orient (1874), Der Gang 
zur Prüfung (1875), Liebesgeschichte, Kriegsbeute, Interieur in Algier u. s. w. 

Oaleotti, Sebastiane, ital. Maler, geb. 1676 in Florenz, f 1746, war dort 
Schüler von Alessandro Gherardini und in Bologna von Giuseppe dal 
Sole. Er malte in Piacenza, Parma, Genua und Turin Oel- und Freskobilder von 
lobenswerther Zeichnung und kühnem Golorit 

Oalestruzzi, Oiovanni Battista, ital. Maler und Radierer, geb. 1618 in Florenz, 
t nach 1661, bildete sich nach Francesco Furini und zeigte sich besonders ge- 
schickt in der Führung der Badiemadel. Unter seinen überaus zahlreichen Blättern 
nennt man als die besten : Das Pfingstfest, Die Apotheose des Homer nach der Antike 
im Britischen Museum, nach Polidoro da Caravaggio 5 Blätter mit der Geschichte 
der Niobiden und 6 Blätter antike Waffen-Trophäen, nach A. Carracci Mercur bringt 
dem Paris den goldenen Apfel, 18 Blätter Tritonen und Seeungeheuer, 5 Blätter zu 
der Oper II Trionfo della pietä, und die Abbildungen zu Agostinis Werk „Le gemme 
antiche* (1657). 

Galilei, Alessandro, ital. Architekt, geb. 1691 in Florenz, f 1737 in Bom, 
lebte in seinen jungen Jahren in England, und wurde vom Papst Clemens XII. nach 
Bom berufen, wo er als seine 3 Hauptwerke 1734 die grandiose Fa^e der Kirche 
S. Giovanni dei Fiorentini, zu der die Zeichnungen Michelangelos verloren gegangen 
waren, die 1735 begonnene Fa^ade von S. Giovanni in Laterano nnd als sein Meister- 
werk an Eleganz, Harmonie und Pracht die Kapelle Corsini in dieser Kirche baute. 

Galimard, Nicolas Angnste, franz. Maler, geb. 25. März 1813 in Paris, 
t 17. Jan. 1880 in Montigny les CormeiUes (Seine et Oise), bedeutender Schüler von 
Ingres und von Foyatier. Auf seine ersten 1835 beifällig aufgenommenen Arbeiten 
Ein Schlossfräulein des 16. Jahrb. und Die heil. Frauen am Grabe Christi, folgten 
1836 das allegorische Bild Die Freiheit stützt sich auf den Heiland und zahlreiche 
Andere für Kirchen, Kapeilen und Privatgalerien, 1841 Nausikaa mit ihren 
Gefährtinnen, Die Ode, Die 1855 wegen ihrer zu grossen Nacktheit zurückgewiesene 
Leda, Der Sperling Lesbias, Die eifersüchtige Juno, und unter den religiösen Bildern : 
Die heil. Jungfrau im Gebet und L'Ange aux parfums (Kirche in Pithiviers, Dep. 
Loiret), Der Segen spendende Christus (Kirche in P6rigueux), Der Gang nach Emmaus 
(in St. Germain PAuxerrois), Die Dreifaltigkeit (Hospital in Metz), Leben des 
heil. Landry (in Tours) und ziühlreiche Cartons zu Glasgemälden für die Kirchen 
St. Laurent nnd Sainte Clotilde und für eine KapeUe von St. Philippe du Beule. Als 



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Galindez — Gallegos. 7 

Kanatschrifteteller ^ab er heraus das 1859 begonnene Werk „Les artistes contem- 
porains^, eine Anziul Yon Broschüren nnd Beiträgen zu mehreren Eonsljoarnalen. 
Er erhielt rerschiedene Medaillen. 

Oallndez, Marttn, span. Maler, geb. 1547 in Haro, f i^^^ ^Is Earthäosermönch 
in Paalar (Prov. Logrofio), wo er eine Madonna dei Bosario und natorwahre Bilder 
von Einsiedlern malte. 

Galiotl^ B* Nardois« 

Oallalt, Lovls. Haaptbegrttnder der modernen belgischen Historienmalerei, 
geb. 10. März 1810 (n. A. 9. Mai 1812) in Tonmai, f 20. Nov. 1887 in Brüssel 
worde trotz seines künstlerischen Talents für die jnristische Laufbahn bestimmt 
nnd war bereits Advokat, als er diesen Bemf anf^gab nnd in die Zeichenakademie 
seiner Vaterstadt trat, wo der damalige Direktor Henneqnin sein hervorragendes 
Talent zn entwickeln verstand. Nadi seinem ersten, noch im akademischen Stil 
gemsdten Bilde Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist (1881), ging er nach 
Antwerpen, stndirte nach Bnbens nnd van Dyck nnd brachte 1888 als Gegenstück 
znm ebengenannten Bild Christns heilt einen Blinden (Kathedrale in Tonmai), das 
ihm die Mittel zn einem Aufenthalt in Paris verschaffte. Hier malte er unter Anderen 
die Bilder: Herzog Alba in den Niederlanden, Hieb nnd seine Freunde, nnd 1840 
das geistvolle Nachtstück der Eroberung von Antiochia durch Gottfried von Bonillon. 
Sein eigentlicher Ruhm datirt erst von dem Bilde der Abdankung Karls Y. (1841, 
Museum in Brüssel), das ihn an die Spitze der ganzen hellsehen ffistorienmalerei 
steUte und einen Triumphzng durch halb Europa hielt (vgl. Biöfve). Nach der langen 
Periode farbloser nnd langweilig unbeholfener Malerei, erschien das Bild allerorts 
als eine wahre Offenbarung von leuchtendem Colorit und glänzender Technik. Auf eine 
mehrjährige Pause, in der er, nach Brüssel übergesiedelt, nur einige Bildnisse und 
kleinere Genrebilder schuf, folgte 1848 als sein zweites Hauptbild Egmonts letzte 
Stunde 3. Juni 1568 (Nationalgalerie in Berlin). Nachdem er 1850 für ein Künsüer- 
fest in Brüssel, einen figurenreichen Triumph des Genius gemalt hatte, brachte er 
1851 das dritte Hauptbild Die Brüsseler Schützengilde erweist Egmont und Hoom 
die letzten Ehren (Museum in Toumai). Damit war aber sein erfolgreiches Schaffen 
so gut wie zu Ende; es folgten zwar noch das tief empftindene Genrebild der 
slawischen Musikanten (Galerie Bavenö in Berlin), eine ruhende Zigeunerin mit ihrem 
Kinde, der Gesang der Gefangenen, das naturalistische Bild Johanna die Wahnsinnige 
(1856, Museum in Brüssel), Franz I. bei dem sterbenden Lionardo da Vinci (1857), 
Simson und Delila, Bildniss des Papstes Pins IX., die Pest in Toumai (1862, Museum 
in Brüssel), Der Geiger (ebendaselbst), nnd Andere, jedoch kommt keines dieser 
Bilder seinen früheren Hauptwerken gleich. Er war Mitglied der Akademien von 
Brüssel und Paris, München und Berlin, Ritter der Ehrenlegion, Officier des Belg. 
Leopold-Ordens und des Ordens pour le mörite; zu seiner Ehre wurde femer eine 
eigene Medaille geprägt. 

Galle^ Cornellg d* Ae«, Kupferstecher, geb. 1576 in Antwerpen, f 1656 
Sohn und Schüler des Philipp G., bildete und vervollkommnete sich in Bom, wo 
er seine besten Blätter stach. Es sind nach Bnbens: Judith enthauptet Holofemes, 
Maria mit dem Kinde, die Anbetung^ der Könige, Ecce homo, der todte Heiland auf 
dem Schoss seiner Mutter, die vier lOrchenväter, Prokne zeigt ihrem Gatten Tereus 
das Haupt ihres Sohnes Itys, Tod des Seneca, Venus die Liebesgötter säugend ; nach 
van Dvck die Kreuztragnng, und andere Blätter nach Vanni, Paggi und van Hoeck. 
■^ Galle^ Comelis d* }., Kupferstecher, geb. 1600 in Antwerpen, Sohn und 
Schüler des Vorigen, aber diesem in der Zeichnung untergeordnet. Von ihm sind 
fast nur Bildnisse nach van Dyck vorhanden. 

Galle, Philipp, Kupferstecher, geb. 1537 in Haarlem, f 29. März 1612 in 
Antwerpen, wo er Schüler von Cornhaert war, 1570 in die Malergilde trat nnd 
später Kupferstichhandel trieb. Unter seinen Stichen, die denen seines Sohnes 
Comelis d. Ae. nachstehen, sind viele nach A. von Montfoort (Geschichte des Lot), 
auch nach Stradanus, Heemskerk, Fr. Floris u. A. 

Galle, Theodor, Kupferstecher, geb. um 1570 in Antwerpen, f 1688 das., 
Sohn und Schüler des Vorigen, arbeitete längere Zelt in Italien, von wo er 1600 in 
seine Vaterstadt zurückkelvrte. Seine zahlreichen Stiche, mehrere nach Stradanus, 
sind nicht von besonderem Werth. Er war mehr Kunsthändler als Künstler. 

GallegoB, Fernando, span. Maler, geb. in Salamanca, blühte in der 2. Hälfte 
des 15. Jahrb., Schüler von Pedro Berruguete, Vertreter der Bichtnng des 
Jan van Byck in Spanien. Von ihm ein Triptychon in der Kathedrale seiner Vaterstadt, 



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g Gallegos — Gallori. 

als sein Hauptwerk in einer Kapelle der Kathedrale von Zamora ein aas 
6 Tafeln bestehendes Altarwerk (um 1470) und eins in der Sammlang der Akademie 
zvL Yalladolid. Zahlreiche religiöse Bilder im Mnseo de la Trinidad zu Madrid werden 
ihm zogeschrieben, sind aber zweifelhaft. 

Gallegos, J086, span. Maler, geb. 3. Mai 1859 in Xeres de la Frontera, bezog 
1876 die Akademie San Fernando in Madrid, wo er Schüler von M adr azo wurde und 
Mnrillo und Yelazquez studirte. 1880 nahm er seinen Wohnsitz in Born, malte ein 
grosses Bild Kriegsbeute, dann aber nur kleinere seelenvolle Genrebilder, z. B. 
Morgenandacht, Unterzeichnung eines Ehecontrakts und Chorknabe. 

Oalletti, Francescoy ital. Bildhauer, geb. 14. Juni 1833 in Cento, Schiller von 
Baruzzi in Bologna, nachher thätig in Bom. Von ihm die Bildwerke: Tobias and 
der Engel, eine Statue des Guercino in dessen Vaterstadt Cento, das Denkmal 
Savonarolas in Ferrara, die Statue der Hoffnung, die der Erminia Fnsinato auf dem 
römischen Friedhof und viele Bildnissbüsten und Beliefs. 

Galli, Kttnstlerfamilie, die sich im 18. Jahrh. in Italien und Deutschland im 
Theaterbau und in der Theaterdecorationsmalerei auszeichnete und den Namen da 
Bibiena erhielt. Die namhaften Mitglieder dieser Familie sind: 

1) Galli, Alessandro, Maler und Architekt, f 1760, Sohn des Ferd inando G., 
malte am korpfälzischen Hofe Oel- und Wandbilder und baute 1733—56 die Jesuiten- 
kirohe in Mannheim in dem diesem Orden eigenthümlichen Stil. 

2) Oalliy Carlo, Maler und Architekt, f nach 1769, Sohn des G i u s e p p e G., 
baute an verschiedenen deutschen Höfen, auch in Frankreich, England und Italien. 
Sein bekanntestes Werk ist in Baireuth das Opernhaus (1748), im Aeusserea in 
klassischen Formen, im Innern in phantasievollem Rococo. 

3) Oalliy Ferdlnandoy Maler und Architekt, geb. 1656 in Bologna, f 1729 das., 
Sohn des Malers und Architekten Giovanni Maria G., Schüler von Cignani, 
vorzugsweise Theaterbaumeister und Decorationsmaler, wurde bei der Krönung 
Karls VI. zur Errichtung eines Theaters nach Prag berufen, kam an den Hof des 
Herzogs Banaccio Famese nach Parma and Kaiser Karls VI. nach Wien, wo er 
seine Kunst ebenfalls ausübte. Er schrieb: „Architettura civile" erschienen 1811, und 
„Varie opere di prospettiva'^ 1740. 

4) Galll, Francesco, Theaterarchitekt, geb. 1659 in Bologna, f 1739, Bruder 
des Vorigen, Schüler von Pasinelli und Cignani, war unter den Kaisern 
Leopold I. und Joseph I. stark beschäftigt und baute als sein schönstes Werk in 
Verona das Teatro FUarmonico. 

Oalli, Antonio, Bildhauer des 19. Jahrh. in Müland, bildete sich unter 
Torwaldsen in Bom und wurde in der Folge Bath der Akademie von Mailand. Von 
ihm : die Statuen von Jupiter und Apollo, Apollo unter den Hirten, Basreliefs (sämmtlich 
in der Villa Torlonia in Bom), die Statue der Liebesnärrin (1854), Statae des Graf 
Castiglioni (1855), Statuette des Christ. Columbus, Johannes der Täufer auf dem 
Lamm schlafend (1858). 

GalU, Riziardo. ital. Bildhauer, geb. 1839 in Nizza, lebt in Mailand. Unter 
seinen naturalistisch oehaadelten Bildwerken werden genannt: Die Bettlerin mit 
dem Knaben (1865), die Büsten einer Nonne und der Bescheidenheit, die Seifenblase 
(1881), Judith, Das Waisenkind, eine Büste der Eitelkeit, die Koketterie (1886). 

äalllmard, Claude, franz. Kupferstecher, geb. 1729 inTroyes, thätig um 1750 
in Bom, stach viele Blätter für Kuprerwerke, nach de Troj Der keusche Joseph und 
die Königin von Saba, und ein Blatt nach Charles Nicolas Cochin. 

GaUlmberti, Francesco, ital. Badierer, geb. 1755 in Venedig, f 1803, stach 
nach P. Veronese die Aufnahme der Hebe in den Olymp und nach Carpacdo auf 
9 Blättern die Geschichte der heil. Ursula und ihrer Jungfrauen (Akademie in 
Venedig). 

Galloche, Louis, franz. Historienmaler, geb. 24. Aug. 1670 in Paris, f 21. Juli 
1761 das., Schüler von Louis de Boulogne, erhielt 1695 für das Bild Die 
Söhne Jacobs bringen ihrem Vater den Bock Josephs den ersten Preis, ging dann 
nach Bom und eröffnete nach 2 Jahren in Paris eine Schiüe, deren erster Zögling 
Frangois Lemoine war. Unter seinen dann folgenden Bildern ist besonders hervor- 
zuheben Hercules der dem Admet die Alceste zurückgibt, das ihm 1711 die Aufnahme 
in die Akademie verschaffte, an der er 1754 Kanzler wurde. Bis in sein hohes Alter 
malte er kirchliche und mythologische Bilder und Landschaften. 

Gallori, Emilio, ital. Bildhauer der Gegenwart, geb. in Florenz, besuchte die 
dortige Akademie und die in Neapel, und zeigte sich in seinen Bildwerken als krasser 



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Galofre — Gandolfi. 9 

Bealist, der sich selbst vor den hässlichsten MoÜTen nicht scheut. So brachte er 
auf die Ausstellung seiner Vaterstadt einen einäugigen Trunkenbold und den als 
Schauspielerin verkleideten Kaiser Nero in einem Ausbruch seiner Tollheit. In 
dergleichen Darstellungen zeigte er eine meisterhafte Technik. Bei einer Concurrenz 
fttr die Eeiterstatue Garibaldis in Born trug er 1885 den ersten Preis davon. 

Galofr6) Baldomero, span. Maler der Gegenwart, geb. in Barcelona, bildete 
sich auf der dortigen Kunstschule und seit 1873 in Born. Er malte originelle Land- 
schaften von düsterem Charakter und dunklem Farbenton, aber auch heitere land- 
schaftliche Genrebilder, z. B. Der Schwur, Der Tag nach der Aushebung, Ave 
Maria u. A. 

Galofir^ 7 Coma, Job^, span. Historienmaler, f 10. Jan. 1877 in Barcelona, 
bildete sich in Bom, wo er in engem Verkehr mit Overbeck stand. Fttr die Königin 
von Spanien malte er als sein bedeutendstes historisches Bild- eine Episode aus der 
Eroberung von Granada 1492. Gegen das Ende seines Lebens scheint er die Malerei 
aufgegeben zu haben. 

Galter, Leonhard, s. Oanltler, Leonhard. 

Gamba, Enrico, ital. Historienmaler, geb. 8. Jan. 1831 in Turin, f im Oct. 
1883 das., machte seine Studien in Turin, am Städelschen Institut in Frankfurt a. M. 
unter Stein le und in Bom und wurde Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. 
Seine historischen Tafelbilder finden sich meistens in Piemont, seine Fresken im 
Dom zu Alessandria, in Chiari und in der Kirche S. Gioachlno in Turin. 

Gamba, Francesoo, ital. Marinemaler der Gegenwart, geb. in Turin, bereiste 
die Küsten des Mittelmeeres und der Nordsee und brachte von diesen Beisen treffliche 
Bilder in seine Heimath. Zu nennen sind darunter : Die Insel Helgoland (1880), Der 
Hafen von Genua (1881), Fluth bei Scheveningen, Die Dämmerung; auch das Blumen- 
stück Der Blumenstrauss der Pfarrkinder. 

Oambara, Lattanzlo, ital. Maler, geb. 1541 in Brescia, f 1573, Schüler des 
Antonio Campi und seines Schwiegervaters Girolamo Bomanino. Von ihm 
in der dortigen Kirche S. Faustino eine Geburt Christi mit der Anbetung der Hirten 
und mythologische Fresken am Corso del Teatro in Brescia, ebenso 12 jetzt entstellte 
kirchliche Fresken im Dom zu Parma. 

GambellO) Tutore, genannt Camelio, ital. Bildhauer, wahrscheinlich aus 
Vicenza, thfttig in Venedig von 1484—1523. Von ihm in der dortigen Akademie 
2 Bronzereliefs mit Kampfscenen, im Chor von Santo Stefano die 12 Apostel und in 
den Nischen darunter je 2 Heilige. Er soll der erste gewesen sein, der Medaillen 
in Eisen oder Stahl geschnitten hat. 

Gamberelli, Antonio und Bemardo, s. BoBselllno. 

Oamborg, Kand Frederik, Zeichner, geb. 80. Juni 1828 in Tikjöb (Dänemark), 
anfangs Weinhftndler, besuchte 1848 die Akademie, wurde wieder Weinhändler, 
widmete sich aber seit 1857 von Neuem an der Akademie seiner künstlerischen Aus- 
bildung. Er erwarb sich eine ungewöhnliche Fertigkeit als Zeichner und arbeitet 
seither fttr die illustrirten Blätter Dänemarks. 

Gamelln, Jacqnes, franz. Maler, Badierer und Arbeiter in Crayonmanier, geb. 
3. Oct. 1788 in Carcassonne, f 12. Oct. 1803. Von ihm die Blätter: Der Kinder- 
mord in Bethlehem, Christus heilt den Lahmen, Die Auguren (1769), Alpenhirten, 
8 Blätter Schlachtenbilder (1791) und mehrere Bildnisse. 

Oampenrleder, Karl, Genremaler, geb. 1. Febr. 1860 in München, Schüler der 
dortigen Akademie unter Benezur, Alex. Wagner und W. Lindenschmit, 
bildete sich in Paris unter Bouguereau und Tony Bobert-Fleurj weiter aus. 
Bekannt wurden von ihm die Bilder Der Handkuss zur Zeit der französischen 
Bevolution, Verhaftung der Gräfin Cosel an der Grenze, Bildniss der Prinzessin 
Elvira v. Bayern. 

Gandi, Glacomo^ ital. Maler, geb. 1850 in Savigliano, bildete sich in Turin 
unter Castaldi und in Bom, wo er viele Jahre lebte und sehr gerühmte Aquarelle 
malte, unter denen wir nur nennen Eine blinde Fliege, Die kleinen Spieler, Scene 
im Park, Die Fastenzeit, Die abwesende Mama, Die Tabaksdose des Grossvaters, 
Ein Feind des Hauses, Ave Maria u. s. w. 

Gandini, Giorgio^ ital. Maler, geb. 1489 in Parma, f 1538, Schüler von 
Oorreggio. Von ihm einige Bildnisse in der Pinakothek zu Parma. 

Gandolfi) Democrito, ital. Bildhauer, geb. 1797 in Bologna, Sohn des M au r o G., 
ein Bildhauer, dessen Büsten am meisten gerühmt werden. Im Hohnuseum zu Wien 
von ihm eine Gruppe Jakob und Bahel am Brunnen. 

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10 Gandolfi — Garbieri. 

Gandolfl) GaetanO) ital. Maler and Badierer, geb. 30. Aug. 1784 in S. Matteo 
della Decima im Bolognesischen, f 80. Juni 1802 als Professor an der Clementin. 
Akademie in Bologna, Schiller seines Bruders Ubaldo G., stadirte in Venedig die 
Meisterwerke der dortigen Malerschale and ging nach Bologna, wo er mehrere Bilder 
der Garracci copirte. Von ihm in Sta. Maria della Vita daselbst eine Himmelfahrt 
der Maria, in S. Salvatore die Hochzeit zu Cana und in der Kirche der Girolomini 
za Neapel das Martyriam des heil. Pantaleon. Unter seinen zahlreichen Badierongen 
sind die besten nach Nico. delP Abbate die Anbetung der Hirten, nach Goido Beni 
das auf dem Kreuz schlafende Jesuskind, Petrus und Paulus (1785) und die 
Erythriüsche Sibylle. 

Gandolfi) Manro, itaL Kupferstecher, geb. 28. Sept. 1764 in Bologna, f 6. Jan. 
1884 das., Sohn und Schüler des Vorigen, machte Beisen nach Frankreich und wurde 
dann in seiner Kunst Schiller von B e r y i c und später in England Schiller von Sharp 
und Bartolozzi. Dann kehrte er in seine Vaterstadt und 1816 nach Florenz 
zurück, malte auch wohl Bildnisse, zeichnete sich aber viel mehr durch zahlreiche 
treffliche Stiche aus. Zu nennen sind darunter: Nach Ghristofano Allori Judith mit 
dem Haupt des Holofernes (Palast Pitti) und das Jesuskind auf dem Kreuz schlafend 
(1819) ; Die heil. Magdalena nach Ann. Carracci, der sog. Tag nach Correggio (Gemälde- 
sammlung in Parma), Die heil. Oäcilia nach BaiBfael (Rnakothek in Bologna), dieselbe 
nach Gandolfi, Die Zauberin Oirce nach Gnercino, Die Erziehung des Amor nach 
Palagi, Susanna im Bade nach Santerre n. A. 

Gandolfi, Ubaldo, ital. Maler und Bildhauer, geb. 1728 in Bologna, f 1781 das., 
Bruder des Gaetano G., Schüler von Torelli und Ercole Graziani, hinter- 
liess ganz im Geist des Manierismus befangene Malereien und Skulpturen. Als eines 
seiner Hauptwerke gelten die Propheten in S. Giuliano zu Bologna. 

Gandon, James, engl. Architekt, geb. 29. Febr. 1742 in London, f 24. Dec. 
1823 in Lucan bei Dublin, Schüler der St. Martins Lane Akademie und des Willi am 
Chambers in London, gab einen grossen Theil von Oampbells „Vitruvius Britanniens^ 
heraus, stellte zahlreiche Entwürfe in der Akademie aus, z. B. für die Börse in Dublin 
und für das Irrenhaus in London, errichtete als eines seiner Hauptgebäude 1791 das mit 
Statuen geschmückte Zollhaus in Dublin, kam 1797 nach London, fand hier aber 
mancherlei Schwierigkeiten und Hindernisse und zog sich 1808 auf seine Besitzung 
bei Dublin zurück. — Seine Biogr. herausgegeben von seinem Sohne erschien 1846. 

Gandy, James, engl. Bildnissmaler, geb. 1619 in Exeter, f 1689 in L-land, 
Schüler und Nachahmer des van Dyck, lebte längere Zeit im Dienste des Herzogs 
von Ormonde in Irland, wo er viele hervorragende Persönlichkeiten portraitirte. Seine 
Bilder standen denen seines Lehrers van Dyck nur wenig nach. Auch sein Sohn 
William G«, f nach 1715 in Exeter, war Bildnissmaler. 

Gangeri, Lionardo, ital. Bildhauer, geb. in Messina, lebt in Rom, stellte seit 
1880 hier und in Turin seine Statuetten und Büsten aus, z. B. eine eherne Beiter- 
statuette des Königs Umberto, einen heil Hieronymus (1881), Statue des Königs 
Victor Emanuel im Jagdcostüm (1883), eine gleiche der Königin Margarete, auch eine 
Idealfigur des Ackerbaues. 

Gangloff, Karl Wilhelm, Zeichner, geb. 1790 in Leutkirch (Württemberg), 
t 16. Mai 1814 in Merklingen, machte schon in früher Jugend phantasievolle Zeich- 
nungen, die grossen Beifall fanden, vrurde 1813 Schüler von Danneckerin Stuttgart, 
starb aber schon bald nachher mit Hinterlassung vieler origineller, tiefgefühlter 
Zeichnungen aus den Nibelungen und aus der Bibel. 

Gantrel, Btienne, franz. Kupferstecher, geb. 1626 in Paris, f nach 1704, stach 
viele Blätter nach N. Poussin, den Carracci, Lesueur und Guido Beni. 

Oaravaglia, Oiovita, ital. Kupferstecher, geb. 18. März 1790 in Pavia, f 27. April 
1835 in Florenz, Schüler von Faustino Anderloni und seit 1808 von Longhi 
auf der Akademie in Mailand. Unter seinen vielen trefSichen Stichen in Linienmanier 
sind die bedeutendsten.: Jakobs Zusammenkunft mit Bahel nach Appiani, David mit 
dem Haupt Goliaths nach Gnercino, Hagar und Ismael in der Wüste nach Baroccio 
(Museum in Dresden), Herodias mit dem Haupt des Johannes nach Luini, die Madonna 
della Sedia nach Baffael (1828, Hauptblatt), das Jesuskind nach Maratta, Brustbild 
der Maria und Magdalena mit der Salbbüchse nach C. Dolci und einige Bildnisse. 
Unvollendet blieben seine Himmelfahrt Mariü nach Guido Beni und eine Kreuzabnahme 
nach Gaud. Ferrari. 

Garbieri, Lorenio, ital. Maler, geb. 1580 in Bologna, f 1654, Schüler und 
Nacheiferer des Lod. Carracci, malte vorzugsweise Sdu-eckensscenen in der Art 

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Garbo — Gareis. 11 

des Caravaggio, wie sie noch in Mantaa und Modena vorhanden sind, ebenso mit 
anderen Schülern ron Lod. Carracci in S. Michele in Bosco zu Bologna Fresken ans 
dem Leben des heil. Benedict and der heil. Oäcilia. 

Garbo, Raffaellino del, eigentlich RaffaelUno dl OiOTannl dl Niccolö 
Capponl, itu. Maler der florentinischen Schale, geb. am 1466 in Florenz, f 1524 
das., Schüler des Filippino Lippi and nachher in Rom dorch den Einfloss des 
Peragino weiter gebildet. Za den besten Bildern seiner ersten Zeit, die sich dorch 
gemttthyolle Aaffassang and grosse Anmath aaszeichnen, gehören eine sehr graziöse 
Erönang der Maria mit zahlreichen Heiligen im Loavre, im Berliner Maseam die 
3 Temperabilder: Thronende Maria mit dem Kinde and Heiligen, sein anmathiges 
Bild einer Maria mit dem Kinde and 2 Engeln, and eine thronende Maria mit dem 
Kinde and Heiligen, femer eine Aaferstehang Christi in der Akademie zn Florenz, 
eine thronende Madonna mit dem Kinde nebst Franziscas and Zenobias im Hospital 
Sta. Maria Naova, St. Ignatias and St. Bochas in Sta. Maria Maddalena dei Pazzi nnd 
eine Madonna mit 2 Engeln and 4 Heiligen in S. Spirito (1505). Er soll gegen das 
Ende seines Lebens Handwerker geworden, verarmt and im Elend gestorben sein. 

Garcia Hidalgo, Jos^, genannt Castellano, span. Historienmaler and Radierer, 
-eb. 1656 in Marcia, f am 1712 in Madrid, war anfangs Schüler von V i 1 1 a c i s and 
r i l a r t e, bildete sich später in Rom nach den besten italienischen Meistern. 1674 kam er 
nach Madrid, wnrde dort Hotealer, war gegen das Ende seines Lebens für das 
Kloster S. Felipe Real stark beschäftigt and gab 1691 ein Werk „Principios para 
estadiar el arte de la Pintara^ mit Radienmgen von seiner Hand heraas. 

Garcia Hispaleto, Don Manuel, span. Historienmaler der Gegenwart, geb. 
in Sevilla, bildete sich hier aaf der Kanstschole and später in Rom. Aasser einigen 
Genrebildern malte er historische Darstellangen religiösen and mythologischen Inhalts. 
Von ihm eine Beerdigong des heil. Chrysostomas (1864) and das Genrebild Aaszag 
zom Stiergefecht (1871). 

Garda Martinez, Don Juan, span. Historienmiüer der Gegenwart, geb. in 
Calatayad (Aragonien), Schüler der Akademie San Fernando in Madrid, malte haupt- 
sächlich Bilder aus der spanischen Geschichte von tüchtiger Pinselführung, aber 
nicht immer geschmackvoller Wahl des Inhalts, z. B. Die Liebenden von Teruel 
(1859), Tod des Königs Don Sancho 11. vor Zamora im J. 1072, Tod des Troubadours 
Macias, Karl 11. als Zauberer (1876). 

Garcfa de Mlranda, Don Juan, span. Maler, geb. 12. Sept. 1677 in Madrid 
t 8. Juni 1749 als HoMaler des Königs, musste mit der linken Hand malen, war 
aber besonders als Bilderrestaurator geschickt. Bilder von ihm in den Kirchen von 
Madrid und Yalladolid, im Museum de la Trinidad zu Madrid ein Bild der (Geburt 
der Maria. 

Gardelle, Robert, Bildnissmaler und Radierer, geb. 1682 in Genf, f 1766, 
bildete sich in seiner Kunst unter Largilliöre in Paris, malte Bildnisse am Hof 
in Kassel und in seinem Yaterlande und radierte 10 Blätter Ansichten von Genf. 

Gardin, Guillaume du, niederl. Bildhauer, der in der Mitte des 14. Jahrb. in 
Toumai in hohem Rufe stand. Von ihm sind noch vorhanden an den Wänden des 
Portals der dortigen Kathedrale die Geschichten der Schöpfung, des Sündenfalles und 
der Vertreibung aus dem Paradiese, der Propheten und eine schöne, grosse Madonnen- 
Statue, ebenso in der Magdalenenkirche eine grosse Darstellung des englischen 
Grusses, in der besonders £e Madonna von wunderbarer Schöiüieit ist. 

Gardiner, William Nelson, engl. Kupferstecher, geb. 11. Juni 1776 in Dublin, 
t 21. Juni 1814 in London durch Selbstmord. Er besuchte die Akademie seiner Vater- 
stadt, arbeitete als Nachahmer Bartolozzis für Illustrationen von Drydens Fabeln, 
für Hardings Ausgabe Shakespeares und de Grammonts Memoiren, war einige Zeit 
Geistlicher, wandte sich dann wieder zur Malerei von Bildnissen, verfiel aber in 
Krankheit und Noth. 

Gardner, Elisabeth Jane, amerikan. Malerin der Gegenwart, geb. zu Exeter 
(New Hampshire), machte ihre Kunststudien in Paris unter Hugues Merle, 
Leföbvre und Bouguereau. Unter ihren fein angelegten, mit tiefem Gefühl 
gemalten historischen und idealen Gestalten nennt man : (Cornelia und ihre Kleinodien, 
Aschenbrödel (1872), Corinna (1874), Die Märchenerzählerin, Die Aussetzung des 
Moses (1878), Ruth und Naomi. 

Gareis, Anton, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1887 in Prag, anfangs Schüler 
seines Vaters, eines Bildnissmalers, besuchte seit 1854 die dortige Akademie, bildete 
sich unter Engerth, machte dann Studienreisen nach Dresden, Wien un4. Ungarn 

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12 Gaginoli — Garnier. 

and Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Za den besten seiner lebensvollen Genre- 
bilder gehören: Der Dreikönigsabend (1862), Auf der Kirmes, Wirthshausscenen, 
Sonnta^mnsik im Banat (1868), Am Christabend (1871) and einige Gartons za 
Shakespeares Lastspiel „Wie es euch gefällt^. 

Oarginoli, Domenlco, genannt Micco Spadaroy ital. Historien- and Landschafts- 
maler, geb. 1612 in Neapel, f 1679, bildete sich anter AnielloFalcone and seinem 
Mitschttler Salvator Bosa, malte religiöse Bilder für Kirchen Neapels, Land- 
schaften and Genrebilder aas dem Leben seiner Zeit. Mehrere derselben im Masenm 
seiner Vaterstadt, z. B. als eines seiner Haaptbilder Masaniellos Aufstand in Neapel 
im Jahre 1647, eine Pestscene in Neapel (1656), ein Bursche mit einer Pfeife im 
Mande; Andere in der Galerie za Schieissheim. 

GaribaldOy Marc Anton^ niederländischer Maler, geb. im Jani 1620 in Antwerpen, 
t nach 1690, wurde 1651 Freimeister der dortigen Malergilde. Von ihm im Museum 
zu Antwerpen eine Flucht nach Aegypten und in der ]&che St. Gilles zu Brügge 
ein Bild des heil. Bernhard der dem Herzog Wilhelm von Aquitanien seine Christen- 
Verfolgungen vorwirft (1690). 

Garnand, Antolne Martin, franz. Architekt, geb. 30. Nov. 1796, f 19. Dec. 
1861 in Paris, Schfiler von Vaudoyer und der Ecole des beaux-arts, erhielt 1817 
für sein Projekt eines Conservatoriums der Musik den grossen Preis, lebte 6 Jahre 
in Rom und errichtete dann in 'Toulon ein Denkmal für den Dauphin und die Armee 
in Spanien, in Gemeinschaft mit P radier ein Denkmal des Herzogs von Orleans in 
Versailles. 1856 gab er heraus einen „Essai sur le caractöre k donner aux Elises 
du XIX»« siecle^ 

Oamer, Thomas, engl. Kupferstecher, geb. 1789 in Birmingham, f 14. Jali 
1868 das., Schüler von Lines, war einer der Gründer der Akademie von Birmin^am, 
stach Manches für das „Art- Journal^, auch nach Stothard, Horsley und Lawrence und 
als eines seiner besten Blätter das AUegro nach William Edw. Frost 

Oameray, Ambroise LoulS) franz. Marinemaler und Kupferstecher, geb. 19. Febr. 
1783 in Bouen, f 11. Sept. 1857 in Paris, Schüler seines Vaters, des Bildniss- und 
Genremalers JeanFran^ois G., ging 1796 zur See nach Indien, nahm an mehreren 
Seegefechten Theil und gerieth 1806 in Gefangenschaft zu Portsmouth. worin er bis 
1814 verblieb. Während dieser Jahre wandte er sich wieder zur Malerei, stellte 1816 
sein erstes Marinebild aus, wurde 1833 Direktor des Museums seiner Vaterstadt und 
arbeitete später auch für die Porzellanfabrik in Sevres. Bilder von ihm in vielen 
Galerien Frankreichs, z. B. in Marseille die Seeschlacht von Navarin und die Schlacht 
bei Agosta. Er stach auch in Aquatinta viele Hafenbilder und gab eine solche 
Sammlung „Vnes des ports et des cötes de la France^ (1815-— 32) heraus. 1819 erhielt 
er eine goldene Medaille, der 1852 das Kreuz der Ehrenlegion folgt«. 

Gainier, Antoine, franz. Kupferstecher der 1. Hälfte des 17. Jahrh^ thätig in 
Fontainebleau um 1637—46, stach viele Blätter nach Primaticcio, Blanchard und Nie. 
Poussin. Zu den besten gehören: nach Blanchard Die Anbetung der Hirten, Die 
Buhe auf der Flucht nach Aegypten und Die heil. Familie, nach Poussin Acis und 
Galatea, nach Claude Vignon Die 4 Kirchenväter. 

Garnier, Etienne Barth^leniy, franz. Historien- und Bildnissmaler, geb. 1759 
in Paris, f 1849, bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt und in Rom und 
malte in dem theatralischen Pathos seiner Zeit Scenen aus der griechischen und 
römischen Mythologie und Geschichte. 

Gander, Fran^ois, f^anz. Kupferstecher, geb. in der 2. Hälfte des 18. Jahrb. 
in Gouesnou (Finistere), war Schüler von Gu6rin und Bervic und stach als 
solcher viele trefSiehe Blätter, z. B. die sogenannte Vierge aux rochers nach L. da Vinci 
(im Louvre), Die Blinden von Jericho nach N. Poussin, Orpheus und Eurydice nach 
Drolling, Baffael und Fornarina nach Picot, Das Grab zu St Helena nach G^ard 
und einige Bildnisse. 

Gander, Gustave Alexandre, franz. Bildhauer, geb. 15. Aug. l835inLaSuze 
(Sarthe), war in der Plastik Schüler von Dur et und in der Malerei von Yvon. 
Seit 1859 stellte er gerühmte Bildnissbttsten und -Statuen aus, aber auch ideale 
Bildwerke, z. B. Schlafender Fischer, Knabe Cymbeln spielend. Die erste Erziehung 
(1866), David als Besieger Goliaths (1866), Der heil. Georg, Der Frühlingu. A., ebenso 
unter den Büsten die des Physikers L^n Fourault (1874) und für das Hdtel de Ville 
die eines türkischen Sultans, wofür ihm der türkische Medschidieh-Orden verliehen wurde. 

Garnier. H., franz. Historienmaler der Gegenwart, brachte 1878 auf die Pariser 
Ausstellung au ein bedeutendes historisches Bild eine Apotheose Thiers', veranlasst 

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Garnier — Garzi. 13 

durch den Staatsstreich vom 16. Mai 1877 nnd die damit verbundene Ovation des 
Staatsmanns. 

Gamier, Hippolyte Jean Baptiste, franz. Kupferstecher in Aquatinta und 
Mezzotinto, geb. 1787 in Paris, stach nach Schopin 4 Blätter aus der Geschichte der 
Rebekka, nach MnriUo eine Heil. Jungfrau, nach Rubens die Abnahme vom Kreuz, 
nach Isabey Virginia von den Wellen ans Land gespült, nach Bellang^ Napoleon 
nach der Schlacht bei Wagram, nach G6rard Das Grab Napoleons auf St. Helena, 
und andere Blätter nach Beaume, Court, Eugene Deveria u. s. w. 

Garnier, Jean Louis Charles, franz. Architekt, geb. 6. Nov. 1826 in Paris, 
widmete sich anfangs dem Modelliren und der Bildhauerkunst, trat 1842 in die 
Ecole des beaux-arts, wurde Schüler der Architekten Lebas und Leveil und 
erhielt 1848 für seinen Entwurf zu einem Conservatorium der Künste und Gewerbe 
den grossen Preis für Born. Hier bildete er sich weiter aus und stndirte die Bau- 
werke Italiens, Griechenlands nnd eines Theils der Türkei. 1854 wurde er Hilfs- 
inspektor der Arbeiten ain Thurm St. Jacques la Boucherie und 1860 Architekt von 
2 Arrondissements der Stadt. 1861 erhielt er den ersten Preis für sein Projekt 
zum Bau der Neuen Oper in Paris, das in manchen Theilen verändert 1868 bis 1874 
zur Ausführung kam nnd das Hauptwerk seines Leben wurde, das im Innern mit 
grösster Pracht ausgestattet, aber im Ganzen ohne den Totaleindruck vornehmer 
Schönheit, von gedrückten Verhältnissen der Fa^ade und überreichem plastischem 
Schmuck derselben. Später baute er noch ein mit grossem Luxus ausgestattetes Theater 
in Monaco und beschränkte sich im üebrigen fast ganz auf architektonische Zeichnungen 
und Entwürfe, z. B. das Forum des Trajan (1849), der Tempel des Jupiter Serapis in 
Pozzuoli (1851), die polychrome Restauration des Tempels der Minerva 9,vd Aegina (1863) 
und auf schriftstellerische Arbeiten, z. B. „M^moires sur le temple d'Egine'* (1856), 
„A travers les arts" (1869), „Etudes sur le thefttre" (1871), „Histoire du Nouvel Op6ra 
de Paris'' (1876—79, 10 Hefte) und zahlreiche kunstwissenschaftliche Aufsätze. 
1864 wurde er Ritter, 1875 Officier der Ehrenlegion, 1874 Mitglied des Instituts. 

Garnier, Jules Ars^ne, franz. Genremaler, geb. 22. Jan. 1847 in Paris, 
t 25. Dec. 1889 das., begann^ 1865 seine künstlerische Ausbildung in Toulouse und 
trat 1867 zu Paris in die Ecole des beaux-arts als Schüler G6r6me8, machte 
nachher verschiedene Studienreisen nach Holland, Spanien und Marokko und malte 
mit besonderer Vorliebe Stoffe aus dem Mittelalter, die sehr charakteristisch und 
ausdrucksvoll, aber auch oft unästhetisch und unzüchtig sind. Es sind seit 1869: 
Die Badende, Der Traum Adams, Das Recht des Gutsherrn (jus primae noctis). Die 
Strafe des Ehebruchs, Le roi s'amuse. Eine Hinrichtung im 15. Jahrhundert, Die Ver- 
suchung (1879), Der Pfarrer von Meudon (1880) und mehrere Bildnisse. 

Garnier, NoCl, einer der ältesten f^anz. Kupferstecher, tbätig zwischen 1520 
und 1540. Seine Blätter von ungeübter Hand haben nur kunstgescUchtlichen Werth 
und zei£;en, dass die Kupferstecherkunst in Deutschland damak viel höher stand als 
in Frankreich. Zu seinen seltenen Stichen gehören: 23 Blätter des grossen und 
23 Blätter des kleinen gothischen Alphabets, Der heil. Antonius (Copie nach Dürer), 
Triumph des Bacchus (Copie nach Pencz), Kampf dreier Männer (Copie nach 
H. S. Beham), Apollo mit den Musen (ebenfalls Copie). 

Garofaio, s. Tigi, Benvennto. 

Garrard, George, engl. Thiermaler und Modelleur, geb. 31. Mai 1760, f 8. Oct. 
1826 in Brompton (London), Schüler von Gilpin und der Akademie in London, 
stellte seit 1781 Bildnisse von Pferden und Hunden ans, 1784 eine Ansicht des 
Hofes einer Brauerei, 1798 Die Schafschur, 1800 Modelle von kämpfenden Stieren, 
Elennthier von Wölfen verfolgt, 1802 einen von Wölfen angegriffenen Bauern, 
Bildnissbttsten und andere plastische Werke. 

Garrard, Marc, 8« Geerarts. 

Garrand, Gabriel Joseph, franz. Bildhauer, geb. 23. März 1807 in Dijon, 
Schüler der dortigen Kunstschule und seit 1827 der Ecole des beaux-arts in Puris, 
auch Schüler von Bude. Infolge der Februarrevolution wurde er Direktor der schönen 
Künste, verlor aber dieses Amt durch den Staatsstreich vom 2. Dec. 1851. Seine 
besten Werke sind: Junges Mädchen mit einer Ziege (1839), Die heil. Jungfrau 
mit dem Kinde (1840), Bacchantin die einen Satyr erzieht (1841), Adam und seine 
Familie (1845, im (j^arten des Luxembourg), Statue der Republik (1849), Das 
Geheimniss der Liebe (1863) und mehrere Bildnissbüsten. 

Garzi, Lnigi, ital. Maler, geb. 1638 in Pistoja, f 1721, war anfangs 15 Jahre lang 
Landschaftsmaler nnd ging erst später unter Andrea Sacchi zur Historienmalerei 



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14 Giwcar — Gasser. 

über, worin er, aach den Pietro da Cortona nnd Lanfranco nachahmend, es zu 
grosser Vollkommenheit brachte. Bilder von ihm in Neapel, Born, Fano und in 
seiner Vaterstadt. 

Gascar, Heurig franz. Bildnissmaler nnd Mezzotintostecher, geb. 1635 in Paris, 
t 1701 in Bom, lebte lange in England, wo er von der Herzogin von Portamonth 
anter der Begiemng Karls II. sehr begünstigt wurde, als Nebenbuhler Lelys erscheint 
nnd Tiele Bildnisse malte. Um 1680 verliess er England, warde Mitglied der Akademie 
und zog später nach Bom. 

Gask, Anna Bosina) s. Liglewska. 

Ga^an, Jan Baptiste, Bildnissmaler, geb. in Antwerpen, f 1691 in London, 
kam während des grossen Bürgerkrieges nach England, wo er Gehilfe von Lely und 
Kneller wurde. Er malte einige Bildnisse des Königs Karl 11. und eines des 
Philosophen Thomas Hobbes. 

Gasperini, Ercole, ital. Architekt, geb. 1771, f 1829 in Bologna, wurde hier 
Professor der Architektur und baute den dortigen Doppelbogen Meloncello und eine 
Kapelle auf dem Friedhofe. 

Gasse, Stefano und Lnlgi, ital. Architekten, Zwillinge, geb. 8. Aug. 1778 in 
Neapel; Stefano, der bedeutendere von beiden, f 21. Febr. 1840, Luigi 1 11. Noy. 
1833, gingen 1786 nach Paris, wurden Schüler von Chalgrin und Labarre und 
erhielten den Preis für Bom, wo sie sich 5 Jahre weiter bildeten. Dann Hessen sie 
sich in Neapel nieder, wo sie 1819 dem astronomischen Observatorium seine jetzige 
Gestalt verliehen, die Villa Nazionale vergrösserten, 1819—25 den Palazzo del 
Municipio für sämmtliche Ministerien, die Banca Nazionale, die Börse, die neue 
Dogana und andere Bauten errichteten. St. war Mitglied der dortigen Akademie, 
des Instituts von Frankreich nnd der Akademie der englischen Architekten. 

Gassei, Lukas, niederländ. Landschaftsmaler, geb. um 1600 in Heimond 
(Nord-Brabant), daher auch von Helmond genannt, f um 1670, thätig in Brüssel, 
wo er ein Freund des Dichters und Malers Lampsonius war und reizende Land- 
schaften oft mit biblischer Staffage malte. Im Hofmuseum zu Wien von ihm eine 
phantastische Gebirgslandschaft mit der Staffage von Thamar und Juda (1648); 
andere Bilder von imn in Privatbesitz. 

Gassen, Gottlieb, Historienmaler, geb. 2. Aug. 1806 zu Ehrenbreitstein, f 8. Juni 
1878 zu Koblenz, war Schüler von Cornelius in München, wo er 1827 seinen 
Wohnsitz nahm und einer der ersten Künstler war, die für König Ludwig die Fresko- 
malerei ausübten. So malte er unter den Bildern der Arkaden des Hofgartens nach 
Stilkes Entwurf Die Erstürmung der kölnischen Burg Godesberg durch die Bayern 
1683, im Königsbau im ersten Vorzimmer der Königin Fresken aus den Gedichten 
des Walther von der Vogelweide, ebenso einige Fresken nach Cornelius' Entwürfen 
in den Loggien der Alten Plnakotiiek und in einer gewissen einseitigen religiösen 
Richtung Malereien in der Dreifaltigkeitskirche zu Weissenthnrm am Rhein ; Staifelei- 
bilder von ihm in dem städtischen Museum zu Koblenz. 

Gasser, Hans, Bildhauer, geb. 2. Oct. 1817 in Eisentratten (Kämthen), f 24. April 
1868 in Budapest, schnitzte in seiner Jugend allerlei Heiligenbilder, die es ihm möglich 
machten, nach Wien zu gehen, wo er in die Akademie eintrat und Schüler von 
K 1 i e b e r und Kähssmann wurde. 1842 ging er nach München, setzte seine Studien 
unter Schwanthaler fort nnd schuf eine Anzahl von BUdnissstatuetten. Seit 1847 
war er wieder in Wien thätig, besonders in Grabdenkmälern, Bildnissstatuen, trefflichen 
Büsten und Idealgestalten, unter den letzteren die 7 Figuren an der Fa^e des 
Karltheaters, die Statue der Austria und andere allegorische Figuren am Commandanten- 
gebäude des Arsenals, am Bankgebäude nnd die Skulpturen der beiden Brunnen neben 
dem neuen Opemhanse. Unter seinen Bildnissstatuen sind zu nennen die des Generals 
Weiden am Schlossberg in Graz, der Maria Theresia in Wiener-Neustadt, der Kaiserin 
Elisabeth im Elisabe&bahnhof, des Schriftstellers Joseph von Sonnenfels auf der 
Elisabethbrücke, des Generals Hentzi in Budapest, das freilich nicht sehr gelungene 
Denkmal Wielands in Weimar, besonders gelungen die allegorische Figur des Donau- 
weibchens im Stadtpark zu Wien. 

Gasser, Joseph, Bildhauer, geb. 1818 zu WaUhom in Tirol, Bruder des Vorigen, 
schnitzte schon mit 13 Jahren als ^üler seines Vaters, eines Holzschnitzers, Statuen, 
folgte 1839 seinem Bruder Hans nach Wien und wurde hier Schüler von Schaller, 
Klieber und Kähssmann. Sein erstes Werk, eine Statuette Leopolds des 
Glorreichen, brachte ihm 1844 eine Penston für Rom, wo er 1846-^49 eifrig nach 
der Antike studirte. Nach seiner Rückkehr waren sein erstes Werk 6 colossale Statuen 



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aassies — Gatti. 15 

fOr das Portal des Domes in Speier nod mehrere tre£9iche Medaillons. Bald nachher 
die Büsten des Kaisers und der Kaiserin von Mexiko, 3 Statuen fttr das Arsenal in 
Wien, je 6 Statnen fttr die Palftste der Erzherzoge Wilhelm nnd Ludwig Victor, die 
Marmorstatuen der 7 freien Künste im Treppenhans der Neuen Oper, die Statue 
Budolfs IV. auf der Elisahethbrücke, Skulpturen für den Stephansdom, für den Dom 
in Lins und namentlich für die Votiykirche in Wien die Krönung der Maria, die 
Gruppe der Dreieinigkeit, eine Statue des Erlösers und Reliefs an den Portalen der 
West-Fa^e. Neben allen diesen Arbeiten entstanden noch Grabdenkmäler und 
kleinere Skulpturen. Er besitzt das Bitterkreuz des Franz-Joseph-Ordens und ist 
seit 1865 Bath der Wiener Akademie. 

Gassieg, Jean Baptiste, franz. Maler, geb. 1786 in Bordeaux, f 1832 in Paris, 
wo er sich unter Vincent und Lacour bildete und Scenen aus der Bibel und 
aus der Geschichte Frankreichs malte. 

Gassner, Simon, Historien- und Landschaftsmaler, auch Badierer und Aquaünta- 
stecher, geb. 1755 zu Steinberg in Tirol, bildete sich in Salzburg und in München 
und malte später in letzterer Stadt Landschaften in Wasserfarben und Zimmer- 
decorationen. 

Gastsldi, Andrea, ital. Historienmaler, geb. 1819 in Turin, f 1889 das., bildete 
sich in Paris und malte nachher grossartige historische Oompositionen von charakter- 
vollen Gestalten und kräftigem Golorit, z. B. Tod Atalas, Sayonarola, Vertheidigung 
Tortonas gegen Friedrich Barbarossa, eine Episode aus den Kriegen Ludwigs XIV. 
mit Italien, ein Bildniss des Papstes Bonüadus VIII. u. A. 

Gastelger, Matthias, mttnchener Bildhauer, geb. um 1870, Schttler yon Eberle, 
hat sich bekannt gemacht durch eine Artemis, Figuren am Landtagsgebäude, und 
eine Brunnengruppe: Satyrsherme mit nacktem Knaben, die er 1894 der Stadt 
München schenkte. 

Gastlnean, Henry, engl. Aquarellmaler, geb. 1791, f 17. Jan. 1876 in London, 
anfangs Kupferstecher, später Aquarellmaler, stellte seit 1818 seine ffeschmackyoUen 
landschaftlichen Aquarelle aus, die ihn sehr populär machten, obgleicn er kein Maler 
ersten Banges war. 

Gaston-Gultton, s. Gnltton. 

Gatley, Alfred, engl. Bildhauer, geb. 1823 in Cheshire, f 28. Juni 1863 in 
Bom, Schttler von Baily, sandte seit 1841 seine Werke, namentlich Bildnissbttsten, 
auf die Ausstellungen der Akademie. 1862 brachte er das Basrelief Pharao und 
seine Schaar, die Statuen der Nacht und des Echos und einige Löwen. Er starb 
aus Gram ttber den Mangel an Anerkennung seines Talentes. 

Gatta, Bartolomeo della, ital. Maler, geb. um 1408 in Arezzo, f 1491 das., 
wurde in einem Kloster zu Florenz gebildet, malte anfangs Miniaturbilder und 
wandte sich, als er Abt von S. demente daselbst wurde, der grösseren Malerei und 
dem Fresko zu. Von ihm in der Pinakothek zu Arezzo ein Bild des heil. Bochus, im 
dortigen Dom ein von der Kirchenwand abgenommenes Fresko des heil. Hieronymus 
in der Wttste. Später ging er nach Bom, wo er in der Sixtinischen Kapelle und 
1486 nach CastigUone, wo er in einigen Kirchen malte. 

Gatteanx, Jacques tidouard, franz. Bildhauer und Medailleur, geb. 4. Not. 
1788 in Paris, t 2. Febr. 1881 das., Schttler seines Vaters Nicolas Marie G., 
eines Medailleurs nnd des Bildhauers Moitte, erhielt den grossen Preis fttr Bom 
und 1861 das Offizierkreuz der Ehrenlegion. Von ihm eine Bronzestatue der Minerva 
nach dem Urtheil des Paris (im Luxembourg), eine Bronzebttste Michelangelos (im 
Garten des Luxembourg) und eine Marmorstatue der Anna von Beaujeu. Er hinter- 
liess seine Kunstsammlungen, soweit sie nicht beim Brande des Institutsgebäudes 
1871 zu Grunde gegangen waren, und seine Handzeichnungen dem Louyre. Br hatte 
yerschiedene Medaillen und war seit 1846 Mitglied des Instituts. 

GattL Aoaibale, ital. Freskomaler, geb. im Sept 1828 in Forli, lebt in Florenz, 
wo er im Palast Favard Binaldo und Armida mit 2 arabischen Heerftthrern malte; 
femer Moliöre der seine Komödien vorliest (Oelbild), Lafayette und Washington, 
Lionardo da Vind am fiofe des Lodovico Maria Sforza, Goldoni der eine seiner 
Komödien vorliest, Galilei und Milton, der Openikomponist Paösiello und andere 
historische Personen. 

Gatti, Bemardlno, genannt 11 Sojaro, ital. Maler, geb. 1495 inPavia, f 1676 
in Parma, Schttler des Oorreggio, den er in der Zartheit und Abrundung der 
Figuren und im eigenthttmlich sttsslichen Colorit nachahmte. Viele Bilder von ihm 
in Parma, Piacenza und Cremona, z. B. in S. Pietro al P6 zu Oremona die Geburt 



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16 öatti — Oanermann. 

Christi mit St. Petrus als Papst (1567), im Refektorium derselben Kirche die figuren- 
reiche wunderbare Speisung (1552), in S. Sigismondo die Himmelfahrt und die Auf- 
erstehung (1558), Fresken in der Madonna £ Campagna zu Piacenza, in der Haupt- 
kuppel der Madonna della Steccata zu Parma ; auch ein Altarbild der Kreuzigung im 
Dom zu Parma. 

Gatti, OerrasiO) genannt 11 Sojaro, ital. Maler, Neffe und SchfÜer des Vorigen, 
arbeitete in der Kunstweise seines Lehrers und des Gorreggio, z. B. in dem Bilde 
des heil. Sebastian (1578) und des Martyriums der heil. Agata (1608) in deren Kirche 
zu Cremona. 

Gattl, OllTlero, ital. Maler und Kupferstecher, geb. in Piacenza, Schiller des 
Ag. Carracci und des Valesio, thätig in Bologna während der 1. Hälfte des 
17. Jahrb., malte gut componirte, aber nicht immer richtig gezeichnete Bilder. Unter 
seinen Stichen in Linienmanier sind bedeutend: St. Hieronymus nach Ann. Carracci 
(1602), Maria das Kind umarmend nach Garbieri (1625), Der Engel tröstet Hagar in 
der Wttste, die Heil. Familie mit 2 Engeln und St. Rochus auf den Knieen vor 
seiner Hütte. 

Gau, Franz ChristiaB. Architekt, geb. 15. Juni 1790 in Köln, f 31.Dec.l853 
in Paris, trieb zunächst gelehrte Studien und ging dann 1812 nach Paris, wo er 
sich unter Debret und Lebas der Architektur widmete. 1814 ging er nach Italien 
und durchforschte die Ruinen von Pompeji, so dass er später zu Mazois Werk „Les 
ruines de Pompeji^ (1838) den Schlussband liefern konnte. 1818 und 1820 bereiste er 
Palästina, Aegypten und Nubien und liess das Prachtwerk „Antiquitös de la Nubie" 
(1824, deutsch 1821—28, 13 Hefte mit Text von Niebuhr) erscheinen, das ihm einen 
bedeutenden Namen machte und wofür ihm 1825 das Kreuz der Ehrenlegion ver- 
liehen wurde. Von 1824—48 war er Direktor der Architekturschule in Paris. Seine 
Bauwerke sind in Paris die Restauration der kleinen Kirche St. Julien le Pauvre und 
des Presbyteriums der benachbarten Kirche St. S^yerin, der Bau der Barriere de 
V Enfer und als sein hervorragendstes Hauptwerk die nach seinem Entwürfe erbaute, 
nach seinem Tode mit wesentlichen Veränderungen vollendete Kirche Ste. Clotilde 
modem-gothischen Stils (1846—57). 

Ganbert, s. Gobert. 

Gancher, Charles Etlenne, franz. Kupferstecher, geb. 1740 in Paris, f 1804, 
Schüler von B a s an und Lebas, stach in kleinem Format nach eigenen Zeichnungen 
Bildnisse bekannter Personen und ein grösseres Blatt mit 2 tanzenden Nymphen 
nach V. d. Werff. Mehr leistete er als Kunstschriftsteller, z. B. im „Essai sur Torigine 
et les avantages de la gravure' (1798) und „Essai sur Pobservation du costume 
national relativement aux arts** (1798). 

Gancherel, L^on, franz. Radierer und Maler, geb. 20. Mai 1816 in Paris, 
t 7. Jan. 1886, war anfangs Schüler von Viollet-le-Duc, mit dem er Italien und 
Sizilien bereiste. Zunächst zeichnete und stach er kirchliche Skulpturen, z. B. den 
prachtvollen Reliquienschrein des heil. Eleutherius in Toumai, seit 1844 auch zahl- 
reiche landschaftliche und architektonische Blätter für Kunstzeitschriften und nach 
Künstlern der verschiedensten Richtung, z. B. nach Meissonier, Dupr6, Diaz, Hobbema 
und Turner. Unter seinen Aquarellen von grosser Naturwiüirheit werden genannt: 
Wohnhaus des Tintoretto in Venedig, Ansicht der Stadt Salutes, Abend in Arromanches 
(D^p. Calvados), Ufer des Adour bei Sonnenuntergang (1875) u. A. Er erhielt ver- 
schiedene Medaillen und wurde 1864 Ritter der Ehrenlegion. 

Gandln, el F. Lids Pascnal, ital. Maler, geb. 1556 in Villafranca bei Nizza, 
t 1621, lebte bis 1594 als Geistlicher in Sardinien. Als Maler biblischer Scenen und 
Personen von trefflicher Zeichnung und Färbung war er in Grenoble und in mehreren 
Städten Spaniens thätig. 

Gauermann, Friedrich, Landschafts- und Thiermaler, geb. 20. Sept. 1807 in 
Miesenbach (Niederösterreich), f 7. Juli 1862 in Wien, Sohn und Schüler des 
Jakob G., studirte mehr nach der Natur auf seinen vielen Reisen in den Gebirgen 
von Steiermark, Sahsburg und Tirol. Seine mit Menschen- und Thierfiguren staffirten, 
zahlreichen Landschaften bilden stets ein malerisches Ganzes von grosser Natur- 
wahrheit und vollendeter Durchführung. Zu den schönsten gehören die 4 im Hof- 
museum zu Wien: Ein Bauembursche und ein Mädchen rasten auf dem Felde (1829), 
Pflügender Ackersmann (1834), Einschiffung bei der Heimkehr von der Alpe (1834), 
und Schmiede (1841), in der Nationalgalerie zu Berlin Brunnen in Tirol (1862) und 
Dorfschmiede im Salzburgischen (1853), Andere in den Museen zu Leipzig und Hannover, 
im Besitz des österreichischen Kaisers, in den Galerien Arthaba und Liechtenstein, 



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Gaaermaan — Gänse. 17 

beim Baron Bothschild and in sonstigeni Privatbesitz. Viele derselben wurden durch 
Chromolithographie yeryielf&ltigt. Er lieferte auch 23 trefflich radierte Thierbilder 
eigener Composition, sowie 3 Steindrucke. 1886 wurde er Mitglied der Wiener 
Akademie; 1847 erhielt er den luxemburgischen Orden der Eichenkrone. 

Oauermann. Jakob, Landschafts- und Genremaler, geb. 1773 in Oeffingen bei 
Cannstatt, f 27. Milrz 1843 in Miesenbach, Vater des Vorigen, war anfangs Stein- 
hauer, besuchte dann die Karlsschule in Stuttgart und trat 1798 in die Akademie 
zu Wien. 1802 bereiste er Tirol, 1811 Steiermark und wurde 1818 Kammermaler 
des Erzherzogs Johann, ftlr den er zahlreiche Ansichten aus Steiermark malte. Unter 
seinen Bildern nennen wir eine obersteirische Eöhlerfamilie, eine Landschaft mit 
Hermann und Dorothea und einen schwäbischen Bauemtanz (Aquarell). Man hat von 
ihm auch eine grosse Zahl landschaftlicher Radierungen. 

Ganlller} Louis, franz. Historienmaler, geb. 1761 in La Bochelle, f SO. Oct. 
1801 in Florenz, Schüler, von Hngn es Taraval, trug 1784 fOr sein Bild Das 
GananiUsche Weib den grossen Preis davon. Seine beiden Hauptbilder sind im Louvre 
Cornelia die Mutter der Gracchen (1792) und 3 junge Mftnner erscheinen dem 
Abraham und verheissen ihm dass Sarah einen Sohn gebären werde (1793). Andere 
Bilder von ihm sind: Jakob und die Töchter Labans (1786), Kleopatra (1788) und 
Hephttstion (1789). 

Gaugaltt, Thomaa, franz. Kupferstecher in Punktirmanier, geb. 1748 in Abbevüle, 
t um 1805 in London, wohin er schon in jungen Jahren kam und Schüler von 
Houston wurde. Zu seinen besten Blättern gehören: die Bildnisse der im Schiff- 
bruch des Centaur geretteten Mannschaft und Tod des Prinzen Leopold von 
Braunschweig, beide nach Northcote, Maria Stuart empfängt ihr Todesurtheil nach 
Stothard, Letzt« Zusammenkunft Karls I. mit seinen Kindern nach Benazech, und 
andere Stiche nach Bamay, Mllboume, Reynolds und NoUekens. 

Gaul, Franz, Medailleur, geb. 27. Juni 1802, f 1874 in Wien, machte sich 1842 
bekannt durch eine Medaille auf Fanny Elsler, und eine solche mit Hagar in der Wüste. 

Gaul, GoBtav, Bildnissmaler, geb. 6. Febr. 1836 in Wien, f 7. Sept. 1888 in 
Hinterbrtthl bei Mödling, war 4 Jahre lang Schüler der Akademie in Wien unter 
Bahl, bereiste Deutschland, Holland, Frankreich und Italien, studirte die Bilder von 
Rubens, Rembrandt und der Venezianer und bildete sich danach zu einem tüchtigen 
Coloristen in seinem Fache. Viele seiner Bildnisse sind aus den Kreisen der Schau- 
spieler und Musiker. Audi als Monumentalmaler that er sieh hervor und malte die 
Deckenbilder im Tanzsaal des Palais Todesco in Wien, sowie die Temperabilder in 
der Villa Wanda bei Gmunden (1871). Im Museum zu Köln von ihm das Büd 
Francesca da Rimini neben Paolo sitzend während Lanzelot mit gezücktem Schwert 
hereinstürzt (1860). 

Gaulli, Giovanni Battista, genannt 11 Bacicclo. ital. Maler, geb. 1689 in 
Genua, t 1709, war dort Schüler von Borzone, kam aber schon früh nach Rom, wo 
er sich mit reicher Erfindungsgabe und fast zu grosser Handfertigkeit ganz nach 
der Weise Bemims richtete. Eines seiner Hauptwerke sind die meisterhaften 
Barockmalereien an der Decke der Kirche 11 Gesü in Rom, darstellend den Triumph 
des Namens Jesu. 

Ganltler (Galter), Leonhard, Kupferstecher, geb. um 1661 in Mainz, f um 
1630 in Paris, wahrscheinlich Schüler von Delaune. Seine besten bekannten Blätter 
sind : Die heil. Familie nach Andrea del Sarto, Das jüngste Gericht nach Michelangelo, 
Die Schmiede der Cyclopen nach Jean Cousin (1681), Die Krönung der Königin 
Maria von Medids (1610), Die Ermordung Heinrichs IV., König Heinrich HE. zu 
Pferde, Heinrich IV. eine Hydra zu Boden streckend, 6 Mitglieder der Familie Harcourt 
und viele andere Bildnisse. 

Ganltier, Pierre, Kupferstecher des 18. Jahrb., f nach 1762, liess sich in 
Neapel nieder, wo er viel nach Solimena stach, z. B. die Geschichte der Bathseba, 
einen £cce homo, Kampf der Centauren, Sieg Alexanders d. Gr. über Darius. 

Ganpp, GoBtav, Historien- u. Bildnissmaler, geb. 19. Sept. 1844 in Markgröningen 
(Württemberg), anfangs Lithograph, kam 1870 auf die Akademie in München und 
1873 in das Atelier Pilotys, dessen Colorit er nachahmte. Mit Glück debütirte 
er 1876 mit der Brandschatzung eines Klosters durch Landsknechte. Er malte auch 
treffliche Bildnisse, z. B. das des Hofmalers Riedmüller. Später ging er zum Studium 
der alten Meister auch nach Italien. 

Gmose, Wlllielm, Genremaler, geb. 27. MKrz 1854 in Krefeld, Schüler der 
Akademie in Düsseldorf, liess sich in Wtthring bei Wien nieder. Bekannt wurden 



18 Gautherin — Gavami. 

Ton ihm die Gonachebilder : Ein bulgarischer Abgeordneter yor seinen Wählern, and 
Wettrennen in der Frendenan. 

Oantherin, Jean« franz. Bildhauer, geb. 1847, f 21. Juli 1890, wurde 1878 
anf der Aosstellnng bekannt durch seine meisterhafte Gruppe der Vertreibung von 
Adam und Eva aus dem Paradiese. 

Gaatherot, Olande, franz. Historienmaler, geb. 1766 in Paris, f 1826, Schiller 
von David, malte mit Vorliebe und in einem hohen Grade von Vollkommenheit 
pathetische Scenen, z. B. Atiüa die von ihrem Geliebten zur Ruhestätte getragen 
wird, Pyramus und Thisbe, Napoleon hält auf der Lechbrttcke bei Augsburg eine 
Anrede an seine Truppen (Histor. Museum in Versailles). 

GautMer, Charles, f^anz. Bildhauer, geb. 7. Dec. 1831 in Chauvirey le Ghätel 
(Haute Saöne), f 8. Jan. 1891 zu Paris, Schiller von Jouffroy in Paris, arbeitete 
vorzugsweise in idealen Bildwerken, unter denen wir nur hervorheben : Hagar in der 
Wüste, St. Matthäus (1866), eine Statue der Andromeda (1876), der Triumph Frankreichs 
(1876, als Marmorstatue), eine Statue für das Foyer der Neuen Oper in Paris und 
4 Knabenfiguren für die Fontaine auf dem Platz des Theatre fran^ais. Er errang 
sich verschiedene Medaillen und wurde 1872 Bitter der Ehrenlegion. 

Gautler, Jean, franz. Mezzotintostecher der Gegenwart, lebt in Paris, stach 
Die Trennung der Apostel nach Gleyre, Die wunderbare Speisung nach Dubufe, 
Bonaparte den St. Bernhard überschreitend nach P. Delaroche, nach Bobert Die 
Schnitter in den Pontinischen Sümpfen und Die Bückkehr vom Fest der Madonna 
deir Arco (beide im Louvre). 

Gautier d'Agoty. Edouard, franz. Kupferstecher, geb. 1746 in Paris, f 1783 
in Florenz (?), zweiter Sohn und Schüler des Jacques Fabien G., war, wie dieser, 
besonders Kupferstecher in Farbendruck. Jedoch gelangen auch ihm seine Arbeiten 
nicht besonders, so dass er enttäuscht, besonders aber von der Theilnahmslosigkeit 
seines Vaterlandes entmuthigt, sich nach Italien zurückzog. Hier scheint er mindestens 
einen Schüler gehabt zu haben, denn eine Beihe seltener mit „Lasinio^ bezeichneter 
Blätter sind ganz in seiner Manier gehalten. Er stach Bathseba im Bade nach Le 
Moine, die Miäonna della Sedia nach Baffael, Die Ruhe in Aegypten nach Oorreggio, 
Der sterbende Franciscus von Assisi nach van Dyek, Venus im Meere stehend nach 
Tizian, M^* du Barry und ein lebensgrosses Bildniss der Marie Antoinette. 

Gautier d'Agoty, Jacques Fabien, Maler, Kupferstecher in Farben, Anatom 
und Schriftsteller, geb. gegen 1717 in Marseille, f 1786 in Paris, wohin er 1787 kam. 
Er hatte ein selbständiges System des Farbendrucks erfhnden; da aber Leblond das 
Privileg hatte, verband er sich zuerst mit ihm, blieb aber nur sechs Wochen Im 
Jahre 1738 mit Leblond zusammen. Nach dessen Tod (1741) veröffentlichte er sein 
eigenes Verfahren (das auf einem Vierfarbendruck beruhte, indem er zu den Leblondschen 
noch die schwarze Platte zuzog) in „Lettre snr le nonvel art . . .^ 1749. Zu dieser 
Zeit hatte er schon mehrere Gemälde vervielfältigt und war eben mit den 46 Platten 
eines anatomischen Werks beschäftigt. 1770 fing er die „Giüerie Fran^aise^ mit 
seinem Sohne an, eine Bildnissfolge, von der nur zwei Lieferungen erschienen. Er 
starb 1786, wie man sagt, aus Gram darüber, dass die Akademie zu D^on, in Folge 
von Streitigkeiten, ihn aus der Mitgliederliste strich. 

Gavairnitt, Leonardo, ital. ffistorienmaler, geb. 1809 in Venedig, war dort 
Schüler von Politi, bildete sich nach den grossen Meistern der dortigen Schule, 
und malte trefflich gruppirte, glänzend colorirto historische Bilder. Solche sind z. B. 
Die Erscheinung des Herrn vor Abraham (im Mechitaristenkloster zu Venedig), Der 
heil. Antonius von Padua (in S. Giacomö di Bialto das.), andere in der Akademie von 
Venedig und in Privatbesitz. 

Gavagnin, Napoleone, ital. Historienmaler, geb. 1840 in Venedig, Schüler der 
dortigen Akademie. Bekannt wurden von ihm die Bilder: Scene aus dem Leben 
des Marco Visconti, Niccolö de' Lapi weiht während der Beerdigung seines ersten 
Sohnes den zweiten Sohn dem Vaterlande, Ariost liest dem Tizian seinen Orlando 
fnrioso vor, femer auch einige Genrebilder. 

Gavagnin, Natale, ital. Maler, geb. 1861 in Venedig, besuchte die dortige 
Akademie und widmete sich vorzugsweise der Landschaft aus Venedig und deren 
Umgegend, malte aber auch 1878 ein grosses Bild von dem Einzüge des Kaisers 
Franz Joseph und Victor Bmanuels in Venedig. 

Gavarni, Paul, eigentlich GniUanme Snlpioe Chevalier, franz. Zeichner und 
niustrator, geb. 13. Jan. 1801 in Paris, f 23. Nov. 1866 in Auteuil, war anfangs 
Mechaniker, begann seine öffentliche Thätigkeit 1828 in Paris für einen Bilderhändler 



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Gavami — Garin; 19 

unter dem Namen G. von einem Dorf in den Pyrenften, aas dem er seine ersten 
Zeichnungen datirte. Als Leiter des ModeionrnaLB „Les gens da monde^ brachte er 
eine Beilä yon Lithographien, die das leicWertige, tolle Leben der Pariser Jagend 
behandelten. Noch glänzenderen Erfolg hatte er seit 1837 mit seinen Zeichnangen 
für den „Chariyari' and mit der „lUastration'', worin er neben noyellistischen and 
kom(Wenartigen Scenen aach dflstere Zttge aas dem Leben der Menschen, Katastrophen 
and tragische Gonflicte darstellte, die er mit den pikantesten Legenden and Er- 
kl&rangen versah. Dieselbe Thätigkeit setzte er seit 1847 einige Jahre in London 
für die „ülostrated London News^ and fttr das Joamal „Gavarni in London** fort, 
wo er infolge der Schilderangen des Elendes in den anteren Schichten der Beyölkerang 
seine gate Laane verlor, die er später aach in Frankreich nicht wieder fand. Aber er 
blieb ein scharf beobachtender Sittenmaler, der stets die Grenzlinie zwischen Carricatar 
and ernster Sittenschilderung einzahalten wosste. Seine sämmtlichen Zeichnangen 
würden ttber SO Folianten fallen. Sine Aaswahl derselben mit Text von Jales Janin, 
Gaaüer, Balzac a A. erschien anter dem Titel „Oeuvres choisies de G.^ (1845—48, 
4 Bde.), eine andere Sammlang als „Perles et parures por G.^ (1850, 2 Bde.). — Seine 
Biogr. von Goncourt (1878). 

C^avaml, Pierre, franz. Aquarellmaler der Gegenwart, geb. in Auteuil, Sohn 
und Schüler des Vorigen, schilderte in ähnlicher Weise wie sein Vater das moderne 
Leben der Franzosen, ist aber als Maler in seinen Aquarellen etwas schwerfällig 
and eintönig. 

Gavasetti, Gamlllo, ital. Maler, geb. in Modena, f jung 1628, Schüler seines 
Vaters Stefano G., eines Miniatarmalers, bildete sich nach den Carracci. Von ihm 
in Piacenza Fresken aus der Apokalypse an der Decke des Chors von S. Antonio, 
und Fresken in der Madonna di Campagna. 

Oavin, Robert, engl. Maler, geb. 1827, f 5. Oct. 1883 in London, seit 1864 
Genosse der schottischen Akademie, wo er viele Jahre lang seine Landschaften aus- 
stellte, die viel Beifall fanden. 

Öawen, Joseph, engl. Bildhauer der Gegenwart, Schüler von B ebnes und 
Schüler und Gehilfe von Foley, machte sich bekannt durch eine Statue des Guten 
Hirten an der Aussenseite der fUr die Taubstummen erbauten St. Saviourskirche in 
der Oxford-Street in London. Er ist taubstumm. 

Gay, Edward, engl. Landschaftsmaler, geb. 1837 in Lrland, bildete sich zunächst 
in Albany unter dem Einflnss von James Hart und von Boughton, debatirte 1860 
mit einer Landschaft, lebte dann von 1862—67 in Karlsruhe als Schüler von 
Schirmer und Lessing. Dann Hess er sich in New-Tork nieder. Unter seinen 
Landschaften, grossentheUs AquareUen, werden genannt: Ein später Nachmittag. 
(1870), J)ie Schnitter (1875), Eine ruhige Stunde (1876), Nebeliger Morgen am See, 
FrtthUngsmorgen (1877) u. A. 

Gay, Walter, amerikan. Maler der Gegenwart, Neffe des William Allan G., 
begann seine Thätigkeit in Boston als Blumenmaler, bildete sich seit 1876 in Paris 
unter Bon na t weiter und stellte seitdem seine Landschaften und Genrebilder in 
Philadelphia aus. 

Gay, William Allan, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 19. Aug. 1821 in 
Massachusetts, Schüler von Troyon in Paris, lebte eine Zeitlang in Frankreich und 
Italien und liess sich in Boston nieder, wo er seit 1877 zahlreiche einfache, natnr- 
wahre Landschaften aus Amerika, Frankreich, Holland, Italien und Aegypten aus- 
steUte. 

Gayrard, Raymond, franz. Bildhauer und Medailleur, geb. 1771 in Bodez 
(Döp. A^eyron), f 5. Mai 1858 in Paris, Schüler von Boizot und Taunay, machte 
sich bekannt durch seine Statue des Marschalls Soult fttr den Scblosshof in Versailles 
(1841), schuf auch mehrere Reliefs fttr den Gerichtshof seiner Vaterstadt und sonstige 
allegorische Bildwerke. 1853 wurde er Bitter der Ehrenlegion. 

Gaywood, Robert, engl. Kupferstecher, geb. um 1632, f um 1711, Schüler 
von W. Hollar, stach viele Bildnisse und einige Thierbilder. Zu den besten seiner 
seltenen Blätter gehören eine liegende Venus nach Tizian, nach van Dyck die 
Bildnisse der Margaretha Lernen, der Elisabeth Harvey und der Gattin van Dycks, 
6 Blätter Vügel nach Barlow, Löwen und Leoparden nach Bubens und mehrere 
Bildnisse. 

Gasin, Paoe, itaL Bildhauer aus Genua, schuf in reichem Renaissancestil das 
Grabmal der Catarina de Ribera fttr die Karthause von Sevilla, jetzt in der dortigen 
Universitätskirche. 



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20 Öebauer — Gebier. 

€^ebaner, Christian David, Thiermaler und Radierer, geb. 14. Oct. 1777 in 
Neusalz (Beg.-Bez. Liegnitz), f 15. Sept. 1831 in Aarhus, bildete sicli auf der 
Alcademie in Kopenhagen, war seit 1800 Schüler von Lorentzen, malte Land- 
schaften und Thiere und ging 1813 nach Dresden, wo er auch militärische Bilder 
und Scenen aus dem Kosackenleben malte und 1815 Mitglied der Akademie wurde. 
Mehrere seiner Bilder von Pferden und Hunden in der Galerie zu Kopenhagen. 
Auch seine Radierungen nach eigenen Compositionen sind Landschaften und Thierstttcke. 

Gebhard, Wolf Magnus, Landschaftsmaler und Radierer, thätig von 1720—50 
in Nürnberg. Man kennt von ihm das Blatt Die Opferung der Iphigenia, eine Folge 
von 7 Blättern grosser und von 8 Blättern kleiner Landschaften. 

Gebhardt, Friedr. Wilhelm, Landschaftsmaler, geb. 30. Nov. 1827 in Meissen, 
iSchüler der Akademie in Dresden und Atelierschüler Ludwig Richters, seit 
1874 Zeichenlehrer am Gymnasium zu Neustadt-Dresden. Von ihm wurden bekannt 
die Bilder Das Marienfest bei Karlsbad und Bin Schlossherr empfängt in seinem 
Saal drei Abgesandte die eine Botschaft bringen. 

Gebhardt, Karl, Historienmaler, geb. 1860 in München, zeigte ein frühreifes 
Kunsttalent, wurde 1876 Schüler der dortigen Akademie unter Löfftz und nachher 
unter Lindenschmit. Er malte grossartige Scenen der antiken Poesie : Hero und 
Leander (1879, Kunsthalle in Hamburg), Loki und Sigyn (1880), Die Werbung des 
Sängers (1882), dann nach einer Reise in Italien das grosse Bild Virginia (1883), 
und Eva vor der Leiche Abels (1883). 

Gebhardt, Karl Franz Eduard von, Historienmaler, geb. i.lld. Juni 1838 zu 
St. Johann (Esthland), widmete sich 1855—57 der Malerei auf aer Akademie in 
St. Petersburg, besuchte ein JaJir die Kunstschule in Karlsruhe und liess sich 1860 in 
Düsseldorf nieder, wo er sich unter Wilh. Sohn noch weiter bildete, machte auch 
Studienreisen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien. 1878 wurde 
er Professor an der Akademie in Düsseldorf. In seinem Fach der religiösen Historie 
schildert er die biblischen Begebenheiten nicht nach dem alten Typus der idealen 
Heiligenmalerei, sondern vom Standpunkt des positiven Glaubens in Uurer historischen 
Wirklichkeit, so wie sie sich etwa zu Luthers Zeit zugetragen haben könnten. Das 
Künstlerische seiner Malerei besteht in der reizvollen Gegenüberstellung seiner 
Technik, Composition und seines Oolorit, die sich an das Jahrhundert eines Dürer anlehnen, 
zu der Auffassung und Psychologie seiner Gesichter, die Eigenthum des 19. Jahrhunderts 
sind. Nach seinen ersten Bildern von 1863, dem Einzug in Jerusalem und Christus 
und der reiche Jüngling (Galerie in Düsseldorf) folgten 1864 Die Auf er weckung der 
Tochter des Jairus, 1866 der sehr naturwahre Christus am Kreuz (Dom in Reval), 
Die Verurtheilung Christi und Ein Gespräch aus der Reformationszeit (1868). Noch 
grösseres Aufsehen machte 1870 durch die Schlichtheit, mit der die äusseren Mittel 
angewandt sind um den inneren Gehalt hervorzuheben Das Abendmahl (Nat.-^al. 
in Berlin). Dann folgten noch als bedeutende Werke: Die Kreuzigung (Kunsthalle 
in Hamburg), Christus unt«r den Jüngern zu Emmaus (1876), Der Reformator bei 
der Arbeit (1877, Museum in Leipzig), Eine altdeutsche Hausfrau (1878)^ Die Himmel- 
fahrt Christi (1881, Nat.-Gal. in Berlin), Christus und Petrus auf dem Meere wandelnd 
(Kirche in Ziegenhals), Die Pflege des heil. Leichnams (1883, Museum in Dresden), 
Jakob ringt mit dem Engel (ebendas.), Ars longa, vita brevis (1882); ausserdem die 
Cartons zu Wandgemälden im Kloster Loccum. Den Akademien von München und 
Berlin gehört er als Mitglied an. 

Gebhardt, Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 20. Juli 1830 in München, besuchte 
nur kurze Zeit die dortige Akademie und machte auf seinen Reisen am Bodensee, 
im südlichen Bayern und in Oberitalien gründliche Studien. Seine Bilder sind daher 
grossentheils diesen Gegenden entnommen: Ammerland am Stamberger See, 
St. Bartholomäi am Königssee, Am Bodensee, Leutstetten mit dem Starnberger See, 
Das obere Isarthal mit dem Kurwändel, Partie aus dem Zillerthal bei Gunzling u. A. 

Gebhardt, Max, Maler landschaftlicher Aquarelle, geb. 18. Sept. 1861 in 
Dresden, Sohn des Friedr. Wilh. G., Schüler der dortigen Akademie unter Mohn. 
Er brachte auf die Aquarellausstellnngen in Dresden die Bilder Waldeinsamkeit, 
Gasse in Meissen u. A. 

Gebier, Friedrich Otto, Thiermaler, geb. 18. Sept. 1838 in Dresden, Sehftler 
der dortigen Akademie und später in München unter Piloty. Seine Thier-, ins- 
besondere seine Schafbilder zeigen gründliches Studium und viel Humor für die Be- 
ziehungen, sowohl der Thiere unter sich als zu den Menschen, z. B. Widerspenstige 
Schafe, Bescheidene Anfrage, Gestörter Hausf^iede (1868), Kunstkritiker im Stalle 



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Gechter — Geefs. 21 

(1873, Nat.-Gal. in Berlin), Zwei Wilderer (1879) and Siebenschläfer (1884, im 
Mnsenm zn Dresden), Beinekes Ende (1883, Nene Pinakothek in München), Heim- 
kehrende Schafe vor dem Gewitter, Schlüpferiger Weg, Der erschreckte Wächter und 
Andere. 1875 ward er durch die kl. fi:oldene Medaille in Berlin aasgezeichnet. 

Gechter, Jean Frani^is Theodore, franz. Bildhauer and Erzgiesser, geb. 
1795, t 10. Dec. 1845 in Paris, Schüler von Bosio, schof besonders zierliche Bronze- 
gruppen z. B. den Tod Tancreds, Karl Martell im Kampf gegen Abderrahman, Joanne 
d'Arc im Kampf gegen einen Bitter, eine sterbende Amazone, aoph das Belief der 
Schlacht bei AnsterUtz an der Südseite des Triumphbogens de TEtoile in Paris. Er 
war Bitter der Ehrenlegion. 

GeddeSy Andrew, engl. Maler und Badierer, geb. um 1789 in Edinburg, 
t 5. Mai 1844 in London, studirte aof der Universität seiner Vaterstadt, arbeitete 
bei seinem Vater, einem Advokaten, widmete sich nach dessen Tode der Kunst und 
bezog 1807 die Akademie in London, kehrte aber nach einigen Jahren nach Edinburg 
zurück und stellte 1810 sein erstes Bild Die Bretspieler aus, dem dann einige Bildnisse 
folgten. 1814 ging er wieder nach London, besuchte 1815 Paris, und malte 1821 
sein Bild der Entdeckung der schottischen Begalia mit zahlreichen Bildnissen, das 
ihn besonders bekannt machte. 1828 ging er nach Bom, malte auch dort Bildnisse, 
kehrte 1831 nach London zurück, wurde Genosse der Akademie und malte für die 
Kirche St. James Garlick-Hill Christus und die Samariterin. 1839 bereiste er Holland. 
Seine besten Bilder waren seine kleinen Bildnisse. Zu einer Zeit da fast Niemand für 
die Badiernng ein Verständnlss besass, zeigt sich in G. neben Wilkie ein hervorragender 
Meister dieser Kunst. Unter seinen 40 Platten befinden sich einige, wie das Bildniss 
seiner Mutter, eine Landschaft, die nicht nur relativ, sondern auch absolut zu schätzen 
sind und neben dem Besten was die Badierkunst hervorgebracht hat, sich zeigen können. 
Ein Theil seiner Arbeiten sind treffliche Wiedergaben von Bubens, van Dyck, Jordaens 
tt. s. w. Seine Blätter sind selten, in Folge dessen ist er zu den unbekannten und 
unterschätzten Meistern zu rec)men. 

Gedon^ Lorenz, Baumeister und Bildhauer, geb. 24. Nov. 1844 in München, 
t 27. Dec. 1883 das., bildete sich in der dortigen May r sehen Kunstanstalt. Seine 
baulichen Hauptwerke sind das dortige Palais des Grafen von Schack (1872—74) 
mit einer nach malerischen und plastischen Prinzipien .entworfenen Fa^e in aus- 
geprägtem Barockstil, der Umbau des Hotel Bellevue und namentlich das im Barock- 
stil erbaute Heyische Haus in Worms. Sehr verdient machte er sich 1876 um die 
Decoraüon der Bäume für die Kunstgewerbeausstellung in München, 1878 um das 
Arrangement der deutschen Kunstwerke auf der Pariser Weltausstellung, das ihm 
die Bitterwürde der Ehrenlegion eintrug und in gleicher Weise um die internationale 
Kunstausstellung von 1879. Er war besonders Meister in jeder Art von Decoration. 

Geedts. J. G., belgischer Historienmaler der ersten Hälfte des 19. Jahrb., war 
Direktor und Professor an der Akademie in Löwen. Von ihm in der dortigen St. 
Jacobskirche das Bild Der Bischof von Köln übergibt einem Augustinermönch einen 
Theil der wunderthätigen Hostie. Ausserdem sind bekannt seine Bilder Telemacb 
(1811), Christus zwischen den beiden Schachern (1822), Die 5 Sinne (1830). 

Qeeü^ Alexander, belg. Medailleur der Gegenwart, lebt in Brüssel, schuf als 
seine besten Arbeiten die Medaille zur Erinnerung an die Befreiung der Scheide 
1863, eine gleiche auf die Abschaffung des Octroi mit dem Bildniss des Staatsmannes 
Fröre-Orban und andere MedaiUen. 

Geefl», Aloys, belg. Bildhauer und Maler, geb. 1817 in Antwerpen, t 31 Aug. 
1841 in Paris, wohhi er sich zu seiner weiteren Ausbildung begeben hatte ; er gewann 
bereits in seinem 13. Jahre den Preis für Skulptur an der Akademie in Antwerpen 
und in seinem 17. den in Brüssel, wie er überhaupt in den wenigen Arbeiten seines 
kurzen Lebens ein grosses Talent zeigte. Eines seiner hervorragendsten Werke ist 
eine Statue des sterbenden Epaminondas, auch mehrere Beliefs und Büsten. Unter 
seinen Gemälden wird besonders genannt eine Geisselung Christi. 

Geefe, Charles, belg. Bildhauer der Gegenwart in Brüssel. Von ihm in Löwen 
die treffliche Statue des Sylvaan van de Weyer (f 1874), eines Hauptanstifters des 
belgischen Aufstaades von 1830. 

Geelis, Fanny Isabelle Marie, geb. Corr, Malerin, geb. 1814 in Brüssel, 
t 23. Jan. 1883, seit 1836 Gattin des Bildhauers Willem G., Schülerin vonNavez. 
Zu ihren besten Historien- und Genrebildern, die sich durdi eine Verbindung von 
Milde und Lieblichkeit mit lebensvoller Kraft auszeichnen, gehören : Die Tochter des 
Seemanns (1835), Maria mit dem Kinde, Die Frau des Burgvogts von Crövecoeur 



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22 Geefs — Geeraerts. 

(1836)« Die heil. Cäcilia, Hagar in der Wttste, Ophelia und einige kirchliche Bilder 
Sie wurde durch verschiedene Medaillen ausgezeichnet. 

Geefli, Georges, belgischer Bildhauer, geb. 1850. Von ihm im Museum zu 
Antwerpen die Marmorstatue des am Ufer des Hellespont sterbenden Leander. 

Oeefe, Joseph, belgischer Bildhauer, geb. 23. Dec. 1808 in Antwerpen, f 10. Oct. 
1885 in Brüssel, Bruder und Schfiler von Willem G., besuchte die Ecole des beaux- 
arts in Paris, wo er 1836 fttr das Relief einer Darstellung des Hiob den grossen 
Preis für Bom erhielt. Dann bereiste er Frankreich, Deutschland und Italien und 
wurde 1841 Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. Er schuf sehr ansprechende, 
ideale und allegorische Bildwerke, z. B. Der Tod Abels, Der gefallene Engel (Museum 
in Brüssel), Passionsreliefs in der St. Jacobskirche zu Antwerpen und unter seinen 
Bildnissstatuen die des Anatomen Vesalius (1847, in Brüssel), die des ersten belgischen 
Buchdruckers Thierry Maertens (1856, in Alost) und die Beiterstatue des Königs 
Leopold I. (1868, in Antwerpen). 

Geefli, Willem, belgischer Bildhauer, der bedeutendste dieses Namens, geb. 
10. Sept. 1806 in Antwerpen, f 24. Jan. 1888 in Brüssel, war anfangs B&ckergesell 
bei seinem Vater, bis er in die Akademie seiner Vaterstadt eintrat, wo er 1828 fttr 
eine Statue des Achilles den ersten Preis erhielt. Noch mehr gelobt wurde 1880 sein in 
Paris (wo er sich unter Bamey weiter ausbildete) entstandener junger Hirte der 
Blumen auf ein Grab streut. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Italien kehrte 
er nach Antwerpen zurück, wurde Professor an der Akademie, zog aber schon bald 
nach Brüssel und fand hier ein reiches Arbeitsfeld an allegorischen und idealen 
Bildwerken, wie an Bildnissstatuen. Dahin gehört das freilich nicht sehr gerühmte 
Märtyrer-Denkmal (1838) in Brüssel zum Andenken an die im Jahre 1830 Gefallenen, 
die Statuen des Grafen Belliard (in Brüssel), des Grafen von Marode in der Kirche 
Ste. Gudule, des (Komponisten Gr^try in Lüttich (1842), die Bronzestatue des Rubens 
in Antwerpen (1840), die 4 Statuen an der Eingangshalle des Hospitals zu St. Peter 
in Brüssel, die des Staatsmannes Verhaegen im Vorhof der dortigen polytechnischen 
Schule, die eherne Colossalstatue Leopolds I. Königs der Belgier auf der Congress- 
sftule daselbst, und das Denkmal desselben Königs im Park von Laeken bei Brüssel. 
Anderer Art sind seine Statue der heil. Genoyeva, die holzgeschnitzte Kanzel der 
Kathedrale in Lttttich mit 5 Marmorbüdern, die Statue Karls d. Gr. in der Servatins- 
kirche zu Maestricht und unter seinen rein idealen Bildwerken die reizende Marmor- 
gruppe des verliebten Löwen (Museum in Brüssel). In diesen idealen Werken zeigt 
er feinen Formensinn und tiefes Gefühl für Schönheit, dagegen fehlt es den Bildniss- 
statuen bisweilen an der Verwirklichung realistischer Motive. Er war Mitglied der 
Akademien von Brüssel, Gent, Brügge, Mons und Paris, Offizier des Leopold-Grdens, 
Bitter der Ehrenlegion und des portugiesischen Ordens Notre Dame de la conception 
de Villa Viciosa. 

€^1) Johannes Franziskas van, niederl. Bildhauer, geb. 18. Sept. 1756 in 
Mecheln, f 20. Jan. 1830 in Antwerpen, wurde 1817 Professor an der dortigen 
Akademie und 1818 Bildhauer des Erzbischofs von Mecheln. Zu seinen be^n 
Arbeiten zählt man Boreas und Orithyia (Museum in Antwerpen), die Statuen der 
Heil. Ambrosius und Hieronymus, Die Berufung des Petrus und Andreas zum Apostel- 
amt (Holzgeschnitz an der Kanzel der Andreaskirche in Antwerpen), 3 Statuen 
von Aposteln in der Liebfrauenkirche zu Mecheln und einige mythologische 
Bildwerke. 

Geel, Johannes Ladovicns vi», niederl. Bildhauer, geb. 1787 in Mecheln, 
t 28. Mai 1852 in Brüssel, Sohn und Schüler des Vorigen, bildete sich seit 1809 in 
Paris und seit 1816 in Bom weiter aus und kehrte 1821 in sein Vaterland zurück. 
Werke von ihm sind der colossale eherne Löwe auf dem Schlachtfelde von Waterloo, 
die Statue des Claudius Civilis, die des Prinzen Karl von Lothringen und im Museum 
zu Brüssel ein blasender Hirt. 

Geel) Joost van, holländ. Genre- und Bildnissmaler, geb. 20. Oct. 1631 in 
Rotterdam, f 31. Dec. 1698 das., Nachahmer von Metsu, vielleicht Schüler von 
Ochtervelt, bereiste England, Frankreich und Deutschland. Sein Hauptbild ist 
in der Eremitage zu St. Petersburg Ein Mann und eine Frau welche die Laute spielt. 
Sein Selbstbildniss im Reicbsmuseum zu Amsterdam. 

Geeraerts, Martin Joseph, niederl. Maler, geb. im April 1707 in Antwerpen, 
t 16. Febr. 1791 das., wurde Schüler des Abraham Godyn und zeigte sich be- 
sonders geschickt in der die Skulptur nachahmenden Malerei in Grisaille. 1741 wurde 
er Professor an der Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm im dortigen Mnseum 

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Geerarts — Gegenbaur. 23 

Die schönen Kttnste als Basreliefhachahnmng (1760), eine ähnliche Malerei ini Hof- 
miueam und in der Galerie Liechtenstein zu Wien und im Husemn im Haag. 

Geerarts, Marc d« Ae«, Haler, geb. 1580 in Brügge, f 1600, Schüler von 
Martin de Yos, malte Historienbilder, Bildnisse, Landschaften and Architekturen, 
Gartons für Glasmalereien, Miniaturen fttr Manascripte und wurde in England Hof- 
maler der Königin Blisabeth. Von ihm im Hofmnseum za Wien 2 Bildnisse, in 
Hamptonconrt ein Bildniss der Königin Blisabeth. 

Geerarts, Marc d.J«, Maler, geb. 1661, tl636, Sohn des Vorigen. Von ihm in 
der National Portrait Gallery zu London das Bild einer Gonferenz yon 11 Staatsmännern. 

Geertgen t. St. Jans, holländ. Maler aus dem Bnde des 15. Jahrb., f schon 
im 29. Jahre, Schiller von Guwater. Er ist der Meister des Flttgelaltars im 
Badolflnam zu Prag mit dem Mittelbilde der Anbetung der Könige, auf dem linken 
Flttgel der Stifter mit dem heil. Julian, auf dem rechten Flügel die Stifterin mit dem 
heil. Adrian. Ausserdem von ihm 2 beglaubigte Bilder im Hofmuseum zu Wien: 
eine Kreuzabnahme und die Geschichte des Leichnams und der Gebeine Johannis d. T. 
Andere ihm zugeschriebene Bilder sind unsicheren Ursprungs. 

Oeerts, Karel Hendrik, niederl. Bildhauer in Marmor und in Holz, geb. 
10. Aug. 1807 in Antwerpen, f 16. Juni 1855 in Löwen, Schüler der dortigen 
Akademie unter yan Hool und van der Yen, machte sich zuerst bekannt durch 
eine Statue des Qnentin Massys (Museum in Antwerpen) und einige Jahre später 
durch eine sehr gerühmte Golossalgruppe aus der Sündfluth ; seine Hauptwerke aber 
sind in der dortigen Kathedrale £e holzgeschnitzten Ghorstühle und Bischofsstühle 
mit zahlreichen Statuetten und Gruppen aus dem Leben Ghristi und der helL Jungfrau, 
Arbeiten von meisterhafter Technik. Von seinen übrigen Werken sind zu nennen: 
Bine Büste Baffaels, eine Madonna (Museum in Brüssel), Ghristus die Kinder 
segnend und die Brustbilder in der Rotunde des l^heaters in Antwerpen. 1885 erhielt 
er die Professorswürde an der Akademie zu Löwen, deren Mitglied er gewesen ; auch 
besass er, den Leopolds-Orden und den des niederland. Löwen. 

C^eertz, Julius, Genremaler, geb. 21. April 1837 in Hamburg, anfangs Schüler der 
dortigen Brüder Günther und Martin Gensler, dann Schüler von Descoudres 
in Karlsruhe und seit 1860 von Jordan in Düsseldorf. Br studirte seit 1864 
auch die Meister in Paris und in Holland, bereiste die Bretagne und liess sich in 
Düsseldorf nieder. Seine Bilder Ton kräftigem Colorit schildern oft mit liebens- 
würdigem Humor das Leben der Jugend aus den niederen Ständen, z. B. Mutter- 
freuden, Störende Heimkehr, Die Wacht am Bhein (1870), Der Verbrecher nach der 
Verurtheilung (1872), Cernirt (1870), Kriegsgefangene (1873), Folgen des Schularrestes, 
Der letzte Schmuck, Fliegenfänger, Der Bettelpfennig (1877), Ringkampf eines 
T^derers mit dem Förster, Der Dorfheld (1884). Die meisten dieser Bilder kamen 
in Privatbesitz. 

C^eest, Wybrand d. Ae«, hoU. Maler, geb. 1590 in Leeuwarden, f nach 1659 
daselbst, Schwager von Bembrandt. Von 1611—59 arbeitete er in Paris, wo er 
den Beinamen .Der friesische Adler^ bekam. Neun zum Theil recht gute Bildnisse 
von ihm im Beichsmuseum zu Amsterdam. 

Oeets, Oulllaume, belg. Historienmaler, geb. 20. Jan. 1838 in Mecheln, Schüler 
der dortigen Akademie und der Akademie in Antwerpen unter de Kejser, wurde 
Direktor der Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm im Museum zu Antwerpen Die 
Tenfelsaustreibung der Joanne la foUe. 

Oeffels, FraBZ) Architekt, Maler und Radierer, von Geburt Flamländer, thätig 
von 1666 — 71 am Hof von Mantua. Man kennt von ihm die seltenen 7 Blätter mit 
Architekturen, ein Blatt mit dem Katafalk Karls II., Herzogs von Mantua uud nach 
Bumadno eine theatralische Aufführung am Hof zu Mantua. 

C^egeBbanr, Joseph Anton von, Historienmaler, geb. 1800 in Wangen (im 
Allgäu), t 31. Jan. 1876 in Rom, besuchte von 1815—23 die Akademie in München, 
war Schüler von Robert v. Langer und setzte bis 1826 seine Studien in Rom 
fort, wo er neben seinen Oelbildern eine besondere Vorliebe für das Fresko zeigte, 
zu dessen Ausübung er nach seiner Rückkehr in Stuttgart erwünschte Gelegenheit fand, 
zunächst in der Villa Rosenstein, wo er im Auftrage des Königs von Württemberg die 
Geschichte der Psyche und Aurora und die 4 Jahreszeiten malte, die durch die Schönheit 
der Gestalten und das blühende Colorit so grossen Beifall fanden, dass er nach einem 
abermaligen Aufenthalt in Rom (1829—35) den Auftrag erhielt, eine^Reihe vonJSälen 
des Neuen Residenzschlosses mit^Fresken aus der Württembergischen Geschichte zu 
schmücken, die in der charaktervollen Behandlung ihrer Gestalten, dem dramatischen 



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24 Gegerfelt — Geiger. 

Leben und der Schönheit der Zeichnung das glänzende Hauptwerk seines Lebens worden. 
Sein letztes Werk war das Deckengemälde im weissen Saal desselben ßchlosses 
Apollo anf dem Sonnenwagen von Musen and Grazien umgeben. Unter seinen Oel- 
bildern, meistens älteren Datums, sind zu nennen eine schlafende Venus mit 2 Satyrn, 
eine Leda und ein Altarbild der Madonna mit dem Kinde in der Kirche zu Wangen. 

CFegerfelt, Wilhelm tob^ schwedischer Maler, geb. 9. Nov. 1844 in Gothenburg, 
lebt in Venedig, malte Winterlandschaften Ton poetischer Stimmung und klarem 
Colorit, z. B. Holländische Marine, Sonnenuntergang in Woxholm, Winterlandschaft 
in Schweden, Sommernacht in Venedig, Winterabend in Schweden u. A. 

C^ehrtSy Franz^ Landschaftsmaler, geb. 1860 zu Hamburg, t 5. Oct. 1894 
zu Halle. Seine Landschaften erweisen ihn als einen tttchtigen Techniker und 
denkenden Künstler. Seit einer Reihe von Jahren hat er den illustrirten Zeitschriften 
mit seinen Zeichnungen gute Dienste geleistet. Seine Studienjahre yerbrachte er, 
wie seine Brüder, in Düsseldorf, München und Weimar. Er hat auch mehrere Jahre 
in Amerika yerlebt. 

Gehrts, Johannes, Genre- und Historienmaler, geb. 1854 in Hamburg, Bruder 
des Karl G., bildete sich in Weimar und in Düsseldorf, besuchte Italien und nahm 
seinen Wohnsitz in Düsseldorf. Bekannt wurden von ihm die Bilder : Ein germanischer 
Häuptling vor einem Hünengrabe, Glückliches Menschenleben (Federzeichnung von 
6 BUdern), Beowulf (5 Federzeichnungen), Nordgermanische Küstenwächter, Ludwig 
der Fromme auf der Hirschjagd, Ein Wikinger mit seinem DrachenschÜf, Ein Amoretten- 
paar, Was sich liebt, da« neckt sich (Aquarell). 

C^ehrts. Karl, Genre- und Historienmaler, geb. 11. Mai 1858 in Hamburg, 
Bruder des vorigen, besuchte seit 1871 die Kunstschule in Weimar unter G n s s o w 
und Albert Baur, dem er 1876 nach Düsseldorf folgte, wo er seinen Wohnsitz 
nahm. Unter seinen zahlreichen Arbeiten, zum Theil Cartonzeichnungen und Aquarelle, 
sind zu nennen Die Auferweckung des Lazarus (Garton), Darstellungen ans dem 
Leben der Gnomen und Elfen (1873), Ein orientalischer Händler auf der Wartburg 
(Aquarell), Das Jagdleben der Gnomen (Zeichnungen), Aquarelle zum „Aschenbrödel**, 
zum „Domröschen^, Das Gastmahl des Markgrafen Gero (1881), Tuschzeichnnngen 
zu Julius Wolffs „Tannhäuser^, Einbringung des Seeräubers Claus Stortebeck in 
Hamburg (Aquarell), Petrnccios Hochzeit aus „Der Widerspenstigen Zähmung^, Der 
Weg ins Jenseits, Ein Hochzeitsmärchen, Amor bei Jung und Alt (1894) und viele 
Wandmalereien in Privathäusem. 

Geibel, Casimir, Maler, geb. 12. Jan. 1839 in Kreuznach, Schüler von 
V. Ramberg und P au weis in Weimar, machte sich bekannt durch zahlreiche 
Genre-, Landschafts- und Architektnrbilder der verschiedensten Art : eine Lagerscene 
vor Strassburg, eine Scene nach der Schlacht bei Leipzig, eine Scene aus dem 
Bauernkriege, die Belagerung Strassburgs im J. 1870, Heimkehr von der Weide, der 
Markt in Weimar und viele Andere. Er lebt in Weimar. 

Gelger, Andreas, Kupferstecher in Mezzotinto, geb. 29. Juli 1773 in Wien, 
t 29. Oct. 1856 das., Schüler der dortigen Akademie. Zu seinen besten Stichen 
gehören : Die Grablegung Christi nach v. d. Werff, Dido auf dem Scheiterhaufen und 
Antiochus und sein Arzt Erasistratus beide nach Füger, Venus Amor und ein Satyr 
nach Ann. Carracci, Helena und Paris nach David, die Nymphe nach N. Poussin, 
Narcissus nach Franceschini. 

Geiger, Caspar Angiistln, Maler, geb. 28. Aug. 1847 in Lauingen (Schwaben), 
kam 1867 aiLf die Akademie in München unter Strähuber, später unter Baab 
und Diez. Sein Fach sind historische und mythologische Bilder und Genrestücke. 
1886 stellte er aus den Judaskuss, dem es freilich an Tiefe der Empfindung fehlte, 
später eine Venus und Amor in einem Marmorbade. Dazu die Genrebilder : Lazzaroni 
in einer Schenke, Der Violinspieler, Der Falkner, Verehrung des Dionysos, ndt denen 
er besonderes Lob erntete. Er lebt in München. 

Geiger, Karl Joseph, Historienmaler, geb. 1824 in Wien, Schüler der Akademie 
unter Führ ich, dessen Gehilfe er bei den Fresken in der Kirche St. Johann 
V. Nepomuk war. Später malte er Bilder für den Stephansdom, allegorische Bilder 
in den Palästen des Herzogs von Coburg, des Herzogs Philipp von Württemberg 
(jetzt Hdtel Lnpörial) und des Fürsten v. Kinsky, den Vorhang des Carltheaters und 
betheiligte sich bei den Cartons für die Glasmalereien der Votivkirche. 

Geiger, Nicolaus, Bildhauer, geb. 6. Dec. 1849 in Lauingen (Schwaben), kam 
1866 nach München, wo er mehrere Privatateliers besuchte, auf der Akadenue unter 
Knabl lernte und kirchliche Arbeiten ausführte, die ihm zweimal Preise einbrachten. 



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Geiger — Geist. 25 

1873 liess er sich in Berlin nieder, widmete sich der decorativen Plastik und machte 
dessbalb längere Studienreisen in Italien. Seine besten Arbeiten sind ein Einderfnes 
im Speisesaal des Tiele-Wincklerschen Hauses in Berlin, die Colossalgruppe Heimdal 
und die Eisherier und eine Ostara in demselben Hause und für die Eeichsbank eine 
decoratiye Figur. 

Geiger« Peter Johann Nepomnk, Historienmaler, geb. 11. Jan. 1805 in Wien, 
t 29. Oct. 1880, Schüler der dortigen Akademie und der unter Davids Binfluss 
stehenden Bichtung. Nach einer mit dem Erzherzog Ferdinand Max in den Orient 
gemachten Beise wurde er 1858 Professor an der Akademie. Unter seinen grösseren 
monumentalen Werken sind bedeutend die nicht zur Ausführung gekommenen 
Entwürfe zu den Deckengemälden in der königlichen Burg zu Ofen; später beschränkte er 
sich mehr auf historische Aquarellbilder und auf Kohle- und Kreidezeichnungen, z. B. 
Cartons aus dem Leben Luthers und zu mehreren Dramen von Grillparzer. Er besass 
das Commandeurkreuz des Gregor-Ordens. — Seine Biogr. y. Wiesboeck (1867). 

Geiges, Fritz, Maler auf dem Gebiet der mittelidterlichen Kunst, geb. 1853 
in Freiburg L B., widmete sich 1872-- 74 der Malerei unter Beruh, t. Neherin 
Stuttgart und 1874 — 78 in München, und kehrte dann in seine Vaterstadt zurück, 
wo er in einem Zimmer des Weinhauses „zum Kopf das grosse Oelbild Eintritt des 
Kaisers Maximilian in den Reichstag in Freiburg 1498 malte. Dann restaurirte er mit 
grossem Gillck die romanischen Deckenbilder der Quintinskirche in Mainz, schmückte 
mit Fresken den Dom in Eichstätt, malte 1884 im Bathhaus zu Rott weil und begann 

1886 als sein bestes Werk den BUderschmuck im Chor von St. Martin in Freiburg, 
worin er besonders die Wunderthaten des Kirchenb eiligen schilderte. 

Ctolmaert, Josef, belg. Historien- und Genremaler, geb. 27. Aug. 1790inEecloo 
(Ostflandern), t 20. März 1859 in Gent, in Antwerpen Schüler von Herreyns und in 
Gent Schüler von Paelinck, unter dem er mehrere Preise davontrug. Seine besten 
Genrebilder, grossentheils im Museum zu Gent, sind Die Pfändung, Der Heiraths- 
antrag, Die Kartenspieler u. A. Unter seinen Historienbildern sind' zu erwähnen: 
Gefangennehmung des Grafen Egmont, Albr. Dürer am Grabe Huberts van Eyck 
und eine Scene ans dem Leben der Maria Theresia (1837). Er malte auch treffliche 
Bildnisse. 

Oelss, Moiitz, Begründer der Berliner Zinkguss-Industrie, geb. 7. Sept. 1805 
in Berlin, f 10. Sept. 1875 das. Seine ersten Werke waren die Modellirung und 
der Abguss zahlreicher antiker Statuen des dortigen Museums, der Abguss der 
Amazone von Kiss, das Portal der Werderschen Kirche, die Reliefs an der Neuen 
Wache, das Denkmal zur 400jährigen Jubelfeier der Universität Greifswald (1856), 
die Victoria von Rauch, die Ringer von Molin u. A. 

GeiBselbmiiii, Jeremias, Bildhauer der 1. Hälfte des 17. Jahrb. in Köln, der 
Schöpfer der Statuen der Apostel, des Hochaltars und der Kanzel der dortigen 
Jesuitenkirche. Andere Arbeiten von ihm sind verschollen oder verloren gegangen. 

€(el88ler, Job« Martin Friedrich, Kupferstecher, geb. 1778 in Nürnberg, 
t 9. Jan. 1853 das., Schüler von Guttenberg, bildete sich aber mehr in Paris, 
wo er 1808 — 14 lebte, und sich besonders nach eigenen Zeichnungen landschaft- 
lichen und architektonischen Stichen widmete. Ausser diesen sind seine Hauptblätter 
das Innere der Lorenzkirche in Nürnberg nach Ainmiller, die Seitenthür des Kölnör 
Doms nach Angelo Quaglio, Ansicht von Nürnberg auf der sog. Freinng nach 
Wilder, das Sebaldusdenkmal nach Reindel, Jagdversammlung am Morgen nach 
Jan Both und Weenix, die Heimkehr der Heerde nach Berchem und andere land- 
schaftUche Blätter. 

OelMler, Bidol^ Zeichner und Radierer, geb. 15. Jan. 1884 in Nürnberg, 
Schüler der dortigen Kunstschule unter Reindel und später unter v. Kreling, 
besuchte auch die Akademie in Dresden und liess sich in seiner Vaterstadt nieder. 
Sein Hauptfach sind Radierungen aus der Kinderwelt in leichten, gefälligen Com- 
positionen z. B. Kleine Welt (15 Radierungen) ebenso Glückliche Zeiten, Das Märchen 
vom Brttderlein und Schwesterlein (Aquarelle), Die Alpenfee erscheint einem Gems- 
jäger (Oelgrisaille, 1880). Er errang sich die preussische und bayerische Medaille. 

Gelssler, Wilhelnt, Genremaler und Lithograph, geb. 1848 in Berlin, lebt 
daselbst. Von ihm die Bilder Walpurgisnacht (1886), Unter den Linden am 22. März 

1887 (Geburtstagsgmss an Kaiser Wilhelm I.), Der Strohwittwer, Herrschaft auf 
Reisen, und die Lithographie des Gartons Griechische Jugenderziehung nach OttoKnille. 

Oeist, August CliriBtian, Landschaftsmaler, geb. 15. Oct. 1885 in Wttrzburg, 
t 15. Dec. 1868 in München, seit 1853 einer der besten Schüler Bambergers, 

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26 <>elati — Gelee. 

behandelte in zarter, poetischer Weise namentlich Motive aus dem nördlichen Bayern, 
der fränkischen Schweiz und vom Starnberger See. 1866 besachte er Italien, blieb 
bis znm Frülgahr 1867 in Eom nnd malte auch dort poetisch fein gestimmte italienische 
Landschaften. Zu nennen sind anter seinen Oelbildern: Winterlandschaft aas 
Schäftlarn in Oberbayem, Partie von Earlstadt, Schloss Aschach in Franken, Motiv 
aas der Gegend von Fölling, Ansicht von Wflrzbnrg, Hflgelige Landschaft mit 
Baamgrappe (1856), LandschiUft im Charakter des Rhöngebirges, Deutsche Landschaft 
mit Klosterraine, Idylle ans der fränkischen Schweiz (Mnseam in Wiesbaden), Fest- 
tagsmorgen am Eochelsee (1863), Gewitter in der Campagna, Bronnen bei Ariccia 
(1868) and viele Zeichnangen ähidichen Inhalts. Er hat auch 12 Blätter mit Barg- 
rainen aas Unterfranken radiert. 

Gelati) Lorenzo, ital. Landschaftsmaler, geb. 1884 in Florenz, Schüler von 
Karl Marko. Seine ihn am besten charakterisirenden Bilder sind: Ansicht von 
Massacinccoli, von San Miniato bei Florenz, von Magnone, vom Ponte Yecchio in 
Florenz a. A. 

Gelder, Aert de, hoUänd. Historien- and Bildnissmaler, geb. 26. Oct. 1646 in 
Dordrecht, begr. 28. Aag. 1727 das., anfangs Schaler von van Hoogs traten, seit 
1665 in Amsterdam Schüler and Nach^mer Rembrandts. Eines seiner frühesten 
Bilder von 1667 ist ein jnnger Mann im Pelzkragen in der Galerie Liechtenstein za 
Wien. Sein historisches Haaptbild ist die grosse figarenreiche Aasstellang Christi 
von 1671 im Mnseam za Dresden, sehr ähnlich der der berühmten äidierang 
Rembrandts von 1655. Sichere Bilder von ihm sind in Kopenhagen Ein orientalischer 
Fürst von 1685, im Städehtchen Institat za Frankfart a. M. Der Künstler selber bei 
der Arbeit nach dem Modell einer alten Dame, in der Pinakothek za München die 
sog. Jndenbrant, im Radolfinnm za Prag Vertamnas and Pomona. Zweifelhaft ist 
im Mascam za Berlin die Landschaft mit Boas and Rath. 

Gelder, Nioolaas van, hoUänd. Stilllebenmaler, thätig nach der Mitte des 
17. Jahrh. Von ihm im Radolfinnm za Prag Stillleben von Früchten, im Hof- 
maseam za Wien Todter Hahn and anderes Geflügel. 

Ctoldorp, Georg, Bildnissmaler des 17. Jahrh., geb. in Antwerpen, f nach 1653 
in London, Sohn des Gortzias G., Hess sich frühzeitig in London nieder, wo er 
Gelulfe von Lely wnrde and Bildnisse midte, z. B. die des Earl of Lindsay and des 
Herzogs von Richmond. 

Geldorp, Gortziis, flämischer Bildniss- and Historienmaler, geb. 1553 in Löwen, 
t 1616 (n. A..1618) in Köln, Schüler von Frans Francken in Antwerpen, bildete 
sich mehr nach Frans Poarbas, warde Hofmaler des Herzogs von Terranova, 
mit dem er 1579 nach Köln zog, wo er bis an sein Lebensende Bildnisse, die grosse 
Anerkennnng fanden, aber anch Historienbilder malte. Unter letzteren werden 
genannt Christas am Kreaz sterbend and Die büssende Magdtdena, beide im Mnseam 
za Köln, wo er anch darch 12 Bildnisse vertreten ist. i^dere in der Galerie za 
Angsbarff and im Hofmnseam za Wien. 

Gelöe, Claude, genannt Lorrain, berühmter Landschaftsmaler and Radierer, 
geb. 1600 im Schloss Chamagne an der Mosel (D6p. Vosges), f 23. Nov. 1682 in 
Rom, kam in jnngen Jahren als Pastetenbäcker nach Rom, wo er Diener im Hanse 
des Malers Agostino Tassi wnrde, der ihn 1617 za seinem Schüler machte. Um 1625 
ging er nach Beendignng seiner Lehrzeit in die Heimath, kehrte aber schon 1627 
nach Rom zarück, wo er seinen bleibenden Wohnsitz nahm nnd 1630 — 35 mit 
Sandrart zasammenlebte, mit ihm anch die Umgegend von Rom nnd die römischen 
Gebirge stadirte. Aach mit Nie. Poassin trat er in Verkehr, gelangte bald za hohen 
Ehren nnd lebte im Umgang mit den dortigen berühmtesten Zeitgenossen. — Die 
pathetischen Accente im heroischen Landschaftsstil Ponssins hat G. gemildert and 
einen weichen idealistisch-klassischen Stil geschafifen, der nach harmonischer Rahe 
der. Composition nnd änsserst zart vertriebenem Farbenanftrag strebt. Wo er die 
Natar anmittelbar wiedergibt, malt er sie nicht in ihrem Alltagskleid sondern im 
Sonntagspatz, meistens im Gewand eines angewöhnlichen Sonnen-Aaf- oder -Untergangs. 
Meistens jedoch lehnt er sich nar an die Natar an, and vereinigt verschiedene 
Motive, denen er ein besonderes Gepräge darch antikisirende G^bäade aafdrückt. 
Unter diesen sehr zahlreichen Bildern haben die älteren einen kräftigeren Vortrag 
nnd ein wärmeres Colorit. Fast alle grossen Galerien haben Bilder von ihm, einige 
sehr zahlreich ; sehr vorzügliche im Palast Doria in Rom (die Mühle als eines seiner 
frühsten Bilder nnd die Landschaft mit einem Opfer im ApoUotempel;, 16 treffliche 
Bilder im Loavre, in der Eremitage in St. Petersburg, 10 im Maseam del Prado 



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Gelee — Gemito. 27 

zu Madrid, 11 in der Nationalgalerie zu London, auch in dortigen Privatgalerien, 
2 im Museum zu Dresden aus den Jahren 1647 und 1657, 4 in der IHnakothek zu 
Mtbichen, 4 in der Nationalgalerie zu Budapest, auch im Museum zu Neapel. Da schon 
bei seinen Lebzeiten seine Darstellungsweise von Anderen nachgeahmt wurde, so 
stellte er die Skizzen seiner sämmtlichen Bilder in einem Buche „Liber veritatis^ 
(jetzt im Besitz des Herzogs von Devonshire) zusammen, aus dem 1777 Richard 
Earlom 200 in Stichen herausgab, später noch 100 im Jahre 1819. Ein Band seiner 
Zeichnungen, 222 Blätter, befindet sich im Britischen Museum, Andere auch in der 
Bibliothek zu Epinal und in der Albertina zu Wien. Die künstlerischste Leistung 
G.'s besteht in seinen 42 Radierungen, in denen er ein seltenes Verständniss für die 
Feinheiten der Nadel bekundet. Hier gelingt ihm das Lichtproblem vorzflglich, z. B. 
Dämmeriicht oder das alle feste Formen in ein Glanzmeer auflösende Licht der 
untergehenden Sonne. Diese seltenen Werke sind nur in den ersten Abdrücken zu 
gemessen, wurden aber leider immer wieder bis 100 Jahre nach dem Tode des 
Meisters abgedruckt. — Seine Biogr. von Madame Mark Pattison (1884). 

Ckl^e, Franeois Antoine, firanz. Kupferstecher, geb. 13. Mai 1796 in Paris, 
t 27. Febr. 1860 das., Schüler von Giraudet und von Pauquet. Blätter yon 
ihm sind : Die Kreuzabni^me nach Ribera, Venus Amor und Bacchus nach Garpentier, 
Venus mit der Taube nach Lambert, Daphnis und Chlo6 nach Hersent, Le berger de 
Virgile nach Boisselier, Die göttliche Gerechtigkeit verfolgt das Verbrechen nach 
Prud'hon (im Louvre). 

G^Ubert, Joles Bertrand, franz. Thiermaler, geb. 27. Nov. 1834 in Bagnöres 
de Bigorre (Hautes-Pyrenöes), t 1882, Schüler der Akademie in Toulouse, brachte 
auf die Ausstellungen schätzbare Thier- und Jagdbilder, z. B. Ausgang aus dem 
Hundestall, Das Halali im Walde von Fontainebleau, Rudel Hirsche auf dem Ruhe- 
platz (1874, Kohlezeichnung), Jagdepisode in Schottland, Süsse Ruhe (1878) u. A. 

GeliMen, Maximiüen Lambert, belgischer Landschaftsmaler, geb. 27. Febr. 
1786 in Brüssel, f 19. März 1867, Schüler von Henri vanAssche. Eines seiner 
Hauptbilder war 1820 eine Landschaft von Ruysbroeck (Museum in Gent), das ihm 
die Preismedaille eintrug. 

Gelle, Jobanii, Kupferstecher der 1. Hälfte des 17. Jahrb., thätig in Köln und 
später in den Niederlanden. Er stach nach Augustin Braun 3 Blätter mit der 
Gesdiichte des verlorenen Sohnes und ausserdem einzelne Titelkupfer-Vignetten und 
andere unbedeutende Blätter. 

Ctoll^e, Claude, s« Ctol^e, Olaide. 

Ctellentedt, Albert Theodor, schwedischer Architekt, Maler und Dichter, geb. 
6. Oct 1836 in Westmanland, widmete sich auf der Akademie in Stockholm der Bau- 
kunst, erhielt 1861 eine Medaille, bereiste 1862 und 63 Dänemark, Deutschland, 
Frankreich und 1864 Iti^en und Sizilien. Neben seiner praktischen Thätigkeit als 
Ingenieur war er auch Aquarell- und Oelmaler, gab 1871 eine Sammlung seiner 
GMichte heraus und war als Architekt schriftstellerisch thätig. Er wurde 1864 
Genosse der Stockholmer Akademie. 

Gelll, Odoardo, itai. Maler, geb. 5. Sept. 1852 in Savona, machte seine Studien 
auf der Akademie in Lucca und später unter C i s e r i in Florenz. Eins seiner ersten 
Werke war das treffliche Bild des bethlehemitischen Kindermordes (1873), das in die 
Sammlung des Palazzo pubblico zu Lucca kam. Bald nachher war er genöthigt, sich 
der Lithographie und dem Genre zu widmen. Dahin gehören die Bilder: DieUebnng 
im Chorgesang, Das Orgelspiel, Die Kirchenmusik und aus anderen Stoffgebieten: 
Hochzeitegeschenke, Gelegenheit macht Diebe, Die Eitelkeit, Versuchungen, Der 
gttnstige Augenblick, Unwiderstehliche Kraft, Scene aus dem 80jährigen Kriege, 
Karl I. im Atelier van Dycks. 1886 wurde er nach Wien berufen, um die Bildniflse 
des Kidsers von Gestenreich und des Herzogs von Coburg-Gotha zu malen, was ihn 
bewog, audi nach seiner Bflckkehr die Bildnissmalerei fortzusetzen. 

Gelton, TovBsaiiit, Maler der 2. Hälfte des 17. Jahrb., wahrscheinlich Holländer 
von Geburt, war 1655—61 Meister der Amsterdamer Gilde, wurde dänischer Hof- 
maler Christians V., arbeitete nachher in Dresden und starb zwischen 1680 und 85 
in Kopenhagen. Er malte kleine Bildnisse in der Art des Mieris und Netscher. 
4 solcher Bilder in der Galerie zu Stockholm, eins in Kopenhagen und im Museum 
SU Schwerin ein Mädchen mit einem Blumentopf. 

Gemito. Tineeiizo. ital. Bildhauer, geb. 1852, Schiller des Bildhauers und Malers 
Stanislao Lista. Unter seinen Bildwerken werden genannt: Der Spieler, eine 
Statue des Brutus, Der kleine Fischer der in den Besitz des Malers Meissonier kam, 

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28 Gemmel — Genelli. 

viel zu seinem Ruhme beitrug und zahbeiche Auftrfige, darunter auch die Bttsten 
von Meissonier, von Morelli, vom Herzog von Aosta u. A. zur Folge hatte. 

Oemmel, Hermann, Architekturmaler, geb. 1813 zu Barten (Reg.-Bez. Königs- 
berg), t 22. März 1868 in Königsberg, war in Berlin Schüler von Ed. Biermann 
und Wilh. Schirmer, machte Studienreisen in Italien und wurde 1856 Professor 
an der Akademie in Königsberg. Unter seinen Bildern, die eine genaue Kenntniss 
aller Baustile und namentlich des gotiiiachen verrathen, sind zu nennen : Das Innere 
des ehemaligen Klosters St. Michael in Hildesheim, der Dom in Magdeburg, Projekt 
zu einem neuen Dom in Berlin, Kapelle des Kardinals Zeno in S. Marco und Tauf- 
kapelle von S. Marco in Venedig. 

Oempt, Bernard te, holländ. Maler, geb. 25. Aug. 1826 in Wychen (Prov. 
Gelderland), f 2. Jan. 1879 in Amsterdam, Schüler von Nie. Pienemann. Von 
ihm im Beichsmuseum zu Amsterdam ein Bild des Pariser Kongresses (1857) und das 
Bild eines Hundes von St. Bernhard in der Schweiz. 

Genari, s* Gennarl* 

OendroB, Angnste, franz. Historienmaler, geb. 1818 in Paris, f 15. Juli 1881 
daselbst, Schüler Delaro che s, hielt sich mehrmals in Italien auf, von wo er seine 
ersten Bilder einsandte, namentlich den von Boccaccio commentirten Dante, Willis 
und Sylphiden, Hören und Nereiden und Scenen ans der Zeit der Renaissance, z. B. 
Ein Sonntag in Florenz im 15. Jahrh. (im Luxembourg). Später folgten Die 
Bestattung einer jungen Venezianerin (1859), Nymphen am Grabe des Adonis (1864), 
Tiberius auf Capri, Die 5 thörichten Jungfrauen, Dankopfer an Aesculap, Tribut der 
Athener an den Minotaur, decorative Bilder in der Kirche St. Gervais, im Louvre 
und Die 4 Jahreszeiten im Palast des Staatsraths. Er erhielt mehrere Medaillen 
und 1855 das Kreuz der Ehrenlegion. 

Genelli, Bonaventura, berühmter Zeichner und Historienmaler, geb. 27. Sept. 
1798 in Berlin, f 13. Nov. 1868 in Weimar, war zunächst Schüler seines Vaters 
J a n u 8 G., dann in Berlin des Malers und Kupferstechers Job. ErdmannHummei, 
der ihn in der Perspektive und in der Anatomie unterrichtete. In Italien^ wo er seit 
1822 seine Ausbildung vollendete, und in engen Verkehr mit Cornelius, Koch, Reinhart 
und Friedr. Müller (Teufelsmüller) trat, entfaltete er seine lebendige Schöpferkraft, 
die sich vorzugsweise in grossartigen Bleistift- und Tuschzeichnungen kundgab und 
seinen Ruhm über halb Europa verbreitete. 1882 kehrte er nach Deutschland zurück, 
malte Fresken im Härteischen Hause zu Leipzig und nahm 1886 seinen Wohnsitz in 
München, wo er, in bedrängten Verhältnissen lebend, eine Reihe von Compositionen 
grossentheils nur in Umrissen oder Skizzen schuf, oft mit der Feder oder mit Wasser- 
farben ausgeführt. Immer ist ihm die Linie Hauptsache, in deren Führung er einen 
Stil entwickelt, welcher in den Bewegungen der Gestalten oft übertrieben erscheint. 
Solche sind: Simson und Delila, Hercules und Omphale, Bacchus unter den See- 
räubern (1868, letzte Arbeit), Triumphzug des Bacchus und der Ariadne, Elieser der 
Rebekka die Armspangen anlegend, Hercules die Leier spielend. Die Vision des 
Ezechiel, Der Raub des goldenen Vliesses, Umrisse zu Homer und zu Dante, Aesop 
dem Volke seine Fabeln erzählend und als seine Meisterwerke in dieser Technik 
Das Leben eines Wüstlings (18 Blätter in dreimaliger Bearbeitung), Das Leb^ einer 
Hexe (10 Blätter) und Das Leben eines Künstlers (24 Compositionen). Von grosser 
Bedeutung für unseren Meister war es, dass ihn in München der Graf von Schack 
kennen lernte, der ihn bewog, sich von jetzt an (1856) auch der Oelmalerei zu widmen. 
G. malte für die Galerie des Grafen mehrere Bilder, die Aufsehen in Deatschlaad er- 
regten. Es sind Der Raub der Europa (vollendet 1859, Carton in der Nat.-Gal. zu 
Berlin), Hercules Musagetes bei der Omphale (1860—62), Abraham mit den 3 Engeln 
die ihm die bevorstehende Geburt des Isaak verkünden (1862), Die Schlacht des 
Lykurgus mit Bacchus und den Bacchantinnen, und als Kleinod aller seiner Bilder in 
dieser Galerie der Entwurf eines Theatervorhanges (1866), endlich noch aus seinem 
letzten Lebensjahre Bacchus unter den Musen. Fast alle diese Bilder entstanden 
nach seiner Uebersiedelung nach Weimar (1859), wo er an der Kunstschule eine An- 
stellung und eine Besserung seiner äusseren Verhältnisse gefunden hatte. — Seine 
Biogr. von Max Jordan (1869). 

Genelli, Gamillo, Historienmaler und Zeichner, geb. 30. März 1840 in München, 
t 19. Jan. 1867 in Weimar, Sohn und Schüler des Vorigen und Schüler der Akademie 
in München bis 1859, ging mit seinem Vater nach Weimar und kam im Nov. 1864 
nach Wien, wo er unter Rahl zeichnete und malte. Nach dessen Tode kehrte* er 
nach Weimar zurück. Er zeichnete Federumrisse nach Bojardos „Verliebtem Roland*, 



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Öenelli — Gennari. 29 

Fauflt anf der Anatomie mit seinem Famulus nach der Dichtung Lenans, Narcissus 
sieh in der Quelle spiegelnd (1866) und einige Bildnisse. 

GeaeUly Juiigy Landschaftsmaler, geb. 1761 in Kopenhagen, f 1818 in Berlin, 
Vater des Bonaventura G., ging mit seinem Bruder Joh. Christian (s. d.) 
nach Rom und malte nachher in Berlin namentlich Landschaften ans dem Harz. 

Oenelli, Johann Christian, Architekt, Oheim des Bonaventura G., lebte in 
Berlin, wo er architektonische Entwürfe besonders griechischen Stiles schuf, von 
denen aber nur wenige zur Ausführung kamen. 

G^Bga, Bartolommeo, ital. Maler, Bildhauer und Baumeister, geb. 1516 in 
Cesena, f 1558 auf Malta, Sohn und Schiller des Girolamo G., kam 1588 nach 
Florenz, wo er in freundschaftlichen Verkehr mit Vasari und Ammanati trat. Später 
ging er nach Bom und wurde vom Herzog von Urbino zum Aufseher über alle 
Staatsbanten ernannt. In Pesaro setzte er 1548 den von seinem Vater begonnenen 
Bau der Kirche S. Giovanni Battista fort, baute den dortigen herzoglichen Palast 
und machte einen Entwurf fttr den Seehafen der Stadt, der den Beifall der Sach- 
verständigen erhielt, aber nicht ausgeführt wurde. Auch fttr die Festungswerke in 
der Nähe Roms und fttr die der Insel Malta war er thätig. 

Genga, Girolamo, itaL Maler, Bildhauer und Architekt, geb. 1476 in Urbino, 
t 11. Juli 1551 das., Schttler von Signorelli und Perugino, malte mit Timoteo 
della Vite im bischöflichen Palast zu Urbino und ging dann nach Rom, wo er fttr 
die Kirche Sta. Caterina da Siena eine Auferstehung Christi malte und sich mit 
Messen und Zeichnen antiker Bauwerke beschäftigte. Vom Herzog Francesco Maria 
nach Urbino zurflckberufen, ging er mit diesem in die Verbannung nach Cesena, wo 
er ein Bild von Gk>tt Vater mit Maria und den 4 Kirchenvätern (Brera in Mailand) 
malte. In Pesaro begann er den Bau der Kirche S. Giovanni Battista, entwarf den 
Bau des herzoglichen Palastes, baute in der Nähe der Stadt die Villa Imperiale, den 
lieblichen Lan£iitz des Herzogs von Urbino, und 1516 in Sinigaglia den bischoflichen 
Palast. 

Geniani, Girolamo, ital. Kupferstecher, geb. In Mailand, thätig in der I.Hälfte 
des 19. Jahrb., Schttler von Anderion i. Er stach nach Luini den kleinen Johannes 
mit dem Lamm, nach Longhi Anakreon und ein Bildniss des Benvenuto Cellini, 
nach Locatelli ein Bildniss Shakespeares und nach Zucchero ein Bild der Maria Stuart. 

CMnillion, Jean Bapt« FranpoiSy franz. Ingenieur und Marinemaler, geb. 
1750, t 27. Jan. 1829, Schttler von Joseph Vernet, stellte von 1791— 1819 seine 
Marinebilder aus und machte sich bekannt durch Zeichnungen zu N^ »Voyage enFrance* . 

G6niaeH>n, Victor Jiles, Architekturmaler, geb. 1805 in St. Omer, f 1860, 
Schttler der Akademie von Antwerpen und van Bröes, bereiste fttr seine Studien 
Deutschland, Frankreich und Italien und liess sich in Löwen nieder. Von ihm die 
Bilder: Lorenzkirche in Nttmberg (Museum in Stettin), Inneres einer Kirche (1845, 
Kunsthalle in Hamburg), Inneres der Hospitalkirche in Brttgge, Inneres der Kathedrale 
von Amiens, Chor der Kollegiatkirche St. Gommaire in Lier bei Antwerpen (1851). 

Gennari, Bartolommeo, ital. Maler, geb. 1594 in Cento (Oberitalien), f 1B61, 
Sohn des Benedetto G. d. Ae., Schttler und Nachahmer des Guercino da Cento. 
Von ihm in der dortigen Gemäldesammlung ein Bild des hell. Thomas, der die Finger 
in die Wundmale Christi legt. 

Gennari, Benedetto d. Ae., ital. Maler, geb. 1570 in Cento, f 1610 das. Von 
ihm in der dortigen Gemäldesammlung ein frtther dem Guercino zugeschriebenes Bild 
der Jttnger in Emmaus. Er malte auch viele Bildnisse. 

Gennarl, Benedetto d. J., ital. Maler, geb. 19. Oct. 1683 in Cento, f 19. Dec. 
1715 in Bologna, Sohn des Ercole G., Neffe und Schttler Guercino s, dem er in 
seinen BUdem so ähnlich war, dass dieselben häufig unter Guercinos Namen gehen. 
Von ihm mehrere Bilder in der Gemäldesammlung seiner Vaterstadt. 

Gennari, Cesare, ital. Maler, geb. 12. Dec. 1687 in Cento, f 12. Febr. 1688, 
Sohn des Ercole G., Schttler und Nachahmer des Guercino. Von im in S. Martino 
zu Bologna eine treffliche Maria Magdalena, im Louvre eine Maria, die dem Kinde 
die Brust reicht. 

Geanari, Ercole, ital. Maler, geb. 10. März 1597, f 27. Juni 1658 in Bolo^a, 
Sohn des Benedetto G. d. Ae., g&ig von der Wundarzneikunst zur Malerei iiber, 
heirathete die Schwester Guercinos und ahmte diesen in seinen Bildern nach. 

Gennari, Giovanni Battista, ital. Maler, thätig in Bologna von 1598—1607, 
Vetter des Benedetto G. d. Ae. Von ihm eine heil. Jungfrau mit dem Kinde 
und 4 Heiligen in S. TrinitA zu Bologna. 



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30 Öennerich — Gent. 

Oennerlch, Otto^ Historienmaler, geb. 1823 in Berlin, Schüler der dortigen 
Akademie, ging 1841 mit dem Historienmaler Lengerich nach Italien und bildete 
sich onter ihm noch weiter ans. Nach Berlin znrttckgekehrt, malte er Historienbilder, 
unter denen die besten sind: Götz von Berlichingen vor dem Bath in Heilbronn 
(1848), Das Testament des Grossen Kurfürsten (1852) und Besuch der branden- 
burgischen Xurfttrstenfamilie bei der Leiche Gustav Adolfs in Wolgast (1869). Er 
schrieb auch ein „Lehrbuch der Perspektive für bildende Künstler' mit lithographirten 
Tafeln (1866). . 

Genod« Micliel Phillbert, franz. Maler, geb. 1795 in Lyon, f 1862, Schüler von 
Pierre Bevoil daselbst, malte fleissig durchgeführte, sehr gelobte historische und 
Genrebilder, z. B. Das Familienfest (1855). 

GenoelSy Abraham, genannt Archimedes, Landschaftsmaler und Badierer, geb. 
im Mai 1640 in Antwerpen, f 10. Mal 1723 das., Schüler von Jan Backereel, 
ein kalter akademischer Meister, der eine Zeitlang Gehilfe von Lebrun in Paris 
war, von 1675—82 in Bom lebte und dann in seine Vaterstadt zurückkehrte. Von 
ihm im dortigen Museum eine grosse heroische Landschaft mit mythologischer Staffage, 
im Museum zu Braunschweig eine Buinenlandschaft. Man hat auch mehrere 
Badierungen von ihm. Er wurde 1665 Mitglied der französischen Akademie und 1672 
Meister der LucasgUde in Antwerpen. 



Genovese, il prete. s. Strozsl, Bemardo. 
Genschow. A«, Bilahauer der Gei 



i7rou9«/iivTT« A«, Bildhauer der Gegenwart in Berlin, schuf eine Beihe trefflicher 
Bildnissbüsten, die sehr ansprechenden Bronzefiguren der 4 Elemente, die 2 colossalen 
Obotriten in bronzirtem Zink für die Schlossbrücke in Schwerin und einen gelungenen 
Concurrenzentwurf für ein Denkmal Friedrich Wilhelms IIL in Berlin. 

Genschow« Georg, Landschaftsmaler, geb. 4. Oct. 1828 in Bestock, war Schüler 
von A. Achenbach in Düsseldorf, wo er seinen Wohnsitz nahm, machte Studien- 
reisen im bayrischen Hochland, in der Sdiweiz und in den Karpathen und malte 
Landschaften aus diesen Gebirgstheilen, später aber auch Stimmungslandschaften 
aus deutschea Gegenden. Bedeutend sind darunter : Wasserfall in den Karpathen 
(1862), Waldbach (1864), der tiefpoetische Kohlbachfall im Tatragebirge (1866, Kunst- 
halle in Kiel), eine ausgezeichnete Abendlandschaft (1867), Der Engdtlensee im Bemer 
Oberland, Fischer auf dem Bodensee u. A. 

Gensler, Günther, Bildnissmaler, geb. 28. Febr. 1803 in Hamburg, f 28. Mai 
1884 das., Bruder des Jakob und Martin G., Schüler von Gerdt Hardorf in 
Hamburg, studirte seit 1829 die Meisterwerke des Museums in Dresden, besuchte 
1837 Holland, ging 1844 nach Bom, besuchte 1856 und 1858 Paris, war 1850—68 
Zeichenlehrer am Johanneum seiner Vaterstadt. Er malte Eine Malerversammlnng 
(1840), Eine künstlerische Unterhaltung (1849), Malerbesuch (1860), Ein alter Kunst- 
freund am Arbeitstisch (1867, die letzteren 3 in der Kunsthalle zu Hamburg), ein 
Gruppenbildniss von 4 Künstlern (1854, Museum in Leipzig) und eine Versammlung 
von 5 Haroburgischen Künstlern (1859, Museum in Köln). 

Gensler, Jakob, Genre- und Landschaftsmaler, geb. 21. Jan. 1808 in Hamburg, 
t 26. Jan. 1845 das., Bruder des Vorigen und des Martin G., war 1824—26 
Schüler von W. Tischbein in Eutin, besuchte 1828 die Münchener und 1830 die 
Wiener Akademie, entwickelte seit 1831 in seiner Vaterstadt eine reiche Thätigkeit 
und bereiste 1841 auch Holland und Belgien. Viele seiner ansprechenden, sehr natur- 
wirren Genrebilder aus dem Volksleben kamen in Hamburgischen Privatbesitz; in 
der dortigen Kunsthalle von ihm ein Bild: Der Kirchhof (1837). Unter seinen 
Badierungen werden genannt dieser Kirchhof (1840), Holsteinsche Dori^artie (1835) 
und Matrosen vor der Schenke (1842). 

Gensler, Martin, Genre- und Architekturmaler, geb. 9. Mai 1811 in Hamburg, 
t 15. Dec. 1881 das., Bruder und Schüler der beiden Vorigen, machte 1835 und 1836 
seine Studien in München und unternahm wiederholte Beisen nach Holland, wo ihn be- 
sonders das Leben der Fischer anzog. In Hamburg machte er sich um die Förderung 
des Kunstgewerbes in vielfacher Weise verdient. Unter seinen Oelbildern sind zu 
nennen: Die Sakristei (1835) und Wanderers Frage um Obdach (1851, beide in der 
der dortigen Kunsthalle), Der Gelehrte des Mittelalters (1841), Der gastliche Heerd 
(1847), Die Hospitanten am Brunnen (1858), Fischerwohnung an der Niederelbe (1866) 
und Andere, die in Privatbesitz kamen. Er malte auch Aquarelle und radierte mehrere 
Bltttter. 

Gent, Joatoa (Josse) von, niederländischer Maler, geb. um 1410 in Gent, 
Schüler und Nachfolger der Brüder van Eyck, zog nach Italien, wo er in der Zeit 



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Gentile — Gentz. 31 

des Herzogs Federigo von Montefeltre zu Urbino malte. Dort ist das einzige ihm 
zuzuschreibende bedeutende Bild in der Akademie das für Sta. Agata bestimmte Abend- 
mahl oder vielmehr die Spendnng des Sakraments aus dem Jalore 1474. 

fifentile, Antonio, ital. Bildbaner, Goldschmied nnd Radierer, geb. 1619 in 
Faenza, f i609, thätig in Rom, wo sich in der Peterskirche von ihm zwei Leuchter und 
ein Orudfix von 1581 nach einer Zeichnung Michelangelos befinden, die eine reiche 
Phantasie, aber auch einen ausschweifenden, ttberladenen Geschmack verrathen. Von 
ihm auch eine Radierung dieses Crucifixes. 



Gentile, Luigl. g. Primo, Luis« 
GeatUe da Fabriano, 8. Fabriaao« 



Genttleachi, ArtenÜBia, ital. Malerin, geb. 1590, f 1642, Tochter des r a z i o G., 
Schülerin des Guido Reni und des Domenichino, kam mit ihrem Vater nach Euffland, 
wo sie sich durch ihre Bildnisse, aber auch durch ihre Liebeshändel einen Namen 
machte. Sie malte mehrere Mitglieder der königlichen Familie und andere hohe Personen, 
war aber später in Neapel ansässig. In Hamptoncourt befindet sich ihr Selbstbildniss, 
im Palast Pitti 2 Darstellungen der Judith mit dem Haupt des Holofemes und ein 
weibliches Bildniss, im Museum del Prado zu Madrid ein BUdniss und die Geburt 
Johannis d. T., in der Galerie zu Pommersfelden eine Susanna im Bade mit den 
beiden Alten (1610). 

Gentfleschi, Orazio, genannt Orazlo LomI, ital. Maler, geb. 9. Juli 1562 in 
Pisa, t 1647 in London, SchtUer seines Stiefvaters Aurelio Lomi und seines Oheims 
Baccio, arbeitete anfangs in Rom, bereiste Oberitalien und Frankreich, wo er durch 
seine Wandmalereien so bekannt wurde, dass van Dyck ihn veranlasste, nacn England zu 
kommen, wo er im Hospital zu Greenwhich decorative Malereien ausführte und 12 Jahre 
blieb. Von ihm in Hamptoncourt Joseph und Potiphars Weib, im Museum del Prado 
zu Madrid Die Himmelfahrt der Maria und Die Rettung des Moses, im Hoftnuseum 
zu Wien Die bttssende Magdalena und Die Ruhe auf der Flucht nach Aegypten, letztere 
auch im Louvre, sowie ein Bildniss. Sein berühmtestes Bild in Italien ist Die Ver- 
kündigung im Museom von Turin. 

Gentz, Heinrich. Architekt der 2. Hälfte des 18. Jahrb., f 1811 in Berlin 
als Professor der Baukunst an der Akademie, nur bekannt durch das von ihm im 
dorischen Stil nach den von Schadow veränderten Plänen Gillys 1794 errichtete 
Alte Mttnzgebäude. 

Ckntz, WUhelm Karl, Maler der Historie und des ethnographischen Genres, 
geb. 9. Dec. 1822 in Neuruppin, f 28. Aug. 1890 in Berlin, ging von der Universität 
in Berlin zur Malerei Aber, wurde Schiller von Kloeber, bildete sich in Antwerpen 
und seit 1846 in Paris, wo er mit Unterbrechungen bis 1852 unter Gleyre und 
Couture studirte. Schon 1847 begann er Studienreisen nach Spanien, Marokko und 
Aegypten, das er später noch fanfmal besudite, und fasste eine besondere Vorliebe 
fOr das orientalische Sittenbild und das Wttstenleben, das er mit stets steifendem 
Verständniss und glänzendem Erfolg schilderte. In der Farbengluth des Stidens ist 
sein Colorit von grosser Leuchtkraft, so dass er hierin den gepriesensten französischen 
Coloristen nicht nachsteht. Weniger gefielen einige Bilder der religiösen Geschichte, 
wie Das Gastmahl bei Simon dem Pharisäer (Klosterkirche in Neuruppin), 
und Christus unter den Pharisäern und Zöllnern (Museum in Chemnitz). Auch seine 
orientalischen Bilder hatten erst allmählich grossen Erfolg, so namentlich in den 
60er Jahren Der Sklaventransport durch die Wüste (1860, Museum in Stettin), 
Almosenspenden in Kairo (1862), Das Gebet der Mekka-Karawane, Die Begegnung 
zweier Karawanen in der Wtiste. In den Jahren 1870—72 folgten dann die ebenso 
interessanten, wie in der Charakteristik ausgezeichneten Bilder : Abend am NU, Märchen- 
erzähler bei Kairo, Todtenfest bei Kairo (1871), Dorfschule in Oberägypten und ein 
Schlangenbeschwörer. 1878 reiste er nach Palästina und machte Localstndien für 
das grosse Bild: Einzug des deutschen Kronprinzen in Jerusalem 1869, das als die 
Krone seiner Schöpftingen 1876 ersclden und in die Nationalgalerie ttberglng. Nachher 
brachte er noch mehrere derartige Genrebilder, unter denen wir nur erwähnen : Der 
Koranspruch als Heilmittel, ein flgurenreicher Bazar in Algier (1879), Sphinxallte 
in der Thebaide (Museum in Stettin), Koranvorlesung in der Grotte des Jeremias, 
Pafansonntag in altchristlicher Zeit, Gedächtnissfeier des Rabbi Isaak Barchischat 
(t 1408) auf dem jüdischen Begräbnissplatz in Algier (1681, Museum in Leipzig). 
An dem Prachtwerk „Aegypten^ von Ebers betheiligte er sich mit vielen Zeichnungen. 
Noch im November 1889 machte er nach Tunis und Tripolis eine Reise, deren An- 
strengungen aber sein Körper nicht mehr gewachsen war. 1863 errang er sich die 



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32 Geoffroy — Gerard. 

kleine, 1896 die grosse Medaille in Berlin, ferner 1873 die von Wien, 1876 die von 
München; der Berliner Akademie gehörte er als Mitglied an. 

Qeoftrojj Adolphe Louis Yletor, franz. Bildhauer der Gegenwart, geb. in 
Paris, Schüler seines Vaters Alfred Victor G., machte sich 1873 bekannt durch 
eine mit vielem Humor componirte Gipsgruppe Der Faun und sein Kleiner. 

Oeorge^ Ernst, engl. Aquarellmaler und Badierer, geb. 1839 in London, 
SchfQer der dortigen Akademie, war anfangs ausübender Architekt, machte dann 
mehrere Studienreisen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, auf denen er 
viele Gebäude und Landschaften, namentlich von den Ufern der Loire und aus Sttd- 
frankreich zeichnete, die, nachher in Badierungen von ihm herausgegeben, weder als 
poetisch noch als malerisch bezeichnet werden. Er erhielt die goldene Medaille der 
Akademie zuerkannt. 

George-Mayer, Augnst, Bildnissmaler, geb. 28. März 1834, f 9. Febr. 1889 
in Wien, war auf der dortigen Akademie der Lieblingsschttler Bahls und erregte 

fresse Erwartungen, die nur zum Theil in Erfüllung gingen. Nur in den ersten 
i^ren seiner Thätigkeit brachte er Bilder anderen Inhalts, seit 1857 nur Bildnisse 
von scharfer Charakteristik und meisterhafter Technik, vorzugsweise von KünsÜem 
und Schauspielern, z. B. von Ludwig Löwe, dem Komiker Beckmann, dem Maler von 
Angeli, den Schauspielern Findeisen, Ludwig Damböck, auch von dem Grafen Rudolf 
Hoyos und dem Pathologen Bokitansky. 1873 wurde er prämiirt. Er schrieb auch 
eine Biographie Karl Bahls (1882). 

Georges, Edouard Fran^ols, holländ. Bildhauer, geb. 1817 in Amsterdam, 
war dort Schüler von Boy er und schuf einige schätzbare Bildnissstatuen und -Büsten. 
1841 erhielt er die silberne Medaille. Von ihm z. B. die wenigstens technisch 
gelungene Erzstatue des Königs der Niederlande Wilhelms 11. im Haag mit anmuthigen 
Figuren am Postament. 

Georgl, Friedrich Otto, Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1819 in Leipzig, 
t 7. Dec. 1874 in Dresden, wurde bekannt durch die für die preussische Eegierung 
gemachte Studienreise im Orient, deren Früchte Landschaften aus dortigen Gegenden 
waren. Als solche werden genannt: Der Jordan in Palästina, Der See Möris in 
Aegypten, Eingang in die Grabkirche zu Jerusalem, Die Statuen des Memnon in Aegypten, 
Jerusalem und Moriah (1869, Museum in Dresden), Die Pyramiden des Oheops und 
die grosse Sphinx, Der östliche Theil des Bamesseums bei Theben n. A. 

Georgl, Friedrich Trangott, Genremaler, geb. 1780 in Schwarzenberg (Sachsen), 
t 1838 in Leipzig, Schüler von Sehen au. Unter seinen gelungenen Genrebildern 
sind zu nennen: Ein Holzhauer mit seinen beiden Kindern, Schneeball werfende 
Knaben, Die verirrtenKinder,Kirchhof im Winter, Kartoffelernte, Der Heirathsantrag. 

G6rard, Francois PascaL Baron, berühmter französischer Maler, genannt 
^le roi des peintres^,. geb. 11. Mj&rz 1770 in Rom, f H- Jan. 1837 in Paris, widmete 
sich anfangs in seiner Vaterstadt unter P a j o u der Bildhauerkunst, zeigte aber mehr 
Talent und Neigung zur Malerei, wurde der bedeutendste Schüler Davids und 
erwarb sich unter dem Kaiserreich als Hofmaler Napoleons I. einen glänzenden Namen. 
Obgleich sein 1795 ausgestellter Belisar (Leuchtenbergsche Galerie in St. Petersburg) 
und eine Psyche, die von Amor den ersten Kuss empfitngt (1798, im Louvre) 
grossen Beifall fanden, sah er sich doch genöthigt, sich auf Zeichnungen für buch- 
händlerische Unternehmungen zu beschränken. Erst ums Jahr 1800 gründete er 
seinen Buf als BUdnissmaler, als er die Kaiserin Josephine in lebensgrosser Figur 
darstellte (ebenfalls Galerie Leuchtenberg) und Napoleon selber als erster Consnl 
der Bepublik sich 1802 von ihm malen Hess (Privatbesitz). 1806 wurde ihm ein 
Bild der Schlacht bei Austerlitz (Historisches Museum in Versailles) übertragen, dem 
bald nachher das im ernsten Stil Poussins behandelte Bild der 4 Lebensalter (Museum 
in Neapel) folgte, das aber dem Talent des Malers ebenso wenig entsprach, wie das 
viel später entstandene Bild Daphnis und Ohloe (1824, im Louvre). Seine Hauptstärke 
war das Bildniss im weiteren, geschichtlichen Sinn, das die Person zugleich in der 
Art ihres Lebens und im Chariäter ihrer Zeit darstellt; namentiich wusste er die 
Frauen in der ihre Zeit vollständig charakterisirenden Erscheinung wiederzugeben. 
In dieser Weise portraitirte er alle die berühmtesten Persönlichkeiten, die in der 
Zeit von 1789 bis 1837 bekannt wurden. Das bezeichnendste Beispiel dieser Art 
ist das schon 1802 gemalte Bildniss der Frau B^camier, das auch in der Ausführung 
zu seinen Meisterwerken gehört; ebenso im Louvre das des Malers Isabey mit seiner 
Tochter, das des Bildhauers Ganova, und im Museum zu Dresden Napoleon I. im 
Krönungsornat. Unter seinen übrigen Werken sind hervorzuheben: das Bildniss 



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G6rard — Gerhardt. 38 

Ludwigs xvm., der Eininig Heinrichs IV. in Paris (Historisches Maseom in Versailles), 
das ihm den Baronstitel eintrug, die in den Zwickeln der Kuppel des Pantheon nach 
den Skizssen von Carrallo ausgeführten allegorischen Bilder und als eines seiner 
loteten Werke Die Pest in Marseille. Seine Bildnisse begann er 1826 gestochen von 
Pierre Adam herauszugeben. Er war Professor und Mitglied des Instituts von 
Frankreich, sowie Mitglied des holländischen Instituts. — Seine Biogr. von Henri 
Oörard (1867). 

O^rard, s« OrandTille. 

G^rard, Louis Alphonse, franz. Holzschneider, geb. im Jan. 1820 in Paris, 
ging von der Malerei zur Formschneidekunst über, wurde Schüler von Porretund 
machte sich seit 1888 durch Holzschnitte bekannt, z. B. für die „Seines populaires* 
nach Zeichnungen yon Pierre Monnier, fOr das „Musöe des famiUes*, die „Histoire 
des peintres' und für die Zeitschriften „L'Artiste^, „L'Hlustration^ und „Magasin 
pittoresque*'. 

G^rard, Theodore, belgischer Maler, geb. 1829 in Gent, besucbte die dortige 
Akademie, war bis 1858 Decorationsmaler und begann dann in Brttssel die Genre- 
nuderei, worin er viel Glück machte. Eines seiner hübschsten, heitersten Bilder 
war die triumphirende Prozession von Bauemkindern. 

Gerardini (oder Glraldlnl), Melchlore, ital. Historienmaler und Radierer, geb. 
in Mailand, f 1675, Schüler von Crespi, voUendete nach dessen Tode die yon ihm 
unbeendigt hinterlassenen Werke. Seine Radierungen sind 40 Bltttter „Capricci di 
Tarie figure^ im Geschmack Callots und ein Bildniss des genannten Crespi. 

Garant, Pierre Nicolas, franz. Kupferstecher, geb. 1786 in Paris, Schüler von 
Villani, stach die Madonna di Loreto nach Raffael (im Louvre), die heil. Genoyeya 
nach Guörin, Gabriele yon Vergy nach Monyoisin und die holländische Köchin nach 
G Don 

Gerbier, Sir Balthasar, Baron yon OuyIUy, Maler und Architekt, geb. um 
1591 in Antwerpen, f 1667 in London, bUdete sich in Italien, kam im Gefolge des 
Herzogs yon Buckingham nach England, und begleitete diesen 1623 nach Spanien, 
wo er die Infantin Maria Anna malte und für deren Verheirathung tiiätig war. 
Beim Regierungsantritt Karls I. wurde er nach Flandern geschickt, um den Friedens* 
yertrag mit Spanien zu erwirken. Nachher soll er in Ungnade gefallen und nach 
Surinam gegangen sein, wurde aber yon dort nach Holland weggeschickt. Während 
der Herrschaft Gromwells ging er wieder nach England und gründete 1648 eine 
Kunstakademie, die aber nur yon kurzer Dauer war. Bei Karb n. Rückkehr aus 
den Niederlanden wurde er als Nachfolger yon Inigo Jones Aufseher über die 
königlichen Bauten und begann für Lord Orayen den Bau yon Hampstead Marshai, 
den er unyollendet hinterliess. Er malte schöne Miniaturen, schrieb eine „Encyklopädie 
der Kunsf*, „Die 3 Hauptgrundsätze der Baukunst^ (1662) und einen „Rath für 
alle Baumeister' (1668). 

Gerhard, Hubert, niederländ. Bildhauer der 2. Hälfte des 16. Jahrb., der 
1580—1609 im Dienst des Herzogs Wilhelm V. und des Kurfürsten Maximilian I. 
yon Bayern zu München stand. Von ihm mehrere Skulpturen an der Fa^e der 
Michaelskirche in München nach Zeichnungen yon Fr. Lustris und zwischen den 
beiden Eingängen der Kirche die yon ihm gegossene Erzstatne des heil. Michael 
nach einer Zeichnung yon Candid, in der Frauenkirche das Erzdenkmal des 
Dr. Meermann und in der dortigen Erzgiesserei die geschmacklose, aber technisch 
yollendete Colossalgruppe Mars und Venus. Von ihm auch der 1593 gegossene 
Augustnsbrunnen in Aufi^sburg mit seinen Figuren yon gediegener Körperbildung. 

Gerhard yon Rufe oder Biehl, (Ansiedelung nahe dem jetzigen Kölner 
zoologischen Garten), Architekt, f 1295, findet sich 1257 als langjähriger, wohlyer- 
dienter Baumeister am Dom zu Köln, den er mit dem Chor begann. Er baute ferner 
den Chor der Benediktinerkirche zu Gladbach, soll auch 1255 den Bau der früh- 
gothischen Cisterzienserkirche in Altenberg (Reg.-Bez. Düsseldorf), eine einfachere, 
kleinere Wiederholung des Kölner Domes, begonnen*haben. 

Gerhardt, Eduard, Maler, geb. 29. April 1813 in Erfurt, f 6. März 1888 in 
München, war anfangs Lithograph, bis er 1837 in München zur Malerei überging. 
Infolge wiederholter Reisen in Italien, Spanien und Portugal, wo er die Bauwerke 
stadirte, machte er die Architekturmalerei zu seinem Hauptfache und stellte die 
Bauten jener Länder in meisterhaften Oel- und Aquarellbildem dar, am sdiönsten 
die Werke der maurischen Architektur in Spanien in ihrer Naturwahrheit und in 
poetischem Glänze. Dahin gehören seine Aquarelle aus der Alhambra und San 
AUgemeine. Künstler-Ltricon. 8. Aldi. 8. Band. ^^.^.^^^ b^GOOglc 



34 G^erhardt ~ Gerino. 

üdefonso, der InquisitionspalaBt in Oordova (1868), die Canaokirche in Liflsabon, das 
herrlich gelegene Cintra, San Marco und Sta. Maria della Salate in Venedig, sowie 
die Oelbilder Nördliche Ansicht der Alhambra, Mondnacht in einer spanischen Stadt, 
Der Löwenhof der Alhambra hei Mondschein (Ghderie Schack in Mttnchen). 12 seiner 
Bilder im Besitz des kOnigl. Hauses von Württemberg, und andere in der Galerie 
Schack. Er radierte auch ein Blatt mit der Abteüdrche zu Altenberg bei Köln. 1852 
erhielt er den Bothen Adler-Orden 4. Klasse. 

Gerhardt, Heinrich, Bildhauer, geb. 24. Aug. 1823 in Kassel, trat in die 
dortige Akademie und wurde Schiller von Henschel, dem er 1844 nach Born folgte, 
wo er sein treuer Gehilfe und Freund blieb. Nach seiner ersten selbständigen Arbeit, 
einem Brunnenrelief, folgten die Statuen Amor und Bacchus, eine Schauklerin (1878, 
oft wiederholt), die Gruppe einer Nymphe mit Amor, eine Madonna mit dem Christus- 
knaben (1876), ein Grabdenkmal mit der stehenden Figur der Beligio, mehrere Reliefs 
nach Gedichten von Goethe, das BeUef Bebekka und Elieser, und 1881 der Erzengel 
Michael im Kampf mit dem Drachen. Mehrere dieser Bildwerke in der Villa 
Brunnenhof bei Zürich. 

G^ricanlt, Jean Louis Andr6 Theodore, firanz. Historien- und Thiermaler, 
geb. 26. Sept. 1791 in Ronen, f 18. Jan. 1824 in Paris, wurde als Schüler Carle 
Vernets und Guerins in der akademischen Bichtung ausgebildet, schlug aber 
gleich in seinen Bildern eines Beitergrenadiers zu Pferd 1812 und eines yerwundeten 
Kürassiers die realistische Bichtung ein. 1817—19 machte er weitere Studien in 
Italien und trat nach seiner Bückkehr mit dem diese Bichtung charakterisirenden 
bedeutenden Bilde Schiffbruch der Fregatte Medusa auf (1819, im Louvre), ein Bild, das 
anfangs manchen Widerspruch fand, aber bald durch die völlige Neuheit des Stoffes, 
durch die ergreifende Wahrheit und kräftige Malerei grosses Aufsehen erregte und als 
offene Kriegserklärung gegen die Davidsche Bichtung betrachtet wurde. Unstreitig 
würde er sich noch manche Lorbeeren errungen haben, wenn er nicht bi^d nach seiner 
Bückkehr aus England, wo er sich besonders dem Studium der Pferde widmete, durch 
einen Sturz vom Pferde das Leben verloren hätte. Die in den letzten Jahren vor 
seinem Tode entstandenen Skizzen nach der Natur, seine Lithographien und zahl- 
reichen Genre- und Pferdebilder (7 dergleichen im Louvre) sind von ungemeiner 
Energie und Lebenswahrheit. Er hatte die Absicht, in einem grossen Bilde die 
Schrecken des Bückzuges der Franzosen aus Bussland darzustellen, wurde aber durch 
den Tod daran verhindert. Auch als Lithograph entwickelte er eine reiche Thätigkeit. — 
Seine Biogr. von Clement (8. Aufl. 1879), A. Bosenberg (1885). 

Gericke, Samuel Theodor, Historienmaler und Radierer, geb. 1665 in Spandau, 
t 1730 in Berlin, Schüler von Bomandon, bildete sich später auch in Born und 
wurde in Berlin Hofmaler und Akademiedirektor. Man hai, von ihm 3 radierte 
Blätter: Johannes d. T. in der Wüste (1696), Maria am Grabe des Heilandes und 
eine Allegorie auf die Nachahmung in der Malerei. 

Genni, Lorenzo, ital. Maler der 1. Hälfte des 15. Jahrb., Sohn und Schüler des 
Niccolö di Pietro G., ein grotesker Maler zweiten Banges, dessen bestes Werk 
die Gemälde des Hochaltars in S. Domenico zu Cortona sind, darstellend die Krönung 
der Maria mit der Anbetung der Könige und 4 Scenen aus dem Leben des Dominicus 
(1440). Von ihm ferner im Palazzo pubblico zu S. Gimignano ein Triptychon mit 
der Marter des heil. Bartholomäus (1401), eine Verkünc^^ung in der Akademie zu 
Florenz und eine Krönung der Maria in der Kapelle de' Medici in Sta. Croce 
daselbst. 

Gerini, (oder Cierino). Niccold di Pietro, ital. Maler der 2. Hälfte des 
14. Jahrb., bildete sich in der Schule desTaddeoGaddi, malte 1882 die Fresken aus 
der Leidens- und Auferstehungsgeschichte Christi in S. Francesco zu Pisa und Wand- 
bilder aus der Matthäuslegende und die Kreuzigung Christi in S. Francesco zu Prato, 
Bilder von schwacher Durchbildung der Formen, aber sehr löblich in den landschaft- 
lichen und architektonischen Hintergründen. 

Gerino da Pistoja, ital. Maler der l. Hälfte des 16. Jahrb., thätig von 1500 
bis 1529, guter Schüler und Nachfolger des P e r u g i n o, der auch an Raffael erinnert, 
aber in den letzten Jahren seines Lebens conventioneil und manierirt. Zu seinen 
früheren, besseren Bildern gehören: in S. Agostino zu Borge San Sepolcro eine 
Fahne mit einer Madonna del Soccorso (1502), in der Sakristei des Domes daselbst 
eine heil. Barbara ; zu seinen späteren Bildern die Fresken der wunderbaren Speisung 
im ehemaligen Befektorium der Kirche S. Lucdiese bei Poggibonsi, du Altarbild 
(in Tempera) des Auferstandenen vor Magdalena und 1529 das sdiwache Bild einer 



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Gerlach — Geirson. 35 

Madonna mit 6 Heiligen in den üfflzien. Wahrscheinlich von ihm auch das Fresko 
des Abendmahls im Museo Egiziaco zn Florenz. 

Gerlacli, Philipp, Architekt des Barockstils, geb. 1679 in Spandau, f 1748 
in Berlin, Schiller von B r o e b e s, setzte in Berlin den Ban des Thormes der Jerosalem- 
kirche (1716—18) and den von Nering begonnenen Tharm der Parochialkirche 
(1732—36) fort nnd errichtete als sein Hauptwerk die nflchteme Gamisonskirche in 
Potsdam (1730—35). 

Oermain, Pierre, Goldschmied and Medailleur, geb. 1647 in Paris, f l^^^* 
machte sich durch goldene Platten für die Einbände der Bttcher ttber die Kriegs- 
thaten Ludwigs XIV. und durch mehrere Medaillen einen geachteten Namen. 

Germaln, Thomas, Goldschmied und Architekt, geb. 1673 in Paris, f 14. Aug. 
1748, Sohn des Vorigen, bildete sich in Bom und führte nachher in Paris Pracht- 
geräthe von Gold und Silber ftlr Paläste und Kirchen aus, auch ein silbernes Service 
filr die Prinzessin Bohan, soll auch eine Kirche in Lirorno und die Kirche St Louis 
du Lourre in Paris gebaut haben. 

Germes, Jacques de, niederländ. Bildhauer um die Mitte des 15. Jahrb., vol- 
lendete 1455 das Grabmal des Louis le Male, Grafen von Flandern in der Kollegiat- 
kirche St. Peter zu Lille. 

Geröme, Jean L6on, bertthmter franz. Maler, geb. 11. Mai 1824 in Vesoul 
(Dep. Sadne snpör.), lernte hier die Anfangsgrunde der Kunst und kam 1841 nach Paris, 
wo er in die Ecole des beaux-arts und ins Atelier von Delaroche trat, mit dem 
er 1844 auf ein Jahr nach Bom ging. Nach seiner Bttckkehr war er eine Zeitlang 
Schiller von G 1 e y r e, dann wieder von Delaroche. Sein erstes Bild, womit er das 
Gebiet der antiken Sittenschilderung betrat, war 1847 ein griechischer Hahnenkampf, 
dem dann 1848 ein Anakreon mit Bacchus und Amor und 1851 ein lascives griechisches 
Lupanar folgten. Ein dem letzteren an Frivolität ähnliches Bild trug den unsdiuldigen 
Titel „Idylle*^ (1853). Nach dem ziemlich verunglttckten Bilde ScMlderung aus dem 
Zeitalter des Augustus (1855, lebensgrosse Figuren) erschien 1857 das wirkungsvolle, 
oft wiederholte Ende des Maskenballs, auf dem sich ein Pierrot und ein Harlekin 
eben duellirt haben, nnd wiederum aus dem Orient entlehnt die ägyptischen Bekruten 
von albanesischen Soldaten durch die Wüste escorürt. Grosse Lorbeeren erntete er 
wieder 1859 durch die dem klassischen Alterthum entlehnten Bilder : Ermordung des 
Caesar, die Ittsteme Scene Gemahlin des Kandaules, und das ergreifende Bild des 
ViteUius der im Cirkus von den Gladiatoren begrttsst wird („Ave, Caesar, morituri 
te salutant"), ferner 1861 durch die wiederum sehr lascive Phryne vor den Bichtem, 
durch die Begegnung der beiden lachenden Auguren und Kleopatras Besuch bei 
Caesar. Dann wandte er sich wieder eine Zeitlang zum modernen Orient in den 
BUdern: Der Gefangene auf einem Nil8chi£f (1863), Ein türkischer Metzger in 
Jerusalem, Die Thür der Moschee el Hassaudn in Kairo mit den Köpfen von hin- 
gerichteten Beis (1866), Brettspielende Amanten und liess auch andere Bilder aus 
der Geschichte Frankreichs folgen, z. B. das kleine meisterhafte Frühstück Moliöres 
bei Ludwig XIY. (1862), Tod des Marschalls Ney, Empfang der siamesischen 
Gesandten vor Napoleon in Fontainebleau und Bonaparte als Feldherr des Zuges nach 
Aegypten (1868). Geringer zeigte sich seine Schöpferkraft seit der Mitte der 70er 
Jabre. Li allen oriental&chen Scenen zeigt er eine auf seinen Reisen erlangte ge- 
naue Kenntniss aller Oertlichkeiten und Persönlichkeiten; in den Scenen aus dem 
klassischen Alterthum bringt er moderne Menschen in antikem Kostüm, oder moderne, 
ins Alterthum übertragene Lüsternheit. Seine Formengebung ist stets höchst sorg- 
fältig und correkt, sein Colorit nicht brillant, aber harmonisch und meisterhaft in der 
Beleuchtung. Seit 1881 trat er auch öfter als Bildhauer auf und stellte namentlich 
Werke der polychromen Plastik ans, die durch ihr harmonisches Colorit viel An- 
erkennung fanden. Solche sind die lebensgrosse Figur Tanagra, eine Furie des 
Krieges mit einer giftigen Schlange und eine Tänzerin. Er erhielt mannigfache 
Medaillen; seit 1865 Mitglied des Instituts, ward ihm 1867 das Offizier-, 1878 das 
Commandeur-Kreuz der Ehrenlegion zu Theil. 

Geron, Matthias, s« Gemng, Matthias* 

Gerry, Samuel, amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1818 in Boston, studirte in Paris 
die Werke anderer Landschaftsmaler, bildete sich aber für sein Fach ohne eigentlichen 
Lehrer aus, brachte 3 Jahre auf Studienreisen in Europa zu und liess sich dann in seiner 
Vaterstadt nieder. Ausser Landschaften malte er auch Bildnisse und Figurenbilder. 

Genon, Wojeiech Albert, polnischer Historienmaler, geb. 1. Juli 1881 in 
Warschau, Schüler der dortigen Kunstschule, der Akademie in St. Petersburg und des 



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36 Gerst — Geselschap. 

Malers Cogniet in Paris, malte tendenziöse Scenen aus der Geschichte Polens, 
z. B. Die Propaganda der Deutschen im 10. nnd 11. Jahrh. zwischen Elhe und Oder, 
Deutsche Ordensritter des 14. Jahrh. in Polen, Ermordung Przemyslaws Königs yon 
Polen durch die Markgrafen Johann und Otto den Langen von Brandenburg am 
6. Febr. 1296. 

Gent) Job. Karl Jukob, Landschafts- und Theaterdecorationsmaler, geb. 1792 
in Berlin, f 1854 das., Schüler des Decorationsmalers Verona, thätig in seinem 
Fache seit 1818. Durch ihn und unter seiner Leitung wurden nach Schinkels Ent- 
würfen die Decorationen zur Zauberflöte, Armida, Cortez und anderen Opern ans- 
geftlhrt, so dass durch ihn und Gropius die Theater-Decorationsmalerei zu einem 
Kunstfach erhoben wurde. Er hatte den rothen Adlerorden IV. Kl. Sdne Schüler 
waren Karl Graeb und die Landschaftsmaler Biermann, Pape und Fiedler. 

Oerstmeyer, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 6. März 1801 in Wien, f 14. Sept. 
3870, Schüler der dortigen Akademie, malte seine Bilder in Oel und Aquarell. 
Genannt werden darunter: St. Gilgen und der See von St. Wolfgang, Kalkofen bei 
Nachtbeleuchtung, das Stift Klosterneuburg (Hofmuseum in Wien), Ansicht von 
Nenberg in Steiermark, Ansicht von Brescia, Partie bei Karlsbad, Ansicht von 
Sondrio u. A. 

Oertener, Madern, Baumeister der 1. Hälfte des 15. Jahrb., begann 1415 den 
Thurm des Doms zu Frankfurt a. M., der eines der bedeutendsten Denkmäler des 

15. Jahrh. am Mittelrhein war, aber bis 1877 (s. Denzinger) unvollendet blieb. Der 
Meister starb wahrscheinlich schon vor 1432. 

Gertner, Johann Wilhelm, dänischer Bildnissmaler, geb. 10. Mai 1818 in 
Nyboder, f 80. März 1871 in Kopennagen als Professor, Schüler der dortigen Akademie, 
bildete sich auf Beisen zu einem tüchtigen Bildnissmaler und wurde 1850 Mitglied der 
Akademie seiner Vaterstadt. Seine Hauptbilder sind die Bildnisse von Thorwaldsen 
in Lebensgrösse (1842), Oehlenschläger (1842), König Friedrich VII. (1861), König 
Karl XV. von Schweden (Nationalmuseum in Stockholm), Bildniss seiner Mutter (1856) 
und das Bild Inneres der Schlosskirche von Frederiksborg bei der Krönung 
Christians Vm. im J. 1840. 

Genug (oder Geron), Matthias, Formschneider nnd Maler in der Mitte des 

16. Jahrb., geb. in Nördlingen. Von ihm eine Folge von 54 Holzschnitten zur 
Apokalypse (Bibliothek zu Wolfenbüttel) von trockener Umrisszeichnnng (1544—58) 
und ein Blatt vom Jahre 1546 mit einer Satire auf die Geistlichkeit. Das einzige 
beglaubigte Bild von ihm ist die Belagerung der Stadt Lauingen durch Kaiser 
Karl V. im Jahre 1546, als Kostümbild interessant. 

Gervex, Henri, franz. Maler, geb. 1848 in Paris, Schüler von Gabarel, 
Brisset und Fromentin, miüte theils mythologische Bilder auf recht poetische 
Weise, z. B. Satyr mit einer Bacchantin spielend (1874, im Luxembourg), theils 
moderne Genrebilder von wenig anziehendem Inhalt, aber mit geschickten Licht- 
effekten, z. B. Eine bürgerliche Trauung, Die Kohlenauslader im Bassin von La Villette, 
Das Preisgericht der Malerei (1885). Er erhielt 1874 die Medaille 2. Klasse. 

Geselschap, Eduard, Genremaler, geb. 22. März 1814 in Amsterdam, wohin 
seine Eltern aus dem belagerten Wesel geflohen waren, f 5. Jan. 1878 in Düsseldorf, 
wo er von 1834—41 Schüler der Akademie war und sich besonders unter Seh ad ow 
zu einem trefilichen Künstler ausbildete. Anfangs malte er romantische Genrebilder, 
historische und biblische Darstellungen, kam aber später auf das seinem Talent mehr 
entsprechende Feld der Darstellung des bürgerlichen Lebens, worin er oft Lampen- 
und Kerzenbeleuchtung anbrachte. Unter diesen zahlreichen Bildern sind hervorzu- 
heben : Götz V. Berlichingen vor dem Rathe in Heilbronn, Valentins Tod nach Goethes 
„Faust^, Romeo und Julie in der Gruft (1845), Auffindung der Leiche Gustav 
Adolfs auf dem Schlachtfeld von Lützen (1848), Die Christbescheerung, Der St. 
Nikolausabend, Der Grossmutter Bilderbibel, Der Weihnachtsmorgen, in der Kunst- 
halle zu Bremen Der kleine Musikant (1859) und Der Leiermann (1861), in der 
Kunsthalle zu Hamburg Der St. Martinsabend in Köln (1862), Die Ueberraschung 
(1864), im Museum zu Köln Soiröe musicale (1867), im Museum zu Christiania 
Familienscene am Christmorgen, Der Lebensabend (1871). Der Akademie von 
Amsterdam gehörte er als Mitglied an. 

Geselschap, Friedrich, Historienmaler, geb. 5. Mai 1835 in Wesel, Sohn des 
Vorigen, bildete sich auf der Akademie in Dresden und unter Mintrop und 
Bendemann in Düsseldorf vorzugsweise in der decorativen Malerei. 1866 ging 
er nach Italien, widmete sich in Rom dem Studium der monumentalen Malerei und 



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Geaai — Geyer. 37 

lies« sich in Berlin nieder, wo er 1882 Mitglied der Akademie warde. ZunUchst 
führte er solche Malereien in Privathäosem aus, wnrde 1877 durch die Goncnrrenz 
mn die Wandmalereien im Kalserhaose zu Gotha bekannt and erhob sich zn einer 
ffrossartigen Malerei in den Bildern (CaseYnfarben) der Kappel and der 4 Bogen- 
Felder des Berliner Zeaghaases, wo er in der idealen Anschaaangsweise des Cornelias 
einen Triamphzag, den Krieg, den Frtthling des neaen deutschen Reiches, die 
Apotheose der Helden Ton Karl d. Gr. bis zu Friedrich Wilhelm ni. nnd als Abschlass 
das Reich des Friedens aof Erden darstellte. Dazu kamen noch seine Cartons za 
drei Glasfenstem der Dankeskirche in Berlin, enthaltend den auferstandenen Christus 
mit den Byangelisten Marcus und Lucas. 

Oessi, Franeesco, ital. Maler, geb. 1588 in Bologna, f 1649, war anfangs 
Schiller Yon Calvaert und Cremonini nnd wurde dann einer der besten Schttler 
und Gehilf en Yon Guido Reni, thätig in Mantua, Rayenna, Neapel und am meisten 
in Bologna, unter seinen Bildern, die er voll Geist in der Erfindung, aber allmählich 
mit zu grosser Leichtigkeit und Sdmelligkeit malte, sind hervorzuhe^n : Die Wunder- 
geschichte des Cardinais Bnonaventura, der heil. Franziscus in der Pinakothek zu 
Bologna, im Museum zu Dresden Magdalena mit dem Crudfix in der Hand, im 
Hofinuseum zu Wien Morpheus erscheint der Halcyone in der Gestalt ihres Gatten 
im Traume. 

Gessner, Konrad, Pferde- und Schlachtenmaler, geb. 1764 in Zürich, f 8. Mai 
1826 das., Sohn desSalomon G., Schüler von Landolt und Job. Heinr. Wüst 
und seit 1784« der Akademie in Dresden unter Graff und Zingg, wo sich sein 
Talent besonders für Schlachtenmalerei entwickelte, in der er geschickte Erfindunjr 
und Anordnung zeigte. 1787 ging er nach Italien, wo er sich fast nur der Landschan 
widmete und viele Studien im Geschmack des Salvator Rosa ausführte. 1789 bereiste 
er auch England und Schottland, lieferte hier viele Zeichnungen und Gemälde, ver- 
suchte sich auch im Radieren. 1804 kehrte er in sein Vaterland zurück und setzte 
hier das Radieren von Pferde- und Reiterbildem fort. 

Gewner, Salomon, Idyllendichter, Maler nnd Radierer, geb. 1. April 1780 in 
Zürich, t 2. März 1788 das., kam 1749 als Lehrling in eine Buchhandlung in Berlin, 



wo er sich aber mehr der Landschaftsmalerei und der Radierkunst widmete, und 
hierin zu grosser Vollkommenheit gelangte. Dann kehrte er über Hamburg in seine 
Vaterstadt zurück, wo er sich anfangs mehr der Poesie widmete, seit 1766 aber viel 
mehr der Landschaftsmalerei in Aquarell nnd der Radierkunst und allmählich ganz 
als Künstler lebte. Seine radierten Blätter, 887 an der Zahl, meistens Landschalten, 
auch T^gnetten mit spielenden Putten, Eroten u. dgl., erschienen 1802 in 2 Bänden. 
Zu den schönsten gehören 10 Blätter aus dem Jahre 1764 dem Watelet gewidmet, 
10 Blätter Landschaften mit mythologischen Figuren (1769—71), eine Folge von 12 
änderet Landschaften und 9 Blätter komische Darstellungen zu Butlers ^Hud^bras^. — 
Seine Biogr. von Wölfflin (1889). 

Genslain, GhATles Etlenne, firanz. Bildnissmaler, geb. 9. Juni 1685 in Paris, 
t 10. Febr. 1765 das., Mitglied der dortigen Akademie seit 1723, stellte seine Bilder 
von 1737—1745 aus. 

Gej, Leonhard, Historienmaler, geb. 27. Juni 1888 zu Hannover als der Sohn eines 
bekannten Baritons, f 21. Sept. 1894 zu Dresden, wo er Professor an der Akademie war. 
Stndirte erst am Polytechnikum in Hannover, dann aber an der Akademie zu Düsseldorf, 
Berlin und Dresden, wo er Schüler Sehn orrs wurde, in dessen Kunstweise er zeit- 
lebens befangen blieb. Er malte Fresken im Welfenschloss Marienburg bei Hannover, 
in den Aulen verschiedener Gymnasien, in der Albrechtsburg zu Meissen u. s. w. 
Sein JLuther die Bibel übersetzend' gelangte als Geschenk in den Besitz der National- 
galerie zu Berlin; die Darstellung wurde im Auftrage Kaiser Wilhelms 1883 in 
26,000 farbigen Vervielfältigungen in den prenssischen Volksschulen vertheilt. Seit 
1876 lebte G. in Dresden und war seit 1882 an der Akademie thätig. Seine Lehr- 
thätigkeit wird besonders gerühmt. 

Geyer, Alexlus, Landschaftsmaler, geb. 1826 in Berlin, f 16. Juli 1883 das., 
besuchte die Akademien in Berlin, München und Dresden, bildete sich aber nach keinem 
bestimmten Lehrer. Auf Veranlassung des Königs Otto von Griechenland bereiste er 
10 Jahre lang Italien, Sizilien und den ganzen Orient, besuchte auch einen grossen TheU 
von Deutschland, die Schweiz und die Niederlande und brachte von allen diesen Reisen 
zahlreiche Studien zurück. Mit einer englischen Expedition ging er nach Sizilien, 
lieferte für Fossatis „Aya Sophia in Oonstantinople'' (1862) die Detailstudien, malte 
Bilder für König Friedrich Wilhelm IV., für das archäologische Museum in Rom und 

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38 Geyer — Geyling. 

Cykloramen vom Bosporus und dem Nil. Seine einzelnen Bilder sind ?on gater Be- 
lenchtong und trefflicher Behandlang der Vegetation und des Laubwerks. 

Geyer, Georg, Landschaftsmäer, geb. 12. Sept. 1823 in Wien, SchtUer der 
dortigen Akademie unter Mössmer, Steinfeld und Th. Ender, malte Vorzuges- 
weise Bilder aus den österreichischen Alpengegenden. Im flofmuseum zu Wien von 
ihm eine Ansicht des Eeichenauer Thaies (1849). 

Geyer, Johann, Genremaler, geb. im Febr. 1807 in Augsburg, f 26. Nov. 1875 
daselbst, besuchte die dortige Kunstschule und seit 1826 die Akademie in Mttnchen 
unter Clem. Zimmermann, bereiste Belgien und Frankreich und war 1833 — 65 
Professor an der polytechnischen Schule seiner Vaterstadt. Seine zahlreichen, be- 
sonders in der Malerei der Kleiderstoffe meisterhaften Genrebilder sind entweder 
historischen Inhalts, oder humoristisch. Herrorzuheben sind darunter: Das Innere 
einer Menagerie (1835, Museum in Leipzig), Der Prophet Elias in der Wüste (Museum 
in Bern), Der Arzt bei einer kranken Dame, Das Ende des Maskenballs, Das Con- 
silium medicum (sein bestes Werk von 1843, alle 3 in der Neuen Pinakothek in 
Mttnchen), Der Kunstkritiker im Atelier, Kaiser Ludwig der Bayer begibt sich 
in den Schutz Augsburgs (1844, Eathhaus in Augsburg), Der Magistrat eines 
Städtchens empflii]^ den Fürsten (Museum in Hannover), Verhaftung eines 
Patriziers im 30jährigen Kriege (Kunsthalle in Hamburg), und viele andere in 
Privatbesitz. 

Cfeyer, Karl Ludwig Otto, Bildhauer, geb. 8. Jan. 1843 in Charlottenburg, 
besuchte die Berliner Akademie und das Atelier Schievelbeins und studirte 1869 
in Kopenhagen das Thorwaldsen-Museum. Seine Werke sind Beliefbildnisse von 
Kfinstlem in der Eingangshalle der Nationalgalerie, der Fries an der Hauptfront des 
Berliner Bathhauses, allegorische Figuren auf der Belle- Alliancebrücke und das eherne 
Siegesdenkmal in Iserlolm mit der Statue Kaiser Wilhelms. 

Geyer, Konrad, Kupferstecher, geb. 15. Aug. 1816 in Nürnberg, Schüler des 
Illustrators Peter Karl Geissler, in Leipzig von Neher und Jäger und im 
Kupferstich Schüler von Preisel in München. 1851 Hess er sich in München nieder 
und stach dort die Kunstvereinsblätter : Nach Arthur von Ramberg Der Spaziergang 
mit dem Hofmeister, nach Ph. Foltz Mutterfreude, Der Kindertanz nach de Loose 
(Mus. in Leipzig), femer die Blätter: Die Begegnung auf dem See nach Bamberg, 
nach Roh. Beyschlag Schwerer Entschluss und Huldigung, Der Hypochonder nach 
Spitzweg, Der Börsenspeculant nach G. Flüggen, nach Pixis 3 Blätter Herbstf^eude, 
Sommerfrische und Wintervergnügen und nach Toby Rosenthal Seb. Bach mit seiner 
Familie bei der Morgenandacht (Mus. in Leipzig). 

Geyger, Ernst Moritz, Maler, Bildhauer und Radierer, geb. 9. Nov. 1861 in 
Rizdorf, ist der vornehmste Vertreter der neuen Stichradierung in Deutschland, 
Schüler der Berliner Akademie, arbeitete in Berlin, Rom, Florenz und auch in Dresden, 
wo er einige Monate lang Professor an der Akademie war. Unter seinen Bildern, 
die weniger bekannt sind, sind zu nennen: Kaiser Wilhelm am Todestag der Königin 
Luise auf dem Wege zum Mausoleum in Gharlottenburg, Am Waldesrand, Viehfütterung. 
Nach einigen für den Knnsthandel im Geschmack Landseers radierten Blättern trat 
er mit Originalthierradierungen hervor, die eine unglaubliche Kenntniss der Thlerwelt 
verrathen, z. B. Löwenstück, Der Marabu (als vortreffliche Satire auf den selbst- 
gefälligen Professor gedacht), einige Affenversammlungen, deren Mittelpunkt ein 
kleines Menschenkind bildet und die den Titel „Dai^winistische Disputation^ tragen. 
Sein grösstes Werk, die Frucht vierjähriger Arbeit, ist die grosse Wiedergabe (reiner 
Stich) nach BotticeUi's „Frühling^, im Auftrag von Sedelmayr in Paris geschaffen. Die 
unglaubliche Gewissenhaftigkeit, mit der das Blatt gearbeitet ist, lässt es denn doch 
ein wenig ängstlich und hart erscheinen. Ebenso könnte man bei G.'s im Uebrigen 
hervorragenden plastischen Arbeiten aussetzen, dass er sich zu sehr ins Detail verliert 
und gar nichts der Phantasie des Beschauers überlässt. unter seinen Skulpturen sind 
hervorzuheben : ein kleiner in Wachs modelUrter Affe, Löwen und Kampf eines Löwen 
mit einem Nilpferd, Bronzeguss. In der Berliner Ausstellung von 1894 waren fast 
alle die Arbeiten dieses hervorragenden Thierkenners vereinigt. 

Geyling, Franz, Historienmaler, geb. 16. Juni 1803 in Wien, f 10. Mai 1865 
in Steyr, als Professor an der dortigen Realschule. Er malte Rudolf von Habsburg, 
Oedipus im Hain der Enmeniden, Noahs Dankopfer, Herzog Ernst der Eiserne von 
Oesterreich rettet auf der Jagd die Herzogstochter Gimburga. 

Geyling, Joseph, Historienmaler, geb. 1825 in Wien, Sohn des gleichnamigen 
Hofmalers (f 1885), Schüler der dortigen Akademie. Von ihm werden genannt die 



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Gejling — Üherardo. 39 

Bilder: Albrecht lY. Graf von Habsborg nimmt bei seiner Abreise nach Palästina 
Abschied Ton seiner Familie, Prinz Bogen bei Peterwardein (Federzeichnnng). 

GeyllBg. Karl, Glasmaler, geb. 23. Febr. 1814 in Wien, f 2. Jan. 1880 das., 
Schiller der dortigen Akademie, brachte es seit 1840 in seiner Eonst sn grosser 
Meisterschaft. 1846 schmückte er die flanskapelle im Stttndehanse mit Glasmalereien 
nach Cartons von Schnorr, erhielt infolge dessen zahlreiche Aufträge and fahrte Glas- 
malereien ans im Stephansdom, in der Johanniter-, Lerchenfelder-, Lazaristen- and 
dentschen Ordenskirche, im Erönangsdom za Pressbarg, in der neaen Kirche in Nancy, 
in den Kapellen zn Teplitz, Weilbarg, Hömstein and namentlich in der YotivUrche 
za Wien. 

Gejling, Bv4olf, Genremaler, geb. 2. Febr. 1889 in Wien, bildete sich aaf der 
dortigen Akademie anter B ab en and Warzinge r, später während eines längeren 
Aafenthaltes in Italien and liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er Vorsteher 
der Glasmalerei-Anstalt von Karl Gheylings Erben ist. 1868 debtttirte er mit der 
Heimfahrt der Leiche SiegMeds; dann folgten die Genrebilder Die Kirchenschänder 
(Akademie in Wien), das lastige Bild Vergebliche Mtthe and mehrere andere in Bom 
gemalte Genrebilder and Vednten. 

Geyser, Cluriztlan GottUeb, Kapferstecher and Badierer, geb. 20. Aag. 1742 
in Görlitz, f 24. März 1803 in Leipzig, Schiller Ton Oeser. Za seinen besten 
Blättern zählt man: Die Verstossang der Hagar nach C. W. B. Dietrich, Die Nacht- 
feier Jesa nach Oeser, Das Johannisfest nach Knapfer, Caspar Netschers Kinder nach 
Netscher, Mondschein and Sonnenaufgang nach I^acker, Verkauf des Amor nach 
Oeser and 10 landschaftliche Blätter. Aach sein gleichnamiger Sohn, geb. 1772 in 
Leipzig, war Kapferstecher. 

Ghedlmu Ginseppe, Maler der Gegenwart in Venedig, Schiller der dortigen 
Akademie, malte aas der Geschichte and der Bomantik Bilder von tüchtiger Technik, 
aber ohne grosse Innerlichkeit. Eines seiner bekannten ist Andrea Contarinis Nöthigang 
zur Annahme der Dogenwahl 1867 (Akademie in Venedig). 1852 errang er sich die 
goldene Medaille. 

Ghendt, Emannel de, niederländ. Kapferstecher, geb. 1738 in St. Nicolas, 
t 17. Dec. 1816 in Paris. Za seinen besten Blättern zählt man: Die Promenade des 
Prinzen von Oranien nach A. van de Velde, Die Ernte nach Moacheron, Die Schnitter 
auf den Feldern nach Karel Eisen, 2 landschaftliche Blätter nach Berchem and 
8 Blätter za Ftoölons «Telemach^. 

Gherardi, Antonio, ital. Maier, geb. 1644 in Bieti, f 1702 in Bom, Schüler 
von Mola and später Ton Pietro da Cortona, malte viel für römische Kirchen. 
Die einzigen bekannten Badienmgen von ilmi sind 6 Blätter mit der Marter der heil. 
Martina. 

Gherardl, Cristofano. genannt Doeeno, ital. Maler, geb. 1600 za Borge San 
Sepolcro, f 1666 das., Schüler des Baffaello dal Celle and später in Florenz, 
Äeond and Gelulfe des Vasari, nach dessen Entwürfen er theils allein, theils oiit 
BattistaCangi viele Malereien in Bologna, Venedig, Perugia, Cortona und anderen 
Städten ausführte. Besonders geschickt war er in der Freskotechnik. 

Gherardl, Fllippo, itaL Maler, geb. 1643 in Lucca, f 1704 das., Schüler von 
Pietro da Cortona, malte viel in Gemeinschaft mit dem ihm sehr ähnlichen 
Giovanni Coli. Bilder von ihnen in Bom und von Gherardl allein im Karmeliter- 
kloster seiner Vaterstadt. 

Gherardini, Alessandro, geb. 1666 in Florenz, f 1723, Schüler vonAlessandro 
Bossi und Nebenbuhler Gabbianis. Er besass grosse Fertigkeit in der Nach- 
ahmung der Kunstweise anderer Maler, schuf aber auch manche sinnreich erfundene 
Bilder. Im Kloster S. Marco zu Florenz malte er mit Hilfe anderer Künstler Scenen 
aus dem Leben dee heil. Antonius. 

Gherardini, Tonunaso, ital. Maler, geb. 1716 in Florenz, i 1797 das., Schüler 
von Vincenzo Meucoi, war besonders geschickt in der Nachahmung von Stein- 
reliefs, womit er einen ganzen Saal in den Uffizien schmückte, malte aber auch 
Historienbilder in Oel und in Fresko. Seine 3 besten Bilder befinden sich im Hof- 
moseum zu Wien, nämlich Ein Pan-Ch»fer, Victoria und Fama auf einem Siegeswagen 
nnd Der Triumphzug der Ariadne, aUe drei 1777 nach antiken Basreliefs, grau in 
grau in Wassenarben. 

Gherardo 4el Fora, Miniaturmaler, Mosaikarbeiter und Kupfersteeher, geb. 
am 1446, f um 1497, beeinflusst von Dom. Ghirlandajo. Sein bedeutendes 
Hauptwerk, ein Denkmal ersten Banges, ist in der Biblioteca Lanrenziana zu Florenz 



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40 Gherardo — Ghiberti. 

ein Ordo missale mit einer DarstoUong der Yerkttndigaog, zahlreichen Vignetten» 
einem grossen Bilde des Gekreuzigten zwischen Maria nnd Johannes, and Christi 
Beweinong, nmrahmt von einem sStarartigen Aofbau mit einem Tritonenrelief und 
Rosenkränzen. 

Gherardo dalle Notti, »• Honthorst. 

Gherlng, Anton^ Maler, Deutscher von Geburt, wahrscheinlich Schttler von 
Peter Neefs d. Ae. in Antwerpen, wo er 1662 Meister der Gilde wurde und 
1668 in grosser Armuth starb. Er machte sich einen Namen durch Darstellungen 
des Inneren von Kirchen im Benaissancestil. Ein derartiges Bild von ihm im Museum 
zu Dresden aus dem Jahre 1664, ebenso im Hofmuseum zu Wien aus dem Jahre 
1665 das Innere der 1718 verbrannten Jesuitenkirche in Antwerpen mit 2 Bildern 
von Bubens, dem letzteren ähnliche Bilder in der Pinakothek zu München, in der 
Akademie in Wien und im Museum del Prado zu Madrid. 

Öfheyn, Jakob de, d. Ae., Historienmaler und Kupferstecher, geb. 1565 in 
Antwerpen, f um 1616, Schttler von Heior. Goltzin s, malte anfangs Blumen 
und Miniaturen, aber auch Bilder, z. B. für eine Kirche in Brttgge die heil. Helena 
die von Christus das Kreuz empfängt. G., einer der besten damaligen Stecher, 
übertrifft an Farbigkeit die Blätter seines Meisters Goltzius. Zu den besten seiner 
zahlreichen Stiche gehören: das treffliche friedsame Ehepaar, nach Goltzius die 
4 Evangelisten und 12 Blätter mit der Leibwache des Kaisers Budolf II., nach 
van Mander die Flucht nach Aegypten, der verlorene Sohn, Perseus und Andromeda, 
die Entführung der Europa und das Urtheil des Midas, nach Bloemaert die Verkündigung, 
nach van de Broeck Christus am Kreuz zwischen den beiden Schachern und das 
Göttermahl, nach Th. Bemard Diana und Actäon, andere historische Bilder und 
Bildnisse nach eigener Zeichnung. 

Gheyn, Jakob de. d. J., Maler und Badierer, geb. um 1594 in Antwerpen, 
Sohn und Schüler des Vorigen, bildete sich in Italien, radierte geisti-eiche Blätter 
mit Masken und phantastischen Köpfen, auf 7 Blättern die Weisen Griechenlands 
(1616) und nach Tempesta in Gemeinschaft mit C. Boel auf 8 Blättern die Thaten 
Karls V. 

Gliezzi) Pietro Leone^ ital. Historienmaler, Caricaturenzeichner und Badierer, 
geb. 1674 in Bom, f 5. März 1755 das., Sohn und Schüler des Malers Giuseppe G., 
war auch Oel- und Freskomaler, erwarb sich aber grösseren Buf durch seine 
Caricaturen. Er stach eine Anbetung der Hirten, Petrus erhält von Christus das 
Schlüsselamt, nach seinem Vater St. Joseph mit dem Kinde in den Armen, und 
ausserdem einige Bildnisse. Papst Benedikt XIV. ernannte ihn zum Direktor seiner 
Mosaicistenschde. 

Ghiberti« LorenzO) berühmter ital. Goldschmied, Bildhauer und Erzgiesser, 
geb. 1378 in Florenz, f 28. Nov. 1455 das., Sohn eines Goldschmieds, soll in der 
Zeichenkunst Schüler des Gherardo Starnina gewesen sein. Er trat zuerst 
1401 in einer Concurrenz für die noch fehlenden Thüren des Baptisteriums auf, an 
der sich auch Brunellesco und Quercia betheiligten. Es war darin die Aufgabe 
gestellt, die Opferung Isaaks darzustellen. Er trug mit einem Belief (jetzt im 
Bargello zu Florenz) den Sieg davon, infolge dessen ihm die nördliche Thür über- 
tragen wurde. 1403 begonnen, aber erst 1424 vollendet, stellt sie nach dem Muster 
der älteren südlichen Thür des Andrea Pisano auf 20 Feldern Scenen aus der 
Geschichte Christi, sowie die Evangelisten und die 4 grossen Kirchenväter dar, und 
zwar in dem noch einfachen, strengen Stil seines Vorgängers, aber mit grosser 
Feinheit der Ausführung. Daneben entstand schon 1414 an der Ostfa^ade von 
Orsanmichele die noch an jenen Stil erinnernde Erzstatue Johannis d. T., der 1419 
an der Westseite die Erzstatue des St. Matthäus und 1428 die des St. Stephanus 
folgten, in dem sich schon die Schönheit des neuen StUs klar ausspricht. Nadiidlen 
diesen Arbeiten wurde ihm jetzt auch die noch fehlende östliche Thür übertragen, 
die 1427—47 gearbeitet, das berühmteste Meisterwerk seines Lebens ist. Sieen&lÜt 
auf 10 Feldern eine auf eine vielleicht zu malerische Weise in perspektivisch ab- 
gestuftem Plan mit landschaftlichem oder architektonischem Hintergrund gearbeitete 
Fülle lebensvoller Schönheitscenen aus dem A. T. von der Erschaffuig des Menschen 
an, von denen sich stets mehrere Momente auf demselben Felde befinden. Es sind Bild- 
werke, aus denen alle folgenden Mider und Bildhauer ilure besten Inspirationen schöpften. 
Aus der Zahl seiner übrigen plastischen Werke sind zu nennen: die trefftiche Grab- 
platte des Leonardo Dati in Sta. Maria NoveUa (1424), ,2 dramatisch-lebendig behandelte 
Beliefs am Taufbecken in S. Giovanni zu Siena (1427) mit der Taufe Christi und 



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Ghirlandajo — Ghisi. 41 

der GefaDgennahme des Täufers, der Beliqoienkasten des heil. Uyacinthos im Bargello 
zu Florenz (1428) und der Beliqnienschrein des heil. Zenobios im Chor des dortigen 
Domes (1440) mit Scenen aus dem Leben dieses Heiligen, ebenfalls ?oll dramatischen 
Lebens und grosser Schtoheit der Gestalten. Neben mehreren anderen kleineren 
Arbeiten der Plastik fertigte er auch Zeichnungen zu den Glasmalereien in der 
Kuppel des Doms zu Florenz, war eine Zeit lang Gehilfe Brunellescos beim Bau 
dieser Kuppel und schrieb ein in der dortigen Nationalbibliothek abschriftlich noch 
erhaltenes kunsttheoretisches und kunsthistorisches Werk. — Seine Biogr. von 
Perkins (1886). 

Ghirlandajo, Benedeite, ital. Maler, geb. 1468 in Florenz, f 17. Juli 1497 das., 
Bruder des D o m e n i c o G., anfangs Miniaturmaler, war bei Lebzeiten seines Bruders 
nur in dessen Werkstatt thätig, vollendete mit seinem Bruder Davide die unvollendet 
hinterlassenen Werke des Domenico, arbeitete dann in Frankreich und in Florenz. Von 
ihm im Louvre ein ziemlich ungeschicktes Bild Christi auf dem Wege zur Bichtstatt 
und in der Pinakothek zu München Die heil. Katharina von Siena; von ihm und seinem 
Bruder Davide im Berliner Museum eine Auferstehung Christi. 

Gliirlauda]o, Davide, ital. Maler, geb. 14. März 1452 in Florenz, f 10. April 
1525 das., war bei Lebzeiten seines Bruders D o m e n i c o hauptsächlich dessen Gehüfe, 
später als Mosaicist an den Domen von Orvieto, Siena und Florenz thätig. 

Ghirlandajo. Domenloo, eigentlich D. dl Tommaso Blgordl, der bedeutendste 
florentiner Maler des 15. Jahrb., geb. 1449, f 11. Jan. 1494 in Florenz, Schüler des 
Alesso Baldovinetti, den er aber, in die Fussstapfen Masaccios tretend, sehr 
bald übertraf. Er wusste den idealen Gestalten seiner Heiligen und den sie um- 
gebenden Personen eine recht historische Würde und feierliche Erhabenheit und durch 
kräftiges Colorit eine grosse Lebensfrische zu verleihen, brachte auch in seinen 
kirchlich-historischen Darstellungen, meistens Wandgemälden, häufig Bildnisse seiner 
Zeit an^ die nicht als Heilige, sondern nur als Zuschauer und Zeugen der heil. 
Handlung erscheinen. Eines seiner frühesten Werke ist die Berufung des Petrus 
und Andreas zum Apostelamt, eines der ausgezeichnetsten Wandgemälde der Siztinischen 
Kapelle zu Rom, in der Anordnung eiMach und klar mit dem hohen Adel eines 
strengen Stils; noch bedeutender und umfassender 6 Fresken aus dem Leben des 
heil. Franciscus v. Assisi in der Sassetü-Kapelle der Kirche Santa Triniti daselbst 
(1485) mit einer Fülle von Nebenpersonen mit Bildnisszflgen, annähernd auf gleicher 
Stufe die Wandbilder der heil. Fina in der Pfarrkirche zu S. Gimignano, und die 
höchst bedeutsamen Fresken in der Chorkapelle von Sta. Maria Novella (1485—90), die 
in vielen meisterhaften Scenen das Leben der Maria und Johannis des Täufers be- 
handeln und ebenfalls reich an zeitgenössischen Zuschauem sind. Hier lernt man 
den Maler als den Lehrer Michelangelos und als Vorbild Bafifaels am besten kennen. Von 
seinen weiteren bedeutenden Werken sind zu nennen: in Ognissanti in Florenz der 
heil. Hieronymus (1480, Fresko) und im B«fektorium das Frühbild des AbendmahLs, 
im Wesentlichen wiederholt im kleinen Befektorium von S. Marco und unter seinen 
im Allgemeinen weniger interessanten Tafelbildern eine Anbetung der Hirten (1485) 
in der Akademie zu Florenz, eine Anbetung der Könige mit grossem Gtefolge in 
Sta. Maria degli Innocenti (1488), ein Altarbild der thronenden Madonna von gefühl- 
voller Grazie im Dom zu Lucca, eine Heimsuchung Maria (1491) im Louvre und um 
1490 das prächtige Altarwerk, dessen Haupttafeln sich theüs in der Pinakothek zu 
München, theils im Museum zu Berlin befinden, die schwächere Bückseite dieses 
letzteren Bildes grossentheils von seinen Brüdern Davide und Benedetto G. 

Ghirlandajo, Bidolfo, ital. Maler, geb. 4. Jan. 1482 in Florenz, f 6. Juni 1561, 
Sohn des Vorigen, aber ihm bedeutend nachstehend, Schüler seines Oheims Davide G., 
und beeinflusst von Lionardo da Vinci und Fra Bartolommeo, eiferte in der ersten 
Zeit seinem Freunde Baffael nach und war in Zeichnung und lebensvollem Ausdruck 
noch sehr lobenswerth, z. B. in 2 Scenen aus dem Leben des heil. Zenobins (in den 
Uffizien), in der Geburt Christi (Eremitage in St. Petersburg), in der Gürtelspende 
im Dom zu Prato, Verehrung des Christkindes (Museum in Berlin) und Anbetung 
der Hirten (1510, Landesgalerie in Budapest), später verf el er in geistlose, handwerks- 
mäBsige Manier. 

Ghlsi, Adamo, s. Sealtor. 

Ghlai, Diana, g. Scoltor. 

Glüsi, Giovanni Battlsta, s. Sealtor. 

Ghlsl, Giorgi, genannt Mantovano, ital. Kupferstecher, geb. 1520 in Mantua, 
t 15. Dec. 1582 das., kam 1540 nach Rom, wo er die Werke Michelangelos studirte 



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1 



42 Ghislandi — Öianelli. 

und dessen Bilder der Propheten und Sibyllen in der Sixtinischen Kapelle stach, eben- 
so dessen Jttngfstes Gherioht auf 11 Platten. Trefflich sind aach seine Stiche nadi 
Baffaels Madonna di Loreto, Dispata del Sacramento und Sehale von Athen, Venus 
nnd Adonis, Die Vision Esechiels, Urtheil des Paris und Andere nach J. B. Bertano, 
aach Blätter nach L. Penni, Perin del Vaga and Gialio Romano. 

Ghislandi, Fra Yittore, ital. Maler, geb. 1665 in Bergamo, f 1743, Schüler 
von Sebastiane Bombelli, bildete sich in Venedig, wo er sich 1701 niederliess, 
besonders nach Tizian zu einem trefflichen Bildnissmaler von charakteristischem Aus- 
drack und vorzüglicher Behandlang des Fleisches. 

Ghisolfl, Enrico, ital. Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. im Dorf Barolo 
(Sardinien), lebt in Turin, wo er besonders Landschaften aus der Lombardei and 
Piemont malte. Solche sind z. B. Der Winter (1877), Der Sonnenuntergang (1880), 
Porto Maurizio, Der Gardasee (1884), und andere Ansichten aas Ligarien. 

Ghisolfl, Gioranni, ital. Maler, geb. um 1623 in Mailand, f 1680 das., Schiller 
von Salvator Rosa in Rom, malte hauptsttchlich in dieser Stadt staffirte 
Architekturbilder und perspektivische Ansichten. Im Museum zu Dresden von ihm 
Die Ruinen von Karthago, Ein Seehafen und Ruinen am Meere. 

Ghitti, Pompeo, ital. Maler und Radierer, geb. 1681 in Marone am Iseo-See, 
1 1703, Schiller von ttavio Amigoni in Bresciaund später (Gehilfe von DiseepolL 
Man hat von ihm einige Historienbilder und radierte Blätter: nach DiscepoU 
eine heil. Familie und die Ruhe wäf der Flucht nach Aegypten, eine DomenkrOnung 
Christi nach Tizian, und der heil. Manrus Kranke heilend. 

GiachettOy eigentlich Jaqaet, genannt FrancioBO, franz. Bildnissmaler zor 
Zeit des Jan van Eyck und Regier v. d. Weyden. Er malte in Rom das zu seiner 
Zeit viel bewunderte Bildniss des Papstes Eugen IV. (1431—47). 

Giaeomelli, Heetor, franz. Zeichner und Radierer, geb. 1. April 1822 in Paris, 
war anfangs Ciseleur und Graveur und lieferte dann fUr zahlreiche Prachtwerke 
Ornamente und eigene Gompositionen. Von ihm Initialen und Randzeichnungen zu 
Dor^ Bilderbibel, Zeichnungen fttr Delapalmes „Le livre de mes petits enfiants'' 
(1866), für Michelets „L'oiseau* und „L'insecte^ (1876), schrieb auch einen Katalog 
der Werke Raffets (1872). Ritter der Ehrenlegion seit 1878. 

GiaGonetti, Ignazio, s. Jacometli. 

Giaeoinotti, Felix Henri, franz. Maler, geb. 18. Nov. 1828 in Quingey (Dep. Donbs), 
Schiller der Ecole des beaux-arts und von Picot, erhielt 1864 den grossen römischen 
Preis für sein Bild Besuch der Engel bei Abraham und malte später vorzUgliche 
mythologische Bilder von tiefem, warmem Golorit, aber auch religiöse, denen er oft 
einen allzu weltUchen Charaktor verlieh. Seine Hauptwerke sind : Nymphe and Satyr 
(1861), der Raub der Amymone (1865, im Luxembonrg), Christas segnet die Kinder 
(1867) und Christus lehrt im Tempel (beide in der Kirche St. Etienne du Mont in 
Paris), Entwürfe zu einem Deckengemälde im Museum des Luxembourg (1878) und 
zahlreiche charaktervolle Bildnisse. Er wurde durch 3 Medaillen ausgezeichnet und 
erhielt 1867 das Kreuz der Ehrenlegion. 

GiambeUini« 8. Bellini, Giovanni. 

Giambono, Miehele, eigentlich M. di Giovanni Bono, Maler und Mosaikarbeiter 
der 1. Hälfte des 15. Jahrb. in Venedig, wo er 1430 in der Kapelle de'Mascoli von 
S. Marco Mosaiken aus dem Leben der Maria schuf. Weniger lobenswerth ist sein 
Altarbild Christi mit 4 Heiligen in der dortigen Akademie. Im Berliner Museum 
von ihm eine Magdalena von Engeln emporgetragen. 

Gianpaolo, Francesco, ital. Maler, geb. 28. Dec. 1857 in Messina, stellte 
1884 in Turin sein beifällig aufgenommenes Bild Eine günstige Gelegenheit aus, im 
folgenden Jahre eine Odaliske und ein landschaftliches Bild. Dann folgten die Genre- 
bilder : Lasst uns Frieden machen, Wasserverkäuferin in Neapel, Weisse Sdavin, Der 
erste Kuss, Heiteres Leben u. A. 

Giampietrino. oder Gianpedrino, ital. Maler des 15. und 16. Jahrb., Schiller 
and schwacher Nacnahmer des Lionardo da Vinci und Copist desselben, zeichnet 
sich durch den sanft lächelnden Zug aus, den er seinen weiblichen Köpfen zu ver- 
leihen weiss. Von ihm in der Brera zu Mailand eine heil. Magdidena, in der 
Eremitage zu St. Petersburg der Heiland, eine lionardeske, das Kind anbetende Madonna 
in S. Sepolcro zu Mailand und in der Pinakothek zu Turin eine auch dem Marco 
d'Oggionno zugeschriebene Kreuztragung. 

Gianelli, Giovanni Domenico. Bildhauer, geb. 1765 in Kopenhagen, Bruder 
des Pietro Leonardo G., erhielt 1799 die goldene Medaille fttr sein Relief 



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Gianelli — Gibbon. 43 

Jakob segnet die Söhne Josephs, fertigte mehrere Büsten nnd ging am 1812 nach 
London, wo er noch 1819 thätig war. 

Glanelliy Pietro Leonardo, Medailienr, geb. 27. Oct. 1767 in Kopenhagen, 
t 23. Dec. 1807 das., bildete sich auf der dortigen Akademie, widmete sich der 
Medaülenrknnst, bereiste 1791—96 das Aasland und wurde 1798 Mitglied der 
Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm eine Medaille auf die Abschaffung des Neger- 
handels, auf die Schlacht vom 2. April 1801 u. A. Sein Sohn Harald O«, geb. 18. Febr. 
1803 in Kopenhagen, f schon 4. Febr. 1832, war Bildhauer und Medailleur. 

Gianl, Giuseppe, ital. Genremaler, geb. 1829 in Cerano, (Provinz Como), be- 
handelt vorzugsweise Stoffe der Romantik und des Familienlebens, z. B Der von 
seiner Familie besuchte politische Gefangene, Linda von Ghamounix, Pia von Tolomei 
von dem Geliebten Abschied nehmend, malte auch viele Bildnisse. 

Glanl, Yincenzo, ital. Bildhauer, geb. im Oct. 1831 in Como, bildete sich in 
Turin und namentlich unter dem Bildhauer Vela. Von ihm eine Statue des Ballila 
in Genua, eine Statue der Gerechtigkeit am Palast Garignano zu Turin, eine Statue 
Garibaldis, die Bttsten von Cavour, Massimo d'Azeglio und Galileo Galilei. 

Glannetti, Rafaele, ital. Maler der Gegenwart, geb. in Genua, lebt in Venedig, 
wo er sich nach P. Veronese bildete. Seine Hauptbilder sind: Der Kirchenbann 
des Bemabo Visconti, Tizian am Hofe von Ferrara, Erste Begegnung Dantes und 
Beatrices, Begegnung der Dichterin GkMpara Stampa mit Gollatino, Giovanni Barbarigo 
befireit Ae KGnigin Maria von Ungarn, auch ein Bild des Inneren der Kirche 
S. Giovanni e Paolo in Venedig. 

Giannicola dl Paolo, auch genannnt Hanni, ital. Maler, geb. in der 2. Hftlfte 
des 15. Jahrh. zu Cittii della Pieve, f 27. Oct 1544 in Perugia, Schüler und Gehilfe 
von Perugino. Seine meisten und besten Bilder befinden sich in der Pinakothek 
Vannucci zu Perugia, nämlich eine Madonna mit S. Jacobus und S. I^anciscus, ein 
Martyrium der 4 Gekrönten, der segnende Christus in den Wolken zwischen Maria 
und dem Tänfer, eine Madonna mit den Kindern Jesus und Johannes, und das 
Temperabild Christus und die 14 Heiligen aus dem J. 1507, in S. Martino zu Perugia 
das Freskobild S. Martin und der Arme, im dortigen Dom ein wunderth&tiges Bild 
der Madonna delle Grazie und in der Kapelle dl San Giovanni des Cambio zu 
Perugia Gewölbemalereien aus den Jahren 1515—19, darstellend das Himmelreich 
mit dem thronenden Gott Vater, umgeben von Aposteln, Evangelisten, Kirchenvätern 
und anderen Heiligen, an den Wandflächen die Geschichte des Täufers in einer Reihe 
von Fresken. 

(i^iannone, Niccolö, ital Maler, geb. im Febr. 1848 in Palermo, bildete sich 
unter dem Maler Salvatore lo Forte und vervollkommnete sich in Born und 
Florenz. Man nennt unter seinen BUdem das Innere der OappeUa Palatina in 
Palermo, das Genrebild Die Freude einer Mutter, und im Musikcollegium zu Palermo 
ein Bild der Musik (Tempera). 

Gianpedrino« «• Glampietrlno. 

Giaquinto, Corrado, ital. Maler, geb. um 1700 zu Molfetta in ünteritalien, 
Schiller von Solimena in Neapel und seit 1723 von Conca in Bom, malte im 
Geschmack des Letzteren* manierirte Bilder, wurde 1753 an den Hof von Madrid 
berufen, wo er Hofmaler und Direktor der Akademie von S. Fernando wurde und 
durch seine kirchlichen und historischen Bilder viel Beifall fand. 1761 kehrte er 
nach Neapel zurück. 

Giarola, Antonio, genannt il Cavaüere Coppa. ital. Maler, geb. 1595 in 
Verona, f 1665, Schttler von Guido Beni und von Albani und in seinen oft mit 
Figuren überladenen Historienbildern ein glücklicher Nachahmer derselben. Er trat 
als Hofmaler in den Dienst des Herzogs von Mantua. Von ihm in S. Fermo zu 
Verona ein Bild aus dem Leben des heU. Antonius von Padua. 

Giarrizso, Salvatore, ital. Bildhauer, geb. 1853 in Piazza Armerina auf 
Sizilien, widmete sich bis 1879 der Holz- und Alabasterschnitzerei unter Valenti 
in Palermo, fertigte viele kunstreiche Mobilien, ein Denkmal Garibaldis in seiner 
Vaterstadt, einen Springbrunnen in Villarosa und mehrere Grabdenkmäler. 

Gibbon, Benjamui Phelpg, engl. Kupferstecher in Linienmanier und Stahl- 
stecher, geb. 1802 in Penally (Pembrokeshire), f 26. Juli 1851 in London, Schiller 
von Scriven und von Robinson, stach besonders nach Landseer viele Blätter, 
darunter : Die beiden Hunde, Jack in (Mce, Hunde vor einem Kamin u. A., nach Mulready 
der Wolf nnd das Lamm, ein landschaftliches Thierbild nach Gauermann and einige 
BUdnisse. 



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44 Gibbons — Gibson. 

Gibbons, Giinllng, engl. Büdner in Holz und in Stein, geb. 4. April 1648 in 
Rotterdam, f 3. Ang. 1721 in London. 1671 an den Hof Karls U. nach England 
berufen, widmete er diesem König und dessen Nachfolgern seine Thätigkeit. Unter 
seinen Holzschnitzereien werden besonders gerühmt die ChorsttUüe in der St. Panls- 
kathedrale, die Schnitzwerke in den Staatsgemächem zu Windsor, in der Kapeile 
des Trinity College in Oxford nnd Andere in Chatsworth, Petworth und Borloigri^ 
alle aasgezeichnet durch Wahrheit und geschickte Technik. Später widmete er sieii 
mehr den Arbeiten in Marmor und in Bronze und schuf hierin für seine Zeit bedeutende 
Werke, z. B. das Piedestal der Statue Karls 11. auf Oharing Gross in London, das 
Denkmal des Viscount Camden in der Kirche zu Exton, mehrere Statuen im Hof der 
Londoner Börse und das Denkmal Newtons in der Westminsterabtei. Ziemlich miss- 
Inngen ist seine Bronzestatue Jakobs U. an der Bttckseite von Whitehall Ghapel. 

Gibbs, James, engl. Architekt, geb. J674 bei Aberdeen, f 6. Aug. 1754 in 
London, studirte anfangs Mathematik, ging dann 1694 nach Holland, wo er die 
Baukunst ergriff und vom Grafen von Mar in den Stand gesetzt wurde, nach Italien 
zu gehen, wo er 10 Jahre die Plastik und die Baukunst betrieb. 1710 kehrte er nach 
England zurück und baute 1721—26 die mit Unrecht für sein Meisterwerk gehaltene 
Kirche St Martin in the Fields und bald nachher die Kirche St. Mary le Strand. 
Eines seiner grössten Werke ist die BadclüFe-Bibliothek in Oxford (1737— 49); dann 
folgte das gothische Viereck von All Soiüs in Oxford, in Cambridge in klassischem 
Stil der grosse Hof von Kings College und das Haus des Senats, femer das St. 
Bartholomew-Hospital und Dytchley Honse in Oxfordshire. Von ihm auch die 
Zeichnung zum Denkmal des Herzogs Yon Newcastle in der WestminsterabteL Durch 
alle diese Arbeiten gelangte er zu bedeutendem Ruf. Er schrieb auch ein „Hand- 
buch der Architektur^ (1728), „Regeln für Bauzeichnungen'' (1732) und eine Be- 
schreibung der genannten Radcliffe-Bibliothek (1747). 

Gibeiluy Esprit Antoine, franz. Historienmaler und Radierer, geb. 17. Aug*. 
1739 in Aix, f 23. Dec. 1814, malte nach seiner Rückkehr aus Italien in seiner 
Heimath viele Fresken in Kirchen und Palästen und radierte meistens eigene 
Compositionen historischen und allegorischen Inhalts. 

Oibert, Jean Baptiste Adäphe, franz. Landschaftsmaler, geb. 1802 za 
Pointe k Pitre auf Guadeloupe, in Paris Schüler von Gullion-Lethiöre und der 
]^le des beaux-arts, erhielt 1829 den grossen Preis für Rom, wo er sich niederliess. 
Unter seinen Landschaften sind zu nennen : Wald von Nettuno, Schlacht bei Bckmühi 
(Museum in Versailles), Die kalydonische Eberjagd, Ufer des Teverone (1850), Die 
Akropolis von Athen (1853), Ansicht von Ardea, Ansicht von Abu Mandnr in Unter- 
ägypten (1863) und mehrere dergleichen aus Sizilien. 

Gibertiy Antonio, ital. Kupferstecher, geb. in Mailand, f vor 1830, Schüler 
▼on Longhi. Eines seiner besten Blätter ist die Darstellung Jesu im Tempel nach 
einem der Fresken Luinis in der Madonnenkirche zu Saronno (1815), auch Napoleons 
Uebergang ttber den St. Bernhard nach David (in Gemeinschaft mit Longhi, 1809). 

Gibson, David Cooke. engl. Genremaler, geb. 4. März 1827 in Edinburg, 
t schon 6. Oct. 1856, Schttler seines Vaters, eines Bildnissmalers, malte anfangs 
ebenfalls Bildnisse, besuchte die schottische Akademie, liess sich in London nieder 
und besuchte Belgien und die Museen in Paris. Unter seinen Bildern sind zu nennen : 
Der kleine Fremdling, Ländliche Erziehung, Zigeuner in Sevilla. 

Gibson, John, engl. Bildhauer, geb. 1790 in Gyffin bei Conway (Wales), 
t 27. Jan. 1866 in Rom. Mit grossem künstlerischem Talent begabt, wurde er 1806 
in Liverpool Schiller von Samuel Francis und machte so glttiuEende Fortschritte, 
dass er auf den Eath seiner Gönner 1817 nach Born ging und sich unter Canova 
welter bildete. Seine ersten Werke waren: Der schlaiende Hirte, Mars und Amor 
(1819), eine von Zephyren getragene Psyche, Die Begegnung Heros und Leanders, 
die Marmorgruppe Hylas und die Nymphen (Nationalgalerie in London), der oft von 
ihm wiederholte Amor als Hirt verkleidet und die von Amor gequälte Psyche, die 
er selbst für sein Meisterwerk hielt. Erst 1844 kehrte er zur Aufstellung seiner 
Statue Huskinssons (Börse in London) nach England zurück und wiederholte dieami 
Besuch fast jährücL 1847 entstand auch das Modell seiner Statue der Königin 
Viktoria, bei der er nach Art der antiken Polychromie Farben anwandte, was er trota 
allen Tadels bei einer Statue Stephensons (1851) und einer Bttste des Prinzen von 
Wales (1854) wiederholte. 1850 begann er in Bom das Modell einer thronenden 
Königin Viktoria, neben ihr die Figuren der Weisheit und der Gerechtigkeit (im 
Parlamentsgebäude) und seine berühmt gewordene Statue der Venus, die YöUig 



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Gibson — Giessmann. 45 

polychromisch ausgeführt, von Manchen als geschmacklos getadelt, sei . dreimal 
wiederholtes Liebl^gswerk war. Sein schönstes Werk sind wohl die Idealfigaren am 
Grabmal der Hersogin von Leicester in der Kirche zu Longford (Derby). Jedenfalls 
sind seine idealen Bildwerke künstlerisch bedeutender als seine Bildnissstatnen. Er war 
Mitglied der Akademie von S. Lnca, München etc., Ritter der Ehrenlegion und des 
Ordens ponr le mMte. — SeineBiogr. von Lady Bastlake (1870). 

GiMODy Patrioky engl. Landschaftsmaler, geb. im Dec. 1782 in Edinbnrg. 
Schüler von Alexander Nasmyth und der Tmstees'Academy. Seit 1805 malte 
er in London Landschaften und landschaftliche Architektarstücke, war anch Schrift- 
steller in Ennstangelegenheiten, schrieb Tiele Artikel für Zeitschriften und gab 1818 
in Badiernngen anserw&hlte Ansichten von Edinbnrg heraus. 

Gibson, Biekard, bekannt unter dem Namen der Zwerg, engl. BUdnissmaler, 
geb. 1616 wahrscheinlich in Cumberland, f 28. «Tuli 1690 in London, war anfangs 
Page einer Dame in Mortlake, lernte das Zeichnen bei einem Tapetenmaler, ahmte 
die Werke Lelys nach, und malte besonders in Wasserfarben. Später heirathete er 
die Zwergin der Königin, wurde Zeichenlehrer der Königin Anna und in Holland 
der ihrer Schwester, der Prinzessin Marie von Oranien. Mehrmals portraitirte er 
Gromwell. — Seine Tochter Snsanna Penelope G«« geh 1642, f 1700, war ebenfalls 
Büdnissmalerin. Ihr bestes Bild war das des Bischofs Bumet als Kanzler des 
Hosenbandordens. 

Gibson, Thomas, engl. Bildnissmaler, geb. um 1680, f 28. April 1751 in 
London, malte gut gezeichnete, ausdrucksvolle Bildnisse, z. B. des Kupferstechers 
Vertue (1723) und des Astronomen Flamstead. Viele seiner Bildnisse wurden 
gestochen. 

Gibson, William, Miniaturmaler, geb. 1644 in London, f 1702, Neffe von 
Bichard G., widmete sidi nur der Miniaturmalerei und copirte in dieser Kunst 
▼iele Gemälde von Lely. 

Gide, Th^opkile, franz. Maler, geb. 15. März 1822 in Paris, f 29. Not. 1890 
das., Schüler von Delaroche und C o g n i e t, yersuchte sich in verschiedenen Zweiern 
des Genres, auch in der Historienmalerei und am erfolgreichsten in sehr realistischen 
Scenen des italienischen Klosterlebens. Dahin gehören: Messe in einer Kirche der 
Pyrenäen, Auferweckung des Jünglings zu Nain, Ludwig XI. und Quentin Durward, 
Messe in der Umgegend von Neapel, Probe einer musikalischen Messe, Besuch des 
Papstes Plus IX. in einem Nonnenkloster, das Refektorium der Grande Chartreuse, 
Le Sueur bei den Karthäusermönchen, Karls IX. Besuch bei dem verwundeten Coligny, 
Karl IX. unterzeichnet den Befehl zum Blutbad der Bartholomäusnacht, Die junge 
Kranke u. A. 1866 wurde er Bitter der Ehrenlegion. 

Gierymski, Alexander, pohlischer Maler der Gegenwart, Bruder des Max G., 
malte, in If ünchen ansässig, Genrebilder von lebenswiJirer Auffassung, aber wenig 
befriedigendem Colorit, z. B. Die Lektüre, Römische Osteria, Gerichtsscene aus 
dem »Kaufinann von Venedig^, Die Morraspieler, In der Laube, Der Witteisbacher 
Platz in München. 

Gieryinski, Max, Genremaler, geb. 16. Oct. 1846 in Warschau, f 16. Sept. 
1874 in Reichenhall, kämpfte 1868 im polnischen Aufstande gegen Russland, studirte 
in Warschau, ging dann nach München und malte als Schüler von Alex. Wagner 
sein erstes Bild Attacke kubanscher Kosaken. Dann kam er ins Atelier Ton Fr. Adam 
und wurde durch Schleichs Einfluss zur Landschaft geführt, die er mit reicher 
Staffage gewöhnlich melancholischen Charakters malte. 1872 besuchte er seine Heimath, 
kehrte aber krank zurück, ging desshalb nach Meran, Rom und Reichenhall, wo er 
seinem Leiden erlag. Unter seinen in jeder Beziehung meisterhaften Bildern sind 
die bedeutendsten: Auszug zur Jagd, Betende Juden an der Weichsel, Nächtliche 
Hausdurchsuchung, Spazierritt im Walde (Museum in Königsberg), Landstrasse in Polen 
am Winterabend, Alarm im Insurgentenlager (1863) und sls letztes Bild Parforce- 

ß' gd im vorigen Jahrhundert (1874, Nationalgalerie in Berlin). Er erhielt 1872 die 
. gold. Medaille und war Ehrenmitglied der Berliner Akademie. 

Giese, Ernst, Architekt der Gegenwart in Dresden, trug bei mehreren Con- 
cnrrenzen den Sieg davon, arbeitete häufig mit Weidner zusammen, baute in 
Düsseldorf das schöne neue Stadttheater und die Kunsthalle; von Beiden zusammen 
die Martin Luther-Kirche in Dresden. 

Giessmann, Friedriek, Historienmaler, geb. 1810 in Leipzig, f 1847 in München, 
Sohn eines Bildhauers und Holzschneiders, wurde Schüler der Akademie in Leipzig 
unter Hans Veit Schnorr v. Carolsfeld, setzte seine Studien in Dresden 



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46 <^id<^ — Gtigoia. 

und seit 1832 in München fort, wo er sich ansschliesslich der Historienmaierei widmete 
nnd sich bei den enkanstischen Bildern von Schwind nnd B n b e n anf Hohenschwangan, 
sowie bei Schnorrs Bildern im Saalban der Residenz in Mttnchen betheilirte, wo er 
Scenen ans dem Leben Karls d. Gr., Friedrich Barbarossas nnd Bndolfs Ton Habsbnrg 
malte. An sonstigen Bildern von ihm sind za nennen: Rückkehr des rerlorenen 
Sohnes nnd Moses vertheidigt die TQchter Jethros gegen die Hirten. 

GietL Josaa tob^ Landschaftsmaler, geb. 1847 in München, ging von der Rechts- 
wissenschan znr Malerei über, wnrde Schüler von Lindenschmit nnd widmete 
sich namentlich unter L i e r und Wenglein der Stimmnngslandsefaaft Solehe Bilder 
sind: Waldpartie mit einem flolzwagen, Die Ernte, Der Herbstmorgen. 

Glfford, Robert Swain^ nordamerikan. Landschaftsmaler, geb. 23. Dec. 1840, 
zog schon früh mit seinen Eltern nach New-Bedford, erhielt seine Ansbildong durch 
den hoUilndischen Marinemaler A. van Beest, liess sich 1864 in Boston nnd 1886 
in New-Tork nieder, wo er 1878 Mitglied der Nationalakademie wurde. 1869 bereiste 
er Oregon und Califomien, 1870—75 Europa und das nördliche AMka. Seit 1865 
malte er meist Aquarelle. Unter seinen natnrwahren, in den Details sehr charakte- 
ristischen Oelblldem sind zu nennen : Cape Ann (1867), Der Berg Hood in Oregon (1870), 
Castell SantElmo bei Neapel (1871), Passagierboot anf dem Nil (1874). ~ Seine Gattin 
Fanny Elltot G«) geb. 1844 in New-Bedford, ist ebenfalls Landschaftsmalerin. 

Giffordy Sandford Robinson, nordamerikan. Landschafts- und Marinemaler, 
geb. 10. Juli 1828 in Greenfield im Staat New-York, t 26. Aug. 1880 in New-York, 
gin^ von der Gelehrtenlaufbahn zur Kunst über, bereiste für seine landschafüichen 
Studien ganz Nordamerika, zweimal Europa und dehnte diese Reisen nach Asien und 
Afrika aus. Seine Marinebilder und Eüstenlandschaften, meist stimmungsvoll, sind 
in eigenthtimlich gelbem Dunst oder Nebel gehalten. Es sind z. B. Fischerboote auf 
dem adriatischen Meere, Ansicht von S. Marco in Venedig, Dftmmemng auf dem 
Berge flunter. 

Gigant!, Gtaolnto, itaL Aquarellmaler, Lithograph und Radierer, geb. 10. Juli 
1806 in Nei^>el, f 29. Nov. 1876 das., malte anfangs landschaftliche Aquarelle, machte 
dann mit Achille Vianelli Radierungen vom Golf von Neapel und lithographirte 
landschaftliche Veduten. 1846 ging er mit dem Kaiser und der Kaiserin von Russland 
nach Sizilien und machte ein Album der Insel. Sein Hanptbild unter den Aquarellen 
ist das Innere des Schatzes des heil. Januarius in der Galerie von Capodimonte. 

GigliOy Messer PIsaao, Goldschmied aus Pisa, der 1358 in Pisa die stilistisch 
treffliche Statue des heil. Jacobus in der Kathedrale von Pistoja verfertigte. 

Oignons, Engenio, ital. Maler der Gegenwart, geb. in Mailand, machte sich 
seit 1877 auf den Ausstellungen durch mehrere gelobte poetische Landschaften be- 
kannt, z. B. Das Thal am Fusio, Ein l&ndlicher Hof, Die Flösse, Die letzten Blätter, 
Herbst am Lage Maggiore u. A. 

GIgnonx, Begis, franz.-amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1806 in Lyon, bildete 
sich zuerst in Freibnrg i. Br., besuchte dann die Akademie seiner Vaterstadt nnd 
dieEcole des beaux-arts in Paris und wurde Schüler von Delaroche. 1844 ging^ 
er nach Amerika, war in New-York als Mitglied der Zeichenakademie th&tig nnd 
kehrte 1870 nach Frankreich zurück. Zu seinen besten Landschaften gehören: Der 
Niagara im Winter, Die vier Jahreszeiten in Amerika, Der Niagara im Mondschein, 
Der Berg Washington u. A. Besonders gelingt ihm der Farbenton je nach der Ver- 
schiedenheit der Jahreszeiten. 

Glgola, Giov« Battista, ital. Maler, geb. 1796, f 7. Aug. 1841 in Mailand, 
machte seine Studien in Rom und in Paris, widmete sich anfangs der Miniatur-, 
später der Emaümalerei. Mehrere Miniaturen von ihm in der Ambrosianischen 
Bibliothek zu Mailand. 

GUronx, Jean Fran^oiSy franz. Historienmaler nnd Lithograph, geb. 8. Jan. 
1806 in Besangen, t 12. Dec. 1894 in Paris, war 1828 kurze Zeit Schüler der Ecole 
des beaux-arts, bildete sich dann in Italien aus und malte kirchliche und profane 
Oelbilder im romantischen Stil eines Delacroix, z. B. Der Tod des Lionardo, Cleopatra 
stellt an ihren Sklaven Versuche mit Gift an (1888), Abelard und Heloise, Tod der 
Manon Lescanlt, Napoleon am Abend vor der Schlacht bei Austerlitz (Museum zu 
Besannen), sowie Andere in den Kirchen St. Gervais, St. Germain TAuxerrois, 
Ste. Marguerite zu Paris, die sich wohl etwas fiberlebt haben. Er trat zuerst im 
Salon von 1888 mit 5 orientalischen Bildern hervor. Am vortheilhafliesten zeigt er 
sich durch seine Bildnisse, deren er noch im Salon 1892 ausstellte, die vermöge ihrer 
Frische und vornehmen Grazie, sowie auch trefflich malerischer Behandlung, uns 



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Gü - Gilbert. 47 

heute noeh ansprechen. Bins der Besten, Halbfig:nr einer jungen Dame, schmückt 
das Luxemboorg-Maseom. Für illnstrirte Zeitschriften machte er viele Lithographien. 
G. wurde Bitter der Ehrenlegion im Jahre 1842 ; 1880 Offizier. 1885 yeröffentlichte 
er die sehr interessanten „Plaudereien ttber die Efinstler meiner Zeit^. 

Gily Jvan, spanischer Baameister des 16. Jahrb., machte 1518 die Plttne zn 
der fUnfschiffigen neaen Kathedrale zu Salamanca, die in ihren Formen zvischen Gothik 
ond Benaissance schwankt, und bante femer in Gemeinschaft mit seinem Sohne 
Bodrigo als sp&testes Werk der Gothik in Spanien die 1522 begonnene Kathedrale 
▼on SegoTia, ein Baa von bedeatender Länge mit hoher Kuppel und nach französischer 
Weise mit siebenseitig geschlossenem Chor mit Umgang. 

Gil de Sllöe, s. Silde. 

GUardly Pier Celestino^ ital. Maler der Gegenwart, lebt in Turin, wo er sehr 
geschätzte Genrebilder und Bildnisse malt, unter denen genannt werden : Hodie tibi, 
cras mihi (1884), auf welchem einige Invaliden im Hospiz dem Leichenbegängniss 
ihrer Kameraden zuschauen, femer : Amtliche Vorstellung, Das Morraspiel, Die letzten 
Freuden u. A., sowie mehrere Bildnisse. 

Gilardly Pietro, ital. Maler, geb. 1679 in Mailand, wurde in Bologna Schiller 
von Franceschini und von GioT. Giuseppe da Sole, malte meistens in 
mehreren Städten Oberitaliens Fresken, die zu ihrer Zeit geschätzt wurden. 

Gilarte, Kateo, span. Maler, geb. um 1620 in Valencia, t zu Murda, bildete 
sich nach Bibalta, arbeitete viel mit dem Schlachtenmaler Juan de Toledo 
zusammen in Murda und anderen Städten. Im Museum del Prado zu Madrid von 
ihm ein Bild mit der Gheburt der Maria aus dem Jahre 1651. — Auch seine Tochter 
und Schfllerin Do IIa Magdalena G* war eine talentvolle Malerin im Geschmack 
ihres Vaters. 

Gilbert) Achille Isldore, franz. Lithograph und Badierer der Gegenwart, geb. 
in Paris, Schiller von Beilot. unter seinen Lithographien von grosser Klarheit 
und Feinheit sind zu nennen: Pasqua Maria nach Bonnat, Selene nach Machard und 
unter den Badienmgen Bildnisse nach van Djck, Henner und van Loo. 1864 und 
1865 erhielt er die Medaille. 

Gilbert, AlfrejL engl. Bildhauer, geb. 1854 in London, Schüler von Boehm, 
bildete sich in der Bcole des beaux-arts in Paris und stellte seit 1886 sehr gerOhmte 
allegorische Bildwerke aus, infolge deren er 1887 Genosse der Akademie in London 
wurde. 

Gilbert, Emile Jacques, franz. Architekt, geb. 8. Sept. 1792, f 31. Oct. 1874 
in Paris, baute daselbst das Gefängniss von Mazas, die neue Morgue auf der CM- 
Insel und die Polizei-Präfektur, sowie in Gharenton das in griechischem Geeist ge- 
plante Irrenhaus. Er leitete auch längere Zeit das von AM Bleuet gegründete 
Architekturatelier. Er war Oflizier der Ehrenlegion, Mitglied des französischen Instituts, 
correspondirendes Mitglied der Akademien von London, St. Petersburg und Bio 
de Janeiro. 

Gilbert) Fran^ois Ambroise Germain, franz. Bildhauer, geb. 1816 in Choisy 
le Boi (Seine), Schüler von Gor tot, machte bis 18S7 zahlreiche Modelle fttr Gold- 
schmiede und Bronzearbeiter, und beschickte bis 1847 die Ausstellungen mit Bttsten 
und Medaillons, lieferte fttr den Prinzen von Preussen einen grossen Tafelaufsatz 
und einen noch bedeutenderen fttr den Präddenten der Bepublik. Seine umfassendsten 
Arbeiten sind wohl die Bestauration der Bildwerke an der Kathedrale von Bheims 
und 1858 die Ausschmückung des Hauptsaales der Börse von Marseille mit Skulpturen 
aus der Geschichte der Stadt. 1856 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion. 

Gilbert, Sir John, engl. Maler und Illustrator, geb. 1817 in Blackheath bei 
London, debutirte 1886 als Autodidalct mit dem Aquarellbilde der Verhaltung des 
Lord Hastings durch Bichard Herzog von Gloucester und beschickte seitdem die 
Ausstellungen der Londoner Akademie mit Oelbüdem von leichter, energ^cher 
Behandlung des Inhalts, unter denen die bekanntesten sind: Don Quichotte der dem 
Sancho Pansa einen Bath ertheilt. Die Erziehung des Gil Blas. Ermordung des 
Thomas Bocket, Beiterangriff in der Schlacht bei Naseby 1645, Buoens und Teniers, 
Wolsey und der Herzog von Buckingham, Der Einzug der Joanne d'Arc in Orleans, 
Die Königin Margarete als Gefangene nach der Schlacht bei Tewkesbury 1471, Die 
Kreuzfahrer, Bichard 11. verzichtet auf die Krone zu Gunsten Bolingbrokes (1861. 
Aquarell), Der Kardinal Wolsey in der Abtei Leicester, Othello Desdemona und 
Brabantio vor dem Dogen und dem Senat (Aquarell), Mord Humphreys Herzogs von 
Gloucester (nach Shakespeares „Heinrich VI.**), und zahlreiche Bildnisse namentlich von 



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48 Gilbert — Oillig. 

Kindern. Noch bekannter wurde er durch seine IHnstrationen sor ^Illostrated London 
News", zu Don Quichotte, Gil Blas, Tristram Shandy und zu einer Ausgabe 
Shakespeares. 1872 wurde er in den Bitterstand erhoben und 1876 ward er Mitglied 
der Londoner Akademie. 

Gilbert, John Graham, s. Graham. 

Gilbert. Josiah, engl. Maler und Eunstschriftsteller, geb. 7. Oct. 1814 in 
Rotherham (Yorkshire), besuchte die Akademie in London, wo er als Bildnissmaler 
thätig war, zog aber 1848 nach Marden Ash bei Ongar (Essex), wo er seitdem als 
Verfasser kunstgeschichtlicher Werke lebt, auch mit Churchill „Excursions among 
the dolomite mountains" (1864) schrieb. 

Gildemeister, Karl. Architekt, geb. 11. Oct. 1820 in Bremen, f 7. Febr. 1869, 
machte sich 1862 einen Namen durch die Erbauung des Industriepalastes in New-Tork 
und gab 1848 eine von ihm gezeichnete und lithographirte Ansicht des Bathhauses 
seiner Vaterstadt heraus, die yon trefflicher malerischer Wirkung ist. 

Giles, Henry, engl. Glasmaler, geb. in York, thätig in der 2. Httlfte des 
17. Jahrb., führte die Glasmalerei in England wieder ein, und fertigte 1687 das grosse 
Fenster im Schiff der Kapelle des üniversity College in Oxford mit der Geburt Christi 
nach Baffael, soll auch noch andere Fenster in den dortigen Colleges gemalt haben. 

Glles, James, engl. Landschaftsmaler, geb. in Aberdeen, f 6. Oct. 1870, 
wurde 1848 Mitglied der schottischen Akademie, wo er mehrere Jahrzehnte hindurch 
Landschaften ausstellte. 

GIU, Edmund, engl. Landschaftsmaler, geb. 29. Nov. 1829 in London, liess sich 
mit seinem Vater, einem Landschaftsmaler, in Ludlow (Shropshire) nieder, dessen 
malerische Umgebung ihn zur Landschaftsmalerei veranlasste. 1841 kam er in seine 
Vaterstadt und wurde 1843 Schiller der Akademie. Seine zahlreichen Landschaften 
sind meistens den gebirgigen Gegenden und den Küsten von Wales und Schottland 
entnommen; ein originelles Bild von ihm war die Scheidung des Wassers vom trocknen 
Lande, nach der Genesis. 

Gill, Lonis Alexandre Gösset de Goinnea, genannt Andrd G», franz. 
Caricaturist, geb. 17. Oct. 1840 in Paris, f 2. Mai 1885 zu Charenton im Lrrenhause, 
Schtller von Leloir und der Ecole des beaux-arts, zeichnete Carieatnren ftlr Journale 
und machte sich durch sein humoristisches und satirisches Talent in dem Journal 
„La Lune" (1866, später „L'Eclipse'^) noch bekannter, ftihr darin auch nach dem 
Kriege von 1870 in einigen Journalen fort, und malte in den 70er Jahren ähnliche 
Oelbilder. 1878 stellte er ein höchst ähnliches, doch caricirtes Bildniss des Komikers 
Daubray aus. 

GiUe, Cliristian Friedrich, Landschafts-, Genre- und Thiermaler, geb. 20. März 
1805 in Ballenstedt am Harz, lebte in Plauen, Moritzburg und Boxdorf bei Dresden. 
Von ihm wurden bekannt die Bilder: Partie an der Priessnitz, Eibthal bei der Bastei, 
Die heimkehrende Heerde (von ihm selbst lithographirt), Mondscheinlandsdiaft, Widd- 
landschaft mit ruhendem Wild, und im Museum zu Dresden eine heimkehrende Vieh- 
heerde (1874). 

Gillemans, Jan Paul d. Ae«, Stilllebenmaler, geb. um 1618 in Antwerpen, 
t nach 1675, wurde 1647 Meister der Lucasgilde in Antwerpen, malte hflbsche Blumen- 
und Fruchtstflcke, wie sie sich in den Museen von Eotterdam und Lille, in der 
Galerie Liechtenstein in Wien, in Bamberg (aus dem J. 1655) und im Museum zu 
Schwerin befinden. 

Giller, William, engl. Kupferstecher und Arbeiter in Mezzotinto, geb. um 
1805 in London. Man kennt von ihm zahlreiche sehr gelungene Stiche: nadi Cooper 
der Kampf um die Standarte, Richard III. und der Graf von Bichmond in der Sdilacht 
bei Bosworth, Richard Löwenherz und Saladin in der Schlacht bei Askalon, nach 
Harlow : Wolsey empfängt den Kardinalshut in der Westminster-Abtei, nach W. Allan 
der Sklavenmarkt in Constantinopel u. A. nach Granet, Lewis, Hering, Lawrence u s. w. 

Gilli, Alexander, BUdhauer, f 29. Mai 1880 in Berlin, schuf mehrere ideale 
Bildwerke und das Denkmal des Asmus Jakob Carstens zu St. Jttrgen bei Schleswig. 

Gillig, Jakob, holländ. Stilllebenmaler, geb. 1636 in Utrecht, f 24. Juli 1701 
das., malte mit Vorliebe alle Arten von Fischen sehr naturwahr, soll in späterer 
Zeit auch Bildnissmaler gewesen sein. Im Museum zu Berlin von ihm ein solches 
Stillleben von Flussfischen (1668). 

Gillig, Micliiel, Bildnissmaler und Mezzotinto-Stecher in der 2. Hälfte des 
17. Jiüirh. in Holland. Unter seinen Blättern nennt man das Bildniss des Gerardus 
de Vries (1685) und andere Bildnisse. 



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GiUissen — Gilpin. 49 

Gillissen, Karl, Maler des militärischen Genres, geb. 28. April 1842 in Aachen, 
ging 1860 auf die Akademie in Antwerpen, wo er durch deKeyser zun Eriegsbilde 
ge^lhrt wurde. 1864 trat er als Freiwilliger in das nach Mexiko bestimmte belgische 
Corps, kehrte 1866 zurück, vollendete seine künstlerische Ausbildung in Düsseldorf. 
Nach Vollendung seines ersten Bildes Die Guerillas kommen! nahm er am Kriege 
von 1870 Theil, liess sich in Düsseldorf nieder und brachte seitdem militärische 
Genrebilder von grosser Lebendigkeit der Darstellung, z. £. Am Morgen nach der 
Schlacht, Scene der freiwilligen Krankenpflege, Auf Vorposten vor Paris, Steppeigäger 
vor einem Savannenbrand fliehend u. s. w. 

Gillmeister, Ernst, Glasmaler, geb. 26. April 1817 in Ludwigslust, t 26. März 
1887 in Schwerin, machte in Göttingen die für sein Fach nöthigen chemischen Studien, 
erlernte seine Kunst praktisch in München und besuchte die Porzellanmanufaktur in 
S^vres. Seine Hauptwerke sind die farbenglühenden 6 grossen Fenster im Dom zu 
Schwerin nach Cartons von Cornelius, 6 Fenster im Waffensaal des dortigen Schlosses 
nach Cartons von Schuhmacher und Gustav Lenthe, 3 Fenster in der Kirche zu 
Böbel (Mecklenburg) ebenfalls nach Cartons von Lenthe und die Vervollständigung 
der Glasmalereien in der Cisterdenserkirche zu Doberan. 

GiUot, Claude, franz. Maler und Badierer, geb. 1673 in Langres, f 4. Mai 
1722 in Paris, Schüler von Jean Baptiste Corneille in Paris, malte als einer 
der ersten französischen Künstler Gesellschaftsbilder von Schauspielern, Maskeraden 
und Bälle, die ungemein gefielen. Als er aber von seinem Schüler Watteau über- 
treffen wurde, warf er sich auf die Radierkunst und lieferte auch hierin Blätter 
ähnlichen Inhalts, die freilich nicht immer correkt gezeichnet sind. Genannt werden 
darunter: Der Lebenslauf eines Satyrs auf 4 Blättern, Die Feste des Faun, Pan, 
Bacchus und der Diana auf 4 Blättern, Die Hexen, Das von Satyrn unterbrochene 
Fest der Diana u. A. 

Gillray, James, engl. Caricaturenzeichner und Radierer, geb. um 1767 in 
Lancashire, f 1. Juni 1816 in London, zog anfangs mit einer Schauspielertruppe 
umher, studirte dann auf der Akademie in London und begann 1779 die Zeichnung 
politischer und moralischer Caricaturen, die durch seine grosse Geschicklichkeit in 
der Wiedergabe der Gesichtszüge und seine unerschöpfliche Phantasie allgemeinen 
Beifall fanden und ihn berühmt machten, z. B. auf viele Thorheiten seiner Zeit, auf 
Pitt und dessen Amtsführung (1784). Nach einem zügellosen Leben verfiel er in 
Wahnsinn und endete durch einen Sturz aus dem Fenster. Seine Blätter, 600 an der 
Zahl, mit Biogr. herausgegeben von Th. Wright (1874). 

Gilly, Friedrich, Architekt, geb. 16. Febr. 1771 in Altdamm bei Stettin, 
t 3. Aug. 1800 in Carlsbad, Sohn des späteren Oberbauraths David G. (1748—1808), 
des ersten Lehrers von Schinkel. Er war in Berlin Schüler von Langhans, studirte 
im Gegensatz zu der bisherigen verdorbenen Geschmacksrichtung die Antike und 
wurde der Bahnbrecher der antiken Richtung, wie sie sich später unter seinem 
Schüler Schinkel so glänzend entfaltete, war auch ein Meister in der Plastik. 
^Selbständige monumentale Werke auszuführen, war ihm in seinem kurzen Leben nicht 
vergönnt ; nur Entwürfe hat er hinterlassen, die nachher von Gottfr. Schadowu. A. 
ausgeführt wurden, z. B. die Pläne zum alten Münzgebäude in Berlin 1794. 

Gilpin, Sawrey, engl. Thiermaler, geb. 11. Nov. 1733 in Carlisle, f 8. März 
1807 in Brompton (London), wurde 1749 in London Schüler des Marinemalers Samuel 
Scott, widmete sich seit 1768 auf eigene Hand der Pferdemalerei, worin er vom 
Herzog von Cumberland begünstigt wurde. Seit 1763 stellte er seine Bildnisse von 
Pferden aus, 1770 die Oelskizze Darius wird König von Persien durch das Wiehern seines 
Pferdes, 1771 eine Scene aus „Gullivers Reisen** von Swift. 1797 wurde er Mitglied 
der Akademie. Ausser trefflich gezeichneten Pferden malte er auch wilde Thiere, 
Ochsen und dgl.. radierte auch mehrere solcher Thierstücke. 

Gilpin, Williaiiu engl. Zeichner, geb. 1724 bei Carlisle, f 6. April 1804 in 
Boldre, Bruder des Vorigen, wurde 1746 ordinirter Geistlicher, machte sich mehr 
durch Schriften über Landschaften, als durch eigene Bilder bekannt, die sich meistens 
auf landschaftliche Skizzen und Radierungen beschränkten, mit denen er seine zahl- 
reichen literarischen Werke schmückte. 

Gilpin. William Sawrey, engl. Aquarellmaler, lebte in der 2. Hälfte des 
18. Jahrb., Sohn des Sawrey G., stellte seit 1797 Landschaften aus, wurde erster 
Präsident der Gesellschaft der Aquarellmaler, legte aber 1806 dieses Amt nieder, als 
er Zeichenlehrer an der Kriegsschule in Great Mario w wurde. Bis 1814 stellte er 
seine ziemlich schwachen Bilder aus. 

AUgemeineB Kflnstlor-Lezieon & Aufl. 2. Band. ^ ( ^ T 

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50 GUltlinger — Giocondo. 

GUtlUiirer. g. OttltUnger. 

C^imignanl, Giaointo, ital. Historienmaler and Radierer, geb. 1611 in Piütoja, 
t 1681, Sehttler von N. Poussin in Born, dem er in der Zeichnung und Compoution, 
nnd YonPietro daCortona, dem erimColorit nachstrebte, aber nicht gleichkam. 
Er hinterliess Fresken im Baptisteriam der Laterankirche, zeigte sich aber talent- 
voller in seinen Badieningen yon malerischer Wirkong. Zn den besten gehören: 
Maria nnd Joseph verehren das neugeborene Kind, Die Madonna gibt dem heil 
Dominions den Bosenkranc, Die bttssende Magdalena, Cleopatra nnd Antonios (1647), 
Der Tod der Virginia (1648), Der Banb der Sabinerinnen (1649), Das Glück verstösst 
das Verdienst und beschlitzt die Dummheit (1672). 

Glmlgnanl, LodoYico, ital. Historienmaler, geb. 1644 in Bom, f 1697 das., 
Sohn und SchOler des Vorigen, den er wenigstens imOolorit übertraf. Beide malten 
gemeinschaftlich in Kirchen und Palästen. 

Gimignano, Tincenzo da San, s. Tamagni. Tincenzo. 

Glnaln, Louis Eiigöue. franz. Pferde- und Schlachtenmaler, geb. 28. Juli 1818 
in Paris, war 1836—38 Schüler von Charlet und Abel de Pujol, debütirte 1839, 
reiste 1840 nach AfrUca nnd 1864 nach Spanien. Unter seinen zahlreichen Bildern 
sind zu nennen: Der Herzog von Anmale auf dem Feldzug nach Teniah (1841), Tod 
des Generals Desaix in der Schlacht bei Marengo (Museum in Versailles), Gefecht 
bei Affroun, Das Lager von Ch&lons, Einzug der italienischen Armee in Paris 2. Aug. 
1859 (in Versailles), Beise des Kaisers nach Algier, Die Bevue vom 29. Juni 1871 
(1878) und einige (Genrebilder dieser Art. Er erhielt verschiedene Medaillen nnd 
1878 das Bitterkreuz der Ehrenlegion. 

Ginain, Paul Ben^ L^on, firanz. Architekt, geb. 5. Oct. 1825 in Paris, Bruder 
des Vorigen, erhielt 1852 den grossen römischen Preis für sein Projekt eines 
Gymnasiums und 1861 einen zweiten grossen Preis, wurde Architekt von Paris, baute 
Schnlh&user, die Kirche Notre Dame des Ghamps und restaurirte mehrere Monumental- 
bauten. 1877 wurde er Bitter der Ehrenlegion. 

Gingelen, Jacques van, belg. Landschaftsmaler, geb. 24. Juli 1810 in BcHrgerhout 
bei Antwerpen, widmete sich 1827—31 unter Moerenhoutder Thier- und Landschafts- 
malerei und unter LePoittevin in Paris dem See- und Strandbilde. Derartige 
Bilder von sehr geschickter Ausführung entnahm er von den Küsten Hollands, Frankreichs, 
Englands und Deutschlands, versuchte sich auch in Badierungen und Lithographien 
seiner Bilder. 

Ginnasi, Caterina, ital. Malerin, geb. 1590 in Bom, f 1660 als Aebtissin in 
einem Kloster, Schülerin von Lanfranco, nach dessen Zeichnungen sie Bilder in 
Sta. Lucia in Bom malte. 

Gino Lorenz!, Antonio di, ital. Bildhauer des 16. Jahrb., geb. in Settignano, 
Schüler von Tribolo in Florenz, unter dessen Leitung er eine Statue des Aeäculap 
und Kinderstatuen für einen grossen Brunnen in Castello fertigte, soll auch in Pisa 
das Grabmal des Philosophen del Corte gemacht haben. Doch ist von seinen Werken 
wenig mehr vorhanden. 

Glno Lorenz!, Stoldo dl, ital. Bildhauer, geb. um 1538 in Settignano, 
Bruder des Vorigen, soll zu seiner Zeit ein vorzüglicher Künstler gewesen sein, 
der namentlich in Pisa thätig war, doch ist von seinen Werken nur noch wenig 
vorhanden. 

Ginott!, Giacomo, ital. Bildhauer, geb. 1887 in Sardinien, Schüler von Vela 
in Turin, ging später nach Bom, fertigte ideale Genrebildwerke: Eine sehr natura- 
listisch behandelte nackte Negersklavin, die vom König Victor Emanuel erworben, 
in die Villa reale in Capodimonte kam, femer 1881 Die Petroleuse, Lucretia im Be- 
griff sich zu durchbohren, und eine Statue des Glaubens. 

Giocondo, Fra Giovanni, ital. Archäolog und Baumeister, geb. um 1433 in 
Verona, f 1. Juli 1515 in Bom, widmete sich in der 1. Hälfte seines Lebens den 
klassischen Studien und der klassischen Architektur, unterrichtete auch den berühmten 
Jul. Caesar Scaliger in den alten Sprachen, sammelte in Bom und anderen Städten 
Italiens mehr als 2000 Inschriften, die sich in Abschrift in der Biblioteca Magliabecchiaoa 
zu Florenz befinden, schrieb Anmerkungen zu Cäsar, Vitruv und anderen römischen 
Schriftstellern. Als Architekt begründete er seinen Buf, als er, durch König Ludwig XII. 
veranlasst, die Brücke Notre-Dame in Paris baute, wo er auch ein Manuscript des 
jüngeren Plinius auffand. In Verona baute er den Palazzo del Consiglio und 1512 
einen der Hauptpfeiler der Brücke della Pietra und war seit 1514 nur noch kurze 
Zeit als Architekt der Peterskirche in Bom thätig. 



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Giolfino — Giorgio. 51 

Giolflno, Niccold, ital. Maler, geb. in Verona, malte in den letzten Decennien 
des 15. nnd in den ersten Decennien des 16. Jahrhunderts in seiner Vaterstadt yiele 
Fresken nnd Oelbilder von ziemlich ungeschickter Behandlung. Dahin gehören die 
Fresken hinter der Kanzel in Sta. Maria della Scala (1486), die in Sta. Maria in Orgaao, 
darstellend die Himmelfahrt, Erzengel und Abendmahl, Pharaos Untergang, in 
Sta. Anastasia eine Altartafel der Aasgiessnng des heil. Geistes, in der Pinakothek 
daselbst eine Madonna, und einige Fresken. 

Giolfino, Paolo, ital. Maler der 1. Hälfte des 16. Jahrb., Bruder und SchtQer 
des Vorigen, dem er im Colorit ähnlich war, aber im üebrigen ihm untergeordnet. 
Auch Ton ihm einige Bilder in der Pinakotiiek zu Verona. 

Gioli, Francesco, ital. Landschaftsmaler, geb. 29. Juli 1846 in Settimo (Provinz 
Pisa), Schüler der Akademie in Florenz unter Pollastrini, debütirte 1869 mit 
dem Bilde Karl Emannel der den spanischen Gesandten verjagt, dann folgten die 
historischen Genrebilder Der Besuch Alfieris bei Goldoni, und Der Besuch Goldonis 
bei J. J. Rousseau, femer Angelus Domini, Die Procession mit dem Allerheiligsten, 
Begegnung, Eine schmerzvolle Mutter uud andere Genrebilder. 

Gioll, Lnigi, ital. Maler, geb. im Nov. 1854 in Cascina (Prov. Pisa), Bruder 
des Vorigen, malte sehr geschätzte Landschaften mit Pferden und anderen Thieren, 
die er in den Maremmen von Toscana und in der Umgegend von Florenz studierte. 

Gionimo, Antonio, ital. Maler, geb. 1697 in Padua, f 1732 in Bologna, Sohn 
und Schiller des Malers Simone G., auch Schüler von Milani und Giuseppe 
Maria Grespi. Er malte geistvolle Bilder in Bologna, wo sich von ihm im PsJast 
Ranuzzi ein Bild aus dem Leben des Haman befindet. 

Giordano, Lnca, ital. Maler, wegen seiner Schnellmalerei Fa presto genannt, 
geb. 1682 in Neapel, f 12. Jan. 1705 das., Sohn und Schüler des mittelmässigen 
Malers Antonio G. und 9 Jahre Schüler des Ribera in Neapel, den er nachzu- 
ahmen strebte. Dann ging er nach Rom, wo er sich an Pietro daCortona anschloss, 
und Raffaels Bilder im Vatikan, Michelangelo und Caravaggio copirte. Später arbeitete 
er in Bologna, Parma und Florenz, wurde 1692 vom König Karl 11. nach Spanien 
berufen, lebte dort 13 Jahre und malte im Escorial, in Toledo und in Madrid, wo 
sieh im Museum del Prado von ihm mehr als 60 Bilder verschiedenen Inhalts befinden. 
Bald nach 1705 kehrte er nach Neapel zurück. Mit seinem grossen künstlerischen 
Talent, seinem Schönheitssinne und seiner fabelhaft schnellen Gestaltungskraft trieb 
er unverzeihlichen Missbrauch, da es ihm auf Antrieb seines habgierigen Vaters nur 
auf leichtes und schnelles Fertigmachen ankam. Aus der gewcdtigen Zahl seiner 
geistvollen, aber oft auch mit schmählicher Flüchtigkeit gemalten Bilder, die sich in 
fast allen grösseren Museen Europas finden, heben wir nur als bedeutend und lobens- 
werth hervor: im Berliner Museum das ürtheil des Paris (Wiederholung in der 
Eremitage zu St Petersburg), im Museum zu Dresden (wo mehr als 20 Bilder von ihm) 
als eins seiner berühmten Werke Hercules und Omphale (1670), Ariadne von Bacchus 
ttberrascht, Perseus und Phineus, Susanna mit den beiden Alten, Die büssende Magdalena, 
Der Raub der Sabinerinnen, Loth mit seinen Töchtern, Jakob und Rahel am Brunnen, 
in der Pinakothek zu München Der bethlehemitische Kindermord, Selbstbildniss und 
Bildniss seines Vaters, im Hofmuseum zu Wien (wo 18 Bilder von ihm) Der Erzengel 
Michael die gefallenen Engel stürzend (1666) und mehrere Bilder aus dem Leben 
der Maria, in S. Filippo Neri zu Neapel als sein berühmtestes Fresko die Reinigung 
des Tempels, im Louvre die Darstellung Christi im Tempel, und Mars und Venus 
mit Liebesgöttern, in den Uffizien der £iub der Dejanira durch den Kentauren Nessus. 
In seinen wenigen Radierungen erscheint er ganz als Nachfolger Riberas. 

Giordano, Stefano, ital. Maler des 16. Jahrb., geb. in Messina, Schüler von 
Polidoro da Caravaggio, in dessen Stil er malte. Von ihm ein Abendmahl in 
S. Gregorio zu Messina. 

Glorgetti, Giacono, ital. Maler des 17. Jahrb., geb. zu Assisi, bildete sein 
Colorit nach Lanfranco, und zeichnete sich durch Wandmalereien aus, baute auch 
1668 die grosse Sakramentskapelle im Dom seiner Vaterstadt. 

Giorgio, Miniaturmaler des 15. Jahrb., Deutscher von Geburt, malte mit Hilfe 
anderer Miniaturmaler in Ferrara 2 Breviere, ein Missale und 1459 an der Bibel 
des Herzogs Borso von Este. 

Giorgio, Ensebio dt San, g. Buseblo di San Giorgio. 

Giorgio, Francesco Manrlslo di, ital. Architekt, Bildhauer und Maler, geb. 
23. Sept. 1489 in Siena, f 1502 das., war in der Malerei Schüler von Verchietta, 
trat 1477 in den Dienst des Herzogs Federigo von ürbino, war am dortigen Palast 



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52 Giorgio — Giotto. 

als Ingenieur, auch als Festnngsbaumeister thätig, kehrte aber in demBelben Jahre 
in seine Vaterstadt zurück, wo er mit Militär- und Festungsbaaten beschäftigt war. 
Später war er in Gubbio und 1484 in Cortona, wo er das Modell der Kirche del 
Calcinajo verfertigte und ebenfalls an militärischen Bauten thätig war, und kehrte 
19. Dec. 1485 nach Siena zurück. 1490 ging er nach Mailand, wo er ein Modell der 
Vierungskuppel des Doms einreichte, kehrte dann in seine Heimath zurttck und 
sandte von da aus ein Projekt ftir die Fa^ade des Doms in Florenz ein. 1498 wurde 
er Baumeister des Doms von Siena. Seine Hauptarbeit, durch die er seiner Zeit 

fresse Dienste leistete, ist sein Traktat ttber die »Architettura civile e militare*'. 
päter beschäftigte er sich mehr mit der Bildhauerkunst und arbeitete mancherlei 
ftür den Dom in Siena. Als Maler war er nur unbedeutend; einige kleine Bilder 
von ihm im Saal des Stadthauses in Siena. 

Giorgio von Sebenico, ein Dalmatiner Baumeister und Bildhauer des 15. Jahrb., 
der 1443 in lombardischem Stil den Dom von Sebenico begann und die Merkmale 
der venezianischen Decoration und Plastik in der Uebergangszeit aus der Gothik in 
die Renaissance an dem prächtigen Portal von S. Francesco in Ancona vom Jahre 
1455 und an der 1459 vollendeten Fa^ade der dortigen Börse zeigt, während er schon 
einen stärkeren Anklang an die BenaLssance an dem 1456 von mm begonnenen, bei 
seinem Tode unvollendet hinterlassenen Portal von S. Agostino hervortreten lässt. 

Giorgioney eigentlich Giorgio Borbarelli) bedeutender italienischer Maier der 
venezianisdien Schule, geb. um 1475 oder 1478 wahrscheinlich zu Vedelago bei 
Castelfranco, f 1511 in Venedig an der Pest, Schüler des Giov. Belli ni, dessen tiefe, 
leuchtende Gluth der Farbe er sich zu eigen machte. Er war der erste italienische 
Maler, der seine Scenen in eine poetisch componirte Landschaft zu verlegen pflegte. 
Der Hauptschauplatz seiner Thätigkeit war Venedig, wo er nicht nur Altarbilder 
und Bildnisse malte, sondern nach damaliger Sitte auch Schränke, Kisten und ganze 
Häuserfa^aden mit Malereien schmückte. Er hatte einige Arbeiten des Leonardo da 
Vinci gesehen, die durch die kühnen Gegensätze des Hellen und Dunklen wirkten, 
so dass er dieser Auffassung während seines ganzen Lebens nachstrebte und die 
Wahrheit und Frische des lebendigen Fleisches wahrer wiederzugeben verstand als 
die übrigen venezianischen Meister. Ans der grossen Anzahl von Bildern, die früher 
mit Unrecht seinen Namen trugen, sind nur folgende ihm mit Sicherheit zuzuschreiben : 
ein Altarbild der zwischen den Heiligen Franciscus und Liberale thronenden Madonna 
im Hintergrunde mit einer Landschaft im Dom zu Castelfranco, die herrliche Land- 
schaft mit der sog. Familie Giorgiones im Palast Giovanelli in Venedig, um 1500, 
ein Urtheil Salomos (unvollendet) in Kingston Lacy bei Wlmbome in England, die 
sog. Feldmesser oder die 3 Astrologen im Hofmuseum zu Wien in sehr poetischer 
Landschaft, das sog. Concert im P^ast Pitti zu Florenz (Wiederholung im Palast 
Doria in Rom), im Museum del Prado zu Madrid eine Madonna mit den Hdligen 
Antonius und Rochus, in den Uffizien das Urtheil Salomos und die Feuerprobe des 
kleinen Moses, im Museum zu Dresden eine schlummernde Venus. Nicht von ihm, 
sondern vielleicht von Pordenone, im Leihhause von Treviso der von Engeln gehobene 
todte Christus am Rande des Grabes, von Paris Bordone in der Akademie von Venedig 
der durch die Heiligen Marcus, Nicolaus und Georg gestillte Seesturm. 

Giosafatti, Lazzaro, ital. Architekt und Bildhauer, geb. 1694 in Ascoli Piceno, 
t 1781 das., Schüler von Rusconi in Rom, half seinem Vater beim Bau der Bosario- 
kapeile von S. Pietro Martire in Ascoli, baute auch die dortigen Kirchen S. Domenico 
1776 und Sta. Maria del Buon Consiglio. Seine Bildhauerarbeiten waren fleissig aus- 
geführt, aber geschmacklos. 

Giottino di Maestro Stefano, ital. Maler der 2. Hälfte des 14. Jahrb., wurde 
„Scimia della natura^, Affe der Natur genannt, weil er eine stärkere realistische 
Neigung als seine Zeitgenossen zeigte. Von ihm als sein einziges Werk wahrschein- 
lich die Fresken in der Kapelle S. Silvestro von Sta. Croce in Florenz, mit der 
Geschichte des heil. Silvester. 

Giotto di Bondone, berühmter ital. Maler, auch Baumeister und Bildhauer, 
geb. wahrscheinlich 1266 in Celle bei Vesplgnano, f 8. Jan. 1887 (1882) in Florenz, 
soll als Sohn eines Bauern bei seinen ersten Versuchen im Zeichnen von Cim ab ue 
entdeckt worden sein. Gewiss ist, dass er mit diesem 1286 nach Florenz ging und die 
Ausübung der Malerei begann, die er später ttber ganz Italien in der Weise aus- 
dehnte, dass sein mächtiger Einfluss der ganzen italienischen Kunst auf lange Zeit 
hin den Stempel aufdrückte. Am klarsten kommt seine künstlerische Bedeutung in 
grösseren Compositionen zur Geltung, in denen er eine wunderbare Klarheit in der 



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Giovanni. 53 

Schilderang, eine scharfe Charakteristik entwickelt und mit einem unmittelbaren 
Erzählerton vorträgt, wenn ihm aach der Ausdruck leidenschaftlicher Bedungen des 
Gemttths noch nicht gelingt In die ersten Jahre seiner Thätigkeit fallen mehrere 
Hauptwerke, in denen sich seine ganze Bedeutung zeigt. Es sind die um 1301 
entstandenen, jetzt sehr beschädigten Fresken im 4. Saal des BargeUo in Florenz 
(das Paradies mit dem Bildniss seines Freundes Dante, die Hölle u. s. w.), der 
2 Jahre später begonnene grosse Freskencyklns in der Cappella doli' Arena zu Padua, 
deren Wände und Gewölbe das Leben Christi und der Maria mit einer grossen 
Darstellung des Jüngsten Gerichts enthalten, Bilder, in denen er in seiner vollen 
Schöpferkraft mit einer bis dahin unbekannten Gtostaltungsweise die individuelle 
Erscheinung in ihrer sinnlichen, wie auch in ihrer inneren, geistigen Wahrheit zeigt. 
Da wo er schlicht zu erzählen hat, z. B. in der Geburt Maria, zeigt er seine ganze 
Grösse. Weniger glflckte ihm das Jttngste Gericht, das Phantasie und Leidenschaft 
erfordert Ein dritter grosser Cyklns sind (um 1314—22) die Malereien an der Decke 
des Kreuzgewölbes ttber dem Hochaltar der Unterkirche S. Francesco zu Assisi, 
enthaltend die Haupttugenden des Franciscus und seine Verklärung, entstanden unter 
dem geistigen Einnuss des Dante, nämlich die 3 Ordensgelttbde der Franciscaner : 
Armuä, Keuschheit und Gehorsam und die genannte Verklärung des Franciscus. 
Unter seinen übrigen Malereien sind die wichtigsten : in der ' Kapelle Bardi Yon 
Sta. Croce die Legende des heil. Franciscus (bedeutender als früher in Assisi), in der 
Kapelle Peruzzi als seine schönsten Fresken die Geschichte der beiden Johannes, 
besonders schön das Gastmahl des Herodes, bei dem dem Fürsten das Haupt des 
Täufers von einem Krieger gebracht wird, in der Kapelle de' Medici die Krönung 
Maria, während dagegen das ihm firüher zugeschriebene Fresko des Abendmahls im 
ehemaligen Refektorium derselben Kirche wahracheinlich von TaddeoGaddi herrührt. 
Dazu kamen noch seine Fresken der vier lat Kirchenlehrer und der Evangelisten in 
S. Giovanni Evangelista zu Bavenna. Sodann in der Vorhalle der Peterskirche zu 
Born das nach seinem Entwurf 1298 aasgeführte Mosaik der sogen. Navicella, d. h. 
das die christliche Kirche bedeutende Schiff Petri auf stürmischem Meere. Bbidlich 
unter seinen Tafelbildern in der Akademie zu Florenz eine mitten unter Engeln 
thronende Madonna und 12 kleine Tafeln mit Scenen aus dem Leben Jesu. Weit 
weniger ausgedehnt, aber ebenso geLstTOll waren seine Arbeiten als Architekt und 
als plastisdier Künstler, worin wir nur die Marmorbekleidung der Portale an der 
Nord- und Südseite des Doms zu Florenz und den dortigen Glockent^urm zu nennen 
haben, der in seiner edlen Gliederung von fünf Geschossen und seinem Beliefschmuck 
von ilun und AndreaPisano von wunderbarer künstlerischer Harmonie ist. — Seine 
Biogr. von Dobbert in Dohmes „Kunst und Künstler^ (1878) und von Harry 
Quitter (1880). 

GioTaimiy Berto dl, g* Berto dl GioTamii* 

GioTannl da Bologna, s* Bologna, GioTanni da« 

GioTanni da Faenza, ital. Maler der 2. Hälfte des 16. Jahrb., der die Anmuth 
der umbrischen Schule mit der Tiefe und Beinheit der florentinischen verband. Von 
ilun im Gymnasium seiner Vaterstadt eine Madonna mit dem segnenden Kinde nebst 
Engeln und Heiligen. 

GioTannl da Mllano, eigentlich Johannes Jacobi, ital. Maler, geb. nach 1800 
in Caverzajo bei Como, Schüler von Taddeo Gaddi, verband die florentiniscbe 
und sienesische Schule, zeigte fleissige Modellirung und Streben nach Wärm^ und Feinheit 
im Ausdruck, war aber eigenüich kein selbständiger, erfinderischer Gtoist Von ihm 
eine Beweinung Christi aus dem Jahre 1366 in der Akademie zu Florenz, bedeutender 
durch warmes und leuchtendes O)lorit sein Altarbild der Madonna mit den Heiligen 
Katiiarina, Bernhard, Bartholomäus und Bamaba in der Gemäldegalerie zu Prato, seine 
trefflichen Fresken aus dem Leben der Maria und des Heilandes in der Kapelle 
Binuccini von Sta. Croce zu Florenz, und einige Bilder in den Uffizien. 

Giovanni da Mnranoy %• Johannes Alamannns. 

Giovanni da San GioTannI, genannt Manozzi, geb. 1590 in S. Gioyanni, f 1686, 
Schüler von Matteo Bosselli und von Cigoli, ein produktiver Freskomaler, der 
in Bom und in Florenz ausgedehnte Malereien christlichen und mythologischen Lihalts 
ausführte und eine lebhafte Phantasie und sichere Technik zeigte. Von ihm in der 
Hauptkirche seiner Vaterstadt ein Bild der Enthauptung Johannis d. T. und eine Ver- 
kündigung, im Palast Fitti ein Jägerbild, worin er als Nachfolger Caravaggios erscheint. 

Giovanni di Paolo, genannt del PoggiOy Maler der Schule von Siena, urkund- 
lich schon 1423 in Siena thätig, f wahrscheinlich 1482, vielleicht Schüler des Gen ti le 



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54 Giovanni — Girard. 

da Fabriano, wenigstens gebildet unter dessen Einfloss. Im Berliner Mosenm von 
ihm ein Temperabild Christus am Erenz mit Maria und Johannes. 

GioTannl dl Pletroy b. Lo Spagna, GioTannl* 

GioTannl di Stefano^ ital. Bildhaner und Architekt des 15. Jahrh., thätig in 
Siena, wo er mehrere Arbeiten yon edler Auffassung und sauberer Ausführung adiiif. 
Sein frühestes Werk ist wohl das Tabernakel und die Altarwand in der Ejit£arineii- 
kapelle von S. Domenico in Siena von 1466. Einen etwas abweichenden Charakter 
zeigt sein letztes Werk Die Leuchter haltenden Bronzeengel neben dem Tabernakel 
Vecdiiettas im dortigen Dom (seit 1489). Als Architekt von ihm die 1482—85 er- 
baute Kapelle Johannis des T&ufers im Dom zu Siena. 

GioTuml) Fra, Intarsiaarbeiter, geb. 1456 in Verona, f 10. Febr. 1525, Schüler 
von FraBastiano, schuf die schönen Litarsien des Chorgestühls der Kirche zu Monte 
Oliveto (1508), nach 1511 die Intarsien der Thttren des Barili im Vatikan, führte den 
Chor von S. Paolo da Toledo in Monte Oliveto aus, baute den Chor von San Benedetto 
bei Siena, schuf in Sta. Maria in Organe zu Verona die Kanzel und die trefflichen 
Intarsien des Chors, sowie die der Sakristei. 

GioTannl, Maestro^ eigentlich G. Boccardi, Miniaturmaler der ersten Decennien 
des 16. Jahrb., malte mit seinem. Sohne Francesco eine Reihe yon Chorbüchem in 
Monte Cassino unter dem Einfluss der Baffaelschen Stanzen und Loggien. 

GioTannl, Matteo dl. s. Matteo dl GloTanni. 

GioTannlniy Jaeopo Maria, ital. Historienmaler und Radierer, geb. 1667 in 
Bologna, f 1717 in Parma, war in der Malerei Schüler von Giuseppe Maria 
Belli, malte für Kirchen und Palttste, widmete sich aber später nur dem Kupfer- 
stich und der Radierung, worin er seine Nadel allzu ängstlich und zierlich führte. 
Seine besten Blätter sind: Die Flucht nach Aegypten nach Tarnffi, Die Be- 
schneidung Christi nach Guido Reni, Jesus gibt den Aposteln die heil. Communion 
nach Franceschini, Der sog. Tag nadi Correggio (in Parma), Der heil. Sebastian 
nach Lod. Carracci, 12 Blätter nach Correggios Kuppelfresken (der Heiland in 
der Himmelsglorie) in S. Giovanni Evangelista in Parma, und 12 Blätter aus dem 
Leben des heil Benedict nach Lod. Carraccis Fresken in S. Michele in Bosco zu Bologna. 

GioTannini, Yinoenzo, ital. Landschaftsmaler, geb. 1816 in Todi, begann seine 
Ausbildung in Rom und malte mehrere Veduten aus dortigen Gegenden. 1868 brachte 
er eine Ansicht von Castelporziano, dann in Mosaik eine ijisicht vom römischen Forum 
und eine Partie vom Janiculus, aber seine Bilder blieben ziemlich unbeachtet und 
Hessen ihn nicht emporkommen. 

GioTenone, Glrolamoy ital. Maler ans Vercelli, thätig am Ende des 15. und 
Anfang des 16. Jahrb., wurde früher der erste Lehrer des Gaudenzio Ferrari 
genannt, doch ist er um etwa 10 Jahre jünger als dieser. Von ihm in der Akademie 
zu Turin als sein bestes Werk eine Anbetung des Kindes durch Maria und Joseph 
in hoher Kuppelhalle mit 6 anderen Heiligengestalten; in der dortigen Pinakothek 
eine Madonna |mit den Heiligen Abbondio und Antonio und den Stfftem (Tempera 
von 1514), eine Madonna mit 4 Heiligen und der Auferstandene mit Maria und Petrus. 
Andere Bilder von ihm in Vercelli und Bergamo. 

GioTenone, Giuseppe di Amadeo, ital. Maler aus Vercelli, Schüler yon 
Gaudenzio Ferrari. Von ihm in der Pinakothek zu Turin ans dem Ende des 
15. Jahrh. ein Bild der Auferstehung Christi, das in der erstrebten Verbindung des 
Symbolischen jmd Dramatischen seltsiELme Contraste zeigt. 

Giraldiy Gnglielmo, ital. Miniaturmaler des 15. Jahrb., geb. in Ferrara^ malte 
zwischen 1450 und 1475 ein Missale, ein Brevier, ein Gesangbuch, einen Tibull und 
Appian, die Canzonen Petrarcas und die Psalmen. 

Giraldini, s. Gerardini. 

Glrandole, Bemardo delle, s. Bnontalenti. 

Girard, Alexis Fran^ois, franz. Kupferstecher in Linien-Manier, punktirter 
Manier, Mezzotinto und Aquatinta, geb. 1789 zuVincennes, f 17. Jan. 1870 in Paris, 
widmete sich dem Kupferstich, nachdem er in der Malerei Schüler von Regnault 
gewesen war. Hauptblätter von ihm sind : Nach Raffael Die Jnngfi-au mit dem Fisch 
und Die Jungfrau mit der Perle, nach Delaroche Mazarin auf dem Sterbebett und 
Richelieu der mit de Thou und Cinq-Mars den Rhdnefluss nadi Lyon hinauffiüirt, um 
sie enthaupten zu lassen, nach Ary Scheffer Die heiligen Frauen vom Grabe Christi 
kommend, nach Winterhalter dasDolce far nientej der Decameron und die Weinlese, 
nach Cogniet die Entführung der Rebekka. Er erhielt eine ganze Reihe von Medaillen 
und. gehörte seit 1866 der Ehrenlegion an. 



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Girard — Girardet. 55 

Glrardy Etleuie Martin, franz. Landschaftamaler, geb. 1742 in Paris, f 2d. Oct. 
1782, Mitglied der Akademie Yon San Lnca, stellte in den 70er Jahren zahlreiche 
Landschaften ans, z. B. Ansicht yon Neapel, Marseille und Bonen, yon den Toilerien 
und ein Floss der Römer zun Transportiren der Obelisken. 

Ginurd, Flnniii, firanz. Gknremaler, geb. 31. Mai 1838 in Poncin (Ain), trat 
1863 in eine Zeichenschale zn Paris and 1854 in das Atelier yon Gleyre, debtttirte 
1869 mit einem Bilde des heil. Sebastian, hatte aber erst Erfolg, als er mit 
Genrebildern auftrat, die durch Frische and Wahrheit sowie glänzendes Colorit sehr 
gefielen. Die besten derselben sind: Nach dem Ball (1863), Verlobte aas der Zeit 
Lodwigs XTTT. (1874), Die ersten Liebkosangen, Der Qaai aox Flears in Paris, die 
allgemein bewanderte Erste Kommanion (1876), Der Bärenführer, Eine Hochzeit 
im 18. Jahrhundert a. s. w. Er erhielt 1863 die Medaille 3. Kl., 1874 die 
MediüUe 2. Kl. 

Girard, No€l Jules, franz. Bildhaner, geb. 22. Aug. 1816 in Paris, besuchte 
die Ecole des beaux-arts, war Schiller yon Dayid d' Angers und Petitot, truff 
1846 den grossen römischen Preis dayon, und brachte 1849 ein Terracotta-Belief, 
dann folgten 1862 ein Trauben pressender Winzer aus Bronze, die geopferte Iphigenia 
(1866), die Statuen Larochefoucaulds und der Astronomie für den Neuen Louyre, 
eine Statue der Wahrheit für den Hof des Louyre (1864), die sehr wohl gelungenen 
Statuen der Komödie und des Dramas für das Giebelfeld der Neuen Oper und einen 
Christus am Kreuz fOr den Friedhof in St. Denis. 1862 Medaille 2. Kl. 

Girard, Ben^, franz. Kupferstecher in pilnktirter Manier, geb. 1761 in Paris. 
Seine Hauptblätter sind : nach Gipriani Das Opfer Amors, Amor caressirt die Schönheit, 
nach Grenze Der zerbrochene Krug, nach Bartolozzi Der Tod der Dido, und einige 
Bildnisse nach Lawrence. 

Girardet, Abraham, schweizerischer Zeichner und Kupferstecher, geb. 1764 
in Locle (Neufch&tel), f 1823 in Paris, wurde hier Schüler yon Nicollet, bildete 
sich 1794 in Bom weiter aus und stach yiele treffliche Blätter: Die Transfiguration 
nach Baffael (1806), Das Abendmahl nach Ph. de Champagne, Fest der Ceres, Fest 
des Bacchus und Der Baab der Sabinerinnen nach N. Poussin (im Louyre), Der 
Triumph des Vespasian und des Titus nach Giulio Bomano (im Louyre), Die letzten 
Auffenblicke des Herzogs yon Berry nach Fragonard, Tod des Arnold y. Winkelried 
nach eigener Zeichnung. 

G&ardet, Charles, Genre- und Landschaftsmaler, feb. 13. Mai 1810 in Lode, 
t 24. April 1871 in Paris, Sohn des Charles Sam. G., S<ättler yonL6on Cogniet, 
machte Beisen in der Schweiz, Deutschland, Italien, Spanien, Algerien, Aeg^pten und 
der Tllrkei, brachte aus diesen Ländern seit 1836 Landschaften und (Genrebilder und 
machte mit dem historischen Bilde Protestanten während ihrer Andacht yon 
katholischen Soldaten und Mönchen flberfalien (1842) grosses Aufsehen. Unter seinen 
ttbrigen Bildern sind zu nennen: eine Landschaft (Museum in Königsberg), Episode 
aus der Schlacht bei Murten 1476 (Museum in Bern), Heuernte im Berner Oberlande 
(Museum in Bern), Partie aus der Gegend yon Neufchätel. Er illustrirte auch eine 
Ausgabe des Ariost und Thiers' „Histoire du Consulat et de PEmpire^. 

Girardet, Charles Samuel, Kupferstecher und Lithograph, geb. 1780 in Lode 
t 1863 in Paris, Schttler seiner Brüder Abraham und Alexander G., stach anfangs 
Schweizer Ansichten, ging dann nach Paris, stach hier die Auferstehung Christi nach 
Lebrun, und widmete sich nachher der Lithographie, iliostrirte auch 1833—40 das 
„Magasin uniyersel** und stach 1844 den oben genannten üeberfall der Protestanten 
(S. Charles Girardet). 

Girardet, Edouard Henri, Maler und Kupferstecher, geb. 21. Juli 1819 in 
Neufchätel, f 5. Jan. 1880 in Versailles, Sohn des Charles Samuel G., Schttler 
seines Bruders Charles G., malte mit Vorliebe fromme und patriarchalische Scenen 
ans dem Familienleben der Landleute des Bemer Oberlandes, aber auch humoristische 
und tragische Scenen, z. B. Die Mutter an der Wiege ihres sterbenden Kindes, Das 
Tischgebet, Der Besuch beim Arzt, Die Auction auf dem Lande, Jahrmarkt im Bemer 
Oberlande u. A. Unter seinen nicht zahlreichen Kupferstichen sind Blätter nach 
Qiarles Delaroche und G^rdme. 

Girardet, Eugene, franz. Genremaler, geb. 1852 in Paris, Schttler yon G 6 r 6 m e, 
lebt in Paris. Von ihm die Bilder: Halt in der Wttste (Kttnstlergtttli in Zttrich), 
Arabisches Kaffö in Biskra, Der Atlas bei El-Kantara in Algier. 

Girardet, Jean, firanz. Historienmaler, geb. 1709 in Luneyille, f 28. Sept. 1778 
inNancj, bildete sich hier und in Italien zu einem tttchtigen Kttnstler, der fttr Kirchen 

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56 Girardet — Giraud. 

and Paläste Bilder In Oel und in Fresko malte. Von ihm der Piafond im Stadthanse 
za Nancy und einige Bilder in der dortigen Gemäldesammlung. 

Girardet, Paul, Kupferstecher, geb. 8. März 1821 in Neafchfttel, f 27. Febr. 
1893 in Paris, Sohn von Charles Samuel G., war in Paris dessen Schüler, widmete 
sich aber nur der Kupferstecherkunst. Seine wirkungsvollen Stiche meist nach neueren 
Meistern, auch in Mezzotinto, sind : Die Schlacht bei Isly und Die erste Messe in Eabjlien 
nach Horace Yemet, Charfireitag nach Delaroche, Gefecht bei Bivoli nach Philippo- 
teaux, Das CoUoquium von Poissy nach Bob. Fleury, Schlacht bei Fridericia nach 
Simonsen, üebergang Washingtons über den Delaware nach Leutze, Der Taschen- 
spieler und Die goldene Hochzeit nach Knaus, Eine Hochzeit im Elsass nach Brion, 
Der verlorene Sohn nach Dubufe, Verlesung der letzten Opfer der Schreckensherrschaft 
in der französischen Bevolution nach Charles Louis Muller und andere Blätter nach 
Auguste Bonheur. Von 1849—61 erhielt er 4 Medaillen 2. Kl. und 1863 die 
Medaille 1. Kl. 

Girardon, Fran^ois, franz. Bildhauer, geb. 1680 in Troyes, f 1. Sept 1715 
in Paris, war hier Schüler des Bildhauers FrangoisAnguier und bildete sich nachher 
in Bom weiter aus. 1652 kehrte er nach Paris zurttck, wurde erster Inspektor der 
Bildhauerarbeiten und 1695 Kanzler der Akademie. Er war für seine Zeit ein bedeutender 
KttnsÜer, der zwar keine grosse Erfindungsgabe besass und sich etwas theatralisch in 
der Darstellungsweise, aber ausdrucksvoll in der Darstellung der Köpfe zeigte. Unter 
seinen zahlreichen Werken sind die vorzüglichsten: das Modell zu der in der 
Revolution 1789 zerstörten Beiterstatue Ludwigs XIV. (im Louvre), das 1694 von 
ihm nach Lebrun ausgeführte Grabmal des Kardinals Bichelieu in der Kirche der 
Sorbonne, die Statuen in den Apollobädem zu Versailles und der Baub der Proserpina 
im Garten von Versailles. — Seine Biogr. von de Breban (1850). 

Girardon, Pierre Gustave, franz. Landschaftsmaler, geb. in Lyon, f 1887, 
malte besonders aus dem südlichen Frankreich gut gezeichnete, aber im Farbenton 
etwas kühle Landschaften in Oel und namentUch sehr gelungene landschaftliche 
Aquarelle. 

Giraud, Jean Baptiste, franz. Bildhauer der 2. Hälfte des 18. Jahrb., geb. 
zu Aix, übte seine Kunst in Paris, wo er Mitglied der Akademie wurde. Von ihm 
werden nur ideale und mythologische Bildwerke genannt: ein sterbender Achilles, 
ein Mercur, ein Satyr und ein Hercules. 

Giraud, Pierre Fran^ois Engine, franz. Historien-, Gtonre- und Biidnissmaler, 
geb. 9. Aug. 1806 in Paris, f 29. Dec. 1881 das., Schüler von Hers ent und derEcole 
des beauz-arts, erhielt 1826 in der Kupferstecherkunst, worin er Schüler von 
Bichomme war, den grossen römischen Preis, bildete sich aber nachher fast nur 
im historischen Genre und im Bildniss aus, und machte nach einem mehrjährigen 
Aufenthalt in Italien mit Alex. Dumas 1844 eine Beise nach Spanien und 1847 nach 
dem Orient. Zahlreicher als seine Kupferstiche sind seine originellen, energisch 
ausgeführten historischen Genrebilder und Bildnisse. Dahin gehören: Die Bettung 
des Dauphins Karl durch Stephan Marcel 1356 (1836), üebergang der Armee Condte 
und Golignys über die Loire (1837), Fieberkranke in der Campagna (1846), Tanz in 
einer Posada zu Granada (1853), Heinrich IV. im Thurm von St. Germain des Pres, 
üeberschwemmung des NUs, im Luxembourg Eine Tänzerin in Kfuro (1866) und 
Scene aus einem Stiergefecht (1869), Abreise zur Armee Condös und ziüüreiche 
Bildnisse bekannter Persönlichkeiten. 1851 wurde er Bitter, 1866 Offizier der 
Ehrenlegion. 

Giraud, Pierre Frani^ls Gr^goire, franz. Bildhauer, geb. 1783 in Paris, 
Schüler seines Oheims Jean Baptiste G. und Bameys. Von ihm die BeUefs 
Tod der Pallas und der verwundete Philoktet, für die er 1805 und 1806 Preise erhielt. 

Giraud, Sebastien Charles« franz. Genre- und Interieurmaler, geb. 18. Jan. 1819 in 
Paris, 1 1892 das.3ruder und Schüler von P. F. E u g 6 n e G. (s. d.) und der Ecole des beaux- 
arts, bereiste 1843—47 die Westindischen Inseln und begleitete den Prinzen Napoleon 
nach dem Norden. Er malte neben dem Genre auch viele Interieurbilder von guter 
Perspektive und sauberer Ausführung. Die bekanntesten seiner Bilder sind: Er- 
innerungen an Hayti (1853), Speisesaal der Prinzessin Mathilde (1855), Der Seehunds- 
fang (1857), Studirzimmer des Grafen von Nieuwerkerke, Partie aus Island, Ein 
Zimmer im 15. Jahrb. (1862), Das Musöe Napoleon im Louvre, Waffengalerie im Musöe 
de Cluny, Sonntag in der Bretagne (1878) u. A. 1847 wurde er Bitter der Ehrenlegion. 

Giraud, Victor, franz. Genremaler, geb. 1841, t 21. Febr. 1871 in Folge einer 
im Kriege erhaltenen Wunde, Schüler von Picot und seines Vaters P. F.Eugöne 



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Girl — Giroax. 57 

Giraud (s. d.)» malte antike Sto£fe in moderner Auffassong) mit Charakterrollen 
Figroren von glänzendem Colorit, z. B. Der Sklavenhändler (im Lnxembonrg), Ein 
ägyptischer Vogelzähmer n. A. 

Girl, HeUflena, verehelichte Koch, Genremalerin, geb. 1832 in Lindaa, war 
in München thätig. Von ihr worden bekannt die Bilder: Matter mit ihren Kindern 
am Brunnen, Mädchen am Stickrahmen, Kinder mit einem Schaf, Tauben ftlttemdes 
Mädchen (Nene Pinakothek in München). 

Girodet, Anne Lonis de Roncy, genannt Girodet-Triosoiiy franz. Historien- 
maier, geb. 5. Jan. 1767 in Montargis (Loriet), f 9. Dec. 1824 in Paris, war Schüler 
von David, neigte sich aber gleich anfangs mehr zur griechischen Mythologie und 
wnrde innerhalb der klassischen Richtung der Vorbote der bald nachher herein- 
brechenden romantischen Strömnng. Von Rom aus, wo er sich infolge des grossen 
Preises 5 Jahre aufhielt, sandte er seinen beiülllig aufgenommenen Schlaf des 
Endymion (1792, im Louvre) ein. Noch charakteristischer für sehie Richtung war 
1792 Hippokrates der die Geschenke des persischen Königs verweigert Nachdem er 1796 
nach Paris zurückgekehrt, erschienen als seine Hauptbilder eine zur modernen Phryne 
gewordene üppige Danaö, Die Schatten französischer Generale werden in den 
Elysäischen Feldern von Ossian empfangen (1801), die mit Unrecht viel bewunderte 
Scene aus der Sündfluth (1806, Louvre), das tief ergreifende Begräbniss Atalas nach 
Chateaubriand (1808, ebendas.) und Napoleon empfingt die Schlüssel von Wien. 
Seitdem lieferte er fast nur noch Zeichnungen zu A^kreon, Virgil, Racine und 
anderen Dichtem und als sein letztes namhaftes Oelbild (1819) Der erstaunte Pygmalion 
dem sich seine geliebte elfenbeinerne Statue belebt. 1815 wnrde er Mitglied der 
Akademie, später Ritter der Ehrenlegion. 

Girolamo da Gremoiia, ital. Miniator, der zwischen 1467 und 1475 gleichzeitig 
mit Liberale da Verona über 70 Miniaturen in 11 Antiphonarien im Dom von Siena 
malte, einförmig' in den Köpfen, aber von geschickter Zeichnung und lebhaften 
Farben. Von ihm auch eine Miniatur der Krönung Marias von 1472 in Oliveto 
gemalt, jetzt in Chiusi. 

Glrolamo dal Libii, g. Libii, Girolamo dai. 

Girolamo da Santa Croce, 8. Santa Groce, Glrolamo da« 

Öirolamo da Treviso, 8. Treviso. 

Girolamo Romanino, s. Romanino* 

Girometti, Giuseppe, ital. Gemmenschneider und Medailleur, geb. 1780 in 
Rom, t 17. Nov. 1851 daselbst, ging von der Bildhauerkunst, die er unter Pacetti 
in Rom begann, zur Steinschneidekunst über und zeigte sich besonders geschickt in 
der Benutzung der Farbenschichten des Onyx, Smaragds und anderer Edelsteine. 
Die bedeutendsten seiner vielen Arbeiten sind: 2 grosse Oameen mit dem Kopf des 
Genius in Ganovas Grabdenkmal des Papstes Glemens Xin. und mit dem Kopfe von 
Ganovas Perseus, Gameen mit Ganovas Terpsichore und Magdalena, mit Teneranis 
Psyche u. A., ebenso zahlreiche Bildnisse, Stempelschnitte und Gedärchtnissmedaillen 
der Päpste von Pins VE. bis Gregor XVI. 

GiromettL Pietro, ital. Stempelschneider, geb. in Rom, Sohn des Vorigen, 
lieferte schöne Denkmünzen auf die Vervollkommnung der Woblthätigkeitsanstalten 
unter Papst Gregor XVI. und auf die Dichterin Vittoria Golonna, gab auch mit seinem 
Vater und mit N. Gerbara eine Sammlung von Denkmünzen auf berühmte Italiener 
heraus. 

Girony Charles, schweizerischer Gtonremaler, geb. 1858 in Genf, Schüler von 
Gabanel in Paris, wo er seinen Wohnsitz nahm. Von ihm wurden bekannt die 
Bilder : Das Modell (im Museum zu Bern) und das Aufsehen erregende Pariser Strassen- 
bild der beiden Schwestern (Lebensgrösse), wo eine Frau aus dem Volke in der 
Dame einer eleganten Equipage ihre Schwester erkennt. 

Gironde, Bemard de, franz. Maler der Gegenwart, geb. in Montauban, malte 
Genre- und Historienbilder von guter Zeichnung und trefflicher Ausführung, z. B. 
Die Schlafende, Der Fischer (nach Goethe) und eine originelle, grossartige Judith. 

Gironx, Andr^, franz. Landschaftsmaler, geb. 30. April 1801 in Paris, f 1879, 
Schüler seines Vaters, erhielt, nachdem er sich schon 1822 die 2. Medaille errungen, 
1825 den Preis für Rom und bildete sich in Italien weiter aus. Unter seinen poetischen 
Bildern von saftigem Golorit werden genannt: Ansicht von Oivitella, Aus den 
französischen Alpen, Ansidit der Ebene von GrMvaudan bei Grenoble (im Luxembourg), 
Ansicht vom Ufer der Seine (1889) und eine Landschaft in der Galerie Raven4 
zu Berlin. 



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58 Girscher — Giolio. 

Girschery Bernhard, Landschaftsmaler, geb. 1888 in Rothenburg bei Gi>rlitz, 
t 1870, ging Yom Stadium der Medizin 1848 zur Malerei ttber, wurde Schüler von 
Ernst Besch in Breslau and bildete sich seit 1849 in Mttnchen and durch Stadien 
im bayrischen Hochlande und in Tirol weiter aus, lebte dann in Liegnitz and in 
Berlin. Unter seinen Bildern sind zu nennen : Landschaft aus Bayern, Parkscene im 
Mondschein, Hochgebirgslandschaft aus den Tauem, Mondnacht bei Eitzbfihel in TiroL 

Oirtin, Thomas, engl. Aquarellmaler, geb. 18. Febr. 1773 in London, f 9. Not. 
1808 das., war kurze Zeit Schüler von Dayes, studirte die Umgegend von London, 
bereiste Schottland und einen grossen Theil von England und malte in transparenten 
Farben mit Vorliebe Ruinen von Abteien und grösseren Eirchengebäuden, stellte seit 
1794 solche Bilder in grosser Menge aus, später auch ein Panorama von London. Er 
zeigte eine kräftige Malweise, die mit Unterdrückung der Details dem Ganzen eine 
düstere Grösse zu verleihen wusste. Hauptbilder von ihm sind: RivauxAbbey (1798, 
im South Kensington Museum), Ansicht von Paris, Ansicht von Dnrham, und ein 
Oelbild von Bolton Bridge. Mehrere Bilder von ihm im Besitz des Herzogs von 
Devonshire. 

Gisberty Antoido, span. Maler der Gegenwart, geb. in Alcoy (Valencia), Schüler 
der Akademie in Madrid, malte einfach componirte, aber nicht sehr aosdrucksvoUe 
Historienbilder, fein gestimmte Genrebilder und Bildnisse. Unter jenen z. B. Die 
Landung der Puritaner an der Nordküste Amerikas, Die Hinrichtang des Don Juan 
de PadiUa, Tod des Don Carlos. Er wurde Direktor des Museums von San Fernando 
in Madrid und ist seit 1870 Offizier der Ehrenlegion. 

GiBb«rt von Kranenbarg, Architekt, wird genannt als einer der Baomeister 
der fünfschiffigen St. Victorskirche in Xanten von 1408—37. 

Gisela, Joseph, Genremaler, geb. 17. Nov. 1861 in Wien, SchtUer der dortigen 
Akademie unter A. Feuer bach, brachte seit 1886 auf die Ausstellungen von Benin, 
Mttnchen und Wien die Bilder : JDie Kartenlegerin, Bei der Wahrsagerin, Die Katzen- 
matter, Der Taufschmaus, Die Schachpartie u. A. 

GlBors, Henri Alphonse de, franz. Architekt, geb. 3. Sept. 1796 in Paris, 
t 17. Aug. 1866, war eine Zeltlang ein^ der Leiter des vonChalgrin begonnenen 
Baues des Are de Triomphe de PEtoile in Paris, entwarf auch den Plan zum neuen 
Salon der Pairskammer. 

Gitiades, griech. Baumeister und Erzgiesser aas Sparta, lebte in der 1. H&lfte 
des 6. Jahrb. vor Chr., t nach 456, machte sich bekannt durch den von ihm erbaaten 
Tempel der Athene Chiüdoekos in Sparta mit dem von ihm verfertigten Erzbilde der 
Göttin; auf ihrem Gewand oder vielleicht an den Wänden des Tempels zahlreidie 
Figuren in Reliefs aus den Thaten des Hercules, ans der Sage der Dioskuren, aus 
dem Mythus von Perseus und aus Athenes Gebart. 

Gindlee. Loigi, ital. Bildhauer, geb. 1. Sept. 1826 in Genua, Schüler der dortigen 
Akademie una des Santo Varni, ging 1854 nach Brasilien, wo er Professor an 
der Akademie in Bio de Janeiro wurde und Grabdenkmäler und Büsten schuf, da- 
runter die des Doctor Siyaud, Direktors des dortigen Blindeninstitats, und anderer 
dortiger Berühmtheiten, beispielsweise die Büsten der kaiserlichen Familie. Seine 
bedeutendste Arbeit war dort der plastische Schmuck im Giebelfeld des Hospitals von 
Bio de Janeiro. Er machte sich auch einen Namen durch die Erfindung der Plastilina, 
die nicht trocknet und nicht schwindet und statt des feuchten Thons von den Bild- 
hauern verwendet wird. 

Giadid, Carlo Maria, ital. BUdhauer und Maler, geb. 1723 in Viggiü (Mailand), 
t 1804 in Mailand, bildete sich in Bom durch das Studium der grossen Meister and 
liess sich in Mailand nieder, wo er für Kirchen und Pidäste Statuen und Beliefs aas- 
führte. Er malte auch Fresken in der barocken Kirche S. Francesco di Paolo und 
Staffeleibilder aus der heiligen und Profangeschichte, die sehr gelobt wurden. 

Gioliano, Bartolommeo, ital. Maler, geb. 1825 in Susa, besuchte die Akademie 
in Turin und die in Florenz und liess sich in Mailand nieder, wo er bis 1886 Lehrer 
an der Akademie der Brera war. Unter seinen Bildem sind zu nennen : Der Traum der 
Parisina, Der mühsame üebergang Friedrich Barbarossas von Susa, DieEückkehr von der 
Arbeit, iVan Dyck der die Kinder Karls I. von England malt. Ein Sonnenstrahl^ 
Klatschende Weiber an der Quelle und andere Genrebilder, sowie besonders schätzbare 
Landschaften. 1859 wurde er Professor an der MaUänder Akademie. 

Ginliano da Sangallo, s. Sangallo* 

Giolio und Alemandro, ital. Groteskenmaler, f 1530 in Spanien, die von Karl V. 
dorthin berufen wurden, wo sie in verschiedenen Palästen zu Madrid Grotesken in 



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Gialio — Glaize. 59 

der Art der Baffaelschen Loggien ausführten und den Geschmack an der gleichen 
Malerei in Spanien einführten. 

Ginlio Romano, 8. Pippi. 

Oinnta, Lac Antonio da, ital. Kupferstecher und Formschneider, auch Kunst- 
und Buchdrucker in Florenz, arbeitete in den ersten Decennien des 18. Jahrh. in 
Venedig. Er stach nach eigenen Compositionen Die Tochter der Herodias mit dem 
Haupt des Täufers, Kampf zwischen einem Drachen und einem Löwenpaar und einige 
Einzelfiguren. Holzschnitte von ihm sind der Kindermord und die 8 Könige nach 
Campajgnola, die Gladiatoren nach Pollajuolo, der Triumph Christi nach einer Zeichnung 
von Tizian und einige Blätter eigener Composition. 

Glunta PiBano, ital. Maler der 1. Hälfte des 13. Jahrh. in Pisa, urkundlich 
genannt von 1202—1258, der erste ital. Maler, von dem Werke auf uns gekommen, 
die freilich als Maiereien noch todt und unfrei sind. Unter diesen wenigen vorhandenen 
Werken ist eine Kreuzigung in S. Banieri zu Pisa und wahrscheinlich einige zerstörte, 
rohe Fresken in der Oberkirche von S. Francesco in Assisi. 

GiUBtalodi, Domenico, ital. Maler und Architekt, geb. 26. Febr. 1506 in Prato, 
t 28. Oct. 1560 in Guastalla, ISchttler von Niccolö Soggi in Arezzo, ging dann 
nach Bom, wo er Bildnisse malte, trat als Architekt in den Dienst eines Ingenieurs 
Karls y., ging mit diesem nach Sizilien, wo er Festungsbauten ausführte und später 
nach Guastalla, wo er in derselben Weise arbeitete. 

Ginsti, Oinlio, ital. Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. in Venedig, lebt in 
Verona. Er stellte in Turin 1884 ein Bild von den Lagunen in Venedig aus, in 
Mailand 1886 ein ähnliches Bild mit venezianischen Flössen und 1887 ein solches 
von der dortigen Seekflste. 

Glnsti, Pietro, ital. Holzbildhauer des 19. Jahrb., geb. in Siena, Schüler des 
Holzbildhauers Angiolo Barbett i, arbeitete mit grosser Handfertigkeit und 
brachte die Holzskulptur in Italien wieder zur Blfithe. Als Professor am technischen 
Institut zu Turin bildete er viele treffliche Schüler. 

Giusto dl Alemannoy s. Alemanno. 

Gittflto, Giovanni, genannt Jnatns v. Padna, oder Menabnoni, ital. Maler, 
geb. um 1330 in Florenz, f 29. Sept. 1400 in Padua, wo er ansässig war. Ein Haupt- 
werk von ihm ist ein grosses Altarbild der Krönung der Maria beim Grafen Czemin 
in Wien, auch ein Triptychon desselben Ghegenstandes ans dem J. 1367 in der Naüonal- 
galerie zu London. Sehr thätig war er in Padua, wo er in der Kapelle Belludi von 
S. Antonio um 1382 Fresken aus dem Leben der Apostel Philippus und Jacobus 
ganz nach giottesken Grundsätzen midte, ebenso einen grossen Freskencyklus aus 
dem J. 1387 im dortigen Baptisterinm, Bilder, die in Zeichnung, Ausdruck und Motiven 
noch ziemlich befangen, aber von kräftiger Farbe und in den Frauenköpfen von 
grosser Schönheit sind. 

GJelstrnp, Adam Gottlob. Landschaftsmaler, geb. 11. Oct 1763 auf Mön in 
Dänemark, f 10. Febr. 1830 in Kopenhagen. Während der Zeit von 1777 bis 1803 
war er Charakterspieler am Theater. Bilder von ihm in der Galerie Moltke. 

GJorrwell, C. Chr., schwedischer Architekt, geb. 1766, baute 1817 in Stockholm 
das colossale, ziemlich geschmacklose Gamisonlazareth, das Schloss Säfstaholm des 
Grafen Trolle-Bonde und die unter Gustav III. entstandene Villa Hager. 

Glaeser, Georg, Bildniss- und Historienmaler, geb. 1719 in Altdorf bei Nürnberg, 
t 1748 in Baireutb, wurde Hofmaler des Markgrafen Friedrich von Baireuth, ging 
dann nach Wien und nach Italien, von wo er nach 7 Jahren zurückkehrte, unter 
seinen correkt gezeichneten, lebhaft colorirten Bildern befinden sich im Germanischen 
Museum zu Nürnberg eine Cleopatra mit der Natter an der Brust und als ihr Gegen- 
stück eine Lucretia, die sich mit dem Doldi ersticht. Er malte auch Alexander den 
Grossen bei seinem Einzug in Indien und eine Taufe Christi. 

Glaize, Angttste Bart^Iemy, franz. Historienmaler, geb. 16. Dec. 1813 in 
Montpellier, f 8. Aug. 1893 in Paris, wo er Schüler der Brüder Achille und 
Eugene Döveria wurde. In seinen Bildern sehr verschiedenen Inhalts ist er 
Realist, der mit fesselndem Inhalt eine malerische Wirkung verbindet. Dahin gehören 
folgende, die ihn am besten charakterisiren : Die heil. Elisabeth von Ungarn die von 
den Thflren der Reichen abgewiesen wird (1844), Dante, seine „Göttliche Komödie^ 
schreibend (1847), Die gallischen Weiber die sich verzweifiungsvoU gegen die Römer 
wehren (1862), der (von ihm lithographlrte) Pranger, oder vielmehr eine Reihe von 
Prangern, an denen die Märtyrer der Idee aus allen Zeiten, auch Christus und 
Sokratesy stehen, vor ihnen die Gestalten einerseits des Elends und der Unwissenheit, 



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60 Glaize — - Glauber. 

andererseits der Heuchelei und der Gewalt. Viel malerischer gedacht ist das allegorische 
Bild Ce qu'on voit k vingt ans, fast widerwärtig Das zum Laster yerführende Elend, 
sonderbar im Inhalt das für seine pessimistische Auffassung der Geschichte sehr be- 
zeichnende Schauspiel der menschlichen Thorheit (1872), sehr poetisch und meisterhaft 
componirt (als Fries) Die geweihte Asche. Ausserdem Wandmalereien in den Kirchen 
St. Sulpice, St. Jacques du Haut Pas und St. Merry. Nachdem er sich von 1842—48 
verschiedene Medaillen errungen, wurde er 1855 Bitter der Ehrenlegion. 

Glaize, Pierre Paul L^on, franz. Historienmaler, geb. 3. Febr. 1842 in Paris, 
Sohn und Schüler des Vorigen, und Schüler Gördmes, malte Bilder aus dem christ- 
lichen und heidnischen Alterthum von ziemlich derbem Naturalismus. Noch unter 
der Leitung seines Vaters debtttirte er mit dem Verrath der Delila, bald nachher kam 
Faun und Nymphe (Museum in Montauban). Dann folgten unter Gerdmes Binfluss 
Aesop im Hause des Xanthos (Museum in Dijon) und Simson der seine Bande zerreisst 
(1864, Museum in Mülhausen), Christus und die 10 Aussätzigen, Hercules zwischen 
Tugend und Laster (1867), das meisterhafte Bildniss seiner Mutter, Das erste Duell 
(1870, Museum in Arles), Tod dos heil. Ludwig (Kirche St. Louis d'Antin), eine 
Copie von Bembrandts Staalmeesters, der derb naturalistische Schwur der römischen 
Jünglinge zur Wiedereinsetzung des Tarquinius Superbus (nach Plutarch, im 
Luxembourg), Die Flucht der At£ener, ein Bildniss seines Vaters (1878) und 1878 
zwei Fresken aus dem Leben des Kirchenheiligen in St. Merry zu Paris. 1877 erhielt 
er das Bitterkreuz der Ehrenlegion. 

Glantschnlgg^ Ulrich, Historienmaler, geb. 1661 zu Hall im Innthal, f 1722 
in Bozen, bildete sich in Venedig und liess sich in Bozen nieder, wo er Altarbüder 
für mehrere Kirchen in Tirol und Genrescenen malte. 

Glaser, Adam Goswin, Kupferstecher, geb. 17. Aug. 1815 in Dorsten (Beg.- 
Bez. Münster), war von 1835—41 auf der Akademie in Düsseldorf Schüler von Jos. 
V. Keller, brachte in Stahlstich die Verkündigung nach Deger, als seinen besten 
Stich die Anbetung der Könige nach Fr. Francia (Mus. in Dresden) und Tiziami 
Zinsgroschen (1860) und später noch die Begina pacis nach Ittenbach, Christus als 
guter Hirt nach Kehren, die Kreuztragung nach P. Veronese (in Dresden) und der 
Liebesdienst nach Siegert (Kunsthalle in Hamburg). 

Glaser, Hans, Formschneider und Briefmaler, arbeitete um die Mitte des 
16. J^h. ih Nürnberg. Seine seltenen Blätter haben mehr historischen als künst- 
lerischen Werth. 

Glaser, Hans Heinrich, Maler und Badierer, thätig in Basel während der 
1. Hälfte des 17. Jahrb. Von seinen wenigen Badierungen kennt man nur auf 
2 Blättern Die Vertreibung der ersten Eltern aus dem Paradiese (1638) und ein 
Schweizerisches Heldenbuch mit vielen Badierungen von 1625. 

GlasB, Joh. Kilian, Maler, geb. 1701 in Domsied oder Domsied in der Graf- 
schaft Hanau-Lichtenberg, Todesjahr unbekannt, malte in Fresko Häuserfa^aden und 
in Miniatur Dosen, Armbänder und sonstige Geräthe. Im Sommer 1742 war er in 
Lausanne für den Markgrafen von Baden beschäftigt und malte viele Bildnisse. Später 
ging er nach Paris. 

Glanber. Jan Gottlieb, genannt Myrtill, Landschaftsmaler und Badierer, geb. 
1656 in Utrecht, f 1708 in Breslau, Bruder und Schüler des Jan G., den er nach 
Italien begleitete, wo er wegen seiner idyllischen Landschaften jenen Beinamen be- 
kam. Später lebte er in Wien, Prag und Breslau. Seine Bilder im Geschmack des 
Gaspar Poussin in den Galerien zu Augsburg, Pommersfelden und in der Akademie 
zu Wien sind von guter Composition und warmem Colorit. Unter seinen Badierungen 
nennt man einen im Sturm gebrochenen Baum nach G. Poussin und nadi eigener 
Composition eine Gebirgs- und eine Buinenlandschaft. 

Glanber, Jan, genannt Polydor, hoUänd. Landschaftsmaler und Badierer, geb. 
1646 von deutschen Eltern in Utrecht, f 1726 in Schonhoven, Schüler von Berchem 
in Haarlem, ging mit seinem oben genannten Bruder Jan Gottlieb und seiner 
Schwester Diana, die ebenfalls Malerin war, nach Italien, blieb aber zunächst in 
Paris und m Lyon, wo er sich unter A. van de Kabel noch weiter bildete, und 
zog erst dann nach Bom, wo G. Poussin einen grossen Einfluss auf ihn ausübte. 
Auch in anderen Städten Italiens war er thätig und arbeitete nach seiner Bflckkehr 
bis 1685 in Hamburg, 1687 in Amsterdam und später im Haag. Seine meistens seit 
1685 entstandenen Landschaften, oft mit Staffage von Lairesse, sind im (Geschmack 
des Gaspar Poussin, lobenswerth in Composition, Colorit und Ausführung. Mehrere 
derselben im Beichsmuseum zu Amsterdam, in Botterdam, in der Pinakothek zu 



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Glaukias — Gleyre. 61 

München, in Dresden, im Museum zu Köln, im Haag, im Louvre, in den Museen zu 
Braunschweig, Schwerin und * Pommersfelden. Er radierte theils nach Gasp. Poussin, 
theils nach eigenen Zeichnungen. 

Glanklag, griech. Erzgiesser aus Aegina, arbeitete in der I.Hälfte des 5. Jahrh. 
V. Chr. Er schuf mehrere Statuen Olympischer Sieger, z. B. des Syrakusaners Gelon 
nebst seinem Viergespann, der um 488 gesiegt hatte, die des Theagenes aus Thasos, 
des Philon, der im Faustkampf in Olympia den Sieg errang und des Glaukon von Earystos. 

Glaukos, griech. Bildhauer von der Insel Ghios, lebte ums Jahr 600 v. Chr., 
n. A. schon im Anfang des 7. Jahrb., war der Erfinder der LOthung des Erzes. Von 
seinen Werken nennt man nur den hochgepriesenen ehernen, mit Reliefs versehenen 
Untersatz zu einem silbernen Mischgef&ss, welches Alyattes von Lydien nach Delphi 
weihte. 

Gledltsch. PanL Kupferstecher und Radierer, geb. 27. Nov. 1793 in Wien, 
t 2. Nov. 1872 das., Sdittler von Joh. Friedr. Leybold. Zu seinen besten Blättern 
zählt man : Maria mit dem Kinde und dem heil. Hieronymus nach Raffael, die Madonna 
velata nach Sassoferrato, Maria Yerkttndigung nach 0. Dolci, Maria mit dem Kinde 
und den Heiligen Magdalena und Katharina nach Pemgino, Maria verehrt das 
schlafende Kind und die Taufe Christi nach G. Reni, das Abendmahl nach N. Poussin, 
Christus sein Kreuz tragend nach S. del Piombo, Christus am Kreuz nach van Dyck, 
Johannes als Kind mit dem Lamm nach Murillo, die lesende heil. Katharina nach 
C. Dold, (deren Widmung an den König von Preussen ihm 1848 die gold. Medaille 
für Kunst und Wissenschaft eintrug), die trauernde Sigismonda nach Fnrini, Sta. Agnes 
mit dem Lamm nach Guercino, Amor als Bogenschnitzer nach Parmigianino, Helena 
Fourment nach Rubens. 

Gleichanf. Rudolf, Historienmaler, geb. 29. Juli 1826 zu Htifingen (Baden), 
Schüler von Schnorr an der Akademie in München und in Dresden, arbeitete an 
der Ausmalung des Theaters in Karlsruhe, malte im Scbloss HeiUgenberg am Boden- 
see, in der Trinkhalle zu Baden-Baden und an den Fresken im Treppenhause der ver- 
einigten Sammlungen in Karlsruhe, wo er seinen Wohnsitz hat. 

Gleichen, Graf von (Prinz Yictor v. Hoiienlohe-Langenbnrg), Bildhauer, 
geb. 11. Nov. 1833 in Langenburg, f im Jan. 1892 in London, Neffe der Königin 
von England, war Kapitain in der englischen Marine, machte den Feldzug gegen 
Sebastopol 1865 und den Krieg in China 1867 mit. Unter seinen plastischen Arbeiten 
von ziemlich starkem Realismus sind zu nennen: eine Gruppe der Sttndfinth, ein 
Grabdenkmal seiner Mutter der Fürstin von Hohenlohe in Baden, eine liegende Statue 
des Sir George Seymour, eine Colossalstatue Alfreds d. Gr. und mehrere Büsten 
von Mitgliedern der königlichen Familie. 

Gleichen-Rnsswurm, Heinr. Lndwig« Freiherr von, Landschaftsmaler, geb. 
25. Oct. 1836 zu Greifenstein ob Bonnland in Bayern, Enkel Schillers, trat 1869 in 
die Kunstschule in Weimar unter Max Schmidt und Theod. Hagen, malte 
zahlreiche stimmungsvolle, oft derb natürliche Landschi^en mit charakteristischer 
Staffage, auch hin und wieder Genrebilder. In der NationalgaJerie zu Berlin von 
ihm eine Idylle. Von seinen mehr als 60 Radierungen besteht die Mehrzahl aus 
intimen Landschaftspartien mit unbedeutender Staffage. Besonders gut gelungen 
sind ihm einige Strassenbilder bei Regen. 

Glelm, Eduard, Landschaftsmaler, geb. 31. März 1812 in Schwalbach, Schüler 
der Akademie in München, machte sich seit den 40er Jahren auf den Ausstellungen 
in München, Wien und Berlin durch Landschaften aus Oberbayem und Tirol von 
edler Auffassung der Natur und wohlgelungenem Colorit bekannt, z. B. Partie bei 
Ambach am Starnberger See, Motiv aus Brannenburg, Abend nadi einem Gewitter, 
Finstersee im tiroler Hochgebirge u. A. 

Gleismüller. Hans und Heinrich, Glasmaler des 15. Jahrb., malten für Kirchen 
in München und Landshut. Von ihnen noch in der Ideinen gothischen Kirche zu 
Jenkofen bei Landshut schöne Glasmalereien. 

Glen, Jan de, Formschneider, geb. um die Mitte des 16. Jahrb., f nach 1681, 
schnitt die Bildnisse der P&pste zu der von seinem Bruder gesdiriebenen, um 1600 
gedruckten „Histoire pontificale^, fertigte nach eigenen Zeiclmungen die Holzschnitte 
zu dem Werk „Des habits, moeurs, c6r6monies et fa^ons de faire anciennes et modernes' 
(1601), ebenso zu den Werken „Les merveilles de la ville de Rome'* (1631) und zu 
„Europa, sive primariarum Europae provinciarum ritibus, caeremonis et vestibus*^. 

Gleyre, Charles Gabriel, franz. Historienmaler, geb. 2. Mai 1806 in Chevilly 
(Canton Waadt), f 6. Mai 1874 in Paris, war dort Schüler von Hersent, ging 



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g2 Gliemann — Glockendon. 

1830 nach Italien, wo er die alten Meister studirte, Giotto und Baffael copirte nnd 
im Kampf mit grossen Mühseligkeiten einige historische Bilder malte. Von dort 
. ging er als Begleiter eines Amerikaners 1834 nach dem Orient, besuchte Aegypten, 
Abessinien, Syrien, Griechenland und die Türkei, von wo er mit einer FttUe Ton 
Zeichnungen aus der Natur und dem Volksleben zurflckkehrte. Auf dieser Beise trafen 
ihn mehrere Unglttcksf&lle, infolge deren er halbtodt in Beirut in Syrien ankam, wo 
er seine Genesung fand. Seit 1838 war er wieder in Paris, trat euerst 1840 mit 
dem Bilde Johannes auf Patmos auf und errang einen durchschlagenden Brfolg 1848 
mit dem Bilde Der Abend (im Louvre), das einen Dichter vorstellt, der am Ufer des 
Nils die Träume seiner Jugend an sich vorttberziehen sieht. Seitdem malte er religiöse, 
historische und besonders gelungene mythologische Bilder. Seine Hauptwerke sind: 
Der Auszug der Apostel zur Verkttndigung des Evangeliums (1846, Kirche in 
Montargis), Die Nymphe Echo (1846), Der Tanz der Bacchantinnen (1849), Der Tod 
des re%iösen Märtyrers Major Davel (1850) und Triumph des Helvetiers Divico ttber 
die Bömer (1^58, Museum in Lausanne), Hercules zu den Fttssen der Omphale (1863, 
Museum in Neufch&tel), und vielleicht sein bestes Bild Der von den Mänaden ver- 
folgte Pentheus (1864, Museum in Basel). Er besass keine grosse Kraft der Phantasie 
und Originalität der Erfindung, aber eine charaktervolle DurchfOhrun^ der einzelnen 
Gestalten und tiefes Gefühl in der Durchbildung der Form. Sein nach jeder Richtung' 
unabhängiger Charakter brachte es mit sich, dass er das ihm verliehene Krens der 
Ehrenlegion zurückgewiesen. — Seine Biogr. v. Clement (2. Aufl. 1886). 

GUemann, Philipp Albert, Bildniss- und Genremaler, geb. 26. Dec. 1822 in 
Wolfenbttttel, f 25. April 1872 in Dresden, wo er Schiller der Akademie nnd ins- 
besondere Julius Hühners war und seinen Wohnsitz nahm. Von ihm im dortigen 
Museum das Bildniss eines alten Juden; andere Bilder von ihm sind Die 4 Jahres- 
zeiten, Scene am Brunnen, Der Zufriedene und der Unzufriedene, Bildnisse der Könige 
von Sachsen Johann und Friedrich August ü. 

Glink, Franz Xaver, Historienmaler, geb. 1796 in Burgan (Schwaben), 
t 22. Febr. 1873 in München, wohin er 1809 kam, das Handwerk eines Schreiners 
erlernte und soviel Kunstsinn zeigte, dass er in die Akademie treten und 1824 mit 
einem Beisestipendium nach Italien gehen konnte. Nach seiner Bückkehr malte er 
Bilder für Mttnchener Kirchen, namentlich für die Frauenkirche eine Auferstehung' 
Christi, unter seinen übrigen sind bedeutend: eine Anbetung der Hirten, die heil. 
Margaretha auf dem Scheiterhaufen und die heil. Agnes (beide in der Sammlung 
Speck-Stemburg bei Leipzig), Maria und Johannes unter dem Kreuz, Johannes in 
der Wüste und nach Schwinds Entwürfen mehrere Bilder im Schloss Hohenschwangau. 

Glinsky, Julias, Glasmaler des 19. Jahrb., geb. in Danzig, Schüler des 
Architekturmalers Job. Karl Schultz, in der Akademie in St. Petersburg unter 
Brülow. Später kam er nach Berlin, trat 1843 in die königl. Glasmalerei-Anstalt 
und malte für die Marienkirche in Stralsund 2 Fenster mit der Verkündigung nsLch 
Jan van Eyck und der Anbetung der Könige nach Johann v. Köln, bei denen er die 
Malerei des Mittelalters treu wiederzugeben verstand. 

Gllnzery Kari^ Historien- und Landschaftsmaler, geb. 1802 in Breitenau bei 
Kassel, f 1878 in Kassel, besuchte die Akademien in München und Düsseldorf und 
ging nach Paris, wo er sich unter Gros ein glänzendes Colorit aneignete. Nach 
einem Besuche in Bom und Neapel liess er sich in Kassel nieder. Seine Hauptbilder 
sind: ein Bildniss Job. Chr. Beinharts, Susanna mit den beiden Aeltesten (1837, 
Kunsthalle in Hamburg), Jakob empfängt den blutigen Bock Josephs, Der barm- 
herzige Samariter, Sklavenhaus in Alexanc&ien, Landschaft mitPan undSyrinx (1852). 
Nachher brachte er Kreidezeichnungen zu Th. Kays „Bembrandts-Albnm' und widmete 
sich mehr theoretischen Kunststudien. 

Glisentl, AchHle^ ital. Gtonremaler der Gegenwart, geb. in Brescia, lebt in 
Florenz, brachte auf Ausstellungen in Europa und Amerika seine Bilder, unter denen 
zu nennen sind: Eine Jagdgeschichte, Taufe in Tirol, Die Nachstellung, Der Zeit- 
vertreib des Grossvaters, Wirthshausscene, Die Verlesung des Testaments, Ave 
Maria, In den Flitterwochen, u. s. w. 

Glockendon^ Nürnberger Künstlerfamilie des 16. und 16. Jahrb., zu welcher 
gehören : Albert d. Ae«y so nennt man einen Miniaturmaler und Kupferstecher, der 
um 1432 geboren, sich in der Schule Bogiers v. d. Weyden gebildet haben soll 
und 1481—85 in Würzburg arbeitete. Auf diesen Namen wird, allerdings nicht mit 
überzeugender Begründung, das Monogramm A. G. des bekannten frühen Kupferstechers 
gedeutet, von dem wir zahlreiche Oopien nach Schongauer, z. B. Die Kreuztragungr, 



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Gloetzle — Gmelin. 63 

Der Tod der heil. Jangfrau, Die Anbetang der Könige, 12 Blätter des Leidens Christi 
und 10 Blätter der hingen nnd thörichten Jnngfranen besitzen. — Albert d. J»j 
Glasmaler, Miniaturmaler, „Ulnminist^ nnd Holzschneider, thätig von 1631—43. Sin 
im Stil Behams gehaltener Holzschnitt : zwei betende Frauen mit Rosenkranz in den 
Händen, trägt die Bezeichnung „Albrecht Glockendon Illuminist 1531^, andere 
Exemplare nur das Monogramm A D mit einem Glöckchen dazwischen. — Georg d. Ae«, 
Formschneider und Briefmaier, arbeitete zwischen 1480 und 1514. Von ihm eine 
heil. Jungfrau mit dem Kinde, von 4 heil. Frauen umgeben. — Georg d. J., Brief- 
maler und Formschneider, geb. 1492, f 1. Jan. 1553. Von ihm auf 3 Blättern das 
Gleichniss vom ungerechten Haushalter und auf 10 Blättern das Leben des heil. 
Dominicus. — NikolaBB, der bedeutendste der Familie, f 1560, Bruder von Albert d.J. 
und Schttler seines Vaters Georg d. J., nur Maler von Miniaturen, die er in vollendeter 
Technik für Mess- und Gebetbücher fertigte, wie sie in der Hofbibliothek und in der 
Stiftskirche zu Aschaffenburg sich befinden. Von ihm auch in der Bibliothek zu 
Wolfenbttttel eine Bibel mit Miniaturen nach Dürers Holzschnitten. 

Gloetzle, Ludwig, Historienmaler, geb. 1847 zu Immenstadt im Algäu, Schüler 
der Akademie in Mtlndben unter Schraudolph, malte 2 Scenen aus dem Leben 
des heil. Julius, eine Himmelfahrt Christi (Kirche in Immenstadt), ein schönes Altar- 
bild vom Kampf des heil. Georg mit dem Drachen (1881), einen Freskencyklus von 
14 Kreuzwegbildern für den Dom in Salzburg (1884) und das Pontifikat Leos Xni. 

Glogg, Ludwig, Bildhauer, geb. 30. Jan. 1851 in Wiener-Neustadt, Schüler der 
Akademie in Wien unter Zumbusch und in München unter W i d n m an n, von wo er 
1876 nach Wien zurückkehrte und sich als Gehilfe von Zumbusch bei dessen 
Denkmal Maria Theresias betheiligte. Später schuf er auch die 5 Statuen für das 
Wiener Bathhaus, bereiste Florenz, Rom und Neapel und widmete sich auch der 
MalereL 

Glover, John, engl. Landschaftsmaler in Aquarell, geb. 18. Febr. 1767 in 
Honghton-on-the-Hill (Leicester-shire), f 9. Dec. 1849 in Lannceston (Australien), 
wurde 1786 Schulmeister in Appleby, zog 1794 nach lichfield, wo er Zeichenlehrer 
war und in Aquarell wie in Oel miäte. Später Hess er sich in London nieder, wo 
er 1815 Präsident der Gesellschaft der Aquarellmaler wurde, besuchte auch Paris, 
die Schweiz und Italien. Hauptbilder von ihm sind die Kathedrale in Durham und 
Loch Katrine. 1824 gründete er die Gesellschaft britischer Künstier. 1831 zog er 
nach Australien und widmete sich mit Sifer dem Studium und der Malerei dortiger 
Gegenden, worin ihm die Aquarellbilder besser gelangen, als die Oelbilder. 

Glowacki, Joh. Nepom., Maler, geb. 1802 in Krakau, f 28. Juli 1847 das., 
bildete sich an der Akademie von Krakau und Wien, sowie unter Steinfeld, wurde 
später Lehrer der Zeichenschule am Lyceum Sta. Anna, sowie Professor der Malerei 
an der Universität Er besuchte München und war 2 Jahre lang in Rom. £r malte 
Historien, Bildnisse, besonders aber Landschaften, wildromantische gelangen ihm am 
besten. Bilder von ihm in Privat^ammlungen von Krakau. 24 Ansichten von Krakau 
wurden von Jacottet und David lithographirt (Paris 1836). 

Glnme, Job. Gottlieb. Historien- und Bildnissmaler und Radierer, geb. 1711 
in Berlin, f 1778 das., Schüler von A. Pesne und von Harper. Er malte Historien- 
bilder nnd Landschaften und radierte in Kupfer. Zu seinen besten Blättern zählt 
man sein Selbstbildniss (1749), ein junges Paar mit der Flöte und Laute, die Bild- 
nisse der Eltern des KünsÜers (1748) und viele andere Bildnisse. 

Glykon, griech. Bildhauer aus Athen, der wahrscheinlich im 1. Jahrh. n. Chr. 
lebte, der Schüpfer des dem Lysippos nachgebildeten famesischen Hercules im Museum 
zu Neapel, der, weit entfernt von der naiven klassischen Zeit, eine bewundemswerthe 
Schöpfung in der üeberlegenheit der physischen Kraft, in der gewaltigen Muskulatur 
und im Verhältniss des Kopfes zum übrigen Körper ist. Eine Copie im Museo Nazionale 
zu Volterra. 

Gmelin, Landschaftsmaler des 19. Jahrb., der in Rom lebte und seit 1839 be- 
sonders viele Landschaften aus der Umgegend von Rom, aus Palermo und dem übrigen 
Sizilien malte, z. B. die Ruinen des Theaters von Taormina (in der Villa Rosenstein 
bei Stuttgart). 

Gmelin, Wilhelm Friedrich, Kupferstecher und Radierer, geb. 1745 in Baden- 
weiler, t 22. Sept. 1820 in Rom, wohin er 1788 gegangen war. Er war Schüler von 
Chr. V. Mechel in Basel, bildete sich aber mehr durch eigenes Studium im land- 
schaftiichen Stiche. Seine besonders gerühmten Blätter sind: nach Gl. Lorrain die 
Mühle (im Palast Doria) und die Landschaft mit einem Opfer im Apollotempel, nach 



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64 Gnaoth — Godebski. 

demselben im Mosenm za Dresden die Landschaft mit der Flacht nach Aeg^pten 
nnd die mit Acis und Galatea, mehrere nach G. Poossin im Palast Colonna und 
Corsini zu Born, nach Ph. Hackert nnd zahlreiche Landschaften nach eigener Composition. 

Gnantli. Gnstay Adolf, Architekt, geb. 1. Jnli 1840 in Stattgut, f 19. Not. 
1884 in Nürnberg, bildete sich im Polytechnikum seiner Vaterstadt unter Leins, 
war anfangs beim Eisenbahnhochbau beschäftigt, bereiste Italien, lebte in Wien, 
wurde 1866 Professor an der Baugewerkschule, 1870 am Polytechnikum seiner Vater- 
stadt, nnd 1877 Direktor der Kunstgewerbeschule in Nürnberg. In Stuttgart erstreckte 
sich seine Bauthfttigkeit auf die Villa Siegle, einen musterhaften Benaissancebao, 
auf die Villa Conrad!, die württembergische Vereinsbank im Barockstil, und auf 
mehrere Privathäuser mit Anwendung des Sgraffito. Grosses Verdienst erwarb er 
sich auch um die Hebung der Kunstgewerbe durch sein Werk „Das Kunsthandwerk' 
(1874, mit Buch er) und durch das „Malerjoumal". 1876 und 1876 bereiste er mit 
den Malern Lenbach und Makart Griechenland und Aegypten. 

Gnecchi, Francesco, ital. Landschaftsmaler der Gegenwart, der seit 1881 die 
Ausstellungen durch zahlreiche sehr gerühmte Bilder beschickt, unter denen wir nur 
nennen : Ein Octobertag, Frische Morgenluft, Ansicht von Pallanza, vom Lago Maggiore, 
St. Moritz im Sngadin, Die Biviera di Levante, Samaden und viele Andere, aadi 
Stilllebenbilder. 

Gobbo dei Garracci^ s. Bonzi. Pietro Paolo. 

GobbOy Bomolo del, ital. Bildnauer, geb. 6. Febr. 1858 in Ascoli Piceno, be- 
suchte die Akademie in B^m und brachte als erste grössere Arbeiten eine Statue 
unter dem Titel Pax triumphabit und eine Statue des heil. Sebastian; dann folgten 
auf einer Ausstellung in Venedig eine Ophelia, Francesca da Bimini, Der Falkonier, 
später zahlreiche Grabdenkmäler und Bildnissbüsten, darunter auch die des Königs 
Victor Emanuel und der Margarethe von Savoyen. 

Goberty Alfred Thompsen, französischer Decorationskttnstler, geb. S2. Sept. 
1822 in Paris, f 18. Nov. 1894 in Garenne-Bezons. Nachdem er sich zuerst der 
Malerei gewidmet hatte, trat er auf Empfehlung von Ingres und Delaroche in die 
Sevres'sche Nationalfabrik ein, wo er zeitlebens verblieb, um Vorsteher über alle 
jubelten zu werden. Er erwies sich ebenso glücklich im Kupferemailliren als im 
Entwurf für Porzellanverzierung, wie die geschmackvollen Arbeiten seiner Hand im 
Museum zu Sövres zur Genüge beweisen. 

Gobert) (oder Ganbert), Pierre, franz. Maler, geb. 1669 in Fontainebleau, 
t 13. Febr. 1741 in Paris, Mitglied der dortigen Akademie. Von ihm im Museum 
zu Dresden ein weibliches Bil&iss. 

Godby, James, engl. Kupferstecher in punktirter Manier, blühte um 1800 in 
London, stach den wunderbaren Fischzng nach Baffael, Adam der den Leichnam Abela 
trägt und die Flucht Kains nach Singleton (1799 und 1800), nach Smirke Christus 
vor Pilatus nnd Stephanus zum Tode verurtheilt. 

Godde, Etienne Hyppolite, franz. Architekt, geb. 26. Dec. 1781 in Bretenil 
(Ddp. Oise), t 7. Dec. 1869 in Paris, baute um 1822 die Kirche St. Pierre du Gros 
Caillou im antiken Stil, und vergrösserte mit Lesueur 1837 das im Kriege von 
1870 wieder zerstörte Hotel de Ville in Paris. 

Godden, Jobn, engl. Badierer, geb. 1801 in London, f 20. März 1862 das., 
wurde 1817 Schüler des Landschaftsstechers W. B. Smith. Er stach eine grosse 
Anzahl landschaftlicher Blätter namentlich für das , Art- Journal''. 

Godebski, Gyprias, polnischer Bildhauer in Paris, geb. 30. Cot 1835 in Mery 
sur eher (Ddp. Gher), besuchte in Paris die polnische Schule im Stadttheil BatignoUes, 
trat ins Atelier Jouffroys und erhielt infolge seines Debüts (1867) zahlreidie Auf- 
träge für ideale und allegorische Bildwerke, Bildnissbüsten und Denkmäler. Zu nennen 
sind darunter : Die Marmorstatue des Erwachens, die Statuen der Generale Laudon 
und Lassy für das Arsenal in Wien, für Hai in Belgien die des Violoncellisten 
FranQOis Servais, für die Kathedrale in Warschau das Denkmal des Componisten 
Moniuszko, für Sebastopol das Denkmal des Krimkrieges, für den Pariser Friedhof 
du Nord das Bildnissmedaillon Thöophile Gautiers. Seine neuesten, zum Theil nur 
modeUirten, zum Theil polychromisch ausgestatteten Werke sind : das Denkmal des 
Tenoristen Tamberlik auf dem P6re Lachaise, eine Statue des Friedens, die Gruppe 
„la persuasion^, die Marmorgruppe der brutalen Gewalt gegen die Unschuld (im 
Museum zu Tonion). Polychromisch ist auch die nur in einer Skizze vorhandene 
Gruppe für den Majolikafries der Fa^ade des Theaters in Monte Carlo und die höchst 
geniale Gruppe des Buhmestraumes. Er ist Mitglied der Akademie von St. Petersburgs 
und besitzt den belgischen Leopolds-Orden. 

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Gh>decharle — Goebel. 66 

Oodeeliarle, G. L., Bildhaaer, geb. 1760 in BrfUsel, f 1835, Schiller von 
Delvaax, ging 1770 nach Paris, wo er 1773 den grossen Preis in seiner Knnst 
erlangte. Dann besachte er Italien, Deutschland und England und kam 1780 in 
seine Vaterstadt znrttck, wo er Bildhauer des Prinzen Karl Yon Lothringen, des 
Herzogs von Sachsen-Teschen und Napoleons wurde. Er fertigte Gopien nach Antiken, 
eine grosse Zahl yon Büsten und Reliefs für das Schloss Laeken, für das Landgut 
und den Park von Wespelaer (zwischen Löwen und Mecheln) und 1782 im Giebel- 
feld des Palais de Nation zu Brttssel die Reliefs mit den auf die Rechtspflege be- 
züglichen Darstellungen. Er war Mitglied des niederländischen Instituts und yieler 
anderer Gesellschaften. 

Godefroid, Marie £l6onore, franz. Bildnissmalerin, geb. 1778 in Paris, Schttlerin 
ihres Vaters Ferdinand Joseph G., auch Schttlerin von Görard und Isabey. 
Sie malte 1810 die Kinder des Marschalls Ney, 1812 die des Herzogs von RoTigo, 
der Königin Hortensia, später die des Herzogs von Orleans und ein Bildniss des 
Violinyirtuosen Pierre Rode. 

Godefroy« franz. Miniaturmaler, von dem sich Bilder in dem Manuscript einer 
französischen Uebersetzung der „Trionfi^ des Petrarca in der Bibliothek des Arsenals 
zu Paris befinden und in einem anderen Manuscript aus dem J. 1619, die grosse 
Aehnlichkeit mit den Bildern der sogenannten Schule von Fontainebleau zeigen. 

Godefroy, Fran^ois, franz. Kupferstecher, geb. 1748 in Ronen, f 1819 in 
Paris, Vater des J e an G., Schüler yon L e B a s, unter dessen Leitung er Landschaften 
nach Claude Lorrain, De la Hyre, Piüement u. A. stach. Zu seinen besten Blättern 
zählt man Les nappes d'eau nach Le Prince, Die Rückkehr zum Weiler nach 
PiUement. 

Godefroy^ Jean, franz. Kupferstecher in Linien-, Kreide- und namentlich in 
punktirter Manier, geo. 21. Juli 1771 in London, f &• Sept. 1839 in Paris, wurde 
durch das Studium der Werke von Reynolds und von West zur Malerei geführt, 
Schüler yon J. P. Simon, einem in London ansässigen Schüler von Picot, und 
arbeitete in dessen Atelier bis 1788. Zu seinen besten Blättern gehören: nach 
Görard Der Traum Ossians (1806), Amor und Psyche, Die Schlacht bei Austerlitz 
(1813), nach Ann. Carracci Christus im Grabe, Christus auf den Knieen seiner Mutter, 
nach Isabey Bonaparte in Malmaison, Marie Louise im Park yon St. Cloud und der 
^'^ener Kongress (1839, unyoUendet), nach G. Vernet Der Tod des Hippolyt und 
Die Rückkehr yom Wettrennen. Er machte auch gründliche kunsthistorische Studien 
und schrieb Abhandlungen über seine Kunst. Gegen das Ende seines Lebens malte 
er ein grosses Bild der Schlacht yon Marengo, das er zu stechen beabsichtigte, woran 
ihn aber sein Tod yerhinderte. 

G^descalc, Miniaturmaler der 2. Hälfte des 8. Jahrb., yon dem das Prachtwerk 
eines Byangeliariums in Paris herrührt, gemalt im Jahre 781 für Karl d. Gr. und seine 
Gemahlin Hildegard, mit karolinfi^ischer Architektur und Teppich-Hintergründen. 

Godig, Heisrieh, s. Goeduig. 

Godinau^ Jacobufl Ludoyicos, belgischer Maler, geb. 1811 in Becloo, Schüler 
yon Geinaert in Gent und yon 1835—37 Schüler yon Delaroche in Paris. Er 
malte Historienbilder und Bildnisse, bisweilen auch das Innere yon Gebäuden. 

Godl, Melchior und Stephan, zwei Erzgiesser, yon denen, sowie yon Georg 
Löffler, die 28 ehernen Colossalstatuen in der Umgebung des Maximilian-Denkmals 
in der Hofkirche zu Innsbruck gegossen wurden. 

GodwlBj» George, engl. Architekt, geb. 28. Jan. 1815 in Brompton (Middlesex), 
wurde 1839 einer der Gründer des Londoner Kunstyereins, femer Vicepräsident der 
Gesellschaft der englischen Architekten, baute die Kirche St. Mary in West-Brompton, 
2 Kirchen in South Kensington, restaurirte die Kirche St. Mary Redclifife in Bristol, 
schrieb die architektonischen Werke : „Die Kirchen Londons" (1838), die „History in 
mins^ (1858), „London Shadows** (1854), war langjähriger Mitarbeiter mehrerer 
Journale und ist seit 1844 Hauptredakteur des „Builder". 

Godwin. James« engl. Maler, f 18. Jan. 1876 in West Brompton, jüngerer 
Bruder des Vorigen, Schüler der Akademie in London, zeichnete yiel für iUustrirte 
Zeitschriften, malte aber auch selbständige Bilder, z. B. Hamlet und Ophelia. 

Goebel, AngUbert Wonibald, Bildnissmaler und Kupferstecher, geb. 1821 in 
Frankfurt a. M., f 1882 das., Schüler des Städelschen Instituts unter Ph. Veit, 
malte fast nur Bildnisse dortiger Persönlichkeiten und stach nach Nehers Carton die 
Braut yon Messina, Germania und Italia nach Veits Fresko im Städelschen Institut 
(mit Eug. Seh äffe r), Der Falkensteiner Ritt nach M. y. Schwind, Der Aepfeldieb 
▲UgemeiBM KOiittlerwLexicoii. 8. Aufl. 2. Band. Digitized^yCoOglc 



66 C^Öbel — Öoes. 

nach Steinle, Der Wflstling beim Gewitter nach Genelli und das Bildniss Kaiser 
Karls V. nach A. Rethel im Bömer zu Frankfurt a. H. 

Mbel, Karl, Aquarellist, geb. 1824 in TTien, Sohn des K a r 1 P e t e r G., Schflier 
der dortigen Akademie anter Klieber und Gsellhofer, widmete sich nor der 
Aquarellmalerei, worin er zuerst das Bildniss, später das Genre, Thlere, Jagdscenen, 
Architekturen und Landschaften cultiyirte. Grossere Reisen machte er in Spanien, 
Frankreich, Italien, Ungarn und Bnssland. Nennenswerthe Bilder von ihm sind: 
Heimkehrende Fischerfamilie am Gmnndener See, FuhrwesenbiYOuak, Gibraltar, Maler 
im Zigeunerlager, Mariazeller Wallfahrer, Bömische PÜferari (1860, Museum in 
Leipzig) u. A. 

Ooebel, Karl Peter, Bildniss- und Historienmaler, geb. 1791 in Wttrzburg, 
t 1823 in mexL Vater des Vorigen, Schüler der Akademie in Wien. Er malte das 
Bildniss seiner Gattin (1819), eine Madonna mit dem Kinde, Jakob segnet die Söhne 
Josephs (1820), Didos Tod. 

Goebonw, Antoni, Landschaftsmaler, geb. 1616, f 1698. Von ihm im Museum 
zu Braunschweig eine Landsdiaft mit römischen Buinen. 

€K»edaard, JoiiaiiBes, Maler und Naturforscher, geb. zu Anfang des 17. Jahrb. 
in Middelburg, f 1668 das., malte mit grosser Genauigkeit und Sachkenntniss Insekten, 
Baupen und Wttrmer, gab auch eine Naturgeschichte der Insekten mit Kupfern nach 
seinen Zeichnungen heraus. 

Goedlng, (Goedig, Godig), Heinrich, Maler und Badierer, geb. 1631 in 
Braunschweig, f 28. April 1606 in Dresden, zog gegen das Ende der 50er Jahre 
des 16. Jahrh. nach Sachsen und entwickelte hier eine reiche Th&tigkeit. 1566 malte 
er ein Altarbild für die Schlosskirche in Stolpen (im Museum des sächsischen Alterthums- 
vereins), wurde stark beschäftigt für den Schmuck der kurfürstlichen Bauten in 
Dresden, führte 1570 die Malereien in Augnstenburg aus, malte ein Altarbild für 
ScUoss Freudenstein (Freiberg). Sein Hauptwerk war die malerische Ausschmückung 
des Stallhofes in Dresden. In der königl. Bibliothek zu Dresden befinden sich 2 Bände 
seiner Aquarellen auf Pergament gemalt. Von seinen Badierungen sind hervor- 
zuheben: Die Sachsenchronik (über 100 Blatt), ein Buch mit den Abbildungen der 
Wunder der Welt; 6 Landschaften mit Staffage aus dem Leben Abrahams; eine 
Landschaft mit Brenn- und Schmelzhtttten, und eine zahlreiche Folge Yon kleinen 
runden Landschaften, die yieUeicht zum Bekleben yon Brettspielsteinen bestimmt 
waren. 

Goelen, Alexander Tan, g. Gaelen. 

Goeneutte, Norbert, franz. Maler und Badierer, geb. 24. Juli 1854 in Paris, 
t 9. Oct. 1894 in Anvers sur Oise, Schüler von Pils, stellte zuerst im Salon von 
1876 zwei Bilder aus, darunter „Boulevard de Clichy par la neige**. Treiben und Sitten 
des heutigen Paris bilden den Gegenstand seiner mit guter Beobachtung' dargestellten 
Bilder, z. B. Versteigerung auf der Markthalle, Musterung der Strassenkehrer (1877), 
Die Kellnerinnen bei Duval, Vertheilung der Suppe an die Soldaten bei Brebant, 
Pariser Abenddämmerung u. s. w. Bedeutend ist er besonders als Badierer und 
Kaltnadelstecher, dessen an die zweihundert Platten graziöse Zeichnungen in warmer 
malerischer Behandlung vorführen. 

Goering, G. AnS[>n, Landschafts- und Thiermaler, geb. 1882 in Schönhaide 
(Sachsen-Altenburg), Schüler der Akademie in Leipzig, wurde Assistent am zoologischen 
Museum in Halle, ging 1856 nach Brasilien und anderen Theilen Südamerikas, wo 
er viele Aufnahmen von Thieren und Landschaften machte, die er seit 1860 in Leipzig 
zu Bildern verarbeitete. 1864 begab er sich nach Westindien und Venezuela, wo er 
sich denselben Studien widmete, setzte auch nachher die Malerei von Landschaften 
und Thieren fort. 

Goes, Hugo van der, altniederländischer Maler aus Gent, f 1482 geisteskrank 
als Laienbruder in Booden Clooster bei Soignies. Wessen Schüler er war, ist un- 
bekannt. Er arbeitete meistens in Gent, decorirte Häuser, malte aber auch Altar- 
bilder und wurde 1465 Meister der Lucasgüde seiner Vaterstadt. Einige seiner be- 
rühmten Bilder sind verschwunden, vorhanden ist noch und als sein Hauptwerk zu 
betrachten das im Hospital Sta. Maria Nuova zu Florenz befindliche Altarwerk mit der 
Anbetung des Kindes durch Maria, Engel und Hirten, auf den Seitenbildem die 
Bildnisse der Familie des Bestellers Tommaso Portinari. Bin zweites, viel weniger 
bedeutendes Werk von ihm ist eine Verkündigung in der Pinakothek zu München; 
mehrere andere wurden ihm früher mit Unrecht zugeschrieben. ~ Seine Biogr. von 
Wauters (1872). 



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Goetgebner — Götzloff. 67 

Goet^bner, Petrns Jacobns, Baumeister und Radierer, geb. 26. Febr. 1788 
in Gent, Sohn des Baumeisters Jacques G. (1760—1826), Schüler des dortigen Stadt- 
baumeisters P. J. de Broe und der Akademie seiner Vaterstadt, wo er manche 
Bauten, z. B. das Hdtel de la Poste ausführte und sich namentlich als Radierer 
architektonischer Blätter bekannt machte. Dahin gehören die 1817—28 von ihm 
herausgegebene „Choix des monumens, ödifices et maisons les plus remarquables du 
royaume des Pays-Bas" mit Text von ihm und 72 radierten Blättern, ebenso 1832 
das Werk „EgUses principales de rEurope**. Er war Professor der Baukunst an der 
Genter Akademie. 

Goethalg. Charles, belg. Maler, geb. 1854, f 1886 in Brüssel, wurde 1886 nach 
Frankreich und Italien zum Studium der decorativen Kunst gesandt. Eines seiner 
bekannt gewordenen Bilder war 1885 Das Ende eiues Tagewerks. 

Goethe, E. G«, schwedischer Bildhauer, geb. 1779 in Stockholm, f 1838 das. 
als Professor an der Akademie, Schüler von S er gel, bildete sich 1806—10 in Born 
weiter aus. Von ihm im Schloss zu Stockholm eine Bacchantin, im Ednigsgarten 
die Statue König Karls XIII., im Nationalmuseum ebenfalls eine Bacchantin, auch 
andere Statuen, Grabdenkmäler und Büsten. 

Goethe, Eoaander tou, b. Eosander, Joh. Frledr. 

Goetting, Joh. Peter, Historienmaler und Bildhauer, geb. 1795 in Aachen, 
war 1825—40 Schüler der Akademie in Düsseldorf, lebte hier und in seiner Vater- 
stadt. Er malte zahlreiche religiöse Bilder, unter denen wir nur nennen: Die heil. 
Veronika mit dem Schweisstuch, Christus und Petrus auf dem Meere (Dom in Halberstadt), 
eine Grablegung Christi, Der heil Martinus als Bischof, Hagar und Ismael u. A. 
Als Bildhauer lieferte er 12 Statuen für die Sakristei des Münsters in Aachen. 

Goetz, Sebastian, Bildhauer, lebte am Ende des 16. und im Anfang des 
17. Jahrb., geb. in Chur, fertigte die prachtvollen Fürstenstatuen an der Fa^e des 
Otto-Heinrichsbaues in Heidelberg und die Statuen der Kurfürsten Ludwig und 
Bnpert von der Pfalz am Friedrichsbau. 

Götz, Theodor Ton, Schlachtenmaler, geb. 14. Dec. 1826 in Lieschen bei 
Hoyerswerda in der Provinz Sachsen, anfangs Schüler des Genremalers Hantzsch 
in Dresden, bildete sich später nach Schuster, machte als Commandeur eines 
Jägerbataillons den Feldzug von 1870{71 mit, nahm 1873 als Oberstlieutenant seinen 
AlMchied und widmete sich in Dresden nur der Malerei. Von ihm im Museum zu 
Dresden: Kronprinz Albert beglückwünscht vom Prinzen Georg nach der Schlacht 
bei Beaumont (1887). Andere bedeutende Bilder von ihm sind: Scene aus dem 
Gefecht bei Düppel, Aus der Schlacht bei Sedan, Prinz Georg in der Schlacht von 
St. Privat (1876), Scene aus der Schlacht bei Wolkowysk zwischen den Franzosen 
unter Begnier und den Bussen unter Sacken 1812 (1880), Nach der Königsparade u. A. 

Götzenberger, Jacob, Historienmaler, geb. 1800 in Heidelberg, f 6. Oct. 1866 
in Darmstadt, Schüler von Cornelius in Düsseldorf und in München, ging infolge 
eines Auftrages mit K. Hermann und Ernst Förster die Aula der Universität in 
Bonn mit Fresken zu schmücken 1828 nach Rom und Neapel, wo er die Cartons der 
Jurisprudenz, der Medicin und der Philosophie zeichnete, die er nachher als Fresken 
ausführte. Dann folgte sein Freskencyklus in der Kapelle zu Nierstein am Bhein 
mit dem Hauptbild der Anbetung des Christkindes. Nach einer mit Cornelius nach 
Paris und London gemachten Beise malte er in der von Hübsch erbauten neuen 
Trinkhalle in Baden-Baden Fresken aus den Sagen und Märchen des Schwarzwaldes. 
Jene Beise nach England gab ihm Gelegenheit, Decorationen eines Prachtsaales in 
Bridgewaterhouse, der Besidenz des Lords Ellesmere, zu malen, die wegen des Todes 
des Lords unvollendet blieben, und ausserdem einen Saal im Northumberland-Palast 
mit 4 grossen Compositionen aus einer altenglischen Ballade zu schmücken (1868 — 66). 
Unter seinen übrigen Bildern sind noch zu erwähnen: eine heil. Jungfrau mit dem 
Christkinde auf dem Schoosse (Kunsthalle in Karlsruhe), Die Novize der barmherzigen 
Schwestern und einige Titelbilder. 

Götzloff, Karl Wilhelm, Landschaftsmaler, geb. 1803 in Dresden, f 16. Jan. 
1866 in Neapel, Mitglied der Dresdener Akademie seit 1836, ging schon 1823 nach 
Italien, das ihm zur zweiten Heimath wurde und ihm in den südlichen Gegenden 
viele Motive zu seinen Bildern bot. In Neapel wurde er Hofinaler des Königs beider 
Sizilien. Unter diesen Bildern aus dem südlichen Italien nennen wir nur : Sorrent und 
Capo di Monte (1866, beide in der Kunsthalle zu Hamburg), Der Golf von Bajä, Ein- 
schiffung von Landleuten an der Hafenmauth von Neapel, Die blaue Grotte von Capri 
und mehrere Ansichten von Neapel. 



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68 ^^2 — (holdstem. 

Mzy Jos. Franz Friedrich, Maler and Radierer, geb. 28. Febr. 1754 in 
Hermannstadt, f 16. Sept. 1815 in Eegensborg, ging vom Stadium der Rechtswissen- 
schaft zur Malerei ttber, lebte mehrere Jahre in München, in Angsborg and seit 
1791 in Eegensborg. Am bekanntesten machte er sich durch eine Serie von Charakter- 
bildern, die er 1784 auf 160 Blättern für Knnst- and Theaterfreunde in Zeichnungen 
und Radierungen brachte. Ausserdem von ihm Gouachemalereien aus dem bayrischen 
Volksleben und Bildnisse fürstlicher Personen. 

OoiJeii. Jan Tan, s. Qojen. 

Geis, Edme Etienne Francois, franz. Bildhauer, geb. 1765, f 1836, Sohn und 
Schüler des Etienne Pierre Adrien G. Als Hauptwerke von ihm werden 
genannt: die Gruppe der 8 Horatier (1800), eine Reiterstatue Napoleons I. (1801), 
eine Bronzestatue der Jungfrau von Orleans (in Versailles), eiae Marmorgruppe der 
Leda, Latona mit Apollo und Venus in einer Muschel (1824), die heil. Genoreva (1827) 
und ekdge der Reliefs der Venddmesäule. 

OolB, Etienne Pierre Adrien, franz. Bildhauer, Maler und Radierer, geb. 
1. Jan. 1731, f 1823, Schüler von Jeaurat und von Rene Michel Slodtz, 
radierte die 4 Blätter Findung des Moses, die Tochter Jephthas, Rückkehr des 
jungen Tobias, Tobias gibt seinem Vater das Gesicht wieder, femer die Einnahme 
Jerusalems durch Nebnkadnezar, Cambyses straft die ungerechten Richter und 
L'ayare pensif. 

Ooldberg, Oeorg, Kupferstecher, geb. 12. Mai 1830 in Nürnberg, f 25. Juli 
1894 in München, bildete sich in Nürnberg daselbst unter Raab und auf der Kunst- 
schule und zog 1856 nach München, wo er treffliche Blätter stach, z. B. Bacchus und 
Ariadne nach Tintoretto, Die Grablegung nach Giorgione (?), einige Blätter für 
Liezen-Mayers „Faust^, Das Erwachen des Frühlings nach Ernst Kaiser, Bildniss 
König Oskars II. von Schweden. 

Ooldberg, OnstaT, Historien- und BUdnissmaler der Gegenwart, bildete sich^in 
München, vollendete 1885 das ihm aufgetr^ene Bild des sächsischen Prinzenraubes 
Tom Jahre 1455, das sich durch beredten Ausdruck der Köpfe und stügemässe 
Details auszeichnet. 

GoldfHedrich, Ernst, Kupferstecher, geb. 25. Juni 1832 in Dresden, f 23. Sept 
1868 das., Schüler von Steinle, stach auf 6 Blättern Die Gesetzgeber und Könige 
im Thronsaale des Schlosses in Dresden nach Bendemann (1858) und Die 3 Marien 
am Grabe Christi nach Peschel (1863). 

Holding, BicHard, engl. Kupferstecher, geb. 11. Aug. 1785 in London, f 28. Dec. 
1865 das., Schüler des Illustrators James Parker und des Anker Smith. Er 
stach als eines seiner ersten Blätter den Tod Nelsons nach B. West, einige nia- 
strationen für Robert Smirkes Gil Blas und Don Quixote. Eines seiner besten Blätter 
war das Bildniss der Prinzessin Charlotte von Wales nach Lawrence, bald nachher 
das von Sir William Grant. Unter seinen übrigen Blättern nennt man : St. Ambrosios 
der dem Theodosius d. Gr. den Eintritt in den Tempel verweigert nach P. Veronese, 
und nach Maclise Ein Blick in die Zukunft. 

Goldmann, Otto, Genremaler, geb. 8. April 1844 in Berlin, besuchte nur kurze 
Zeit die dortige Akademie und wandte sich seit 1878 von der Landschaftsmalerei 
ganz zu der realistischen Behandlung des Genres ; dieser Art sind seine Bilder : Dodi 
nicht allein, In gespannter Erwartung, Gestörte Ruhe, Im Laboratorium, Quod erat 
demonstrandum, Unter uns gesagt. Mit Kennerblick, Der Geburtstagsmorgen u. A. 

Goldschmidt, B,, Genremaler der Gegenwart, bildete sich in Paris. Er malte 
im Geschmack Winterhalters die Bilder: Toilette einer algerischen Frau (1836), Ein 
junger Florentiner bietet einem Mädchen einen Ring an, und eine Scene aus ^Don 
Quixote« (1850). 

Goldschmidt, Hermann, Historienmaler, geb. 17. Juni 1802 in Frankfurt a. M., 
t 20. Aug. 1866 in Fontainebieau. Zuerst als Kaufmann thätig widmete er sich in 
Folge eines holländischen Aufenthaltes der Malerei, die er in der Weise eines Cornelius 
auszuüben bestrebt war, und zwar seit 1836 in Paris mit soviel Erfolg, dass er 
mehrere Auszeichnungen erhielt, and seia Gemälde Romeo und Julie in Staatsbesitz 
überging. 1847 sattelte G. nochmals um, wurde Astronom, und hat mit dieser 
Thätigkeit seineo Hauptruhm erworben. 

Goldstein, Johann Theodor, Landschaftsmaler, geb. 1798 in Warschau, bildete 
sich in Italien und lebte nachher in Dresden, wo er Landschaften und Architektur- 
bilder von grosser Naturwahrheit malte, z. B. Ansicht von Esslingen, Das Innere des 
Domes zu Meissen, Strasse über den Simplen, Isola Bella, Der Golf yon Castellamare, 



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Gole — Golz. 69 

Der Hafen yon Messina, Der Montblanc, Das Anzascathal auf dem Wege zum Monte 
Bosa und viele Andere. 

Gole, Jacobns, Kupferstecher in Mezzotinto, geb. 1660 in Amsterdam, f 1737 
daselbst, stach eine grosse Zahl von Blättern, unter denen genannt werden: Noah 
and seine Töchter nach Goltzius, Venns nnd Adonis nach N. Ponssin, Lyncns von 
Ceres in einen Lnchs verwandelt nach Lairesse, Der Triktrakspieier nach Ostade, 
Die fröhliche Wirthin nach Brakenbnrgh, Die Qnäkerversammlnng nach Heemskerk, 
Bine jnnge Dame nach Schalcken, Andere nach Dnsart nnd mehrere Hldnisse. Eine 
grosse Anzahl sind nur kostümlich interessant nnd mit den Dntzendblättem des 
P. Schenk in eine Beihe zn stellen. 

Goltziiis, Hendrik, Maler, Kupferstecher und Formschneider, geb. 1558 zu 
Mühlbrecht im Herzogthum Jülich, f 29. Dec. 1616 in Haarlem, machte sich im 
Kupferstich, worin er nur unbedeutende Lehrer hatte, unter denen Coornhaert 
in Duisburg genannt wird, weltberühmt, während er als Maler nur wenig thätig nnd 
ein mittelmässiger, in missverstandener Nachahmung Michelangelos befangener Manierist 
war. Unter seinen Bildern nennen wir: Im Museum zu Oldenburg eine mamerirte 
Skizze der Sündfluth (1592) und im Museum zu Rotterdam das Bild: Mercur bringt 
der Juno die Augen des Argus. Infolge von Krankheit zog Goltzius 1591 nach Born. 
Hier hatte schon Oomelis Gort den Kupferstich vortrefflich ausgebildet, als Erster 
grosse Platten bearbeitet, und schon einigermassen die Farbigkeit erreicht, die Goltzius 
nun völlig erzielte. Er bezeichnet den Höhepunkt der technischen Ausbildung und 
wurde in Bezug auf Technik das Vorbild aller Kupferstecher. So hat er zuerst das 
allmähliche Anschwellen der Linien planmässig angewendet. Unter seinen 295 
sicheren Blättern aus dem Gesammtgebiet des DarsteUbaren sind die bedeutendsten 
seine sogenannten 6 Meisterstücke, die Scenen aus der Kindheit Jesu im Geschmack 
grosser Meister darstellen, nämlich die Verkündigung in Baffaels Geschmack, die 
Heimsuchung Maria in der Art des Parmigianino, die Anbetung der ffirten im 
Geschmack des Bassano, die Beschneidung in dem des Albr. Dürer, die Anbetung der 
Könige in dem des Lucas v. Leyden, und die heU. Familie am' Fuss eines Baumes 
in dem des Baroccio; femer 12 Blätter des Leidens Christi in der Manier des Lucas 
V. Leyden, der todte Heiland auf dem Schooss der Maria (in Dürers Geschmack), die 
bttssende Sta. Magdalena, der Triumph des Krieges, der Fähnrich, Pygmalion, Mars 
und Venns im Ehebruch, der leierspielende Apollo, Hercules mit der Keule, die 
3 antiken Statuen des farnesischen Hercules, des Torso am Belvedere und des Apollo 
von Belvedere, die Stiche der Triumph der Galatea nach Baffael, die 4 Blätter mit 
dem Sturz des Tantalus, Icarus, Phaethon und Ixion nach C. Oomelis, St. Hieronymus 
in der Wüste nach Palma Vecchio, nach B. Spranger Judith mit dem Haupt des 
Holofemes, Die Liebschaft des Mars und der Venus und Die Hochzeit der Psyche, 
und viele Bildnisse, darunter auch das seines Lehrers Coornhaert. Goltzius hat ausser- 
dem noch mehrere hervorragende Helldunkelholzschnitte, darunter eine Folge antiker 
Gütter nnd mehrere schöne Landschaften geschaffen. 

Goltzlas, Hubert, Maler, Formschneider und Alterthumsforscher, geb. 1526 in 
Wflrzburg, f 1583 in Brügge als Historicus und Maler Philipps U., Sohn und Schüler 
des Malers Büdig er G., der sidi um 1530 inVenloo niederliess, später auch Schüler 
von Lambert Lombard in Lttttich. Er widmete sich später auch dem Studium 
der Künste des Alterthums und gab hierin 1557 als sein Hauptwerk die Bildnisse 
der römischen Kaiser heraus, wobei er den Holzschnitt in Clairobscur und den Kupfer- 
stich anwandte. Nach einigen Beisen in Deutschland, Italien und Frankreich gab er 
ein Werk über die Münzen des Alterthums heraus und später mit seinen gesammten 
Werken: „Bomanae et Graecae antiquitatis monumental (5 Bde.). Gemälde soll er 
nur in seinen früheren Jahren verfertigt haben, doch ist wohl kein sicheres Bild von 
ihm nachzuweisen. 

Goltzius, Julius, Kupferstecher, Zeitgenosse und wahrscheinlich Verwandter 
des Hendrik Goltzius, stach theils nach £esem, theils nach anderen Meistern, z. B. 
Christus und die Samariterin (1586), nach Baroccio eine Buhe auf der Flucht nach 
Aegypten, nach Hans Holbein Maria mit dem Kinde und eine Landschaft (1593). 

Golz, Alexander, Genre-, Bildniss- und Historienmaler, geb. 25. Jan. 1857 in 
Ungarn, war Schüler von Szekely in Budapest, dann Schüler der Akademie in Wien 
unter Feuerbach, bereiste Italien und den Orient, Hess sich 1884 in München 
und 1890 in Wien nieder. Seine Hauptbilder sind : Christus und die heiligen Frauen, 
Im Hof der Taubenmoschee in Constantinopel, Bazar von Bagusa, Blumenmarkt in 
Stambul, Der Cfaristmorgen und Buhe auf der Flucht nach Aegypten. 

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70 Gomez — Gonzales. 

Oomez, Sebastian, span. Maler des 17. Jahrb., Schüler and Sklave Murillos, 
genannt der Mulatte Murillos, Gebnrts- und Todesjahr unbekannt. Im Mnseom zu 
Sevilla von ihm ein Bild Concepcion, in der Eremitage zu St. Petersburg ein Heil. 
F^anciscns von schwacher Zeichnung. 

Oondolach, Matthäus, Historienmaler, geb. in Kassel, f 1658 in Augsburg, 
war anfangs am Hofe Kaiser Budolfs II. in Prag thätig, und ging dann nach 
Augsburg, wo er Historienbilder malte, auch das auf dem dort^en Bathhause befindliche 
Bild der Belehnung Moritz' von Sachsen mit der Kurwürde. Im Ho^useum am 
Wien von ihm Die Yermählnng der heil. Catharina aus dem Jahre 1614. 

Oondouln, franz. Architekt, geb. 1737, f 1818, suchte in Frankreich die Grund- 
sätze des guten Geschmacks und den Stil der Bauwerke des Alterthums wieder 
einzuführen, bUdete sich als Pensionär der franz. Akademie in Rom, baute nach 
seiner Rückkehr 1769 die zu ihrer Zeit sehr gerühmte Ecole de mödecine auf dem 
Boulevard St. Germain und entwarf im Stil des Palladio eine grössere Zahl von Plänen 
zu Palästen, Häusern nnd Villen. 

Gonelli, Giovanni Francesco, ital. Bildhauer, genannt der Blinde von 
Gambasso, seinem Geburtsort bei Volterra, geb. Ißl 2, Schüler von Pietro Tacca, 
wurde schon 1632 blind, erlangte aber durch geschicktes Tasten die Möglichkeit, Statuen 
und Büsten nach dem Leben zu fertigen. Er arbeitete in Florenz, Genua und Rom. 
Gerüh mt wu rden seine Statuen des Herzogs Cosimo I. von Medici und des Papstes 
ürban Vm. 

Gonln. Francesco, ital. Historien- und Genremaler des 19. Jahrb., geb. in 
Törin, Schüler von Vacca, malte die sehr gerühmten Bilder: Besuch Lodovicos und 
seiner Gemahlin Beatrice von Este bei Lionardo da Vinci (1846), Tod Karl 
Shnanuels n. und Bacchuszag (1865). 

Gönne, Christian Friedrich, Genre- und Historienmaler, geb. 30. Mai 1813 
in Dresden, konnte sich erst 1834 der Kunst widmen, besuchte die Akademien in 
Dresden und Antwerpen, lebte in Berlin, München und Rom, und bereiste Fraiücreich, 
England und Schweden. Seine ersten gelungenen Arbeiten waren GenrebUder, z. B. 
Kartenspieler, Der Alterthümler, Der Bänkelsänger u. A., dann folgten auf dem 
historischen Gebiet der in Rom gemalte Judasknss und einige nicht immer gelungene 
Kirchenbilder. Wohlgelongene Bilder von ihm sind: Lady Macbeth (1872), Ein Fest- 
mahl aus dem 16. Jahrh. (1874), Brennende Erinnerungen (1869, Kunsthalle in 
Hamburg), Scene in einer Räuberhöhle (1883), Bildniss des Königs Johann von Sachsen 
und das des Sängers Schnorr v. Carolsfeld. Er schrieb eine kleine Schrift „Flüchtige 
Blicke in Natur und Kunst^ (1869). Seit 1857 ist er Professor an der Akademie 
seiner Vaterstadt, nachdem er 1854 Ehrenmitglied derselben geworden, and 1859 wurde 
er zum Ehrenmitglied der Amsterdamer Akademie ernannt. 

Gonon, Engine, franz. Erzgiesser und Bildhauer, geb. 17. Oct. 1814 in Paris, 
t 1892 das., Sohn and Schüler des Bronzegiessers Honorö G., später Schüler von 
Pradier,Blondel und der äcole des beaux-arts. Er arbeitete theils in Gemeinschaft 
mit seinem Vater, theils allein eine Menge von kleineren plastischen Genrewerken 
und Thierstücken. 

Gontard, Karl von, Architekt, geb. 1731 in Mannheim, f 23. Sept. 1791 in 
Berlin, bildete sich in Bayreuth und unter B 1 o n d e 1 in Paris, machte Studienreisen 
in Italien, Sizilien und Griechenland, trat 1765 in den Dienst des preussischen Hofes, 
beaufsichtigte die Bauten Friedrichs d. Gr. in Potsdam und Sanssouci and baute in 
Berlin die Königsbrücke mit den anstossenden Kolonnaden und die beiden Klrch- 
thürme auf dem Gendarmenmarkt. 

Gonzalez, Alessandro nnd Antonio, s. Yelasqnez. 

Gonzalez, Bartolom^, span. Maler, geb. 1564 in Valladolid, f 1627 in Madrid, 
Schüler von Patrizio Caxes (f 1612), war zu seiner Zeit wegen seiner correcten 
Zeichnung und seines leuchtenden Golorits halber namentlich im Bildnissfach sehr 

Soschätzt, malte seit 1608 viel für Philipp III., z. B. dessen Gemahlin Margareta von 
esterreich nnd die Infantin Donna Isabella Clara Eugenia (beide im Museum del 
Prado in Madrid), auch eine Ruhe der Madonna (Recoletos in Madrid), und einen heil. 
Johannes (1621) in der Galerie Esterhazy in Budapest. 

Gonzalez Rniz, Don Antonio, span. Maler des 18. Jahrb., f 1785, bUdete sich 
unter Hovasse in Madrid, später in Paris, Rom and anderen Städten Italiens und 
wurde 1752 Direktor der Akademie San Fernando. Mehrere ziemlich manierirte Bilder 
von ihm in Madrid nnd Salamanca. Er war Mitglied der Akademien von Valencia 
und St. Petersburg. 



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Gonzales — Üoodall. 71 

Ckinsales 7 Tar^ Federlgo, span. Maler, geb. 1823 in Gadiz, f im März 1867 
das., war Schttler der dortigen Kunstschule und büdete sich in Madrid und Paris 
weiter ans. Br malte treffliche Bildnisse, copirte viel nach yan Dyck, Alonso Cano, 
Yelasqnez und Mnrillo and machte sich Yortheilhaft bekannt durch sein Bild : Pedro I. 
von Gastilien befragt sein Horoskop. 

GomalTO 7 Perei, Pablo, span. Arehitektar- and Interiearmaler, der in 
Saragossa geb., jetzt in Madrid lebend, seit der Aosstellanff in Philadelphia (1876) 
bekannt geworden ist darch die Bilder: Die Kathedrale de lo Seo in Saragossa, 
Die Kapelle and Das Maasoleam Ferdinands and Isabellas in der Kathedrale Ton 
Granada, Die Kapelle in der Kathedrale von Arila and Die Sakristei dieser 
Kathedrale. Daza später eine Ansicht des Canal grande and das Innere der Marias- 
kirche in Venedig, Saal des Kapitels der Domkirche in Toledo and Fasswaschong 
am Grflnen Donnerstag in dieser Kirche. 

Gonzenbach, Karl Arnold roiu Kapferstecher, geb. 21. Jali 1806 in St. Gallen, 
t 13. Joni 1886 das., war anfangs Scnttler von Job. Jakob Lips in Zürich, später 
von Feising, von Amsler and in Paris von Fr. Forster. 1838 Hess er sich in 
München nieder, wo er eine grosse Thtttigkeit meistens im Cartonstich entwickelte. 
Seine trefflichen Hauptblätter sind : Johannes aaf Patmos nach Gastay König, Günther 
and Branhild, Siegfried and Kriemhild nach Jalias Schnorr, Die Hohenstameozeit in 
Hermanns Blättern aas der „Geschichte des deatschen Volkes"^, Der Tellschass, Der 
Schwär aaf dem BUtli and Winkelrieds Tod nach Ladw. Vogel, Der Verbrecher am 
verlorener Ehre nach Kaalbach, 5 Blätter aas dem Leben einer Hexe and 4 der 
Blätter aas dem Leben eines Künstlers nach Genelli, zahlreiche Bildnisse a. s. w. 

Good, Thomas 8word, engl. G^nremaler, geb. 4. Dec. 1789 in Berwick-apon- 
Tweed (an der Grenze Englands and Schottlands), f 15. April 1872 das., kam 1822 
nach London, wo er 14 Jahre seine Bilder, meistens häasliche Scenen, in der Akademie 
aasstellte, bis er 1868 die Malerei aafgab. Za nennen sind daranter : Bin schottischer 
Schafhirt (1820), Die Müssiggänger (1I29), Der Tagedieb (1830), Die Medicin (1881), 
Die fleissifi^ Matter a. A. 4 seiner Bilder in der Nationalgalerie in London. 

Goodall, Edward, engl. Kapfer- and Stahlstecher, geb. 17. Sept. 1796 inLeeds, 
t 11. April 1870 in London, Vater des Frederik G., malte zaerst Landschaften nnd 
warde dann von Tarn er bewogen, sich dem Kapf erstich za widmen. Nach ihm stach 
er aach seine Haaptblätter : Köhi am Rhein, Tivoli mit dem Tempel der Sib7lle, Die 
alte Londoner Brücke; ferner nach seinem Sohne: Der blinde Dadelsackspieler, Die 
glücklichen Tage Karls I., Die Schaakel, Das Aufziehen des Maibaames, Ein Festtag 
im Dorfe, and Andere nach Stanfield, OL Lorrain (Die Mühle), Gainsboroagh, 
Roberts a. s. w. 

Ooodall, Frederik, engl. Genremaler, geb. 17. Sept. 1822 in London, Sohn 
and Schüler des Vorigen, sollte dessen Kanst erlernen, blieb aber aach anter dessen 
Leitung, als er sich zur Malerei entschlossen hatte. 1888 reiste er in die Normandie, 
wo er Tiele Skizzen entwarf. 1839 brachte er als sein erstes Bild Französische 
Soldaten beim Kartenspiel and liess dann nach abermaligen Beisen in der Bretagne, 
der Normandie and Irland riele Genrebilder folgen, z. B. Die Bückkehr von der 
Kindtaafe, Der müde Soldat (1842) and Der Festtag im Dorfe (1847) (diese beiden 
in der Nationalgalerie za London), and Die frugale Mahlzeit (1862). Nach einigen 
historischen Genrebildern aus dem Leben Karls I. und des Erzbischofs Cranmer 
besachte er Venedig und Aegypten, wo seine Anschauungen sich bedeutend erweiterten. 
Früchte dieser Reisen waren Der frühe Morgen in der Wüste (1860), Reise nach 
Mekka, Rückkehr eines Pilgers von Mekka (1862), Gesang eines nubischen Sklaven, 
Der Bote vom Sinai am Mosesbrunnen (1864), Ueberschwemmung des Nils, Hagar 
and Ismael, Mater purissima und Mater dolorosa (beide 1868), Die Aussetzung 
des Moses und viele Andere, unter denen die orientalischen von kräftiger Zeichnung 
und lichtvollem Colorit sind, die Genrebilder aus dem englischen Volksleben von 
grosser Lieblichkeit, die kirchlichen Bilder von tiefem Gefühl. Später folgten noch : 
Schafwäsche bei den Pyramiden von Gizeh, Wasserträger in Aegypten (1877), Die 
Töchter Labans, Der Palmsonntag, Inneres einer Moschee in Kairo (1880), Flucht 
nach Aegypten und Das Schwert des Gläubigen (beide 1884). Die künstlerisch besten 
aller seiner Bilder sind Aquarelle. 1864 wurde er Mitglied der Akademie in London. — 
Auch seine beiden jüngeren Brüder Walter und Edward G* sind Aquarellmaler, ersterer 
(t im Mai 1889) in Genrebildern, letzterer in Genrebildern aus Venedig und dem 
Orient. — Sein ältester Sohn Frederick Trevelyan G», geb. 1848, f 11. April 1871 
in Capiiy war ein angehender Historienmaler. 



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72 Goodman — Gossaert. 

Ooodmaii) Walter, engl. Zeichner, Bildniss- und Genremaler, geb. 11. Mai 
1888 in London, war anfangs SchtÜer von Leigh, trat 1867 in die Akiäemie, reiste 
1860—68 in Frankreich, Belgien, Dentschland, der Schweiz, Italien ond Spanien, and 
lebte von 1864-— 69 anf Oaba, das er infolge der dortigen Revolution 1869 verliess, 
um andere westindische Inseln nnd Nordamerika zu besnchen. Nach Buropa zorflck- 
gekehrt, widmete er sich der Bildniss- und Fignrenmalerei, lieferte Hobszeichnangen 
und Artikel über das westindische Leben, erschienen unter dem Titel „The pearl of 
the AntiUes, or an artist in Cuba^, copirte Sassoferratos betende Madonna in der 
Nationalg^erie in London und portraitirte den chinesischen Gesandten und dessen 
Giemahlin. 

Ooodwin, Albert, engl. Aquarellmaler der Gegenwart, malte in London zahlreiche 
Landsdiaften von trefflicher Luftperspektive und schöner Lichtwirkung, entlehnt aus 
Gegenden Englands, aus Oberitalien und Venedig. 

Goodwin, Francis, engl. Architekt, geb. 28. Mai 1784, f 30. Aug. 1885 in 
London, baute in England zahlreiche Eörchen, nämUch in Bordesley bei Birmingham, 
in Hnlme, Derby, Eidderminster, Burton-on-Trent u. A., restaurirte yiele Kirchen, 
baute Bathhäuser und Börsengebäude, auch die später abgebrochene Hungerford 
Bridge und yerfasste einige architektonische Schriften. 

Goodyear, Joseph, engl. Kupferstecher, geb. 1798 in Birmingham, f 1. Oct. 1889 
in London, wurde hier Schttler von Charles Heath, stach viel ^r Kunst- und 
Buchhändler, z. B. für Findens „Gallery of British Art"". Sein letztes Blatt 
Griechische Flttchtlinge nach Eastlake wird für sein bestes gehalten. 

€h>ol, Jan ran, holländ. Thier- und Landschaftsmaler, geb. um 1685 im Haag, 
t 1768 das., Schttler von Matth. Terwesten und van der Does, war mehr 
Kunstschriftsteller als Maler., Unter seinen Landschaften nennt man eine üppige 
Waldlandschaft von 1719 im Museum zu Schwerin, eine an Potter erinnernde Thier- 
landschaft im Museum zu Rotterdam, eine Landschaft mit Vieh im Beichsmuseum zu 
Amsterdam, nnd eine mit Satyrn und Nymphen im Museum zu Lille. 

Goos, Berend, Landschaftsmaler, geb. 26. Noy. 1815 in Hamburg, f 27. Not. 
1885 das., widmete sich erst seit 1855 der Landschaftsmalerei unter Herm. 
Kauffmann in Hamburg und unter J. W. Schirmer in Karlsruhe. Nach Studien- 
reisen in Yielen Gegenden Deutschlands malte er als erstes BUd Die Holzschleppe, 
dann eine schleswig-holsteinsche Landschaft, Landschaft mit Pferden und Wölfen nnd 
Eän rauher HerbsttEig. 

Goovaerta, Henri, niederländ. Maler, geb. 1669 in Mecheln, f 10. Febr. 1720, 
bereiste 1689 Deutschland, lebte eine Zeitlang in Frankfurt, Prag und Wien, kehrte 
10 Jahre später zurück und trat 1699 in die Lucasgilde zu Antwerpen. Von ihm 
im dortigen Museum ein Bild von 1718 aus der Geschichte der Armbrustschtttzen. 

Gordon, Sir John Watson, engl. Bildnissmaler, geb. 1790 in Edinburg, f 1. Juni 
1864 das., war auf der dortigen Trustees-Academy Schüler von John Graham, 
genoss als Bildnissmaler eines grossen Rufes, wurde 1826 Mitglied der schottischen 
Akademie, 1850 Präsident derselben, sowie Mitglied der Londoner Akademie und Hof- 
maler der Königin und malte eine grosse Zahl bedeutender engUscher Persönlichkeiten. 

GorgasoB, altgriech. Thonbildner, s. Damophllos. 

Gori. Lamberto, geb. um 1781 in Florenz, f 1801, Schttler von Don Enrico 
Hugfora, yon dem er die Kunst der ScagUola erlernte, d. h. die Anwendung 
eines Gemisches yon feinem Gips und gepulvertem Frauenglas zu omamentalen 
Zwecken, worin er auch historische Bilder nachgeahmt haben soU. 

Gori, Lorenzo, ital. Bildhauer, geb. 1842 in Livorno, war in Florenz Schttler 
von Barbetti, von PoUastrini und Costoli, fertigte sehr beifällig auf- 
genommene Genreskulpturen und Bildnissbttsten. 

Gori, Loigi, ital. Medailleur, geb. 1888 in Florenz, wo er sich auf der Akademie 
ausbildete, seinen Wohnsitz nahm und sich durch zahlreiche Medaillen einen be- 
deutenden Namen machte, z. B. auf Dante, Galilei, auf den Anthropologen Yirchow, 
auf Michelangelo, anf Giovanni Duprö, den Staatsmann Farini, den Af^ikareisenden 
Antonio Cecchi, den Opemcomponisten Bossini und viele Andere. 

Gorra, Ginlio, ital. Maler der GFegenwart, geb. in Cremona, war in Bergamo 
Schüler von Enrico Scuri, malte vorzugsweise das lombardische Bauernleben in 
sehr charakteristischerweise, z.B. Die Dämmerung, Die Rückkehr der Bauern vom 
Felde, Der Abend im Stall u. s. w. 

Gossaert, Jan, genannt Mabnse, flämischer Historien- und Bildnissmaler, geb. 
um 1470 in Mabuse (Maubeuge), f 1641 in Antwerpen. Bildete sich anfänglich nach 



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Go886 — Gottlandt. 73 

Qaentin, Massys and Gerard David, wurde 1503 Meister der Antwerpener 
Halergiide, reiste 1508 im Gefolge Philipps yon Burgnnd nach Italien und verfiel hier 
dem Binilnss Lionardos und Michelangelos. Er war einer der frühesten Meister, der 
sttdüches mit nordischem Kunstempfinden zn verbinden suchte. Mit Philipp reiste 
er wahrscheinlich auch nach Dänemark, und kam am 19. Mai 1517 mit ihm nach 
Utrecht, wo er wahrscheinlich bis zum Tod Philipps (1524) verweilte. Hier war er 
Lehrer Jan v. S cor eis. G. trat dann in den Dienst des Anton v. Burgund, Mark- 
grafen von Yeere zu Middelburg, wo ihn 1527—28 Lucas v. Leyden besuchte. 
G.'s Bilder haben einigen farbigen Reiz, so dass Dtirer, der ein jetzt verbranntes 
Altarbild von ihm sah, schrieb, es sei besser gemalt, als gezeichnet ; jedoch sind seine 
Werke meist Überladen und gehören namentUch seine Darstellungen des Nackten zu 
den geschmacklosen Arbeiten der niederländischen Manieristen. Zu bewundern ist 
aber die sorgfältige Ausführung der architektonischen Details, so besonders auf dem 
Triptychon im Rudolfinum zu Prag. Von ihm femer im Louvre Der Kanzler 
Carondolet (1517), Madonna mit dem Kinde (1517); in der Pinakothek zu München 
Jupiter und Danae (1527); im Museum zu Berlin Adam und Eva, Neptun und 
Ampfaitrite und Andere ; das Antwerpener Museum besitzt von ihm 6 Bilder ; Andere 
in Hampton Court, Madrid, Florenz, London, Brügge u. s. w. 

Gosse, Louis Fran^ols Nicolag, franz. Historien- und Bildnissmaler, geb. 
^. Oct. 1787 in Paris, f 9. Febr. 1878 in Soncourt (Haute Marne), trat 1805 in die 
Ecole des beaux-arts sils Schüler von Vincent, bildete sich zu einem tüchtigen 
Historienmaler aus, der seit 1808 zahlreiche Werke ausstellte, darunter als die 
bedeutendsten : Der heil. Vincenz v. Paula der seinen Lehrer bekehrt, Die Anbetung 
der Könige, Die Bückkehr Louis Philippes zum Palais royal 1814, Der Bischof von 
Lisieux der in der Bartholomäusnacht die Protestanten seiner Diücese beschützt (1885), 
Der Herzog von Gloucester (1840), Mildthätigkeit und Tod des Vincenz v. Paula 
(1842—45), Die Gerechtigkeit Karls V., Die Geburt Christi und viele Bildnisse. 
Ausserdem malte er in Oel- und in Wasserfarben decorative Bilder in den Kirchen 
von Paris und anderen Städten. 1824 erhielt er die Medaille 2. Kl., 1828 wurde er 
Bitter, 1870 Offizier der Ehrenlegion. 

Gosselin. Charles, franz. Landschaftsmaler, geb. 26. Jan. 1834 in Paris, f 1892 
in Versailles, Schüler von Gleyre und Bussen, malte Landschaften von breiter, 
massiver Behandlung und treffender Wirkung, z. B. Eichen und Pinien im Herbst, 
Die Landstrasse, Aus der Umgegend von Beuzeval (Calvados), Waldinneres, Holzhacker 
(1874), Viehweiden in den Dünen u. A. Er erhielt verschiedene Medaillen. 

Oott, Joseph, engl. Bildhauer, geb. 1785, f 1860 in Rom, Schüler der Akademie 
in London, erhielt 1819 ftlr seine Gruppe JaJcob ringt mit dem Engel die goldene 
Medaille, brachte dann einige Genreskulpturen und ging, veranlasst durch Thomas 
Lawrence, nach Rom, von wo er seine Arbeiten nach London einsandte, z. B. Frümmig- 
keit (1880), Kinder im Walde (1881) und sich mit Vorliebe der Bildnerei der Thiere, 
namentlich der Hunde, widmete. Zu seinen dortigen Werken gehören: der General 
Wellington in der Schlacht bei Waterloo dem das Pferd unter dem Leibe todtge- 
schossen wird, ein angeschossener Hirsch von einem Jagdhund gepackt, 3 Grazien 
den Amor emporhaltend, Bacchantinnen die mit dem kleinen Bacchus spielen. Schlafende 
Kinder, ein Hund der ein Kind vor dem Ertrinken rettet, ein RattenfSagerfaund, 
Fuchs mit Jungen und andere Werke dieses Inhalts. Mehrere seiner Hauptwerke 
befinden sich in Armiey House (Torkshire). 

Oottgetren. Rudolf Wilhelm, Architekt, geh: 28. April 1821 in Swinemttnde, 
machte seine Studien in Berlin, und besuchte die Akademie in München als Schüler 
von Voit, widmete sich aber daneben auch dem Stahlstich, war hierin ftlr mehrere 
Architekten thätig und gab viele Radierungen der Hauptdenkmäler des alten Friedhofs 
in München heraus. 1852 schuf er im Auftrag Maximilians ü. mehrere Entwürfe 
für die Mazimiliansstrasse, infolge deren er Professor an der technischen Hochschule 
wurde. Von ihm sind die Entwürfe für die 1878 vollendete zweite evangelische 
Kirche in München. 

Ootfhard. Joseph, Bildniss- und Genremaler, geb. 1801 in Trier, wurde 1821 
in Berlin Schüler von Wach, lebte nachher in Coblenz. Er war ein trefflicher 
Perspektivenzeichner, malte die Werkstatt Wachs mit dessen Schülern, einen Apostel 
Petrus für die Gamisonkirche in Potsdam, GK>ldBchmieds Töchterlein nach Uhland, 
und eine Scene aus Kleists «Käthchen von Heilbronn*. 

€(ottlaiidt, Peter, eigentlich Peter Roddelstedt, Maler und Kupferstecher, 
geb. in Gothland, Schüler von L. Cr an ach, Hofmaler und Kupferstecher in Weiauir, 



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74 Gottiieb — Goald. 

wo er von 1548—72 thätig war. Er stach eine Allegorie auf das Alte and Neae 
Testament nach L. Cranach, der Prophet Jonas (1562), mehrere Bildnisse von AnhMngem 
der Beformation und als sein bestes Blatt Der Christasknabe der als Bitter heran- 
sprengt am den dreiköpfigen Drachen (mit dem Papstkopf) sa darchbohren. 

€f ottlieb, Moritx, Historienmaler, geb. 1856 za Drohobycz in Qalizien, 
t 17. Jali 1879 in Krakaa, Schüler der Akademie in Wien anter H. y. Angeli. 
Bekannt warden während seines karzen Lebens seine Bilder: Shylock and Jessica, 
Uriel Acosta and Judica van der Straaten, Betende Jaden in der Synagoge. 

Oonas, Tves Maria le, franz. Enpferstecher and Badierer, geb. 1742 in Brest, 
t in Paris, Schttler von Ali am et and Ozanne, stach einige recht lobenswerthe 
Blätter, namentlich Landschaften, z. B. nach Ozanne Seekampf am 1. Jani 1794 
and 3 Blätter mit Ansichten von Toalon, einige Blätter nach Hackert and Jos. Yemet. 

Oonban, Antoon, niederl. Genremaler, geb. im Mai 1616 in Antwerpen, f 11. März 
1698 das., war 1629 Schüler von Jean de Farias, warde 1636 Meister der dortigen 
Gilde, machte Beisen nach Italien, Frankreich and Holland, malte dann Historien- 
bilder, Stadtansichten, Märkte and Tapisserien. 2 seiner Haaptbilder sind im Maseam 
za Antwerpen eine Allegorie aaf das Stadiam der Künste in Born (1662) and eine 
Ansicht der Piazza Navona in Bom (1680). Andere Bilder von ihm imBndolfinam zu 
Prag Der Zeitvertreib im Lager, im Maseam za Schwerin eine Anbetang der Könige 
(Wiederholong im Amalienstlft za Dessaa) and Landsknechte beim MaM nnd Spiel. 

Oonban, Francis, niederl. Maler, geb. im Sept. 1622 in Antwerpen, f 16. Nov. 
1678 (n. A. 18. Oct. 1679), wahrscheinlich Schüler von Gerard Zegers, trat 1649 
in die Lacasgilde, malte Bildnisse, Historienbilder and besonders Tapeten. Eines 
seiner Haaptwerke ist die Anbetang des heil. Sacraments im Maseam za Antwerpen 
(1650), im Choramgang der dortigen Jacobskirche der todte Heiland am Eingang 
seines Grabes (1655). 

Gonbie, Jean Richard, franz. Maler der Gegenwart, geb. in Paris, Schttler 
von G^rdme, malt vorzagsweise Thiere, z.B. Bttckkehr von der Jagd der Seevögel, 
Ein Fing über dem Flasse, Pferd and Esel. 

Gondt. Hendrik, Kapferstecher, Pfalzgraf and Bitter, geb. 1585 in Utrecht, 
t 1630, trieb seine Kanst nar als Dilettant, schloss sich in Bom an den von ihm 
verehrten Elsheimer an, dessen Bilder er aafkaafte and den er für sich arbeiten liess. 
Um diese Gemälde weiteren Kreisen bekannt za machen, lernte er das Stechen and 
gab 7 (bezw. 9) Blätter nach Elsheimers Bildern heraas, die mit grosser Kraft and 
Feinheit das Orifi^nal wiedergeben. Es sind das Der kleine Tobias, Der grosse 
Tobias, Landschaft mit der Flacht nach Aegypten, Enthanptang Johannis des Tänfers, 
Geres bei der alten Metanira, Japiter nnd Mercar bei Philemon and Baacis, and 
vielleicht als Schönstes Die Morgenröthe. 

Go^Joiu Jean, der bedeutendste franz. Bildhaaer des 16. Jahrb., genannt der 
französische Phidias, aach Architekt, geb. am 1515, f 1564 oder 1565 wahrscheinlich 
in Bologna, bildete sich in Italien nach der Antike and zeigte in seinen Werken 
eine reiche Erfindangsgabe, weiche, elegante Behandlang der Form and genane 
Kenntniss des BeUefstils, schaf aach seine Skalptaren meistens in Yerbindang mit 
der Architektar, eignete sich aber darch das Stadiam der Werke Cellinis nnd 
Primaticcios oft allza schlanke Verhältnisse der Figaren an. Seine Haaptwerke sind : 
eines seiner frühesten die nur zam Theil noch im Loavre vorhandenen Reliefs vom 
Lettner in der Kirche St. Germain PAaxerrois (1541—44) darstellend die Kreas- 
abnahme and die 4 Evangelisten, die Beliefs der Fontaine des Innocents (3 davon 
im Loavre), die leicht and anmnthig hingegossene überschlanke Marmorstatae der 
neben einem Hirsch rahenden Diana (im Loavre), die arsprünglich za einem Bronnen 
im Schlosse von Anet gehörte, das Heinrich II. seiner Geliebte^n Diana v. Poitiers 
erbaaen liess, 4 in den Gewändern überreiche Karyatiden im Schweizersaal des Lonvre, 
femer das ihm wohl mit Becht zngeschriebene prächtige Grabmal des Herzogs Loais 
de Brözö, Gemahls der Diana von Poitiers, in der Kapelle der heil. Jangfraa der 
Kathedrale von Boaen. Als Architekt war er 1555—62 in Gemeinschaft mit Pierre 
Lescot am Baa des Loavre thätig. — Seine Biogr. nnd Werke von B^veil (1868) 
and Meynier (1869). 

Gonld, Thoiaas, Bildhauer, geb. 1818 in Massachusetts N. A., Schüler von 
Cheney, hat in Boston, mit Unterbrechang eines zehnjährigen Aufenthalts in Italien, 
gearbeitet. Wurde vortheilhaft bekannt durch zahlreiche Bildnissbüsten, dann aber 
auch durch Idealfiguren, Der Geist in Hamlet, Der Westwind, Kleopatra, Timon von 
Athen, and durch die Beliefs Dampf and Elektrizität. 



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Goapil — Goya. 76 

Oonpil, Jnleg, franz. Genremaler, geb. 1843 zu Paris, f im April 1883 in 
Nenilly, Sohn des bekannten KnnsthändlerB G., Schttler von Ary Scheffer, malte 
recht verdienstliche, wenn anch geistig nicht hervorragende Sittenbilder von glänzendem 
Ck>lorit, z. B. Das Almosen, Die Neuigkeit in der Provinz« Eine vornehme Dame ans 
der Revolationszeit, Eine Scene ans dem J. 1795 u. A. 1873 und 1874 erhielt er die 
Medaille 3. El. 

Oonpy, Joseph, franz. Maler nnd Badierer, geb. 1729 in Nevers, f 1763 
(n. A. 1780) in London, kam in früher Jagend nach England, malte Scenen für die 
italienische Oper nnd wurde in seinen Landschaften ein Nachahmer des Salvator 
Rosa, von dem er auch mehrere Bilder stach, z. B. Der junge Tobias mit dem Engel, 
Die Taufe des Kämmerers, Johannes in der Wüste predigend, Glaucus und Scylla, 
nach Rubens Diana auf der Hirschjagd, auch Landschaften nach Cl. Lorrain und 
nach Grimaldi. 

Gourdelle, Pierre, franz. Kupferstecher, der gegen das Ende des 16. Jahrb. 
in der Manier des L6onard Gaultier stach. Eines seiner weniger bekannten Blätter 
ist Der Tod Abels. 

Oonrmont, Jean de, franz. Maler und Kupferstecher im 2. Drittel des 16. Jahrb., 
geb. in Lyon, liess sich um 1570 in Paris nieder, wo er mit seinem Bruder einen 
Verlag von Büchern gründete. Die ihm zugeschriebenen, mit dem Monogramm J G 
bezeichneten Stiche führen uns einen Meister vor, der den besten Kleinmeistem 
Deutschlands im XVI. Jahrb. ebenbürtig zur Seite steht, und seinen Landsgenossen, 
selbst ^tienne Delaune künstlerisch überlegen ist. Die Beleuchtungsfeinheiten 
Gourmonts fehlen selbst in den Arbeiten eines Beham oder Pencz. Auch in der 
Wahl seiner Stoffe interessirt er und zeigt uns neben den üblichen heiligen Darstellungen, 
Werkstattscenen, Lehrlingsraufereien und dergleichen mehr. 

Goat, Johann Frans, Landschafts- und Architekturmaler und Radierer, geb. 
gegen die Mitte des 18. Jahrb. in Berlin, f nach 1812, war Theatermaler in Darmstadt, 
Frankfurt a. M. und Wiesbaden, lebte lange in der Schweiz und führte ein unstetes 
Leben. Er malte Schweizer Landschaften von guter Perspektive, aber mattem Colorit, 
auch Kirchen im gothischen und Renaissancestil. 

Gonti^re, Tony, franz. Kupferstecher, geb. 5. März 1808 in Toul, wurde 1828 
in Paris Schüler von Thouvenin, stach anfangs nur Bildnisse für historische Werke, 
später anch grössere Blätter nach franz. Meistern, z. B. Die Auferstehung nach 
Hallez (1861), Marie Louise bei der Nachricht vom Tode des Herzogs von Reichstadt 
nachLemud (1863), Der Traum Marions nach-Gorbould (1870) und zahlreiche Bildnisse. 

Govaerts, (oder Goyaerts), AbraJiam, Landschaftsmaler, geb. 1589 in Antwerpen, 
t zwischen 17. Sept. 1626 und 17. Sept. 1627, malte als Schüler des älteren Jan 
Brueghel in dessen Weise, und trat 1607 in die Lucasgilde seiner Vaterstadt. Bilder 
von ihm in der Galerie zu Augsburg, eine Waldlandschaft mit Jägern und Zigeunern 
von 1612 im Museum im Haag, Eine Hirschjagd im Walde im Museum von Schwerin 
und als sein bedeutendstes Bild eine Waldlandschaft mit den 4 Elementen (1624) im 
Museum zu Braunschweig. 

Gow, Andrew ۥ, engl. Genremaler, geb. in London, wurde Mitglied der 
dortigen Akademie, lebt in Kensington. Er malte Bilder von trefOicher Zeichnung 
und Färbung, oft mit gesundem Humor, z. B. Das Ende des Tages nnd andere Genre- 
bilder, auch die Historienbilder Der Tod Eduards VI. 1553 (1880), Prinz Moritz 
nach der Schlacht bei Nieuport im J. 1600, Napoleon auf der Flucht nach der Schlacht 
bei Waterloo. 

Gower, Lord Ronald, englischer Bildhauer, lebt gegenwärtig in London. Seit 
der Phüadelphiaer Weltausstellung vortheilhaft bekannt, wo er mit Marie Antoinette 
in Fontainebleau jagend und Marie Antoinette auf dem Gang zur Hinrichtung auftrat. 
Er erhielt im Salon von 1886 ehrenvolle Erwähnung. 

Goya y Lnolentes, Francisco Josö de, berühmter span. Maler und Radierer, 
geb. 30. März 1746 in Fuente de Todos (Aragonien), f 15. April 1828 in Bordeaux, 
war in Saragossa Schüler von Lucian Martinez und in Madrid von Bayeu y 
S üb las, studirte, weil er aus Madrid wegen seiner abenteuerlichen Streiche flüchten 
musste, eine Zeitlang in Rom. Nach seiner Rückkehr malte er in Madrid, wo er 
seit 1788 auch unter der Leitung von Raphael Mengs kirchliche Werke schuf. 
1795 wurde er Direktor der Akademie von San Fernando und 1799 erster spanischer 
Hofmaler, und brachte in Saragossa eine unglaubliche Menge von Cartons, Genre- 
Historienoildem und Bildnissen hervor, die durch ihre Originalität, ihre Satire und 
wunderbare Phantasie fesselten, von denen die Oelbilder sich auch durch ihr Helldunkel 



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76 Goyaert» — GoezoU. 

ansseiehneten. Vermöge seiner raschen Beobachtung und Anifassung war er 
am meisten znm BUdniss hef&higt, wie das Mnsemn del Prado in Madrid mit 10 
Beispielen, darunter die Beiterbildnisse des Königs Karl lY. and seiner Gemahlin 
Marie Luise von Parma nebst dem BUdniss von deren Familie zeigt. Er besass auch 
grosse Geschicklichkeit in der Freskomalerei, ist aber hierin, wenigstens in seinen 
religiösen Darstellungen, ohne Glauben und Begeisterung. Ausserhalb Spaniens wurde 
er am bekanntesten durch seine in alten guten Abdrücken sehr seltenen Radierungen, 
in denen der eigentliche Schwerpunkt seiner Thätigkeit lag. Dahin gehören vor 
sdlen die „Caprichos^ (80 Blatt, darunter sein Selbstbildniss), die ftusserlich wie eine 
Beihe phantastischer, grottesker Caricaturen erscheinen, von denen aber ein jedes 
Blatt eine ebenso kühne wie bittere Satire auf die damaligen spanischen VerhlUtniBse, 
besonders am Hof und im Klerus, in sich birgt. Gewissermassen eine Fortsetzung 
hiervon bilden „Los Proverbios'', die unverständlichsten seiner Werke, da uns hier 
nicht wie bei den Caprichos ein handschriftlicher Schlüssel erhalten ist In das 
politisch-revolutionäre Gebiet fallen die „Desastros^, eine Folge, in der das Elend 
des Kriegs und der politischen Verkommenheit in noch viel ergreifenderer Weise als 
bei Gallot zum Ausdruck gelangt. Auch diese Blätter bergen derartige, versteckte 
Anspielungen, dass sie ihrem Urheber die Verbannung eintrugen. Leicht verständlich 
sind die 33 Blätter der „Tauromaquia^, in denen Goya, selbst ein leidenschaftlicher 
Stierkämpfer, die Geschichte dieses Sports seit Cid bis zum Jahre 1801 erzählt In 
aUen diesen Blättern verbindet Goya die Radierung mit der Aquatinta. Bios radiert 
sind eine Anzahl Bildnisse und Figuren nach Velasquez, und das bekannte Blatt, das 
einen der Inquisition Verfallenen darstellt, der mit Halseisen an einem Pfahl gefesselt, 
beim Scheiue einer Kerze langsam stirbt. Goyas künstleriche Haupteigenschaften 
bestehen wohl neben seiner Phantasie, in dem fabelhaften Sinn für Caricatur und 
der einzigen Beherrschung der Aquatintateehnik, deren grösster Meister er bis 
heute ist. — Seine Biogr. von Triarte (1867) und Lefort (1877). 

Goyaerto. Abraham, %. Govaerts. 

Goyen (Go^Jen), Jan van, hell. Landschaftsmaler und Radierer, geb. 13. Jan. 
1596 in Leiden, f 30. April 1656 im Haag, Schüler von Schilderpoort, von 
Willem Gerritz in Leiden und vonEsaias v. d. Velde in Haarlem. Bis 1631 
war er in Leiden thätig, später im Haag. Seine zahlreichen in fast allen Gkderien 
vorhandenen Bilder sind meistens den flachen Gegenden seiner Heimath entnommen, 
Flussufer, Dörfer, Weiler, Öde Sandflächen u. dgl., anfangs im bräunlichen Ton des 
V. d. Velde, später in wärmerem Ton, gewöhnlich mit reicher Figurenstaffage. Mehrere 
treflliche Bilder von ihm aus der Galerie Suermondt im Berliner Museum (Sommer und 
Winter), auch in den Museen zu Amsterdam, Dresden, München, Kassel, Darmstadt, 
im Hofinusenm zu Wien, 4 im Louvre, in den Museen zu Ronen und Marseille, auch in 
England und in der Kunsthalle zu Bremen. Er hat auch eine Folge von 5 Dorfansichten 
radiert. 

Goyers, Willem, belg. Holzschnitzer, t 1847 in Löwen, war in seiner Kunst 
Autodidakt, erlangte aber eine grosse Fertigkeit in der Holzschnitzerei, und machte 
sich 1842 sehr verdient durch fie Wiederherstellung der Skulpturen am Bathhause 
in Löwen. 

Goyet, Engine, franz. Historien- und Genremaler, geb. 1807 in Oh&lon snr 
Saöne, f 17. Mai 1857, Schüler von Gros in Paris, wo er sich zu einem tüchtigen 
realistischen Maler ausbildete. Zu seinen besten Bildern gehören : Der Tod des heil. 
Paulus des Eremiten, eine heil. Francisca und ein Christus (im Assisenhof zu Paris). 

Goyraad, Claude, franz. Kupferstecher, geb. um 1620 in Sens (Tonne), f um 
1662. Unter seinen gerühmten Blättern nennt man: 2 Blätter mit der Flucht nach 
Aegypten und der Rückkehr nach Jacques Stella, 4 Landschaften mit Ruinen nach 
eigener Composition, 8 Blätter „Vues et perspectives nouveUes^ nach Stefano della 
Bella und 20 Landschaften nach Callot. 

Gozzoli^ auch Benozzo dl Lese genannt, ital. Maler, geb. 1420 in Florenz, f 1498 
in Pisa, Lieblingsschüler von Fiesole, mit dem er nach Rom ging, wo er ihm 1445 bei 
den Malereien in der Kapelle San Lorenzo des Vatikans half ; mit ihm ging er auch 
nach Orvieto, wo er ihn bei den Malereien im Dom unterstützte. Dann trennte er sich 
von ihm und ging nach Montefalco, wo er noch ganz im Geiste Fiesoles die jetzt in der 
Galerie des Laterans in Rom befindliche Himmelfahrt der Maria malte, die dem heiL 
Thomas ihren Gürtel überreicht. Später zeigte er sich darin sehr verschieden von 
Fiesole, dass er als der erste unter den Italienern die Schönheit und Lieblichkeit der 
Brde in ihren mannichfaltigen Erscheinungen darzustellen versuchte und seinen BUdem 



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Graat -. Öra«b. 71 

landschaftlichen Hintergrimd verliehf den er aach durch Thiere mancherlei Art belebte. 
Sbenso zeigt er in der Aoffassong des wirklichen Lebens eine Fülle von lebendigen 
Motiyeny theils Scherz nnd Laone, theils würdevoUen Ernst. Um 1466 wandte er 
sich nach Florenz, wo er 1469 in der Kapelle Medici des Palastes Biccardi als eine 
seiner Haaptfresken den Zug der 3 Könige voll anmnthenden Geistes nnd frischen 
Lebens darstellte. 1463 und 64 verweilte er in S. Gimignano, wo er in der Kirche 
S. Agostino eine dreifache Reihe von 17 Legenden ans dem Leben des heil. Angnstinns 
mit einem besonders schönen Tode der Monica malte. Seit etwa 1468 lebte er in 
Pisa nnd malte hier bis 1484 sein grosses Hauptwerk an der Nord wand des Campo 
Santo in 23 Temperabildern, welche die Geschichte des Alten Testaments von Noah 
bis zur Königin von Saba vor Salomo mit köstlicher Naivetät schildern, besonders 
ergötzlich durch die sog. „Yergognosa di Pisa^. Unter seinen wenigen Tafelbüdem 
sind zu nennen : eine Madonna mit 4 Heiligen (1466) in der Pinakotiiek zn Perogia, 
eine noch an Fiesole erinnernde thronende Madonna in der Nationalgalerie zn London, 
ebendaselbst Der Raub der Helena (beide in Tempera) und im Lonvre eine grosse 
dreitheilige Verherrlichung des Thomas y. Aquino. 

Graat (Graet), Barend« hoUänd. Landschafts-, Thier- und Bambocciadenmaler, 
geb. 28. Sept. 1628 in Amsterdam, f 9. Nov. 1709, Schtiler seines Oheims JanBoth, 
unter dem er sich zu einem tüchtigen Künstler ausbildete. Von ihm im Reichsmuseum 
zu Amsterdam eine Darstellung des yerlorenen Sohnes (1661) und ein allegorisches 
Bild Saturn und 3 Frauen (1686) in akademischem Stil und im Museum yon Stockholm 
ein gutes männliches Bildniss von 1678. Er soU auch eine Radierung (2 Schafe nnd 
ein Bock) yerferügt haben. 

Grab, Hertha yon. Landschaftsmalerin, geb. 21. Juni 1846 in Prag, war hier 
Schülerin yon Haushof er und nach dessen Tode (1866) yon Jungheim in 
Düsseldorf, machte nachher grössere Studienreisen im südlichen Deutschland und 
Oesterreich, woher sie ihre besten Landschaften entlehnte. Sie lebt in Düsseldorf. 

Grabau, Chrlstiaa^ Landschafts- und Thiermaler, geb. 1810 in Bremen, f 4. Jan. 
1874 das., Schüler der Akademie in Düsseldorf unter Simmler, malte mit Vorliebe 
Landschaften mit Wasserfällen und noch mehr Thierbilder aus Süddeutschland nnd 
der Schweiz, radierte auch solche Thierstücke nach eigener Composition. 

Grabowski, Andreas, polnischer BUdnissmaler, geb. 1838 in Krakau, Schüler 
der Akademie in Wien, liess sich in Lemberg nieder. Br malte z. B. das Bildniss 
eines Edelmanns aus der Ukraine, des Geh. Bath Franz Smolka (1876), des Dr. Dietl 
Präsidenten der Stadt Krakau, des Fürsten Adam Sapieha u. A. 

Gradi, Luigi Napoleone, ital. Genremaler der Gegenwart, lebt in Mailand, 
wo er besonders in den weiblichen Figuren anmuthige Genrebilder malt, z. B. Ein 
schöner Morgen, Ein Liebes-Rendez-yous, Im Park, Ein yerlassenes Plätzchen u. A. 

Graeb, Karl Georg Anton, Architekturmaler, geb. 18. März 1816 in Berlin, 
t 8. April 1884 das., war anfangs Decorationsmaler unter dem Hoftheatermaler 
Gerst, nnd betrieb auf der Akademie die Architektur- und die Landschaftsmalerei. 
1839 machte er Studienreisen nach der Schweiz, Südfrankreich und Paris nnd yer- 
werthete in Berlin die mitgebrachten Skizzen zu Oelbildem und Aquarellen. 1843 
bereiste er Italien und Si^ien, arbeitete als Schwiegersohn yon Gerst in dessen 
Atelier und wandte sich dann zur Staffeleimalerei, worin er durch seine Bilder des 
Inneren gothischer Kirchen glänzende Erfolge erzielte. Sie zeigen eine echt künstlerische 
Behandlung, ein feines Spiel yon Licht und Schatten und eine meisterhafte Ausführung 
der Details. Die yoUendetsten derselben sind: die Grabkapelle der Grafen yon 
Mansfeld in der Kirche zu Eisleben (1860), und der Lettner im Dom zn Halberstadt 
(1860, beide in der Nat. Gal. zu Berlin), Chor der Stiftskirche St. Georg in Tübingen 
(1869), das Innere der Synagoge in Prag, Kreuzgang der Kathednde yon Arles, 
Theater yon Taormina, Fontana Medina in Neapel (Gal. Rayenö in Berlin), und yiele 
Andere. Auch als Landschaftsmaler leistete er Bedeutendes in den Wandgemälden 
yom alten Athen und yon Olympia im Neuen Museum zu Berlin. Mehrere seiner 
Oelbilder und At^uareUe kamen in den Besitz des deutschen Kaisers und in Berliner 
Priyatsammlnngen. 1861 wurde er Hofmaler, 1864 erhielt er die grosse gold. Medaille 
und neben seiner Mitgliedschaft yieler anderer Akademien wurde er 1866 Professor an 
der Berliner. 

Graeb, Paul, Architektnrmaler, geb. 4. Febr. 1842 in Berlin, f 6. Januar 
1892 das., Sohn nnd Schüler des Vorigen, machte Studienreisen in Deutschland, der 
Schweiz und Oberitalien, lieferte yiele Zeichnungen und Aquarelle für Baumeister 
und namentlich für Stülers Werk über das Schloss in Schwerin nnd für das Berliner 



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78 (^TMf — GtTHt 

, Architektonische Skizzenbach^. In seinen Architektur bildern in Oel and in Aquarell 
eiferte er seinem Vater nach, ohne dessen Feinheit in den Details zu erreichen, 
z. B. Das neue Bathhaas in Berlin (Aquarell), Vorhalle der Stiftskirche St. GFeorg 
in Tttbingen (1869, Sammlung Raczynski in Berlin), die Kirche Santa Fosca auf 
Torcello bei Venedig. 

Oraef, Gustav, Historien- und Bildnissmaler, geb. 14. Dec. 1821 in Königsberg, 
t 6. Jan. 1896 in Berlin, als Professor und Mitgied der Akademie, war 1843—46 
Schüler von Th. Hildebrandt und W. Schadow in Düsseldorf, wo er mit 
einem Bilde Der Nibelungen Noth debütirte. Dann ging er über Antwerpen, Paris 
und München nach Italien, wo er sich einen einfachen grossen Stil aneignete, 
z. B. in den Bildern Jephtba und seine Tochter und in der Zeichnung aus der 
deutschen Urgeschichte Wie der Heerschild geschlagen wird. 1862 Hess er sich in 
Berlin nieder, malte im Kuppelsaal des Neuen Museums nach Kaulbachs Entwurf 
Die Versöhnung Wittekinds mit Karl d. Gr. und im Porticus des Alten Museums 
4 Stereochromische Bilder aus dem Mythus des Hercules und Theseus. Seit dem 
Anfang der 60er Jahre wandte er sich mehr den genreartigen Darstellungen zu und 
brachte die beliebt gewordenen BUder : Auszug ostpreussischer Landwehr, Vaterlands- 
liebe im J. 1818 (Ferdinande t. Schmettau, NationaJgtderie in Berlin), Abschied des 
litauischen Landwehrmanns yon seiner Geliebten, die grosse Wärme und Innigkeit 
zeigen. In den 60er und 70er Jahren widmete er sich mehr dem Bildnias, 
besonders dem weiblichen, das zum Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens 
wurde, und ihn fast zu sehr beschäftigte. Auch in den 60er und den 70er Jahren 
machte er grosse Beisen nach München und Paris, Wien, Oberitalien, England und 
Schottland, nahm 1874 einen längeren Aufenthalt in £om, führte 1868—70 drei 
historische Bilder aus dem Leben des Selon, Phidias und Demosthenes in der Aula 
der Universität zu Königsberg und andere reizrolle Darstellungen im Tiele-Wincklerschen 
Hause aus. 1879 hatte er auf der Berliner Ausstellung £e viel yerschrieene Felicie, 
eine unbekleidet auf einem Ruhebett liegende weibliche Gestalt, und 1882 das in 
die Nat.-Gal. gekommene yiel^erühmte Bildniss des Feldmarschalls y. Boon. Zu seinen 
bekanntesten Bildern gehören ferner noch das „Märchen^ und „Die verfolgte Phantasie*, 
welche in verschiedenen Städten Deutschland zur Ausstellung gelan^n. G. besass 
die kleine goldene Medaille. 

Grftfle, Albert) Historien- und Bildnissmaler, geb. 2. Mai 1809 in Freiburg 
i. Br., t 28. Dec. 1889 in München, ging von gelehrten Studien zur Malerei über, 
besuchte die Akademie in München unter Cornelius und Schnorr und arbeitete 
1840 in Paris unter Winterhalter, von dem er im Bildniss stark beeinflusst 
wurde. Dann kehrte er nach München zurück, widn^ete sich auch der Historien- und 
Genremalerei und malte z. B. den in kalter Idealität gehaltenen Triumphzug des 
Arminius (KunsthaUe in Karlsruhe). Im Elsass, in England und in Paris malte 
er Bildnisse und kehrte 1852 nach München zurück. Unter seinen übrigen Bildern 
von geschickter Composition nennen wir: die Altarbilder in Lahr und Dnndenheim 
(Baden), Die 4 Jahreszeiten im Schloss zu Karlsruhe, Der Zug der Jungfrauen bei 
der Fronleichnamsprozession in Dachau, Die Litimen bei Beethoven (Hauptbild), 
Elfenreigen, und unter den Bildnissen die der Königin Victoria und ihrer Fiunilie, 
des damaligen deutschen Kronprinzen und der Ej-onprinzessin, der Grossherzogin und 
des Erbgrossherzogs von Baden, des Kaisers Maximilian von Mexiko und seiner 
unglücklichen Gemahlin. 1829 errang er sich die Medaille in Karlsruhe, 1846 die 
Medaille 8. Kl. in Paris. 

Grael, Johann Friedrich, Architekt, geb. 1708 in Quielitz (Reg. Bez. Liegnits), 
t 1740 in Bayreuth, begann 1730 seine Thätigkeit in Berlin, wo er viele Aufträge 
für Kirchenbauten erhielt. Von ihm der Thurm der dortigen Petrikirche (1732 — 34), 
die aber nachher einstürzte, weshalb er nach Schwedt ging, wo er ein Rathhaiis 
baute. Von ihm auch der Thurm der unbedeutenden HeiÜgengeistkirche in Potsdam 
(1732—36) und der der Sophienkirche in Berlin (1734). 

Graet, Barend, s. Graat. 

Graf) Ludwig. Bildniss- und Genremaler, geb. 30. März 1838 in Wien, f in 
Veldes (Krain) 28. Juni 1894, erlangte erst spät seine Aufnahme in die Akademie, 
wo er sich unter Buben im Genrefach glänzend entwickelte, später aber auch 
Bildnisse malte. Zu seinen besten Bildern gehören: Kleopatra am Sterbebett des 
Antonius, Der Waffensammler, Angenehme Nachricht, Ländliche Goquetterie, Gross- 
Vaters Richten, Bildniss des Kaisers Ferdinand und Andere. 1873 wurde er durch 
eine MedaiUe ausgezeichnet. 



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Graf — Graham. 79 

Graf, Urs, Goldschmied, Kupferstecher und Formschneider, geb. zwischen 1485 
und 90 in Solothom, f 1529 in Basel nach einem abenteuerlichen, zügellosen Leben. 
Er war 1507 Lehrling eines Goldschmieds in Zürich, kämpfte 1516 bei Marignano, 
wurde nachher mehrere Male verhaftet. Seine Kupferstiche und Holzschnitte sind 
meistens Sittenbilder, Landsknechte und Genreflguren von derber, sinnlicher Auffassung, 
die oft an Hans Holbein erinnern, z. B. die auf dem Alten reitende Frau^und unter 
den sehr zahlreichen Holzschnitten, (wovon mehrere auch als vorzügliche Helldunkel 
zu verzeichnen sind), 83 Blätter aus dem Leben Christi (1511), Pyramus und Thisbe, 
die Familie des Satyrs und 13 Blätter Schweizer Bannerträger. In der Kunstsammlung 
zu Basel befinden sich viele höchst originelle Handzeichnungen von ihm. — Seine Biogr. 
von Amiet (1878). 

Graff, Anton, bedeutender Bildnissmaler, geb. 18. Nov. 1736 in Winterthur, 
t 22. Juni 1813 in Dresden, Schüler von Ulrich Schellenberg in Winterthur, 
lebte als Bildnissmaler in Augsburg und wurde 1766 Hoftnaler in Dresden, wo er 
eine überreiche Thätigkeit entwickelte und fast alle bedeutende Männer seinerzeit, 
namentlich die klassischen Dichter malte. Seine Bildnisse, besonders die männlichen, 
blenden zwar nicht durch grosse künstlerische Reize, doch sind sie tüchtig gemalt 
und aller Wahrscheinlichkeit nach von grosser Aehnlichkeit. unter seinen 17 Bildnissen 
im Museum zu Dresden sind die bekanntesten Personen : König Friedrich August der 
Gerechte (1795), der Dichter Geliert, der Geschichtschreiber Job. Gottlob Böhme 
(zweimal) und 3 Selbstbildnisse, im Museum zu Leipzig 2 Bildnisse und in der 
Pinakothek zu München ein Selbstbildniss. Er radierte auch einige Bildnisse. 

Graff (Grav), Johann Andreas, Maler und Radierer, geb. 1. Mai 1637 in 
Nürnberg, f 6. Dec. 1701 das., Schüler von L. H e b e r 1 i n und in Frankfurt a. M. von dem 
Blumenmaler Jakob Marrel, war 2 Jahre in Venedig und 4 Jahre in Rom thätig, 
kehrte nach Nürnberg zurück, heirathete 1665 die Künstlerin Maria Sibylla Merian 
und stach besonders viele Architekturbilder, z. B. die Jacobskirche und die Sebaldus- 
kirche in Nürnberg, nach Marrel den Römerberg in Frankfurt a. M. und die 7 Kur- 
fürsten und ausserdem mehrere Bildnisse. 

Graff, Karl Anton, Landschaftsmaler, geb. 1774 in Dresden, f 9. März 1832, 
Sohn von Anton G., war Schüler von Zingg in Dresden, lebte 6 Jahre in Rom 
und machte dann von Dresden aus Reisen in die Schweiz und viele Gegenden 
Deutschlands, woher er seine Landschaften entlehnte. 

Graham, John, genannt Graham Gilbert, encfl. Bildnissmaler, geb. 1794 in 
Glasgow, t 5. Juni 1866 das., ging vom kaufmännischen Beruf 1818 in London zur 
Kunst über, trat in die Akademie und erhielt für sein Bild des verlorenen Sohnes 
eine goldene Mednille. Dann studirte er in Italien die Meister der venezianischen 
Schule, malte nach seiner Rückkehr in London und Edinburg viele Bildnisse, Hess 
sich in Glasgow nieder und beschickte die Ausstellungen in London mit Bildnissen, 
Genrebildern und einem Christus am Oelberg (1846). 1864 wurde er Präsident der 
schottischen Akademie und Hofmaler. 

Graham, John, engl. Historienmaler, geb. 1754 in Edinburg, f im Nov. 1817 
das., kam als Kutschenmaler nach London, wurde aber in die Akademie aufgenommen, 
und besuchte später Italien. Seit 1780 stellte er seine beifällig aufgenommenen Bilder 
aus, darunter Daniel in der Löwengrube, üna nach Sponsors Dichtung (1783), Ceres 
sucht Proserpina (1786), Die Flucht Maria Stuarts aus Lochleven Castle (1788), 
Maria Stuart am Morgen vor ihrer Hinrichtung, David unterrichtet Salomo (1797). 
1788 wurde er Lehrer an der Trustees-Academy in Edinburg, wo mehrere bedeutende 
Künstler seine Schüler wurden. 

Graham, John, engl. Maler, der um die Mitte des 18. Jahrh. lange in Holland 
lebte, Paris, London und Italien besuchte und sich im Haag niederliess, wo er 
Historienbilder malte. 

Graham, Peter, engl. Landschaftsmaler, geb. 13. März 1836 in Edinburg, zog 
1866 nach London, wo er, von der Köni^ vielfach beschäftigt, 1877 Mitglied der 
Akademie wurde. Zu seinen oft auf Effekt ausgehenden Bildern gehören: Ueber- 
schwemmung in den Hochlanden (1866), Auf dem Wege zum Yiehmarkt, Herbstschauer, 
Nebel und Sonnenschein u. s. w. 

Graham, Thpmas, schottischer Genremaler, erhielt seine künstlerische Ausbildung 
in Edinburg und in London, und beschickte die Ausstellungen mit naturwahren, etwas 
skizzenhaften Genrebildern, z. B. Kegelschiebende Mönche (1867), Des Gutsherrn 
Kirchenstuhl, Das Billetdonx (1869), Die Wanderer (1870), Das Frühstück des Philosophen 
(1878), Imogen in der Höhle (nach Shakespeares Cymbeline). 

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80 Grahl — Grandi. 

Orahl, Angosty Historien- tmd Büdnissmaler, geb. 26. Mai 1791, f 13. Juni 
1868 in Dresden, lebte eine Zeitlang in Italien and malte in England seine Bildnisse 
häuf g als Miniaturen. Von ihm die Historienbilder Christas mit den Jfingem in 
Emmaas (Tempera), and Bath begleitet Noemi, einige Genrebilder and die Büdnisse 
der Kronprinzessin von Preussen, des Bildhaaers Thorwaldsen and seines Schwieger- 
sohnes Alfred Bethel (1851). 

Oraiinberg. Karl von, Landschaftsmaler, der 1865 starb, and eine Folge von 
Ansichten des Scnlosses, der Stadt und des Thaies Yon Heidelberg seichnete, £e von 
Haldenwang (s. d.) gestochen wurden. 

Orambs. Johann Yalentiii, Bildnissmaler, geb. um 1630 in Frankfurt a. M., 
erhielt 1658 das dortige Bürgerrecht, nahm sich bei seinen sehr gerühmten Bildnissen 
▼an Dyck zum Vorbild, malte z. B. die Kaiserin Eleonore Magdalena, dritte Gemahlin 
des Kaisers Leopold I. und eine grosse Zahl angesehener Personen seiner Vaterstadt, 
war aber auch bei der malerischen Ausschmückung der neuen St. Katharinenkirche 
mit biblischen Darstellungen thätig. 

GramzoW) Karl, Bildhauer, Schüler der Akademie in Berlin und Ludw. 
Wichmanns, auch Gehilfe von Dankberg, reiste 1840 nach Italien und 1848 
nach Amerika, hatte aber nirgends den erwünschten Erfolg und gab später die 
Kunst auf. Von ihm in der Nationalgalerie zu Berlin eine Statue: Der Genius des 
Friedens (1848). 

Gran, Daniel, Monumentalmaler, geb. 1694 in Wien, f 14. April 1757 in 
St. Polten, bildete sich in seiner Vaterstadt unter Pancraz Ferg, in Neapel unter 
Solimena und malte nach seiner Bflckkehr in vielen österreichischen Schlössern, 
Kirchen und Klöstern grosse Deckenfiresken meistens allegorischen Inhalts, ganz im 
Barockstil, aber von geschickter Technik ; die yorzüglichsten darunter sind die Klippel- 
maiereien in der Hofbibliothek zu Wien, im Lustschloss zu Hetzendorf, im Palais 
Schwarzenberg, im Landhaus zu Brunn u. A. Unter seinen nicht zahlreichen Oelbildem 
sind hervorzuheben : eine heil. Elisabeth in der Karlskirche zu Wien, im Hofinuseam 
eine heil. Familie und Altarbilder im Dom zu St. Polten. 

Granacdy Francesco, ital. Maler, geb. 23. Juli 1477 in Florenz, f 30. Nov. 
1543 das., Schüler und Gehilfe des Dom. Ghirlandajo, nach dessen Tode er 
mdirere von dessen unfertig hinterlassenen Bildern nicht mehr in Tempera, sondern 
in Oel vollendete ; nachher bildete er sich unter dem Einfluss von Michelangelo und 
Baffael aus. Seine Bilder, meistens in Florenz, auch in Rom entstanden, sind anmuthig 
im Coiorit, aber ohne die Würde und Lebensfrische seines Lehrers Ghirlandajo. 
Hauptwerke von ihm sind : Die Dreieinigkeit und melurere andere Bilder im Museum 
zu Berlin, die 4 Bilder der Heiligen Magdalena, Apollonia, Hieronymus und 
Johannes d. T., sowie eine heil. Jungfrau mit dem von ihr angebeteten Kinde in der 
Pinakothek zu München, die Madonna die dem heil. Thomas den Gürtel reicht in 
den üffizien und eine Himmelfahrt der Maria in der Akademie zu Florenz. 

Graaara, Raffaele. ital. Kupferstecher, lebte in Turin während des ersten 
Drittels des 19. Jahrb., bildete sich nach Baf f aello Mo r ghen. Er stach die Madonna 
della Sedia nach Baffael, Madonna mit dem Kinde vor Bäumen sitzend nach Gambiasi, 
Joseph das Kind liebkosend nadi Procaccini, Brustbild eines Gelehrten nach G. Don, 
Der Selbstmord der Cleopatra nach Sementi. 

Graadflls, Laurent S^verln, franz. Bildhauer, geb. 24. Nov. 1810, f 9. Juli 
1865, Schüler von Bamey d. J. und von Dantan, machte sich auf den französischen 
Ausstellungen durch mehrere Bildwerke bekannt, zuletzt noch 1863 durch eine 
Abniüime Christi vom Kreuz. 

Grandi, Ereole de* Robert! d. Ae», ital. Maler, geb. um die Mitte des 15. Jahrh. 
in Ferrara, f 1513 das., bildete sich unter dem Einfluss des M ante gna, dessen Stil 
er nach Ferrara verpflanzte. Von ihm im Museum zu Dresden der Zug nach Golgatha 
und die Gefangennehmnng Christi, 2 SeitenbUder, deren Mittelbild eine Pietdi in der 
Boyal Institution in Liverpool ist. Es sind Bilder von lebensvoller Charakteristik, 
sauberer Zeichnung und kräftiger Farbe, aber von hageren, trockenen Formen. Wahr- 
scheinlich von ihm auch der Mannaregen in der Sammlung des Lord Dudley in 
London und der Evangelist Johannes im Besitz des Giov. Morelli in Mailand. 

Grandi, Ereole dl Glnlio d. J«, f 1531 in Ferrara, wo er im Dienst des 
Herzogs stand, war offenbar Schüler des Lorenzo Costa. Von ihm das Martyrium 
des heil. Sebastian in S. Paolo zu Ferrara, ein heil. Georg in der Galerie Corsini in 
Bom, in der Nationalgalerie zu London die Bekehrung des Paulus (Hauptbild) und 
eine Madonna mit dem Kinde und Heiligen. 



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Grandi — örant 81 

Orandi, FranceseO) ital. Historienmaler, geb. 21. April 1831 in Born, SchtUer 
der Akademie TOn San Laca anter dem Maler Yennti, malte vorzugsweise religiöse 
Bilder, z. B. Paulas predigt vor dem Volk, das Hartyriam des heil. Laurentias, seine 
Beisetzung in den Katakomben, Der heil. Lanrentias ftthrt die Ungarn gegen die 
Türken, auch der Triumph Cftsars in Fano. 

Orudl, Oinseppe, ital. Bildhauer, geb. 1843 in Valganna, f 30. Nov. 1894 
nahe Varese, lernte als armer Knabe in einer Terracotta-Fabrik. Schon sein erstes 
Werk ein boffenspaanender Odysseus (Brera in MaUand) erregte Aufsehen. In Mailand, 
Ck>mo, etc. bennden sich zahlreiche Bttsten und Denkmftler bertlhmter M&nner (Beethoven, 
Volta, Ney) von ihm. Er hat das von der Stadt Mailand bei ihm bestellte figuren- 
reiche Denkmal zur Erinnerung an die fünftägige Mailftnder Revolution 1848 
vollendet hinterlassen, starb jedoch kurz nach der BnthttUung, welche am 18. März 
1895 erfolgen soll. 

Gran^ean, Jean, Landschaftsmaler und Radierer, geb. 1768 in Amsterdam, 
t 1781 in Rom, Schüler von J. Verstegen, Juriaan Andriessen und der 
Akademie seiner Vaterstadt, bildete sich nachher in Italien weiter aus und malte 
Landschaften und Bildnisse. Man kennt von ihm 2 radierte Blätter : Bin Bacchanal 
(1778) und Mercur und Argus. 

Graadsire, Eugene, franz. Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. in Orleans, 
Schttler von Jules No^l und Jules Duprö in Paris, malte Landschaften und 
Städtebüder von correcter Zeichnung, z. B. Der Quai d'Orsay in Paris, Aus dem 
Döp. Finistöre der Hafen von Pont Aven, Mflhle von Simoneau und Weg zur Quelle 
von St Guinolö, auch eine Ansicht von Gratain in den Yogesen. Seit 1874 ist er 
Ritter der Ehrenlegion. 

Oraadville, Jean Ignace Isidore^ eigentlich G^rard, Zeichnerund Garicaturist, 

Seb. 15. Sept. 1803 in Nancy, f 17. März 1847 in Paris, machte sich zuerst bekannt 
urch die noch unbedeutenden „Quatre saisons de la vie humaine^ (1327), bald nach- 
her folgten die höchst originellen „Mötamorphoses du jour^, die grosses Aufsehen 
machten, sodann die satirischen „Seines de la vie privöe et publique des animaux'^, 
die „Animaux parlants'' (1840—43, neue Ausgabe 1852), in denen Menschen mit 
Thierköpfen die socialen und politischen Zustände der Zeit darstellen. Nach der 
Julirevolution brachte er mit Decamps und Daumier Bilder für das Journal „la 
Caricature^, worin er ein feines Yerständniss ftlr die Thiermalerei im Vergleich mit 
menschlichen Sitten und Charakteren bewies. Später wandte er sich zur Satire des täg- 
lichen Lebens und beschränkte sich auf einfache lUustrationen der Gedichte B^rangers, 
der Reisen Gullivers, der Fabeln Lafontaines, Victor Hugos Leben Napoleons u. A. 
Graaet, Fran^ois Marina, franz. Architekturmaler, geb. 17. Dec. 1775 zu 
Aix in der Provence, f 21. Nov. 1849 das., Schttler des Landschaftsmalers Constantin 
und des Historienmalers Jacques Louis David, ergriff sein eigentliches Fach 
erst, als er 1802 nach Rom ging, wo die Ruinen und die altchristlichen Kirchen ihn 
so fesselten, dass er erst 1819 zurttckkehrte und später abwechselnd in Rom und in 
Paris lebte. 1819 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion, später den Michaels-Orden. 
Unter Louis Philippe war er Oonservator der historischen Galerien in Versailles und legte 
dieses Amt nach der Revolution von 1848 nieder. Er war Mitglied des Institut de France 
und seit 1827 Mitglied der Akademie in BerUn. 1833 wurde er Offizier der Ehren- 
legion. Seine Bilder von meisterhaftem Helldunkel verbinden mit dem Inneren von 
Monumentalbauten zugleich die Darstellung einer geschichtlichen oder novellistischen 
Begebenheit. Hervorzuheben sind : Der Maler Jacques Stella zeichnet an der Wand seines 
Gheflingnisses in Rom eine Madonna ^e seine Mitgefangenen andächtig verehren 
(1810, Gal. Leuchtenberg in St. Petersburg), im Louvre 5 Bilder, darunter Der Maler 
Sodoma ins Hospital gebracht. Das Innere der Unterkirche von Assisi und Loskauf 
der Christen in einem Gtofängniss zu Algier; femer Messe im Chor der Kapuziner- 
kirche auf dem Platz Barberini in Rom (1819, oft wiederholtes Hauptbild), Savonarola 
in seiner Zelle (1830, Neue Pinakothek in Mttnchen), Marktplatz in Konstantinopel, 
Der sterbende Poussin in seinem Atelier (1834). In den letzten Jahren seines Lebens 
versuchte er sich auch in der Landschi^. 

Granger, Jean Perin, franz. Historienmaler, geb. 1779 in Paris, f 1841, Schüler 
von David, malte Scenen aus der Mythologie, aus der griechischen und römischen 
Geschichte und kirchliche Bilder. Von ihm eine Anbetung der Könige in N. Dame 
de Lorette in Paris, Apollo und Cyparissus im Museum zu Leipzig. 

Graut, Sir Francis, engl. Bildnissmaler, geb. 1803 in Kilgaston (Pertshire), 
t 5. Oct. 1878 in London, der Bildnissmaler der eleganten Welt, der in der Weise 



Allg«iiMiaM Kanttlef^LeziooB b. Avil. S. Band. 6 

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g2 Graut — Grasset 

Winterhalten seine Personen in idealisirter Haitang nnd Kleidung mit viel Geschmack 
aber ohne grosse Tiefe der Charakteristilc darstellte. Häafig gab er in diesen Bild- 
nissen eine Umgebung yon Pferden and Jagdhonden, so dass Jagdbüder daraus ent- 
standen, die seine HauptstäriLe aasmachten. Solche Bilder sind : Bildniss der Königin 
Victoria zu Pferde mit Lord Melbourne^ Bendezvous zur flirschjagd bei Ascot, Bildnisse 
der Miss Grant, des Lord Herbert, Yon Lord Ciyde, Graf Derby, Palmerston, Bosseli, 
Macaolay, Yiscount Hardinge und viele Andere. Seit 1866 war er Prftsident der 
Akademie in London. 

Grant, William James, engl. Zeichner und Maler, geb. 1829 in Hackney (London), 
t 2. Jnni 1866 das., wurde 1844 Schttler der Akademie, stellte 1847 sein erstes Bild 
Knaben mit Kaninchen aus, dann folgten 1848 Der schwarze Prinz nach der Schlacht 
bei Poitiers, Die Anklage des Haman (1851), Simson und Delila (1852), Eugene 
Beauharnais mit dem Degen seines Vaters, Der Morgen vor dem Duell, Die ersten 
Schritte im Leben u. A. 

Graathomme, Jacques, franz. Kupferstecher des 16. und 17. Jahrb., geb. wahr- 
scheinlich in Lyon, Schüler von Th. de Bry, wurde als Hugenott ans Frankreich 
vertrieben und arbeitete in Frankfurt a. M. und in Heidelberg äs Nachahmer Sadelers. 
Unter seinen zahlreichen Stichen werden genannt: 4 Blätter mit der Parabel vom 
verlorenen Sohn nach M. de Vos, 4 Blätter mit der G^chichte der Venus und des 
Adonis, Die Vermählung des Königs Heinrich IV. mit Maria v. Medids, die Bildnisse 
der Königin Anna von England, des Beformators Beza,des Calvin, von Martin Luther, 
Melanchthon, der Königin Elisabeth von Frankreich und viele Andere. 

Gras, Abraham, Bildhauer aus Schlesien, f 1630 in Nürnberg, besonders 
geschickt in figürlichen und ornamentalen Beliefs, nur bekannt durch die 12 mytho- 
logischen Stttckdarstellungen an der Dec)ce des unteren Ganges im Bathhause zu 
Nürnberg aus dem Jahre 1619. 

Grasdorp, Willem, hoUänd. Blumen- und Früchtemaler, lebte um 1700 in 
Amsterdam. Von ihm im Museum zu Braunschweig ein wohlgelungenes Frachtstück. 

Grashof. Otto, Maler, geb. 18^2 in Prenzlau, f 23. April 1876 in Köln, besuchte 
1826—38 die Akademie in Düsseldorf unter Schadow, lebte einige Jahre in Mexico 
und in den La Plata-Staaten und liess sich 1845 in Köln nieder, wo er 1861 erblindete. 
Er malte Historien-, Genre-, Thierbilder und Bildnisse. Die bedeutendsten derselben 
sind: Rechas Rettung durch den Tempelherrn (nach Lessings |,Nathan^), Die Ueber- 
gäbe des Schwertes (1836, nach dem Gedicht des Griten von Stolberg), Russische 
Bärenhetze im Walde bei Wladimir, Der heil. Wassily vor der Ikonostasis üi Nowgorod, 
Die Schlacht bei Schumla (1841), Christus und die Samariterin am Brunnen (1846), 
Odaliske, Till Eulenspiegel, ein Bildniss Franz Liszts. 

Grass (Gras), Kas|Mur, Bildhauer, geb. 1590 in Mergentheim (Württemberg), 
dem damaligen Sitz des Deutschmeisters, mit dem er als Hofbossirer nach Luisbruck 
ging und mehrere mythologische und allegorische BUdwerke verfertigte, auch das 
mehjT pracht- als geschmackvolle Grabdenkmal des Deutschordensmeisters Erzherzog 
Maximilian in der Pfarrkirche zu Innsbruck und andere plastische Werke in der 
Ambraser Sammlung in Wien. 

Grass, Peter, Glasmaler, geb. 1813 in Köln, f 18. Dec. 1882 in Bonn, der 
erste praktische Meister der decorativen Glasmalerei. Aus seiner Werkstatt gingen 
hervor Glasgemälde in der St. Cunibertskirche zu Köln, in der Apollinariskirche zu 
Remagen, in der Burg Stolzenfels am Rhein und in der Kirche zu Worringen (Bleg.- 
Bez. Köln). 

Grass, Philipp, Bildhauer, geb. 1801 in Wolxheim bei Strassburg, t 12. April 
1876 in Strassburg, Schüler von Ohm acht und von Bosio, machte sich bekannt 
durch einige mythologische Bildwerke, eine aus dem Bade steigende reizende Susaana, 
eine Statoe des Generals Kleber in Strassburg und namentlich seit 1837 durch seine 
plastischen Arbeiten am südlichen Seitenportal (Ervrin v. Steinbach und dessen apo- 
kryphische TochterSabine), an der Wes^ront (Das Jüngste Gericht) und unter der 
Koppel des Gehäuses der Uhr des Strassburger Münsters. Für die Kirche St. Severin 
in Paris schuf er 1842 eine Statue der heU. Jungfrau. 

Grasset, Eag^ae, einer der hervorragendsten Meister des heutigen Frankreichs, 
ist Decorationskünstler, geb. 1830 in Lausanne, naturaUsirter Franzose, zeichnete 
schon als Kind den ganzen Tag lang; der Vater liess aus praktischen Rücksichten, 
ihn lieber Architektur als Malerei studiren. Reiste später mit einem Bildhauer nach 
Egypten, gerieth da in Noth, die durch den Ankauf mehrerer Zeichnungen seitens des 
Marquis de Bassano gehoben wurde, so dass er nach Frankreich zurückkehren konnte. 



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Grasset — Grassmayr. g3 

Im Laufe der Zeit wurde es ihm klar, dass sein Talent ihn anf das Gebiet der 
deooratiyen Kunst hinwies, nnd hat er sich hier mit ^össtem Erfolg betiiätigt. 
Zonächst schuf er Vorlagen für Textilarbeiten und Tapeten, denen man in Buropa 
nur die ähnlichen Arbeiten der Engländer gegenflberstellen kann. Dem Buchdruck 
diente er durch Entwerfen von kflnstlerischen Typen und Initialen. Fttr Möbel und 
Schmiedeeisen führte er neue Formen und Motive ein, und versuchte in einem Worte 
jedem Stflck des uns täglich umgebenden Hausraths neue künstlerische Beize zu 
verleihen. 1881 trat er zuerst als Illustrator auf und stand mit einem Sprung durch 
seine in Farbenlithographie erschienene Ausgabe der „Quatre fils Aymon" in der 
ersten Beihe. Es folgten Illustrationen zu „Le petit Nab^ „Jean des Figues*^ (von 
P. Arine) etc. Am bekanntesten ist G. durch seine Glasmalereien und Plakate 
geworden. Zu ersteren gehört das Glasfenster mit der Joanne d'Arc ; im Wettbewerb 
um das Fenster fttr den Dom zu Orleans entstanden eine Folge von 6 Glasgemälden 
mit Heiligen fttr die Kirche zu St. Ld (Normandie), Fenster in der Kirche St. Pierre 
de Chaillot, Paris etc. Unter den Plakaten, alle in Farbensteindruck ausgeführt und zum 
Theil recht umfangreich sind die für das Jacobsensche Bier, die Tinte der Firma Marquet, 
Le Chocolat Mexicain, Joanne d'Arc (Schauspiel im Port St. Martin Theatre), DieWalkttre, 
La librairie romantique, u.s.w. Hierher gehören noch viele Entwürfe fllr gepresste, 
Bttchereinbände, Brochttrenumschläge, Yorsatzpapiere und dergleichen. Endlich hat 
sich G. an einigen exclusiven Ausstellungen mit Landschaftobildem, in Oel nnd 
Aquarell, betheUigt, Pariser Ansichten, Blicke in den Pyrenäen, Sonnenuntergang, 
phantastische Schlösser aus Tausend und eine Nacht. Seine Phantasie von dem fein- 
fühligsten decoraüven Sinn geregelt, wirft sich mit Vorliebe auf mittelalterliche 
DarsteUungen und in den „Quatre fils Aymon^ besonders bewies er auch überraschende 
archaeologische Kenntniss dieser Periode. 

GrmMet, Bdmond, franz. Bildhauer, geb. 20. Juni 1862 in Preuilly (Indre et 
Loire), f schon im Mai 1880 in Bom als Pensionär der dortigen französischen 
Akademie, war Schüler von Dumont, trug den grossen römischen Preis davon und 
berechtigte zu grossen Hoffiiungen. 

Grasai, Anton, Bildhauer, geb. 1755 in Wien, f 81. Dec. 1807 das., Schüler 
der dortigen Akademie unter Messerschmidt und Baier, schuf einige der 
Statuen im Hofgarten zu Schönbmnn, die Büsten des Kaiser Franz, Canovas, Haydns. 
Sodann brachte er als deren Vorsteher die kaiserliche Porzellanmanufaktur zu hoher 
Blüthe, schuf in Italien 1792 eine Gruppe der Niobe und mehrere Bildnissbüsten und 
wurde 1794 Professor an der Akademie in Wien. 

Grusl. Giovanni de, ital. Bildhauer und Architekt des 14. Jahrb., f 5. Juli 
1898 in Mailand, schuf 1395 über der Sakristeithür des dortigen Doms die prächtige 
Skulpturbekleidung des Spitzbogenfeldes nach dem Entwurf des Hans v. Fernbach 
aus Freiburg; von ihm oder seinem Bruder Perrino G. auch in der Sakristei das 
Lavabo mit dem Belief der Samariterin am Brunnen. 

GraMi, Giovanni Battista« ital. Maler des 16. Jahrb., geb. in üdine, f nach 
1578, malte, anfangs von Poraenone, später von Michelangelo beeinflusst, 
1550 für die Kirche S. Cristoforo in Udine ein Altarbild, im Mittelsaal des dortigen 
Kastells (übermalte) Fresken der Erstürmung von Aquileja (1569) u. A., mehrere 
Bilder an der Orgel des dortigen Doms, ebenso an der Orgel des Doms zu 
Gemona 4 köstliche Bilder aus dem Leben der Maria (1677) in der Weise des 
Michelangelo. 

Grassi, Joseph, Historien- und Bildnissmaler, geb. 22. April 1757 in Wien, 
t 7. Jan. 1838 in Dresden, Bruder des Anton G., Schfier der Akademie seiner Vater- 
stadt, war 1799—1816 Professor an der Akademie in Dresden, 1816—21 Studiendirektor 
der sächsischen Pensionäre in Bom und lebte dann wieder in Dresden. Er malte das 
Bildniss des Königs Friedrich Wilhelm EH., der Königin Luise (beide im Schloss zu 
Berlin), des Herzogs August von Coburg-Gotha in Altenburg, des Barons Thümmel, 
des Ministers v. Lindenau (Museum in Gotha, dem er mehrere seiner Bilder vermachte), 
ein Selbstbildniss, ein Bildniss seines Bruders Anton, ein BUd des heil. Petrus der 
dem Papst Pins VII. die Schlüssel der Kirche überreicht, im Museum zu Dresden 
Johannes d. T. und der Apostel Petrus. 

Grassnayr, Joh. Geo. Daniel, Maler, geb. zu Brixen 1690, t zu Wiltau 
(Tirol) 1751, lernte bei Alber ti in Cavalese,Carlo Lo tti in Venedig und T re vis ani 
in Rom, arbeitete dann in Lothringen, Mannheim und Donaueschii^n, und von 1724 
an in Wiltau. Er malte zahlreiche Altarblätter von richtiger Zeichnung, aber 
rothlichem Colorit für Tiroler Kirchen; auch Landschaften von guter Perspektive. 



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g4 Orateloup — Grebber. 

0r»telonp, Jeaa Baptiste de, franz. Kupferstecber, geb. 25. Febr. 1735 in 
Dax (D6p. Landes), f 18. Febr. 1817 das., war in seiner Kunst eigentlicb Dilettant, 
der im Geschmack von Ficquet und Savart besonders kleine Bil^sse mit grosser 
Feinheit stach. Solche Blfttter sind nach Bigand die Bildnisse des Kanxelredners 
Bossnet und des Grafen Melchior de Polignac, nach Fr. Hals das des Descartes, nach 
Coypel die Schauspielerin Adrienne Lecoavrenr, nach Dassier der Philosoph Montesquieu, 
nach Ayed der Schriftsteller J. J. Bonssean. 

Grats, Marie, Bildnissmalerin, geb. 1839 in Karlsrahe, Schttlerin von Bergmann 
daselbst und später von Karl Friedr. Schick nnd von Canon. Unter ihren 
woblgelongenen Bildnissen sind sn nennen die des Fürsten nnd der Fürstin von 
Lippe-Detmold, der Fttrstin yon Hohenlohe-Langenborg, des Fürsten ^^^ttgenstein, 
der Erbprinzessin Benss, der Prinzessin Biron von Kurland. 

Grati, Rudolf, Bildnissmaler, geb. 1. Nov. 1820 zu Königsberg L Pr., war 
1848—60 Schüler von Rosenfelder auf der dortigen Akademie, begab sich später 
nach Dresden, und folgte 1869 einem Buf nach Breslau, wo er 1881 das Unglück 
hatte zu erblinden ; nach einer glücklichen Operation konnte er seit 1889 in Leipzig 
seine Thätigkeit als BUdnissmaler wiederum fortsetzen. 

Gran, Albert, Architekt, geb. 24. April 1837 in Kassel, war Schüler von Statz 
in Köln, von 1856—58 yon Ungewitter in Kassel, war Omamenüst an derVotiv- 
kirche in Wien, arbeitete 1861—64 unter Ferstel in Wien, später unter Boes willwald 
in Paris und unter Oppler in Hannover, war Baufühi'er der Synagoge in Breslau 
und baute das Fränkelsche Stiftungshaus daselbst. 

GrauM, Gerardus Hendrik, holländ. Architekt der 1. Hälfte des 19. Jahrb., 
geb. in Middelburg, wo er 1828 Lehrer an der Akademie und 1839 Stadtbaumeister 
wurde und dort das Badehaus (1837) und den Conzertsaal baute. 

Grare, Jan Bvert, holländ. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1759 in Amsterdam, 
t 1805 das., Schüler von Jakob Oats und Jan Punt, stach nach eigenen Compo- 
sitionen einige holländische Landschaften, auch in Aquatinta. 

Grave, Josna de, holländ. Maler, geb. im Haag, wo er 1672—99 ansässig war. 
Von ihm im Museum zu Kassel 2 holländische Landschaften aus dem Jahre 1683. 

Gravelot, Hubert Fran^ols Bonrgnlgnon, franz. Zeichner, geb. 26. März 1699 
in Paris, f 20. April 1773 das., Schüler von Best out und Boucher, machte sich 
durch Zeichnungen für Bgouterien und Sachen der Goldschmiede bekannt, sowie durch 
Illustrationen für die Werke von Racine, Marmontel, Voltaire und Boccaccios Decameron. 

Graves, Robert, engl. Kupferstecher, geb. 7. Nov. 1798 in London, f 28. Febr. 
1873 das., wurde 1812 Schüler von Bomney und bildete sich zu einem Stecher in 
Linienmanier aus. Anfangs stach er nur Illustrationen für Walter Scotts Waverley- 
novellen, dann aber auch bedeutende Blätter, zu denen gehören: Die Familie Walter 
Scotts nach D. Wilkie (1837), ein schottischer Jäger auf einem Hirsch umgeben von 
Landleuten nach Landseer, drei Bilder nach Murillo, Shakespeare im Verhör wegen 
Wilddieberei nach Harvey, Die fiisbahn nach Webster, Die Kinder Georgs III. nach 
Copley, Die Schwestern nach Eastlake, 2 humoristische Blätter nach Laue, Der blaue 
Knabe und andere Bildnisse nach Gainsborough u. s. w. 1836 wurde er Genosse der 
Londoner Akademie. 

Gray, Paul, engl. Holzschneider, geb. 17. Mai 1842 in Dublin, f schon 14. Nov. 
1866 an der Schwindsucht, kam 1864 nach London, wo er sich durch Zeichnungen 
nnd Illustrationen zu Charles Kingsleys Boman „Hereward'' und zu der Zeitschrift 
„Fun^ bekannt machte. 

GrasianJ, Ercole, ital. Maler, geb. 1688 in Bologna, f 1765, Schüler und 
glücklidier Nachahmer von Donato Oreti. Unter seinen lobenswerthen Bildern 
werden genannt: St. Petrus weiht St. Apollinaris (1728, in S. Pietro zu Bologna) 
und Der Abschied der Apostelfttrsten in S. Pietro zu Piacenza. 

Grebber, Franz Pieterszoon de, holländ. Bildniss- und Historienmaler, geb. 1570 
in Haarlem, f 1649 das., Schüler des Gern, de Haarlem. Von ihm im Museum 
seiner Vaterstadt 4 Schützenmahlzeiten. 

Grebber, Pleter de, Bildnissmaler und Badierer, geb. zwischen 1590 und 1600 
in Haarlem, f nach 1655, Sohn nnd Schüler des Vorigen und Schüler vonGoltzins. 
Von ihm im Museum seiner Vaterstadt mehrere Bilder, unter denen das bedeutendste 
ist: Der Kaiser Barbarossa und der Patriarch von Jerusalem verleihen der Stadt 
Haarlem ihre Wappen (1630), ganz an Bubens Weise erinnernd, auch Hippocrates 
weist die Geschenke des Artaxerxes zurück. Die Sühne Jakobs bringen ihrem Vater 
den bluttriefenden Bock Josephs (1641) u.A. Im Museum zu Dresden Die Findung 



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Grebe — Greenoogh g5 

des MoBes (1634), ein weibliches und 2 männliche Bildnisse; andere Bilder in der 
Pinakothek zu Tarin, in Schieissheim nnd Wand- nnd Deckenbiider von 1648 nnd 50 
im Hans Im Bnsch beim Haag. Er radierte einige jetzt selten gewordene Blätter, 
z. B. Susanne im Bade, Christas and die Samariterin, Johannes d. T., Die heil. 
Mafi:dalena (zweimal). Der heil. Hieronymns, Der reaige Petras, Cornelias Amoldi 
nach Bnbens. 

Grebe, Fritz, Landschaftsmaler, geb. 11. Oct. 1860 in Heisebeck bei Carlshafen, 
war 1872—77 Schiller der Akademie in Kassel anter B r o m e i s, Hess sich in Düsseldorf 
nieder ond zog 1889 nach Berlin. Unter seinen Landschaften sind za nennen: Am 
Bache, Am Teiche, Abendlandschaft, Ln Sogneijord, Im Baftsand (Badolfinam in 
Prag) and andere aas der Kttstengegend yon Norwegen. 

Grecohi, Marc Antonio, ital. Maler and Knpferstecher, geb. in Siena, thätig 
von 1690—1634. Von ihm die 2 radierten Blätter: eine Krenzabnahme nnd ein heil. 
Ansano, sowie das Gemälde einer heil. Familie in einer Kirche za Foligno. 

Greeo, 11, s. Theotooopoli, Domenico. 

Greef, Jan de, holländischer Banmeister, geb. 1743 in Dordrecht, f 1836 in 
Amsterdam, Schüler von Martinas Schoaman unl von Jacobns van Dalen, 
bildete sich in Paris and in Italien weiter aas, warde Inspektor der Admiralitäts- 
gebäade in Botterdam, vollendete den Baa des Lastschlosses in Soestdyck and des 
Schlosses im Haag and leitete den Baa der Residenz des Erbprinzen. Später warde 
er Professor an der Genie- and Artillerieschale in Delft. 

Green, Benjamin, engl. Knpferstecher in Schwarzkanst, geb. am 1786 in 
Haies Owen (Shropshire), f 1800 in London, wahrscheinlich älterer Brnder des Valentine G., 
warde Zeichenlehrer am Christs Hospital. Seine Hanptblätter sind : nach Stnbbs PhaSthon 
in seinem Sonnenwagen, Der Löwe and der Hirsch, Das Pferd nnd die Löwin (1774), 
Die Znchtstaten, Der Jagdhand des Lord Clermont ; nach eigener Brflndang 24 Blätter 
von Thieren nnd Landschaften. 1766 warde er Mitglied der Kttnstlergesellschaft. 

Green, Benjamin B«, engl. Aqnarellmaler, geb. 1808, f 6. Oct. 1876, malte 
meistens Architektnrbilder, war viele Jahre Mitglied der Gesellschaft der Aquarell- 
maler, deren Ansstellangen er za beschicken pflegte. 

Green, Charles, engL Genremaler der Gegenwart, lebt in London, wo er Mit- 
glied des Institats der Aqaarellisten ist and treffliche Bilder von geschmackvoller 
Aoflftthrang, feinem Colorit voll Charakter and Hamor malt. Solche sind z. B. Der 
Obrkos aaf dem Lande, Das Derbyrennen, Träamerei, Der anterthänige Diener, Das 
letzte Glas nnd viele Andere. 

Green, Townelejr, engL Genremaler der Gegenwart in London, malte vorzngs- 
weise in Aqaarell Genrebilder von vielem Geist ond Hamor, z. B. Die Goavemante, 
Ein Vogelnest, Die kleinen Fischer, Der Schwan n. A. 

Green, YalentlBe, einer der besten englischen Stecher in Mezzotinto, geb. 
3. Oct. 1739 . in Haies Owen (Shropshire), nach anderen ond vieUeicht za- 
verlässigeren An^ben in Salford, nahe Evesham, f 6. Jnli 1813 in London, wandte 
sich von der Bechtswissenschaft znr Kapferstecherkanst in Mezzotinto, die er 1765, 
nachdem er bei B. Hancock gelernt hatte, in London betrieb. Za grossem 
Bof gelangte er znnächst darch seine Blätter nach Benjamin West Bückkehr 
des i^galas nach Carthago, and Hannibal schwört den Bömem Feindschaft, denen 
nachher ebenfalls nach West folgten: Die Geschichte von Belsazars Mahl, Elisa 
ond der Sohn der Snnamitin, Christas segnet die Kinder, Die Aaferweckang des 
Lazarns, Die Steinignng des Stephanas, Der Tod des Epaminondas, Der Tod des 
Bayard, Alexander nnd sein Arzt Philippas, Agrippina bei der Asche des Germanicas 
ond mehrere Bildnisse nach West, ferner nach Bnbens Simson von Delila verrathen 
nnd anf 8 Blättern Die Krenzabnahme nach Bnbens in der Kathedrale von Antwerpen ; 
viele Andere nach Baroccio, A. v. d. Werff, Lnca Giordano, Wilson, Lod. Carracci, 
Jan Steen, Bildnisse nach van Dyck ond Beynolds. 1767 warde er Mitglied der 
Kflnstlergesellschaft, 1776 Genosse derselben and Hofkapferstecher Georgs m., 1805 
Conservator des Brit. Instituts. 

Greenlüll, John, engl. Bildmssmaler, geb. 1649 in Salisbnry, f schon 19. Mai 
1676 in Folge seines zügellosen Lebens, einer der besten Schüler and Nachahmer Peter 
Lelys. Sein Selbstbildmss befindet sich in der Dnlwich Galerie, ein Bildniss des 
Bischofs Seth Ward im Bathhaas za Salisbary. Er radierte das Bildniss seines Brnders. 

Greenongli, Horatlo, amerikan. Bildhaner, geb. 6. Sept. 1805 in Boston, 
t 18. Dec. 1862 in SomerviUe (Massachusetts), war Schüler des damals in Boston 
lebenden französischen Bildhaaers Bissen and in Italien Schüler von Thorwaldsen 



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gg Oreenongh — GregoBB. 

and Tenerani. Eines seiner Hauptwerke ist die in Rom von ihm fttr das Kapitol 
der Vereinigten Staaten verfertigte colossale Reiterstatae Washingtons zn deren 
Aafstellong er 1861 nach Amerika zurückkehrte. Daselhst mehrere andere Gelossal- 
gmppen nnd an idealen Bildwerken Hedora, der Engel Abdiel, Venös im Kampf tun 
den Preis der Schönheit nnd mehrere Arbeiten Ton grosser Reinheit nnd Zartheit 
der Formen, sowie trefflicher Originalität. — Seine Biogr. von Tnckermann (1863). 

Greenongh, Richard, ital.-amerikan. Bildhauer, geb. 27. April 1819 in Boston, 
Bmder des Vorigen, der 1840 sein Lehrer wnrde. Nach seiner Rflckkehr schuf er 
für seine Vaterstadt die Statne Benjamin Franklins, eine meisterhafte Victoria, einen 
Hirten im Kampf mit einem Adler, eine sehr beifällig ani^nommene Circe, eine 
Statue des Schmerzes und andere allegorische nnd ideale Bildwerke. 

Greenwood) Johii) amerikan. Maler und Kupferstecher, geb. 1729 in Boston, 
t 16. Sept. 1792 in London, bildete sich als Autodidakt, lebte einige Jahre in 
Surinam, wo er malte nnd naturwissenschaftliche Sammlungen anlegte. Dann ging 
er nach Holland und nach England, wo er den Mezzotintostich betrieb, seine Arbeiten 
von 1763—73 ausstellte, diwn aber die Kunst aufgab und Kunsthändler wnrde. 
Unter seinen Stichen sind zu nennen: Christus und Nicodemus nach Rembrandt, Die 
glttckliche Familie nach J. van Herp, und mehrere Blätter nach Tenien, Metra 
und Verkolje. 

Grefe, Konrad, Landschaftsmaler, geb. 7. Sept. 1823 in Wien, trat 1837 in 
die dortige Akademie, wurde zwar von Mössmer und Gsellh^tfer unterrichtet, 
bildete sich aber mehr durch das Studium der Natur und eignete sich eine gewandte 
Technik an. 1844—46 malte er deutsche Waldlandschaften, widmete sich dann aber 
mehr der Radierung, nnd brachte in Radierungen Landschaften nnd Natorstndien. 
Seit 1866 malte er auch in Aquarell mittelalterliche Kirchen des österreichischen 
Kaiserstaates. 

Gregorl, Carlo, ital. Zeichner nnd Kupferstecher, geb. 1719 in Florenz, 1 1759 
daselbst, Schüler von JakobFrey in Rom, arbeitete viel fttr grössere Kupferwerke, 
namentlich fttr das „Museo Fiorentino^. Seine flbrigen Hanptblätter sind: Johannes 
und die heiligen Frauen am Grabe Christi nach äiffael, und nach Campiglia das 
Bildniss des Grossherzogs von Toscana und seiner Gtomafalin. 

Gregorl. Ferdinande, ital. Kupferstecher, geb. 1743 in Florenz, f 1804, Sohn 
und Schüler des Vorigen, später auch Schüler yon Wille in Paris, unter seinen 
Arbeiten, künstlerisch werthvoller als die seines Vaters, sind die besten : Die Madonna 
della Sedia nach Raffael, Die heil. Familie unter einem Palmbaum nach C. Maratta, 
Maria mit dem Kinde das in einem Buche blättert nach Ann. Carracd, Der heil. 
Sebastian nach Guido Reni, Die Steinigung des Stephanus nach Cardi, Die Parzen 
nach Michelangelo und Ghibertis Thttren am Baptisterium zu Florenz. 

Gregorio, Marco dl, ital. Maler, geb. 19. März 1829 in Resina, f 16. Febr. 
1876 das. in grosser Armuth, besuchte die Akademie in Neapel, lebte yon 1868—71 
in Aegypten, wo er viele Studien machte und Genrebilder malte, auch einen Vorhang 
für das Theater in Kairo. Seine Hauptbilder von ausgeprägtem Realismus sind : Der 
Park von Portici, Die Moraroieler, Singende Geistliche n. A. 

Gregorio, Salvatore de, ital. Aquarellmaler, geb. 1869 in Neapel, Schüler von 
Stanislao Lista, malte Bilder fttr festliche Gelegenheiten, Genrebilder, die in 
Italien starken Absatz fanden und ausserdem ein grosses Historienbild Apotheose 
des heil. Franciscus. 

Gregoring, Albert Jacobns FraBdacos, Bildnissmaler, geb. 1776 in Brügge, 
bildete sidi auf der dortigen Akademie und seit 1802 in Paris unter David, wurde 
Direktor der Malerakademie seiner Vaterstadt und portraitirte die bertthmtesteii 
Männer seiner Zeit, z. B. Napoleon, Ludwig XVni., Karl X., Ludwig Philipp n. A. 

Gregory, Edward, engl. Maler, geb. 19. April 1860 in Southampton, Schüler 
von Cruikshank und der Kunstschule seiner Vaterstadt, kam 1869 nach London, 
wo er bei der Gründung der Zeitschrift „Graphic' Zeichner derselben, 1878 Mitglied 
des Instituts der Aquarellisten und 1883 Mitglied der Akademie wurde. Unter den 
von ihm ausgestellten Bildern nennt man: Die norwegischen Piraten, Das Jüngste 
der Heerde, Last Touches, St. Georg und als sein bedeutendstes Oelbild Tages- 
anbruch in einem Ballsaal. Später malte er fast nur Bildnisse. 

GregoBB, Emerich, ungarischer Maler der Gegenwart, geb. in Zay-Ugroacz, 
bildete sidi in München, Paris und Budapest, wo er seinen Wohnsitz niüun. Man 
neunt von ihm die Bilder: Ins Feld ziehende ungarische Freiwillige 1848, Die leichte 
Kavallerie. — Sein Bruder Georg Gr., geb. 1860 in Zay-Ugroscz, ist Marinemaler. 



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Greil — Grethe. 81 

Grell, AlolflyGenremaler, geb. 27. März 1841 in Liius a. d. Donau, Schüler 
der Akademie in Wien anter Chr. Raben, lebte zuerst in seiner Vaterstadt und 
zog dann nach Wien, wo er meistens in Aquarell Scenen aus dem österreichischen 
Yolksleben, aber auch Historienbilder malte. Bs sind z. B. Erzherzog Karl in der 
Schlacht bei Aldenhofen am 1. März 1793, in Aquarell Der BauernaiStthrer Stephan 
Fadinger 1625, Bin Wunderdoctor auf einem Bsel, Landsknechte in einer Halle, Der 
bayrische Stadthalter Graf Herberstorf lässt die aufrührerischen Bauern im 30jährigen 
Kriege um ihr Leben würfeln, Mönche auf der Kegelbahn, Bedenkliche GeeellscfaAft, 
und eine Menge von Illustrationen zu Boseggers „ Ausgewählten Schriften". 

Grein. Kaspar Arnold, Maler, geb. 1764 in Brühl bei Köhi, f 11. Aug. 1835 
in Köln, Schüler von J. M. Metz das., ging 1802 nach Paris und malte nachher 
in Köln Bilder aus verschiedenen Zweigen der Malerei, am besten Blumenstficke. 
Ein solches yon ihm im Museum zu Köhi. 

Grelner, Otto, Zeichner und Lithograph, geb. 16. Dec. 1869 zu Leipzig, Schüler 
von Liezenmayer in München, schloss sich aber später während seines Aufenthalts 
in Bom und Leipzig mehr dem Max Klinger an. G. gehört zu den jüngeren 
Künstlern, die neuerdings in allen WelttheUen einen plötzlichen Aufschwung des 
Steindrucks hervorgerufen haben. Er bringt hauptsächlich Federzeichnungen auf Stein 
und dies mit einer selbst Menzel übertreffenden Feinheit, so dass manche Blätter 
den Bindruck einer Badierung machen. Neben dieser technischen Seite interessirt 
er vornehmlich durch <<eine eigenartige Auffassung des nackten Körpers. Zu seinen 
früheren Arbeiten gehören eine Beme Bildnisse von Münchener Kollegen. Grosse 
hervorragende Blätter sind : Bacchanal, Hercules und Atlas, Hercules am Scheideweg, 
Programm zur Leipziger Buchhändler-Cantatemesse, Bücherzeichen des Herrn. Weigand, 
Hexenküche, Laube, Schiessdiplom für ein Münchener Begiment u. s. w. G. hat auch 
einige Satymscenen radiert, und für eine Münchener Künstlerkneipe ein derartiges 
Oelbild gemalt. Sonst sind noch seine ausgezeichneten Pastell- und Kreidezeichnungen 
nnd Studien hervorzuheben, von denen sich einige in den Kabineten zu Leipzig, Dresden, 
in Privatbesitz zu Triest, Freiburg u. s. w. befinden. 

Greinwald, Thomas, Bildhauer, f 28. Oct. 1875 in Wien. Sein Hauptwerk ist 
die portraitwahre, trefflich ausgeführte Statue des Marschalls Badetzky im Arsenal 
zu Wien, auch mehrere Gipsreliefs aus dem Leben der heil. Elisabeth und aus der 
Geschichte der Kreuzzüge. 

Grelslng, Josef, Baumeister, f 1720, arbeitete in Würzburg, wo er beim 
Wiederaufbau des Buckermain-Gebäudes um 1715 thätig war und sich darin als 
Anhänger des deutschen Barockstils in seiner reicheren Form bewies, ebenso in dem 
Portalbau des Glerical-Seminars und 1717—1720 in der Fa^e der dortigen ursprünglich 
romanischen Peterskirche. 

Grelve, Johan Conrad, hoUänd. Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 
8. April 1837 in Amsterdam, Schüler seines Oheims Petrus Franciscus Gr. 
(geb. 1811) und des Corn. Springer, lebt in seiner Vaterstadt als Vicepräsident 
des Kttnstlervereins „Art! et amicitiae^. Er malte namentlich Ansichten von Gegenden 
und Gebäuden aus Amsterdam und dessen Umgegend. Zwei derselben im dortigen 
Beichsmuseum. 

Grekow, Alexander, russischer Kupferstecher, geb. 1726, einer der besten 
Schüler von G. F. Schmidt. Sein Hauptblatt ist nach Antropow das Bildniss 
von Teimuras II., Czar von Grusien, das er in Gemeinschaft mit Tschmesesow 
(1737—65) stach. 

Grellet. Athanase Alexandre, franz. Historienmaler, geb. 1885 in Yienne 
(Döp. Isire), Schüler von Horace Yernet und Fol ix Barrias, malte mit grossem 
Verständniss und voll Naturwahrheit kirchliche Bilder : Paulus predigt in Athen (1864), 
Die Bestattung der heil. Jungfrau (1867), Die letzten Augenbücke des Heilandes 
(1869), Der heil. Bernhard (1875) und Wandmalereien in Passy, Beauvais und Gonflans. 

Grenler de Salnt-Martln, Fransig, franz. Genremaler, geb. 1798 in Paris, 
t 21. Dec. 1867 das., Schüler von David, in dessen Bichtung er anfangs historische 
Bilder malte. Dann wandte er sich zu dem seinem Talente angemesseneren Fach des 
Genre und malte Bilder voll Geeist und Humor, z. B. Heirathsprojecte, Matrose und 
Knabe (1829, Museum in Königsberg), Jäger auf dem Anstände, Heimkehrende 
Landlente finden ein ausgesetztes Kind (1839), Der alte Vagabund u. A. Für die 
Galerie in Versailles malte er eine Scene aus der Schlacht bei Austerlitz (1840). 

Grethe, Carlos, Genremaler, geb. 25. Sept. 1864 in Montevideo, Schüler von 
Bouguereau und von Bobert-Fleury in Paris sowie von F. Kell er in Karlsruhe, 



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gg Greater — Gr^yin. 

zog später nach Hamburg und lebt seit 1890 in Karlsruhe. Von ihm die Genrebilder : 
Der Gifinsejonge, Ein jnnger Satyr, Lustige Matrosen auf einem Walfischfiiiiger, 
Anbordbringen Schi£fbrflcluiger n. ▲. 

Greater, Joh. Friedrich, Kupferstecher, geb. um 1600 in Born, f um 1660 
das., Sohn und Schttler des Matthäus G., den er in seinen Stichen Übertraf. 2u 
seinen besten Blättern gehören: Der Tod der heil. Cädlia nach Domenichino, Die 
Schmiede des Vnlcan und Die Ankunft der Hesperiden im Hafen von Neapel nach 
Lanfranco, Apollo und die Musen auf dem Pamaes nach Camassei, Triumph des 
M. Antonius Colonna nach P. da Cortona und ein Bildniss nach Vouet. 

Greuter, Matthftng, Kupferstecher, geb. 1664 in Strassburg, f 1688 in Born, 
arbeitete in Lyon, Avignon und Bom. Man kennt von ihm die Blätter: Die Himmel- 
fahrt des Elias und der Sturz PhaSthons nach Dietterlin, Maria Magdalena (1584), 
die Kathedrale von Strassburg nach Speckle, 4 Blätter der Jahreszeiten als männliche 
Figuren nach Goltzius. 

Grenz, Gostare Marie, franz. Badierer, geb. 1888 in Paris, war hier Schiller 
▼on Gleyre, betrieb anfangs nur die Decorationsmalerei, worin er grosse Leichtigkeit 
in der Erfindung der Ornamente zeigte, dann ging er zur Landschafts- und Thier- 
maierei über, eriiielt 1869 für ein Stillleben die Medaille, und wandte sich 1860 zur 
Badierkunst, worin er mit seinen Originalblättem grosses Glück machte : das Lmere 
von Notre-Dame in Paris, der Lettner der Kirche St. Etienne du Mont, mehrere 
Blätter für Liövres „Works of art in the coUections of England^, Die ungwrischen 
Freiwilligen nach Pettenkofen, namentlich ein meisterhaftes Blatt nach Snyders und 
1878—76 noch zahlreiche Blätter nach Cuyp, Delacroix, v. d. Velde, Buisdael u. A. 

Grenze, Jean BapUste, berflhmter franz. Maler des 18. Jahrb., geb. 21. Augr. 
1726 in Toumus (Döp. Sadne et Loire), f 21. März 1806 in Paris, Schttler von 
Gromdon in Lyon, besuchte auch in Paris die Akademie und erregte zuerst 1765 
durch seine Bilder Der getäuschte Blinde und Der Familienvater der aus der Bibel 
vorliest grosses Aufsehen. Er malte sodann für seine Aufnahme in die Akademie 
das Bild Severus und Caracalla (im Louvre), das aber seiner Eigenthttmlichkeit nicht 
sdur entspricht. Grosse Triumphe feierte er dagegen als Maler der bürgerlichen 
Bfihrstttcke, bei denen es ihm namentlich auf die sittliche Tendenz ankam. Hingegen 
bewährte er sich auch trefSich in ausdrucksvollen, manchmal nur zu sflsalichen 
Kinder- und Mädchenköpfen, in denen der „moralischste'* Maler es auf eine hddist 
unlautere prickelnde Mischung von kindlicher Unschuld und reifendem, sehnsüchtigem 
Verlangen anlegte. 16 Bilder von ihm im Louvre, darunter als seine bekanntesten 
Die Dorfbrant, Der väterliche Fluch und Der zerbrochene Krug, sehr zahlreich auch 
im Museum zu Montpellier, darunter Das Morgengebet und Le gäteau des rois, 
4 in der Eremitage zu St. Petersburg, z. B. Der Gelähmte den die Seinigen pflegen, 
auch in der Nationalgalerie zu London, in der Galerie zu Budapest, in der Äademie zu 
Wien, im Museum zu Berlin (1787), in der Pinakothek zu München, viele in Pariser 
Privatbesitz und noch zahlreicher in England. 

Greve, Hedwig, Bildniss- und Genremalerin, lebte in Düsseldorf, München und 
seit einigen Jahren in Hannover. Unter ihren Bildnissen das des Maiers Gustav 
Süs (1875), des Prinzen Heinrich XIII. von Beuss (1879), des Generals von Loen, der 
Gräfin von Schlippenbach, des Justizministers Heinr. Friedberg und des deutschen 
Kaisers. Unbedeutender sind die meisten ihrer Genrebilder. 

Grevedott, Pierre Louis, genannt Henri, franz. Lithograph, geb. 1782 in Paris, 
t 1. Juni 1860 das., malte als Schüler von Begnault anfangs historische Bilder 
und Scenen aus dem Volksleben, widmete sich aber nachher mit YorUebe der Lithographie 
und zeichnete in geistvoller Weise besonders Bildnisse und Phantasieköpfe, die sehr 
beliebt waren. 

Greven, Anton, Genremaler, geb. 1810 in Köln, f schon 1838 das., machte 
seine ersten Studien in Düsseldorf und ging von da nach München, wo er durch 
seine Bilder von gewandter Technik und gesundem Humor grosse Hoffnungen erweckte, 
z. B. Trinkende Mönche, Die Ka£feeschwestem, Der Bitter und sein Liebchen und 
die Bilder nach Uhland: Graf Eberhard der Bauschebart, Der Schenk von Limburg 
und Der Zecher. 

Gr^vln, Alfred, franz. Zeichner, geb. im Jan. 1827 in ^ineuil (Yonne), f im 
Mai 1892 in St. Mand^, war zunächst beim Eisenbahnbau angestellt, beschäftigte 
sich dabei mit Zeichnungen und Skizzen in der Art der CharakterbUder Gavamis 
mit einer tieferen moridischen Grundlage. Mit wenigen Strichen schildert er die 
Lächerlichkeiten und Laster der gesellschaftUchen Klassen mit Bei- oder Unterschriften 



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Oribelin — Griffier. 89 

▼on schlagendem Witz, ist auch meisterhaft in Kostttmzeichnungen filr die Pariser 
Theater. Seine Carieatnren und Sittenbilder erschienen zum Theil im bekannten 
„Jonrnid amüsant". 

Grlbellnu Simon, franz. Kupferstecher, geb. 1661 in Blois, t 1738 in London, 
wo er seinen Wohnsitz hatte. Er stach : Estiier vor Ahasverus und Der Parnass nach 
Tintoretto, Die Anbetung der Hirten nach Palma Yecchio, Die Anbetung der Könige 
nach Paolo Veronese und 8 Blätter nach Baffaels Cartons im Kensington-Museum. 

Grieben, Eduard, Landschaftsmaler und Badierer, geb. 8. Jan. 1813 in Berlin, 
Schüler von Buchhorn» Mitglied der dortigen Akademie. Er malte mit Vorliebe 
Öde, verlassene Gegenden und Landschaften mit schroifen Gebirgen t Motiv von 
Gerolstein in der Eifel, Klostemiinen bei Gorzyn, Motiv aus dem Hnnsrttck, Aus der 
Mark, Waldlandschaft u. A. Aehnlichen Inhalts sind seine Radierungen nach eigenen 
Compositionen. 

Grief, Adriaan, b* GryelT. 

Grieiu g, Baldnng, Hans. 

Grieninger, b. Beinhart, Hans, genannt G* 

Griepenkerl, Christian, Historienmaler, geb. 17. März 1839 in Oldenburg, wurde 
auf den Bath seines Landsmannes Willers in Wien Schttler von Bahl, unter dem er 
sich zu einem meisterhaften Coloristen ausbildete, der ein feines Gefühl und vorwiegende 
Neigung zum Allegorischen zeigt. Nach seinem ersten grösseren Bilde einer Antigene 
von OeSpus geführt wurde er an R a h l s grossen Fresken im Waffenmusenm und in den 
Wiener Palästen Todesco und Sina beschäftigt und erhielt mit Bitterlich den Auftrag, 
Bahls Compositionen an der Decke des Zuschauerraumes im Neuen Opernhaus und 
den Vorhang für die tragische Oper auszuführen. Seine erste selbständige Arbeit 
nach Bahls Tode waren die Plafond- und Deckengemälde in den Palästen Ephrussi, 
Epstein, Franz Klein, Sina in Venedig, und im Schloss Hömstein, worauf dann die 
Wandgemälde in der Villa der Grossherzogin von Toskana in Gmunden folgten und 
das reizende Bild der Hochzeit Aphrodites mit Adonis in der Villa Simon in Hietzing. 
In allen diesen Werken herrscht eine strenge, edle Form, eine grosse Anmuth und 
ein warmer Fleischton. Ebenso bedeutend sind die 1878 an Ort und SteUe gebrachten 
Oelmalereien im Augusteum zu Oldenburg, wo er als idealen Theil Venus Urania mit 
den Genien der Wahrheit und der Phantasie, die Prometheus-Sage und die Gestalten 
der bildenden Künste, als realen Theil die hervorragendsten Künstler aller Zeiten 
anbrachte. Während und nach dieser Arbeit entstanden noch die in Wachstechnik 
ausgeführten Wandmalereien im Sitzungssaal der neuen Akademie der Wissenschaften 
in Athen, die Bilder für den Herrenhaussaal im Parlamentsgebände zu Wien (1882 u. 83) 
und 1884 die Bilder: Eine Sturmfluth und Eine Meer-Idylle. Dass er auch Meister 
im BUdnisffifaeh ist, zeigten 1879 die von ihm ausgestellten Bildnisse bekannter Personen 
ans der Wiener Künstlerwelt. 1876 wurde er zum Professor der Malerschule der 
Wiener Akademie ernannt. 

Grieve, Williain, engl. Theatermaler, geb. 1800 in London, f 24. Oct. 1844 
daselbst, brachte die Theatermalerei zu grosser Blüthe, besonders durch seine Bilder 
im Drui^-Lane Theater und in der italienischen Oper, wo er die Scenerie für das 
Ballet Masaniello und die Oper Bobert der Teufel glänzend ausführte. 

Griffler, Jan, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 1656 in Amsterdam, f 1718 in 
London, wurde in seiner Vaterstadt Schüler von Roeland Eoghman, ahmte 
aber besonders Saftleven nach. Um 1667 ging er nach London, wo er italienische 
Landschaften malte, ohne Italien gesehen zu haben. Dort lebte er auf einem Schiff 
aof der Themse, das er sich erworben hatte, segelte 1695 nach Rotterdam, erlitt aber 
SchifiTbmch und rettete nur mit Mühe sein Leben. Dann machte er noch viele Reisen 
an den Küsten der Nordsee und nahm seinen Wohnsitz in London, wo er zahlreiche 
Schüler bildete und ausser Saftleven auch Rembrandt, Ruisdael u. A. nachahmte. 
Von seinen zahlreichen, in kleinlicher Weise zusammengestoppelten Landschaften 
(Flussthälem) besitzt das Museum in Dresden 17, andere im Museum zu Berlin, im 
Hofinuseum zu Wien, im Louvre, im Nationalmuseum zu Stockholm, 2 in der Eremitage 
in St. Petersburg, 2 im Museum zu Schwerin und in anderen Sammlungen. Man hat 
von ihm auch einifi:e Radierungen und Mezzotintoblätter. 

Griffler, Booert. Landschaftsmaler, geb. 7. Oct. 1688 in London, f 1750 in 
Amsterdam, Sohn und Schüler des Vorigen, malte treffliche Rheinansichten und Marinen 
und verstand sich besonders auf das Gopiren von Wouwerman, v. d. Velde, und 
Saftleven. Von ihm eine Flusslandschaft im Museum zu Schwerin und 2 solche in 
der Eremitage zn St Petersburg. 



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90 Griffo-Saporito — Grimou. 

Oiiffo-SapoiitO) Francesco^ ital. Bildhaaer, geb. 1851 in Palermo, wurde dort 
SchtUer von Nnnzio Morello, und widmete sich mit grossem Brfolg der Genre- 
skniptur nnd der BildnissbUste. 

Grignjj Alexandre Charles, franz. Architekt, geb. den 8. April 1816 in Arras, 
t 14. Nov. 1867 das., bante die Kathedrale in Genf, eine Kirche in Yalenciennes nnd 
einige Klosterkirchen in Arras. G. baute ferner im Norden Frankreichs an die 
26 kleinere Kirchen, in den Stylen des XIII.— XIV. Jahrhunderts ; sodann eine Reihe 
von Kapellen, viele Schl6s8er und Villen, und restaurirte endlich eine Anzahl religiöser 
und profaner Gebäude. 

Grigoletti, Michel Aagelo, ital. Historienmaler, geb. 29. Aug. 1807 in Pordenone, 
t 10. Febr. 1870 in Venedig, wo er SchtUer der Akademie wurde und seit 1824 mit 
grösseren, ganz im Geist und Colorit der alten Venezianer gemalten Historienbildern 
auftrat. Auf eines der ersten, Maria mit dem Kinde, folgten der Erzengel Michael, 
eine heil. Familie für die Kathedrale in Erlau, Franc. Foscari schickt seinen Sohn 
ins Gefängniss (Hofmuseum in Wien), Francesca von Rimini, Der verlorene Sohn, 
Maria Himmelfahrt (1846, Dom in Gran) u. A. 

Grimaldl, Alessandro, ital. Historienmaler und Radierer, Sohn und Schfller 
des Giovanni Francesco G. Man kennt von ihm nur 2 radierte Blfttter: Die 
eherne Schlange und eine Allegorie auf die Religion. 

C^rimalA, OioTanni Francesco, genannt 11 Bolognese, Landschaftsmaler nnd 
Radierer, geb. 1606 in Bologna, f 1680 in Rom, ging von der Figurenmalerei zur Land- 
schaft über und bildete sich hierin nach Ann. Carracci und Tizian zum Hauptmaler der 
Schule von Bologna. 1648 malte er in Paris im Palast des Kardinals Mazarin landschaft- 
liche Fresken (jetzt in der Nationalbibliothek), ebenso im königlichen Palast daselbst. 
Dann war er wieder in Rom, wo sich landschaftliche Fresken von ihm in der Galerie 
Borghese und Landschaften mit Scenen aus dem Alten Testament im Quirinalpalaat 
befinden. Drei Bilder von ihm im Louvre und andere in englischen Privatsammlungen. 
Geistvoller ist er in seinen landschaftlichen Radierungen, 67 an der Zahl, oft mit 
Staffage aus dem täglichen Leben, die schönste derselben ist eine Flnsskuidflchaft 
mit der Flucht nach Aegypten. 

Grimm, Ludwig fimll, Maler und Radierer, geb. 14. Mai 1790 inSteinao (bei 
Hanau), f 4. April 1863 in Kassel, Bruder der Germanisten Jakob und Wilhelm G., 
besuchte seit 1808 die Akademie in München, wo er Schiller des Kupferstechers Karl 
Hees war. 1813 und 1814 nahm er am Freiheitskriege Theil, bereiste 1817 Italien, lebte 
bis 1830 in München und wurde 1832 Professor an der Akademie in Kassel. Unter 
seinen Oelbildem verschiedenen Inhalts sind zu nennen sein Selbstbildniss aus dem 
Jahre 1816, Die heil. Jungfrau mit dem schlafenden Kinde und 8 Heiligen, Tod der 
heil. Elisabeth, Hessisches Bauernmädchen im Sonntagsstaat, die Bildnisse des 
Gesandten von Dömberg, des Ministers Hassenpflug, des Dichters Clemens Brentano. 
Unter seinen mehr als 200 Radierungen befinden sich: Die heil. Elisabeth empf&ngt 
das Abendmahl, Der Schutzengel, Albrecht Dürers Grab (1828), viele Köpfe nnd 
Bildnisse von damaligen Kttnstlem und Gelehrten. 

Grimmer, Abel, Maler zwischen dem 16. und 17. Jahrb., trat 1592 als Meisterssohn 
in die Gilde zu Antwerpen. Von ihm im Museum zu Brüssel das Bild Christus bei 
Martha und Maria (1614) und eins von 1604 bei van Lerius in Antwerpen. 

Griflimer, Hans, Historien- nnd BUdnissmaler, blühte um 1560 in Mainz, soll 
Schüler von M. Grunewald gewesen sein. Von ihm im Germanischen Museum zu 
Nürnberg 2 Bildnisse, im Hofmnseum zu Wien ein Bildniss des Freiherm Adam 
von Puechhaim (1570) und im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M. 2 ihm 
zugeschriebene Seitenbilder eines Flügelaltars mit den Bildnissen des Donators und 
seiner FamUie. 

Grimmer, Jakob, Landschaftsmaler, geb. 1526 in Antwerpen, t 1590 das^ 
Schüler von Matthys Kock und von Queeborn. Eines seiner seltenen Werke 
sind die 4 Bilder der Jahreszeiten (1575) in der Landesgalerie zn Budapest, im Museum 
zu Brüssel Die Legende des heil. Bustachius und im Museum zu Gent Die Ehebrecherin 
vor Christus (1546, zugeschrieben). Man hat von ihm auch 4 landschaftliche Radierungen 
mit der Geschichte von Cephalus und Prokris. 

Grimou (Grimoaz), Jean Alexig, franz. Maler, geb. um 1680 in Romont im 
Kanton Freiburg, f 1740 in Paris, bildete sich nur durch das Studium van Dycks 
und Rembrandts, kam infolge seines zügellosen Lebens und seiner Trunksucht nie 
zu höherem Aufschwung, war aber ein tüchtiger Colorist, wurde 1705 Mitglied der 
Akademie, aber 1709 wieder ausgestossen. Im Louvre von ihni sein Selbstbildniss 



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Griswold — Grönvold. 91 

(1724), Ein Trinker (1724), Eine Pilgerin (1729) und 2 Bildnisse junger Soldaten; 
in der Ennsthalle zn Karlsmhe 2 weibliche Bildnisse. 

Griswold, L. C.j amerikan. Landschaftsmaler, geb. 1834 in Ohio, widmete sich 
anfangs der Holzschneidekunst, zog 1851 nach New-Tork und begann die Oelmalerei 
im landschaftlichen Fach. Zu seinen bedeutenden Bildern zählt man: Wintermorgen 
(1866), Ein Augusttag in Newport (1866), Der zeitige Frühling (1869), Der Nemi-See 
im Albaner Gebirge, Ponte molle bei Born. 

Giita, Salyatore, ital. Bildhauer der Gegenwart, geb. zu Caltagirone in 
Catania, machte sich seit 1877 durch einige plastische, stark realistische Werke bekannt, 
z. B. Die Nacht des 27. Mai 1860 in Palermo (Episode aus dem Bombardement der 
Stadt) und eine kleine Proletarierin. 

Grob, Konrad, Genremaler, geb. 1828 zu Andelfingen (Kanton Zttrich), lernte 
die Anfangsgrilnde der Kunst in Winterthur, machte lange Wanderungen in Italien 
und trat 1866 in die Akademie zuMttnchen als Schüler von R am borg. Nach seinem 
ersten Bilde der gefangenen Maus (1870) folgten andere sehr ansprechende Scenen 
aus dem Leben der niederen Stände, z. B. Italienische Bettelkinder, Der Maler auf 
der Studienreise (Kunstgtttli in Zürich), Der Besuch auf der Leiter, Marionetten, Das 
Hochzeitspaar, Die Bast (1886), Der (sehr realistische) Sonntagsnachmittag in der 
Schweiz und das etwas verfehlte Historienbild der Schlacht bei Sempach. 

Grobe, German, Marinemaler, geb. 27. Jan. 1867 in Hanau, besuchte die 
Akademie in Düsseldorf, kehrte dann in seine Vaterstadt zurück und lebt seit einiger 
Zeit in München. Seine etwa 1880 ausgestellten Bilder in Oel oder in Aquarell süid 
meistens Strandbilder von den Küsten Hollands und der Ostsee. 

Grobon, Jean Michel, franz. Genre- und Landschaftsmaler, geb. 1780 in Lyon, 
t 2. Sept. 1863, Schüler und Nachahmer von B o i s s i e u, malte in der Weise der alten 
Niederländer recht ansprechende Genrebilder aus dem häuslichen Leben, wann im 
Golorit und yon geschmackyoller Ausführung. Seine nicht zahlreichen Radierungen 
sind grossentheils Landschaften. 

Groeger, Friedrich Karl, Bildnissmaler und Lithograph, geb. 14. Oct. 1766 
in Plön (Holstein), f 9. Nov. 1838 in Hamburg, bildete sich anfangs ohne Lehrer, 
war aber 1789 auch Schüler der Akademie in Berlin und Hess sich in Hamburg 
nieder, wo er oft in Gemeinschaft mit dem Maler und Lithographen Aldenrath 
arbeitete. Charakteristisch anfgefasst ist im Museum zu Dresden sein Selbstbildniss, 
Tier in der Kunsthalle zu Hamburg, viele andere im Privatbesitz. Man hat von ihm 
einige lithographirte und radierte Bildnisse. 

Groeneiidael, ComeliB, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1786 in Lierre, 
t 1834 in Antwerpen, besuchte hier und später in Paris die Akademie, und war seit 
1814 in Antwerpen als ein beliebter Maler von Bildnissen und Historienbildern thätig. 
Von ihm eine Erziehung der heil. Jungfrau in der lUrche seiner Vaterstadt. 

Groenewegen, Gerrit, hoUänd. Marinemaler und Radierer, geb. 1764 in 
Rotterdam, f 7. Aug. 1826 das., Schüler von Nie. Muys, machte sich einen Namen 
durch Bilder von grossen und kleinen Schiffen aller Art, radierte auch mehrere solcher 
Folgen von verschiedenen holländischen Fahrzeugen und 12 Blätter holländischer 
Trachten mit landschaftlicher Umgebung. 

Groenland, Ben«, Stilllebenmaler, geb. 3. Oct. 1849 bei Paris, f 8. Dec. 1892 
in Berlin, Sohn des Theude G., Schüler der Pariser Decorationsmaler Hugo und 
Turin, zog mit seinem Vater nach Berlin. Seine Bilder zeigen ein ernstes Studium 
der Natur, malerische Behandlung und scharfe Charakteristik des Stofflichen. Es 
sind Blumen, Früchte, Geflügel und Trinkgeräthe. 

Groenland, Theude, Stilllebenmaler, geb. 31. Aug. 1817 in Altena, f 16. April 
1876 in Berlin, Schüler der Akademie in Kopenhagen, lebte 3 Jahre in Italien, 
3 Jahre in England, 26 Jahre in Paris und liess sich 1868 in Berlin nieder. Er wusste 
seinen Stillleben einen landschaftlichen Hintergrund zu geben und auch den umfang- 
reichsten Gompositionen ein grosses Interesse zu verleihen, z. B. im Speisesaal des v. Tiele- 
Wincklerschen Hauses zu Berlin. Ein Fruchtstück von ihm in der Nationalgalerie. 

Groensveld (Grbnsveld), Joan. holländ. Maler und Kupferstecher, geb. 1660 
im Haag, Todesjahr unbekannt. Man Kennt von ihm 12 Blätter mit kleinen italienischen 
Seehäfen nach Lingelbach, 6 holländische DorQ^artien nach Verboom, 2 Reihenfolgen 
von Landschaften mit Vieh nach Berchem, 8 landschaftliche Blätter mit Ruinen nach 
Goyen und einzelne Blätter nach A. Brouwer und Bloemaert. 

GrOnvold, Marens, norwegischer Genremaler und Aquarellist, geb. 6. Juli 1846 
in Bergen, besuchte 1866—68 die Akademie in Kopenhagen, ging dann auf die 



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92 Groetaers — Gros. 

Akademie in Httnchen und bildete sich 1870—78 unter Wilh. Diez, Otto Seitz 
und Karl v. Pilot y. Seine bedeutendsten Werke sind: Der Herr Bflrgermeister, 
Trost, Selbstgeladene Gäste, \^lddiebe, SonntagsfHlh, Bildniss seines Landsmanns 
Knut Baade, Scene aus der Sage von Wieland dem Schmied (Museum in Köln), 
Unterwegs (1883), Vorbereitung zu einem Feste im Kloster, Ein sonniger Tag, 
ausserdem zahlreiche Aquarelle, und Illustrationen fttr die Leipziger „tUustrirte 
Zeitung^, „Gartenlaube^ und „Daheim''. Er erhielt yerschiedene Bhrenmedaillen. 

Groetaen, Fran^ols, belgischer Bildhauer, geb. in Mecheln, schuf in der 
1. Hälfte des 19. Jahrh. mehrere ideale und mythologische Bildwerke, z. 6. Hebe 
mit dem Adler des Zeus (1816), Anacreon (1818), Psyche (1822), ein sitzender Orpheus 
(1827) u. A. 

Grohmann) Nloolans* Baumeister des 16. Jahrh. in Altenburg, erbaute 1562 
bis 1564 das dortige Rathnaus, ein Werk in edlen Renaissanceformen mit hohem 
ringsum abgewalmtem Dach und einem polygonen Treppentiiurm. 

Groiseillies, Marcellln de, franz. Landschaftsmaler und Radierer, f 1880, 
Schüler yon Pasini und Corot, malte und radierte Landschaften ans dem sfldlichen 
Frankreich und anderen Ländern Europas. 1874 erhielt er die Medaille 3. Kl. 

Grolig, Karl, Landschafts- und Marinemaler, geb. 1808 in Hamburg, lebte in 
Dresden, malte vorzugsweise Gegenden aus dessen Umgebungen und zahlreiche See- 
stUcke aus der Gegend yon Hamburg, die fast «die in Privatbesitz kamen. 

Groll, Andreas, Historienmaler, geb. 6. Sept. 1850 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie und Griepenkerls. Als seine Hauptbilder werden genannt : M. Antonina 
an der Leiche des Brutus nach der Schlacht bei Philippi und die decorativen Bilder 
Kampf der Elemente und Triumphzug der Wissenschaft im Polytechnikum zu 
Braunschweig. 

Groot, Jan de, Bildnissmaler und Stecher in Mezzotinto, geb. 1615 in Vlissingen, 
Schfller von A. Verdoel und A. v. Ostade. Stiche von ihm sind: das Brustbild 
des Desiderius Erasmus nach Holbein, ein singender Knabe mit Weinschale nach van Dyck, 
ein BOdniss des Arztes Hermann Boerhave und das Selbstbildniss des Malers Abraham 
van der Eyck. 

Gropins, Karl Wilhelm, Decorationsmaler, geb. 4. April 1793 in Braunschwei^, 
t 20. Febr. 1870 in Berlin, erhielt hier seine Ausbildung und in Paris, sowie auf 
Reisen in der Schweiz, Italien und in Griechenland. In Paris mit der Einrichtung^ 
des Daguerreschen Dioramas bekannt geworden, eröifnete er 1827 ein solches in Berlin 
und verband damit eine permanente Gemäldeausstellung. Als Hofmaler und Lehrer 
einer grossen Schfllerzahl war er bis 1868 thätig und seit 1822 Mitglied der Berliner 
Akademie. Er malte Decorationsskizzen zu Schillers „Wilhelm TeU', eine Ansicht 
der Grotte bei Liebenstein, die Lutherbuche daselbst, und mehrere Ansichten ans 
Berlin. Er war der Begründer der künstlerischen Decorationsmalerei und der Haupt- 
repräsentant des Berliner Witzes. — Sein Sohn und Schüler Paul G«, geb. 1. Sept. 
1821 in Berlin, f 1. März 1888, war nach grösseren Studienreisen Mitarbeiter in der 
Anstalt seines Vaters und seit 1868 dessen Nachfolger als Decorationsmaler. 

Groplos, Martin Karl Philipp, Architekt, geb. 11. Aug. 1824 in Berlin, 
t 13. Dec. 1880 das., Vetter des Vorigen, besuchte das dortige Gewerbeinsütut, 
erhielt manche Anregungen durch Sc hinke 1 und für die griechische Baukunst durch 
Boetticher, den Verfasser der „Tektonik der Hellenen^. Nachdem er zunächst eine 
Menge von Wohnhäusern und Villen ernsten, klassischen Stils erbaut hatte, schuf er 
seit 1865 mit dem Architekten Schmieden verbunden die Irrenanstalten in Altenburg 
und Jena, einige Garnisonlazarethe, das städtische Krankenhaus in Wiesbaden, das 
grosse städtische Krankenhaus am Friedrichshain in Berlin, das üniveraitätsgebäude 
in Kiel, die Reichsbank in Erfurt, das Gebäude der Reichspost in Kassel, die Kunst- 
schule und das Kunstgewerbemuseum in Berlin. Seine Bauten zeigen zwar keinen 
grossen Reichthum der Erfindung, aber feinen Schönheitssinn und klare Disposition. 
Seit 1869 war er Direktor der königlichen Kunstschule in Berlin. 

Gros, ABtoine Jeaa, Baron, berühmter franz. Historienmaler, geb. 16. März 
1771 in Paris, f 27. Juni 1835 durch Selbstmord in Bas-Meudon, der Hanptmaler 
des ersten französischen Kaiserreichs, der mit grossem Geschick die historischen 
Breienisse seiner Zeit in ihren bezeichnenden Z^en zu fassen verstand. Sr war 
Schüler von David, bildete sich dann in Italien durch das Studium der Werke von 
Rubens und van Dyck weiter, hatte aber mit der Noth des Lebens zu kämpfen, bis 
er 1796 mit dem Napoleon auf der Brücke von Arcole einen durchschlagenden Erfolg 
hatte und sich Napoleons Gunst erwarb. Nach einer weniger gelungenen Sappho die 



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Gros — Grossheim. 98 

sich ins Meer stürzt, eiag er nach Rom, kehrte 1801 nach Paris zurück und malte 
im Auftrag Napoleons dessen Besuch bei den Pestkranken in Jafifa 1799 (gemalt 1804, 
im Lonyre), ein zwar abschreckendes, aber dankbares Motiv, das er in Anordnung, 
Lichtwirkung und in der Behandlung der orientalischen Trachten meisterhaft aus- 
führte. Ebenso glänzenden Beifall fanden seine ScUacht bei Abukir (1806, Museum 
in Versailles) und sein Schlachtfeld bei Eylau (1808, im Louvre). Aber damit war 
die Glanzperiode seines künstlerischen Schaifens zu Ende ; die wirkliche Begeisterung 
für die Thaten des Feldherm verwandelte sich in hohles Pathos der Schmeichelei. Dahin 
gehören : Die Einnahme von Madrid, das theatralische Bild Napoleon vor den Pyramiden 
(1810, beide im historischen Museum zu Versailles), Die Abreise Ludwigs XVm. 
aus den Tuilerien (1817) und Die Einschiffung der Herzogin von Angoulime in 
Bordeaux (1819); erfreulicher waren dagegen die Bilder: Franz I. und Aarl V. bei 
den Gräbern der Kirche St. Denis (1812, im Louvre) und in der unteren Kuppel des 
Pantheons das grosse Fresko der Apotheose der heiL Genoveva, das der letzte 
Triumph war, den er feierte. Später machte er sich noch an mythologische Stoffe, z. B. 
Hercules und Dejanira (1886, Museum in Toulouse), Acis und Galatea u. A., die, von 
der öffentlichen Stiinme verworfen, das tragische Ende der klassischen Periode der 
französischen Malerei bilden. Dies tragische Ende veranlasste ihn zum Selbstmord. 
Fast kein französischer Maler hatte so viele Schüler wie er. Er war Mitglied des 
Instituts, Bath der k. Museen, Professor an der £cole des beaux-arts, seit 1819 
Bitter des Ordens vom heil. Michael, seit 1828 Offizier der Ehrenlegion. — Seine 
Biogr. von Delestre (2. Aufl. 1867), von Tripier le Franc (1878), Dargenty (1887) und 
Graul in Dohmes „Kunst und Künstler des 19. Jahrh."^ (1886). 

GroS) Luden Alphonse, franz. Genremaler der Gegenwart, geb. zu Wesserlinff 
im Elsass, Schüler von Meissonier, lebt in Poissy (Seine et Oise), malte energisch 
behandelte, charaktervolle Genrebilder, z. B. Da» Elend des Krieges, Die Verschwörer 
gegen Mazarin, Das Lauere eines Bauernhauses, Büchsenschtttze aus der Zeit Ludwigs Xm. 

Gros, Pierre le, 8. Legres, Pierre« 

Grosclaude, Louis, franz. Genremaler, geb. 1786 in Locle (Neufchätel), Schüler 
von Befi^nault, lebte in Genf und später in Paris. Er malte anfangs Bilder aus 
dem niederen Volksleben, z. B. Die Kartenspieler, Der zufriedene Handwerker, Das 
Lauere eines Pferdestalls, Ein Trunkenbold, später auch BOder ans den höheren 
Ständen, z. B. Ländliches Fest zu Ehren J. J. Bousseaus, Toast auf die Weinlese 
von 1884, Marino Falieri. 

Grospietscli, Florian, Landschaftsmaler, geb. 1789 in Protzan (Schlesien), 
widmete sieh seiner Kunst fast nur als Autodidakt, durch Studien nach der Natur, 
nng 1820 nach Italien, malte in Rom und Neapel und Hess sich in Berlin nieder. 
£r schuf Landschaften in Oel und in Aquarell und viele Federzeichnungen. Genannt 
werden seine Bilder : Die Campagne bei Born, Marine von Sorrent, Ausächt von Capo 
di Monte bei Neapel, Aus den Pontinischen Sümpfen, Olivenmarkt bei Tivoli. Er 
radierte auch landschaftliche Blätter. 

Grosse, Franz Theodor, Historienmaler, geb. 28. April 1829 in Dresden, 
t 10. Oct 1891 das., erlernte anfangs auf der dortigen Akademie die Bildhauerkunst, 
bis er 1847 durch Bendemann zur Malerei geflUirt wurde, worin er so rasche 
Fortschritte machte, dass schon sein Erstlingswerk, Leda mit dem Schwan (1862), 
für das Museum in Dresden erworben wurde. Dann half er seinem Lehrer bei den 
Wandbildern im Schloss zu Dresden, malte en grisaille Deckenbilder im dortigen 
Museum und die enkaustischen Wandbilder im Graf Solmsschen Schloss Wildenfels, 
in denen er die geistlichen und weltlichen Tugenden mit Scenen aus der Geschichte 
des gräflichen Hauses darstellte (1866—68). In der Folge ging er nach Florenz und 
Rom, wo er Baffaels Werke studlrte und in Verkehr mit Oomelius trat. In Bom 
begann er auch sein schönstes Oelbild: Der Besuch der drei Engel bei Abraham (1862 
in Leqizig vollendet). Nach seiner Bückkehr entstand von 1864—71 als sein umfang- 
reichstes Hauptbild die Ausmalung der Loggien des Museums in Leipzig, worin er 
in 3 Kuppeln und ihren Nebenfeldem das Walten göttlicher Schöpferkraft darstellte, 
wie es sich in den Schöpfungsgeschichten der antiken und der christlichen Welt aus- 
prägt und in der Thätigkeit der bildenden Menschenkunst symbolisch wiederstrahlt. 
In den 70er Jahren malte er allegorische Gruppen im Gartensaal des Buchhändlers 
Härtel in Leipzig und im Gartenhaus des Kirchenraths Hase in Jena, einen Entwurf 
für den Vorhang des neuen Theaters in Dresden, Deckenbilder im Foyer desselben u. s. w. 
1867 wurde er Professor an der Dresdener Akademie. 

Grosshelm, Karl von, s, Kayser, Heinrich. 



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^ Grossi — Gruamönd. 

GroBBi, Angelo, ital. Gemmenschneider, geb. 18. Febr. 1854 in Neapel, wo er 
sich auf der Kunstschale unter A 1 ▼ i n o and unter S i s t a ausbildete, und sich der Stein- 
schneidekunst und der HolzslEulptur widmete, worin er zahlreiche Prämien erhielt. 

GroBSkurty Heinrich Peter, Stempelschneider, der gegen das Bude des 17. und 
im Anfang des 18. Jahrh. in Berlin thätig war und besonders für den König August ü. 
Yon Sachsen und Polen mehrere Medaillen schnitt. 

GroBsmann, Wilhelm, ein in Berlin lebender Genremaler, der hflbsche Bilder 
aus dem Leben der niederen Stände malte, z. B. Gesegnete Mahlzeit, In der Abend- 
stunde. Fremde Musikanten in einem Dorfwirthshause, Schmeichelkätzchen, Fubb- 
reisenae auf einer Gebirgswanderung u. A. 

GroBSO, Giacomo, ital. Maler der Gegenwart, geb. in Oambiano (Sardinien), 
jetzt Professor an der Akademie in Turin, stellte in den 80er Jahren das Kid 
Christus am Kreuz aus, sowie auch die Genrebilder Narrenscherze, Winter in Turin, 
eine Bergschlucht und yerschiedene Andere. 

GroBZ, AoguBt, Landschaftsmaler, geb. 17. Juli 1847 in Wien, ging Tom Stadium 
der Naturwissenschaften zur Malerei über, machte grössere Reisen in Deutschland, 
Italien, Frankreich, dem nördlichen Afrika, besuchte die Wiener Akademie unter AI b r. 
Zimmermann und ▼. Lichtenfels und malte Landschaften aus dem sttdlichen 
Bayern, aus der Umgegend von Venedig und eine historische Landschaft, Prometheus. 

GroBZ, Bela, ungarischer Genremaler, geb. 4. Febr. 1835 in Miskolcz, war in 
Wien Schüler von Waldmttller und der Akademie, lebt in Budapest. Er malte 
Genrebilder aus dem Volksleben, z. B. Harfenspielender Bettler, Slowakischer Knabe, 
Der todte Vogel, Bauemmtttterchen n. A. 

Grotefend, Adolf, Bildnissmaler in Miniaturen, geb. 1812 in Clausthal, f 1847 
in Florenz, ging vom Studium der Rechtswissenschaft zur Kunst ttber und bildete 
sich seit 1836 in München in der Malerei von Miniaturbildnissen aus, worin er sahl- 
reiche Aufträge erhielt; durch seine Krankheit wurde er aber 1846 gezwungen, nach 
Italien zu gehen, wo er seinem Leiden erlag. 

Grothe, Christian, Genremaler der Gegenwart, Schttler von K. W. K o 1 b e d. J. 
in Berlin, lebt seit 1884 in Tempelhof bei Berlin. Er malte Scenen aus dem bflrger- 
lichen Leben, z. B. Reiter vor einer Schenke, Spielende Kinder, Landleute auf einer 
Wasserfahrt, Kinder im Kornfelde u. A. 

Grotjohann, Philipp, Zeichner und Illustrator, geb. 27. Juni 1841 in Stettin, 
t 27. Oct. 1892 in Düsseldorf, war anfangs Schlosserlehrling, bezog 1861 das 
Polytechnikum in Hannorer und setzte es durch Vermittelnng yon Cornelius durch, 
nach Düsseldorf zu gehen, wo er Schüler von Karl Sohn und nach dessen Tode 
yon Lasch wurde. Er illustrirte für die Klassikerausgabe der Groteschen Buch- 
handlung Schiller, Goethe, Lessing und andere Dichter mit yielen Bildem yon 
glücklicher Charakteristik, dazu kommen mancherlei kunstgewerbliche und decoratiye 
Arbeiten und Wandmalereien in Düsseldorf, Bochum sowie anderen Städten. Sine hllbeche 
Radierung yon ihm ist ein Blatt Verbotene Passage. 

Grottger, Arthur, polnischer Historienmaler und Zeichner, geb. ll.Noy. 18S7 
in OttTniowice in Galizien, f 13. Dec. 1867 im Pyrenäenbade Amelie-les-Bsins, war 
in seiner Heimath Schüler yon Jul. Kossak, in Wien einer der besten Schüler yon 
Karl Blaas, schuf Illustrationen für Zeitschriften und brachte als erstes cyklisches 
Werk sein Epos Warsawa (1863), dem dann die Cyklen Polonia, Lituania und der 
Krieg folgten, alle 4 Darstellungen der letzten polnischen Erhebungen. Andere 
historische Bilder yon ihm waren: Die Flucht Heinrichs III. yon Aigou aus Polen 
1574 und die Zusammenkunft Sobi^skis mit Leopold I. nach dem Entsatz yon Wien 
bei Schwechat 1683, sowie das Genrebild Gebet yor der Schlacht (1864). — Seine Biogr. 
yon F. M. Aren (1878). 

GroDX, Charles Corneille Auguste de, belgischer Genremaler, geb. 1825 in 
Comines (Flandern), f 30. März 1870, Schüler der Akademie in Brüssel unter Nayes, 
malte anfangs charakteristische Bilder aus dem belgischen Volksleben, s. B. Der 
Faullenzer, Wirthshausstreit, Der Spaziergang (1866), Das Tischgebet, Der Trunkenbold, 
dann aber auch einige historische Bilder, die seinem Talent weniger entsprachen. Br 
empfing 1867 die Medaille, 1860 den Leopoldsorden. 

Groyen, Lanrens, Bildhauer des 16. Jahrb., der nach seinem noch in gothischen 
Formen gehaltenen ehernen Taufgefäss im Dom zu Lübeck yom J. 1466 ein b^eutender 
Meister seiner Zeit gewesen sein muss. 

Gmamoiis, (Gmamonte), ital. Bildhauer der 2. Hälfte des 12. Jahrh., der im 
J. 1166 über dem Portale yon S. Andrea in Pistoja einen Fries yon alterthflmlichen 



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Grober — Grunewald. 96 

Figuren, darstellend die Anbetung der EönigSf wahrscheinlich auch die Fa^ade der 
Kirche entwarf. Von ihm auch der Entwurf der schönen Nordfa^ade der dortigen 
Kirche 8. Giovanni fnori civitas (um 1180) und an dieser Fa^e am Thttrarchitrav 
das noch sehr gelungene Belief des AbendmaüUs. 

Gmber, Frans Xarer. Blumenmaler, geb. 28. Sept. 1801 in Wien, t 1862 
das., Schiller der dortigen Akademie, seit 1832 Professor an derselben, und seit 1849 
Mitglied der Akademie in Mailand. Er malte Bosensträucher, Iris- und Tulpenpflanzen, 
Kamelien und zahlreiche Bilder ausländischer Pflanzen aus den Glashäusern in 
Schönbrunn. 

Gmeber, Bernhard, Architekt und Architekturschriftsteller, geb. 1806 in 
Donauwörth, f 12. Oct. 1882 in Schwabing bei München, widmete sich anfangs auf 
der Akademie in München der Historienmalerei, ^ng aber 1824 zur Baukunst über, 
die er unter Ohlmttller begann, unter dem er sich beim Bau der Aukirche betheüigte. 
Dann leitete er die Vorarbeiten zur Bestauration des Doms in Begensburg und 
wurde 1888 Lehrer an der dortigen polytechnischen Schule. 1884 und 1837 besuchte 
er Italien, gab ein Werk „Vergleichende Sammlungen für christliche Baukunst^ 
(1889—47, 2 Theile) und mehrere Abhandlungen über die Baudenkmäler in Begensburg 
heraus. Infolge der Erbauung eines Prachtsaales im Palast des Fürsten Hugo Salm 
in Prag wurde er hier Professor der Architektur und begann eine ausgedehnte 
künstlerische Thätigkeit, z. B. die gothische Marienkirche in Tumau (1850), Das 
Schloss Blatna (1853—56), die südliche Front des Altstädter Bathhauses in Prag (1856), 
den gewaltigen Quaderbau des Schlosses Gross-Skal und später die Bestauration des 
Domes in Kuttenberg. Unter seinen übrigen literarischen Arbeiten sind zu nennen: 
„Charakteristik der Baudenkmale Böhmens^ (1856), „Baudenkmale der Stadt Kutten- 
berg'' (1861), „Allgemeine Baukunde'' (1863), die sehr schätzenswerthe „Kunst des 
Mittelalters in Böhmen" (1871), Die „Kathedrale des heil. Veit" u. A. Von den Tschechen 
sehr angefeindet, zog er sich 1874 nach Bayern zurück. 

Grfinenwald, Alezander Rudolf, Genremaler, geb. 22. März 1849 auf der 
Bosenau bei Coburg, f im Nov. 1890 in München, ging vom Studium der Theologie zur 
Malerei über, besuchte die Akademie in München, wo er Strähuber, Anschütz 
und Diez zu Lehrern hatte und die niederländischen Kleinmaler studirte. 1875 
machte er eine Studienreise nach England, unter seinen Genrebildern nennen wir : 
BendezYOus nach einer Wildsaujagd (1875), Ende einer Kartenpartie (1876, beide im 
Besitz des Herzogs von Coburg), Beitersknechte, Würfelnde Landsknechte (1877), 
Marodeurs in einer Scheune lagernd u. A. 

Grflnenwald, Jakob, Historien- und Genremaler, geb. 30. Sept. 1822 bei Stuttgart, 
kam 1840 auf die dortige Kunstschule unter Dietrich und Neher, und setzte 
seit 1858 seine Studien in München fort. Nachdem er mit der Historienmalerei begonnen, 
ging er mit grösserem Erfolg zum Genre über, worin er anziehende Motive aus dem 
Volksleben mit feiner Beobachtungsgabe behandelte, z. B. Das Brautpaar bei der 
Grossmutter, Der Hagelschlag bei der Ernte (Museum in Stuttgart), Des Schäfers 
Heimkehr, Der Wirthin Töchterlein (nach Uhland), im Nationalmuseum zu München 
das Freskobild der Schlacht bei Sendung und das grosse Bild für den Speisesaal 
eines Kunstfreundes in München, darstellend die Familie desselben mit den heran- 
schwebenden Genien der 4 Jahreszeiten (1879). 1875 wurde er Professor an der 
Kunstschule in Stuttgart. 

Grunewald, Matthias, altdeutscher Maler, geb. zwischen 1470 und 1480 wahr- 
scheinlich in Ascha£fenburg, f nach 1529. In der stilgemässen Anordnung, der festen 
Zeichnung und der Würde der männlichen Gestalten ist er der fränkischen Schule, 
in dem grösseren Schönheitssinn, in der Fülle der Formen und den Brüchen des Falten- 
wurfs der schwäbischen Schule verwandt. G. wurde schon von dem „deutschen Vasari" 
dem alten Sandrart als einer der eigenartigsten Künstler erkannt und mit dem 
Namen „der deutsche Correggio" bezeichnet. In der That hat G. eine überraschend 
ähnliche Beleuchtungsmalerei, ein Correggio-Helldunkel angestrebt, und geht in seinen 
Farbenproblemen weit über die gleichzeitigen Meister seines Landes hinaus. Sein 
ganzer Vortrag ist viel malerischer, wo jene noch alle Einzelheiten z. B. Haare, in 
harter Zeichnung peinlich genau festhalten, behandelt er die Dinge breit und sucht 
nur die äussere Erscheinung nicht die faktische Form wiederzugeben. Sein sicheres 
Hauptwerk, eines der grossartigsten der altdeutschen Kunst ist der Wandelaltar aus 
der Klosterkirche zu Isenheim im Museum zu Colmar aus dem Jahre 1510 mit einer 
hochphantastischen Versuchung des heil. Antonius. Die Pinakothek zu München besitzt 
von ihm aus der Zeit seiner höchsten Beife die Unterredung des heil. Mauritius 



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96 Öraenler — Grauer. 

mit Erasmos; im städtischen Mnsenm zn Frankfiirt a. M. 2 Altarflti^l mit den 
Gestalten des heil. Lorenz und des heil. Gyriacus. Die übrigen, ihm wohl an- 
geschriebenen Werke sind zweifelhaften Urhebers. 

Grnenler, Ehregott, Historien- und Bildnissmaler, geb. 17. Juli 1797 in 
Zenlenroda (Renss-Greiz), f in Leipzig, Weimarischer Professor und Hoftnaler, malte 
anfangs Historienbilder: Grablegnng Christi (1824), Der Sieg des ChriBtenthoms, 
Napoleon unterschreibt die Abdankungsurkunde zu Fontaineblean, später aber aach 
Thierbilder und Bildnisse, unter letzteren z. B. Karl Maria v. Weber, Goethe, 
Thorwaldsen, Jos. Nep. Hummel und einige Genrebilder. 

GrUtzner, Eduard, Maler des humoristischen Genres, geb. 26. Mai 1846 in 
Grosskarlowitz (Reg. Bez. Oppeln), besuchte das Gymnasium in Neisse, bis er durch 
die Vermittelung des Architekten Hirschberg 1864 nach München kam, wo er Schüler 
der Akademie und Pilotys wurde, der für sein bedeutendes Talent sehr forderlich 
war. Nachdem er für eine Zimmerdecke im Hause Hirschbergs 7 Oelbilder gemalt 
hatte, ergriff er das humoristische Genre und erregte seit 1869 hierin grossen Beifall. 
Zuerst entsanden aus Shakespeares „Heinrich IV.'' die Scene, wie Falstaff in der 
Kneipe der Frau Hurtig sitzt, und andere Scenen aus den „Lustigen Weibern Ton 
Windsor^, aus der „Widerspenstigen Zähmung^ und „Was ihr woUt^. Sein zweites 
Hauptthema waren Schwanke aus dem Leben der Mönche. Dahin gehören alle Arten 
von Weinproben in Einzelfiguren wie in grösseren Gruppen, Das Klosterbraustttbchen, 
Das Abendgebetläuten im Kloster, Die Klosterweinlese, Die Klosterschäfflerei, Der 
schlesische Zecher und der Teufel (1884, neue Pinakothek), Klostergastfreundachaft, 
Ein Basirtag im Kloster und viele Andere. Auch dem JSgerleben weiss er heitere 
Seiten abzugewinnen, z. B. Das Jägerlatein, Die Jagdgesellschaft. In den letsten 
10 Jahren nahm er den Stoff zu seinen Bildern aucn aus anderen Sphären, s. B. 
Der Kunstfreund in seinem Karitätenkabinet, Klosterbibliothek, Verbotene Fracht, 
Zum Marienfeste u. A. Seit 1886 ist er Professor und Lehrer an der Akademie 
in München. 

Grund, Johann, Historien- und Genremaler, geb. 19. Mai 1808 in ¥^en, 
t 5. Aug. 1887 in Baden-Baden, besuchte die Akademie seiner Vaterstadt, vollendete 
seine Studien in Paria und in Rom, liess sich in Karlsruhe und später in Baden- 
Baden nieder. Seine Bilder sind correct und elegant ausgeführt, aber oft sentimental 
und ohne grosse Lebenswahrheit. Es sind unter den Historienbildern Deborah, Hagar 
und Ismael, Judith, Esther, Bttssende Magdalena, Rebekka am Brunnen und einige 
allegorische Gestalten. Ein gerühmtes Genrebild war Gretchen im Kerker, auch 
Einmauerung einer Nonne, Der Geiger und sein Kind (1880, Museum in Altenbnrg). 

Grund, Norbert, Maler, geb. 1714 in Prag, f 1767 das., Schtller seines Vaters, 
bildete sich später in Wien unter Ferg, bereiste Italien und Deutschland und lebte 
dann in seiner Vaterstadt. Im Rudolfinum in Prag befinden sich von ihm mehr als 
100 Bilder des verschiedensten Inhalts, Historien- und Genrebilder, Landschaften, 
Hafenbilder und Bildnisse; im Museum zu Dresden 2 Genrebilder. 

Gmndmann, Franz, Kupferstecher in Mezzotinto, geb. 1828 in Berlin, f schon 
1862 das., Schiller von Lttderitz. Als die besten unter seinen wenigen Blättern 
nennt man Die Kätzchen nach Ed. Meyerheim, WinzerfamiUe nach Karl Begas und 
Die beiden Leonoren nach Karl Sohn. 

Gmndmann. Otto, Maler, geb. 4. Oct. 1844 in Meissen, t 27. Aug. 1890 in 
Dresden, besuchte nier 3 Jahre die Akademie und war Atelierschttler von Jul. Httbner. 
1868 bereiste er Holland und Belgien, besuchte 1869 Paris, betbeiligte sich bei den 
Wandmalereien von Guffens und Swerts im Stadthause zu Tpem und liess sich 
1873 in Düsseldorf nieder, wo er den Auftrag zur Grttndung einer Kunstakademie in 
Boston erhielt. Diesen Auftrag führte er seit 1876 aus und kehrte nach einigen 
Jahren nach Deutschland zurück. Zu nennen sind von ihm sein Selbstbildniss, das 
Bildniss Benjamin Franklins (in Boston), das eines Invaliden des amerikanischen 
Bürgerkrieges, und das Genrebild Sonntagnachmittag. 

Gmner, Wilh. Heinr« Ludwig, einer der hervorragendsten Kupferstecher der 
Neuzeit, geb. 24. Febr. 1801 in Dresden, f 27. Febr. 1882 das., ging von der Theater- 
und Decorationsmalerei zur Kupferstecherkunst über, worin er in Dresden Schüler 
von Ephraim Gottl. Krüger und von 1826—36 in Mailand von Longhi und 
Anderloni war; dort stach er nach Velasquez den spanischen Hirten, nach Ri^hael 
Mengs dessen Bildniss, nach Raffael Giulio de* Medici, nach Vogel v. V^lstein Die 
Anbetung der Hirten, 9 Blätter für Passavants Atlas zu „Raffael v. Urbino*' and 
nach Guercino den heil. Hieronymus. In die Zwischenzeit fallen einige Reisen nach 



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Gninewald — Gniyter. 97 

Sadfrankreich nnd Spanien (1828). 1837—41 verweilte er in Born, wo er nach Baffaels 
M osaikgemälden der Decke der Kapelle Chig^ von Sta. Maria del Popolo die Planeten 
(11 Blätter), nach Overbeck CJhristoB als guter Hirt, Hagar und Ismael in der Wüste, 
die Piet& und Moses vertheidigt die Töchter Jethros, nach dem Bildhauer Crawford 
die Marmorgrnppe des Orphons, nach Mantegna Ohristns an der Säule, nach Baffael 
„Fax Yobiscum^ (in Brescia), nach Pinturicchio das Freskobild der Maria mit dem 
£inde und nach Oonsoni einige Bildnisse stach. 1841 besuchte er England (zum 
zweiten Male) für einen längeren Aufenthalt, zeichnete für den Stich die Baflfaelschen 
Cartons in Hamptoncourt und gab zunächst heraus ,The fresco decorations and stuccoes 
of churches and palaces in Italy during the XV. und XVI. centuries^ (1844) ; sodann 
entstanden in den Jahren 1841—66 : Nach Baffael die zweite Platte des schlafenden 
Bitters (Die erste ftlr Passavants „Baffael*') und Christus am Oelberg, u. s. w. u. s. w. 
1857 nahm er seinen bleibenden Wohnsitz in Dresden, wo er Professor an der Akademie 
und Direktor des Kupferstichkabinets wurde und noch zahlreiche bedeutende Arbeiten 
ausführte, z. B. Stiche nach Baffaels Bekehrung des Saulus, Steinigung des Stephanus u.s.w.; 
ausserdem eine Fülle von Stichen für literarische und artistische Werke, wie Layards 
Werke über Ninive, Gibsons „Original compositions executed in marble", Harfords 
„niustrations of Michelangelo", die „Specimens of omamental art'^ (80 Blätter) und 
Zeichnungen zu Decorationen in ScMössern Englands und Deutschlands. Er erhielt 
die österr. gold. Medaille und besass den Albrechts- und Kronen-Orden. 

Grunewald, GustaT, Landschaftsmaler, geb. 10. Dec. 1805 in Gnadau bei 
Magdeburg, f 8. Jan. 1878, bildete sich auf der Akademie in Dresden 1820—23, wo 
er sich an den Landschaftsmaler Friedrich und an Yölcker anschloss. Später arbeitete 
er in einer Porzellanmanufaktur und zog 1831 nach Amerika, wo er in Pennsylyanien 
und auf gefahrvollen Beisen reiche künstlerische Ausbeute fand. Erst 1867 kehrte 
er zurück und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder, von wo aus er Tirol, die Schweiz 
nnd Italien bereiste. In der Nationalgalerie zu Berlin von ihm eine Abendlandschaft 
(1824) ; andere Bilder, von denen die meisten sich in Amerika befinden, sind : Wald- 
partie, Sonnenuntergang, Partie an der Elbe, Landschaft nach Goethes „Erlkönig'^, 
Wald^ Gegend mit Kuhheerde, Der Niagarafall. 

Grnpeuo, Gabriel de, Bildhauer, geb. 1644 in Geersberge (Ostflandem), f 1730, 
soll Schüler von Artus Quellinus gewesen sein, war anfangs in Brüssel thäüg, 
wo sich von ihm ein Marmorbrunnen mit Neptun und Thetis befindet, später auch in 
Deutschland am Hofe des Kurfürsten Johann Wilhelm. 

Gmss, Johann, Historienmaler, geb. im Anfang des 19. Jahrh. in Schab in 
Böhmen, f 22. Juli 1872 in Wien. Man nennt von mm eine Maria mit dem Kinde 
das ihr eine Lilie reicht, eine Maria mit dem schlafenden Kinde, Johannes d. T. mit 
8 Engeln, die heil. Cäcilia, der heil. Aloisius und eine Geburt Cl^isti. Er war 
Direktor der Galerie des Grafen Harrach. 

Gmgg, Julias Theodor. Landschaftsmaler, geb. 22. Sept. 1825 in Wamsdorf in 
Böhmen, f 12. Mai 1865 in Beichenberg, Sohn und Schüler des Vorigen und Schüler 
der Akademie in Prag. Er war in Teplitz ansässig, zog aber 1864 nach Beichenberg. 
Von ihm im Budolfinum zu Prag Das Traunthal zwischen Lambach und Gmunden. 

Gnist, Theodor, Genremaler, geb. 1859 in Meissen, bezog 1878 die Akademie 
in Dresden, wo er eine Zeitlang Schüler von Theod. Grosse war, sich aber nach- 
her mehr durch eigenes Studium weiter bildete. 1889 zog er nach München, wo er 
das Bild Singende Mädchen malte und nach einem längeren Aufenthalt in Belgien 
und Holland ein grosses Bild Der Confirmanden-Unterricht, sowie Friesisches Waisen- 
mädchen aus Leeuwarden und Bei der Handarbeit lieferte. 

Grnjr^re, Theodore Charles, franz. Bildhauer, geb. 17. Sept. 1813 in Paris, 
trat 1831 indieEcole des beaux-arts, wurde Schüler von Bamey undDumont und 
erhielt 1839 den grossen römischen Preis. Unter seinen oft naturalistischen, aber in 
Gestaltung und Ausdruck edlen Werken, nennen wir: Marius in Carthago (1837), 
DaTid vor Saul singend (1838), Die 7 Heerführer vor Theben (1839), Pandora (1843), 
Mucius Scaevola (1846), Psyche (1855), die Städtefiguren Laon und Arras an der Fa^ade 
des Nordbahnhofes (1864), 2 Sandsteinstatuen für die Kirche St. Augustin, Chactas 
am Grabe Atalas, Beliefs in der Kirche St. Thomas d'Aquin, die Gruppe der mütter- 
lichen Zärtlichkeit an der Neuen Oper, eine Statue des Malers txi^es und eine 
Terpsichore. Durch mehrere Medaillen ausgezeichnet, wurde er 1866 Bitter der Ehren- 
legion und 1875 Mitglied der Acadömie des beaux-arts. 

Gmyter, Jacob Willem, holländ. Marinemaler, geb. 6. Sept. 1817 in Amsterdam, 
t 7. Jan. 1880, Schüler von Herm. Koekkoek. Unter seinen Marinen von klarem, 

▲llgsmsinM Kflüttisp-LeziMn. 8. AoiL 9. Band. 7/ v^^r^lV» 

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98 Gryeff — Gnarienti 

dnrchsichtigem Wasser und guter Lnftperspektiye sind zn nennen : Die Nordsee mit 
FischerfahrEeugen, Ansicht Ton Bremerhaven, Schiffe auf der Maas bei Utrecht (Eonst- 
halle in Bremen), Die 7 Provinzen, Flaggschiff des Admirals de Nes den Besuch des 
Admirals de Rnyter empfangend. 

Grjeff (Grief), Adriaan, niederländ. Landschafts-, Thier- and StlUlebenmaler, 
geb. angeblich um 1670 in Antwerpen, f 1715 in Brüssel, soll, nach seinen Bildern 
zn schliessen, Schüler von Frans Snyders gewesen sein. Von ihm im Louvre 
eine Landschaft mit todtem Wild, ein BUd im Mnsenm zn Lille und in Rotterdam, 
4 in der Eremitage zn St. Petersburg, 2 im Rudolfinum zu Prag. 

Grjglewskiy Alexander, polnischer Architekturmaler der Gegenwart, lebt in 
Erakau, malte poetische Interieurs von trefflicher Perspektive, z. B. Die Kapelle 
Bathory in der Kathedrale von Krakau, Die Kanzel der Stephanskirche in Wien, 
Das Linere der dortigen Kirche Maria Stiegen, Saal im Schloss zu Vilaniew. 

Gsclieidely Maran, Landschaftsmaler, geb. 20. Sept. 1867 in Königsberg i. Pr., 
bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt und in Berlin unter Gude, ging 

Siäter nach Italien. Genannt werden von ihm die Bilder: Am Waldesrand bei 
eringsdorf. Am Wolgast-See, Marmorpalais am heil. See bei Potsdam, Kaiser T^llhelms I. 
Ausfahrt im Thiergarten, Ueberschwemmung bei Wittenberge an der Elbe 1888. 

Gsell, Maria Dorothea Henrica, geb. Graff, Tochter des Architekturmalers 
Joh. Andr. Graff und der Malerin Maria Sibylla, geb. Merlan, Blumen- und Insekten- 
malerin, geb. 1678 in Nürnberg, f 1745 in St. Petersburg, heirathete in Holland den 
aus St. Gallen gebürtigten Bildniss- und Stilllebenmaler G. Gsell, und zog mit diesem 
nach St. Petersburg, wo beide viel für die Akademie der Wissenschaften malten. In der 
dortigen Akademie eine Sammlung von Abbildungen naturhistorischer Gegenstände. 

Gsellhofer, Karl, Bildniss- und Historienmaler, geb. 28. Oct. 1779 in Wien, 
t 17. Mu 1858 das., Schüler der dortigen Akademie unter Füg er, wurde Kammer- 
maler des Erzherzogs Ludwig und 1819 Professor an der Akademie. Von ihm ein 
Altarbild des heil. Martinus in der Kirche zu Aspern, einige Bildnisse und einige 
Radierungen nach Cignani. 

Gnadagnini, Gaetano, ital. Kupferstecher in Bologna, geb. um 1800. Er stach 
Christus am Kreuz mit Maria, Johannes und Magdalena nach Guido Reni, eine Heü. 
Familie nach P. Yeronese und ein Selbstbildniss von R. Mengs. 

GuadagnlBOy s. Andrea, Zoan. 

Gnaldoy Matteo da, s. Matteo da Gnaldo Tadino. 

Gnarana, Jacopo, ital. Historienmaler und Radierer, geb. 28. Oct. 1727 in 
Verona, f 18. April 1808 das., Schüler des Seb. Rizzi und des Tiepolo, bildete 
fAch aber mehr nach Cignani, malte Oelbilder und Fresken. Von ihm ein Fresko 
des heil. Marcus an der Decke der Chiesetta des Dogenpalastes in Venedig nnd 
barocke Fresken an der Kuppel von S. Vitale in Ravenna. Er radierte mythologische 
Blätter nach eigener Composition und lieferte Zeichnungen zu mehreren Kupferwerken. 

Gnardabassi, Gnerrino, ital. Maler, geh 1841 in Rom, Schüler der dortigen 
Akademie von San Luca, arbeitete viel für die Kunsthandlung von Gk>upil in Paris, 
und malte vorzugsweise Genrebilder in Gel und in Aquarell, z. B. Eine Badende, 
Die Taubenmahlzeit, Die Meisterin des Dorfes, Nach dem Todesurtheil, Die wahr- 
sagende Zigeunerin, aber auch Landschaften und Historienbilder, z. B. Christas mit 
den 3 Marien, Die letzten Augenblicke der Beatrice Cenci. 

Gnardassonl, Alessandro, ital. Historienmaler, geb. 1819 in Bologna, malte 
grossartig aufgefasste, sorgfältig gearbeitete Historienbilder, z. B. Tobias, Die Grab- 
legung (äristi und eine Scene aus Manzoms Roman „I promessi sposi** (1862), wofür 
er die goldene Medaille erhielt. 

Gnardiy Francesco, ital. Maler, geb. 1712 in Venedig, f 1793, Schüler von 
Canaletto, malte, wie dieser, Ansichten aus Venedig, aber in kleinerem Maasstabe, 
die grossen Beifall fanden, aber in der genauen Zeichnung den Bildern seines Lehrers 
nachstehen. Von ihm Bilder in verschiedenen Museen und Sammlungen, z. B. in der 
Nationalgalerie zu London der Marcusplatz, im Louvre 7 Bilder, im Museum zu Berlin 
4 Ansichten aus Venedig, im Museum zu Brüssel die Marcuskirche, in welcher der 
neu erwählte Doge vom Volke begrüsst wird, auch in der Akademie zu "V^en und 
im Museum zu Stuttgart ebenfalls Canalbilder aus Venedig. 

Gnarienti, Pietro, ital. Maler, geb. um 1701 in Verona, f 1765, Schüler von 
Giuseppe Maria Crespi, war besonders geschickt in der Nachahmung grosser 
Meister verschiedener Länder, die er selber bereiste. Später kam er nach Dresden, 
wo er Aufseher der Gemäldegalerie wurde. 



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Gnariento -~ Gnde. 99 

Oaarlento, ital. Maler ans Padaa, geb. am 1310, thfttig bis um 1377, zeigte 
in seinen mangelhaft modellirten, aber sorgfältig ansgeftthrten Gestalten noch den 
Einflnss Giottos. Von ihm im Masemn zu Bassano ein Crndfix ans dem J. 1868 nnd 
am alten Eirchthnrm Ton S. Francesco ein Freskobild der Verkfindlgnng, in der 
Kirche der Eremitani zn Padna eine Erönnng Maria, im Chor dieser Kirche Wand- 
fresken der Himmelskreise mit den Planetenbildem, kleinen biblischen Bildern nnd 
dem imäter ttbermalten Leben des Angnstinns. 

Gaariniy GamillOy oder Padre dnarlno^ ital. Banmeister, geb. 1624 in Modena, 
t 1685, baute in Turin die Kapelle del Sndano, die Theatinerkirche S. Lorenzo, die 
Kirche S. Filippo, den gewaltigen Palast Carignano im Barockstil (1680), in Modena 
die Kirche S. Vincenzo nnd in Verona die der Nonnen Ton Ära Coeli. Auch in 
Neapel nnd Messina baute er Kirchen in ausgeprägtem Barockstil des Borromini, 
und yerfasste mehrere philosophische nnd mathematische Schriften. 

OnamaiUM Jacopo, b. Gnarana. 

Gnarnerio, Pietro, ital. Bildhauer, f 11. Febr. 1881 in Mailand durch Selbst- 
mord, machte sich durch zierliche, oft etwas stlssliche oder komische Genrebildwerke 
in Marmor bekannt, z. B. Die weisse Böse, Das Waisenkind, Baifael in seiner Jugend, 
Der Abend (1872, ein Kind das sich entkleidet) und das etwas caridrte Erzwungenes 
Gebet eines Kindes. 

Gnasta. B. dl GioYanni del, s. Benrennto da Siena. 

Gnay^ Jacques, franz. Steinschneider, geb. um 1715 in Marseille, f 1787 in 
Paris, war in der Zeichenkunst Schüler Ton Fran^ois Boucher, studirte 1742 in 
Florenz die grossherzogliche Sammlung geschnittener Steine, arbeitete nach seiner 
Bückkehr in Paris yiel für den König Ludwig XY. nnd wurde Mitglied der dortigen 
Malerakademie. Seine Biogr. Ton Lesurcq ((1874). 

Gabbio, 8. Oderigi da Gabbio. 

Gabe, Helnricli, Medailleur der 1. H&lfte des 19. Jahrb., geb. in Breslau, 
arbeitete in der Medalllenanstalt von Dan. Fried r. Loos, wurde 1829 Mitglied 
der Kunstakademie in Berlin nnd ging als MlinzmedaUleur nach St. Petersburg, wo 
er mehrere sehr gelungene Denkmünzen schnitt. 

Gabitz, Friedrich Wilhelm, bedeutender Holzschneider und Volksschriftsteller, 

feb. 27. Febr. 1786 in Leipzig, f 5. Juni 1870 in Berlin, ging mit seinem Vater 
oh. Christoph G., der Stahlstecher war, nach Berlin, wurde schon 1805 Professor an 
der Akademie, bildete als solcher zahlreiche Schüler nnd brachte die Holzschneidekunst 
in Deutschland wieder zu Ehren. Loidem er dem Holzschnitt gewissermaassen die 
Sorgfalt eines Stiches angedeihen liess, ist er der Yorlttnfer des neuesten Holzschnitts 

geworden. Auch machte er interessante Versuche zur Neubelebung des farbigen 
olzschnitts, wie sein Bildniss der Gräfin Voss, ein Heiland nach Cranach u. A. 
zeigen. Zu seinen gelungensten Arbeiten ist ein Kartenspiel zu rechnen. Er gründete 
1822 die Vereinsbuchhandlung und erlangte als Theaterreferent und Volksschriftsteller 
grossen Ruf, namentlich dur^ das Journal „Der Gesellschafter^, durch kleine Theater- 
stücke, durch seine Gedichte (1860, 2 Bände), das „Jahrbuch deutscher Bühnenspiele^ 
(1822—66) und durch den „Deutschen Volkskalender^ (1886—69) grosse Popularität 
Seine interessanten .Erlebnisse'' erschienen 1869 (2 Bde.). 

Gaccio, AgOBtino di. ital. Bildhauer des 16. Jahrb., geb. in Perugia, schuf 
1469 in S. Domenico daselbst ein grosses polychromes Altarwerk aus Stuck, Terra- 
eotta und Marmorskulptnr. 

Gacht, Johann ran der, Kupferstecher, geb. 1697 in London, Sohn nnd Schüler 
des Michel van der G., nnd Schüler des Stechers Louis Chiron, stach Bilder 
Ton ThomhiU, akademische Figuren von Chiron, in Gemeinschaft mit diesem die 
12 Arbeiten des Hercules nnd in Gemeinschaft mit seinem Bruder Görard eine 
Menge Titelkupfer. 

Gacht, Michel ran der, Kupferstecher, geb. 1660 in Antwerpen, f 1726 in 
London, stach Torzugsweise anatomische Figuren, aber auch Bildnisse, z. B. das des 
Dichters Sayage. 

Gade, Haas Frederik, norweg. Landschafts- und Marinemaler, geb. 13. März 
1826 in Christiania, besuchte dort £e Kunstschule und kam 1841 nach Düsseldorf, 
wo er Schüler der Akademie und 1842—44 Schüler im Privatatelier Schirmers 
war. 1843, 46 und 46 machte er Beisen in die Heimath und studirte die Natur der 
dortigen Gebirge, in deren Darstellung er bald mit grossem Geschick auftrat. Infolge 
der Ereignisse des Jahres 1848 kehrte er in seine Vaterstadt zurück, fand aber dort 
so wenig Anregung zum Schaffen, dass er nach 2 Jahren wieder nach Düsseldorf 



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100 Oadin — Ottldenstein. 

ging, wo nnii eine Periode glänzender Thätifirkeit fttr ihn begann. 1854 wurde er 
als Nachfolger Schirmers Professor der Landschaftsklasse, gab aber 1862 diese Stelle 
anf nnd besuchte Sngland, bis er 1864 an die Ennstschole in Karlsruhe bemfen 
wnrde. Seine Landschaften und Marinen sind natnrwahr nnd poetisch, gelungen in 
Zeichnung, Colorit nnd Belenchtnng, anfangs am schönsten die ans den norwegischen 
Hochgebirgen, später mehr die Seebilder von mhigen oder leicht bewegten Meeres- 
flächen mit Staffage der Strandbewohner. Ans der reichen Zahl seiner ersten 
Düsseldorfer Periode nennen wir: Hochebene mit Rennthieren (1847), Brantfahrt anf 
dem HardangerQord (1848, Figuren von Tidemand), Birkenwald (1848, Nationalgalerie 
in Christiania), 4 Landschaften aas Sogn (1849 nnd 50, Oskarshall bei Christiania), 
Nächtlicher Fischfang (1851, Staffage von Tidemand), Leichenbegängniss im SognQord 
(ebenfaUs Figuren Ton Tidemand). Später folgten: Qebirgsbach (1862), Der Ghiem- 
see, Gegend aus Wales bei Gonway (1865), Norwegische Eflste (1870, Nationalgalerie 
in Berlin), Norwegischer Nothhafen (1873, Eunsthalle in Bremen), Hafen von Christiania 
(im Besitz des Grossherzogs von Oldenburg), Lootsehaus an der norwegischen Küste, 
Motiv vom Niederrhein, Nordischer Sommerabend, der im Aufruhr der Natur so pracht- 
volle Nothhafen an der norwegischen Küste (1880, in Düsseldorf), Einsamer Fischer 
im Sturm, Meeresstille vor der norwegischen Küste (1884), Fischerhafen im südlichen 
Norwegen, Südküste von Norwegen (1886), Die Melde am BomdalsQord (1892). Im 
Herbst 1880 zog er nach Berlin, wo er an der Akademie ein Meisteratelier für 
Landschaftsmalerei übernahm. Er ist Mitglied zahlreicher Akademien, erhielt vielfach 
goldene Medaillen und besitzt mannigfache Orden von Preussen, Oesterreich, Schweden, 
Baden und Oldenburg. 

Gndin, Jean Antoliie Theodore, berühmter franz. Marinemaler, geb. 15. Aug. 
1802 in Paris, f 12. April 1880 in Boulogne sur Seine, Schüler von Girodet- 
Trioson, dessen Richtung er sehr bald verliess, indem er sich den Romantikem 
anschloss. Seine Bilder erregten schon 1822 grossen Beifall, seinen eigentlichen Ruf 
aber begründete er 1831 durch das Bild: Die Rettung der Passagiere des Golombo 
(Museum in Bordeaux), dem dann eine grosse Zahl von Marinebildem von feinem Gefllhl 
für Harmonie der Töne, herrlichem Colorit und geistvoller Staffage folgten. 1838 
erhielt er den Auftrag, die Grossthaten der französischen Marine zu schUdem und 
ging desshalb nach Algerien. Von diesem grossen Cyklus befinden sich 68 Bilder im 
Museum zu Versailles. Dann machte er Reisen in den Orient, nach Russland nnd 
nach Berlin, wo sich in der Nationalgalerie von ihm die Bilder Bretonische Etlste 
nnd Schleichhändler-Feluke befinden (beide 1845). Im Museum zu Leipzig von ihm 
Schiffbruch eines französischen Fahrzeuges an der Eüste von Genua (1837) und 
Bewegte See nach einem Gewitter (1839). Anfangs nach poetischer und malerischer 
Wirkung strebend, z. B. in den Bildern : Die französische Flotte auf der Fahrt von 
Cherbourg nach Brest, Die Ankunft der Eönigin von England in Cherbourg, Die 
Zerstreuung der Armada, Die Eüste von Scheveningen u. A., verfiel er allm&hlig in 
handwerksmässiges Schaffen ohne Ausführung der Details, oder in blosse Bravonr- 
malerei, die nur auf grelle Beleuchtung ausging, so dass er gegen das Ende sunes 
Lebens trotz seiner glänzenden gesellschaftlichen Stellung als Eünstler fast in Ver- 
gessenheit gerieth. 2 seiner besten Werke : Der Brand des Schiffes Kent (1827) und 
Windstoss auf der Rhede von Algier (1835) im Museum des Luxembourg, und im 
Museum zu Stuttgart Der Abend nach dem Sturm. Er radierte auch einige Blätter. 
Er errang sich verschiedene Medaillen, hatte den Orden pour le merite, i^nurde 1828 
Ritter, 1841 Offizier und 1855 Commandeur der Ehrenlegion. 

Gudln, Jean Marie, franz. Kupferstecher, geb. 1782 in Paris, Schüler von 
Desnoyers, stach Angelika und Medor nach Breton, Orpheus und Eurydice vnd 
Der Ursprung der Musik nach Ducis und einige Bildnisse. 

Gu6, Jean Marie Oscar, franz. Maler, geb. 1809 in Bordeaux, f 1. Oct. 1877 
das., Schüler seines Vaters Julien G., stellte seit 1883 seine Genre- und Historien- 
bilder aus, die ihm verschiedene Medaillen eintrugen, z. B. Das alte Pfarrhaus, 
Ludwig von Bourbon vor dem Hofe Franz n. (1842), Yertheilung von Almosen 
(1844), Ruyter und der Gesandte Ludwigs XIV. (1848), Der treue Hüter (1855), 
Christus als Tröster der Betrübten. Er starb als Direktor des Museums seiner 
Vaterstadt. 

Oflldenstein, Albert, Bildhauer, geb. 3. Jan. 1822 in Sontheim bei Heilbronn, 
war Ciseleur bei Schwanthaler in München und wurde 1843 Schüler der Kunst- 
schule in Stuttgart unter The od. v. Wagner. Mit einem Staatsstipendium ging 
er nach Berlin, 1847 nach Rom und nahm 1849 seinen Wohniiti in Stuttgart. Selae 



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GültUnger — Goörard. 101 

Hauptwerke sind die Figuren des Bnumens fttr die Villa des Kronprinzen in Berg 
bei Cannstatt and 3 Thiergrnppen fttr die Wilhelma bei Stattgart. 

GflltUnger (Giltllnger)^ Joliaiiiieg Gutpolt^ Historienmaler, geb. zu Angsbarg 
(?) am 1460 and dort als Meister 1490 ansäs^, f 1622, in Angsbarg thätig. Unter 
den wenigen Bildern, die sicherlich von ihm henlihren, befinden sich zwei Anbetungen 
der Könige in Angsbarg (eine iu Privatbesitz), eine dritte im Loayre ; andere Bilder 
Ton ihm im Hai^ and in St. Petersbnrg. 

Gtndter, Johann Georg, 8. Gtnther, Job. Georg* 

Gn^neplii, Francis Jean BaptistO) franz. Architekt, geb. 26. Jali 1807, 
t im Janaar 1888 in Paris, bildete sich hier anter der Leitang des Jean Marie 
Aagaste G., seines Vetters, erlangte 1837 bei der Goncnrrenz fttr die Errichtong 
eines Pantheons den grossen römischen Preis. Nach seiner Rttckkehr (1842) wurde 
er Architekt der Begierang, restaurirte die Kirche in Montfort PAmaury and wurde 
Mitglied der Jury der £cole des beaux-arts. 

Gu^nepin, Jean Marie Auguste^ franz. Architekt, geb. 1780 in Paris, f 1842, 
Schttler von Peyre, ging nach Erlangung des römischen Preises nach Italien, wo 
er den Plan zu mehreren Gebäuden entwarf und den Triumphbogen des Titus 
restaurirte. In sein Vaterland zurückgekehrt, baute er die Kirche in Noisy le See 
(Dep. Seine et Oise) und den Hochaltar in der Kirche S. Thomas d'Aquin. 1888 
wurde er Mitglied der Akademie. 

Gftnther, Christian Aagust, Badierer, geb. 4. Juni 1760 in Pirna, f 8. Mttrz 
1824 in Dresden, Schttler Ton Adrian Zingg, radierte in geistreicher Weise zahl- 
reiche Blfttter, unter denen genannt werden: der Bagagewagen nach Zingg, eine 
grosse Landschaft mit Vieh nach C. W. E. Dietrich, die Jagd nach JacobBnisdael 
(Museum in Dresden), Prospekt vom Königstein und mehrere Ansichten aus dem 
Plauenschen Grunde. Er malte auch Bildnisse in Pastell. 

Gtnther, Johann Georg, Gem&lderestaurator, geb. 1766 in Altmannstein 
(OberpfaLz), f 1832 in Augsburg, war anfangs in Begensburg und Augsburg Oel- 
und Glasmaler, widmete sich dann der Bestauration Ton Gem&lden, erwarb sich 
hierin grossen Buf und wurde 1829 Inspektor der Galerie in Augsburg, soll aber 
mehrere Bilder von Bubens in München yerdorben haben. 

Gtnther. Matth&UB, Maler, geb. 1706 in Biesenberg (Oberbayem), f 1791 in 
Augsburg als Direktor der Kunstakademie, Schttler von Cosmas Damian Asam 
und Nacmahmer yon Joh. Holzer, malte 1761 die prächtigen Fresken in der Kirche zu 
Gossensass, in der Pfarrkirche zu Witten und in der Abteikirche zu Schwarzach in Franken. 

Gtnther, Otto Edmund, Genremaler, geb. 30. Sept. 1838 in Halle, f 20. April 
1884 in Weimar, war 1868—61 Schttler der Akademie in Dttsseldorf und 1868—66 
in Weimar unter Bamberg und Fr. Preller. 1876 erhielt er einen Buf an die 
Akademie in Königsberg, wo er tief empfundene, gemttthTolle Genrebilder aus dem 
thttringischen Volksleben malte : Der Hochzeitszug in Thttringen, Der Wittwer (1874, 
Natioiudgalerie in Berlin), Streitende Theologen (1876), Im Gefängniss (1877), Die 
Allegorie Jungfrau Lucifer und der Tod (1878), Der letzte Besuch (1879), Die Dorf- 
roTOlte (1881), auch allegorische Bilder im Speisesaal eines Priyathauses in Köln 
und in der Oentralhalle zu Leipzig. 1880 legte er sein Amt in Königsberg nieder 
und kehrte nach Weimar zurttck. 

Gtnther-Amberg. Julie, Malerin, geb. 26. März 1866 in Berlin, Tochter und 
Schttlerin des Malers Wilh. Amberg, später auch Schttlerin yon Gussow. Sie 
malte gemttthliche Scenen aus dem häuslichen Leben, deren Schauplatz oft eine 
Landschaft im Charakter der Gegenden des Ostseestrandes ist, z. B. Schurr-Murr, 
Die Dorfkokette, Sonntagnachmittag, An der Gartenthttr, Herbsttag in Misdroy. 
1886 heirathete sie den ibrzt Dr. Gttnther in Berlin. 

Guöpin, Joseph, firanz. Bildhauer, geb. 1669 in Toulouse, f 1637 das., Schttler 
von Bachelier, yerweilte und arbeitete längere Zeit in der Touraine und schmttckte 
nach seiner Bttckkehr seine Vaterstadt mit zahlreichen mythologischen Bildwerken. 

Gn^rard, Bugen yon, Landschaftsmaler, geb. 1811 in Wien, ging mit 16 Jahren 
nach Italien, wo er sich in Venedig, Mailand, Florenz ausbildete und in Bom Schttler 
Ton GioyanniBassi wurde. Dort schloss er sich den deutschen KttnsÜern an. 1832 
besuchte er Neapel und Sizilien, kehrte nach Deutschland zurttck und Hess sich in 
Dttsseldorf nieder, wo er 1839—46 Schttler yon Schirmer und Schadow war. 
Dann bereiste er Belgien und Holland und wanderte 1862 nach Australien aus, yon 
wo er die deutschen Ausstellungen mit Bildern dortiger Gegenden beschickte. 1882 
kehrte er hochbejahrt nach Deutsehland zurttck. 

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102 Gnerchy ^ Ga6rin. 

Gnerclijy Lonls B^gnler, Marquis de, franz. Baomeister, geb. 1780, f 1858 
in Paris, war vorzngsweise Theaterbanmeister, stellte 1838 das Th6fttre Yandeville 
wieder her, baute cUs Thö&tre da Gymnase und leitete den Baa des Saales der 
Opöra comiqne. 

GaerdnO) eigentlich GioTaimi Francesco Barbieri, genannt G. der Schielende, 
geb. 2. Febr. 1591 in Cento (zwischen Bologna und Ferrara), t 22. Dec. 1606 in 
Bologna, hatte nur die mittelmässigen Maler Zagnoni in Bologna, Gennari in 
Cento und Cremonini in Bologna zu Lehrern, bildete sich aber mehr nach Lod. 
Carracci. 1619 und 1620 arbeitete er in Ferrara, 1621—83 in Bom, 1626 in 
Piacenza und 1632 in Modena. Von üun als eins seiner Jugendwerke im Museum zu 
Brüssel eine Madonna mit Heiligen von 1616, in der Pinakothek zu Cento der heil. 
Petras (1618), in der Galerie zu Modena der gekreuzigte Christus. Seit 1618 malte 
er in S. Bocco zu Bologna ein glänzendes Fresko der Gefangennehmung des heiL 
Bochus und das Oelbild der Auferweckung der Tabitha (Palast Pitt! in Florenz). 
Dann arbeitete er in Ferrara, malte 1620 in Cento das Bild der Binkleidnng des heil. 
Wilhelm (Pinakothek in Bologna) und die Ekstase des heil. Franciscus (im Louvre). 
Säne zweite Periode seiner Thätigkeit begann 1621, als er, nach Bom berufen, sich 
zu einem der grössten Coloristen seiner Zeit erhob. Dahin gehören die Fresken in 
der Villa Ludovisi Aurora mit ihrem Bossegespann und die Rnhmesgöttin Fama, 
sowie sein berühmtes Altarblatt der heil Petronella (Pinakothek des Kapitels). 1623 
kehrte er nach Cento zurück, malte in Piacenza die Kuppelfresken im Dom aus und 
1631 im Palast Sampieri zu Bologna das Deckenbild Hercules und Antäns und 
Hercules als Genius der Kraft. Von ihm femer die Himmelfahrt der Maria (1623, 
Eremitage in St. Petersburg), die 4 Evangelisten im Museum zu Dresden (das 16 Bilder 
von ihm besitzt), Dido auf dem Scheiterhaufen (1631 im Palast Spada), David und 
Abigail im Palast Barberini. 1642 siedelte er ganz nach Bologna über und schuf 
noch eine lange Reihe von Bildern aller historischen Stoffgebiete, die allmählich immer 
mehr die Weichheit und Glätte Guido Renis annahmen. Aus dieser Zeit stammen 
im Museum zu Dresden Cephalus vor der Leiche der Procris (1644), Diana und die 
Königin Semiramis der ein Bote den Aufruhr in Babylon meldet, schon in kälterer 
Farbe die Scene aus Guarinis „Pastor Fido'', Loth mit seinen Töchtern (1650), aach 
zahlreiche Altarbilder z. B. der heil. Bruno in der Pinakothek zu Bologna und der 
heil. Thomas von 1663 in der Sakristei von S. Domenico in Bologna; ebenso 
viele Halbfigurenbilder, z. B. Verstossung der Hagar (1657, Brera zu Mailand) and 
Einzelgestalten. Auch auf dem Gebiete der Landschaft zeigte er sich geschickt in 
Handzeiclmungen. 

Ga6rin, Christophe, Kupferstecher, geb. 14. Februar 1758 in Strassburg, 
t 1830, Schüler von Fr. Müller, wurde CSnservator des Museums in Strassborg 
und Professor an der Zeichenschule daselbst. Seine Hauptblätter sind : nach Raifael 
Der Engel führt den jungen Tobias, nach Correggio Der entwaffnete Amor und eine 
Magdalena, nach Lesueur Die Vision des heil. Benedict, nach Giulio Romano Der 
Tanz der Musen. 

Gaörin. Gabriel Christophe, Maler, geb. 1790 in Kehl, f 20. Sept. 1846 zu 
Hombach in Rheinbayem, Sohn des Vorigen, Schüler von Regnault, wurde Nachfolger 
seines Vaters in der Professur an der Zeichenschule und als Conservator des Museoms 
in Strassburg. Von ihm die theatralischen Bilder: Der Tod des Polynices, (der ihm 
1814 die goldene Medaille eintrug). Die Taufe Christi, Gutenberg mit seinen ersten 
Drackproben. 

Gnörln. Gilles, franz. Bildhauer, geb. 1606 in Paris, f 1678 das., Schüler von 
Lebrun, scnuf im Louvre allegorische Reliefs der Genien der Treue, der Autorität 
und der Gerechtigkeit und andere Bildhauerarbeiten für französische Kirchen and 
Privatbauten und namentlich sehr gerühmte Bildnissreliefs. 

Gn^rln. Jean, franz. Miniaturmaler, geb. 1760 in Strassburg, f 1836 in Epernay, 
Bruder des Christophe G., kam in früher Jugend nach Paris, wo er sich in snnem 
Fach auszeichnete und sich der Protection der Königin Antoinette erfreute, aber 
durch die Revolution vertrieben wurde. Erst unter dem (Konsulat kehrte er zurück, 
lebte in vertrautem Umgang mit Desaix, Rapp und Bemadotte und wurde später 
Conservator des Museums in Strassburg. Zu seinen besten Miniaturbildnissen gehören 
das des Grafen Fries, des Barons Lejeune, des Kaisers Napoleon L und des Gen.- 
Lient Demas. 

Ga^rln, Jean Bapttste Panlin, franz. Historien- und Bildnissmaler, geb. 
25. M&rz 1783 in Toulon, f 19. Jan. 1855 in Paris, ging vom Schlosserhandwerk zur 



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Gnörin — Gaespiöre. X03 

Malerei Aber und erwarb sich 1812 durch das Bild Kam nach dem Tode Abels einen 
Namen. Dann folgteii die dnrch kräftiges Colorit ansgezeiclmeten Bilder: Der 
Leiclmam Christi auf dem Schooss seiner Mutter (1817, Med. 2. El.), Anchises und 
Venus (1822), Vertreibung der ersten Eltern ans dem Paradiese (1827), Der 
gekreuzigte Oiuristus (1834) u. A. Mehr gertthmt als seine historischen Bilder wurden 
seine Bildnisse. 1822 wurde er Professor der Malerei und Bitter der Ehrenlegion. 

Oa^rlB, Pierre Nardsse, franz. Historienmaler, geb. 18. Mai 1774 in Paris, 
t 16. Juli 1833 in Born. Als Schiller von Begnault huldigte er gänzlich der 
antikisirenden Bichtung, die er noch einmal zu Ansehen und Geltung zu bringen 
wnsste. Mit Vorliebe behandelte er daher Gegenstände aus der alten Geschichte von 
dramatischer Bewegtheit und starker Leidenschaft, beobachtete aber die Grenzen der 
grossartigen Würde und kam selten über akademische Kälte und hohles Pathos hinaus. 
Seine zaUreich im Loutto vorhandenen Bilder sind: Das Opfer Tor dem Altar des 
Aeskulap (nach Gessners Idyll), Die Bttckkehr des Marcus Sextus (keine historische 
Person) der die Tochter an der Leiche ihrer yerstorbenen Mutter findet (1799), 
Hippolyt Ton Phädra yor Theseus verklagt (1802), Andromache welche von Pyrrhus 
das Leben des Astyanax erfleht, während Orestes im Namen der Griechen seinen 
Tod fordert (1810), Aeneas erzählt der Dido seine Abenteuer (1813) und lüs der 
letzte Triumph, den er feierte, Elytaemnestra und Aegisthus im Begriff den schlafenden 
Agamemnon zu ermorden (1817). Nachdem er 1802 Italien besucht hatte, liess er 
iidk in Paris nieder, wo er mehrere der genannten Bilder malte und 1822 Direktor der 
firanzösiBchen Akademie in Bom wurde. Bekannt wurde er der Nachwelt durch die 
grosse Zahl seiner trefflichen Schüler, z. B. GF^ricault, Eng. Delacroix, Ary Scheffer, 
Cogniet, von denen aber keiner die Art des Meisters fortführt hat. 1819 erhielt 
er den St. Michaels-Orden, wurde Mitglied der Akademie, 1829 zum Baron ernannt, 
und kurz vor seinem Sterben Offizier der Ehrenlegion. 

Gaerini, GioTanni Francesco, ital. Maler, lebte um die Mitte des 17. Jahrb. in 
Fossombrone als Nachahmer des Carayaggio, malte hier und in der Umgegend zahlreiche 
Bilder, unter denen der heil. Sebastian vor der heil. Irene besonders genannt wird. 

Guenderi. Johann Franz, ital, Baumeister und Bildhauer, der im Anfang des 
18. Jahrh. vom Hof in Kassel beschäftigt wurde und einen grossen Theil der Grotten, 
Wasserfälle und Gascaden in Wühelmshöhe anlegte und eine Mosaiknachbildung der 
Festung Bheinfels begann, die er freilich nicht vollendete. 

Gnerra, Achllle, ital. Maler, geb. 18. Juni 1832 in Neapel, nahm seinen Wohn- 
sitz in Bom, wo er Bilder sehr verschiedenen Inhalts malte, z. B. unter den historischen: 
Baffael und Julius ü., Michelangelo und Vittoria Colonna, Salvator Bosa unter den 
Bftabern, Das Verhör der Beatrice Cend, Die Madonna delle Grazie, Die heil. Therese; 
unter den Genrebüdem : Die Vorbereitungen zur Prozession, eine Osteria in Vietri u. A. 
Viele seiner Bilder kamen nach London, nach Amerika und Australien. 

Guerra, Giovanni, Baumeister und Kupferstecher, geb. 1644 in Modena, f 1612 
in Bom, wo er seit 1671 lebte und anfangs Maler gewesen sein soll. Später widmete 
er sich dem Kupferstich, und stach eine Folge von 48 Blättern unter dem Titel 
„Varie annondature di teste usate da nobilissime dame in diversi dttadi d'Italia^, 
und 2 Blätter Turniere in Wien, machte das Modell zur Scala santa in Bom und soll 
viele SSeichnungen aus dem Alten und Neuen Testament und der alten Geschichte 
fttr den Stich gefertigt haben. 

Gnerra, Giovanni Andrea, ital. Bildhauer, geb. 1668 in Bologna, f 1640. Von 
ihm in der dortigen Kirche S. Bartolommeo das Ornament des Altars und von 
1623 — 26 mehrere Statuen für die Kirche und das Kloster der Benedictiner. 

Gnerra, Ginseppe, ital. Maler, geb. zu Venedig, f 1761 in Bom, Schüler von 
Solimena, malte viele Bilder für Kirchen und Klöster im Königreich Neapel, copirte 
auch Wandgemälde aus Pompeji und Herculaneum, die er fttr Originale ausgab. 

Gaerrinl, Giacomo, ital. Maler, geb. 1718 in Oremona, f 1793, malte fttr die 
Kirche S. Girolamo seiner Vaterstadt die Enthauptung Johannis d. T. und in S. Agostino 
ein BUd aus dem Leben von Joachim und Anna und Maria im Tempel, auch ein Bild 
von ilmi in S. Francesco zu Mailand. 

Gnerti^re, Fran^ois de la, franz. Maler und Badierer, geb. 1624, lebte mehrere 
Jahre in Bom, wo er 17 Blätter nach Baffaels Bildern in den Loggien des Vatikans 
radierte. 

Gnespi^re, Pierre Louis Philippe de la, firanz. Baumeister des 18. Jahrb., 
betheiligte sich beim Bau des neuen Besidenzschlosses in Stuttgart, baute im Bocoeo- 
Stil das Schldsschen Monrepos und 1763—67 das Schloss Solitude. . 

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104 Guet — Gugel. 

Gnet) Charlemagne Osoar, franz. Maler, geb. 24. Jan. 1801 in Meanx, f 29. Not. 
1871 in Paris, Schiller von Herflent nnd Horace Vernet, malte zahlreiche 
Soldatenbilder, Scenen ans der Tomehmen Welt nnd Bildnisse, z. B. Kürassiere der 
Garde, Polizeidragoner, Ein Orgelspieler, Tanz der Gebirgsbewohner, Bildniss 
Lndwiffs Xin., Miäemoiselle de Lafayette nnd viele Andere. Er besass verschiedene 
Medaillen nnd das Bitterkrenz der Ehrenlegion. 

Gflterbock, Leopold, Genremaler, f 21. Mftrz 1881 in Berlin, Schtiler der 
dortigen Akademie nnd Contnres in Paris, machte sich viele Jahre dnrch Bilder 
des Mstorischen nnd orientalischen Genres, die er mit kräftigem Hnmor nnd grosser 
Sorgfalt des Colorits ansftthrte, einen Namen, z. B. Gtoorg nnd Lerse (ans „Götz von 
Berlichingen^), Die Märchenerzählerin, Die Strafpredigt, Ein türkischer Schnhflicker, 
Apotheke ans dem 11. Jahrb., Tmppenwerbnng znr Zeit des 30jährigen Krieges 
(Hanptbild), Golnmbns im Kloster La Babida, Anf dem Bathhanse einer deutschen 
Stadt zn Ende des 80jährigen Krieges, Ein Gartenfest im vorigen Jahrhundert, 
Verbotene Lektüre (Mnsenm in Stettin), Entführung der Bianca Capella u. s. w. 

Guevara, Don Felipe Ladron y, spanischer Maler, geb. um 1510 in Madrid, 
t 1563 das., begab sich mit Kaiser Karl V. nach Bologna, machte hier die ihm sehr 
förderliche Bekanntschaft Tizians und begleitete 1685 den genannten Kaiser anf dem 
Feldzug gegen Tunis. Er schrieb einen Commentar über die Malerei, der 1788 
veröffentlicht wurde. 

Guevara, Don Juan Nino de, span. Maler, geb. 8. Febr. 1682, f 4. Dec. 1698 
in Malaga. Aus einer armen Familie stammend, besuchte er die Schule des Malers 
Manrique und war 1645—48 in Madrid Schüler von Alonso Cano. Man nennt 
als die wichtigsten seiner an die Schule des Rubens und an Alonso Cano erinnernden 
Werke: einen Heil. MichaeL die Himmelfahrt Christi, und eine Himmelfahrt der 
Maria in der Kathedrale von Malaga. Seine Bildnisse sind ganz im Geschmack van Dycks. 

Guffens, Godfroid, belg. Monnmentalmaler, geb. 28. JuU 1823 zu Hasselt, 
erhielt mit seinem Freunde und nachmaligen Kunstgenossen Jan Swerts (s. d.) 
auf der Akademie in Antwerpen einen gemeinschaftlichen Platz und bildete sich hier 
unter de Keys er ans. Dann machten beide Freunde eine Reise nach Italien, wo 
das Studium der Werke Raffaels und Michelangelos den Entschluss in ihnen hervor- 
rief, ihrem Vaterlande zur Wiedergeburt der monumentalen Malerei zu verhelfen. 
Sie bereisten daher die bedeutendsten Kunststädte Deutschlands und arbeiteten von 
nun an beständig zusammen, so dass man später kaum sagen konnte, was G. nnd 
was Swerts gemalt hatte. So wirkten sie, bis Swerts 1874 als Direktor der Akademie 
nach Prag ging. Der erste Auftrag, den sie erhielten, war die Ausschmückung der 
Börse in Antwerpen mit Wandbildern aus der Geschichte des Handels, die, kaum 
vollendet, durch den Brand der Börse 1858 zu Grunde gingen und nur noch in 
Gartens vorhanden sind ; die zweite Arbeit dieser Art war die Ausmalung der Kirche 
Notre Dame zu St. Nicolas bei Antwerpen, wo sie unter räumlich sehr ungünstigen 
Verhältnissen als Hanptgegenstand die Heilsbotschaft und Erlösung gegenüber dem 
Gesetz darstellten. 1858 gingen Beide im Auftrag ihrer Regierung nach München, 
um über die erste grosse deutsche Kunstausstellung zu berichten. Früchte dieser 
Reise waren die kleine Schrift »Voyage artistique en AUemagne'' und die 1859 von 
ihnen in Brüssel veranstaltete Ausstellung der Gartens von Cornelius, Kaulbach, 
Schwind n. A. Noch glänzender als jener Bildercyklus in St. Nicolas waren ihre 
Stereochromischen Wandbilder in der St. Georgskirche zu Antwerpen, wo sie auf 
günstigeren Flächen Scenen aus dem Leben Christi so darstellten, dass das Langhans 
ein Bild der Kirche anf Erden, der Chor ein Bild der Kirche im Himmel gewährte. 
Diesem Meisterwerk folgten die ebenso bedeutenden Wandgemälde aus der flandrischen 
Geschichte im ehemaligen Schöffensaal des Rathhauses in Tpem (1869) und als ihr 
letztes gemeinsames Werk die Bilder im gothischen Saal des Stadthauses in Tpem. 
Danadi von G. allein die Bilder im Ehrensaal des Hdtel de Schild in Antwerpen. 
1871 verlegte G. seinen Wohnsitz nach Brüssel. Aus diesem Jahre stammt sein 
Oelbild Die Rückkehr von der Grablegung Christi im Rudolfinum zu Prag. G. ist 
Mitglied zahlreicher Akademien und Besitzer der Brüsseler Gold. Medaille, sowie 
des Leopolds-, Weiss. Falken-, Roth. Adler-, Zähringer Löwen- und Eichenkronen-Ordens. 

Gugel, Carl Adolf, G^nre- und Bildnissmaler, geb. 12. April 1820 in Bergzabern 
(Rheinpfalz), f 27. Juni 1885 in München, wo er seit 1852 lebte. Die Mehrzahl seiner 
Bilder sind Bildnisse und Aktzeichnungen; unter den Genrebildern sind zu nennen: 
Ein Mädchen nach dem Bade, Eine Fimiilienscene (Neue Pinakothek), Lautenspielerin, 
Hexenfahrt auf den Blocksberg (Bleistiftzeichnung). 

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Guggenberger — Gnidini. 105 

Gnggenberger, Thomas, Historienmskler, geb. 7. An«. 1816 in Mttnchen, 
t 28. April 1882 das., Scbttler der dortigen Akademie unter Jnl. Schnorr, malte 
fast nur religiöse Wandbilder fttr bayrische Landkirchen, zeichnete viel fttr den 
„Kalender fttr katholische Christen^ von 1859, 60 and 61, malte aber in den letzten 
Jahrzehnten seines Lebens wenig mehr. 

Gaglielmelliy Arcangelo, ital. Architekt, Bildhauer und Maler, geb. in Neapel, 
thäüg um 1670, baute daselbst das Kloster und die Kirche Bosariello delie Pigne 
und die Nonnenkirche del Gesü und war gegen das Ende des 17. Jahrb. beim Umbau 
Ton Monte Cassino beschäftigt. 

Guglielnii, Oregorio, ital. Maler, geb. 1714 in Rom, f 1778 in St. Petersburg, 
Schttler von Conca, wurde in seiner Vaterstadt Mitglied der Akademie Ton S. Luca, 
ging aber 1763 nach Dresden und nach Wien, wo sich in Schönbrunn mehrere Bilder 
Yon ihm befinden, dann nach Berlin und 1772 nach St. Petersburg, wo er Fresken 
malte, aber bald nachher starb. Schwächer als in seinen Fresken war er in 
Oelbildern. 

CfngllelmL Lnigi, ital. Bildhauer, geb. im Mai 1884 m Born, Schttler der 
Akademie Ton San Luca, brachte zuerst eine Marmorgruppe Daphnis und Chlo€, dann 
Bnth und Naomi, ein junges Mädchen das einen Hund abrichtet, Eya nach dem 
Sttndenfall, eine Statue der unbefleckten Empfängniss und mehrere Bttsten. 

Gnglielmo, Fra, s. Agnelli, Fra Gngllelmo. 

Gniand) Jacques, franz. Architektur- und Landschaftsmaler der Gegenwart, 
geb. in Chamböry, Schttler von Cogniet, lebt in Paris. Er malt mit Vorliebe 
italienische, spanische und maurische Landschaften mit Bauwerken, z. B. Strasse zu 
San Bemo an der Biviera, die Riva dei Schiavoni in Venedig, Palma auf der Insel 
Majorca u. A. Er errang sich mehrere Medaillen. 

Gaibal, Barth^l^nd. franz. Bildhauer und Baumeister, geb. 1699 in Ntmes, 
t 1767 in Nancy, trat in den Dienst des Herzogs Leopold von Lothringen und des 
Königs Stanislaus, fttr den er eine Gruppe des Neptun und der Amphitrite ausführte, 
auch eine Statue des Königs Stanislaus selber und Ludwigs XV. in Nancy. 

Gnibal, Nicolas, franz. Maler und Baumeister, geb. 89. Not. 1726 inLuneville, 
t 3. NoY. 1784 in Stuttgart, Schttler von Claude Charles in Nancy und seit 1741 
Ton Natoire in Paris. 1749 ging er nach Stuttgart und wurde 1762 Tom Herzog 
Karl Bugen nach Born geschickt, wo er sich unter Baphael Mengs noch weiter bildete. 
Nach seiner Bttckkehr wurde er 1766 Hofmaler in Stuttgart und Direktor der 
Gemäldegalerie, malte im Schloss daselbst ein Deckenbild, ebenso in der Solitude, 
mehrere Bilder im Schloss zu Ludwigsburg, fttr einige Kirchen in Wttrttemberg und 
im Ursusmttnster in Solothum. In seinen letzten Lebensjahren gab er eine Lobschrift 
auf Baphael Mengs (1781) und auf N. Poussin (1783) heraus. Sein erster und bester 
Schttler war der Maler Fttger. 

Onichard, Joseph Alexandre, franz. Marinemaler, geb. 1830 in Marseille, 
t im Aug. 1877, stellte viel in den Pariser Ausstellungen aus, wo seine Bilder 
als naturgetreu und sorgfältig gemalt Anerkennung fanden. 

Gnidetto« italienischer Bildhauer aus Como, fast nur bekannt durch die Ton 
ihm 1204 mit Skulpturen reich gesdmittckte Fa^ade des Domes S. Martine inLucca, 
die sich ttber 3 grossen Bundbogenportalen und 3 Bundbogengalerien zeigt, alle 
Flächen, seiht die Säulenschäfte ttberspannend, neben dem Christlichen allerlei Thiere 
und phantastische Wesen. 

Gkidi) DomenlcO) ital. Bildhauer, geb. 6. Juni 1626 in Torano (Neapel), 
t 28. März 1701 in Born, Schttler yon Finelli in Neapel, betheiligte sich bei dem 
Aufstand Masaniellos, kam dann nach Bom, wo er in die Schule des A 1 g a r d i trat 
Br schuf als entschiedener Manierist Statuen und Grabdenkmäler in römischen Kirchen 
und arbeitete fttr alle grösseren Städte Italiens, fttr den Herzog von Modena, den 
König Ton Frankreich und den König von Spanien. 

Gnidi, BaffaeUo, ital. Kupferstecher, geb. 1640 in Florenz, f im Anfang des 
17. Jahrb., Schttler Ton CornelisCort und der Carracci, steht aber beiden nach. 
Seine Hauptblätter sind Die Grablegung Christi nach Barocdo, Der heil. Hieronymus 
in der Einöde nach Palma Vecchio, Der Sturz des Dädalus nach Cesare d'Arpino und 
einige nach eigener Composition. 

finidl, Tommaso, s. Masaocio. 

GnidlBi. Augusto, ital. Architekt, geb. 1863, widmete sich der Civil- und 
Militärarchitektnr, machte Yiele Studienreisen in Europa und im Orient, betheiligte 
sich bei Mengonis Galerie Vittorio Smanuele in Mailand, baute yiele Paläste und 



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106 Guido — GaUlaaiue. 

'VlUen in der Lombardei und am Comer See, yerfasste konstluBtoriflche Schriften, auch 
über die Fenerbestattongf und eine Biographie des Bildhauers Yincenzo Yela. 

Guido da Gomo, itaL Bildhauer des 13. Jahrb., der Schöpfer der bertthmteu 
marmornen Kanzel in S. Bartolommeo zu Pistoja aus dem J. 1250, an der Brüstung 
mit 8 Reliefs neutestamentlicher Scenen, die schon eine bewusst durchgeführte 
Ornamentik, Formen und Typen von echt religiöser Empfindung, aber noch wenig 
entwickelte Plastik zeigen. Gegen das Ende des Jahrb. soll er au(^ für den Dom 
in Orvieto gearbeitet haben. 

Guido da Siena, ital. Maler der 2. Hälfte des 13. Jahrb., der seit 1278 erw&hnt 
wird. Von ihm aus dem J. 1281 eine Madonna in S. Domenico zu Arezzo. 

GuidobonO) Bartolommeo, Majolicamaler, geb. 1654 in Savona, f 1709 in 
Turin, Schüler seines Vaters, des Majolicamalers Giovanni Antonio G., war 
eine Zeitlang Priester, wandte sich dann zur Kunst und studirte die Werke Correggios 
in Parma. Dann machte er Majolicamalereien und Fresken in seiner Heimath und 
deren Umgegend. 

Gnidotti, Salyatore, ital. Maler, geb. 1836 in Neapel, ging Tom Studium der 
Architektur und der Bechtswissenschaft 1869 zur Malerei über und malte die Bilder : 
Orlando furiose, Ziegen auf der Weide, eine Marktscene, Die Jagd auf Schmetterlinge, 
Eine Rose unter Dornen u. A. 

Gniducd. Angelo. ital. Landschaftsmaler und Badierer, thätig in Born w&hrend 
der 2. H&lfte des 18. Jahrb. Man hat von ihm nach eigenen Oompositionen 2 Bl&tter 
mit einer jungen Bäuerin, Josephns Benedictus Archidux Austriae annos natus XIV^ 
und Joseph ü. als Jüngling von 18 Jahren. 

Goigiiety Adrien, firanz. Maler, geb. 21. Jan. 1816 in Annecy (Sayoyen), 
t 19. Mai 1854 in Paris, wo er Schüler Ton Blondel war und sich nach vielen 
Entbehrungen durch seine Bilder, in denen er Salvator Bosa undDecamps nachahmte, 
einen Namen machte. Unter den vielen von ihm ausgestellten Bildern sind zu nennen : 
Moses auf dem Nil ausgesetzt (1840), Joseph der seinen Brüdern seine Träume er- 
zählt, Hagar in der Wüste, Salvator Rosa bei den Räubern (1844) und einige Bilder 
für den Herzog von Luynes auf dem Schloss Dampierre. — Seine Biogr. von Bulliot 
(1870). 

Guignety Jean BaptiBte, franz. Maler, geb. 1807 in Antun (Saöne et Loire), 
t 1857, Schüler von Regnault und Blondel, malte einige Historienbilder und 
Bildnisse. 

Gnigon, Paul, franz. Landschaftsmaler, geb. in Yillars, f 1871, Schüler von 
Diday und Loubon, malte klare, lichtvoll behandelte Landschaften: Die Durance 
bei Oadenet, Sonnenaufgang an der Durance, Herbstmorgen in Cemay, Landschidft 
aus der Provence u. A. 

Gnilbert. Ernest Charles D^mosth^ne, franz. Bildhauer der Gegenwart, geb. 
in Paris, Schüler von Dumont und Chapu. Unter seinen Bildwerken sind zu 
nennen : Der kleine Rechtspfleger (Bronzegruppe), eine 1879 in Nancy enthüllte Statue 
von Thiera und mehrere meisterhafte Büsten. 1878 erhielt er die Medaille 3. Kl. 

Guillain, Simon, Bildhauer und Radierer, geb. 1654 in Tours, aber jung ver- 
storben, Sohn des gleichnamigen Bildhauers (1599—1679). Er schuf zahlreiche Bild- 
werke, die in der Revolution fast alle zerstört oder zerstreut wurden. Man hat von 
ihm die Radierungen : 20 Blätter aus dem Leben des heil. Diego nach Ann. Carracci 
und F. Albani, 80 unter Algardis Leitung radierte Blätter betitelt Die Ausrufer der 
Stadt Bologna, ebenfalls nach Ann. Carracci. 

Guillaune, Claude Jean Bapt. Eugene, franz. Bildhauer, geb. 3. Febr. 1822 
in Montbard (Cdte d'Or), kam nach Paris in die £!cole des beaux-arts und ins Atelier 
Pradiers. Für sein Erstlingswerk des Theseus der das Schwert seines Vaters findet, 
erhielt er den grossen Preis für Rom und sandte von dort eine Amazone, einen 
Schnitter, Das Grab der Gracchen und 1852 einen sehr beifällig aufigenommenen 
Anakreon. Dann folgten 1853 Die Doppelbüste der Gracchen, für die Kirche 
Ste. Clotilde 4 Reliefs aus dem Leben der heil. Clotilde und Valeria. Noch bekannter 
wurde er durch die Karyatiden und den Giebelschmuck des Pavillon Turgot (1857) 
und durch mehrere Büsten aus den verschiedenen Lebensaltern Napoleons I. Dann 
folgten die Statue Napoleons als Artillerielieutenant, die Musik an der Fa^ade der 
Neuen Oper, die Marmorstatue der Quelle der Poesie, die Gruppe einer römiBchen 
Eheschliessung (1877), die Statue des heil. Ludwig für das Palais de Justice, die 
Bronzestatue des Orpheus, eine sitzende Statue der Andromache (1881) und die weniger 
gelungene Statue Philippe de Girards für Avignon, sowie das Modell einer Statue 



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Guillauine — Gnillen. 107 

Colberts für die Stadt Heims and neaerdings eine allegorische Statue der Keramik 
für die National-Mannfaktar in Sövres. 1865—76 war er Direktor der Akademie 
des beanx-arts. Neben yerschiedenen Medaillen erhielt er 1867 die Ehrenmedaille 
und ward 1856 Ritter, 1867 Offizier und 1875 Commandeor der Ehrenlegion. 

Guillaiime, Edmond, französischer Architekt, geb. 24. Joni 1826 in Valenciennes, 
t 20. «Toll 1894. Errang den Grand prix de Bome, erhielt einen Auftrag zur archäo- 
logischen Forschnng in Klein-Asien, wo er bis 1863 verblieb. Mit dem Bildhauer 
Doablemard schuf er das Monument zum Andenken an die Vertheidigung von Paris, 
jetzt am Place Clichy befindlich. G. war Architekt des Louvre sowie der Tuilerien, 
Professor an der Ecole des beaux-arts, und seit 1866 Bitter der Ehrenl^on. Er 
schrieb eine Geschichte der Kunst und des Ornaments. 

GnlUaume. Fr^re, s. Marcillat, Pierre de. 

Gnillanmet, Gustare, franz. Maler, geb. 26. M&rz 1840 in Puteaux bei Paris, 
t 14. Mftrz 1887 durch Selbstmord, Schüler Ton Abel de Pujol, Picot und 
Barrias, lebte in S^yres und in Paris, bereiste den Orient und Algerien, dessen 
Natur und Bevölkerung einen so tiefen Eindruck auf ihn machte, dass er fast nur 
orientalische Landschaften und Genrebilder malte. Im Museum des Luxembourg von 
ihm Das Abendgebet in der Sahara (1863) und Ansicht von Laghuat im nördlichen 
Afrika; andere Bilder von ihm Ein arabischer Markt, Die Weiber des Douar am 
Flusse (1872, Museum in D^on), Die Feldarbeit an der Grenze von Marokko u. A. 
Er führte auch Aquarelle und Pastellzeichnungen aus. Er ward durch verschiedene 
Medaillen ausgezeichnet und erhielt 1878 das Bitterkreuz der Ehrenlegion. 

Guillaiimot, Auguste Alexandre, franz. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1813 
in Paris, Schüler von Lemattre und von Viollet le Duc, lieferte eine Menge 
architektonischer Stiche zu kunstwissenschaftlichen Werken und Einzelblätter nach 
eigenen Zeichnungen, z. B. Die südliche Vorhalle der Kathedrale von Chartres, 
Skulpturen von Ninive, Panorama von Oran, der Statuenschmuck der Kathedrale 
von Chartres, Der Park von Marly u. a. Ansichten. Er errang sich verschiedene 
Medaillen. — Seine Brüder Claude Nicolas Engine und Louis Etienne arbeiteten 
als geschickte Holzschneider, besonders im ardiitektonisdien Fach für Viollet le 
Ducs „Dictionnaire de Parchitecture firan^aise'^. Auch sie erhielten mehrere 
Medaillen. 

Guillelmus (Wilhelm), Bildhauer, wahrscheinlich ein Deutscher, nennenswerth 
wegen seiner um 1099 gefertigten Beliefs an der Fa^ade der Kathedrale in Modena, 
kindliche, aber sehr lebendige Darstellungen meistens aus der Schöpfungsgeschichte 
und wegen der interessanten Beliefs an der Fa^ade von S. Zeno Maggiore in Verona, 
ebenfalls aus der Schöpfungsgeschichte und aus dem Neuen Testament 

Gniliemain, Alexandre Marie, franz. Genremaler, geb. 16. Oct. 1817 in Paris, 
t 26. Oct 1880 in seinem Wohnsitz Bois-le-Boi (Seine et Marne), Schüler von Gros, 
malte anfangs Scenen aus den mittleren Ständen, später infolge seiner Beisen auch 
aus dem Leben der Bewohner der Bretagne und der Pyrenäen, sowie Jagdstücke. 
Seine Bilder meist von kleinen Dimensionen, oft etwas trocken und hart befinden sich 
in grosser Zahl in Privatbesitz zu Hamburg. Durch verschiedene Medaillen aus- 
gezeichnet, wurde er 1861 Bitter der Ehrenlegion. 

Gnillemard, Sophie, Malerin, geb. 1780 in Paris, Schülerin von Begnault, 
machte sich seit 1802 bekannt durch die historischen Bilder Alcibiades und Glycerion, 
Joseph und Potiphars Weib, auch durch Bildnisse und Genrebilder. 

Gnillemet, Jan Baptiste Antoine, franz. Landschaftsmaler, geb. 1843 in 
Chantilly (Oise), widmete sich anfangs dem Seemannsberufe und der Seemalerei, wurde 
Schüler von Corot, später vonDaubigny und Cour bet, stellte zuerst 1874 eine 
Partie aus Bercy aus (im Museum des Luxembourg), ferner das alte Monaco, Küste 
von Dieppe, Aus der Umgegend von Artemar (Ain), Die Küste von Villers (Calvados), 
Saint-Suliac (He et Vilaine), Partie aus Meudon u. A. 

GniUemot, Alexandre Charles, franz. Maler, geb. 1787 in Paris, f 1831 das., 
Schüler von David, erhielt 1808 den grossen römischen Preis für sein Bild Der 
Arzt entdeckt die Ursache der Krankheit des Antiochns I. in dessen Liebe zu 
Stratonice, malte nach seiner Bttckkehr aus Bom das grossartige Bild der Auferweckung 
des Jünglings von Nain, wofür er 1819 die Medaille 1. Kl. erhielt, den Tod des 
Hippolvt und 1829 die Steinigung des Stephanus. 

Gvillen, span. Bildhauer des 16. Jahrb., arbeitete anfangs an der Kathedrale 
von Toledo und schuf 1648 die prächtigen holzgeschnitzten Thüren und Schränke 
in der Sakristei der Kathedrale Sta. Maria della Sede in Sevilla. 



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108 Gaillon — Gnnezrhainer. 

GiUlon, Adolphe Ir^n^e. frans. Landschaftsmaler, ffeb. 1829 in Paris, Schüler 
von Gleyre nnd Jnles No^l, lebt abwechselnd in V^zelay (Tonne) and in Paris. 
Genannt werden von ihm : Ein schöner Septembermorgen in Morvan, Abendlandschaft, 
Nnssbänme von Cordelle in Yözelay, Hondstage in Nieder-Bnrgond. 

Gilnaecla^ Deodato, ital. Maler der l. Hälfte des 16. Jahrh. in Messina, einer 
der besten Schiller des Polidoro da Carayaggio, nach dessen Tode er mehrere 
seiner nnvollendet hinterlassenen Werke yollendeto. Von ihm in der dortigen Kirche 
Sta. Maria di Basico eine von Carayaggio begonnene Gebart Christi, yon ihm selber 
eine Yerklftrang Christi in S. Salyatore dei Greci. Er bildete eine in Messina lange 
blühende Schale. 

Gnlnamand) Bildhaaer and Mönch, der gegen das Ende des 11. Jahrh. in der 
Kirche St. Front za P6rigaeax das Grab des Kirchenheiligen mit trefflichen Bild- 
haaerarbeiten schmückte. 

Gnisonl. Fermo, ital. Maler des 16. Jahrh. aas Mantaa, thätig yon 1540—68, 
Schttler des Gflalio Romano, nach dessen Cartons er die Befafang des Petras and 
Andreas malte (Dom in Mantaa). Von ihm selber in S. Andrea daselbst der Apostel 
Andreas an seinem Schrägkreaz. 

Giltaliier, Andreas, Bildhaaer, geb. in Friedland in Böhmen, war gegen das 
Ende des 17. and im Anfang des 18. Jahrh. in Prag thätig, wo sich yon ihm die 
Saale der Heil. Dreieinigkeit, aaf dem Hradschin die der anbefleckten Empfängniss 
der Maria and in der Strahowerkirche die Statae des Heil. Hermann befinden. 

Gnitton, Gaston Yictor £doaard, franz. Bildhaaer, geb. 24. Febr. 1826 in 
La Roche sar Yon (Yendöe), ging yon der Jarispradenz zar Bildhaaerkanst ttber, 
and wnrde 1846 in Paris Sdittler yon M6nard and nachher yon Rade. Nachdem 
er 1850 mit dem Heil. Ladwig der einen Yerwnndeten tröstet, debtttirt hatte, bildete 
er sich in Italien weiter aas. Seine Hauptwerke sind : Leander (1857), Der Wanderer 
nnd die Taabe (Bronze, 1861, beide im Loxemboarg), Die Erwartung, Hypatia yon 
den Christen gesteinigt (1863), Amor (Bronze, 1866), Eya mit der Schlange (1875, 
im Jardin des Plantes za Paris), die Gipsgrappe der yon der Gerechtigkeit beschützten 
Unschald (1876) and mehrere treffliche Büsten. 1857 and 1861 Medaille 2. Kl. 

Gnizzardiy Giaseppe, ital. Maler, geb. 1779 in Bologna, f 1867 das., der 
nar bekannt ist darch sein treffliches Bild eines Aeskalap in der Akademie seiner 
Yaterstadt, nnd sich später der Restaurirang alter Bilder widmete. 

Gnldenmandt, Hans, Formschneider, geb. in Nürnberg, wo er zwischen 1518 
and 1545 thätig war. Eines seiner Haaptblätter yon 1526 die angeblich yon A. Dürer 
entworfene sinnbildliche Darstellnng des Weltlaafes, ferner die grossen Blätter mit 
dem Trinmph Kaiser Karls Y., 15 Blätter der Trappen Solimans aas der Belagerong 
yon Wien 1529, zwei yerschiedene Folgen deatscher and schweizerischer Landsknechte 
ans den Kriegen mit Frankreich 1507—24, Bildnisse yon Franz I., König yon Frankreich, 
des Markgrafen Albrecht yon Brandenbarg and des Hans Sachs im Alter yon 51 Jahren! 

Gomerj, Charles Alphonse, franz. Bildhaaer der idealen Richtnng, geb. 

14. Jnni 1827 in Paris, f 20. Jan. 1871, Schüler yon Toassaint, erlangte 1850 
den grossen Preis für Rom, wo er seine Ansbildang yollendete. Unter seinen trefflichen 
decoratiyen Werken sind za nennen: die Stataen der Wissenschaft nnd der Jaris- 

Sradenz für das Denkmal des Präsidenten Fayre in Chamböry, die yergoldete Grnppe 
er lyrischen Poesie mit den Masen and den Genien des Rahmes an der Fa^ade der 
Neaen Oper in Paris nnd andere ideale Gebilde yon grosser Anmnth. Er warde 
1855, 57, 59 and 1868 darch Medaillen aasgezeichnet. 

Gnmlely Pedro, span. Architekt aas Alcal&, baate dort gegen das Ende des 

15. Jabrh. das Colleginm des heil, üdefons in spätgothischem Stil mit grossen Höfen 
and Säalengängen yon dorischer, jonischer nnd componirter Ordnnng, aach die dam 
gehörige Kirche. 

Crutpy Georg Anton, Architekt, geb. 1670 in Innsbrack, f 1780, bildete sich 
in Italien aas, worde Hofbaameister and baate im Barockstil in seiner Yaterstadt 
das Gymnasiam and in Gemeinschaft mit Claadias Deleyo die St Jakobskirche 
(1722 and 28). 

Gimdelaoli, Katfh&iiB, s* Gondolaeh. 

Gimeirliaiiier, Johann, Banmeister inMünchen, f 1763, baate im Stil derdamaligen 
Zeit das yom Banmeister Andreas Wolf (f 1719) begonnene Kloster Scheftlarn. 
Sein frühester Baa ist 1722 das Hotel za den 8 Mohren in Aagsbarg ; yon ihm stammt 
auch der Entwarf des prächtigen Palais Törring (1740, jetzt Oberpostamt) in 
München and die dortige onbedentendere Damenstiftsldrche. 



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Gnnkel — Gaüiers. 109 

Gnnkely Friedrieh, ffistorienmaler, geb. 1820 in Kassel, f 24. Febr. 1876 in 
Rom durch Selbstmord, Schüler der Akademie seiner Vaterstadt, malte in Rom grosse 
Historienbilder im Geist des Comelins, z. B. Die Arminsschlacht im Teatobarger 
Walde (1864, im Maximiliannm zu Mtinchen), Die Schlacht am Granikas zwischen 
Alexander d. Gr. und Darios (Galerie Schack in München), Die Auferstehung Christi, 
Odysseus von Leukothea gerettet (Oarton), Die Gründung yon München (National- 
museom das.). 

Gunst) Pieter Tan, holländ. Kupferstecher, geb. 1667 in Amsterdam, f 1724. 
Er stach 9 Bl&tter mit Liebschaften der Götter nach Tizian, 5 Blätter mit den 
Schlachten Alexanders d. Gr. nach Lebrun, und zahlreiche Bildnisse nach vanDyck, 
y. d. Werff und G. Kneller. 

Gurky Eduard) Maler, eeb. 1802 in Wien, f 1841, Schüler der dortigen Akademie, 
machte im Gefolge des Erzherzogs Friedrich die Expedition nach Syrien mit, und 
malte yiele dortige Punkte, starb aber an der Pest. Von ihm im Besitz des österr. 
Kaisers yiele architektonische Aquarelle. 

Gurlitt, Heinr. Louis Theodor, Landschaftsmaler, geb. 8. März 1812 in Altena, 
wurde 1829 in Hamburg Schüler yon Bendixen, setzte 1832 seine Studien in 
München fort, besuchte 1835—38 die Akademie in Kopenhagen und bereiste yon dort 
Skandinayien und Jütland. 1889 besuchte er Tirol und Oberitalien, lebte wieder in 
Kopenhagen, wo er Mitglied der Akademie wurde, ging 1848 nach Düsseldorf und 
bald nachher nach Unteritalien und Sizilien. Nach seiner Bückkehr lebte er bis 1848 
in Berlin und ging 1861 nach Wien, yon wo aus er Dahnatien, Italien und Griechenland 
besuchte. 1860 zog er nach Gotha, bereiste 1868 Spanien und Portugal, liess sich 
1873 in Dresden nieder und nahm dann seinen Wohnsitz in dem benacm)arten Plauen. 
Unter seinen zahlreichen, nach der Natur der yon ihm bereisten Länder sehr 
yerschiedenen Landschaften sind die auch durch die Farbenpracht schönsten die des 
Südens, z. B. Die krissäische Ebene in Griechenland, Ebene bei Theben, Römische 
Campagna (1846), Landschaft aus dem Albaner Gebirge (1860, Nationalgalerie in 
Berlin), Der Nemisee, Abend im Kloster Busaco in Portugal (1875, Museum in Dresden), 
Buchenwald am Plöner See, Kellersee in Holstein (1865, beim Grossherzog yon 
Oldenburg), Jütländische Landschaft (1882) und yiele Andere. Er ist Professor der 
Malerei imd Mitglied der Akademien yon Madrid und Kopenhagen. 

Gnsmann. Adolf, einer der besten Formschneider der Gegenwart, der seit 
1840 folgende Hauptblätter lieferte: Napoleon auf dem St Bernhard nach Dayid, 
Psyche und Zephyr nach Prud'hon, Die göttliche Gerechtigkeit und die Rache nach 
demselben, Der yon Engeln getragene Leichnam der heil. Katharina nach Mücke und 
zahlreiche Blätter in illustrirten Werken. 

GussoW) Karly Genremaler, geb. 25. Febr. 1843 in Hayelberg, bezog die Kunst- 
schule in Weimar, wo er sich an Arthur y. Ramberg anschloss, der sowie später 
Pauwels, in coloristischer Beziehung einen wohlthätigen Binfluss auf ihn ausübte. 
1867 ging er nach München, wo ihn aber die Schule Pilo^s nicht zu fesseln yermochte, 
so dass er nach einer Studienreise in Italien nach Weimar zurückkehrte. Infolge 
seiner ersten kleinen Genrebilder (1870) wurde er Professor an der dortigen Kunst- 
schule und entfaltete hier und seit 1874 an der Kunstschule in Karlsruhe eine 
bedeutende Lehrthätigkeit. I^äter wurde er an die Akademie in Berlin berufen, wo 
er 1876 in seinen Genrebildern Das Kätzchen, Der BlumenAreund und Verlorenes 
Glück einen entschiedenen, zum Theil fast caridrenden Realismus und ein meisterhaftes 
Colorit zeigte; sein ganzes Streben gipfelt in der Charakteristik durch die "V^kungen 
der Farbe. Ganz anders das scherzhafte Bild Die Venuswäscherin und 1877 das 
coloristisch meisterhafte Bild Wiläommen, das in seinem Realismus fast an der 
Grenze der Wirklichkeit steht. Dazu kamen später noch das Bild Die beiden Alten 
und mehrere Bildnisse, z. B. das der bekannten Schriftstellerin Ossip Schubin (Aloysia 
Kirschner), des Dichters Jul. Wolff und des Architekten Paul Wallot. 

GntekuBst^ Johann Gottlob, Maler, geb. 1801 in Tübingen, f 1868 in Stuttgart, 
bildete sich 8 Jahre in Italien, schmückte das Landhaus Rosenstein bei Stuttgart mit 
8 anmuthigen Fresken aus dem Mythus yon Amor und Psyche und malte Bildnisse. 
Seit 1849 yerband er die Photographie mit der AquarellmalereL 

Guthersy Karl, Maler, geb. 1844 in der Schweiz, kam mit seinen Eltern 1851 
nach Nordamerika, wo sich sein Vater, ein Bildner in Terracotta, dessen Schüler er 
wurde, in Cincinnati niederliess. Dann aber widmete er sich, in Memphis (Tennessee) 
der Bildnissmalerei, ging 1868 nach Paris und trat in die Ecole des beaux-arts. Beim 
Ausbruch des Krieges 1870 ging er nach Belgien, studirte in Brüssel und Antwerpen 



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110 Gntierrez — Guzzardi. 

and Hess sich 1871 in Born nieder, wo er als sein erstes bedeutendes Bild Das 
Erwaciien des Frühlings malte. 1873 kehrte er nach Amerika zurück and zog 1874 
nach St. Loois. Neben zahlreichen Bildnissen sind za nennen die Bilder Ecce homo, 
Abend am Nil and eine Sappho. 

Gntierrez, Juan Simon, span. Maler des 17. Jahrb., war 1664—72 Mitglied 
der Akademie in Sevilla. Von ihm im dortigen Moseam 4 nicht anbedeatende Bilder 
aas dem Leben des heil. Dominicas. 

Gattenberg, Heinrich, Eapferstecher and Radierer, geb. 29. April 1749 in 
Wöhrd bei Nürnberg, f 16. Jan. 1818 in Nürnberg, Schüler seines Bruders Karl G., 
und von J. G. Wille, wurde durch seine Schüler Friedrich Geissler und Albert Reindel 
der Begründer der neueren Nürnberger Stecherschule. Er lebte lange in Paris. Zn 
seinen besten Blättern gehören: Nach Baroccio Die Buhe auf der Flacht nach 
Aegypten, nach Dietrich Die Auferweckung des Lazarus, Die Rückkehr des verlorenen 
Sohnes, Die Taufe des Kämmerers aus dem Mohrenlande durch Philippus, nach 
Rubens Die Kreuzabnahme, nach Cigoli Die büssende Magdalena, nach J. M. Moreau 
Die letzten Augenblicke Rousseaus und einige Bildnisse nach Rembrandt und 
Tan Dyck. 

Gattenberg, Karl, Zeichner und Kupferstecher, geb. 21. Aug. 1748 in Wöhrd 
bei Nürnberg, f 1792 in Nürnberg, Bruder des Vorigen, Schüler von Preisler und 
Wille, lebte seit 1780 in Paris bis die Revolution ihn zur Rückkehr in sein Vaterland 
veranlasste. Seine Hauptblätter sind : Der Ausbruch des Monte novo nach Fragonard, 
Der Chemiker nach Mieris, Der flämische Tanz nach P. van Mol, Der öffentliche 
Schreiber nach Pierre Alexandre Wille, Wilhelm Teil auf dem Vierwaldstätter See 
nach Füssli, Die holländische Abendgesellschaft nach Rembrandt und einige Bildnisse. 

Gattmann, Jakob, Bildhauer, geb. 1811 in Arad, bildete sich seit 1833 als 
Autodidakt zum Graveur, trat 1843 in die Akademie in Wien, widmete sich der 
Plastik und ging nach Rom, wo er eine Büste des Papstes Pias IX., Grabdenkmäler 
und andere Büsten verferticfte. 1867 verfiel er in Irrsinn. 

Guj, Seymonr Joseph, Genremaler, geb. 1824 in England, begann hier seine 
künstlerische Ausbildung und zog 1854 nach New-Tork, wo er von der Bildniss- 
malerei zum Genre überging und in der Darstellung der Kinderwelt grosse Brfol^^ 
erzielte. Seine lebensvollen Bilder sind von glänzendem Oolorit, aber oft zu minutiös 
in den Details. Seine besten Bilder sind Die gute Schwester (1868), Der kleine 
Fremdling, Das Spiel auf der Maultrommel (1870), Der Gang zur Oper (1874), Die 
erste Liebesarbeit (1876), Das Schlafengeben der Kinder. 1865 wurde er Mitglied 
der Akademie in New-York und 1866 Mitglied der amerikanischen Aquarelli^n- 
Gesellschaft. 

Gayard, Laurent, franz. Bildhauer, geb. 1728 zu C!haumont en Bassigny 
(Marne sup^rieure), f 1788 in Carrara, widmete sich auf Anregung Voltaires der 
Malerei, ging aber bald unter seinem Landsmann Bouchardon zur Bildhauerkunst 
über, erhielt 1750 den grossen Preis für Rom, copirte hier nach antiken Meister- 
werken und schuf in Paris eine Statue des ruhenden Mars. Später wurde er an den 
Hof von Parma berufen und arbeitete in Carrara an einem Denkmal des heil. Bernhard 
für die Abtei Clairvaux. — Seine Biogr. von Vamey (1861). 

Gaybert, ITicoias, franz. Bildhauer des 16. Jahrb., geb. in Chartres, Schüler 
des Jean Soulas, schuf 1542 für die dortige Kathedrale Notre Dame eine wohl- 
gelungene Gruppe der Taufe Christi und die bald nachher durch die Anhänger der 
Reformation zerstörte Ausschmückung des Hochaltars in der Kirche zn Ablis 
(Ile de France). 

Gayski, Marceil, Bildhauer der Gegenwart, thätig in Krakau, ist vorzugsweise 
Porträtist, der in seinen Büsten die Vorzüge der klassischen und der modernen 
Auffassung vereinigt und namentlich in seinen Frauenbüsten aasgezeichnet ist. Er 
arbeitet stets in Marmor. 

Gnzman. Don Josef Gobo y, span. Maler, geb. 1666 in Jaen, f 1746 inCordova, 
Schüler von Yalois und Nachahmer des Seb. Martinez. Er malte in Kirchen nnd 
KlGstem von Cordova. 

Gozzardl, Giuseppe, ital. Maler der Gegenwart, geb. bei Catania, erhielt seine 
Ansbüdung auf der Akademie in Florenz, malte 1875 das Altarbild der heil. Jungfrau 
auf Golgatha (Kathedrale von Ademo, Prov. Catania), 1876 eine oft von ihm wieder- 
holte ländliche Idylle, Müssige Augenblicke, eine Scene aus dem 17. Jahrb., Eine 
Gavalcade, Die Toilette des Grossvaters (1880), Der ungleiche Kampf und andere 
Genrebilder, die auch nach Deutschland, England und Amerika kamen. 



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GoKzone — Haag. Hl 

Qnzzone, Sebastiano, ital. Maler, geb. 1856 bei Catania, Schiller der Akademie 
TOn San Laca in Born, begab sich 1878 nach Paris und London, wo er zahlreiche 
coloristisch bedeutende Genrebilder malte, darunter z. B. Der prttmiirte Sieger im 
Tomier, Hamlet der die Geschenke der Ophelia znrttckweist, Die Vorstelltmg der 
Braut, Der Erstgeborene, Petrarcas Tod in seiner Bibliothek zn Axqak bei Padna. 

GysaertSy vnaltems, niederl. Blnmenmaler des 17. Jahrb., trat 1670 in die Lncas- 
gilde zn Antwerpen. Von ihm im Beichsmnsenm zn Amsterdam eine Blomengnirlande. 

Gysbrechis, Gomelins, Maler, der im Anfang des 17. Jahrb. in Hamburg 
lebte. Von ihm in der Galerie zu Augsburg ein allegorisches Büd der Vanitas. Er 
war auch im Stillleben ausgezeichnet. 

Gysels, Pleter, niederl. Landschaftsmaler, geb. im Dec. 1621 in Antwerpen, 
t 1690 das., Schüler des Jan Boots, trat 1642 in die dortige Gilde, malte als 
Nachahmer Jan Brueghels vorzugsweise Landschaften, Ton denen sich eine grosse 
Zahl im Museum zu Dresden, ein sicheres Bild im Museum zu Berlin und eins im 
Stftdelschen Institut zu Frankfurt a. M. befinden, während dagegen die inm zuge- 
schriebenen Stillleben, Blumen- und Fruchtstficke wahrscheinlich von einem jüngeren 
Peter Gysels herrühren. 

Gjsls, Nlcolang, griech. Historien- und Genremaler, geb. 1. Mttrz 1842 auf der 
Insel Tinos im Archipelagus, kam aLi Knabe nach Athen, wo er Zeichenunterricht 
erhielt und Tom 17.— 21. Jahre die polytechnische Schule durchmachte. Dann setzte 
er seine Studien in München fort, trat in die Akademie und war 4 Jahre Schüler 
Pilotys. Auf sein erstes bedeutendes Bild Joseph in Aegypten als Traumdeuter 
folgten Judith am Lager des Holofemes, Die Hundevisitation, Die Waisenkinder und 
als Preisaufgabe der Akademie Die Wirkung der Sedansnachricht. 1872 kehrte er 
nach Athen zurück und bereiste Kleinasien. Bine Frucht dieser Heise war sein 
bekanntes Bild Der Hühnerdieb in Smyma (Mus. in Dresden). 1874 zog er wieder 
nach München und brachte unter der Aegide Pilotys mehrere orientalische Genre- 
bilder, von denen die bekanntesten sind : Maler auf der Studienreise im Orient, Kinder- 
yerlobung in Griechenland, das Bild Schwere Stunden sehr traurigen Inhalts und seit 
den 80er Jahren auch grössere allegorische Darstellungen, z. B. Die Kunst und ihre 
Genien. Seine yorzügUchsten Bilder sind die aus seiner griechischen Heimath und 
dem Morgenlande. Seine 1888 in München ausgestellte Frühlingssymphmüe zeigte 
eine wunderbare feine Stilisirung in Form und Farbe. 



H. 

Haaeh, Ludwig^ Historienmaler, geb. 8. Nor. 1813 in Dresden, f 24. Mttrz 
1842 in Rom, trat in die Porzellanmanufaktur in Meissen und 1880 in die Akademie 
in Dresden, bezog 1887 die Akademie in Düsseldorf unter Th. Hildebrandt und 
ging 1841 nach Italien. Schon 1836 begann er die enkaustische Ausmalung eines 
Saales im Hause des Buchhändlers Barth in Leipzig mit Bildern der geselligen 
Häuslichkeit, malte die Söhne Jakobs, die ihrem Vater den blutigen Bock Josephs 
bringen, Christus auf stürmischem Meere (Hauptbild), Blieser und Bebekka und die 
unvollendet gebliebenen Heil. 3 Könige vor Herodes. Von ihm auch 8 Radierungen 
und 2 Lithographien. 

Haag) fieorg Mareel, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1652 in Bopfingen 
(Württemberg), f 1719 das., Schüler von Schönfeld in Augsburg, bildete sich seit 
1674 in Rom und später in Venedig unter dem Einfluss TOn Paolo Veronese. 
Dann malte er 1682 für die HauptlArche in NördUngen Ohristi Fusswaschung durch 
Magdalena, in Bopfingen das Epitaphium seines Vaters und einige Bildnisse. 

Haag, Karl, Aquarellmaler des ethnographischen Genres, geb. 20. April 1820 
in Erlangen, besuchte seit 1887 die Kunstschule in Nürnberg und bildete sich weiter 
in München und in Rom, kam dann 1847 nach England, wo er sich ganz der Aquarell- 
m^erei widmete. Zur Erweiterung seines Stoffgebiets bereiste er Italien und den 
Orient und malte ethnographische Bilder von charakterToUer Auffassung und meister- 
haftem Helldunkel. Zu den bedeutenderen gehören: Der Schreck in der Wüste, 
Gefahr in der Wüste, Andacht eines Beduinen, Die Sphinx Ton Gizeh und die 
Pyramide des Cheops, Grosses Panorama von Palmyra, Abend in Balmoral, Die 
königliche Familie den Lochna-Garaidh (Grafschaft Aberdeen) besteigend und die im 



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112 Haan — Haas. 

deutschen Klub 1876 aasgestellten 88 Stadien, Skizzen and ansgeftthrten BUder. 
Er lebt als Hofinaler des Herzogs von Sachsen-Cobarg-Gotha in Hampstead bei 
London and ist Mitglied der GeseUschaft der Londoner Aqaarellisten. 

Haan, Antoiiy angarischer Maler, geb. 1826 in Bök^s-Csaba, wurde auf der 
Akademie in Wien Schttler von Kupelwieser und ging dann nach Italien. Lm 
Museum zu Budapest Ton ihm ein Bild der Leda mit dem Schwan, ein Genrebild, 
ein Bildniss des Papstes Pius IX. und einige Oopien nach Bildern Raffaels. 

Haanebrink, WlUem Albertus, hoUänd. Maler, geb. 1762 in Utrecht, f 1840, 
machte sich eine Zeitlang bekannt durch gute Gesellschaftsstttcke. Br war Mitglied 
der Akademie von Amsterdam. 

Haanen, Adriana Tan, Blumen- und Stilllebenmalerin, geb. 16. Juni 1814 in 
Osterhoudt (Nordbrabant), Schwester des Remi v. H., malte mit breitem Pinsel, 
z. B. Blumen am Bach, Trauben aus Palästina, Blumen und Früchte u. s. w. 

Haanen. G^cil yaii, Genremaler, geb. im November 1844 in Wien, Sohn und 
Schiller des Kemi v. H., auch Schttler von van Lerius und von Verlat in 
Antwerpen, ging 1873 nach Venedig, wo Passini sein Vorbild wurde und nahm 
nachher seinen Wohnsitz in England, wo er grossen Beifall fand. Eines seiner 
alteren Bilder sind die gut chara^terisirten Perlenarbeiterinnen (1876), die ihm die 
MedaUle eintrugen, später (1883) das Genrebild Der verliebte Schuster. 

Haanen, EUsabetli AUda, verehelichte Eiers, hoU. Genremalerin, geb. 1809 
in Utrecht, f 1845 in Amsterdam, Schülerin ihres Bruders Georg Gillis vanH., 
malte ansprechende Genrebilder aus dem häuslichen Leben, z. B. Holländische Bäuerin, 
Mittagsgebet eines alten Ehepaares u. A. 1838 wurde sie Ehrenmitglied der Akademie 
von .^sterdam. 

Haanen, Georg Gillis, holländ. Maler, geb. 23. Aug. 1807 in Utrecht, f 1876 
in Amsterdam. Schüler seines Vaters Kaspar van H., wurde 1835 Mitglied der 
Akademie in Amsterdam. Er malte Architektur- und Hafenbilder, Landsclulften and 
Genrebilder häufig mit Lampen- und Kerzenlicht, die sehr beliebt waren. Dahin 
gehören: Winterlandschaft (1840, Neue Pinakothek in München), Holländische Hans- 
nur (1841, Museum in Leipzig), Abendschule, Inneres einer Kirche, Feuersbrunst in 
einem holländischen Hafen und mehrere Mondscheinlandschaften. 

Haanen. Reml van, holländ. Landschaftsmaler und Radierer, geb. 5. Jan. 1812 
in Oosterhoudt (Nordbrabant), f 13. Aug. 1894 in Aussee, Schüler seines Vaters 
Kaspar van H. und des Jan v. Ravenswaay in Hilversum, bereiste einen 
grossen Theil von Europa, lebte in Frankfurt, London, St Petersburg und Hess sich 1836 
in Wien nieder. Er malte Wald- und Winterlandschaften, darunter viel Mondschein- 
bilder, in Oel und in Aquarell, die meistens poetisch angelegt und gut durchgeftthrt 
sind. Bedeutend sind darunter: Landschaft aus der Theissgegend, Winterlandschaft 
(1835, Nationalgalerie in Berlin), Eichenwald im Winter (Eudolfinum in Prag), Partie 
in Gelderland, Waldinterieur, Gewitter nach Sonnenuntergang und viele Andere. 
Auch seine Radierungen nach eigener Zeichnung sind ausschliesslich Landschaften. 
Er war Mitglied der Akademien von Amsterdam, Wien, Mailand, Venedig und 
St. Petersburg und Ritter der Eichenkrone. 

Haansberge, §• Haensbergen. Johannes van« 

Haarlem, Geertgen (Gerhard) van. genannt Sliit Jans, Maler der 2. Hälfte 
des 15. Jahrh. in Haarlem, Schüler von Alo. v. Ouwater, malte für die Johanniter- 
Ordens-Gomthurei in Haarlem ein Triptychon, von dem sich im Hofmuseum zu Wien 
die Flügelbilder der Kreuzabnahme und der Geschichte der Gebeine Johannis d. T. 
befinden, die an die Malweise des Qu. Massys erinnern; im Rudolfinum zu Prag ein 
Flfigelaltar mit dem Mittelbilde der Anbetung der Könige. 

Haas, Jean Hubertus Leonardns de, holländ. Thiermaler, geb. 23. März 1832 
in Hedel (Nordbrabant), f 16. Aug. 1880 in Brüssel, Schttler des Jan van Oos in 
Haarlem, widmete sich hier der Landschafts- und Thiermalerei, und zog 1857 nach 
Brüssel, wo er glänzende Erfolge errang, z. B. 1861 durch das tragische Bild Nach 
der Ueberschwemmung. Unter seinen warm und kräftig colorirten Thierbildem sind 
zu nennen: Pferde bei Regenwetter, Junger Stier an der Fähre, Landschaft mit Vieh 
bei Amheim, das humoristische Aquarell: Trio von Eseln, Die 3 Gesellen, Kühe auf 
der Weide (Nationalgalerie in Berlin), Die Kühe des Tagelöhners und viele Aehnliche. 
Nach mehreren seiner Bilder brachte er selbst Radierungen. 1869 erhielt er die 
Münchener goldene Ehrenmedaille, war Offizier des belgischen Leopolds-Ordens und 
der italienischen Krone, sowie Ritter des preussischen Kronen- und österreichischen 
Frans^Josephs-Ordens. 



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Haas — Hackaert. 113 

Haas, Johann Jakob Georgr» Kupferstecher, geb. 1756 in Kopenhagen, f 10. Mai 
1817, Schüler der dortigen Akademie, wo er mit dem Stich Der Prophet Elias auf 
dem Berge Karmel nach eigener Zeichnung die goldene Medaille errang. Dann setzte 
er in Paris unter Nicolas Delannay soine Thätigkeit fort und brachte noch 
mehrere Blätter, infolge deren er nicht allein 1776 die grosse goldene Medaille der 
Akademie erhielt, sondern auch Mitglied derselben, Professor und dttnischer Hof- 
knpferstecher wurde. 

Haas, Johann Mono, dänischer Kupferstecher, geb. 30. Mai 1752 in Kopenhagen, 
t 16. Oct. 1833 in Berlin, war Schüler von Job. Dan. Preisler und in Paris 
Schüler von D e 1 a u n a y, wurde 1786 nach Berlin berufen, um Galeriebilder zu stechen, 
arbeitete später auch für Buchhändler. Seine Hauptblätter sind : Die Verstossung der 
Hagar durch Abraham nach Gov. Flinck, Der deutsche Fürstenbnnd nadi B. Rode, 
Kdnig Waldemar II. nach der Schlacht bei Wolmar nach Lorentzen, Friedrich d. Gr. 
zu Pferde nach L. Wolff und andere Bildnisse. 1793 wurde er Mitglied der Berliner 
Akademie. — Sein Bruder Joh. Georg H., ebenfalls Kupferstecher, geb. 1753 in 
Kopenhagen, stach Hercules und Diomedes nach J. B. M. Pierre und General Steenbocks 
Unterwerfung vor Tönning 1718 nach Lorentzen. — Sein zweiter Bruder, Christian 
Peter H«. geb. 1754 in Kopenhagen, stach Ansichten für Heise werke und war Ehren- 
mitglied der Berliner und Pariser Akademie. 

Haase, Karl Ton, Genremaler, geb. 1844 in Spandau, Schüler der Akademie 
in Leipzig unter Hennig und Gust. Jäger, Atelierschüler von Wilh. Sohn 
und Ernst Bosch in Düsseldorf und von Pauwels in Dresden, wo er seit 1875 
lebt. Unter seinen Bildern sind zu nennen: Die Kartenspieler (1870, Museum in 
Breslau), Einkehr des Jägers, In der Kriegsgefangenschaft (1883), Eine Attake (1884). 

Haafttert, Isaak ran, hoUänd. Maler und Kupferstecher, geb. 1758 in Delft, 
t 1834 das., malte Stadtansichten, auch Landschaften mit Thieren, stach 2 Blätter 
mit Thieren, war auch Dichter und Naturhistoriker. 

Habellng, kölnischer Maler des 17. Jahrb., nur bekannt durch ein Bild im 
Museum zu Köln mit 2 Eattenfängern. 

Habelmann, Paul Sigmund, Kupferstecher, geb. 17. Juli 1823 in Berlin, 
t 20. März 1890 das., bildete sich unter Buchhorn zu einem tüchtigen Stecher in 
Linienmanier und in Mezzotinto. Seine besten Blätter sind: Der Grosse Kurfürst 
bei Fehrbellin nach Eybel, Friedrich II. bei der Huldigung der Stände Schlesiens 
nach Menzel, Der Hauslehrer nach Vautier, die Figur der Malerei nach Kaulbach im 
Neuen Museum zu Berlin (Linienstich), Das Kinderfest nach Knaus. Der Gang nach 
Emmaus, Christus erscheint der Maria Magdalena und Abschied Christi von seiner 
Mutter, alle 3 nach Plockhorst. 

Uabenschaden. Sebastian, Thier- und Landschaftsmaler, Radierer und Former 
von Thierbildem, geb. 29. März 1813 in München, f 7. Mai 1868 das., Schüler der 
dortigen Akademie, wo er sich dem Thierfach widmete, besuchte für sein Fach die 
Alpengegenden und Italien. Unter seinen Oelbildern nennen wir nur : eine Landschaft 
in der Sammlung Speck-Sternburg zuLützschena bei Leipzig, Heimkehr von der Alm, 
Kühe im Bach, Die Heuernte (1850), Landleute auf dem Felde, Der Morgen auf dem 
Lande, Die Burg Schwaneck. Aehnlichen Inh^ts sind seine nicht zahlreichen 
Radierungen. 

Habermann, Hugo tob, Genre- und Bildnissmaler, geb. 15. Juni 1849 in 
DUlingen, ging vom Militärstande zur Kunst über, wurde in München Schüler der 
Akademie und Piloty s, besuchte Italien, Paris und Brüssel und Hess sich in München 
nieder. Von ihm die in Zeichnung und Farbe erfreulichen Bilder: ein Altarblatt 
der heil. Katharina (1878), Ein Sorgenkind (1886), Im Krankenzimmer (1887), Die 
Netzflickerin und viele besonders gut gelungene Kopfstudien und Bildnisse. 

Hablitschek, Franz, Kupfer- und Stahlstecher, geb. 2. März 1824 in Nürnberg, 
t 30. März 1867 dae., Schüler von Poppel, stach das Sacramentshaus der dortigen 
Lorenzkirche nach C. Mayer und das Innere der Klosterkirche zu Denkendorf 
(Württemberg) nach Paul Bitter. 

Haccoa, Johannes CorneliB, holl. Landschaftsmaler, geb. 1798 in Middelbnrg, 
t 1839 in London, war ein geachteter Maler von Winterlandschaften und Marinen. 

Hackaert, Jan, holländ. Landschaftsmaler, geb. 1629 in Amsterdam, f 1699, 
machte seine Naturstndien in der Schweiz und Italien und malte hauptsächlich in 
Amsterdam Landschaften von trefflicher Luftperspektive meistens mit Staffage von 
A. ▼. de Veide und Lingelbach. Seine besten Bilder, unter denen die aus dem südlichen 
Soropa von feurigem, sonnigem Ton sind, befinden sich : im Reichsmuseum zu Amsterdam 
▲Ugemeinei Kanttlef^Lniooii 8, Aufl. t. Band. ^ / i 

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114 Backer ~ BaeberliiL 

Die Bschenallöe, in der Nat.-Gal. zu London Hirsclüagrd, in der Pinakothek eu 
München Jä^r im Bachenwalde (Staffage von A. y. d. Velde), im Mnsenm zn Berlia 
eine ital. Landschaft mit Heerden (Sta&^ von dems.), im Hnseom zn Dresden eine 
helebte Landstrasse am Berg^abhange, und Andere in engl Priratsammlnngen. Br 
radierte anch einige Landschaften. 

Hacker, Horst, Landschaftsmaler, geb. 8. April 1842 in Leipzig, SchtUer Ton 
Richard Zimmermann in München, bildete sich mehr durch Reisen in Italien, 
der Schweiz und den Gebirfi^en Oesterreichs. Zn den bedeutendsten, meist den Alpen- 
Gegenden entlehnten Landscmi^ten, gehören : Motiv aus dem Oetzthal, Das Wetterhom, 
Obersee bei Berchtesgaden, Winterabend im Eichenwalde (1885, Rudolfinnm in Prag:), 
Der Gosansee, Die Axenstrasse bei Flüelen, Hammerschmiede im A^^ter nnd yiele 
Andere. 1875 erhielt er die Londoner Medaille. Er lebt in München. 

Hackert, Jakob Philipp, Landschaftsmaler, geb. 15. Sept. 1787 in Prenzlaa 
(ükermark), f 28. April 1807 auf seiner Villa bei Florenz. Er wurde 1763 Schüler 
der Akademie in Berlin, machte 1762 eine Studienreise an die Ostsee und nach Rflgen 
und ging 1765 nach Paris, wo er Bilder von Joseph Yemet copirte. Von 1768—^8 
lebte er in Rom, von wo aus er zahlreiche Reisen nach Italien und der Schweiz machte. 
Dann siedelte er nach Neapel über, wurde der sehr begünstigte Eammermaler des 
Königs und liess sich zuletzt 1803 in seiner Villa bei Florenz nieder. Seine vielen, 
meistens italienischen Landschaften, sind von correcter, naturgetreuer Zeichnung nnd 
klarer LuftperspektiTe, aber ziemlich prosaisch und nüchtern mit oft allzu buntem 
Vordergrund. Diese, sowie seine Sepiazeichnungen sind über alle Sammlungen ver- 
breitet; die besten wohl die 6 grossen Landschaften der Tageszeiten in der Villa 
Borghese zu Rom, andere Bilder von ihm in den Museen zu Kassel, Hamburg, Gotha, 
Weimar, Oldenburg und Montpellier. Da er für die Kaiserin Katharina II. von 
Russland den Sieg der russischen Flotte bei Tscheschme über die türkische Flotte 
(1770) malen sollte nnd das Auffliegen eines SchiffeB nie gesehen hatte, so wurde, um 
ihm diesen Anblick zu verschaffen, eine alte russische Fregatte bei Livomo in die 
Luft gesprengt. Die Bilder dieses Ereignisses und anderer Seesiege der Russen finden 
sich im Schloss Peterhof bei St. Petersburg. Er radierte auch Gegenden aus Frankreich, 
aus Pommern, von der Insel Rügen, aus Schweden und aus der Umgegend von 
Neapel. — Er hatte 4 Brüder: Johann Gottlieb (geb. 1744), Georg Abrakam (geb. 
1755, t 1805), Karl (geb. 1740) und WUhelm (geb. 1748), von denen die 3 ersten 
Landschafts-, der vierte Historienmaler von untergeordneter Bedeutung vraren. Sie 
starben alle vor Jakob Philipp. 

Haekly Gabriel, Genremaler, geb. 24. Mftrz 1848 zn Marburg in Steiermark, 
besuchte die Akademie in Wien und ging 1870 nach München, wo er in die Akademie 
eintrat, Schüler von Piloty und 1878 Lehrer an der Akademie wurde. Als seine 
Hauptwerke werden genannt: Betstunde der Pietisten, Ein Wunderkind, Der neue 
Schulinspektor, Der Waffenschmied, Der Urlauber Heimkehr vom Kriege, ungebetene 
Gftste (1883), Der Fechtunterricht (1885). 

Hadamar. Angnste, franz. Genremaler, geb. 1. Dec. 1828 in Metz, f im Min 
1886 in Paris, Schüler des Paul Delaroche, debütirte 1847 mit einem jüdischen 
Passahfest im 17. Jahrb., dem nachher mehrere recht verdienstliche Genrebilder 
folgten, z. B. Das Innere eines Ateliers, Die Backstube, Die verbotene Frucht (1869), 
Die Versuchung, Der Verweis (1870), Zwischen Hund und Katze (1872), Franeürenr 
auf der Lauer; dazu zahlreiche Bildnisse und Illustrationen für Blancs «Histoire des 
peintres de toutes les ^coles'^ und das „Magasin pittoresque'*. 

Haden, Francis Sejmour, engl. Radierer, geb. 1818 in London, studirte Medidn 
und wurde praktischer Arzt. Als Liebhaber hat er die Radierkunst ergriffen und 
mit grösstem Erfolg ausgeübt. Ein leidenschaftlicher Sammler Rembrandtscher 
BlKtter und verständiger Kenner von dessen Kunst, hat er im Allgemeinen sich an 
die Art Rembrandts gehalten, ohne sich als Kind des 19. Jahrhunderts zu verleugnen. 
Am besten sind seine Landschaftsradierungen vermöge der überaus feinen Beobachtung 
subtiler Lichteffekte, so z. B. in dem Morgen in Kensington Gardens, Sonnenuntergang 
an der Themse, Marlech etc. Seine Vorwürfe entnahm er meist der Umgegend Londons. 
Andere seiner vorzüglichsten Platten sind : Fulham, Egham Lock, OldChelsea, Snnset 
in Ireland, Kew-Gardens etc. H. ist Praesident der Royal Society of Painter Stehers. 
Katalog seiner Werke von Drake, London 1880. 

Haeberlin, Karl, Historienmaler, geb. 6. December 1882 in Oberesslingen, 
(Württemberg), besuchte seit 1850 die Kunstschule in Stuttgart, wurde 1862 in 
Düsseldorf Schüler von Wilh. v. Schadow und 1868 in München Schüler von 



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Haebler — Haeluel. 115 

Piloty. Dann bereute er Frankreich nnd Bngland, lebte einige Jahre in Italien 
ond nahm 1866 seinen Wohnsits in Stattgart, wo er als Professor an der Knnstschnle 
1883 in den Ruhestand trat. Unter seinen Bildern yon gesnndem Bealismos und 
tüchtigem Golorit nennen wir : Der Tod Frans y. Sickingens, Scenen aas dem ersten 
schleswig-holsteiQSchen Sjriege, Prins Alexander y. Württemberg in der Schlacht bei 
Peterwardein, Anfhebang des Zosters Alpirsbach (diese beiden im Moseom in Stattgart), 
Die Weiber yon Schorndorf, Gefangennahme Sayonarolas, Tesels Wanderzag darch 
Sachsen, Einbringong einer B&nberbande in ein schwäbisches Städtchen; ausserdem 
Gartens fttr Sgraffito-Malereien an der Bfirgerschnle in Stattgart ond Wandbilder im 
Insel-H6tel m Konstanz. 

Haebler^ Karl Friedrich« Landschaftsmaler, geb. 20. Noy. 1801 in Grossschönan 
bei Zittaa, f im Jani 1876 In Dresden, wo er die Akademie besachte, Atelierschttler 
Traagott Fabers war and yorzogsweise Landschaften aas der Umgegend yon 
Dresden and dem Biesengebirge malte. 

Hafner, Karl, Landschaftsmaler, geb. 14. Febr. 1814 in Lübeck, f 7. April 
1873 in M1in<men, wo er 1888 seinen Wohnsitz genommen and namentlich Landschaften 
aas den bayrischen Hochgebirgen, Vom Kochelsee, Walchensee ond der Gegend yon 
Brannenbarg malte. 

Haeften, Hioolaiia yan, holländ. Genremaler, Kupferstecher und Arbeiter in 
Mezzotinto, thätig in seiner Vaterstadt (Vorkam und in Antwerpen um 1690—1710, 
malte yorzugsweise Baucher, Trinker und Leute aus den niederen Ständen. Aehnlichen 
Inhalts sind seine nicht zahlreichen Schwarzkunstblätter und seine Badierungen, 
z. B. Das Tischgebet, 5 singende Männer, 8 alte Frauen beim Mittagsmahl (1694), 
6 Frauen am Fenster, Der Charlatan, Der Toast, Der Liebesantrag. 

Hähael, Bnst Julius, einer der bedeutendsten Bildhauer der Neuzeit, geb. 
9. MXrz 1811 in Dresden, f 22. Mai 1891 das., studierte anfangs in seiner Vaterstadt 
und seit 1830 in München die Architektur, wandte sich aber schon dort und auf der 
Akademie in Florenz zur Plastik. In Bom, wo ihn die Grossartigkeit der Arbeiten 
Michelangelos fesselte, entstand als seine erste grössere Arbeit das Gipsrelief: Penelope 
und Telemach bei den Freiern. Auf dem Bttckwege yerweüte er 1836—38 in München 
im Verkehr mit Schwanthaler, Cornelius und Genelli. Einen grossen Erfolg errang 
er mit dem schwungyollen Bacchuszuge für das Hoftheater in Dresden, der, 1840 
yoliendet, bei dem Brande desselben 1869 zu Grunde ging und nur noch in Abgüssen 
yorhanden ist Bald nachher entstand das 1846 in Bonn MifgesteUte Denkmal 
Beethoyens, dessen kraftyolle Gestalt den Geist Hähneis yiel weniger anzog als 
die geistyoil componirten Beliefs am Postament, welche die Kirchenmusik, die welt- 
liche Musik und die Symphonie schildern. Unter seinen monumentalen BUdnissstatuen 
sind zu nennen: Kaiser Karl IV. in Prag (1848) mit den allegorischen Statuen der 
4 Facultäten am Postament, Friedrich August n. in Dresden (1866)^ die Beiterstatue 
des Fürsten Schwarzenberg in Wien (1867), der Dichter Theodor KOmer in Dresden 
(1869). und die Leibnitz-Statue in Leipzig (1883) ; weniger befriedigend die aus Kupfer 
getrieoene Beiterstatue des Herzogs Friedrich V^lhelm in Brannschweig. Unter 
seinen yielen decoratiyen Statuen an der Fa^ade des Museums in Dresden als sein 
Meisterwerk der oft wiederholte Baffael, (die schönste Wiederholung im Museum zu 
Leipzig); dagegen fanden nur getheilten Beifall die Gruppen der klassischen und 
romantischen Poesie auf geflügelten Bossen über der Logffia des Neuen Opernhauses 
in V^en; reizend wiederum sein Bacchus Ganymed and Amor die sicn an dem 
Streit eines Adlers mit einem Panther ergötzen; endlich nodi Die sitzende Bya 
die den Abel an ihre Brust drückt während der neidische Kain ihn zu yer- 
drängen sucht. H. war Professor an der Dresdener Akademie, Mitglied der 
Berliner, Gomthur des Albrechts-, Bitter des bayrischen Maximilians- und belgischen 
Leopolds-Ordens. 

HiluilBoll^ Anton, Bildnissmaler, geb. 1817 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie, malte Bildnisse besonders in Aquarell und in Pastell, bereiste Deutschland, 
England, Schottland, lebte Öfter in Paris und später in Berlin. Er portraitirte den 
Diditer Grillparzer, den Prinzen August yon Württemberg, den Prinzen Friedrich 
Vnihelm und die Prinzessin Charlotte yon Preussen. 

Haelaiel) Johann Bapttat, Blumenmaler, geb. 1712 in Berlin (oder in Dresden), 
t 1777 in Wien, war in Berlin Schüler des Blumenmalers Gay ot du Baissen, nahm 
1748 seinen Wohnsitz in Wien, wo er 1767 Mitglied der Akademie wurde. Seine 
Blumenbilder (8 derselben im Hoftnuseum zu Wien) sind ziemlich mittelmässig in 
Anordnung und C^lorit 

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116 Haelwegh — Haes. 

Haelweffh. Adrian, Kupferstecher, wahrscheinlich Sohn des Albert H., stand 
im Dienste der Landgrafen von Hessen-Darmstadt, Georg 11. und Ludwig YI., stach 
fast nur Bildnisse. 

Haelwegh, Albert, Radierer und Kupferstecher, geb. zu Anfang des 17. Jahrh. 
wahrscheinlich in den Niederlanden, f 1. Sept. 1673 in Kopenhagen, bildete sich in 
Deutschland, stach von 1643—72 viele Bildnisse nach KarelvanMander, besonders 
viele der dänischen Königsfamilie, auch die Tafeln zu Simonis Pauli „Flora Danica^ 
Seit 1647 war er Hofkupferstecher in Kopenhagen. 

Haemmerl, Joseph. Maler, geb. 1793 in Kaimünz (Oberpfalz), war anfangs 
beschäftigt in der Porzellanmanufaktur in München, betheiligte sich bei den Glas- 
malereien der Aukirche daselbst, copirte 2 Bilder Jan van Eycks und eine Himmelfahrt 
Maria von Guido Beni, malte auch Blumen und Insekten. 

Uftndler, Anton Theodor, Bildhauer, geb. 1830 in Freiberg, f 24. Nov. 1878 
in Chemnitz, anfangs Homdrechsler und Holzschnitzer, wurde 1847 Schüler der 
Akademie in Dresden unter Rietschel, und ging 1853 in seine Vaterstadt, wo er 
als sein erstes Werk einen monumentalen Brunnen schuf. Dann liess er sich in 
Chemnitz nieder und entfaltete hier eine reiche Thätigkeit nach den yerschiedensten 
Richtungen in Statuen, Reliefs und Medaillons in Bronze, Marmor und Sandstein; 
darunter als bedeutendste Arbeit die Statue des Grossindustriellen Gottfried 
Becker. 

Hftndler, Paul, Historienmaler, geb. 1833 zu Altenweddingen bei Magdeburg, 
Vertreter des strengen Stils in der reUgiösen Malerei. £r besuchte die Akademie in 
Berlin und in Düsseldorf, wurde 1863 Schüler von Schnorr in Dresden, bereiste 
1859 Italien und hielt sich 1861^—67 in Dresden auf, wo er einen Christus am Krem, 
Christus und die Jünger in Emmans für Dorfkirchen, einen kreuztragenden Christus 
für die Gamisonkirche in Posen malte und Cartons zu Glasfenstem entwarf. 1867 
zog er nach Berlin, wo er als Lehrer an der Kunstschule in seiner kirchlichen 
Malerei mit einem strengen Idealismus auch ein leuchtendes Colorit verbindet. Eine 
seiner bedeutenden neueren Arbeiten waren die Bilder in Wachsfarben für die Aula 
des Domgymnasiums in Magdeburg: Paulus auf dem Areopag in Athen, Luther 
verbrennt die Bannbulle. 

HaeneL Karl Moritz, Ober- und Landbaumeister, geb. 1809, f 3. Jan. 1880 
in Dresden, Schüler von Joseph Thürmer, bethätigte sich nicht durch grössere 
Bauwerke, übte aber einen grossen Einfluss auf das sächsische Staatshochbauwesen 
aus, vollendete in Gemeinschaft mit dem Hofbaumeister K r ü g e r den Bau des neuen 
Museums, restaurirte die katholische Hofkirche, baute den 1849 abgebrannten Theil 
des Zwingers und restaurirte die Albrechtsburg bei Meissen. 

Haensbergen, Johannes van, holländ. Maler, geb. 2. Jan. 1642 in Utrecht, 
t 10. Jan. 1705 im Haag, Schüler und Nachahmer von Cornelis Poelenburg, 
malte anfangs recht lobenswerthe Landschaften, später auch Bildnisse, in denen er 
besonders bei der Damenweit durch das brillante Colorit Glück machte. Von ihm 
im Museum zu Dresden 4 biblische Historienbilder und eine Landschaft mit badenden 
Frauen, im Museum zu Schwerin 6 Landschaften, eine Predigt Johannis d. T. und 
ein Damenbildniss. 

Haert, Henri van der, niederl. Maler und Bildhauer, geb. 1794 in Löwen, 
t 5. Oct. 1846 in Gent, wo er an der Akademie seine Zeichenstudien machte, die 
er nachher unter J a c q u i n und David fortsetzte, während er in der Bildhauerkunst 
Schüler von Rüde war. Er galt für einen geschickten Bildnisszeichner, errang sich 
verschiedene Medaillen und wurde 1841 Direktor der Akademie in Gent. Im dortigen 
Museum von ihm ein Bild der Verstossung der Hagar. 

H&rtel, Robert, Bildhauer, geb. 21. Febr. 1831 in Weimar, f 1894 als Professor 
in Breslau, gelangte durch die Goldschmiedekunst allmählich zu den Aufgaben der 
Plastik und wurde Schüler von Hähnel in Dresden, dessen klassischndeaUstischer 
Richtung er folgte. Sein erstes, zugleich sein bedeutendstes Werk war der im Museum 
zu Weimar befindliche Fries der Hermannsschlacht mit den Seitenfriesen aus dem 
Jugendleben der Germanen und der Aufnahme der Helden in Walhalla (1863). Nach 
längerer Pause folgten dann ein Bronzeschild mit einer Darstellung des Krieges, 
die eherne Büste des Philosophen Fries in Jena, eine der Sandsteingruppen an den 
Seitenfronten des Hoftheaters in Dresden, das Kriegerdenkmi^ in Weimar und 
Statuen Michelangelos und Dürers. 

Uaes, Don Carlos de, span. Landschaftsmaler der Gegenwart, geb. zu Malaga» 
Schüler der Akademie von San Fernando, durch mehrere Medaillen gekrönt, Professor 



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Hfteselich — Hagen. 1I7 

an der Knnstschnle an Madrid and Mitglied der Akademie, malte effektvolle, aber 
in der Farbe harte Landschaften meistens ans Qegenden Spaniens. 

Haeselich, Johann Cfeorg« Landschaftsmaler, geb. 30. Ang. 1806 in Hamburg, 
Schüler Yon Gerdt Hardorff, setste seine Stadien in München fort and Hess sich 
nachher in seiner Vaterstadt nieder. Seine ziemlich ansprnchslosen Landschaften 
kamen meistens in Hambnrger Privatbesita. 

Haeselleh, Johann Marcna, Landschaftsmaler, geb. 7. Jani 1807 in Hamburg, 
t 1856 das., war dort Schüler von B e n d 1 i e n , bildete sich von 1829—32 in München 
weiter. Seine Landschaften sind meistens aas der Umgegend yon Hamburg, z. B. 
eine solche aus dem Jahre 1862 in der dortigen Konsthalle. 

HalAier, Anton Maria, ital. Maler, geb. 1654 in Bologna, f 1732 in Genua, 
war in seiner Vaterstadt Schüler von Oanuti und im perspektivischen Zeichnen 
einer der besten Schüler von Met eil 1. Mit Oanuti ging er nachher nach Born, 
wo er in mehreren Kirchen malte, wurde nach Gtonua bendfen und midte hier in den 
Palästen Spinola, Cambiaso und ebenso später in Florenz. 

HalAier, Felix, Landschaftsmaler, geb. 1820 in Strassburg, f 10. Jan. 1870 
in Paris, war Schüler von Xaver Sandmann in Strassburg, lebte daselbst und 
in Paris, wo er Landschaften aus der Umgegend seiner Vaterstadt, auch Scenen aus 
dem Volksleben des Elsass malte, von denen viele bei der Belagerung von Paris 1870 
zerstört wurden. Er errang sich 1849 die Medaille 8. und 1852 die 2. Kl. 

Haffiner, Johann Holnrieh, Maler, geb. 1640 in Bologna, f 1702, Bruder des 
Anton Maria H., ging vom Militärstande zur Malerei über und hatte dieselben 
Lehrer wie sein Bruder, malte auch in den meisten Orten wie dieser, aber auch in 
Modena Fresken im Palazzo ducale. 

Hauten, Karl von, Marinemaler, f im April 1880 in Dresden, lebte in Berlin. 
Von seinen Bildern nennen wir: Gibraltar bei stürmischem Wetter, Nordische Mond- 
scheinlandschaft, Gestrandete Galleone aus dem 17. Jahrb., Stille Bucht im arktischen 
Norden. Südlicher Hafen bei heranziehendem Sturm u. A. 

Hagborgy Angnst, schwedischer Küsten- und Marinemaler der (Gegenwart, geb. 
in Gothenburg, Schüler der Akademie in Stockholm und des Malers Vicente 
Palmaren. Unter seinen Schilderungen der Meeresküsten und des französischen 
Fischervolkes nennen wir : Die Grande Mar6e am Canal La Manche (im Luzembonrg), 
Einweihung eines Bootes, Auf dem Kirchhof von Tourville, Ein Nothruf, Die Heimkehr. 

Hagedorn, Christian Ludwig von, Radierer und Kunstdilettant, geb. 14. Febr. 
1713 in Hamburg, t 24. Jan. 1780 in Dresden, Bruder des Dichters Friedrich v. H., 
trat 1737 in sächsische Dienste, und wurde 1763 Nenbegründer und Direktor der 
Kunstakademie in Dresden, die unter ihm zu bedeutender Blüthe gelangte. Er 
radierte landschaftliche Blätter ohne grossen Erfolg und schrieb : „Betrachtungen über 
die Malerei' (1762, 2 Bde.), „Briefe über die Kunst'' (1797) und „Lettres k un amateur 
de la peinture** (1755). 

Hagelstein, Paul. Maler, geb. 1825 in Holstein, f 4. März 1868 in Brüssel, 
war von 1846—51 Schüler der Akademie in Kopenhagen, lebte nachher in Brüssel, 
wo er Genre- und Historienbilder und Bildnisse malte, z. B. Georg I., König der 
Hellenen. 

Hagemann, Friedrieh, Bildhauer, geb. 1773, f schon 1806 in Berlin, Schüler 
von G. Schadow, besuchte 1803 Rom, wurde Mitglied der Akademie in Berlin, 
bildete mit grossem Erfolg fast nur jugendliche Gestalten und weibliche Figuren. 

Hagemans, Maurice, belgischer Aquarellmaler der Gegenwart, malte sehr 
ansprechende Landschaften, z. B. Markt in Antwerpen, SchaAieerde, Die Märzsonne 
bei Chimay, Winterlandschaft, Der Geiger von Gmünd n. A. 

Hagen, Bianca Agathe Adelheid von, Malerin, geb. 4. Nov. 1842 in Breslau, 
Schülerin von Bencznr in München und von Gussow in Berlin, machte Studien- 
reisen nach Italien und Paris und nahm ihren Wohnsitz in Berlin, wo sie neben 
ihrem Hauptfach, dem Bildniss, auch Genrebilder malte z. B. Die Geschwister, 
Heimkehr nach der Messe (Kostüm des 15. Jahrb.), Auf der Kunstreise, Hagar 
und Ismael. 

Hagen. Hugo, Bildhauer, f 14. März 1871 als Professor in Berlin, machte sich 
durch anmuthige, geschmackvolle Reliefs und durch Bildnissstatuen einen Namen. Dahin 
ffehdren vor idlem die plastischen Arbeiten am neuen Stadttheater in Leipzig, nämlich 
das grosse Relief des Giebelfeldes, darstellend die Poesie, an welcher sich die anderen 
Künste begeistern, und die grossen Akroterien auf der Spitze des Giebels, femer 
die Statue des Ministerpräsidenten Grafen Brandenburg in Berlin, Der Pegafus von, 

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118 Hag©n — Hagn. 

der Mnse geliebkost auf dem alten Miueiim in Berlin und der figorenreiche Wraagel- 
bnumen daselbst. Ebenso gelungen sind seine lebens- und ansdmcksTollen Bttsten. 

Hagen, Joris tui der, (oder YerliageB), holllnd. Landschaftsmaler, geb. 1685 
im Haag, f im Mai 1669 das., malte ans dem Gleye- und Gelderlande Landschaften 
in Aquarell, denen seine Freunde Berchem und A. t. de Yelde hänfig die Staffage 
verliehen. Seine Oelbilder, worin er sich Bnisdael zum Vorbild nahm, finden sich in 
den Museen zu Amsterdam und Berlin, im LouTre und recht bedeutende im Museum 
SU K^enhagen. 

Hagen, Theodor Joseph, Landschaftsmaler, geb. 24. Mai 1842 in Düsseldorf, 
besuchte hier die Vorberoitungsklasse der Akademie unter Andreas und Karl 
Mflller, war 1868—68 Schüler Ton Oswald Achenbach, bereiste die Alpen- 
gegenden und malte grosse Landschaften yon gesundem Realismus und kräftiger 
Pinselftthrung oder Stimmungsbilder aus den Bifelgegenden yon trefiicher Luft- 
perspektiye. Zu seinen besten gehören: Bin niederrheudsches Stttdtchen in Abend- 
beleuchtung (1879, Museum in Dresden), Schweizer Landschaft mit einem Motiy von 
der St. Qotthardstrasse, Das Kanderthal in der Schweiz, Sonnenuntergang im Sieg- 
thale, Guffemalp im Maderaner Thal, Frtthlingswetter (1872, Museum in Breslau). 
1871 wurde er Professor an der Kunstschule in Weimar, und 1877 Direktor derselben, 
trat aber 1881 yon diesem Posten zurflck und ging nach Dfisseldorf. Er bildete eine 
grosse Beihe trefflicher Schiller. 

Hagenaner, Friedriell, Bildhauer und Medailleur, geb. in Strassburg, thfttig 
in der 1. HlÜfte des 16. Jahrh. in Augsburg, schuf anfangs plastische Arbeiten fllr 
JBlrchen, später Holzschnitzereien yon lebensyoUem Ausdruck, yon denen sich mehrere 
im Nationalmuseum zu München befinden. 

Hagenaner. Johann Baptlat, Bildhauer, geb. 1732 in Strassburg, f 1810 in 
Wien, bildete sicn dort auf der Akademie, bereiste Rom und Florenz und wurde Hof- 
bildhauer in Salzburg und später in Wien, wo er in Schönbrunn arbeitete. Von ihm 
in Salzburg eine in Blei gegossene zopfige Mariensäule (1771) yor dem Portal des 
Doms und an der Aussenseite des Neuthores eine Golossalstatue des heil. Sigismund 
in Marmor. 

Haghe, Louis, Aquarellmaler im Interieur und historischen Gknre, auch Litho- 

nh, geb. 17. März 1806 in Toumai, f 9. März 1886 in London, ging yon der 
itektur zur Landschaftsmalerei über, kam 1832 nach London, wo er fttr Daya 
lithographisches Institut thätig war und architektonische Ansiditen auf Stein zeichnete. 
Dann wandte er sich zur Aquarellmalerei, wurde 1835 Mitglied der Gesellschaft der 
Aquarellisten und später Präsident derselben. Eines seiner ersten bedeutendztea 
Bilder in dieser Technik war 1839 Der Kriegsrath yon Courtray (Nationalgalerie in 
London), ferner Der Eid des Vargas, Cromwell mit dem Brief Karls I. (1843), Die 
letzten Augenblicke Zurbarans, Interieurs älterer belgischer Bauwerke mit reicher 
FigurenstaSage aus dem 16. und 17. Jahrhundert Weniger Glttck machte er mit 
solchen Oelbildem. Er war Mitglied der Akademie in Antwerpen, Bitter des belgischen 
Leopolds-Ordens und erhielt die goldene MedaiUe ffir Liuiographie und eine fUr 
Aquarelle. 

Hagn, Louis yon, Genremaler, geb. 23. Noy. 1820 in München, Bruder der 
bekannten Schauspielerin Charlotte y. H., machte in Berlin die Bekanntschaft des 
Marinemalers Krause, widmete sich der Kunst, bezog 1841 die Akademie in München, 
und setzte seit 1847 seine Studien in Antwerpen fort. 1861 zog er nach Berlin, wo 
ihn die Bilder Menzels und Anderer zum Bococogenre führten. Nach einem mehr- 
jährigen Aufenthalt in Paris und später in Bom und Florenz (1863—65) Hess er sich 
in München nieder. Seine späteren, nicht immer der Bococozeit, sondern yerschiedenen 
Zeiten und Lebenssphären entlehnten Bilder sind fein und lebendig charakterisirt 
mit einer gewissen Koketterie, poetisch in Stimmung und Farbe. Die bedeutendsten 
sind: Die Näscherin (1861), Der Alchimist, Musikalische Unterhaltung (Galerie Schack 
in München), Unterhaltung im Park (Neue Pinakothek), Kommunion der K^inziner 
in einer römischen Basilika, Oeffentliche Audienz bei Leo Xin., die meisterhafte, 
mehrmals wiederholte Bibliothek im Jesuitenkollegium zu Bom (1869), Duell zweier 
Kayaliere des 17. Jahrb., Münchener Bierkeller des 18. Jahrb., Fahrende Musikanten, 
Vorsaal in einem fürstlichen Schloss (1870), und Im Empfangssaal des Bathhauses an 
München Eine Frohnleichnamsprozession des 18. Jahrh. (1884). 1867 wurde er Mitglied 
der Akademie in München und 1869 Bitter des bayrischen Michaels-Ordens. 

Hagn, Blchard yon, Architekturmaler, geb. 21. März 1860 in Husum (Holstein), 
Schüler der Akademie in Dresden, besuchte mehrmals Venedig, wo er manche Aufnahmen 



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Hahn — Hai^e. 119 

machte, und liess sich in Dresden nieder. Unter seinen seit 1880 entstandenen 
Bildern nennen wir : Betstuhl in einer Eirdie zu Gk>ttorp (Schleswig), Kirche Sta. Maria 
della Salnte in Venedig (1886), Aus der Marcoskirche mit Betenden, An der Rialto- 
brücke (1887), Vorhalle der Marenskirche, Im Hafen von Venedig, Riya degli Schiavoni 
in Venedig (1890). 

Hahn, Gnatar Adolf, Architektormaler, geb. 11. Juni 1819 in Altenborg, 
t 1. Mai 1872 in Dresden als Professor am dortigen Polytechnikum, malte in Oel 
sahireiche Bilder von Gkb&nden ans der Umgegend von Dresden, das Portal der 
Schlosskirche La Wechselbnrg, ans dem Dom zn Meissen, dem Dom zu Bamberg, der 
Stiftskirche zu GFemrode, dem Ereuzgang des Doms in Erfurt, dem Hof des ScUosses 
Ejriebstein in Sachsen (Museum in Ihresden), aber auch einige Architekturbüder aus 
Italien, und ebenso zahlreiche Bilder dieser Art in Aquarell. 

Hahn, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 15. Dec 1839 in Mttnchen, wo er Schiller 
der Akademie wurde, seinen Wohnsitz nahm und Bilder aus den bayrischen Hoch- 

Sbirgen, vom Chiemsee, vom Bodensee, aber auch Landschaften von den Ufern der 
kvel und aus der Umgehend von Berlin malte. 

Hahn, Karl Wilhelm, Genremaler, geb. 7. Juni 1889 zu Ebersbach in der 
Oberlausitz, f 8. Juni 1887 in Dresden, wo er Schiller der Akademie und JuL 
Habners war. Von ihm eine Scene aus Kleists „Michael Kohlhaas' (1851, Museum 
in Dresden), Die 3 Könige zu Heimsen (nach Uhland), Mecklenburg-Strelitzer Brant- 
fahrt (1859), Der kleine Bienenvater, Heuernte, Brennende Zigeunerhtttte, Schlacht- 
feld von Königgrätz, Pferde auf der Weide u. A. 

Haid, Johann Elias, Stecher in Schabkunstmanier, geb. 1789 in Aufsburff. 
t 6. April 1809 das., Schiller seines Vaters Johann Jakob H., den er sehr baM 
tibertriä, Mitglied der damaligen Akademie seiner Vaterstadt, deren 1. Preis er sich 
bereits 1768 errungen hatte. Zu seinen besten BlKttem gehören: nach A. v. d. Werff 
Die Anbetung der Hirten und Maria Heimsuchung, Die Idugen und thörichten Jung- 
frauen nach Schalken, Tancred und dlorinde nach Guido Beni, Der Wundarzt nach 
Frans v. Mieris, und mehrere Bildnisse nach A. v. d. Werff, Kupetzky und Anton Graff. 
Haid, Johann Gottfried. Stecher in Schabkunstmanier, geb. 1710 m/ 
Schttler der Akademie und seines Bruders J o h a n n L • 



t 1776 in Wien, wo er Schttler der Akademie und seines Bruders JohannLorenzl 
wurde, ging mit einem Stipendium nach England, wo er sich nach englischen Meistern 
dieser Klunst vervollkommnete. Er stach Die Unterwerfung Absaloms vor seinem 
Vater nach F. Bol (1767), Die B.Omerin Virginia nach Dance, Die junfi^en Musiker 
nach Schalken, Die 4 Schauspieler nach Zoffany, ein grosses Gruppenbild der öster- 
reichischen Kaiserfamilie nach Mytens und andere Bildnisse. 

Haid, Johann Jakob, Maler und Stecher in Schabkunstmanier, geb. 10. Febr. 
1704 in Geisslingen (Württemberg), f 9. MXrz 1767 in Augsburg, stach eine ^osse 
Menge Bildnisse von Kflnstlem seiner Zeit, z. B. die der Maler Beiä, Arlaud, Bidinger, 
der Bildhauer Verholst, Hedlinger u. A. 

Haid, Johann Lorenz, Stecher in Schabkunstmanier, geb. 1702 in Augsburg, 
t 1760 daselbst, Schttler von Bugendas, stach besonders Bildnisse, worin er Vor- 
treffliches leistete. 

Haider, Karl, Gknremaler, geb. 6. Febr. 1846 in Mttnchen, malte dort land- 
schaftliche Genrebilder, z. B. Die Stral^redigt, Der neue Stutzen, Der Laborant u. A. 

Haider, Max, Thierzeichner, geb. 21. Juli 1807 in Biederstein bei Mttnchen, 
t 81. Juni 1873 in Mttnchen, wo er Leibjttger des Königs Max von Bayern war und 
sich durch Waidmannsbilder fttr die „Mttnchener Bilderbogen" und fttr die „Fliegenden 
Blfttter", sowie durch Lithographien dieses L[ihalt8 bekannt machte. 

Halder. Simon, Holzschnitzer, fertigte um 1470 die architektonischen Theile 
der Ghorsttthle des Doms zu Konstanz, während die Belief s derselben von Nico laus 
Lerch, genannt Nicolans v. Leyden, herrtthren. 

Haier, (Hayer), Joseph, Genre- und BUdnissmaler, geb. 1820 in Wien. Von 
ihm Spielgesellschaft in einem Wirthshause (1844, Neue Pinakothek in Mttnchen), 
ein Altarbild mit dem Tode des heil. Joseph fttr eine Kirche in Mahren und einige 
Bildnisse. 

Haig, A« H., englischer Badierer der Gegenwart, der sich in den letzten 
Decemüen durch architektonische Blfttter rtthmliclut bekannt machte. Von der Archi- 
tektor ging er zur Badierknnst ttber, bereiste den Norden von Europa und brachte 
z. B. die Blfttter: Die ruhige Stunde, Die Vesperglocke, Der Festtagsmorgen und 
eine Landschaft mit einer alten deutschen Wassermtthle. 

Hau«, 8. Haye* 

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120 Hailer — Halbreiter. 

Hailer, Max, Historienmaler, geh. 1818 in München, Schüler der dortigen 
Akademie unter Schlotthauer, war 4 Jahre lang Gehilfe des Cornelins bei 
dessen Fresken in der Lndwigskirche, malte anch ein Bild für den Dom in Regensbnrg 
und das Bild des Kaisers Karl VII. für den Bdmersaal zu Frankfurt a. M. 

Hainzelmaim, Ellas, Kupferstecher, geb. 1640 in Augsburg, f 1693 das., Schüler 
von de Poilly in Paris, stach in Berlin viele Bildnisse, unter seinen historischen 
BlKttern sind zu nennen: Das sog. Silentium nach Ann. Carracci, nach Bourdon Die 
Buhe auf der Flucht nach Aegypten und 2 Bilder der heil. Familie, nach Raffael Die 
Madonna mit der Nelke, Die Kreuzigung Christi nach Tintoretto, St. Franciscus nach 
Domenichino, und mehrere Bildnisse. 

Halnzelmann. Johann, Kupferstecher, geb. 1641 in Augsburg, f 1693 (oder 
1700), Bruder des Vorigen, ebenfalls Schüler von Poilly, wurde Hofkupferstechor 
in Berlin. Er stach ebenfalls Bildnisse und die historischen Blätter: nach Bourdon 
Maria mit dem Kinde und eine Verkündigung, nach N. Poussin Christus und die 
Samariterin, Maria mit dem Kinde nach Ann. Carracci, und mehrere Bildnisse. 

Halauska, Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 24. Aug. 1827 in Waidhofen (Nieder- 
österreich), t 29. April 1882 in Wien, ging 1847 von der Jurisprudenz zur Kun^t 
über, war kurze Zeit Schüler von Steinfeld, studirte mehr nach der Natur in den 
Gebirgen des südlichen Deutschlands und an den Bhein- und Mainufem, ans denen 
er Bilder von grosser Gewandtheit in der Behandlung des Terrains und der Perspektive, 
aber von oft schwacher Farbenwirkung malte. Dahin gehören unter seinen überaus zahl- 
reichen Landschaften: Motiv am Attersee (im Besitz des Kaisers von Oesterreich), 
Motiv bei Ebensee (1882), Dorf am Main (Hofmnseum in Wien), Der wilde Kaiser, 
Die Traun und der Traunstein (ebendaselbst), Motiv bei St. Andrä unweit Budapest, 
Stiller See, Motiv bei Salzburg, Fähre am Main und viele Andere. 1870 wurde er 
Mitglied der Wiener Akademie. 

Halbig, Andreas, Bildhauer, geb. 24. April 1807 in Donnersdorf (Unterfranken), 
t 3. Mai 1869 in Penzing bei Wien, Schüler von Eberhard in München, fand in 
Franken vielfache Gelegenheit, seine Tüchtigkeit in kirchlichen Skulpturen zu zeigen. 
Eine seiner bedeutendsten Arbeiten ist die Restauration der Marienkapelle in Würzburg, 
von ihm auch viele Grabdenkmäler auf dem dortigen Friedhofe. 1856 zog er nach 
Wien, wo er einen Hochaltar für die Votivkirche anfertigte. Von ihm auch die hohe 
Dreifaltigkeitssäule in Budapest und sonstige Bildhauerarbeiten in anderen österr. Orten. 

Halbig, Joliann von, Bildhauer, geb. 13. Juli 1814 in Donnersdorf (Unter- 
franken), t 28. Aug. 1882 in München, Schüler der dortigen Akademie, wo er die 
romantische Richtung Schwanthalers nach der realistischen Seite weiter zu bilden 
suchte. Schon 1846 wurde er dort Professor an der polytechnischen Schule. Seine 
ersten Arbeiten waren meistens decorativer Art, z. B. die Löwen am Eingang der 
Alten Pinakothek (1835), und die 12 Colossalfiguren für die Vorhalle des Museums in 
St. Petersburg. 1847 schuf er die 4 Löwen der Quadriga auf dem Siegesthor, 1850 den 
meisterhaften gekreuzigten Heiland aus Bronze auf dem alten, südlichen Friedhof, und 
einen ähnlichen aus Marmor auf dem nördlichen Friedhof in München, in den nächsten 
Jahren die Modelle zu 18 Figuren der Hauptprovinzen Deutschlands in der Befreiungs- 
halle bei Kelheim, die Bronzestatue des Königs Max U. in Lindau nebst den colossalen 
Löwen am dortigen Hafendamm. 1858 das Denkmal August v. Platens in Ansbach, 
sowie die weniger gelungenen Statuen Fraunhofers und Deroys in München und des 
Erzherzog-Palatins Joseph in Budapest. Sehr gelungen die Reiterstatue des Königs 
Wilhelm von Württemberg in Cannstatt, die Gruppe der dem Bade entsteigenden Nymphen 
für New-Tork (1867), die dortige Emancipationsgruppe, die Bacchantin auf dem Tiger 
und die 1875 vollendete colossale Passionsgruppe in Oberammergau. Ebenso gerühmt 
werden ein gekreuzigter Heiland auf einem der Friedhöfe in Bamberg (Zinkguss) und 
1879 die Marmorgruppe eines Engels der ein Kind zum Himmel emporträgt. Dazn 
noch eine Menge anderer Statuen und eine fast zahllose Menge von Büsten. Er hatte 
den württembergischen Kronenorden. 

Halboiu Jean Louis, franz. Kupferstecher, geb. 1730 in Paris, f nach 180S, 
Schüler von Dupuis. Von ihm die Blätter: Die heil. Magdalena nach v. d. Werff, 
Genrebilder nach Schenau, Teniers, Mieris, Mnrillo und einige Bildnisse. 

Halbreiter, Adolf, Ciseleur, geb. 1839 in Rosenheim, Schüler der Akademie 
in München, arbeitete 4 Jahre als Ciseleur in Pariser Ateliers und gründete dann in 
München eine Werkstätte für kunstgewerbliche Metallarbeiten, aus der treffliche 
Erzeugnisse in Bronze und Silber hervorgingen. Das bedeutendste ist wohl das 
Ehrengeschenk des Königs Ludwig II. für die Jubelfeier der Universität Wttrzburg« 

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Halbreiter — Hall. 121 

Halbreiter, Ulrich, Historienmaler, geb. 1812 in Freising, f 26. Nov. 1877 in 
München, Schttler von Cornelias und dessen Gehilfe in der Lndwigskirche, ging 
dann nach Athen, wo er im Königsschlosse historische Compositionen malte, nnd 
besachte 1845 Aegypten, Syrien and Palästina, wo er eine Ansicht Jernsalems vom 
Oelberge aas als Panorama malte. Seine bedeatendsten Oelbilder sind : ein Altarbild 
mit der Anbetang der Könige and der Hirten, ein Altarbild mit der Himmelfahrt 
and Krönang der Maria, Der heil. Joseph den Christasknaben liebkosend, Das 
Pfingstfest, Petras and Panlas im Dom za Regensbarg. Er gab aach eine Sammlang 
von Gebirgsliedem mit lithographirten Randzeichnangen heraas and leitete später 
als Silberarbeiter ein Geschäft, aas dem ein prachtvolles Kracifiz mit 6 Leachtem 
ffir den Lateran herrorging, wofür er 1865 die Ehrenmedaille von Papst Pias IX. 
erhielt. 

Haldenwang. Christian, Kapferstecher in Linienmanier and Aqaatinta, geb. 
14. Mai 1770 in Darlach, f 27. Jani 1831 in Bad Rippoldsaa, Schüler von Ch r. v. M e c h e 1 
in Basel, wnrde 1796 Direktor der chalkographischen Gesellschaft in Dessaa und 
arbeitete für sie 10 seiner vorzüglichsten Blätter in Aqaatinta. 1803 ging er nach 
Karlsrahe and führte seitdem nar den Grabstichel and die Radiernadel, Seine Haapt- 
blätter sind: 3 Ansichten von Heidelberg nach de Graimberg, nach Cl. Lorrain Die 
heimkehrende Heerde and die 4 Tageszeiten (Eremitage in St. Petersbarg), nach Jakob 
V. Raisdael die 2 Wasserftlle im Maseam za Braanschweig, eine Landschaft mit einem 
tanzenden Paar nach Cl. Lorrain and andere Landschaften nach Elsheimer and 
N. Poassin. 

Haie, ff* M., engl. Landschaftsmaler der Gegenwart, malte poetisch aafgefasste, 
zart aasgeführte Bilder, warde 1871 Mitglied der Aqaarellmaler-Gesellschaft. Von 
ihm werden genannt: Dämmerang nach einem Starm (1871), Dämmerang hei Tenbj 
nnd als sein Haaptbild Abend im Frühling (1878). 

Haien, Arend Tan, holländ. Maler and Kapferstecher des 18. Jahrb., f 1732 
in Amsterdam, machte sich bekannt darch eine Sammlang von Bildnissen niederländischer 
Dichter anter dem Titel „Pan poSticon Batavnm^. Za seinen schönsten Bildnissen 
gehören das des Malers Yoorhont, des Jan v. Haysom, Isaak Moacheron, Lairesse a. A. 

Haien, Peter van, holländ. Maler, geb. im Jan. 1612 in Antwerpen, f im Mai 
1687 das., warde 1641 Freimeister der dortigen Gilde. Das einzige von ihm bekannte 
Bild ist die Sündfinth im Maseam za Kassel. 

Hall, Charles, engl. Kapferstecher, geb. 1720, f 5. Febr. 1783 in London, 
stach besonders Bildnisse nach Holbein (Graf Arandel), Passe and Hertocks. 

Hall, George Henry, amerikan. Genremaler, geb. 1825 in Boston, bildete sich 
anfangs als Aatodidakt, ging dann nach Düsseldorf and Paris and Hess sich 1852 
in New York nieder, wo er 1868 Mitglied der Knnstakademie warde. Er begann 
als Stilllebenmaler ; als er aber Reisen nach Spanien, Italien and 1875 nach Aegypten 
machte, brachte er aas allen diesen Ländern Landschaften nnd Genrescenen, die aaf 
den Aasstellangen in New York grossen Beifall fanden. 

HaU, John, engl. Kapferstecher, geb. 21. Dec. 1789 bei Colchester, f 7. April 
1797 in London, wo er Schüler von Ravenet warde, suifangs Emailmaler war and 
sich nachher im Kapferstich aaszeichnete. Er stach nach West die Schlacht am 
Flass Boyne, die Aaflösang des langen Parlaments darch Cromwell, and Yenns 
erzählt dem Adonis die Geschichte des Hippomenes and der Atalanta, aasserdem 
Stiche nach Carlo Maratta, Reynolds, Gainsboroagh, William Hoare and Dance. 
Nach Wooletts Tode (1785) warde er Hofkapferstecher. 

Hall, Peter Adolf, Miniaturmaler, geb. 1739 za Bor As in Schweden, f 1794 
in Lflttich, Schüler der deatschen Maler Eckhard and Reich ard, bei denen er 
zn solcher Yollkommenheit gelangte, dass man ihn den van Dyck der Miniatarmaler 
nannte. Später ging er na^ Paris, wo er die königliche Familie portraitirte, zam 
Hofmaler derselben ernannt warde, sich aber an der Revolation betheiligte and in 
Dürftigkeit starb. Am meisten gerühmt wird sein Bildniss der Fraa von St. Anbin. 
Seine Biogr. v. Fr6d. Villot (1867). 

Hall, Sydney, engl. Zeichner and Maler, geb. 1842 in Newmarket (Cambridgeshire), 
Schüler der Akademie in London and des Präraffaeliten Arthar Haghes. Sehr 
bekannt warde er . als Zeichner von Skizzen aas dem deatsch-französischen Kriege 
für das Joamal „The Graphic'. Als Specialartist begleitete er den Prinzen von 
Wales nach Indien, unter seinen Oelbildern nennt man; Die Königin Victoria 
überreicht dem 79. Regiment der Hochländer eine Fahne, and Die Vermählaug der 
Prinzessin Loise mit dem Marqais von Lome am 21. März 1871; ontßr. seinen 

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122 Hallats ~ Haller. 

Aquarellen: Bevue im Park za Windsor 1877, und Besuch der Onigin im La^r 
auf der Haide bei Ascott 9. Jnli 1877. 

Hallats, Emil, Thiermaler, geb. 1837 zu Frankfurt a. 0., f 15. Sept 1888 zu 
Friedenan bei Berlin, wurde auf der Akademie in Berlin Schiller Ton Steffeck, 
ging 1862 nach Paris, wo er die Werke der Thiermaler Troyon, Bosa Bonheur u. A. 
8tudirte und sich die flotte, breite PinseUtlhrung der Franzosen aneignete. Nach 
seiner Bttckkehr liess er sich in Berlin nieder, unter seinen landschaftlichen Thier- 
bildem nennen wir : Heuernte in der Bourgonie, Bitt zur Parforcejagd, Schneesturm 
in der Puszta, Bettungsboot von der Springfluth ttberrascht, Getreideeinfuhr in der 
Normandie, Emtefestreiten in Westfalen, Pferde auf dem Treidelpfad in der Normandie, 
Die alten Hypochonder im Stall, Herbstmorgen u. s. w. 

Hallbeck, Karl Srante, schwedischer Zeichner und Illustrator, geb. 14. April 
1826 in Gothenburg, ging vom Eaufionannsstande zur Malerei ttber und besuchte von 
1846—61 die Akademie in Kopenhagen. Dann machte er in Schweden viele Zeichnungen 
zu dem Werk „Schweden, dargestellt in Bildern^, zu Blommers „Gemälden' , zur 
„Neuen ülustrirten Zeitung**, zum „Familiei^oumal", zur d&nischen und zur leipziger 
„Illustrirten Zeitung^. 

Hallbergy russischer Bildhauer der Gegenwart, der sich einen bedeutenden 
Nanen machte durch das meisterhafte Modell einer sitzenden Statue der Kaiserin 
Katharina n. fOr die St Petersburger Akademie, das nachher Brodzki in Marmor 
ausführte. 

HaI16, Claude Onj, franz. Maler, geb. 1652 in Paris, f 1786 das., Schiller sdnea 
Vaters Daniel H. (f 1674), bildete sich auch auf der dortigen Akademie, erhielt 
mehrerePreise und schmttckte die Kirchen und Schlösser in Paris mit Bildem. FOr 
sein bestes Büd hält man eine Verkündigung Maria in der Kirche Notre Dame in Paria. 

Hall^, HoCl, franz. Maler, geb. 2. Sept. 1711 in Paris, f 5. Juni 1781 das., 
Sohn und Schüler des Vorigen, ging mit einem Stipendium nach Bom, wo er sich 
4 Jahre ausbildete und im Auftrag des Königs Yon Frankreich für die Gobelin- 
manufaktur mehrere Bilder Baffaels copirte. Nach seiner Bückkehr wurde er 1748 
Mitglied der AJcademie und besonders wegen seiner trefflichen Perspektiye ein beliebter 
Leiter, unter seinen vielen Bildem sind die hervorragendsten: Ein Plafondbild in 
der Kirche St. Sulpice und Ein Engel zeigt den Magiem den Stem der sie führen 
soll; unter den für die Gobelinmanufaktur bestimmten Bildem Der Wettlauf des 
Hippomenes und der Atalante, Achilles auf der Insel Scyros; ferner in der Kirdie 
St. Louis in Versailles Die Predigt des heil. Vincenz v. Paula, und als eines seiner 
Meisterwerke Die Befreiung des Petrus aus dem Gef&ngmss für St. Chamond in 
Lyonnais. Alle diese waren auf den Ausstellungen von 1746—1779. Er radierte 
auch 9 Blätter. Er war Bitter des St. Michael8-<)rdens. 

Holler, Andr^ Maler aus Tirol, Vertreter der Pusterthaler Schule, der unter 
dem Einfluss der Schule von Padua stand. Von ihm aus dem Jahre 1522 im 
Ferdinandeum zu Innsbrack ein Altar mit 2 heiligen Bischöfen, auf den Flügeln der 
heil. Bochus und der heil. Sebastian. 

Haller, Johann, Bildhauer, geb. 1. März 1792 in Innsbrack, f 23. Juni 1826 
in München, wo er Schüler von Schöpf und der Akademie wurde und um 1817 
Aufträge für Skulpturen in den Nischen und im Giebelfelde der Glyptothek erhielt. Er 
ging deshalb nach Bom, musste sich aber wegen seiner Kränklichkeit auf die Aua- 
mhrung der Statuen des Hephästos, Prometheus, Dädalos, Phidias, Perikles und 
Hadrian für die Nischen und auf 8 Statuen für das Giebelfeld beschränken. Im 
Göttersaal der Gljpthothek von ihm ein Belief mit dem Siege des Jupiter über die 
Giganten, und 8 Colossalstatuen. Für die Walhalla schuf er eine Büste Wilhelms IIL 
von England. 

Halter v. Hallerstein, Gliristopb Jakob Wilbebn, Maler und Badierer, geb. 
9. Juli 1771 in Hilpoltstein (Mittelfranken), f 10. Juni 1839 in Nürnberg, ging vom 
Studium der Bechtswissenschaft zur Kunst über, bildete sich in Stuttga^ unter 
Heideloff, besuchte als Badierer die Schweiz und ging 1800 nach Berlin, wo er 
die ganze königliche Familie portraitirte. Später wurde er in Nümberg Oonservator 
der Gemäldegalerie und Lehrer an der Kunstschule. Er radierte eine sehr grosse 
Zahl von Blättern, darunter 6 Ansichten aus der Schweiz, 6 aus der Umgegend von 
Berlin, 12 Blätter Spielkarten, einzelne Bildnisse und Caricaturen: 

Haller v. Hallerstein, Karl, Architekt, geb. 10. Juni 1774 in HUpoltstein 
(Mittelfranken), f 6. Nov. 1817 zu Ampelakia in Thessalien, studirte die Baukunst 
auf der Karlsakademie in Stuttgart und unter Gilly in Berlin, war 1806 ala 



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HaUez — Hab. 123 

Baninspektor in Nfirnbers- thätig, ging 1808 nach Born and 1810 nach Griechenland, 
wo er mit Cocker eil, forster ondLinckh aof der Insel Aegina die jetzt in der 
Glypthothek zn München befindlichen Statnen der Giebelfelder des Tempels der 
HinerTa anigjab und ebenso 1812 mit Stack elb er g, Bröndsted n. A. den jetzt 
im Britischen Museum befindlichen Fries des Apollotempels in Phigalia. Nach einigen 
Ausgrabungen in Athen und Ithaka ging er 1814 nach Troja und der Insel Milo 
und 1817 nach Theben und Larissa. 

Halles, G. J.. Maler, geb. 18. Juli 1769 in Frameries bei Mens, t 18. Mai 
1840 in Brüssel, bilaete sich auf der Zeichenakademie in Mens, erhielt viele Preise, 
widmete sich dann dem Bildniss in Pastell, Kreide und Oel, bereiste 1787 Frankreich 
und erhielt einen Buf nach Brüssel, um färstliche Personen zu malen. Später wurde 
er Direktor der Akademie in Mens und liess sich 1839 in Brüssel nieder. Br malte 
eine grosse Zahl von Bildnissen und einige andere Bilder. 

Hallier, Eduard, Architekt, geb. 1836, bildete sich auf den Bauschulen in 
Berlin und in Karlsruhe, bereiste für seine Studien Belgien, Frankreich und Italien 
und baute seit 1860 in Hamburg zahlreiche Privathttuser, und von 1872—1876 in 
Glückstadt das Bathhaus im deutschen Benaissancestil. 

Hallmanii, Anton, Architekt und MaJer, ^eb. 1812 in HannoTor, f schon 
29. Aug. 1845 in Livomo, Schüler der Akademie in München, ging 1833 nach Born 
und 1834 nach Neapel, bearbeitete mitW. Schulz ein Werk über die normannischen 
Bauwerke in Calabrien und Sizilien, das erst nach seinem Tode 1846 erschien. 
1839 kehrte er nach München zurück, ging dann nach St. Petersburg, London und 
Paris und 1841 abermals nach Born, wo er Architekturbilder malte, und besuchte 
1842 Dresden. Unter seinen Werken sind zu nennen: Entwürfe für eine Börse in 
London, Decorationen für die Isaakskirche in St. Petersburg, und die Bilder: Tag 
auf Cypem (1843, ausgezeichnet durch Beichthum der Phantasie), Verfallene Villa 
bei Abendbeleuchtung (1844). Er schrieb „Kunstbestrebungen der Gegenwart' (1842). 

Hallwaclia, Uebaeh Österreich. Maler, geb. 1716, Schüler von Joh. Karl 
Loth, bereiste mehrmals Italien und liess sich in Prag nieder, wo er mehrere gross- 
artige Historienbilder malte, z. B. eine heil. Barbara für die Hauptpfarrkirche zu 
St. Niklas und andere für d^e Minoritenkirche zu St. Jakob. 

Hall, Dirk, holländischer Maler, geb. vor 1600 in Haarlem, f im Mai 1666 
daselbst, Bruder und Schüler des Frans H. d. Ae., malte als Haupt der holländischen 
Gesellschaftsmaler des 17. Jahrh. Scenen aus dem heiteren, oft lockeren gesellschaft- 
lichen Treiben der besseren Stände, Trinkgesellschaften, Liebesscenen, musikalische 
Unterhaltungen u. dgl., meistens in kleinerem Maasstabe. Seine Hauptbilder sind: 
läne Gesellschaft im Park (im Louvre), Ein Pärchen auf dem Spaziergange (1624, 
Gkderie Liechtenstein in Wien), Gesellschaftsstück von 1626 (Nationaljgfalerie in London), 
Bin Zechbild (1627, Museum in Berlin), Eine Festversammlung von 1628 (Akademie 
in Wien), im Amalienstift in Dessau 2 Conversationsstücke von 1636 und sein spätestes 
Bild Ton 1663. Mehrere Andere in Privatbesitz zu ^en und Paris. 

Hala, Frans d. Ae«, einer der grüssten holländischen Bildnissmaler, geb. 1680 
oder 81 in Antwerpen, f 24. Aug. 1666 in Haarlem, wo er Schüler von M ander 
wurde und fast sem ganzes, etwas zügelloses Leben hindurch thätig war. Seinen 
Entwickelungsgang zeigen am Besten die 8 grossen Schützen- und Begentenstücke 
des Bathhauses zu Haarlem, die fast ein halbes Jahrhundert repräsentiren. Es sind nach 
der Beihenfolge ihrer Entstehung das durch Tiefe und Kraft des Colorits ausgezeichnete 
Festmahl der Offiziere des Schützencorps zum heiligen Georg aus dem Jahre 1616, 
ein zweites Bild für die St Gteorgsschützen von 1627, ein Festmahl der Offiziere des 
Gloyeniers-Schützencorps aus derselben Zeit, Versammlung der Offiziere des Cloveniers- 
Schützencorps in 14 lebensgrossen Personen (Hauptwerk von 1633), die Ober- und 
Unteroffiziere des Schützencorps zum heil. Georg (1639), die Begenten des Elisabeth- 
Hospitals (1641), die Begenten des Altmännerhauses und die Begentinnen des 
Altnrauenhauses, beide aus dem Jahre 1664, noch von kühner, breiter Pinselführung. 
Ausserdem ein grosses, treffliches Schtttzenbild von 1637 im Beichsmuseum zu 
Amsterdam, wo sich auch sein Selbstbildniss mit Frau befindet; 2 Bildnisse im 
Museum zu Brüssel, in der Liechtensteinschen Galerie zu Wien, im Museum zu 
Berlin die berühmte, mehrmals gemalte Hille Bobbe (um 1660) und 10 andere Bildnisse, 
auch mehrere von ihm in Schwerin, in Kassel und im Städelschen Institut zu 
Frankftirt a. M. Obgleich bis in die letzten Lebensjahre thätig, war er doch infolge 
seines Leichtsinns stets in Geldverlegenheit und auf Unterstützungen vom Magistrat 
angewiesen, der ihm 2 Jahre vor seinem Tode eine Pension aussetzte. Jetzt finden 

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124 Hals — Hamilton. 

seine Werke die höchste Anerkennung. Vgl. Bode, Stadien zur Gesch. der hoU&ndischen 
Malerei (1883). 

Hals. Frans d. J«, Bildnissmaler, geb. zwischen 1617 und 23, f nach 1669, 
Söhn und Schüler des Vorigen, malte in der Weise seines Vaters, und oopirte auch 
dessen Bilder, z. B. die HiUe Bobbe (Musenm in New York), Hille Bobbe and der 
Baacher (Mnseom in Dresden). Eigene Compositionen von ihm sind im Berliner 
Mnseam ein SülUeben ans dem JsSire 1640, im Mnseam zu Schwerin Masik and 
Kartenspiel. 

Halse, G«, engl. Bildhauer der Gegenwart, Autodidakt, begann mit einer BlUte 
seines Protektors, des Herzogs von Devonshire (1858) and brachte nachher fast nur 
allegorische und ideale Bildwerke von poetischer, origineller Auffassung, z. B. eine 
Gruppe am Tarpejischen Felsen, Das Erwachen des Gedankens, Britannia entschleiert 
Australia (Hauptwerk), Nach dem Bade, Der nahende Sturm und mehrere Bfisten, 
gab auch als Schriftsteller Novellen mit seinen Illustrationen heraus. 

Halswelle, Keelej, engl. Genremaler, geb. 1832 zu Richmond (Surrey), f 11. April 
1891 in Paris, studirte im Britischen Museum, arbeitete viel fttr die „London 
Illustrated News^, liess sich 1854 in Edinburg nieder, wo er weitere Stadien machte 
und Bilder aus dem Leben der Fischer in Newhaven malte, die grosses Glttck machten. 
1868 ging er nach Rom, wo er beiföllig aufgenommene Scenen aus dem Volksleben 
malte, z. B. Ein jüdischer TabulettkrUmer auf der Piazza Navona, Eine Scene aas 
dem Theater des Marcellus, Landleute in der Peterskirche, Die Erhebung der Hostie, 
Die Heimftthrung der Braut u. A. 

Hambach, Johann MIcbael, Stilllebenmaler der 2. HKlfte des 17. Jahrb., der 
leblose Dinge täuschend nachzuahmen verstand, z. B. gedeckte Tafeln mit Speisen, 
auch allerlei Waffen und Pferdegeschirr. Im Museum zu E^ln von ihm 2 Stillleben 
mit allerlei Esswaaren. 

Hamel, Alart da, s. Dabamel. 

Hamel, Julias, Historien- und Bildnissmaler, geb. 9. Febr. 1834 in Dillenbnrg 
(Hessen-Nassau), Schüler des Städelschen Instituts unter Jakob Becker, Steinle 
und Passavant, bildete sich auch in Dresden, München, Belgien, Holland und Italien 
und liess sich in Frankfurt a. M. nieder. Er malte Bilder von ansprechendem Golorit 
aus der biblischen und aus der Profangeschichte und wohlgetroffene Bildnisse. Dahin 
gehören: Die Fusswaschung des Petrus (1857), Grablegung Christi, Lorelei, Der 
Ablasskrämer Tezel (1864), Eginhard und Emma (1867), Abschied Wilhelms von 
Oranien von Egmont, Gefangennehmung Egmonts (1876), Die Gräfin Keifenstein bittet 
für das Leben ihres Gemahls (1879), Jahreszeiten und Emtefreuden (1874) u. s. w. 

Hameranl, Familie von Medailleuren, deren bedeutendstes Glied Jobann H« 
war, t 1705 in Rom, der in päpstlichen Diensten stand und eine treffliche Denkmünze 
auf Papst Innocenz XII. fertigte. 

Hamerton, Philip Gilbert^ englischer Maler, Radierer und Kunstschriftsteller, 
geb. zu Laneside (Lancashire) den 10. Sept. 1834, f zu Boulogne sur Seine den 4. Nov. 
1894. H. hat sich seiner Kunst halber verschiedene Male in Schottland und Frankreich 
aufgehalten und malte dort z. B. üeberfahrt über den Loch Awe, Die Wächterhtttte, 
Der Fluss Yonne, etc., und radierte daneben eine grössere Anzahl landschaftlicher 
sowie Bildnissplatten. Bekannter ist er jedoch durch seine schriftstellerische Thätigkeit 
geworden. Er verfasste Eunstberichte für die Times, Saturday Review, schrieb viel© 
biographische und aesthetische Artikel für die Encyclopaedia Britannica, und gründete 
die Kunstzeitschrift „The Portfolio^ während er bei verschiedenen Anderen s. B. 
„L'Art' ständiger Mitarbeiter war. 1868 veröffentlichte er ein Werk über die 
Radierkunst, ferner über die Landschaft, über moderne französische Malerei, die 
Malerei in Frankreich ; auch einige Romane und Schriften allgemeineren Charakters. 
Seine Hauptaufgabe war ihm ein grösseres Einvernehmen zwischen den zwei Kunst- 
völkem England und Frankreich herzustellen und deren gegenseitiges Interesse fttr 
einander zu erhöhen. An letzteres Land wurde er besonders durch seine Heirath 
mit einer Französin gefesselt. 

Hamilton, Anton Ignaz, Maler, geb. 1696 in Wien, f 1770 zu Hubertusbur^ 
(Sachsen), Sohn und Schüler des John George H., zeichnete sich, wie dieser, im 
Malen von Pferden und Stillleben aus, stand 7 Jahre im Dienst des Herzogs von 
Sachsen-Weimar und wurde Hofmaler des Königs August DI. von Polen und Kurfürsten 
von Sachsen. 

Hamilton, Gbarlet William de, Maler, geb. 1668 oder 1670, f 1754 in Augsburg, 
Sohn und Schüler von James H., auch Schüler seiner beiden Brüder Philipp 

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Hamilton — Hamman. 125 

Ferdinand und JohannGeorg, wurde Eabinetsmaler des Fürstbischofs Alexander 
Sigismnnd von Augsburg, malte mit grosser Natnrtreue yierfttssige Thiere, Vögel, 
Insekten und Pflanzen. 4 Bilder von ihm in der Galerie zu Mannheim, im Museum 
zu Schwerin ein Waldgebttsch mit einem erlegten Fuchs (1730). 

Haoiiltan, Friuu de, Maler der 2. Hälfte des 17. Jahrb., wahrscheinlich Bruder 
des James H., malte Bilder yon Jagdbeute und ThierstilUeben. Solche Bilder yon 
ihm in den Galerien zu Schwerin, Aschaflfenbnrg und Schieissheim. 

Hamiltoii, GaTln, engl. Historien- und Bildnissmaler, geb. 1780 in Lanark 
(Schottland), f 1797 in Rom, lebte in den 60er Jahren des 18. Jahrh. in London, wo 
er sich der Historien- und Bildnissmalerei widmete und z. B. die Herzogin yon Hamilton 
und ihre Schwester, 2 berühmte Schönheiten, malte. Bald nachher ging er nach Rom, 
wo er historische, in der Farbe etwas schwache Bilder malte, z. B. Achilles mit dem 
Leichnam Hektors, Andromache weint über den Leichnam Hektors, Apollo. Um 1794 
malte er in einem Zimmer der Villa Borghese in Rom die Geschichte des Paris, leitete 
1769 die Ausgrabungen in der Villa H^ians und anderer antiker Skulpturen, die 
sich jetzt im britischen Museum befinden. Dann schrieb er 1778 ein Werk über die 
grossen italienischen Meister, betitelt ^Schola Italica Picturae^ mit 40 Kupferstichen. 

HamOton, James de, der Stammyater der Malerfamilie H., lebte in Brüssel, 
wo er 80 J. alt gestorben sein soll. Seine 3 Söhne Philipp Ferdinand, John 
George und Charles William (s. diese 8) waren Thier- und StUllebenmaler. 

HamiltoB, John George yon, Thiermaler, geb. 1672 in Brüssel (s. den Vorigen), 
t 3. Jan. 1787 in Wien, wo er seit 1718 ans&sdg war. Vorher arbeitete er am Hofe 
König Friedrich I. Br malte namentlich Pferde, aber auch Jagdstücke und StilUeben, 
yon etwas nüchternem Colorit. Bilder yon ihm im Hofinuseum zu Wien, 4 Pferde- 
bilder yon 1708, 1704 und 1709 im Museum zu Dresden, eine Eberjagd yon 1740 im 
Vorrath des Berliner Museums, auch in der Galerie Liechtenstein in Wien, in der 
Pinakothek zu München und in Schieissheim. 

Haoiilton, Philipp Ferdinand yon, Maler, geb. 1664 in Brüssel, (s. Hamilton, 
James de), f 1750 in Wien, wo er 1706—40 Kammermaler war. Er malte wilde und 
zahme Thiere und Jagdbeute. 9 Bilder yon ihm im Hofinuseum zu T^en, 8 in der 
Galerie zu Budapest, in der Pinakothek in München eine Speisekammer mit einer 
Katze, 3 Bilder im Museum zu Breslau und eine Jagdbeute im Museum zu Weimar, 
2 Bilder mit Vögeln im Rudolfinum zu Prag. 

Hamiltoii, Thomas, engl. Architekt, geb. 1786, f 24. Febr. 1868 inEdinburg, 
baute 1826—29 die Hochschule daselbst im griechischen Stil, die Fa^e der ärztlichen 
Halle, errichtete das Denkmal des Volksdichters Robert Bums in Ayr und mehrere 
Kirchen und Priyathäuser, schrieb auch über den damaligen Zustand der Kunst in 
Schottland (1860). 1866 erhielt er die Pariser goldene MedaiUe. 

Hamilton, William, engl. Maler, geb. 1761 in Chelsea, f 2. Dec. 1801 in 
London, kam früh nach Italien, wo er unter Zucchi studirte, setzte dann 1769 seine 
Stadien auf der Akademie in London fort, malte Historien-, Genrebilder und Bildnisse, 
zeichnete für Boydells Ausgabe des Shakespeare, für eine Ausgabe der Bibel und für 
Thompsons „ Jahreszeiten*'. Die Hlustrationen zu Shakespeare waren wenig befriedigend, 
seine männlichen Figuren zu schwach und weibisch, die Frauengestalten phantastisch 
aufgeputzt. Br malte auch die jetzt im Kensington-Museum befindliche Kutsche 
des Lord Fitzgibbons, die ihm hoch bezahlt wurde. 1789 wurde er Mitglied der 
Akademie. 

Hamman, Bdonard Jean Conrad, belgisch-franz. Maler des historischen Genres, 
geb. 24. Sept. 1819 in Ostende, f 1888, besuchte in Antwerpen die Akademie und das 
Atelier deKeysers, liess sich 1846 in Paris nieder und malte Bilder yon interessantem 
Inhalt und trefflichem Colorit, aber im Ausdruck ziemlich schwach. Dahin gehören 
ans den Jahren 1847—68: Rabelais am französischen Hof, Hamlet, Karl IX. und 
sein Leibwundarzt, Besuch des Dogen Mocenigo mit Tizian bei Paolo Veronese, Die 
Tochter des Verbrechers, und spater: Christoph Colombo, Der Komponist Willaert im 
Kloster zu Brttg^^e die Orgel spielend (Museum in Brüssel), Der Geigenmacher 
Stradiyari, Der Anatom Vesalius in Padua, Dante in Rayenna, Einzng Albrechte Vn. 
Herzogs yon Oesterreich und seiner Gemahlin Isabella in Ostende, Brztthlungen der 
Margarete yon Angouldme, Unterricht des jungen Karl V. durch Brasmus (im 
Lnxembourg), Die Frauen yon Siena bei der Belagerung ihrer Stadt (1864), Das Fest 
des Bucentaur in Venedig (1867), Handel und Georg I. auf der Themse fahrend, 
Mozart in Wien, Fliehende Hugenotten nach dem Widerruf des Bdicts yon Nantes 
nnd einige Genrebilder. 1848 erhielt er die Brüsseler Goldene Medaille, wurde durch 



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126 Hammer ~ Hancock. 

verschiedene weitere Medaillen, 1854 durch den helgischen Leopolds-Orden, 1864 
dorch das Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. 

Hammer, Glirigtlaii Gottlob, Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 30« Oct. 
1779 in Dresden, f 7. Febr. 1864 das., Schüler und seit 1816 Mitglied der dortigen 
Akademie, malte in Oel, Aquarell und Sepia einige Ansichten sächsischer Gegenden, 
war aber vorzugsweise Kupferstecher von Ansichten aus Deutschland, Bussland, 
Spanien, Portugal, Holland und aus London. 

Hammer, Edmund Onido, Thier- und Jagdmaler, geb. 4. Febr. 1881 in Dresden, 
Bruder des Dichters Julius H., besuchte die Akademie in Dresden, aber als eifriger 
Jäger noch mehr die Wälder und Fluren, wo er Skizzen zeichnete, infolge deren er 
1842 Schiller von Jul. Hühner wurde. 1847 machte er eine grosse Fusswanderung 
nach Triest, Oberitalien und zurück über München und Nürnberg, wiederholte in den 
folgenden Jahren diese Streifzüge und unternahm 1866 eine Reise nach ConstantinopeL 
Seine vielen naturwahren Thierbilder kamen grossentheüs in den Besitz fürstlicher Jagd- 
liebhaber, 2 ins Museum zu Dresden. Zeichnungen dieses Inhalts lieferte er häiäg 
für illustrirte Zeitschriften, namentlich für die „Gartenlaube** und die ,fllxatnrtd 
Zeitung^, war auch als Schriftsteller in diesem Fache thätig. 

Hammer. Hans Jörgen, dänischer Maler, geb. 29. Dec. 1815 in Kopenhagen, 
Schüler der dortigen Akademie unter Eckersberg, malte anfangs originelle 
Genrebilder, besuchte 1866—58 Italien, wo er sich auch der Landschaft widmete. Zu 
seinen späteren Genrebildern gehören : Der Markttag in Fredeiicia (1871), Der lang 
erwartete Brief (1877, Galerle in Kopenhagen). 

Hammer, WUliam, Blumenmaler, geb. 31. Juli 1821 in Kopenhagen, f 1889, 
Bruder des Vorigen, Schüler der dortigen Akademie, bereiste Deutschland, Frankreich, 
mehrere Male Italien, auch Belgien und London und machte sich durch zahlreiche 
Blumen- und Fruchtstücke bekannt. 1871 wurde er Mitglied der Akademie seiner 
Vaterstadt. 

Hammerer, HanB, genannt Hans Melger, Baumeister und Mdhaner, geb. um 
1441, t nach 1518, war seit 1509 Baumeister am Münster zu Strassburg, fertigte 
die dortige Kanzel gothischen Stils (1485—87) und die einfachere gothische Kanzel 
der Kollegialkirche in Zabem 1497. 

HamoB, Jean Lonig, franz. Genremaler, geb. 3. Mai 1821 in St. Lonp (Bretagne), 
1 29. Mai 1874 in St. Bafael ^Var), war seit 1840 Schüler vonDelaroche und G 1 e y r e, 
kam in die Porzellanmanufaktur in Sövres, wo er anmuthige Vasenbilder nudte. 
Später schuf er hauptsächlich Bilder aus dem antiken Leben, als liebliche, in antikes 
GPewand gekleidete Spiele der Plumtasie in duftigen, körperlosen Gestalten, denen er 
Leben und Wärme zu verleihen wusste. Dahin gehören : Die menschliche Komödie (186S), 
Meine Schwester ist nicht zu Hause (1853), Die Jungfrau von Lesbos, Ich habe es 
nicht gethan (1855), Der Taschenspieler, Das Marionettentheater, das reizende Bild 
Aurora (1864), Die Amorettenwäscherin, Der traurige Strand u. A. Wegen seiner 
Schulden floh er 1862 nach Rom, ging 1865 nach Neapel und liess sich in Capri nieder. 
Er errang sich verschiedene Medaillen. 

Hampe, Brust Heinr. Wilhelm, Maler, geb. 1817 in Bremen, f in Born, lebte 
in der Mitte der 30er Jahre in seiner Vaterstadt als BUdnissmaler. Von ihm einige 
Bilder in der dortigen Kunsthalle und viele in Privatbesitz. 

Hampe, Karl Friedrich, Genre- und Historienmaler, geb. 18, JuU 1772 in 
Berlin, f 29. Dec. 1848 das., war Schüler der dortigen Akademie unter Niedlich 
und Frisch, wurde 1816 Mitglied, 1823 Professor, 1829 Inspektor und Bibliothekar 
derselben, unter seinen Genrebildern und Interieurs ans der Zeit der BeformatioB 
nennen wir: Die Luther-Stube in Wittenberg (1821, Nationalgalerie in Berlin), 
Schloss-Fontaine (1819), Bitterburg im Mondschein, Eine Mutter mit ihrem SäugUng' 
sitzt auf dem Grabhügel ihres Mannes in den Ruinen einer Burg, Johannes der Täufer 
(häusliche Scene), Eine trauernde Fürstin besucht mit ihren andern die Grabstätte 
ihres Gatten in der Schlosskapelle (Museum in Breslau). Er hatte den preuss. Roth. 
Adler-Orden. 

Hamza, Johann, Genremaler, geb. 21. Juni 1850 in Teltsch in Mähren, Schüler 
von Ed. V. Engerth auf der Akademie in Wien, wo er sich niederliess. unter 
seinen zahlreichen Genrebildern nennen wir nur : Der Besuch, Beim Uhrmacher, Znm 
Empfang, Der Taschenspieler, Der Toast eines Kavaliers, Der Kriegsrath, Der Einzog' 
der Braut, Flitterwochen u. s. w. 

Haneoek. Charles, engl. Genre- und Thiermaler der Gegenwart, stellte seit 
1839 mehrere Genrebilder ans, unter denen 1849 die Wahl eines Parlamentsmitgliedes 



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Hancock — Hans. 127 

• 

und eine 1845 in Westminster Hall in Fresko gemalte Schlacht sehr gertthmt worden. 
Mehrere seiner Bilder stach Henry Beckwith. 

Hancock, J., engl. Bildhauer der Gegenwart, schof besonders treffliche weibliche 
Idealfigoren, ae. B. Die erste Regung der Liebe, Miranda, Ophelia, Die Jungfrftulichkeit 
(1856), und schuf in einem schOnen Belief Christus zum Kreuz geführt. 

Handel, Max, Bildnissmaler, geb. 1696 in Böhmen, f 1758 in Wien, über 
dessen Lebensverhältnisse nichts bekannt ist. Die beiden einzigen von ihm vorhandenen 
Bilder sind 2 männliche Bildnisse im Hofmnseum zu V^en. 

Handwerck, J. E«, Genre- und Landschaftsmaler, geb. 1824 in Kassel, 1 11. März 
1883 das., ging 1848 von der Lithographie zur Malerei ttber und brachte vorzugsweise 
Reiterbilder, aber auch Genre und Landschaft. Dahin gehOren Der KurfBrst von 
Hessen mit seinem Gefolge (zweimal gemalt), Das Offiziercorps der hessischen Garde 
du Corps, Das Gefecht bei Gundershoffen 6. Aug. 1870, Eine hessische Kirmes, Mond- 
aufgang und in Kohlezeichnungen mehrere Ansichten von Wilhelmshöhe, und von 
Schloss Eltz, Das Rosenwunder der hl. Elisabeth für die Nonnenldrche in Fulda. 

Hanedoes, LonwrenB, holländ. Landschaftsmaler, geb. 14. Juli 1822 in Wondrichen 
(Nordbrabant), Schüler von C. Kruse man und B. C. Koekkoek. Von ihm im 
Reichsmuseum zu Amsterdam eine Landschaft aus Kennemerland (1869). 

HanllBtftngl, Franz, Lithograph und Photograph, geb. 1. März 1804, in Bayemrain 
(Oberbayem), t 18. April 1877 in München, wo er 1819—25 die Akademie besuchte, 
und dann zu der früher von ihm unter Senefelder geübten Lithographie zurück- 
kehrte. 1834 gründete er eine sehr bald zu hoher Blüthe gelangte lithographische 
Anstalt, und ging in demselben Jahre nach Paris, um Lemerciers lithographisches 
Verfahren kennen zu lernen. 1835 erhielt er den Auftrag, die vorzüglichsten Bilder 
der Dresdener Galerie zu lithographiren und flUirte diesen Auftrag bis 1852 in 190 
grossen Blättern aus. 1844 errichtete er auch in München ein grosses Atelier und 
flberliess das zu Dresden seinen durch ihn gebildeten Brüdern Hans und Max. 1848 
wandte er sich zu der von Franz v. Kobell erfundenen Galvanographie und errichtete 
eine Anstalt in diesem Fach, aus der viele Blätter hervorgingen. 1853 gab er diesen 
Kunstzweig wieder auf und wandte sich zur Photographie, worin er einen Weltruf 
erwarb, viele Medaillen erhielt und die Hauptbilder der alten Pinakothek verviel^tigte. 
Das von ihm geführte Geschäft wurde von seinen Erben fortgeführt. 

Hanneman, Adrlaen, holländ. Bildnissmaler, geb. 1601 im Haag, f im Juli 
1671 das., Schüler von Jan v. Ravesteyn und Nachahmer van Dycks, kam unter 
KarlL nachEngland und malte hier 16Jahre lang unter Daniel Mytens Bildnisse 
aus der vornehmen Welt Dann kehrte er nach dem Haag zurück, wo er Hofinaler 
der Prinzessin Marie von Oranien und 1665 Direktor der Akademie wurde. Unter 
seinen lebens- und ausdrucksvollen Bildnissen befinden sich das des Jan de Witt im 
Museum zu Rotterdam (1652), im Hofmuseum zu Wien das des van Dyck und Karls L 
von England, im Museum zu Brannschweig eine musicirende (Gesellschaft und 
2 weibliche Bildnisse. 

Hannibal, Ehrenreicb, Medailleur, geb. 1678 in Stockholm, f 1741 als Münz- 
meister in Clausthal, Schüler des Medailleurs Arfvid Karlsteen, trat 1705 in 
braunschweigische Dienste, arbeitete auch für andere deutsche Fürsten und bewies 
sich als einer der geschicktesten Medailleure seiner Zeit. 

Hanno, Andr. Friedr. Willi, von. norwegischer Architekturmaler, geb. 15. Dec. 
1826, erhielt seit 1845 auf den Ausstellungen mehrere Medaillen. Bekannt wurden 
von ihm die Bilder: Die Judengasse in Frankfurt a. M. und Eine Partie aus dem 
Städtchen Diez an der Lahn. 

Hanotean, Hector, franz. Landschaftsmaler, geb. 25. Mai 1823 in Dedze 
(Niövre), f 7. April 1890, widmete sich zunächst unter Gigoux dem Genre, ging 
aber bald zur Landschaft über, worin er einem entschiedenen Realismus huldigte und 
die Natur in ihrer ungeschminkten Wahrheit wiedergab, ohne in ihre poetischen 
Stimmungen einzudringen. Im Anfang der 50er Jahre bereiste er Algerien, malte 
aber doch meistens die flacheren Gegenden des mittleren Frankreichs, z. B. Teich in 
Nivemais, Die Wiesen von Charency, Pferde in den Wäldern von Nivemais (1868), 
Die verlassene Hütte (1864), Dorflache (Museum des Luxembourg) u. A. Er erhielt 
mehrere Medaillen und 1870 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Hans, unter den Baumeistern und Bildhauern dieses Namens fast 20 an der 
Zahl, die im 15. und im Anfang des 16. Jahrh. im Bau von deutschen Kirchen 
und deren innerer Einrichtung und Ausschmückung thätig waren, nennen wir nur 
als die bedeutendsten: Hans v. G9In, der, in Nürnberg thätig, um 1520 den ehernen 

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128 Hansch — Hansen. 

• 
TaufkeBsel in der Marienkirche zu Salzwedel, schon stark mit Benaissancedetails mit 
einem kunstreichen Gitter yon 1522 schuf; und Hans y. Ming^olshelm, Architekt, 
geb. in der Gegend von Bruchsal, der in der 2. Hälfte des 15. Jahrh. den Chor der 
Kilianskirche in Heilbronn, die Kirche zu Lauffen am Neckar und yiel in Schwaben 
baute. 

HanBch, Anton, Landschaftsmaler, geb. 24. März 1813 in Wien, f S.Dec. 1876 
in Salzburg, war kurze Zeit Schüler der Akademie in Wien unter Mössmann and 
bildete sich mehr durch das Studium der Natur in den österreichischen Hochgebirgen 
und in der Schweiz, woher er auch die Mehrzahl seiner in Licht und Luft trefiÜchen 
Landschaften entlehnte, unter denen die meisten kleineren den grösseren vorzuziehen 
sind. Zu den besten gehören: Waldbach Strub bei Hallstadt, Aus dem Bregenzer 
Walde, Aus dem Oetzthale, Partie am Königssee, Gegend am Königssee mit Staffage 
(Hofmuseum in Wien), Motiv vom Chlemsee, Der Brunnen in GoUing, Der Dachstein, 
Das Wetterhorn, Der Grossglockner, Big! Scheideck und viele Andere, die durch 
den Stich grosse Verbreitung fanden. 1873 btisste er sein Vermögen ein und zog 
nach Salzburg. 1839 errang er sich die goldene Medaille, 1859 den 1. Preis der 
Wiener Ausstellung, 1866 erhielt er den Franz- Josephs-Orden, 1867 die Würde ala 
akademischer Bath. 

Hanselaere, Pleter van, Historienmaler, geb. 13. Juli 1786 in Gent, f 10. März 
1862 das., Schüler der dortigen Akademie unter van Huf fei, ging 1809 nach Paris, 
wo er sich unter David weiter bildete. Nach Erlangung des ^rossen Preises durch 
sein Bild der Opferung Abels setzte er seine Studien in Italien fort, malte zahlreiche 
Bildnisse, wurde Hofmaler des Königs von Neapel und nach seiner Bückkehr Professor 
an der Akademie in Gent. Altarbilder von ihm in mehreren Kirchen Belgiens, im 
Museum zu Gent das Martyrium des heil. Stephanus, im Museum zu Weimar eine 
betende Bömerin. 

Hansen, Christian Friedrich, dänischer Architekt, geb. 28. Febr. 1756 in 
Kopenhagen, f 10. Juni 1845, Schüler der dortigen Akademie unter Harsdorff, 
besuchte Italien, wurde 1788 Mitglied der Kopenhagener Akademie und Landbaumeister 
in Altona, wo er eine grosse Bauthätigkeit entfaltete. 1804 zog er nach Kopenhagen, 
wurde Professor an der Akademie und Oberbaudirektor, baute 1815 das Baths- und 
Gerichtshaus, stellte von 1795 an das 1794 durch Brand zerstörte Schloss Christiansborg 
wieder her, das erst 1828 gänzlich vollendet wurde, ebenso die 1829 eingeweihte 
Frauenkirche. 30 Jahre lang übte er grossen Einfluss auf den in Dänemark zur 
Geltung kommenden Baustil, gab auch ein Prachtwerk über seine Bauten heraus 
(2. Aufl. 1847). 

Hansen, Hans Christian, dänischer Architekt, geb. 20. April 1803 in Kopenhagen, 
t 2. Mai 1883 in Hietzing bei Wien, Schüler der Akademie seiner Vaterstadt unter 
Gust. Fr. Hetsch, errang 1829 die gold. Medaille, ging 1831 nach Bom, 1833 
nach Neapel und von da nach Sizilien und Griechenland, wo er mit Boss und 
Schaubert die Ausgrabungen und den Wiederaufbau des Nike-Tempels in Athen 
leitete, worüber diese Architekten ein Werk herausgaben (1839). Dort baute er auch 
1837—42 die Universität in griechischem Stil, in Triest das Marinearsenal, in 
Kopenhagen, wo er Professor an der Akademie wurde, das Gemeindehospital, das 
naturhistorische Museum und in Holbäk auf Seeland eine Kirche in romanischem Stil. 
Er war Mitglied der Akademien in Wien, Florenz, Amsterdam und des Instituts der 
britischen Architekten, 1867 ward er Etatsrath, 1876 Commandeur des Danebrogordens. 

Hansen, Heinrich, dänischer Architekturmaler, geb. 23. Nov. 1821 in Hadersieben, 
t 11. Juli 1890 in Kopenhagen, bildete sich seit 1842 auf der Akademie als Decorations- 
maler, bereiste 1847 Deutschland und widmete sich der Architektnrmalerei, für die 
er 1850—52 Studienreisen im westlichen Europa machte. Zu seinen besten Bildern 
(mehrere in der Galerie zu Kopenhagen) gehören: Christians lY. Zimmer im 
Bosenborger Schloss, Der Saal der 4 Thüren im Dogenpalast zu Venedig und ein 
Interieur aus dem 16. Jahrh. in Lübeck. Auch um die Förderung des Kunsthand- 
werks in Dänemark machte er sich verdient. Er war Mitglied und Professor der 
Akademie in Kopenhagen. 

Hansen, Karl Christian Konstantin, dänischer Genre- und Historienmaler, 
geb. 3. Nov. 1804 in Bom als Sohn des Bildnissmalers Hans H., f 27. März 1880 
in Kopenhagen, besuchte die dortige Bauschule, wandte sich aber zur Bildnissmalerei 
und wurde Schüler von Christ. Wilh. Eckersberg. 1835—41 lebte er in 
Italien, wo er Bilder aus dem dortigen Volksleben malte. Nach seiner BUckkehr 
malte er mythologische Fresken in der Universität zu Kopenhagen und Christas mit 



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Hansen — Happel. 129 

den 12 Aposteln im Dom zn Roeskilde. Seine übrigen bedeutenderen Bilder sind : Aegios 
Gastmahl (1857, Galerie in Kopenhagen), Die Beichsversammlang in Christiansborg 
(1865) und einige Altarbilder. Seit 1864 Mitglied der Akademie in Kopenhagen, 
wurde er später Professor und 1873 Yizedirector an derselben. Auch erhielt er die 
Würde eines Etatraths. 

Hansen, Karl Frederik Snndt, norwegischer Genremaler, geb. 30. Jan. 1841 
in Stayanger, bildete sich in Kopenhagen, Düssseldorf und Paris, malte aus dem 
norwegischen Volksleben Scenen, yon denen sich einige im Nationalmnsenm zu 
Stockholm (Besuch in der Sennhütte) und in der Nationalgalerie zu Ghristiania (Im 
ländlichen Gefängniss) befinden. 

Hansen, Lambertng Johannes, holländ. Maler, ffeb. 12. Aug. 1803 in Amsterdam, 
t 21. April 1859, Sohn und Schüler von Carel Lodowyk R, malte besonders das 
Innere von Wohnungen und Durchsichten mit einfallendem Licht. 1833 wurde er 
Mitglied der Akademie seiner Vaterstadt und Lehrer an derselben. 

Hansen^ Lars, dänischer Bildnissmaler, geb. 25. Juli 1818 in lUJnne auf Bomholm, 
t 10. Aug. 1872 das., besuchte 1828 die Akfläemie in Kopenhagen und widmete sich 
der Bildnissmalerei, die er in Dänemark und 1841—63 in Schweden mit Erfolg 
ausübte. Von ihm das Bildniss des Blumenmalers Fritzsch, des Dichters Oehlenschläger 
und der schwedischen Königsfamilie. 

Hansen, Theofllns Edyard, berühmter Architekt, geb. 18. Juli 1813 in 
Kopenhagen, f 17. Febr. 1891 in Wien, war anfangs Schüler seines Bruders Hans 
Christian H. (s. d.) und des G. F. Hetsch, besuchte die dortige Akademie und 
ging 1838 nach Italien und Griechenland, wo er sich bei der Wiederherstellung des 
Tempels der Nike betheiligte, die Sternwarte des Barons Sina, die englische Kirche 
und die Gemeindekirche baute. 1846 wurde er nach Wien berufen, wo sich ihm bei 
dem baulichen Aufschwung der Kaiserstadt ein weites Feld der Thätigkeit eröffnete. 
Br baute in GFemeinschaft mit Förster (1846—49) die eyangelische Kirche im 
byzantinischen Stil, die Synagoge im byzantinisch-maurischen Stil (1853—58) und 
als seinen ersten selbständigen Wiener Bau das Waffenmuseam des Arsenals mit 
meisterhafter Durchführung des überhöhten Rundbogens. Gleichzeitig entstand 
1856 die Grabkapelle auf dem eyangelischen Friedhof und 1858 die neue Fa^e 
der nicht unirten griechisch-orientalischen Gemeinde. 1860 ging er wiederum nach 
Athen und errichtete dort den Prachtbau der Akademie der l^ssenschaften in 
pentelischem Marmor. Dazu kamen aus den nächsten Jahren in Wien der Heinrichshof 
(1861—63), Der Palast des Erzherzogs Wilhelm im Renaissancestil, Das Haus der 
Gesellschaft der Musikfreunde (1867—70) in italienischer Renaissance, Der Palast Epstein 
(1871) und der Palast Ephrussi. Bin nicht minder geistyoller Bau ist das Schloss Hörnstein 
in dem yon ihm sonst nicht angewandten spätgothischen Stil, ferner die Börse 
(1877), die Akademie der bildenden Künste, beide im italienischen Renaissancestil 
und als seine grossartigste Schöpfung das Parlamentsgebände im klassischen Stil der 
griechischen Blüthezeit mit reichem Statuenschmnck. Er machte auch einen interessanten 
Entwurf zur Wiederherstellung des Lysikrates-Denkmals in Athen. Er war Mitglied der 
Wiener Akademie, Ritter der Eisern. Krone, des Danebrog- und bayr. Maximilians-Ordens. 

Hansen, Christian Heinrich, Historien- und Genremaler, geb. 1791 in Altena, 
t in Hamburg, erhielt dort,- in Rom und in München seine Ausbildung und lebte in 
Hamburg 1831—50. Unter seinen sehr gerühmten Bildern werden genannt: Ein Engel 
der ein Kind emporträgt, Der Fischer (nach Goethe), Christus am Oelberg, Genoveva 
im Kerker, Das Halleliga, eine bfissende Magdalena, und im Schloss Hohenschwangau 
ein Freskencyklus aus dem Leben der Pfalzgräfin Agnes. 

Hansteen, Nfls, Landschaftsmaler, geb. 29. April li$55 in Norwegen, Schüler 
der Akademie in Christiania, der Kunstschule in Karlsruhe und der Akademie in 
München. Er lebt in Kopenhagen. Die meisten seiner Landschaften sind der 
Umgegend von Christiania und den Küsten Norwegens entnommen. 

Hantisch, Johann Gottlieb, Genremaler, geb. 19. März 1794 in Nendorf bei 
Dresden, f 3. April 1848 in Dresden, wo er Schüler der Akademie unter Rössler 
war. Er arbeitete viel als Zeichenlehrer in Dresden in Gemeinschaft mit seinem 
Schwager Peschel und malte Scenen aus dem kleinbürgerlichen und bäuerlichen 
Leben und ans der Schnlstube. Ln Museum zu Leipzig von ihm Der Sonntagmorgen 
(1880), Eine Scene beim Zahnarzt (1839, Nat.-Gal. zu Berlin), Der Dorfschulmeister, 
Das Innere einer Dorfschule, Der politisirende Schnhflicker und viele Andere. 

Happel, Friedrich, Thiermaler, geb. 23. Mai 1825 in Arnsberg (Westfalen), 
t 5. Juli 1854 in Düsseldorf, Bruder von P e t e r H e i n r i c h H., besuchte die Akademie 



AIlgemelBM Kfinstler-Lezioon. 8. kxdL 2. Band. 



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180 Happel — Hardwick. 

in Düsseldorf und malte meistens Bilder ans dem Leben des deutschen TVlldes, 
namentlich des Fuchses, dessen Treiben er höchst charakteristisch darstellte, s. B. 
eine mit Variationen oft wiederholte Fachsfamilie nnd ein vom ütis überfallenes Hohn ; 
auch einige Radierongen dieses Inhalts. 

Happel, Karl, Genremaler, geb. 1819 in Heidelberg, wurde Schfller Ton 
Götzenberger in Mannheim, war 1847—60 im Atelier von Gleyre in Paris, 
bildete sich 1861-— 67 in Mttnchen auf der Akademie, lebte von 1860—67 in Amerika 
und nahm nach seiner Httckkehr seinen Wohnsitz in Mttnchen. Seine Genrebilder 
befinden sich in mehreren Galerien und in Privatbesiti. 

Happel, Peter Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 26. März 1813 in Arnsberg 
(Westfalen), f 23. Mai 1864 in Düsseldorf. Unter seinen Bildern nennen wir: 
Sauerlandische Gegend (1837), Partie aus dem Isarthale (1840), Eirschpark in 
Westfalen, Bifellandschaft (1861). Er gründete und verwaltete den Verein 
Düsseldorfer Künstler zu gegenseitiger Unterstützung. 

Harburger, Edmund, Genremaler, geb. 4. April 1846 in Eichstatt, war anfangs 
in einem Baugesch&ft, widmete sich dann in Mttnchen unter Lindenschmit der 
Malerei und wurde einer der vortrefflichsten Hauptmitarbeiter der „Fliegenden Blätter*. 
Zu seinen humoristischen Bildern aus dem Leben der Oberbayerischen Bauern und 
der Mttnchener Bevölkerung gehören : Der Dorf barbier, Spiessbttrger beim Bierkruge, 
Vornehme Gäste, Bauemprttgelei, Der Stadtherr, Die Weinprobe, Im Sorgenstuhl 
(1886), Erziehung des Bacchus. 1894 erhielt er den Professortitel. 

Hardenberg, %. Ehrenberg« 

Hardime, Peter, niederländ. Maler, geb. 1678 in Antwerpen, f 1748, Schfller 
seines Bruders Simon, eines Blumenmalers, besuchte viele Städte Hollands und 
malte leicht ansgeftthrte, gut colorirte Blumenbilder. 

Harding, ehester, Bildnissmaler, geb. l. Sept. 1792 in Conway (Massachusetts), 
t 1. April 1866 in Boston, wurde nach manchen anderen Beschäftigungen Bildnissmaler, 
bildete seit 1882 sein Talent in London aus und Hess sich in Boston nieder. Unter 
seinen in Amerika gemalten Bildnissen nennt man ids vorzüglich das des Generals 
Sherman und unter den in England entstandenen die des Malers Washington Allston, 
des Staatsmanns Daniel Webster und des John Bandolph. 

Harding, James Duffield, engl. Aquarellmaler, geb. 1798 inDeptford, f 4.Dec. 
1863 in Barnes (Surreyshire), war anfangs in der Lehre bei einem Kupferstecher, 
wurde Zeichenlehrer, besuchte 1830 Italien, lithographirte auch viele Skizzen nach 
Bonington. Wichtiger als durch diese Arbeiten wurde er durch seine Schriften: 
„Skizzen aus der Heimath nnd aus der Fremde'' (1836), „Der Park und der Wald'' 
(1842), „Auswahl malerischer Gegenden'' (1861), „Eunstlectionen'' u. A. Eine Zeit 
lang widmete er sich auch der Oelmalerei. 

Hardorff, Gerdt, Bildniss- und Historienmaler, geb. 11. Mai 1769 im sog. 
Alten Lande an der Elbe, f 1^64 in Hamburg, Schüler von Job. AntonTischbein 
in Hamburg und seit 1 788 von Casanova in Dresden. 1 796 kehrte er nach Hamburg 
zurück. Seine Hauptbilder sind: Eain nach dem Brudermorde, Die Altarbilder der 
Kreuzigung und der Einsetzung des Abendmahls. In der Kunsthalle zu Hamburg von 
ihm das Bildniss des Schuldirektors Gurlitt. Er radierte auch einige Blätter nach Fttger, 
W. Tischbein und Paul Potter. 

Hardorff, Herrn. Rudolf, Marinemaler, geb. 8. März 1816 in Hamburg, Sohn 
und Schttler des Vorigen, machte später Studienreisen in Holland, England und 
Schottland und liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er wirkungsvolle, correcte 
Marinebilder mit interessanter Staffage malte. Ein solches ist unter seinen 5 Bildern 
in der Kunsthalle zu Hamburg Die Explosion des dänischen Linienschiffes Christian Vm. 
am 5. April 1849 bei Eckernfbrde (1850) ; femer Seesieg der Deutschen über die Dänen 
(1858), Rhede auf der Insel Wight, Das Baumhaus im Hamburger Hafen, Schottische 
Küste, Kriegsschiffe in der Nordsee, Stürmische See bei den Orkney-Insehi. 

Hardwick, Philip, engl. Architekt, geb. 15. Juni 1792 in Marylebone, f 28. Dec. 
1870 in London, Sohn und Schüler des Thomas H., und seit 1808 Schfller der 
Akademie, bereiste von 1815—18 den Kontinent, und baute nach seiner Bflckkehr 
die grossen Magazine und das Dockhaus fttr die Katharinen-Dockgesellschaft, den 
Bahnhof in Birmingham, die Halle der Goldschmiedeinnung in italienischem Stil und 
im Tudorstil die herrliche Halle von Lincolns Inn, die sein Sohn vollendete. Nach 
seinem Plan wurde die neue katholische Kirche in Limerick errichtet. Seit 1841 war 
er Mitglied der Akademie in London, errang sidi die goldene Medaille des Instituts 
der britischen Architekten und 1855 die Medaille 2. KL, in Paris. 



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fiardwick — flarnisct. 1^1 

Hardwlck, Thomas, engl. Architekt, geb. 1752 in New-Brentford (Middlesez), 
t 16. Jan. 1829 das., Schfller von William Chambers und der Akademie in 
London, besachte 1776 den Continent nnd lebte einige Zeit in Rom, stellte nach 
seiner Bflckkehr mehrere architektonische Entwürfe ans, bante von 1790 an die 
Marienkirche in Wanstead, 1796 nach Inigo Jones Plan die abgebrannte Panlskirche, 
Coyent-Garden, and die neae Kirche klassischen Stils in Marylebone. 

Hardj, Bernhard Kaspar, Bmailmaler and Wachsbossirer, geb. 22. Aag. 1726 
in Köln, f 17. März 1819 das., Autodidakt, widmete sich anfangs der Emailmalerei, 
aber auch schon in frtther Jagend dem Wachsbossiren kleiner landschaftlicher and 
architektonischer Arbeiten and dem Bossiren halber flgaren in Wachs, z. B. die 
Jahreszeiten, die 5 Sinne, die 4 Lebensalter a. s. w. Er soll aach Oelbilder and 
Werke in vergoldeter Bronze gefertigt haben. 

Hardj, Garel. Stilllebenmaler, geb. in Yalenciennes, f Tor 1656 im Haag, wo 
er 1651 in die Malergilde trat. Von ihm im Maseam za Braanschweig ein Bild 
Todtes Gefltigel. 

Hardy, Frederick Daniel, engl. Genremaler, geb. 1826 in \^dsor, stellte 
seit 1851 kleine, trefSich gemalte gemttthUche Scenen ans dem häaslichen Leben aas, 
die ihn sehr popalär machten, z. B. Das Linere einer Kirche (1855), Der fremde 
Gast (1859), Das durchldcherte Dach (1865), Das Mittagsschläfchen, Die drohende 
Ueberschwemmnng (1866), Neaigkeiten ans der Fremde, Die Testamentsverlesang 
and Tiele Andere. 

Hardy, Hejwood, engl. Thiermaler der Gegenwart, malte namentlich wilde 
Thiere yoU Kraft nnd Charakter, aber im Oolorit nicht immer glttcklich, z. B. Löwe 
nnd Geier, Kampf zweier Löwen, Heeresbegleiter (Geier), Die Thiere der Arche. 

Hardy, Leopold Amöd^e, französischer Architekt, geb. 8. März 1829 in Paris, 
t 4. Sept. 1894 in Chätillon-sar-Loing (Loiret), Schiller von Nie olle nnd der Ecole 
des beanx-arts. War in der Folge Architekt der kaiserlichen Commission, Ober- 
architekt der Weltansstellang 1867, desgl. 1878 and Inspektor der Ciyilbaaten. Er 
baate femer die Kirche zu Canaalt (Maine et Loire), die Kirche des Bosenkranzes 
za Loardes etc. Ritter der Ehrenlegion 1867, Ofßzier 1878. 

Hargltt, Edward, engl. Aqaarellmaler, geb. 1835 in Edinbarg, Schüler der 
dortigen Zeichenschale and 2 Jahre Schüler yon Mac Calloch, warde in London 
Mitglied der Gesellschs^ der Aqnarellisten. Unter seinen Bildern von trefliicher 
Zeichnang nnd kräftigem Colorit nennen wir: Bothwild, Des Hochländers Heimath, 
Partie Ton der Lisel Wight, Schottischer Schafhirt, Die beiden Ochsentreiber a. A. 

Hart, Johannes, hoUänd. Maler, geb. 24. Oct. 1772 im Haag, f 7. Oct. 1849 das., 
Schüler Ton Tei ssier, erhielt bereits im 22. Lebensjahr die goldene Medaille der 
Haager Akademie, malte eine grosse Zahl yon Bildnissen in Oel, Pastell and Wasser- 
farbe, aach Ghesellschaftsstücke, warde 1835 Mitglied der Akademie in Amsterdam. 
Im dortigen Beichsmaseam Ton ihm Das Bivoaak in Molodetschno (Goav. Minsk) in 
der Nacht rom 8. aaf 4. Dec. 1812. 

Harlamoff, Alexis, rass. Blldniss- and Genremaler, geb. 1849 in Saratow, 
bildete sich aaf der Akademie in St. Petersborg and anter Bonnat in Paris, lebte 
dann in Holland, Belgien and Deatschland, and malte nor Bildnisse, deren Aehnlichkeit 
mehr gerühmt wird, als der geistige Aosdrack and die Farbe. Solche sind z. B. 
Der Dichter Targer^w, Der Joamalist Viardot und dessen Gattin die Sängerin 
Viardot-Garda, Der Kaiser Alezander a. A. Mitglied der St. Petersbarger Akademie. 

Harlem, s. Haarlem. 

HarloW) George Henry, engl. Bildnissmaler, geb. 10. Jnni 1787 in London, 
t 4. Febr. 1819 das, Schüler von de Gort, Drammond and Lawrence, lebte 
1818 in Italien and malte in England von Schaaspielem and bedeatenden Malern 
sehr gerühmte Bildnisse, anter denen viele darch den Stich bekannt warden. Unter 
seinen historischen Werken ist nar za nennen : das theatralische Bild des Verhörs 
der Königin Katharina. 

Harms, Johann Oswald, Landschafts- and Architekturmaler, geb. am 1642 
in Hambarg, f 1708 das., Schüler yon Ellerbroek, lebte längere Zeit in Bom, 
wo er Salyator Rosa nachahmte. Später malte er in Dresden Theaterdecorationen. 
Von ihm im Maseam za Schwerin eine Winterlandschaft ans dem Jahre 1675. Er 
radierte aach 8 Blätter römischer Rainen. 

Harnisch, Albert, amerikan. Bildhaaer der Gegenwart, geb. in Philadelphia, 
besachte die dortige Akademie anter Joseph A. Bailly, lebte 8 Jahre in Rom, 
and kehrte dann in seine Heimath zarück. Seine meisten Werke sind originell 



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132 Harnisch — Harrer. 

anfgefasste Idealgebilde, z. B. Liebe in der ünthätigkeit, Wandernde Psyche, Der 
kleine Jäger n. A , aber anch ein grosses Beiterdenkmal des Generals Lee in Kichmond. 

Hanüscli, Johann Baptist, Medaillenr, geb. 1778, t 24. April 1826 in Wien 
als Direktor der Graveurschnle an der Akademie, Hofkanunermedaillenr und Ober- 
münzgrayenr. Von ihm zahlreiche Medsdllen von 1810—25 auf die YermiÜilang des 
Kaisers Napoleon, die Anwesenheit des Kaisers Ton Rnssland und des KOnigs von 
Württemberg in Wien, auf die Errichtung des polytechnischen Instituts, die Bfickkehr 
des Kaisers Franz, auf dessen Vermählung n. A. 

Haroy Juan de, span. Maler der 1. Hälfte des 17. Jahrb., der sich in Madrid 
durch gerühmte Historienbilder einen Namen machte. Für sein Hauptwerk hält 
man den heil. Thomas v. YillanueTa in einer Kirche zu Madrigal (bei ATÜa). 

Harper, Adolf Friedrich, Maler, geb. 17. Oct. 1726 in Berlin, f 1806, Sohn 
und Schüler des Johann H., bereiste 8 Jahre lang Frankreich und Italien 
und bildete sich besonders in Rom unter Richard Wilson aus. 1756 trat er in 
Württembergische Dienste, wurde 1759 Hofmaler in Stuttgart und decorirte die 
Schlösser des Herzogs Karl Engen mit Thierstücken, Landschaften, Arabesken u. dgl. 
Für eines seiner besten Bilder gilt das Sommertheater in Villa Madama zu Rom 
(1760). Er war von 1761—94 Lehrer an der Karlsakademie in Stuttgart und 
Galeriedirektor. 

Harper, Johann, schwed. Maler, geb. 1688 in Stockholm, f 4. Dec. 1746 in 
Potsdam, Schüler von Martin Mytens und David Graft, arbeitete seit 1709 in 
Lübeck zusammen mit Ismael Menge, kam 1712 nach Berlin, wurde 1716 Hof- 
und Cabinetsmaler Friedrichs I., malte viele Miniaturbildnisse und nachher unter 
Friedrich d. Gr. in Gemeinschaft mit Pesne Deckenmalereien im Schloss za 
Charlottenburg und in Sanssouci. 

Harpignies, Henri, franz. Landschaftsmaler, geb. 28. Juli 1819 in Valenciennes, 
Schüler von Achard in Paris, besuchte Italien und machte sein glückliches Debüt 
mit dem Bilde Wald am Ufer des Allier. Später folgten: Abend in der Campagna, 
Das Thal der Aumance, Der Saut du loup (Motiv vom Allier) (alle drei im Luxembonrg), 
Das kleine Dorf Choteloy, Das Colosseum in Rom. Er widmete sich anch der 
Aquarellmalerei, brachte es hierin zu bedeutenden Leistungen in der Landschaft, 
radierte auch einige landschaftliche Blätter. Er erhielt mehrere Medaillen und wnrde 
1876 Ritter der Ehrenlegion. 

Harrachy Ferdinand, Graf von, Maler der Landschaft und des historischen 
Genres, geb. 27. Febr. 1832 in Rosnochau (Reg.-Bez. Oppeln), ging in Berlin von 
den gelehrten Studien zur Kunst über, begab sich nadi Weimar und bildete sich 
10 Jahre lang unter Kalckreuth, Ramberg undPauwels zu einem trefflichen 
Coloristen. In seinen Bildern sind gewöhnlich die Landschaft und die Figuren des 
historischen Genres von gleicher Bedeutung. Dahin gehören aus seiner ersten Zeit 
bis etwa 1870 : Heinrich der Vogelsteller, Kaiser Max auf der Martinswand, Schottische 
Fischerfamilie, Christus wird von Pilatus dem Volke gezeigt (1868), Gefangennahme 
Luthers im Thüringerwalde (Museum in Breslau). Eine zweite Periode seiner Thätig-- 
keit beginnt mit dem deutsch-französischen Kriege, an welchem er Theil nahm. Die 
Früchte dieses Feldzuges waren: Vorgeschobener Posten am Mont Viü^rien, In den 
Weinbergen von Wörth (1872), Der Brief Napoleons an König WOhehn nach der 
Schlacht bei Sedan, Moltke vor Paris (1876). Dann folgten aus dem dritten Kreise 
seiner Stoffe einige Bilder romantischen und biblischen Inhalts : Das Opfer Abrahams, 
Die Verkündigung an die Hirten, Die Verleugnung des Petrus und Die Versuehnng* 
Christi, Abgestürzt (Nat.-Gal. in Berlin), Die Heimkehr von Jerusalem (1887) und 
Bildniss des Ministers Vambüler. Er lebt in Berlin als Mitglied der Akademie seit 
1878 und hat den preussischen Kronenorden 3. KL, sowie den sächsischen Falken- 
orden 1. Kl. 

Harrer, Hugo Paul, Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 6. Febr. 1836 
in Eberswalde (Schlesien), f 10. Dec. 1876 in Rom, wandte sich von der Architektur 
zur Malerei, die er ohne Lehrer erlernte. Dann ging er nach Nürnberg, malte hier 
seine ersten Oelbilder, und nach München, wo er sich unter Pilo ty noch weiter bildete. 
Später ging er noch nach Italien, arbeitete auch auf der Akademie in Düsseldorf 
unter Oswald Achenbach. Er malte gelegentlich auch kleine Genrebilder, aber 
seine Hauptstärke bestand in der Darstellung arcbitektonischer und landschaftlicher 
Motive, was sich namentlich in der 1877 in Berlin veranstalteten AussteUung seines 
Nachlasses zeigte, unter seinen Bildern sind zu nennen: Das Städtchen Atram bei 
Amalfi (1870), Rocca di Papa (1875), Theater des Marcellus in Rom (1876, Nat.-GaL 



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Harriet — Hart. I33 

in Berlin), Der Bogen der Octayia in Born, Blick auf den Yesav, Torre del Greoo 
bei Neapel nnd eine grosse Anzahl landschaftlicher Stadien. 

Harriet, Fulglron Jean, franz. Maler des 18. Jahrb., geb. in Paris, f 1805 
in Rom, Schfller von D arid, machte sich namentlich dorch folgende Bilder bekannt: 
Der avf dem Schlachtfeld sterbende Bratns, Kampf der Horatier and Cariatier, 
Androclas mit dem Löwen. 1803 ging er nach Bom, wo sein letztes Bild Horatias 
Codes aof dem Pons Sablicias war. 

Hanison, Thomas, engl. Architekt, geb. 1744 in Bichmond (Yorkshire), 
t 29. März 1829 in Chester, machte seine Stadien in Bom, wo er einen Plan zar 
Verschönerong des Platzes vor Sta. Maria del popolo entwarf and Mitglied der Akademie 
▼on S. Laca warde. Nach einigen- Beisen in Italien and Frankreich kehrte er 1776 
sarück, stellte anfangs Bilder in der Akademie aas, baate die erste Zagbrttcke in 
Bngland Aber den Lane in Lancashire, restaorirte die alte Barg in Lancaster, baate 
eine Brücke ttber den Dee mit einer Bogenweite von 60 m., entwarf in Liverpool die 
Plibie zom Athenttam, zam Nicolastharm and zam Theater and 1809 zar Börse in 
Manchester, baate aach mehrere Wohnhäaser in Schottland. 

Harsaorff, Caspar Frederik, dänischer Architekt, geb. 26. Mai 1735 in 
Kopenhagen, f 24. Mai 1799, anfangs Schüler der alten, seit 1754 der neaen Akademie, 
ging 1757 nach Paris, wo er sich anter Blondel, Peyre and Soafflot weiter 
bildete, and 1762 nach Bom, wo er die antike Bankanst stadirte. 1764 kehrte er 
sarflck, warde 1765 Mitglied der Akademie and Hofbaameister. Von ihm eine Grab- 
kapelle für den Grafen Moltke (1766—69), die Hercalesloge im Garten yonjtosenborg 
(1772), der ümbaa eines Schlossflflgels and des Theaters, eine Grabkapelle im Dom 
zaBoeskilde and zahlreiche Privathäoser. 1766 warde er Prof essor, 1778— 80 Direktor 
der Akademie. 

Hart, James Mao Dongal, Landschaftsmaler, geb. 10. Mai 1828 in Kilmamock 
(Schotthmd), Brader des William H., mit dem er mehrere Jahre als Wagenlackirer 
in Albany (New-York) arbeitete. 1851 ging er nach Düsseldorf and erlernte anter 
Schirmer die Landschaftsmalerei, lebte wieder 4 Jahre in Albany and nahm 1856 
seinen Wohnsitz in New-York, wo er 1859 Mitglied der Akademie warde and trefliiche, 
in der Beleachtang meisterhafte Landschaften mit Viehstafifage malte. Dahin gehören : 
Das heimkehrende Vieh, Mondaafmig im Adirondack-Gebirge, Bin Wald im Herbst, 
Sonntagnachmittag in Berkshire, Die friedliche Heimath (1872), Bin kühler Tag aaf 
der Landstrasse (1874), Drohendes Unwetter, Lidianischer Sommer, Bin nebeliger 
Morgen o. A. 

Hart, Joel T«, amerikan. Bildhaaer, geb. 1810 in Clarke Coanty, war anfangs 
bei einem Steinhaaer in Leiington in der Lehre and ging 1849 naäi Florenz, wo 
er eine Statae des Staatsmannes Henry Clay für Loaisville (Marmor) and für 
New-Orleans (Bronze) schaf, aasserdem noch mehrere Stataen and Idealgebilde, z. B. 
Die Mildthfttigkeit, Angelina, Der Triamph des Weibes, Yenas and iGior a. s. w. 
Später lebte er in Kentacky. 

Hurt, Lanrent Joseph, Medaillear, geb. 1810 in Antwerpen, f 10. Jan. 1860. 
in Brüssel, machte seine ersten Stadien aaf der Akademie seiner Vaterstadt, kam 
dann aaf die Münze in Brüssel, warde Schüler eines Stempelschneiders in Utrecht 
and der Medailleare Voyrat and Adolf Jourenel in Brüssel. Man zählt 
19 Haaptmedaillen von ihm, die von seiner grossen Geschicklichkeit zeagen. Er war 
Mitglied von verschiedenen Akademien. 

Hart, Solomon Alexander, engl. Maler des historischen Genres and der 
Architektar, geb. im April 1806 in Plymoath, t H- Joiu 1881 in London, wo er 
1823 als Schfller in die Akademie trat, mit Miniatarbildnissen begann, aber bald zar 
Oehnalerei überging. Za seinen historischen Genrebildern anziehenden Inhalts gehören : 
Isaak T. York in dem Tharm von Front de Boeaf (1880), Wolsey and Backingham 
(1834), Bichard Löwenherz and der Saltan Saladin (1835), Thomas Moras empfingt 
den S^n seines Vaters, Hannah die Matter Samaels. 1841 and 42 bereiste er Italien, 
wo er sich mehr zar Architektarmalerei wandte, z. B. Das Befectoriam von OgnissanÜ 
in Ilorenz, Das Innere des Doms in Modena and das des Doms za Pisa, Das Innere 
einer jüdischen Synagoge (Nat-Gal. id London). 1840 warde er Mitglied, 1854 
Professor and 1865 BibUothekar der Akademie in London. 

Hart, William, engl. Landschaftsmaler in Oel and Aqaarell, geb. 31. März 1823 in 
Paisley (Sdbottland), iam, wie sein Brader James (s. d.), 1831 nach Albany, wo er ebenfalls 
in einer Wagenfabiik arbeitete, bis er sich zar Malerei wenden konnte, Stadienreisen 
machte and 1853 seinen Wohnsitz in New-York nahm, wo er haapts&chlich Aqaarelle 



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134 Hartel — Hartmann. 

malte und 1858 Mitglied der Akademie warde. Von 1870—73 war er Präsident der 
Gesellschaft fClr Aqnarellmalerei. Seine Landschaften geben den Charakter der 
Gegenden Nordamerikas treffend wieder. Dahin gehören : Rttckkehr von der Mtthle, 
Frieden und Beichtham, Herbst in den Wäldern von Maine (1867), Dämmerang am 
Badi, Regentag im Herbst and mehrere Landschaften mit Yiehstaffage. 

HarteL Angnst, Architekt, geb. 26. Febr. 1844 in Köln, f 18. Febr. 1890 in 
Strassbarg, Schüler ron Baschdorffin Köln and von A. Lange, der ihn in das 
Stndiam des gothischen Stils einführte. Zonftchst arbeitete er in der Werkstatt des 
Kölner Dombaaes anter Franz Schmitz, baute dann die evangelische Kirche in 
Krefeld, die Christaskirche in Bochum, 1881 das Hauptgebäude der Gewerbeausstellnng 
in Halle, liess sich in Leipzig nieder und verband sich bei mehreren Concurrenzen 
mit Bruno Schmitz und Neckelmann. 1889 wurde er als Baumebter am Mflnster nach 
Strassburg berufen, starb aber bald nachher. Er gab heraus : „Architektonische Details 
des Mittelalters' (1889) und mit Neckelmann „Auswahl hervorragender Entwürfe". 

Hartinger, Anton, Blumenmaler, geb. 13. Juli 1806 in Wien, Schiller der 
dortigen Akademie, malte für den Erzherzog Anton eine grosse Reihe von Pflanzen- 
tafeln, zahlreiche Blumen- und Fruchtstttcke in Oel, wurde 1836 Conrector der 
akademischen Blumenmalerschule, und begann 1843 die Herausgabe seines grossen 
Blumenwerkes „Paradisus Vindobonensis'^, das in colorirten Tafeln erschien. 1857 — 59 
stand er mit der artistischen Anstalt von Zamarski und Dittmarsch in Verbindmig 
und gründete 1859 eine eigene artistisch-lithographische Anstalt, die Werke Aber 
Forstculturpflanzen, Pilze, Giftpflanzen und zahlreiche Landschaften herausgab. 

Hartmann, Baumeister der Gegenwart, geb. in Diekirch (Luxemburg), restaurirte 
die Klosterkirche St. Willibrord in Echternach, baute die Liebfranenkirche in 
Luxemburg und als Vertreter des gothischen Stils verschiedene andere Kirchen, 
Schlösser und Villen des Luxemburger Landes. 

Hartmann. Christian Ferdinand, Historienmaler, geb. 14. Juli 1774 in 
Stuttgart, t 6. Juni 1842 in Dresden, ging vom Studium der Mediein zur Maierei 
Aber, wurde Schüler von Hetsch in Stuttgart, und ging 1794 nach Born, wo er 
Freund von Carstens wurde. 1803 liess er sich in Dresden nieder, wo er 1810 
Professor und 1823 Direktor der Akademie wurde. 1820->23 lebte er wieder in 
Italien und machte 1828 eine dritte Reise nach Rom. Seine Hauptbilder sind nadi 
der Reihenfolge ihrer Entstehung: Eros und Anteros (1803), Die 8 Marien am 
Grabe Christi (1807), Hectors Abschied (1812, beide im Schloss zu Dessau), Raab 
des Hylas (Museum in Leipzig), Der Tod entreisst einer schlafenden Mutter ihre 
Kinder (Museum in Stuttgart), Erlkönig nach Goethe (ebendaselbst). Christos mit den 
beiden Jüngern in Emmaus, Auszug und Flucht der Bewohner von Nisibis und 
Selbstbildniss (Museum in Dresden). Ausserdem mehrere treffliche Bildnisse. 

Hartmann, Hans, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 1845 in Berlin, wo 
er seinen Wohnsitz nahm. Von ihm wurden bekannt die Bilder Bei St. Aegidien in 
Nürnberg, Strasse in Sterzing (Tirol, Museum in Altenburg), Mark^latz in 
Braunschweig (ebendas.), Piazza d'Erbe in Verona, Im Bischofspalast zu Albengo an 
der Riviera und mehrere Ansichten aus Albengo. 

Hartmann, Johann Daniel Wilhelm, Maler, geb. 1793 in St Gallen, f 1862 
das., malte vorzüglich Wappen in Gouache, Vögel und Insekten und gab eine Sammlung 
Conchylien in colorirten Lithographien heraus. 

Hartmann, Johann Jakob, Maler, geb. 1680 in Kuttenberg, f 1730, geschickter 
Nachahmer des Jan Brueghel und des Anton Mirou. Von ihm im Hofmuseuni 
zu Wien die 4 Elemente in 4 landschaftlichen Bildern. 

Hartmans, Johann Joseph, Landschaftsmaler, geb. 1753 in Mannheim, f 8. Dec. 
1830 zu Cottens in der Schweiz, Schüler von Franz Kobell, machte seit 1776 
Naturstudien in der Schweiz und stellte namentlich die Umgebungen des Bieler Sees 
mit der Petersinsel in Aquarellen und in Oelbildern dar. 

Hartmann, Ludwig, Landschafts- und Thiermaler, geb. 15. Oct. 1835 in 
München, Schüler der dortigen Akademie und in der Landschaft und Thiermalerei 
Schüler von Wagner-Deines, unter dem er sich mit grossem Erfolg bildete. Seine 
Landschaften sind hübsch gruppirt und von kräftiger Farbe, am besten die SchifGa* 
und Ackerpferde. Dahin gehören: Der Schiffzug auf dem Inn (1863), Pferdetranroort, 
Kartoffelernte (1867), Gespann (1870), Ruhe auf dem Felde (1872), Vorspannpforde 
an einem Hügel (1873), Scene vor dem Wirthshause. Aehnlichen Inhalts sind einige 
von ihm radierte Blätter. Er errang sich 1869 die gold. Ehrenmedaille, 1872 die 
Medaille in Wien. 



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Hurtmaan — Haich. 135 

HartmaBB, Matthias Christoph, Genremaler, geb. 1791, f 1839, Schüler von 
Flies in Nfirnberg, malte mit Vorliebe komiflehe Jndenscenen, die grossentheils in 
Privatbesitz kamen, hat auch einige Blätter gut radiert. 

HartmaanaS) Bildhaaer, lebte am Ende des 12. Jahrh. in Goslar, bekannt 
dorch die am Schaft nnd EapitU reich versierte l^ole in der Vorhalle des dortigen 
Doms mit der Inschrift: Hartmannns stataam fedt basiBqne fignram. 

Hartaag, Heiaiich, Landschaftsmaler, geb. 27. Juni 1851 in Koblenz, lebt in 
Düsseldorf. Von ihm werden genannt mehrere Frflhlingslandschaften, Eifel-, Bhein- 
nnd Abendlandschaften. 

HartVBg. Johaaa, Bildhaaer des 19. Jahrb., geb. in Koblenz, Schüler von Bade 
in Paris, schin eine Statae des gehörnten Siegfried, eine heitere Grappe der Ver- 
mahlang der Mosel mit dem Bhein (1860, Marmor), PhUoktet anf Lemnos, Napoleon 
anf St Helena (1852). 

Hartwieh, Hemaui, Landschaftsmaler, geb. 8. Joli 1858 in New-York, Schüler 
der Akademie in München anter Dies nnd Löfftz, Hess sich dort nieder. Seine 
Haaptbilder sind : Aas Südtirol, Unter den Oliven, October-Idylle, Sanmweg am Monte 
Baldo, Anf der Wanderang, Der Blättersammler, Lag ins Land n. s. w. 

Hartzer, Karl Ferdinand. Bildhauer, geb. 22. Jani 1888 in Celle, Schüler des Bild- 
haaers Hartzigin Hannover, dann Schüler der Akademie in Dresden anter H tt h n e 1, 
lebte von 1858 — 60 in München nnd vollendete 1862—67 seine Aasbildang in Dresden. 
1868 nnd 1869 verweilte er in Italien nnd Hess sich in Berlin nieder. Seine kleineren 
Bildwerke, wie seine grosseren Monnmentalstatnen sind von gesnndem Bealismas 
and trefflicher AnsfUhrang. Hauptwerke von ihm sind: Amor mit der Satjrmaske 
(1871, im Bedta des Deutschen Kaisers), die Bronzestatue Marschners in Hannover, 
die geist- und charaktervolle Marmorstatne Thaers in Celle, die Bronzestatue Spohrs 
in Kassel, und das Denkmal Bemwards in Hildesheim (1898), ebenso im allegorischen 
Fach ein Siegesdenkmal in Gleiwits (Schlesien) und das Belief der Künste über der 
Thür zu den Skulptur- und Gtomäldesälen der Nationalgalerie in Berlin. Von Dresden 
erhielt er die gold. Medaille. 

Hartzoeker, Theodor, hoUftnd. Maler, geb. 1696 in Utrecht, f um 1740, Schüler 
des Balestra in Venedig, bildete sich nachher in Rom und kehrte 1720 in sein 
Vaterland zurück. Seine sehr gerühmten Büder sind äusserst selten. 

Harveng. Karl Friedrich, Maler des landschaftlichen Genres, geb. 1832 zu 
Frankfturt a. M., f 1874 das., Schüler des dortigen Städelschen Instituts unter 
Ed. Steinle und Jakob Becker und 1854 von Schirmer in Karlsruhe. Er 
machte öftere Studienreisen in den Schwarzwald, nach Tirol, der Schweiz und Süd- 
firankreich, malte aber mit Vorliebe den Schwarzwald und dessen Bewohner. Haupt- 
bilder von ihm sind: Haidegrund im Schwarzwald, Schwarzwftlder Schuljugend bei 
aufziehendem Gewitter, Schwarzw&lder Leute ziehen zur Kinnes, St. Peter im 
Vilnösthal in Tirol. 

Harvej) Sir George, engl. Genremaler, geb. 1806 in St. Ninian (Fifeshire), 
t 22. Jan. 1876 in Bdinburg, trat 1824 in die dortige Trustees-Academy, wurde 
1828 Mitglied und 1864 Präsident der schottischen Akademie. Zu seinen besten 
Bildem, cue eine genaue Beobachtung der Charaktere, ansprechende Composition und 
warmes Colorit zeigen, gehören: Die Dorfschule (1826), Das erste Lesen der Bibel, 
Die Consultation (1828), Die Predigt des Covenanters (1830), Die Schlacht bei Drumclog 
(1886), Der Dorfschulmeister (1887), Ein Begräbniss in den Hochlanden (1844), Das 
Spiel auf dem Eise, John Bunyan und sein blindes Kind, Shakespeare der Wilddieberei 
angeklagt (1872). Li den letzten 10 Jahren seines Lebens malte er auch Landschaften 
von der Westküste Schottlands. 1828 wurde er Mitglied, 1864 Präsident der 
schottisohen Akademie. 

Marvej, William, Hlustrator und Holzschneider, geb. 18. Juli 1796 inNewcastle 
on Tyne, f 18. Jan. 1866 zu Prospect Lodge bei Richmond, Schüler von Bewick 
and seit 1817 von Haydon in London. Seine besten Blätter sind die in Lanes 
„Arabian nights^ und in Knights „Pictorial Shakespeare^. 

Han^ Leopold, belgiMher Bildhauer der Gegenwart, geb. in Brüssel, machte 
sich durch eine Beihe treimcher Genrefiguren in Thon bekannt, die mit viel Humor 
and scharfer Beobachtung der Charaktere ausgeführt sind, z. B. Falstaff und Dorothea, 
Der Bourgeois gentilhomme, Tartaffe, Macbeth, Erionerung an Italien, L'^cole des 
femmes u. A. 

Hasch, Karl, Landschaftsmaler, geb. 8. Nov. 1835 in Wien, Schüler der dortigen 
Akademie. Von ihm in der KunsthaUe zu Hamburg eiue Schweizer Gebirgslandschaft 



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136 ^^^ " HaaencleTer. 

mit der Jungfrau, im natarhiBtorischen Museum zu Wien Der Ealvarienberg in der 
Adelsberger Grotte, Smaragdgruben im Habachthaie u. A., ausserdem von ihm viele 
Landschaften aus Tirol, Steiermark, Krain, Oberungam und Oberitalien. 

Hase, Konrad Wilhelm, Architekt, geb. 2. Oct 1818 in Einbeck, Schüler der 
polytechnischen Schule in Hannover, später Schüler von Gärtner in München, 
bildete sich auch durch Reisen in Italien, Frankreich, Deutschland und den Nieder- 
landen zu einem eifrigen Vorkämpfer des mittelalterlichen Stils, sowohl des romanischen, 
wie des gothischen. Zunächst restaurirte er die romanischen Godehardi- und Michaelis* 
kirchen üi Hildesheim, die Klosterkirche in Loccum (Uebergangsstil) und die spät- 
gothische Nikolaikirche in Lüneburg. Seine übrigen Hauptbauten sind in Hannover 
das Provinziabnuseum im Eundbogenstil (1868—56), die gothische Christuskirche, in 
Hildesheim die Fa^ade des Gymnasium Andreanum, und vor Allem als sein bedeutendstes, 
geistvollstes Werk das von ihm begonnene, von Oppler vollendete Schloss Marien- 
burg, einer der schönsten Civilbauten gothischen StUs. Später restaurirte er audi 
das spätgothische Bathhaus in Hannover. Er gab heraus: „Zeichnungen ausgeführter 
Kirchen, Schulgebäude und Privatbauten^ (1873—76), „Die Gräber in der Schlosskirche 
zu Quedlinburg^ (1877, mit von Quast) und redigirte die „Baudenkmäler Niedersachsens*. 
Er ist Professor am Hannoverschen Polytedmikum, Mitglied verschiedener Akademien, 
Bitter des Guelfenordens und hat die Medaille für Kunst und Wissenschaft. 

Haseleer. Frans, belgischer Maler, geb. 10. Aug. 1804 in Brüssel, Schüler von 
N a V e z. Von ihm im Beichsmuseum zu Amsterdam ein Bild der Esther vor Ahasverua. 

Haaeltine) Henry James^ amerikan. Bildhauer der Gegenwart, geb. in Philadelphia, 
diente im amerikanischen Bürgerkriege in der Armee der Nordiitaaten, bildete sich 
dann in ItaJien und liess sich 1867 in Born nieder. Von ihm die Gruppen : Das sieg- 
reiche Amerika, Amerika bekränzt seüie gefallenen Helden, und eine Statue der Lucretia. 

Haseltiney WiUiam Stanley, amerikan. Maler der Gegenwart, geb. in Philadelphia, 
bildete sich in seiner Vaterstadt und in Düsseldorf aus, lebte viele Jahre in Born 
und Venedig, und wurde 1861 Mitglied der Akademie in New-Tork. Die meisten 
seiner Bilder entlehnte er aus Italien, z. B. Buinen eines rümischen Theaters auf 
Sizilien, Partie aus Capri u. A. 

Hasemann, Wilhelm. Genremaler, geb. 16. Sept. 1850 in Mühlberg a. d. Elbe, 
studirte von 1868—72 auf der Akademie in Berlin, seit 1875 unter Gussow in 
Weimar, zog 1879 nach München und 1880 nach Gutach im Schwarzwald. Seine 
landschaftlichen Bilder, besonders sächsischer und schwäbischer Scenen, sind voll 
gemüthlichen Humors und sonniger Farbenfrische, z. B. Abschied nach der Ho<^izeit, 
Eine Kirmes in Thüringen, Künstler und Kunstfreunde, Schellenmarkt, Hlustrationea 
zu Auerbachs „Lorle^ und zu Theodor Storms „Immensee^. 

Hasenaner, Karl von, Architekt, geb. 20. Juli 1888 in Wien, f 4. Jan. 1894 
daselbst, anfangs Schüler des Collegium Garolinum in Braunschweig, besuchte 1850 — 66 
die Akademie seiner Vaterstadt, bildete sich unter van der Null und Siccardsburg, 
bereiste Oberitalien, Paris, London, das südliche Frankreich, Italien, die Niederlande 
und England. Bei der Concurrenz für das Wiener Opernhaus und für die Fa^e 
des Doms in Florenz erhielt er einen Preis, bewährte sich in Wien als genialer 
Architekt in grösseren Häusern und Villen, in den beiden grossartigen Anlagen der 
nach seinen und Sempera Plänen aufgeführten Hofmuseen (1872—86) im edelsten 
Benaissancestil und in dem ebenfalls nach dem Plane Beider errichteten Hofbarg- 
theater, das im Hochrenaissancestil ein in der Anlage origineller, in den Motiven 
reizvoller Monumentalbau ist. Er entwarf auch die Pläne für den Bau einer neuen 
Hofburg. 1866 wurde er Mitglied der Akademie in Wien, später der Akademie in 
Berlin und 1868 Ehrenmitglied des Instituts der brit. Architekten in London. 

Hasenclever, Johann Peter, Genremaler, geb. 18. Mai 1810 in Bemacheid, 
t 16. Dec. 1853 in Düsseldorf, wurde hier auf der Akademie Schüler von Schadow, 
war aber anfangs Bildnissmaler in seiner Vaterstadt, kehrte dann nach Düsseldorf 
zurück, wo er sich mit grossem Glück dem humoristischen Genre widmete, aber cur 
Ausbildung in der Technik von 1838 — 42 in München lebte. 1848 wurde er Mitglied 
der Akademie in Berlin und erwarb sich die gold. Medaille in BrüsseL Unter seinen 
humoristischen, drastischen Darstellungen des kleinstädtisdien Bttrgerlebens wurden 
zunächst bekannt Das schmollende Ehepaar (1839, Neue Pinakothek in München) und 
noch mehr Hieronymus Jobs im Examen (1840, daselbst), in der Nationalgalerie su 
Berlin Die Bhein weinprobe und Das Lesecabinet (beide 1843), ferner Der Bitter und 
sein Liebchen, Jobs als Student heimkehrend (1837), Die Zeitungsleser (1843), Jobs 
als Schulmeister (1846, Galerie Baven^ in Berlin), Die Zecher im Weinkeller (1874), 



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Hasenpflag — Hasslwander. 137 

Jobs im Examen vor einem groeeen CoUeginm (1851), Jobs als Nachtwächter (1862, 
diese 8 ebenfalls daselbst), Arbeiter und Stadtrath (1848), Die Theegesellschaft (1850), 
Der erste Scholbesnch (1852), das ernstere Bild der Spielbank, auch mehrere Bildnisse 
und Zeichnungen homoristischen Inhalts. 

Haseiipflmg, Karl Georg Adolf, Architektormaler, geb. 23. Sept. 1802 in 
Berlin, f 13. April 1858 in Halberstadt, wnrde nach knmmerroller Jogendaeit 
Decorationsmaler bei Gropins in Berlin, besachte anch die Akademie, bildete sich 
aber mehr dnrch sich selbst. Avf sein erstes bedentendes Bild, eine gothische 
Kathedrale des 15. Jahrb. (1828) folgten die in der Nationalgalerie befindlichen: Dom 
in Erfurt (1827) nnd 8 aus dem Dom in Halberstadt. 1882 und 33 entstanden 
2 Ansichten vom Dom in Köln, seit 1837 mehrere Kreoxgttnge, Kloster- and Borg- 
rainen (in der Kansthalle za Bremen eine Borgmine im Winter, 1842) aas Walkenried, 
Heisterbach and viele Andere. Seit 1826 wohnte er in Halberstadt. 

Hasse^ JoUas, Stahlstecher, 1 1846 im Irrsinn, Schüler von Finden in London. 
Von ihm die Blätter: Das Kastell von Portici nach Ed. Agricola, 2 architektonische 
Bilder nach Biermann and ein Seestarm nach H. Gätke. 

Hasselgrell) Gostar Eriek, schwedischer Historienmaler, geb. in Stockholm, 
t 1827 das., besachte die dortige Akademie and die in Dresden, von wo er 1808 nach 
Stockholm zarttckkehrte and Hitglied der dortigen Akademie wnrde. Er nahm die 
Stoffe za seinen Bildern vorzagsweise aas der (^schichte seines Vaterlandes. 

Hasaelhorst, Johann Heiiuich. Genremaler, geb. 4. April 1825 in Frankfurt a. M., 
trat 1840 ins Städelsche Institut, besuchte 1851 Paris, bildete sich seit 1852 in 
Italien weiter und liess sich 1857 in seiner Vaterstadt nieder, wo er 1860 Lehrer 
am Städelschen Institut wurde. Später nahm er Theil an einer Nordpolexpedition, 
die ihm Stoffe zu originellen Bildern aus dem nordischen Natur- und Menschenleben bot 

Hasaeiriis, Loids, dänischer Bildhauer, geb. 12. Jan. 1841 in HiUeröd auf 
Seeland, war von 1859—65 Schiller der Akademie in Kopenhagen und bildete sich 
unter Bissen. Nach einer Statue Davids der sich zum Kampf gegen Goliath 
rüstet, g^ng er 1869 nach Bom, wo er in Statuen nnd Bttsten eine erfolgreiche 
Thätigkeit entwickelte. Dahin gehören die Statue des Lyrikers Bellmaan, des 
Märchendichters Andersen in Odense auf Fttnen, des Dichters Heinrich Heine mit der 
tragischen und komischen Maske (1874) und das Epitaphium des Kflnstlers Broch. 
Er besitzt die kleine goldene Medaille der dänischen Akademie und die Medaille 
von \^en. 

Hasselt, Jean de, vlämischer Maler des 14. Jahrb., Hofmaler des Grafen von 
Flandern, Ludwig ni. von Male; von ihm Reste von Wandmalereien in der Kirche 
Notre Dame zu Courtrai; auch nach dem Tode Ludwigs (1384) blieb er Hofinaler 
und schuf 1386 für Philipp den Kühnen ein Altarbild für eine Kirche in Gent. 

Hassenpflug, Karl, Bildhauer, geb. 5. Jan. 1824 in Kassel, f 18. Febr. 1890 
das., Sohn des späteren Staatsministers H., trat in Berlin in das Atelier Wichmanns 
und war 1844—47 Schttler von Schaller in München, dessen Gehilfe er bei der 
Modellirung der Herderstatue in Weimar wurde. Zu seiner weiteren Ausbildung lebte 
er 1848—50 in Bom, wo er sein erstes bedeutenderes Werk Simsen und Delila 
modeUirte. Dann arbeitete er in Hannover, reiste nach England, schuf kleinere 
Arbeiten für die Elisabethkirche in Marburg und die Martinskirche in Fulda, und 
ging 1856 abermaLs nach Bom, wo er sich seinem Hauptfach der Idealplastik und 
kleineren lyrischen Darstellungen widmete, z. B. Amor und Psyche, Eros und Anteros 
(Museum in Köln), Ariadne, Galatea von Amorinen umgeben. 1868 wurde er Professor 
an der Akademie seiner Vaterstadt, wo er mehrere decorative Figuren und reizende 
poetische und lyrische Sachen schuf, z. B. 1883 eine Gruppe des Oedipus und der 
Antigene. 

Haaalwander) Friedrich, Maler und Schriftsteller, geb. 4. Oct 1840 in Wien, 
Schüler der Wiener Akademie unter Wurzln, und vornehmlich seines Vaters, den 
er in seiner Thätigkeit an der Pensions^esellschaft Wiener Künstler ablöste. Von 
ihm die Bilder : Faust in der Hexenküche, Leonore, König Bichard HI., Der Tod 
und der Trinker (Lessing: „Gestern Brüder ") u. s. w. 

Haaalwanden Joseph. Historienmaler, geb. 7. Ane. 1812 in Wien, f 8. Aug. 
1878 in Scheibbs (Oesterreich unter der Enns), Schüler der Wiener Akademie, dami 
im Verkehr mit Karl Bahl weiterentwickelt. Ungünstiger Verhältnisse halber 
musste er sich der grossen Kunst ab und der Illustration zuwenden. Er übernahm 
1853 die Professur für Zeichnen an der Schottenfelder Oberrealschule, 1856 die gleiche an 
der Wiener Communal-Oberrealschule. 1858 wurde er Direktor der Pensions-Gesellschaft 



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138 Haaber — Haughton. 

der Kttnstler, in welchem Amt er bis zu seinem Tode segensreiob für seine 
Gollegen th&tig^ war. Von seinen Gemälden Sapples, Ernst nnd Oimbu^ig, 
Am Grabe Waithers von der YogelweidO) Hl. Familie, Judith, n: s. w. befinden sich 
einige im Besitz des österreichischen Kaiserhauses ; ein Studienkopf ist der Galerie des 
k. k. kunsthistorischen Museums einverleibt. Von seinen zahlreichen Zeichnungen 
und Aquarellen heben wir die Folge Vater Unser, und die Zeichnungen für Vogls 
Volkskalender, Taschenbücher, Gebetbücher etc. hervor, fl. hat auch selbst litho- 
graphirt und in Kupfer gestochen: z. B. Die vier Tageszeiten. Der reiche Nachlass 
des Künstlers, dessen Bi»cheidenheit und edler Charakter grosse Anerkennung fanden, 
befindet sich noch im Besitz seines Sohnes zu Wien. 

Havber, Joseph, Historienmaler, Radierer und Aquatintastecher, geb. 1766 in 
Gerardsried bei Kempten, f 1834 als Professor in Mflnchen, besuchte die Akademie in Wien 
und bildete sich in M ttnchen weiter aus, wo er mehrere Bilder der Pinakothek trefflich 
copirte. Dann malte er Bildnisse und ziUilreiche Altarbilder für Kirchen in Mflnchen 
und Oberbayem. Eines der besten derselben ist der sterbende Erlöser. Unter seinen 
Stichen sind zu nennen: Cimon und Pero nach Honthorst, Sat^r und Nymphe nach 
Tizian, 2 Genrebilder nach Murillo in der Pinakothek, einige biblische Bilder eigener 
CompoiBition und einige Bildnisse. 

HambMTtsser, 6«org, Architekt, geb. 19. Mttrz 1841 in Graz, besuchte die 
dortige technische Anstalt und setzte seine Studien auf der Akademie in Mflnchen 
unter Zieblandnnd Neureu ther, auf der Akademie in Berlin unter Strack nnd 
Bötticher und in Wien uuter dem Gothiker Friedr. Schmidt fort. Mitfirfolg 
betheiligte er sich bei der Goncurrenz für den Bau des neuen Bathhanses in Mflnchen 
und Ittlute dasselbe von 1867—72 in meisterhafter Gothik aus. Ausserdem baute er 
in Mflnchen das Kaulbach-Museum (1876) und in Landshut den Bathhaussaal. Seit 
1867 lebt er in Mflnchen, seit 1874 ist er Ehrenmitglied der dortigen Akademie. 

Havbitsy Christoph, Baumeister des 16. Jahrh. in Mecklenburg unter dem 
Herzog Joh. Albreeht, baute seit 1572 das Schloss zu Gadebusch bei Schwerin, einen 
zierlichen Backsteinbau von prilchtiger G^sammtwirknng. 

Hambtmann, Michael, Landschaftsmaler, geb. 9. April 1843 in Prag, war dort 
Schfller von Haushofer und in Mflnchen von J u 1. L a n g e. Er besuchte die Schweis 
und nahm meistens aus Italien die Motive seiner Landschafts- und Architektorbilder, 
I. B. Olivenhain bei San Bemo, Die römische Campagna, Partie bei Sorrent, 
Theater von Taormina, Ruinen von Paestum, Der Monte Bosa, auch Das Ereditheom 
in Athen. 

Hanek, Angast Christiaa, Bildnissmaler, geb. 8. März 1742 in Mannheim, 
t im Januar 1801 in Rotterdam, Schfller seines Vaters Jacob H. Von ihm im 
Reichsmuseum zu Amsterdam das Bildniss des Viceadmirals Zoutman (f 1798). 

Hanek, Friedrich Ludwig, Maler, geb. 10. Aug. 1718 in Homburg vor der Höhe, 
t 4. Oct 1801 in Offenbach, war im Bildnissmalen Schfller seines Vaters, bildete sich 
dann durch Reisen in Deutschland, England und Holland und Hess sich in Frankfurt a. M. 
nieder. Ausser recht ähnlichen Bildnissen malte er auch Oonversationsbilder. 

Haudebonrt-Lescot, Hortense Tictoire, Malerin, geb. 1786 in Paris, f 1845 
das., lebte längere Zeit in Italien, wo sie ihren späteren Gatten, den Architekten 
H. kennen lernte. Ihre Bilder behandeln grossentheils das italienische Volksleben; 
als Hauptbilder werden genannt: Der Fusskuss des heil. Petrus in der Peterskirehe 
zu Rom (1812), Die von einem griechischen Bischof vollzogene Firmelung, Der 
römische Volkstanz Saltarella. 

Hang, Robert, Maler der Historie und des militärischen Genres, geb. 27. Mai 
1857 in Stuttgart, trat 1872 in die dortige Kunstschule, ging 1877 nach Mflnchen, 
wo er von Seitz, Böcklin und Feuerbach beeinflusst wurde und in beiden 
Pinakotheken sowie in der Schackschen Galerie studirte. 1879 kehrte er nach Stuttgart 
zurflck. Seinen Hauptbildem ist eine ganz hervorragende Luftstimmung nachzurflhmen : 
besonders gelingt es ihm die klare kalte Luft eines Wintertags oder des frflheeten 
Morgens in sein Bild zu bannen: z. B. Der Abschied (Neue Pinakothek, Mflnchen), 
Im Morgenroth (Dresdener Galerie); femer von ihm Die Preussen bei Möckem 
(Museum in Stuttgart), Freiwillige Jäger, Die Schlosswache, Vor der Schlacht, Die 
Heimkehr und landschaftliche Genrebilder. 

Haughton, Moses, engl. Emailleur und Stilllebenmaler, geb. 1734 in Wednesbury 
(Staffordshire), f 28. Dec. 1804 in Ashted bei Birmingham, erlernte anfangs in 
Birmingham das Emailliren und wandte sich dann zur Malerei des Stilllebens in 
Wasseiäiarben, worin er Vorzflgliches leistete. 



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Haaghton — Haashofer. 139 

Hanghton, Moses^ Bildniss- und Genremaler, geb. am 1772 in Wednesbory, 
t 1848, Neffe des Vorigen^ wurde auf der Akademie in London Schiller von S t n b b s, 
malte Torzugsweise Miniaturbildnisse und Genrebilder, die sehr gertthmt wurden, 
unter seinen Bildnissen das seines Freundes Füssli, unter seinen Genrebildern Der 
Liebestraum und der Gefangene. Er stach auch einige Bl&tter nach Fttssli : Tod und 
Sfinde, Bvas Traum, Vertreibung der ersten Eltern aus dem Paradiese. 

Haun, Angns^ Landschaftsmaler und Lithograph, geb. 10. Aug. 1815 in Berlin, 
Schttler von Karl Schulz, Blechen und A.W. Schirmer, bereiste Deutschland, 
Oesterreich und Oberitalien und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Seine 
bedeutendsten Oelbilder und Zeichnungen sind : Hflnengrttber, Westküste von Helgoland, 
Karlsbad, Marienbad, Der Ruprechtsbau des Heidelberger Schlosses, Blick auf Stubben- 
kammer auf Bilgen und unter den Lithographien die römischen Baudenkmäler zu 
Pola in Istrien nach J. Weyde. 

Hannold, Karl Franz Emannely Landschaftsmaler, geb. 29. Mibrz 1832 in 
Wien, Schttler von Hansch, nahm seinen Wohnsitz in der Vaterstadt. Unter seinen 
Landschaften, meistens aus den Hochgebirgen Oesterreichs, nennen wir nur: Partie 
bei Brannenburfif, Partie am Hallst&dter See, Aus dem Salzkammergut u. A. 

Hangchila, Max Albert, Architekturmaler, geb. 23. Aug. 1810 in Dresden, 
war als Architekt Schttler der dortigen Akademie, bildete sich in Italien zum Maler 
aus, wurde Professor an der Akademie seiner Vaterstadt, trat 1851 aus dem Staats- 
dienst und zog nach Neapel und Sorrent. Seine Architekturbilder, oft mit reicher 
Staffage, sind Ton grosser Sorgfalt und Zartheit in der Ausführung, z. B. Die Kirche 
Sta. Croce in Florenz (1834), Die Kirche zu Viterbo, Der Dom zu OrTieto, Die Cappella 
palatina in Palermo, Das Innere des Doms in Meissen, Seitengang im Dom zu Erfurt, 
Der spätromanische Krenzgang eines Kapuzinerklosters (Kunsthalle in Karlsruhe), 
Die Abtei Altenberg bei Köln, Das Innere der Marcuskirche in Venedig mit reicher 
Staffage, Die Kirche Araceli in Rom, Bewirthung im Kloster (Museum in Dresden), 
Maria Stuart im Schloss Lochleyen, eine Kirche in Palermo, Peter von Amiens* letzte 
Predigt Tor Einschiffung seines Kreuzzuges (1883) und noch yiele Architekturbilder 
in Aquarell und in Gouache. 

Haiucliild, Wilbelm Ernst Ferd. Franz, Historienmaier, geb. 16. Noy. 1827 
in Schlegel (Reg.-Bez. Breslau), f 14. Mai 1887 in Mttnchen, war anfangs Decorations- 
maler, ging 1850 auf die Akademie in Mttnchen unter Phil. Foltz und nahm hier, 
abgesehen von einem kurzen Aufenthalt in Dresden, Berlin und Paris, seinen Wohnsitz. 
Mehrere treffliche Bilder von ihm im Nationalmuseum zu Mttnchen, z. B. Karl XU. 
bei Poltawa, Martin Behaim, Max Emanuel Tor Belgrad, im Maximilianenm eine 
Kreuzigung Christi und Fresken in den Schlössern zu Herrenchiemsee und Schwanstein. 
Fflr den Fttrsten Stourdza malte er Oelbilder in der griechisch-orthodoxen Kapelle 
zu Baden-Baden. Er besass die bayerische Medaille fttr Kunst und Wissenschaft. 

Hansegger, Sigmund t«, Dr., Zeichner, geb. 1838 zu Montana in Istrien, 
t 1864, Schttler von Rahl in Wien, machte sich bekannt durch seine Bilder aus der 
nordischen Mythologie, den Nibelungen und 10 Blätter lavirte Bleistiftzeichnungen 
zur Edda. 

Hanser^ AloiSy Architekt, geb. 1841 in Wien, machte seine Studien auf der 
Bauschule in Berlin unter Bottiche r, mit dem er nach Smyma und Konstantinopel 
reiste. Dann trat er in Wien ins Atelier seines Oheims Fellner. Nach einem mehr- 
jährigen Aufenthalt in Italien kehrte er 1867 nach Wien zurttck, wo er Lehrer an 
der Kunstgewerbeschule wurde. 

Häuser, Anton. Architekt, geb. 1824 in Graz, f 6. Juli 1870, baute das Schloss 
Miramar bei Triest rHr den Erzherzog Maximilian von Oesterreich, auch die Wasser- 
leitung bei Pola. 

Hanzer, Edmard Caspar, Historienmaler, geb. 1807 in Basel, f 1864 in Harre, 
Schttler Ton Oyerbeck, malte in dessen Geist fast nur biblische Bilder: Christus 
am Oelberg, Das Gleichidss yom Weinberge (1842), Der Kindermord in Bethlehem, 
Das Jttngste Gericht und ausserdem ein BLldniss seines Lehrers Overbeck (Museum 
in Basel). 

Haushofer, Maximilian, Landschaftsmaler, geb. la. Sept. 1811 in Nymphenburg 
bei Mttnchen, f 24. Aug. 1866 am Starnberger See, war kurze Zeit Schttler der Akademie 
in Mttnchen, machte dann längere Studienreisen in Oesterreich, Italien und Sizilien, lebte 
in Mttnchen und war 1844—1866 Professor an der Akademie in Prag. Seine meistens 
ans den deutschen Alpen entlehnten Landschaften sind yon trefflicher Zeichnung, 
glänzend in Colorit und Beleuchtung und meisterhaft im Aufbau der Wolkenmassen. 



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140 HaaEÜeithner — Haatmann. 

Za den bedeatendsten in öffentlichen Sanunlongen befindlichen gehören: im Endolfinom 
sa Prag eine ideale Landschaft, Klönthal bei St Gallen, nnd Partie auf dem Wartstein 
in der Ramsan (letztes Bild), in der Sammlung Speck-Stemborg bei Leipzig Das 
Angostinerkloster Banmborg (Oberbayem), im Mnseam von Hannover Der Königssee, 
in der Neuen Pinakothek in München Der Walchensee und zahlreiche treffliche Bilder 
in Privatbesitz, z. B. Hohentwiel mit der Aussicht auf den Bodensee, Der Vierwald- 
stttdtersee von Brunnen ans u. s. w. 

Hamsleitluier) Rudolf, Genre- nnd Bildnissmaler, geb. 10. März 1840 in 
Mannswörth (Niederösterreich), Schüler der Akademie in Wien, wo er seinen Wohnsitz 
nalim. Zu seinen besten Genrebildern gehören: Der Dorfgeiger, Der Dorfarzt, 
Frtthlingsbotschaft, Wettlauf auf dem Eise, Nach der Mensur, Kttnstlertmppe 
im Wiener Yolksprater ; zu seinen besten Bildnissen : Der Kaiser Joseph ü. und seine 
Räthe, Der Dichter Aug. Silberstein u. A. 

Hamemanii) Erns^ Genremaler, geb. 25. Juli 1866 in Frankfurt a. M., Sohn 
und Schüler des Friedrich Karl H., setzte seine Studien in München unter 
Lindenschmit und in Paris fort und liess sich später in Berlin nieder. Seine 
fianptbUder sind: Falsche Spieler, Eifersucht, Der neueste Roman, Sturmfluth, Bin 
Maskenmaler in Palermo, Der Erzbischof Guibert in Paris während des Hochamts 
in Notre-Dame. 

HansmanB) Friedrich Karl, Genremaler, geb. 1825 in Hanau, 1 11. März 1886 
das., Schüler der dortigen Zeichenakademie unter Pelissier, studirte 1848--51 in 
Antwerpen, wo er Scenen ans dem holländischen Volksleben malte, und unter 
Delarochein Paris, bereiste Italien, liess sich in Frankfurt a. M. 1856 nieder und wurde 
1864 Director der Zeichenakademie seiner Vaterstadt. Eines seiner bedeutendsten Werke 
ist das erst 1861 vollendete Bild: Galilei vor dem Forum der Dominikaner (Kunsthalle 
in Hamburg). Seine übrigen Bilder sind entweder Bildnisse, oder im Colorit aUcu 
naturalistische Scenen aus dem italienischen Volksleben. 

Hanamanny Gustav^ Landschaftsmaler, geb. 23. Juli 1827 in Barbis am Harz, 
machte seine Kunststudien in Hannover, München und Berlin und liess sich in 
Hannover nieder. Er entlehnte seine Bilder aus den Gegenden des Harzes, aus dem 
südlichen Bayern und Tirol. Im Museum zu Hannover von ihm eine Harzlandschaft 
und eine Ansicht des Schlosses Herzberg. 

Hanasart) Jean, franz. Kupferstecher, thätig während der 1. Hälfte des 
18. Jahrh. in Paris. Genannt werden von ihm die Stiche: nach Giulio Romano die 
Erschaffung der Eva, und Jupiter und Semele, nach Romanelli Moses schlägt an den 
Felsen, nach Dom. Feti Der reiche Mann und der arme Lazarus, nach Courtin Pan 
und Syrinz. 

Haassoulliery William, franz. Kupferstecher der Gegenwart, geb. in Paris. 
Als seine besten Stiche werden genannt: Romulus mit den dem Feinde abgenommenen 
Waffen nach Ligres, die Anbetung der Hirten nach Luini, Semaine nach Ingres, Der 
Kampf nach Lion. da Vinci. 

HautmaBD) Anton, Bildhauer, geb. 20. Juni 1821 in München, f 1. Dec 1862 
in Rom, Bruder von Johann H., anfangs mehrere Jahre Schüler des Malers 
Jurisch, dann 4 Jahre auf der Akademie Schüler von Seh wantha 1er, debütirte 
1842 mit einem gekreuzigten Christus, und mit dem später oft wiederholten jugend- 
lichen, mit einer Taube spielenden Amor, der so viel Beifall fand, dass er mit den 
idealen Bildwerken fortfuhr und zunächst einen grossen sitzenden Mercur schuf. 
Durch ein Stipendium in den Stand gesetzt, nach Rom zu gehen, kam er 1847 nach 
Florenz und bald nachher nach Rom, das für ihn eine zweite Heimath wurde. Hier 
bildete er einen Tranben emporhaltenden Amor, kehrte aber infolge der Kriegs- 
ereignisse von 1848 im April 1849 nach Florenz zurück, von wo er mehrere seiner 
Werke ähnlichen mythologischen Inhalts nach München sandte. Dort behandelte er 
aber auch religiöse Motive, z. B. in Die heil. 8 Könige, Der englische Gruss, mehrere 
Madonnen und daneben wieder mythologische Arbeiten und Büsten italienischer 
Künstler. 1858 besuchte er noch einmal seine Vaterstadt, erkrankte aber nach 
seiner Rückkehr im November 1862. 

Hantmann, Hippolyt. Bildhauer, geb. 1802 in München, f 1868 das., Schüler 
seines Vaters Michael H., eines geschickten Bildschnitzers, und der Akademie 



seiner Vaterstadt, wo er nach einer Reise in England seit 1826 in Monumentalbaatea 
eine reiche Thätigkeit entwickelte, z. B. in der inneren Ausschmückung der Glyptothek, 
der alten Pinakothek und der Residenz. Bildhauerarbeiten schuf er auch für die 
Aukirohe, die Ludwigskirche nnd die Basilika in München. 



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Haatmaan — Hawranek. 141 

Hantmaui, Johann, Bildhauer des 19. Jahrb., Broder des obigen Anton H., 
war besonders geschickt in plastischen Genrearbeiten und mythologischen Figuren, 
z. B. Yenns und Amor, Amor nnd Psyche (Alabaster) nnd in sprechend ähnlichen 
Bildnissbflsten. 

Hantsch) Georg, Medailleur, der um 1680—1711 in Nürnberg arbeitete, Schüler 
von Wolrab, schuf schOne Denkmünzen auf die Mordbrennereien der Franzosen am 
Bhein und andere Zeitereignisse in Ungarn. 

Hamziager, Joseph, Historienmaler, geb. 12. Mai 1728 in Wien, f 8. Aug. 
1786 das., Schtüer von Troger, mit dem er im Dom zu Brixen Fresken malte, und 
von Daniel Gran. Seine Hauptwerke sind die Bilder in der Schlosskapelle zu 
Pressburg, in der Sehlosskapelle zu Ofen, andere in Tymau. Als sein bedeutendstes 
Oelbild wird genannt: Jesus der mit Maria und Joseph nach Jerusalem wandert 
(1782). Er war Professor an der Akademie in Wien und K. k. Kammermaler. 

HaTell, William, engl. Landschaftsmaler, geb. 9. Febr. 1782 in Beading 
(Berkshire), t 16. Dec. 1857 in Eensington, Sohn und Schüler eines Zeichenlehrers, 
machte seine erste Studienreise nach Wales, stellte zuerst 1804 in der Akademie 
aus und war einer der Gründer der Gesellschaft der Aquarellmaler. Von 1807^1809 
machte er landschaftliche Studien in Westmoreland, lebte eine Zeit lang in Hastings, 
ging dann 1816 als Zeichner mit der Gesandtschaft des Lord Amherst nach China, 
trennte sich aber schon 1817 von ihm und ging nach Ostindien, wo er bis 1826 thtttig 
war. Nach seiner Bückkehr besuchte er 1827 Florenz, Bom und Neapel, machte 
aber in der Aquarellmalerei keine grossen Fortschritte, ergriff statt derselben die 
Oelmalerei englischer Gegenden, hatte aber auch hierin kein grosses Glück und 
glänzte fast nur in den Sonneneffekten. 

Harenith, Hugo, Genremaler, geb. 12. April 1868 in London, wurde in München 
Schüler von Löf ftz und Diez und nahm dort seinen Wohnsitz. Von ihm die Bilder: 
Junge Freundschaft, Frühling, Vorbereitung zum Kirchenfest, Stillleben, Bine Frage, 
Ein HasenfuBs. 

HaTermaet, Jean Fran^ois yan. belgischer Bildhauer, geb. 1828. Von ihm 
eine wohlgelungene Marmorbüste des Malers Swerts im Museum zu Antwerpen. 

HaTermaan, Hendrik Johann, holltod. Maler, geb. 28. Oct. 1857 in Amsterdam, 
Schüler der dortigen Akademie. Von ihm im dortigen Beichsmuseum ein Bild Die 
Flucht (1883). 

HaTermann, Margaretha, Blumenmalerin, geh, 1720 in Amsterdam, f 1796 
in Paris, Schülerin von Huysum, dem sie im Malen von Blumen und Früchten mit 
Glück nachstrebte. Später nahm sie ihren Wohnsitz in Paris. 

HaTeoB, Theodor, Architekt des 16. Jahrb., geb. in Cleye, kam unter der 
Begierung der Königin Elisabeth nach England und baute um 1666 ein CoUegium 
in Cambridge im Benaissancestil. 

Haward, Frandg, engl. Kupferstecher, geb. 19. April 1769, f 1797 in London, 
wurde 1776 Schüler der Akademie und stellte seit 1788 seine Blätter aus, die er 
anfangs in Mezzotinto grossentheils nach Beynolds (z. B. Mrs. Siddons) und nach 
Angelika Kauffinann stach. Seit 1783 war er Genosse der Akademie. 

Hawen, Lambert Ton, Maler und Architekt, geb. 16. April 1630 in Bergen 
(Norwegen), f 6. Mai 1696 in Kopenhagen, bereiste auf königl. Kosten 1668—70 
Italien und wurde nach seiner Bückkehr Generalinspektor und Hofmaler. Von ihm 
als Architekt ist die Erlöserkirche in Ohristianshaven (1688—96). Unter seinen Malereien 
werden mehrere Bildnisse genannt. 

Hawkins, George, engl. Zeichner, geb. 1810, f 6. Nov. 1862 in Camden-Town. 
Br war besonders geschickt in architektonischen Zeichnungen, die er für Day and Son 
lieferte, auch in Lithoffraphien und in Aquarellen dieses Inhalts. 

Hawksmoor, Nicholas, engl. Architekt, geb. 1661 in Nottinghamshire, 1 26. März 
1786 in Westminster, arbeitete lange Zeit als Gehilfe von Christopher Wren 
bei dessen Kirchenbauten, auch beim Chelsea Gollege und dem Hospital in Greenwich, 
baute unter Georg I. mehrere neue Kirchen, entwarf unter der Königin Anna mehrere 
Kirchen und in Oxford das Queens Gollege. 

Hawra&ek, Frtedrieh, tschechischer Landschaftsmaler, geb. 4. Jan. 1821 in 
Prag, Schüler der dortigen Akademie unter Man es und unter Buben, machte 
grössere Studienreisen in Polen, Süddeutschland und Frankreich und war eine Zeitiang 
Lehrer des Erzherzogs Ludwig von Toscana. Seine ziemlich prosaisch-gemüthlichen 
Laadzchaften, meistens von Ueineren Dimensionen, zeichnen sich durdi die feinste 
Ausmalung selbst der geringsten Details in den Feldblumen nnd Grashalmen, Baumrinden, 



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142 fiayd — Hayman. 

Zweigen und Blättern aus. Er iUnstrirte auch das Prachtwerk „Die Balearen'^ 
von Erzherzog Ludwig Salyator von Toscana und radierte Blätter von der Burg 
Karlstein und yom Judenkirchhof in Prag. 

Hajdy Anna Maria, s. Werner, geb. Hajd. 

Haydon, Bei^amlH BoberL engl. Historienmaler, geb. 26. Jan. 1786 in Plymouth, 
t 22. Juni 1846 durch Selbstmord, kam 1804 in London auf die Akademie und stellte 
1807 als sein erstes Bild Maria und Joseph aus, dem 1809 Die Ermordung des Dentatos, 
1814 Das Urtheil Salomos folgten und nach einem Aufenthalt in Paris, wo er im 
Lourre studirte, Der Einzug Christi in Jerusalem (1820), Christus am Oelberg, Moses 
von Pharao entlassen und Die Auf erweckung des Lazarus (1823), Bilder, die ihm viel 
eintrugen, aber seine zerrütteten Yermögensyerhältnisse nicht yerbesserten. Er musste 
ins Schuldgefängniss wandern, wo seine zwei besten Gemälde entstanden: The mock 
election und The chairing of the Members. Ersteres kaufte König Georg lY., aber 
dennoch musste er zum zweiten Male ins Geftngniss und Iffachte nun noch seine 
letzten meisterhaften Bilder : Napoleon betrachtet den Sonnenuntergang und den Tod 
des Eukles. Von geringerem Werth sind seine dann noch folgenden Bilder, s. B. 
Die Versammlung der Abgeordneten zur Abschaffung der Sklarerei (1840). — Seine 
Selbstbiogr. herausgegeben von seiner Wittwe 1847 und sein „Leben'' von Tom Taylor 
(1863, 8 Bde.). 

Haye, Begnler de la, holländ. Bildniss-, Genre- und Stilllebenmaler, geb. wahr- 
scheinlich im Haag, wurde hier 1662 Mitglied der Lucasgilde, 1669 Mi^lied der 
Malergilde in Utrecht und später in Antwerpen. Von ihm im Museum zu Schwerin 
ein BUd mit Blumen, Früchten und Blumengehängen. 

Hajer, Georg, Maler, Goldschläger, Tischler und Radierer, Sohn eines gleich- 
namigen Baumeisters, geb. 1659 in Dresden, f 18. Juli 1614 in Breslau. Br war 
seit 1684 Meister, dann kaiserlicher Ingenieur und bei seinem Tode Malerältester. 
Am bekanntesten ist er durch seine mehr als 70 Radierungen geworden, darunter 
eine Triumphpforte des Kaisers Matthias, Kleinodien der Breslauer Schtttzenbrflderschaft, 
Landkarten, Städtebilder und Bildnisse. 

Hayea, Edwin, engl. Marinemaler, geb. 1830 in Bristol, malte in Aquarell 
Seestflcke von trefflicher Behandlung des Wassers und des Spieles der Wellen, wurde 
Mitglied der Akademie in Dublin und liess sich in London nieder. Namhafte Bilder 
von ihm sind: Boote auf der Scheide, Frischer Wind von St. Itos (Comwall), 
Französische Fischer bei Ostende, Brise im Hafen von Portsmouth, Das Rettonga- 
boot u. A. Er gehörte auch dem Aquarellmaler-Institut als Mitglied an. 

Hayes, Michel Angelo, irisch. Thiermaler, f 1. Jan. 1878 in Dublin durch einen 
unglücklichen Sturz in eine CäBterne, Sohn eines Aquarellmalers, war ein guter Thier- 
und insbesondere Pferdemaler. Zu seinen besten Werken gehören : The Race of the 
Corinthian Cup, Punchestown (1864), Die Einftthrung des Prinzen von Wales als Ritter 
des St. Patrickordens. Die meisten seiner übrigen Bilder sind militärische Scenen, 
Kayalleriegefechte u. dgl. 

Hayez, Francesco, ital. Historienmaler, geb. 16. Febr. 1791 in Venedig, 
t 11. Febr. 1882 in Mailand, bildete sich auf der Akademie seiner Vaterstadt und 
unter Palagi in Rom, später auch in Florenz und Venedig, wurde Professor an 
der Akademie in Mailand und Direktor der akademischen Malerschule. Seine Bilder 
zeigen romantische Zartheit der Form und Wahrheit des Ausdrucks, aber weni^ 
gttnistiges Colorit. Die Hauptwerke sind : Die beiden Foscari (Hofmuseum in Wien), 
Graf Carmagnola dem das Todesurtheil verkündigt wird, Der Doge Gradenigo der 
seine Tochter yerurtheilt, Die sizilianische Vesper, Flucht der Bianca CapeUo mit 
ihrem Buhlen Pietro Buonaventari (1853, Nationalgalerie in Berlin), Maria Stuart 
das Schaffet besteigend. Die letzten Augenblicke des Marino Falieri und 22 Blätter 
zu Walter Scotts „Ivanhoe'* (1834). 

Hajllar, James« engl, (^enremaler, geb. 1829 in Chichester, wurde 1849 Schüler 
der Akademie in Lonaon, lebte seit 1851 einige Jahre in Rom, ging vom Bildniss 
zur Genremalerei über und malte gemüthliche Scenen aus dem Volksleben, yersnchte 
sich auch mit geringem Glück im Stil der Präraffaeliten. Zu seinen besten Genre- 
bildern gehören: Zahnweh der Königin Elisabeth (1866), Miss LUlys Rückkehr yom 
Ball (1867), Der Abend vor der Hochzeit (1871), Glieder in der Kette des Lebens, 
Gott segne die Königin (1873) u. A. 

HaTman, Francis, englischer Maler, geb. 1708 in Exeter, f 2. Febr. 1776 in 
London, anfangs Schüler des Bildnissmalers Robert Brown, kam nach London, 
wo er sich mit Hlustration von Büchern beschäftigte, z. B. fDr Ausgaben von Shakespeare 



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Hayn — Hearnd. 143 

(1744), MUton (1749), Pope und Cervantes, malte fttr die Vanxhall-Gftrteii Bilder, 
die coloristlBch keinen grossen Beifall fanden. In der Folge wurde er einer der 
Grttnder der Akademie in London. 

Hayii« Ernst Ton, Maler nnd Bildhauer, geb. 12. Febr. 1822 in Stattgart, ging 
Ton der Jarispmdenz infolge seiner Beisen in Frankreich, Italien nnd Spanien zur 
Kunst über, war Hofmarschall des Prinzen Friedrich v. Württemberg, bildete sich 
in der Plastik nnter Th. v. Wagner in Stuttgart, trieb als Autodidakt die Malerei 
nnd brachte in Oel wie in Aquarell sehr geistreich componirte Landschaften und 
Thierbilder. 

Hayiiea, John, engl. Maler und Radierer, geb. 1760 in Shrewsbury, f 14. Dec. 
1829 in ehester, wurde in London Schiller von Mortimer, radierte nach dessen 
Tode dessen Bilder: Paulus predigt den Britten (1780), £&uber und Banditen und 
mehrere Zeichnungen, copirte einige Bilder von Reynolds, machte dne erfolglose 
Reise nach Jamaica und wurde später Lehrer seiner Kunst in Shrewsbury and in 
ehester. 

Hays, William Jacob, amerikan. Thiermaler, geb. 8. Aug. 1880 in New-York, 
t 13. März 1875 das., war anfangs Schfiler Ton Smith, aber in seiner höheren Aus- 
bildong Autodidakt. 1850 stellte er zuerst in der Akademie seiner Vaterstadt aus, 
wurde 1853 Genosse derselben, hielt sich aber seit 1857 fern Yon der Akademie. 
1860 machte er eine Reise nach den Quellen des Missouri, wo er die Thierwelt 
stadirte. Bins seiner Hauptbilder ist eine wandernde Bftffelheerde (PriTatbesitz in 
New-York). 

Hayter, Sir George, engl. Bildniss- und Historienmaler, geb. 17. Dec. 1792 in 
London, f 18. Jan. 1871 in London, Sohn des Bildnissmalers Charles H., bezog 
sehr frfih die Akademie seiner Vaterstadt, machte grosse Fortschritte, erhielt fl& 
sein Bild des Propheten Esra eine Prämie, malte dann die Miniaturbildnisse der 
Prinzessin CSiarlotte und des Prinzen von Sachsen-Coburg und bildete sich 8 Jahre 
in Rom weiter. 1820 stellte er aus: Venus beklagt sich Tor Mars, 1825 das Verhör 
des Lord William Russell (1683), das ihn besonders bekannt machte. Dann folgten: 
Das Verhör der Königin Karoline und der Zusammentritt des ersten refonnirten 
Parlaments. 1826 ging er abermals nach Italien, fuhr im Bildnissnuden fort, malte 
1837 die Krönung der Königin Victoria, wurde 1841 deren Hofmaler, 1842 Ritter und 
Mitglied mehrerer italienischer Akademien. Sein letztes Bild war der Feuertod 
Latimers und Ridleys in Oxford. Er schrieb einen Anhang zum „Hertas SSricaeus 
Wobumensis, ttber die Klassificiruuff der Farben^. 

Healy, George Peter Alexander, amerikan. Bildnissmaler, geb. 1808 in Bo8t<m, 
bildete sich seit 1836 in Paris und in Rom und liess sich in C!hicago nieder, wo er 
Mitglied der Academy of design wurde. Als seine Hauptbilder werden genannt : 
Franklin Tor Ludwig XVI und die Bildnisse von Webster, Guyot, William Henry 
Seward. Lord Lyons, Thiers und anderen bekannten Persönlichkeiten. 

Bieaphy, Thomas, engl. Aquarellmaler, geb. 29. Dec. 1775 in London, f 19. Not. 
1835 das., ging Ton der Kupferstecherkunst zur Malerei über, stellte Yon 1800—1804 
Bildnisse aus und malte nachher das Genrebild Das Fischermftdchen in Portland. Dann 
widmete er sich yorzugsweise der Aquarellmalerei, wurde Mitolied der Gesellschaft 
der Aquarellmaler, erntete durch sein Bild Der Fischmarkt in Hastings 1809 grossen 
Beifall, wurde Bildnissmaler der Prinzessin yon WaJes, ging 1812 zar Armee 
Wellingtons und malte als eines seiner bedeutendsten Bilder das Bildniss desselben mit 
50 Offizieren Yon dessen Stabe. 1824 gründete er die Gesellschaft britischer Künstler, 
wurde deren Präsident und besuchte 1831 Italien. Seine Bildnisse zeigen eine genaue 
Beobachtung der Natur, seine Genrebilder yiel Charakter und Ausdruck. Aber er 
trieb zu yielerlei auf die Architektur bezügliche Dinge, um es in der Malerei weit 
bringen zu können. 

Heaphy. Thomas Franko engl. Historienmaler, geb. 1813, f 7. Aug. 1878, Sohn 
and Schüler aes Vorigen, begann mit dem Bildnissmuen, stellte zuerst 1881 in der 
Akademie aus und brachte 1846 als eins seiner Hauptbilder Maria Magdalatta auf 
dem Wege zum Grabe Oiristi. Seitdem beschickte er regelmässig die Ausstellungen, 
80 1860: Die Erziehung des Knaben Pan durch die Waldnymphen, 1854 die Slüzze 
Mnes Balles in den Tnilerien, 1863 Keplers Atdfenthalt in Venedig und mehrere 
Bildar aas dem Leben der Bauemmftdchen. Er war Mitglied der Künstlergesellschaft. 

Heame, Thomas^ engl. Aquarellmaler, geb. 1744 in Brinkworth (Wiltshire), 
t 13. April 1817 in London, wo er in früher Jugend yom Handolsstaode siyr Kunst 
überging und 1768 Schüler des Kupferstechers WooUett wurde, bei dem er sieh 



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144 Heath — Hecht. 

sechs Jahre weiterbildete. 1771 ging er mit dem Goavernenr der Leeward-Insohi 
(kleine AntiUeD) dorthin, machte viele Aufnahmen, die er nach seiner Bflckkehr 
zwei Jahre lang in einem Werke yerarbeitete. Dann gab er die Kapferstecherkonst uif, 
widmete sich ganz dem Aquarell, arbeitete fOr Byrnes „Grossbritaiüsehe Alterthttmer* 
Ton 1777 nnd 1781 und stellte die hierher gehörenden 52 Zeichnungen aus. Auch 
später brachte er noch viele architektonische Aquarelle, die von correcter Zeichnung, 
aber etwas schwacher Farbe waren. H. erwarb sich femer grosses Verdienst dnrdi 
die Herausgabe von archäologischen und geschichtlichen Werken. 

Heath, Charles, engl. Kupferstecher, geb. 1784 in London, f 18. Nov. 1848 
das., Sohn und Schflier des James H., erfand um 1820 den Stahlstich, den er in 
vielen kleinen Blättern anwandte, namentlich nach Carlo Dolci, Beynolds, Benjamin 
West, Newton, van Dyck und Hilton. 

Heath, James, engl. Kupferstecher, geb. 19. April 1767 in London, f 16. Nov. 
1834 das., Schtller von CoUyer und später von Baphael Morghen, illustrirte 
Bobert Beils „Leben der englischen Dichter^, stach mehrere Blätter nach Westall, 
Stothard, B. West (Tod Nelsons), Murillo, P. Brueghel, und verschiedene Bildnisse. 
1791 wurde er Genosse der Akademie, 1794 Hofkupferstecher. 

Hubert, Antoine lognste Ernest, franz. Genre- und Büdnissmaler, geb. 3. Nov. 
1817 in Grenoble, kam 1835 nach Paris, wo er Jura studirte, aber auch Schflier von 
David d' Angers und von Delaroche wurde. Fflr das Bild Josephs Becher im 
Sack Beigamins erhielt er 1839 den römischen Preis, ging nadi dem Bilde Tasaoim 
Gef&ngniss (Museum in Grenoble) nach Bom, und widmete sich hier dem italienischen 
Genrebilde, worin er eine gewisse Schwermuth und melancholische Stimmung ent- 
wickelte, z. B. in dem Bilde der Malaria (1860, im Luxembourg); ebenso bedeutend 
die Bilder: Die Mädchen von Alvite (1856), Die Frauen von Cervara (1869, im 
Luxembourg), die tief empfundene Bosa Nera an der Quelle, Die steinerne Bank (1866), 
Die schwarze Perle, Morgen und Abend des Lebens ; weniger glücklich die religiösen 
Bilder Der Judaskuss (1853, im Luxembourg), Mater dolorosa, Die heil. Agnes (1881) 
und efaiige Colossalfiguren im Panth^n. Grossen Beifall fand er auch im Bildnisa, 
namentlich in äem der Frauen und Kinder der höheren Stände, denen er einen eigen- 
thttmlich vornehmen Zug zu verleihen weiss, z. B. Bildniss der Prinzessin Clotilde (1861) 
und das einer Dame in Balltoilette (1878). 1867 wurde er Direktor der französischen 
Akademie in Rom, wo er bis 1873 blieb, und 1874 Mitglied des Instituts. Zudem war er 
seit 1863 Bitter, seit 1867 Offizier und von 1874 ab Commandeur der Ehrenlegion. 

Hubert, George Jean Bapttste, franz. Maler, geb. 26. Juli 1847 in Bouen, 
Sohn und Schfil^ des Vorigen, besuchte in Paris das College St. Louis, und widmete 
sich denselben Fächern wie sein Vater. Er bereiste England und Algerien, nahm 
Theil am Kriege von 1870|71 und machte eine Studienreise nach Itelien. unter 
seinen BUdern sind zu nennen : Die orientalische Perle, Das Far niente. Eine ungarische 
Kesselflickerin, Das Jagd-Bendez-vous, Christus bei Maria und Martha, Die Bhebrecherin 
vor Christus, und zahbreiche Bildnisse. 

Hubert, Pierre, franz. BUdhaner, geb. 31. Oct. 1804 in Villab« (Seine et Oise), 
t im October 1869, Schflier von Jacquot, stellte seit 1830 die Bildwerke ans: 
Der Lebensstrom (Marmor), die Gruppe eines Kindes mit einer Schildkröte spielend, 
die Bronzestatue Oliviers von Serres, des Schriftstellers Grafen von Gasparin in Orange, 
des Agronomen Parmenljer in Montdidier und desAdmirals Duperrö in La Rochelie. 
Er erhielt verschiedene MedaiUen. 

Hubert, Pierre Engine Emile, franz. BUdhauer, ffeb. 20. Oct. 1828 in Paris, 
t im Nov. 1893 das., Sohn und Schflier des Vorigen und Schflier von Feuchörea. 
Seine zahlreichen Bildwerke sind idealen Inhalts oder Bildnisse, z. B. Bronzestatae 
eines Mephistopheles, Marmorstatue eines jungen Mädchens das eine Biene rettet 
(1856), die Gruppe Immer und Nie (1863), die Gruppen Lustspiel und Drama fflr das 
VaadeviUetheator (1868), die Bronzestatue eines Oedipus (1869) und BUdnissbflsten 
und Medaillons. 

Hubert, Th^dore Martin, franz. Bildhauer, geb. 20. Juli 1829 in Paris, Vetter 
des Vorigen, Schwer von Chenillon, debfltirte schon 1848. Man hat von ihm die 
Bildwerke meistens in Gips: Beiterstatue des Generali Bonaparte (1853), Kampf 
eines afrikanischen Jägers gegen einen berittenen Araber, Pan unterrichtet einen 
jungen Faun (1858, Bronze und 1876 in Marmor), Binaldo und Armida, Die lyrische 
Poesie, Faust und Margarethe und zahlreiche ideale und Bildniss-Bflsten. 

Heeht, WiUielm, Holzschneider und Badierer, geb. 28. Man 1843 in Ansbach, 
wurde 1857 Schflier eines Formschneiders in Nflmberg, bildete sich 1860—63 in der 



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Beck -> Hedlingei'. 145 

artigtischen Anstalt von J. J. Weber in Leipzig, lebte in Berlin, von 1865—68 in 
Stattgart, dann in Müncben and siedelte 1886 nach Wien ttber, wo er ein Atelier 
für Holzschneidekanst leitet. Unter seinen Radieningen sind: nach Harillo der 
Melonenesser and die würfelnden Knaben (Pinakothek in Mttnchen), die Madonna mit 
dem Kinde (daselbst), nach Lenbach ein Brostbild Moltkes, ein Bildniss des Kaisers 
Wilhelm I. and des Königs Ladwig von Bayern im Ornat des Ordens Tom heil. Georg. 
Unter seinen Tortrefflichen Leistimgen im modernen Holzstich heben wir hervor: 
Königin Henrietta von England na<m yan Dycfc. 

Heek, Nicolas Tan der. Landschafts- and Historienmaler des 17. Jahrb., geb. in 
Alkmaar. Zu seinen Haaptbildem gehören: Das Todesortheil gegen den Amtmann 
Ton Zayt-Holland, Das Urtheil des Königs Kambyses and Das Urtheil Salomos. 

Heck, Wilhelm Emtl Robert, Genre- and Bildnissmaler, geb. 25. April 1881 
in Stattgart, f 12. Nor. 1889 das., war anfangs Zimmermaler, schloss siäi einem 
Reiseprediger an, bis er 1853 die Kanstmalerei ergriff and in Stattgart Schaler yon 
Rast ige warde. Seit 1855 selbständig miüend, schaf er Bildnisse and Genrebilder, 
bereiste Sttdfrankreich and Italien and malte aach italienische Architektaren and 
Landschaften. Haaptbilder von ihm sind : Ein Reiseprediger and Schwäbische Land- 
leate in der Kirche (beide im Maseam za Stattgart), femer : Rttckkehr des Landwehr- 
manns, Iphigenia am Strande des Meeres, Ant^one ihren Brader Polynices aof dem 
Schlachtfelde sachend (1879), Häasliche Freaden, Liebesorakel, Klosterbibliothek in 
Maalbronn, Morgen im Berner Hochlande and viele Andere. 

Hecke, Jan Tan den, holländ. Maler and Kapferstecher, geb. am 1625 in 
Qoarmonde bei Oadenarde, f 1684 in Antwerpen, reiste and arMtete schon frflh 
in Italien, and liess sich in Antwerpen nieder. Er malte Blamen and Frttchte and 
aUerlei Gefässe and stach die Blätter: Die Marodears, Die Wttrfelspieler, 12 Blätter 
mit yerschiedenen Thieren a. A. 

Hecke!, Avgnst Ton, Historien- and Genremaler, geb. 26. Sept 1824 in 
Landshnt, f 29. Oct. 1888 in Mttnchen, konnte erst nach Ueberwindnng mancher 
Schwierigkeiten die Kanstschale in Aagsbarg besachen, trat dann in die Akademie 
in München, woKarlSchorn and Phil. Foltz seine Lehrer worden. Nach einigen 
Bildern aas der Romantik nahm er einen dreijährigen Aafenthalt in Italien, widmete 
sich der Historie and dem italienischen Genre and machte in letzterem Fache viel 
Glück. Unter seinen historischen Bildern sind za nennen: Jadith mit dem Haapt 
des Holofemes, Einzag Ladwigs des Bayern in Rom, Einzag Maximilians in Brttssel, 
Gründang des Armenbades Kreath (Nationalmaseam in Mttnchen), Lear yerstösst seine 
Tochter Cordelia, Die Tochter der Herodias, Tannhäaser im Venasberge (1876) and 
anter den Genrebildern Flötenspielendes Mädchen, Liebesorakel. 

Hecken, Abraham Tan den, holländ. Maler des 17. Jahrb., geb. in Antwerpen, 
thätig von 1636 — 56 im Haag and in Amsterdam. Von ihm im Maseam za Amsterdam 
ein läld Das Schlachthaas and bei Herrn Wertheimer in London eine grosse Baaem« 
yersammlang von 40 Figuren. 

Heckias, Abraham, Zeichner and Kapferstecher, aach (Goldschmied, thätig im 
1. Drittel des 17. Jahrb. in Amsterdam. Unter seinen sehr seltenen Blättern nennt 
man: Die 3 Männer im fearigen Ofen, 12 Blätter mythologischer Darstellangen and 
12 Blätter Gk>ldschmiedsomamente. 

Heda, WiUem Glaesz, holländ. Stilllebenmaler, geb. 1594 in Haarlem, f nach 
1678 das., malte mit grosser Geschicklichkeit gedeckte Tische mit Speisen and Pracht- 
gefässen, aber aach BUdnisse. Bilder von ibm im Germanischen Maseam za Nttmberg, 
in Aagsbarg, im Maseam za Dresden (1681, ein Frtthstttokstisch), in der Pinakothek 
in Mttnchen, in Schwerin and anderen Sammlangen. 

Hedinger, EUse, geb. Nenmann, Malerin, geb. 3. Jali 1854 in Berlin, Schttlerin 
ihres Stiefyaters Charles Hogaet, aach Alb. Hertels and Gassows, bildete 
sich in Paris darch eigene Stadien weiter, malte in den letzten Jahren neben ihren 
Stillleben aach treffliche Landschaften, für die sie sich anter Bracht aasbildete. 1878 
heirathete sie den Oberstlieatenant H., der 1890 starb. 

Hedlinger, Joh« Karl, bedeatender Stempelschneider, geb. 20. März 1691 in 
Schwyz, t 14. März 1771, Schttler des Münzmeisters Cr an er and des St. Urbain 
in Nancy and in Paris, wurde 1718 an den schwedischen Hof berafen, stach fftr den 
König Karl Xn., lebte dann 1726—28 in Rom, ging nach St. Petersbarg, am das Bild 
der Königin Anna za stechen, lebte zar Wiederherstellang seiner Gesundheit in der 
Schweiz, wohin er später noch öfter zarttckkehrte. Seine Köpfe sind Ton scharfer 
Charakteristik and Gewandtheit der Darstellong. Als die besten nennt man: die 
Allg«»ebies Kttn.tleiwL«xicon 8. Aofl, 2. Band. ^g.^.^^ ^^ GOOglc 



146 fi^donin — fieemskerk. 

Bfldnisse der EaiBerin BliBabeth, des Königs Ton Prenssen und ein Selbstbildniss. 
Seine Werke in Enpferstich von Hechel (1775), in Scliwarzkunst von Haid (1781). 
Er hatte den p&pstlichen Christus-Orden and war kgl. prenssischer Hofrath und 
Intendant. — Bioffr. von J. Amberg (1887). 

H^donln, Edmond« franz. Maler des landschaftlichen Genres nnd Radierer, geb. 
1819 in Bonlogne sor Mer, f 18. Jan. 1889 in Paris, wo er Schfiler von Cölestin 
Nantenil and Delaroche war, sich aber der darch die Arbeiten des LandTolks 
belebten Landschaft widmete. Treffliche Bilder dieser Art aas den Jahren 1844—59 
waren : Die Holzhacker in den Pyrenäen, Erinnerang an Spanien, Arabisches Kaffeehaas 
in Constantine, Drei Fraaen im Ossanthal (Basses Pyr^nöes), Soir6e bei den Arabern, 
Die vom Storm überraschten Aehrenleserinnen (1857, im Luxemboarg). Daza aas 
den 60er Jahren 4 Kttnstlerbildnisse im Th6&tre Frangais and mehrere den obigen 
ähnliche Bilder. Später begann er aach die Radierkunst and schaf 5 Blätter nach Bidas 
Zeichnaagen zn den Evangelien, Die Invaliden nach Henry Roebam, Die Orangen nach 
Henriette Browne, 6 Blätter fär eine Aasgabe der „Sentimental joamey^ von Sterne, 
das Titelblatt zam Bach Rath nach Bida. Er erhielt eine Reihe von Medaillen and 
1872 das Ritterkreaz der Ehrenlegion. 

Heede, Willem van, holländ. Historienmaler, geb. 1660 in Farnes (Ostflandem), 
t 1728, bildete sich in Rom, Neapel and Venedig, warde nach Wien berafen, wo er 
in der kaiserlichen Barg sehr gertlhmte Bilder im Stil des Lairesse malte. 

Heel, Karl, Landschaftsmaler, geb. 1841 in Wolfenbflttel, besachte dag Poly- 
technikam in Braanschweig, war dort Schüler von Brandes; von 1859—62 in 
Dflsseidorf Schfiler von Gnde and Hess sich in Braanschweig nieder. Die meisten 
seiner sehätzenswerthen Landschaften entlehnte er aas den Bergen and Thälem des 
Harzes, einige aach aas dem sfldlichen Bayern. 

Heem, Gomelis de, holländ. Stilllebenmaler, geb. im April 1631 in Leiden, 
t im Mai 1695; Sohn, Schfiler and kfinstlerischer Nachfolger des Jan David z de H., 
dem er in manchen Bildern sehr nahe kommt. 5 sichere Bilder (Blamen, Früchte 
and Speisen) von ihm im Maseam za Dresden, 8 im Maseam za Schwerin, in der 
Pinakothek za Mflnchen, in der Kansthalle za Earlsrahe, im Städelschen Institut za 
Frankfurt a. M., im Maseam za Berlin, aber wenige in aasserdeatschen Sammlangen. 

Heem, Jan Davidz de, der bedeutendste Blumen- und Frachtmaler der holländischen 
Schale, lebte zwar lange in Antwerpen, gehört aber der holländischen Schale an. 
Geboren 1606 in Utrecht, f im Winter 1683|4, Schttler seines ziemlich unbekannten Vaters 
David de H., lebte 10 Jahre in Leiden, aber Aber 30 Jahre inAntwerpen, wo die 
für ihn charakteristischen Bilder entstanden. Seine Bilder sind höchst natarwahr, 
gemalt mit kräftigem, aber fein aasführendem Pinsel, prächtig in der Zusammen- 
stellung der schönsten Früchte und der seltensten Blamen, manchmal auch mit allerlM 
Schüsseln, Tellern und Gefässen und kleinem Gethier. Von ihm im Museum za 
Dresden 10 Bilder (eines mit einem Todtenkopf neben den Blumen und Frachten), 
5 in der Knnsthalle zu Karlsruhe, 4 im Museum zu Berlin, Andere in der Galerie 
Liechtenstein zu Wien, in der Pinakothek zu München, in den Museen zu Schwerin 
und Brflssel, in der Eremitage zu St. Petersburg, auch in holländischen Galerien, 
seltener in Frankreich und England. 

Heemsen, Jan van. g. Hemessen. 

Heemskerk, Egbert d, Ae., holländ. Maler, geb. 1610 in Haarlem, f nach 1680, 
malte Genrebilder in der Weise des Teniers und Brouwer. Von ihm im Lonvre zu 
Paris 2 Bilder des Inneren einer Tabagie. 

Heemskerk, Egbert van, d. J., holländ. Maler, geb. 1645 in Haarlem, f 1704 
in London, Sohn des Vorigen, Schüler von Pieter Grebber, erinnert in seinen 
Genrebildern an Jan Miensze Molenaer, auch an Brouwer und Teniers. Es sind oft 
nächtliche Zusammenkünfte von Hexen und Gespenstern, Versuchungen des heil. 
Antonius, auch Trinkgesellschaften und sonstige Belustigungen. Im Museum zu 
Dresden 2 Scenen in einer Bauernkneipe, im Städelschen Institut in Frankftirt a. M. 
Das Tischgebet (1667), Don Quixote von den Galeerensklaven mit Steinen geworfen 
und Sancho Pansa von den Bauern geprellt ; sichere Bilder von ihm auch in Kopenhagen. 

Heemskerk, Martin van, eigentlich M. van Yeen, holländ. Maler und Eapfer- 
stecher, geb. 1498 in Heemskerk, f 1. Oct. 1574 in Haarlem, Schttler von Scorel, 
studirte in Rom die Werke Michelangelos und kehrte 1537 nach Haarlem znrüek. 
Seine ersten Bilder sind von geschickter Gomposition und warmem Gefühl, später 
von kalter Modellirung und zuletzt langweilig in Form und Farbe. Bilder von ihm 
in den Museen zu Berlin, Gent, Haarlem und Brflssel, auch bei Konsul Weber in Hamborg. 



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Heemskerk -- Hefner-Alteneck. 147 

Heemskerk yan Beest, Jakob Edward yan, hoUftnd. Marinemaler der Gegen- 
wart, geb. 28. Febr. 1828 in Kampen, Schüler von Lokhorst, lebt im Haag. Von 
ihm im Mnsenm zu Amsterdam eine Marine and das Y bei Amsterdam. 

Heer, Adolf; Bildhauer, geb. 1849 in Vöhrenbach (Baden), Sohn und Schüler 
eines Bildhaners, auch Sehtüer der Knnstgewerbeschnle in Nttmberg, in Berlin Schtüer 
der Akademie anter Galandrelli and Siemering and Gehilfe von Breymann 
in Dresden. 1876 eptstanden als seine erste bedeatende Arbeit in Rom 2 ttberlebens- 
groase Bngel für die Graftkirche des Ftlrsten zu Fttrstenberg. Später warde er 
Lehrer an der Ennstgewerbeschale in Karlsrahe, schaf für die Aala der Universität 
Heidelberg mehrere Figaren and Gruppen, einen trefflichen Concarrenz-Entwarf fttr 
ein Denkmal des Dichters Scheffel in Heidelberg and für ein Kaiser Wilhelmsdenkmal 
in Mannheim 

Heerdt, Ghrigtiaa, Landschaftsmaler, geb. 4. Mai 1812 in Frankfart a. M., 
t 1. Jani 1878, Schüler des Städelschen Instituts, ging dann nach Düsseldorf und 
Hess sich 1837 in seiner Vaterstadt nieder, wo er ansprechende Landschaften aas 
dem südlichen Bayern und Tirol malte. Von ihm im Museum zu Stuttgart ein 
Architekturbild aus Cronberg im Taunus mit Staffage Ton Karl Bngel. 

Heere, Lucas de, niederl. Maler, geb. 1584 in Gent, f 1584, Sohn und Schüler 
des Architekten Jan de H., auch Schüler yon Frans Floris, dem er bei seinen 
Glasmalereien und Zeichnungen half. Später arbeitete er in demselben Fach in 
Frankreich, malte auch Bildnisse und biblische Bilder. In der Galerie zu Kopenhagen 
yon ihm das Gleichniss von den klugen und thörichten Jungfrauen, im Museum zu 
Braonschweig eine Landschaft und in England mehrere Bildnisse. 

Heeren. Minna, Genremalerin der Gegenwart, geb. in Hamburg, lebt in 
Düsseldorf. Von ihr in der Kunsthalle ihrer Vaterstadt Ruth und Naemi (1854). 
Andere Bilder yon ihr: Der Veteran yon 1818 und sein 1870 yerwundeter Enkel, 
Der kleine Aufschneider, Gestörte Feierstunde u. A. 

Heerachop, Hendrik, holländ. Genremaler und Kupferstecher, geb. 1620 oder 
1621 in Haarlem, f nach 1672 das., Schüler yon Heda, später yon Bembrandt 
in Amsterdam, seit 1648 Mitglied der Gilde seiner Vaterstadt. Im Museum zu Dresden 
yon ihm Ein Alchymist der an der Flasche riecht, im Berliner Museum das Bildniss 
eines Mohren (1659), in Schwerin S^ Architekturmaler (1672). Die yon ihm bekannten 
Stiche sind: Eremit und Schlafende Venus mit Amor. 

Heesehe, Franz, Bildnissmaler, geb. 1806 in Hamburg, f 1876 das. Von ihm 
in der dortigen Kunsthalle 2 Bildnisse, ein Studienkopf und das Innere einer 
Tabakfabrik. 

Hefele, Melehior, Baumeister und Erzgiesser des 18. Jahrh, geb. in Kaltenbrunn 
in Tirol, erhielt 1742 in Wien den 1. Preis in der Architektur, zeichnete und modellirte 
den Hochaltar auf dem Sonntagsberge in Niederüsterreich und goss dessen Reliefs 
in Bronze. 

Heftier, Karl, Landschaftsmaler, geb. 1. Jan. 1849 in Würzburg, ursprünglich 
Musiker, wurde in München Schüler yon Li er und Stademann, machte Studien- 
reisen nach England, wo er einen längeren Aufenthalt nahm, und nach Italien und 
Hess sich in München nieder, wo er 1886 Ehrenmitglied der Akademie wurde. Seine 
Landschaften, scharf ausgeprägte Stimmungsbilder, sind grossentheils den deutschen 
Alpengegenden entnommen, z. B. Durchblick auf den Starnbergersee, Der Gross- 
glockner, Vorfrühling, oder auch aus englischen und süditalienischen Gegenden. Viele 
derselben kamen nach England. 

Hefiier-Alteneek, Jakob Heinr. yon, Zeichner und Kunstschriftsteller, geb. 
20. Mai 1811 in Aschaffenburg, yerlor schon in früher Jugend den rechten Arm, 
brachte es aber mit der linken Hand zu grosser Geschicklichkeit, machte zahlreiche 
Kiuifltreisen, war 1868—85 Conseryator der bayerischen Kunstdenkmäler und Direktor 
des Nationalmuseums in München. 1886 trat er in den Ruhestand. Sehr yerdient 
machte er sich durch die kunst- und kulturgeschichtlichen Werke: „Trachten des 
ehristiichen Mittelalters^ (1840-^54, mit 420 Talein), mit Becker zusammen: „Kunst- 
werke und Geräthschaften des Mittelalters und der Renaissance" (1848—60), beide 
Werke zusammen unter dem Titel „Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften u. s. w.* 
(2. Aufl., 1879—88), dann wieder allein: „Hans Burgkmairs Turnierbuch" (1854—56), 
yBisenwerke, oder Ornamente der Schmiedeknnst des Mittelalters und der Renaissance" 
(1861—70) und „Ornamente der Holzskulptur yon 1450—1820 aus dem bayrischen 
Nationalmuseum" (1881 ff.) und mehrere andere Werke. Er ist Mitglied der bayrischen 
Akademie der Wissenschaften. 



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14S Beger — fieidel 

He^er. Franc, Banmeister, geb. 6. Jan. 1792 in Worms, f 2. Mai 1836 in 
Daimstadt, oesnchte die Universität in Giessen, widmete sich seit 1810 in Dannstadt 
unter Moller and in Karlsmhe anter Weinbrenner der Architektar, machte 
1817—21 Stadienreisen in Deatschland, Italien, Griechenland and Frankreich and trat 
in den hessischen Staatsdienst, wo er Oberbaarath warde. Die bedeatendsten seiner 
Bauten sind in Darmstadt die Kayallerie- and Infanteriekaseme. Mit Moller gab 
er heraas : „Entwttrfe aasgeftihrter and zarAasführong bestimmter Gebftade^ (1825—30). 

Heger, Heinrieh, Arehitektarmaler, geb. 1882 in Hadersleben, f 4. Febr. 1888 
in München, war 1852—56 SchtÜer der Akademie in Kopenhagen, machte Stadien- 
reisen in Deatschland and den Niederlanden, lobte abwechselnd in München, Kopenhagen 
and Kiel and Hess sich 1875 in München nieder. Za seinen sorgflUtig aasgeftthrten 
Bildern Ton gründlichem Verständuiss der Architektar des Mitteltäters and der 
Renaissance gehören : Partie Tom herzoglichen Betstahl aaf Schloss Gottorp (Kanst- 
halle in Kiel), Aas der Sebaldaskirche in Nürnberg, Das Innere des Münsters in Ulm, 
Die Sakristei yon S. Marco in Venedig (Maseam in Danzig), Der Rathhaassaal in 
Danzig, Der Kaisersaal im Rathhans za Goslar and Andere aas Lüheborg, 
Brügge a. s. w. 

Hegl, Franz, Zeichner, Radierer and Aqnatintastecher, geb. 16. April 1774 in 
Laasanne, f 14. März 1850 in Zürich, Schüler von Matthias Pfenninger, ging 
1796 nach Basel, arbeitete hier für eine Verlagshandlang and Hess sich in Zürich 
nieder, besachte aber nachher aach Paris. Unter seinen Blättern, meist Aqaatinta- 
suchen, sind za nennen: Das Aelplerfest aaf dem Rigi and Die Tellskapelle am 
Vierwaldstädter See nach dem Schweizer Ladw. Vogel, Das Colosseam in Rom nach 
Chr. Reinhart, Alpenfest der Schweizer Hirten nach Gabriel Lory, 17 Blätter Vor- 
stellangen zar Badenfahrt nach Ladwig Hess and andere landschaftliche Blätter. 

Heglas (oder Hegesias), griech. Erzgiesser der 1. Hälfte des 5. Jahrh. r. Chr^ 
Zeitgenosse des Onatas and Ageladas, Lehrer des PMdias. Von ihm sah man in Rom 
▼or dem Tempel des Japiter Tonans die Stataen des Castor and PoUnx in strengem 
alterthümUchem Stil. 

Heicke, Joseph, Maler, geb. 1811 in Wien, f 6. Nov. 1861 das., Schüler der 
dortigen Akademie, bereiste Italien, Ungarn and den Orient and Hess sich in seiner 
Vaterstadt nieder. Er malte in etwas manierirter Weise Landschaften and Thierbilder 
aas Oesterreich and den yon ihm bereisten Ländern. 

Heideck, Karl Tl^llhelm, Freiherr yon, genannt Heidegger, Landschafts-, 
Genre- and Schlachtenmaler, geb. 6. Dec. 1788 za Saaralben in Lothringen, f 21. Febr. 
1861 in München, Sohn eines Schweizer 0£Sziers in französischen Diensten, besachte 
das Gymnasiam in Zürich, kam 1801 aaf die Militärakademie in München, kämpfte 
als Offizier gegen Preassen, Oesterreich and Tirol, gegen Napoleon in ^anien and 
Portngal, and endlich im griechischen Befreiangskriege, wo er 1828 Commandant yon 
Naaplia and Militär-Goayernear yon Argos war. 1829 kehrte er nach München 
zarück and widmete sich hier der schon fHlher yon ihm betriebenen Malerei. Aas 
der grossen Zahl seiner Bilder besitzt die Nationalgalerie in Berlin Bayrische Holz- 
fäller, Palikaren bei der Tempelraine yon Korinth; die Nene Pinakothek in München 
Das Löwenthor yon Mycenae, Die Brücke yon Caenca in Spanien (dieselbe im Maseam 
za Leipzig), Den Anfgang zar Akropolis in Athen; die Galerie Leachtenberg in 
St. Petersbarg Angriff eines französischen Kürassierregiments, eine Scene aas dem 
Leben des Herzogs Engen yon Leachtenberg, eine Winterlandschaft and eine Land- 
schaft mit Wasserfall; Andere in der Knnsthalle za Hambarg, im Maseam za Stattgart 
and Köniffsber^ and in anderen Sammlangen sowie in Priyatbesitz. 

Heidel, Hermaiin, Bildhaaer, geb. 20. Febr. 1810 in Bonn, f 29. Sept. 1865 
in Stattgart, war seit 1826 eine Zeit lang Schüler yon Schwanthaler, setzte 
seine Stadien 8 Jahre in Italien and dann in Berlin fort. Unter seinen Werken yon 
überwiegend idealer Richtang and grossem Verständniss der Antike sind die be- 
deatendsten: eine Colossalbüste Beethoyens im Rathhaas za Bonn, in Berlin Sand- 
steinarbeiten für das im Neabaa begriffene Opemhaas, and für die Scblossknppel, 
das Relief Karl d. Gr. der die Sachsen zam Ghristentham zwingt, Lather der die 
Thesen an die Schlosskirche za Wittenberg anschlägt (Gipsmodell im Martinsstift 
za Erfart), Umrisse za Goethes „Iphigenia", 8 Blätter aas dem Mythas des Tantalos, 
die Marmorstatae der Iphigenia (Orangerie bei Potsdam), Der blinde Oedipoa yon 
Antigene geführt (1868, in Sanssonci), Naasikaa, Penelope and als sein bestes Werk 
die 1869 in Halle enthüllte eherne Büdnissstatae Händeis. In der Trinkhalle za 
Wildbad ein Terracotta-Relief der Flacht Eberhard Raaschebarts aas dem WUdbald. 



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Heidel — Heilbath. j^g 

Heidel, Moriti, Landflchaftsmaler der Gegenwart, geb. in Dresden, Schüler der 
dortigen Akademie nnd des Malers P an weis. Von ihm die Bilder: Bin Frtthlings- 
märchen, Ostseestrand, Blick ins Oberinnthal, und 4 landschaftliche Fresken im 
Gartensaal eines Rittergates bei Löban in Sachsen. 

Heldeloff, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 1781 in Mainz, f nach 1827 in Wien, 
Schfiler der dortigen Akademie nnter Brand nnd Mitglied der Akademie. Sein 
bekanntestes Bild ist eine Ansicht von Wien vom Prater ans anf die Vorstadt Land- 
strasse (Akademie in Wien). Von ihm anch einige landschaftliche Badieningen. 

Heldeloff, Karl Alexander Ton, Architekt, Mider nnd Konstschriftsteller, geb. 
2. Febr. 1788 in Stattgart, f 28. Sept. 1865 in Hassfort am Main, hatte in ver- 
schiedenen Knnstzweigen mehrere Lehrer, Joh. GotthardvonMüllerim Knpf er- 
stich, in der Bildhanerkanst Scheffanor and Dannecker, in der Malerei Seele. 
Später lebte er in Coborg, bis er 1822 Professor an der polytechnischen Schale in 
Nfimberg nnd Conservator der dortigen Knnstdenkmäler warde. Von 1824 — 26 machte 
er eine grössere Knnstreise dorch Deatschland, die Niederlande nnd Frankreich. In 
seinen besonders in Nürnberg and der dortigen Gegend aasgeführten Kirchen- 
restanrationen nnd Neabaaten strebte er nach Wiedereinftthrnng der Reinheit des 
gothischen Stils, es sind z. B. die Kirche za Schönaich anweit Stattgart (1840), die 
Peterskirche za Sonneberg im Meiningenschen (1844), die evangel&che Kirche in 
Ingolstadt (1846), die Aegidienkirche in Oschatz, der Lorenzer Pfarrhof in Nürnberg 
(vollendet seit 1844 von Solger), unter seinen Oelbildem sind za nennen: Kaiser 
Maximilian am Grabe des Herzogs Eberhard im Bart, nnd Ritter Toggenbnrg. Seine 
namhaften literarischen Werke sind: „Die Lehre von den Sänlenor&angen" (1827), 
„Der kleine Vignola"* (1828), „Nürnbergs Baadenkmttler der Vorzeit^ (O^asg. 1866), 
nnd als sein bedeatendstes Werk „Die Ornamentik des Mittelalters' (1888—62, 
24 Hefte; 8. Anfl. 1872 ff.). 

Heideloff, Nikolaus Wilhelm, Kupferstecher, geb. 1761 in Stattgart, f nach 
1888, BrnderdesVictor Wilhelm Peter H., seit 1772 Schüler der Karlsakademie, 
warde Schüler von Joh. Gotth. v. Müller, arbeitete anch anter Bervic, malte 
zahlreiche Miniatnrbilder, ging beim Aasbrach der französischen Revolntion nach 
England, warde 1816 Direktor der Gemäldegalerie im Haag and stach viele Zeich- 
nongen seines Braders. 

Heideloff, Victor Wilhelm Peter, Bildhaaer, Baameister and Maler, geb. 1767 
in Stattgart, f 1816 das., seit 1771 Schüler der Karlsakademie, sp&ter Schüler von 
Gnibal, Harper andScotti, 1780 Hofinaler, bereiste Italien, widmete sich nach 
seiner Rückkehr der Theatermalerei nnd war Professor sowie 1790—98 Lehrer an 
der Karlsschale. 

Heidenreieh, Gustav, Historien- nnd Genremaler, geb. 1819 in Berlin, f 1866 
daselbst, Schüler von Wach, betheiligte sich an derAnsmalang des Nenen Mnseams 
in Berlin mit 6 stereochromischen Wandgemälden nnd an den Fresken der Vorhalle 
des Alten Mnseams, malte auch im Alten Mnseam für das Kabinet der griechischen 
Alterthttmer einen Fries mit den Haaptmomenten der geistigen and materiellen Ent- 
wickelang Griechenlands. Im Masenm za Breslaa von ihm das Genrebild einer 
Affenkomödie. ^ r^^ci^ 

HelgeL Franz Napoleon, Bildniss- nnd Genremaler, geb. 16. Mai 1818 in Paris, 
t 1888 in München, Sohn des Bildnissmalers Joseph H. (f 1837), machte seine 
Stadien anf der Akademie in München, wo er seit 1836 seinen Wohnsitz hatte nnd 
Hofmaler warde. Dann bereiste er Italien, Deatschland, Belgien nnd einen Theil 
von Frankreich. Seine Bildnisse in Aqnarell und in Miniatur sind von geistvoller 
Aoffassang, seine Genre-, namentlich Kostümbilder sehr charakteristisch in der Dar- 
stellung der Nationalitäten. Er besass die bayrische Medaille für Kunst nnd Wissen- 
schaft und war Ehrenmitglied der belgischen Aquarellisten-Gesellschaft. 

Hetjde. Jan van der, s. Heyde. 

Heu, Daniel van, niederländischer Maler, geb. 1604 in Brüssel, f wahrscheinlich 
1662, malte Brandscenen und Winterlandschaften. Unter seinen wenigen Bildern sind 
am bekanntesten im Museum zu Brüssel das Bild der Wintervergnügnngen, auch in 
der Eremitage zu St. Petersburg eine Winterlandschaft. 

Heilbath, Ferdinand, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1830 in Hamburg, 
t 19. Nov. 1889 in Paris, excellirte anfangs im Stoff- und Kostümmalen, erhielt dami 
seine AusbUdung in Paris, hielt sich längere Zeit in Bom auf und widmete sich dann 
mit glänzendem Erfolg der Schilderung der Kulturzustände und des Lebens der 
höheren Stände, z. B. Palestrinas Musikprobe (1867), Luca Signorelli an der Leiche 



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150 Heilmair — Heimes. 

seines Sohnes (1859, Eonsthalle in Hamburg, Das Antodafö (1861), Tasso mit den 
beiden Leonoren und die auf dem Monte Pincio lustwandelnden Kardinäle (1862), 
Das Leihhans (1861, Museum des Luxembonrg), Die Absolution in St. Peter, Das 
Vorzimmer des Kardinals, An den Ufern der Seine, Der Herbst der Liebe (1870), 
Am Ufer der Themse, Verwaiste Kinder und Watteau und seine Qeliebte (Kunsthalle 
in Hamburg). Im Charakter seiner Bilder, wie in den Kriogstagen von 1870|71 
verleugnete er die deutsche Gesinnung nicht. Er erhielt 3 Medaillen und 1861 das 
Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Heilmairy Joseph, Landschaftsmaler, geb. 6. Aug. 1843 in Obergriesbach (Nieder- 
bayem), widmete sich anfangs dem Militärstande, arbeitete im topographischen Bttrean, 
trat 1871 ausser Dienst und widmete sich mit Erfolg der Landschaftsmalerei anter 
Bai seh in Mttnchen, wo er seinen Wohnsitz nahm. Die meisten seiner Bilder sind 
den bayerischen Qebirgen entlehnt. 

Heilmaniiy Johann Kaspar^ Bildnissmaler, geb. zu Mfilhausen im Ober-Elsass, 
t 1760, Schüler von Deggeler in Schaffhausen, kam dann nach Rom, wo er Bilder 
Ton Domenichino copirte und infolge dessen 1742 mit. dem französischen Gesandten 
nach Paris ging, wo seine Bildnisse durch ihre Technik und Aehnlichkeit so gefielen, 
dass er der Historienmalerei entsagen musste. 

Heilmayer. Karl, Landschaftsmaler, geb. 5. März 1829 in Mttnchen, bildete sich 
hier auf der Akademie und ToUendete seine Studien durch Wanderungen in Deutschland, 
Italien und Frankreich. Zu seinen namhaften Bildern gehören: Nebeliger Morgen 
am Starnberger See, Mondnacht in der Normandie, Der Lido in Venedig, Motiy Ton 
der Via Appia bei Rom, Der Weg zum Gosausee u. A. 

Heiiii, Fraaqois Joseph, franz. Historienmaler, geb. 16. Dec. 1787 in Beifort, 
t 30. Oct. 1865 in Paris, erhielt schon als Knabe in der Centralschule zu Strassburg 
einen Preis im Zeichnen, wurde 1803 in Paris Schttler yon Vincent und gewann 
1807 fttr sein Bild Theseus den Minotaurus besiegend, den grossen Preis für Rom, 
erhielt in den nächsten Jahren ebenfalls Medaillen und wurde 1829 Mitglied der 
Akademie und 1831 Professor an derselben. 1826 ward er Ritter, 1855 Offizier der 
Ehrenlegion, unter seinen in jeder Beziehung lobenswerthen Bildern sind herrorragend: 
Die Marter der heil. Julietta in der Kirche St. Gerrais in Paris, Eine Scene aus der 
Zerstörung Jerusalems, Karl X. Belohnungen austheilend (im Louvre), und Die Ver- . 
theidigung des Kastells von Burgos (in Versailles). 

Heim. Heinrieh. Historienmaler der Gegenwart, geb. im Grosshercogthnm 
Hessen, gebildet auf der Kunstschule in Nttmberg, und unter Andr. Mttller auf 
der Akademie in München, wurde 1888 Professor fir Zeichnen an der Kunstgewerbe- 
schule in Nttrnberg. Am bekanntesten wurden seine Bilder: Ein Hoehzeitsing als 
Wandfi^emälde auf der Drachenburg am Rhein und eine allegorische Darstellung von 
Handel und Industrie als Freskobild im Hause eines Kaufinanns in Ochsenfurt. 

Heim, Heinz, Historienmaler, geb. 12. Dec. 1859 in Darmstadt, Schüler der 
Akademie in Mttnchen unter S t r ä h u b 6 r, Benczur, Löfftz undLindenschmit 
und in Paris unter Bouguereau und Tony Robert-Fleury. Er lebt in seiner 
Vaterstadt. Seine Hauptbilder sind: Aus dem Mainzer bürgerlichen Inyalidenhanse, 
Bauemmädchen aus dem Odenwald, 6 Rötheizeichnungen vom Hessischen Odenwald. 

Heimbach, Wolfgang, dänischer Bildnissmaler des 17. Jahrb., erlernte die Knnst 
in Italien und in den Niederlanden, wo er 12 Jahre blieb, thäüg erst 1635 — 1677. 
Von ihm die Bildnisse der Söhne Ton Christian IV. im Schloss Rosenborg, Die Huldigung 
Frederiks III. (1666) und Die Familie des Grafen Gttnther Ton Oldenburg, wo er 
zuletzt lebte. Auch mehrere Bilder von ihm in der Galerie zu Kopenhagen. 

Heimerdinger, Friedrich, Thier- und Stilllebenmaler, geb. 10. Jan. 1817 in 
Altena, f 2. Oct. 1882 in Hamburg, erhielt 1839—42 seine Ausbildung in Dflaaeldorf 
unter Th. Hildebrand und bis 1845 auf der Akademie in Mttnchen. In Hamburg 
grttndete er eine Vorschule fttr Kttnstler, für deren Unterricht er ^Elemente des 
Zeichnens nach körperlichen Gegenständen'' (1857) „Wandtafeln' (1868) und ,Aaf- 
gaben fttr Schule und Haus^ herausgab. Er malte mit grosser Naturwahrheit Bilder 
Yon Frttchten und todten Thioren und später zahlreiche Bilder, die eine täuschende 
Nachahmung körperlicher Gegenstände bezwecken. In der Kunsthalle zu Hamburg 
von ihm Fflchse um ihre Beute streitend (1848) und Die kleine Näscherin (1852); 
andere Bilder z. B. Ein Schneehuhn, Erlegtes Wild vom Hunde bewacht, Frttchte oder 
todte Vögel an einem Kistenbrett hangend u. dgl., auch einige Gebirgslandschaften. 

Heimes. Heinrich, Landschafts- und Marinemaler, geb. 12. Juli 1855 in Neuenahr, 
studirte auf der Kunstschule in Karlsruhe und auf der Akademie in Dttsseldorf und 



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Hein — Heinlein. 151 

11688 sich in seiner Vaterstadt nieder. Sr maltet Sonnenonterffang an der Nordsee, 
Bflckkehr vom Fischfang, Grauer Tag an der Nordsee, Mondsdiein an der Mttndnng 
der Scheide, Das Hamletschloss am Oeresnnd n. A. 

Heiiu Frans, Aquarellmaler, geb. 80. Nov. 1868 in Altona, bildete sich anf der 
Konstschnle in Karlsruhe und in Paris, lebt als Theatermaler in Karlsnü&e. Seine 
bedeutendsten Aquarelle sind: Die Teufelsliebschaft, Der Geiger von Gmünd, Die 
Vision des Mönches, Kin Himmelsscherz, Der verliebte Narr. 

Heine, Friedrieh Wilhelm, Schlachtenmaler der Gegenwart in Dresden, malte 
Torzugsweise Bilder aus dem Kriege Ton 1870{71, s. B. Der Kampf des 92. braun- 
sehwelgischen Infanterieregiments bei Venddme, Im Hof der Kayallerie-Kaseme, 
BegrtlMung des Kronprinzen Albert von Sachsen als Feldmarschdl und Obercommandeur 
der Maasarmee, Theodor Körner am Vorabend seines Todes am 25. Aug. 1818 und 
Gefecht der 4. braunschweigischen Fussbatterie des hannoT. Artillerie-Begiments bei 
Venddme am 16. Dec. 1870. 

Heine, GuBtay, Architekt, geb. 1802 in Dresden, f 8. Jan. 1880 das., erhielt 
hier seine künstlerische Ausbildung, wurde 1832 Professor an der Akademie, legte 
dieses Amt 1869 nieder, blieb aber in seiner Übrigen Thätigkeit ds Mitglied des 
akademischen Bathes und behielt die Studien- und DisciplinaraiSsicht bei der Akademie. 

Heine, Joeepli Willielm, Genremaler, geb. 18. April 1813 in Düsseldorf, 
t 29. Juni 1889 das., Schüler der dortigen Akademie, behandelte mit trefflicher 
Charakteristik häufig unheimliche Scenen ans der Welt der Verbrecher, z. B. Die 
Wilddiebe, Der Lan&treicher, Die Verbrecher in der Kirche (1887, Museum in Leipzig 
und 1838 Nationalgalerie in Berlin), Der Brillenhändler u. A. 

Heine, Peter Bemlu Wilhelm, Landschaftsmaler und Schriftsteller, geb. 
30. Jan. 1827 in Dresden, f 6. Oct 1885 in der Lössnitz bei Dresden, besuchte die 
Dresdner Akademie, war anfangs Decorationsmaler am Hoftheater, ging 1849 nach 
Amerika, besuchte 1861 Centralamerika, war 1851— -56 Zeichner der nordamerikanischen 
Expedition des Commodore Perry nach Japan, schloss sich 1859 der prenssischen 
Expedition nac^ Ostasien an, trat 1861 beim Ausbruch des amerikanischen Bürger- 
krieges in die ünionsarmee, wurde 1864 General derselben, lebte später als ameri- 
kanischer Consul in Paris und nachher in Dresden. Seine schriftstellerischen Arbeiten 
über seine Beisen sind : yBeise um die Erde nach Japan^ (1856, 2 Bde.), „Die Expedition 
in die Seen von China, Japan und Ochotsk'' (1858 und 59, 3 Bde.) „Japan und seine 
Bewohner* (1860), „Eine Sommerreise nach Tripolis'' (1860), „Eine Weltreise um die 
nördliche Hemisphäre^ (1864, 2 Bde.), und zuletzt das Prachtwerk „Japan, Beiträge 
zur Kenntniss des Landes und seiner Bewohner'' (1873—80). 

Heinefetter, Joliann, Schlachten- und Landschaftsmaler, geb. 1815 in Mainz, 
Schüler von Monten, bereiste Frankreich, Italien, die Schweiz und Tirol, betheiligte 
sich bei Gtötzenbergers Fresken in der Trinkhalle zu Baden-Baden, malte Bilder im 
dortigen Kursaal und in mehreren Villen, auch Wirthshaus- und Gefechtsscenen. 

Heinel, Eduard, (sFenre- und Landschaftsmaler der Gegenwart, malte natur- 
getreue, oft humoristische Genrescenen, auch Landschaften aus deutschen Gegenden, 
z. B. Das Verhör, Die Gänsehflterinnen, Partie bei Friedrichshafen, Motiv von 
Nymphenburg, Allee bei München u. s. w. 

Heinel, Johann Pliilipp, Genre- und Landschaftsmaler und Badierer, geb. 
21. Oct 1800 in Baireuth, f 29. Juli 1843 in München, widmete sich anfangs dem 
Handelsstande in Nürnberg, ging 1818 zur Kunst über und besuchte 1820—26 die 
Akademie in München unter B. ▼. Langer, wo er namentlich Genrebilder aus dem 
Volksleben, Bildnisse und Landschaften mit Sta£fage malte. Im Museum zu Danzig 
▼on ihm ein Ato Maria. Man hat von ihm auch 7 Badierungen und 11 landschaft- 
liehe Originallithographien. 

He&üacli, Karl, Landschaftsmaler, geb. 28. Mai 1847 in Neustadt in Ober- 
echleeien, Hess sich 1870 in München nieder, wo er meistens recht lobenswerthe 
Landschaften aus dem südlichen Bayern malte. 

Heinlein, Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 3. Dec. 1803 in Weilburg (Nassau), 
t 8. Dec. 1885 in München, war anfangs unter Weinbrenner in Mannheim 
Architekt, setzte 1822 in München unter Gärtner die architektonischen Studien 
fort, ging aber infolge seiner Wanderungen durch die Alpengegenden zur Landschaft 
über. Nach Dünstiger Aufnahme seiner ersten BUder bereiste er die Schweiz und 
Oberitalien, die ihm reiche Ausbeute gewährten. Dann lebte er ein Jahr in Wien, 
▼erweilte einige Jahre bei seinen Eltern in Mannheim und nahm 1829 bis 1852 
ieinen Wohnsitz in München. Seine in fast allen öffentlichen Sammlungen und in 



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152 Heinrich — Heiss. 

Priyatbesitz befindlichen Landschaften behandeln meistens die deutschen Alpen in gross- 
artiger Anffassong nnd poetischer Stimmung, fallen aber in ihrem bräimlichen Ton 
bisweilen ins Manierirte, namentlich in seinen letzten Jahren. Einige der bedentendsten 
sind: Das Eltfsterl am Walchensee, Der hintere Gosansee, Engadin, Der Plaosee in 
Tirol, Der KOnigsee, Seitenthal des Vintschgaos in Tirol, Der Zellersee in Tirol, 
Forellenbach im Oetzthal, An der fiiyiera di Levante bei Genna, noch ans dem Jahre 
1878 : Am Foss der Donnerkegelwand am Hintergosansee. Er war Ehrenmitglied der 
Akademien in Mttnchen und Wien nnd hatte den Bayrischen Michaels-Orden 1. El. 

Heinrich, unter den zahlreichen Banmeistem, Bildhaaem nnd Erzgiessem dieses 
Namens, welche die Kunstgeschichte des 14., 16. und 16. Jahrhunderts namhaft macht, sind 
als bedeutende nur folgende zu nennen : 1) Meister Heinricli) der erste Baumeister des 1877 
begonnenen Münsters in Ulm, auch abgebildet auf dem doiiägen Denkmal der Gründung 
in einem Relief nahe dem Taufstein, worin Ludwig Kraft, der Gründer des Münsters, 
und dessen Ehefrau dem Meister H. das Modell des Münsters auf den Nacken setsen ; 
2) Heinrich der Balier (oder Parllrer), ein Steinmetz der 2. Hälfte des 14. Jahrb., 
der Urheber des Schönen Brunnens in Nürnberg aus den Jahren 1886—96, einer als 
gothischer Thurm 18 m. hohen Spitzsäule mit durchbrochener, lieblicher Arbeit und 
einer Auswahl ron Statuen; 8) Heinrich, der Schöpfer des marmornen Taufsteins 
Ton 1481 in der Stephanskirche zu Wien mit den Aposteln in Belief; 4) Heittrich 
der Dentsche (Enric Alamant), der am Ende des 14. Jahrb. die pnerta del mirador 
im Dom zu Palma auf Mallorca errichtete ; 5) Heinrich Ton Speier, einer der Schöpfer 
des yom Meister HansvonHeilbronn entworfenen, 1 509— 151 1 ausgeführten, jetzt 
nur noch als Buine Torhandenen Oelberges am Dom zu Speier. 6) s. auch Hinrick* 

Heinrich, Franz. Arckitekturmaler, geb. 1808 in Nachod (Böhmen), f 7. März 
1890 in Brunn bei Wien, Schüler der Akademie in Wien unter Lampi, Eedl, 
Caucig, Ender und Kupelwieser, bildete sich durch Reisen in Italien, und 
malte seit 1886 in Wien einige Oelbilder, später aber fast nur Aquarelle, z. B. der 
Andienzsaal des Papstes Leo IS., im Vatikan, Tempel der Vesta in Tiyoli, San Mlniato 
bei Florenz, das Innere des Bathhauses in Courtray, der Lettner im Dom zu Halber- 
stadt und weitere in trefflicher Beleuchtung des Inneren Ton Kirchen und Palästen. 

Heinti, Zacharias, Maler und Radierer, geb. um 1611, f um 1669 in Paris, 
machte 1648 die Zeichnungen zu Bignons „Portraits des Pl^nipotentiaires k la paix 
de Munster' und dessen „Galerie des illustres Fran^ais du Palais Royal', malte 
einige Bilder für die Kirche Notre Dame, radierte auch einige Blätter nach 
Primaticcio. 

Heinz, Joseph d« Ae., Maler, geb. 11. Juni 1564 in Basel, t 1609 in Prag, 
Schüler des Hans von Aachen, wurde Kammermaler Kaiser Rudolfs n., lebte 
abwechselnd in Augsburg und in Prag, malte besonders gelungene weibliche Köpfe. 
Im Museum zu Dresden von ihm der Raub der Proserpina, Loth mit seinen Töchtern 
und ein Ecce homo; im Hofmuseum zu Wien 9 Bilder, darunter das Dianabad das 
bekannteste und das Bildniss Rudolfs 11. von 1594 das beste. 

Heinz, Joseph d. J«, Maler, geb. 1590, f 1660, Sohn und Schüler des Vorigen, 
auch Schüler seines Stiefvaters Qondelachin Augsburg, malte anfangs Zauber- and 
Hexengeschichten, ging dann nach Italien und lebte in Venedig, wo er besonders 
Altarbilder malte. Von ihm in der dortigen Akademie eine Diana im Bade. 

Heinze, Albert, Kupferstecher in Linienmanier und in Mezzotinto, geb. 1826 
in Qersdorf (Iteg.-Bez. Frankfurt a. 0.), Schüler Ton L ü d e r i t z, stach nach Oorreggio 
die heil. Nacht, nach Murillo die unbefleckte Empfängniss und mehrere Blätter n»ch 
neueren Meistern, z. B. nach Jordan, Karl Hühner, Meyer v. Bremen und Kretzschmer. 

Heinzelmann, Elias, s. Hainzelmann. 

Heinzmann. &arl Friedrich. Landschaftsmaler, Radierer und Lithograph, geb. 
2. Dec. 1795 in Stuttgart, f 9. Juli 1846 in München, Schüler yon S e e 1 e in Stuttgut, 
nahm 1814 am Feldzuge gegen Frankreich Theil, widmete sich seit 1815 der Landscmifls- 
malerei unter Kobell in München, wurde 1822 Maler ao der dortigen kön. Porsellan- 
manufaktur, copirte nach niederländischen Malern und fertigte die grosse Vase mit 
bayrischen Militärgruppen als Geschenk des Kronprinzen Max an den Sultan, malte 
auch in Oel oder in Aquarell Landschaften aus den bayrischen Gebirgen, z. B. Parten- 
kirchen, Aus der Gegend von Murnau, Die Bergfestong Knfstein in Tirol, Torbole 
am Gardasee; auch existiren von ihm mehrere landschiUPtliche Originallithographien. 

Heiss, Elias Christoph, Bildnissmaler und Stecher in Schwarakunst, geb. 1660 
in Memmingen, f 1731, war seit 1704 einige Zeit Hofkupferstecher in Berlin, lebte 
aber nachher in Augsburg. Die Mehrzahl seiner Stiche sind Bildnisse. 



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Heiss — Hellich. 153 

HelBS. Johann, Maler, geb. 1640 in Memmingfen, f 1704 in Aogsborg, Schttler 
Ton Job. Scbönfeldt, malte bistorische Bilder z. B. AllaccioB und desaen Braut 
Yor Scipio (1679, im Moseiim zu Braonscbweig), Tod der Dido, Neptun und Venus, 
aucb Bilder in den Kirchen von Augsburg. 

Heibig, Friedrich, Bildhauer, geb. 16. April 1859 in Blasewitz bei Dresden, 
t 10. Not. 1886 das., Schfiler von Schilling. Seine Hauptwerke sind : Hagar und 
Ismael (Gips), Prometheus mit dem geraubten Feuer (1881) und eine in Bom 
entstandene Statue der Pythia. 

Helbig^ Juliug, belgischer Maler, geb. in Lattich, ftthrte um die Mitte des 
19. Jahrh. viele Malereien in belgischen Kirchen aus, so namentlich in der gothischen 
Kirche zu St Trond, wo erScenen aus demA. und dem N. T. und Heiligenlegenden 
malte; ebenso in einigen Kirchen von Lüttich. 

Helena, griech. Malerin des 4. Jahrh. vor Chr., Tochter Timons, eines Aegyptiers, 
malte die unter Vespasian im Tempel des Friedens zu Bom aufgestellte SchScht bei 
Ibsus Tom J. 883 y. Chr. 

Heifenrieder, Christoph, der im Anfang des 17. Jahrh. lebte und 1685 in 
Meran starb, war Hofmaler in Mttnchen, ermordete aus Eifersucht einen Offizier, 
musste deshalb nach Tirol flüchten und zog spftter nach Meran, wo er in der Stadt- 
pfarrkirche ein treffliches Altarbild malte. 

Helirt, Julius Eduard Wilhelm, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 6. April 
1818 in Berlin, f 28. März 1894 das., Schttler der dortigen Akademie unter F. W. 
Schirm er, war 1848—47 in Italien, wohin er auf Studienreisen noch öfter zurück- 
kehrte. Neben der Landschaft malte er mit Vorliebe Architekturen, z. B. Der Dogen- 
palast in Venedig und Italienischer Klosterhof (1847, beide in der Nat.-Gal. in Berlin), 
Der Canal grande in Venedig, San Miniato bei Florenz, Villa auf Capri, Kloster 
S. GioYanni in Palermo u. A. In den letzten Jahren war er durch ein Augenleiden 
am Malen gehindert. 

Heliodoms, griech. Bildhauer der Diadochenperiode, war berühmt durch eine 
im Porticus der Octayia zu Bom aufgestellte Gruppe des mit Olympos ringenden Pan. 

Hell, Joseph. Bildschnitzer, geb. 23. Aug. 1789 zuVomp bei Schwatz in Tirol, 
t 22. Mai 1832 auf Schloss Tirol bei Meran, fertigte in seiner Jugend so geschickte 
Schnitzarbeiten, dass er 1824—26 die Akademie in München besuchen konnte, wo er 
Schüler von Andreas Seidl wurde. Ein holzgeschnitztes Belief Yon ihm, dar- 
stellend Die Bückkehr der QenoYeva, im Ferdinandeum zu Innsbruck. 

Hellemans, Petrus Joannes, belgischer Landschaftsmaler, geb. 21. Nov. 1787 
in Brüssel, f 1845 das., Schüler yon J. B. de Boy. Von ihm im Museum zu Leipzig 
eine LandBchaft (1829), in der Kunsthalle zu Hamburg eine Geldemsche Landschi^ 
mit Staffage von Eug. Verboeckhoven. 

Hellemont, s. Helmont. 

Hellen, Karl Ton der, Landschaftsmaler, geb. 10. Mai 1843 in Bremen, Schüler 
▼on OswaldAchenbach in Düsseldorf yon 1859—63, bildete sich auch 1864—68 
in Karlsruhe unter Gude, reiste nach Paris und Bom und liess sich 1871 in 
Düsseldorf nieder. Die meisten seiner Landschaften aus deutschen Wäldern und 
Mittelgebirgen sind erfreuliche Leistungen geworden, auch sein Italienischer Wald, 
Landschaft im Albaner Gebirge (1872), Am Gardasee (1873), Im Teutoburger Walde 
(1884) u. A. 

Hellen, Paul, Decorateur und Badierer der Jetztzeit in Paris, yortheilhaft 
bekannt durch seine Fayencearbeiten und Pastelle, lenkte er seit dem Jahre 1892 
ongef&hr allgemein Interesse auf sich durch seine Kaltnadelarbeiten (Diamantstift 
auf dem blanken Kupfer). In dieser schwierigen Technik hat er schnell eine grosse 
Fülle überaus reizyoUor Platten heryorgebracht, die ihn als sicheren, gesclunaci^ollen 
Zeichner zeigen, der in der Wahl seiner Motiye yomehm auftritt und die Mittel der 
wirkungsvollen Technik zu erschöpfen yersteht. 

Hellieh, Joseph Adalbert. ffistorien- und Bildnissmaler, geb. 1808 in Chültitz 
(Böhmen), f 23. Jan. 1880, Schüler der Akademie in Prag unter Bergler, bereiste 
Italien, die Schweiz, Bngland und Frankreich, wurde Gustos der archäologischen 
Sammlung des böhmischen Museums, zog 1847 nach Wien, kehrte aber schon 1848 
nach Prag zurück, wo er besonders für böhmische Kirchen zahlreiche Altarbilder 
malte, z. B. St. Goorg im Kampf mit dem Drachen, Bekehrung des Königs Boris 
durch die Heiligen Oyrillus und Methodius, St. Wenceslaus, Die Auferstehung Christi, 
5 Bilder für den Hochaltar der Schlosskirche in Bychnow, die HeiÜgen Fabian und 
Sebastian, Himmelfahrt MariH, Johannes d. T., St. Procop, der neue Altar des heil. 



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154 Hellmer — Helmbreker. 

Lucas in der Teynkirche zu Prag (1846) and viele Andere. 1850 creirte er den 
Verein bildender Künstler in Prag. 

Hellmer, Edmiind, Bildhauer, geb. 17. Not. 1850 in Wien, Schüler des dortigen 
Polytechnikums und der Akademie unter Franz Bauer und Hans Gasser, machte 
eine Studienreise nach Italien, lebte eine Zeitlang in Born, und betheiUgte sich in 
Wien bei den decorativen Arbeiten für das Gebäude der Wiener Weltausstellung, 
bereiste Deutschland und Frankreich und wurde 1882 Professor an der Akademie. 
Auch an dem plastischen Schmuck des Justizpalastes, der Hofmuseen, des Bathhauses 
und des UniTersitätsgebäudes betheiligte er sich. Sein Hauptwerk ist die Darstellung 
Kaiser Franz Joseph I. verleiht die Verfassung, am Hauptgiebel des Parlaments- 
gebttudes. Später schuf er auch ein Grabdenkmal für den Maler Makart und das 
sog. Türken-Monument. 

Hellqvisty Carl Gustav, Historienmaler, geb. 15. Dec. 1851 in Kungsör am 
Mälarsee, t 19. Nov. 1890 in Berchtesgaden. Als Sohn eines armen Schuhmachers 
verlebte er eine trübe Jugend, kam erst in die Theaterdecorationsklasse der Stockholmer 
Akademie, wurde 1867 als wirklicher Malschüler daselbst aufgenommen. Sein 1874|5 
gemaltes Bild „Gustav Wasa entdeckt den Verrath der Bischöfe^ brachte ihm die 
grosse Medaille und ein fünfjähriges Staatsstipendium ein. Er durchzog sein Vater- 
land, Norwegen, Frankreich und Deutschland, wo er in München, Schüler von Diez 
wurde, sich aber noch mehr von Lindenschmidt beeinflussen liess. Während er 
den allgemeinen Knnstcharakter dieses Meisters wiederspiegelt, ist H., was Technik 
und Colorit betrifft, ein Jünger der Pariser Freilichtmalerei geworden. 1886 wurde er 
Professor an der Berliner Akademie, bat aber schon zwei Jahre darauf um Enthebung 
von seiner Lehrstelle aus Gesundheitsrücksichten. Er lebte dann bis Frttlgahr 1889 
in Berchtesgaden, wo er in Geistesumnachtung verfiel, um nach anderthalb Jahren 
durch den Tod davon erlöst zu werden. Unter seinen bekanntesten Bildern befinden 
sich: Brandschatzung der Hansastadt Visby (1882 in München gemalt, grosse goldene 
Medaille in Wien erhalten). Im Schnee (1884 in Paris gemalt, Eigenthum der National- 
galerie, Berlin), Einschiffung der Leiche Gustav Adolfs im Hafen zuWolgast (1885) 
und als letzte grosse Arbeit 1887 „Sancta Simplicitas ! Huss' Gang zum Scheiterhaufen^. 
Dazwischen faUen zahlreiche kleinere Werke, Bildnisse, Landschaftsskizzen und Genre- 
bilder in Oel und Aquarell. 

Hellrath, Emil, Landschaftsmaler, geb. 18. Juli 1838 in Rees (Reg.-Bez. 
Düsseldorf), war 1859—61 Schüler von Oswald Achenbach, besuchte München 
und Dresden, lebte einige Zeit in Amsterdam und nahm 1869 seinen Wohnsitz in 
München, wo er sehr ansprechende, fein empfundene Stimmungslandschaften meistens 
aus der Gegend von Oberbayem malte. 

Hellweger, Franz, Historienmaler, geb. 7. Sept. 1812 in St. Lorenzen im 
Pusterthal, f 15. März 1880 in Innsbruck, Schüler der Akademie in München 
unter GL Zimmermann und Heinr. v. Hess. Hier betheiligte er sich bei 
Cornelius' Fresken in der Ludwigskirche, 1843 beiSteinles Fresken im Köhier Dom 
und später bei Schraudolphs Fresken im Dom zu Speier. Dann liess er sich in Hall 
bei Innsbruck nieder, unter seinen kirchlichen Bildern sind bedeutend: eine heil. 
Familie, Das Jesuskind steckt der heil. Katharina den Verlobungsring an den Finger, 
Die 4 Kirchenväter, Der Evangelist Johannes im Lager von Bäubern, 4 Altarbilder 
für die Harrkirche zu Bruneck in Tirol, Maria im Chor der himmlischen Jungfrauen, 
Der heil. Antonius v. Padua, Der Martertod des heil. Sebastian, Cartons zu Glas- 
malereien im Dom zu Köhi. — Seine Biogr. v. Winkler (1880). 

Hellwlg, Theodor, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1815 in Halberstadt, bildete 
sich seit 1834 in Berlin unter Menzel, Franz Krüger und Magnus. Seine 
Genrebilder, meistens von wenigen Figuren, entlehnte er o^ aus der Zeit Ludwigs XIV. 
in der Weise des Watteau, war aber sehr thätig als BUdnissmaler. 

Helmaii, Isldore Stanlslas, franz. Kupferstecher, geb. 1743 in Lille, f 1806 
in Paris, war hier Schüler von Le Bas, stadi sehr gesdmiackvoll nach französischen 
Meistern, z. B. nach Lagrön^ Susanna und die beiden Alten, nach Leprince, De 
Lafosse, Duplessis-Bertaux, Lawrence und eine Ansicht von Neapel nach Joseph 
Vemet. 

Helmbreker, Theodor, holländ. Maler, geb. 1624 in Haarlem, f 1694 in Born, 
Schüler von Pieter Grebber, unter dem er grosse Fortschritte machte, dann 
ging er nach Venedig. Er malte mit Vorliebe Gesellschaftsstücke, Festlichkeiten, 
Scenen aus dem niederen Volksleben, aber auch biblische Gegenstände. Eines seiner 
Hauptbilder ist Speise austheilende Franziskaner. 



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He]mhack — Helt-Stockade. 155 

Helmhack, Abraham. Glasmaler, geb. 1654 in fiegensbnrg, f 1724, betrieb 
die Hohlglasmalerei and macnte in Nürnberg glückliche Versuche zur Wiedereinführang 
des selten gewordenen üeberfangglases. 

Heimle, Lorenz, Glasmaler, geb. 1783 in Breitenaa ■ (Baden), f 15. Febr. 1849, 
kam mit seinem Siteren Bruder Andreas H* (f 1845) nach Freiburg, wo sie sich der 
Glasmalerei widmeten. Dort malten sie mehrere Fenster der Südseite und einige 
Kapellen des Münsters. Ihre späteren Arbeiten gingen auch nach der Schweiz, nach 
Frimkreich und England. Ein bedeutendes Werk von Lorenz H. sind 2 grosse Fenster 
im Dom zu Mainz und 1 Prachtfenster in der Kirche zu Bergheim bei Köln. 

Heimond, von, s. Gassel. Lukas. 

Helmont, J. F. Tan, Bildhauer, thätig zu Anfang des 17. Jahrb., bekannt 
durch den geschnitzten Makkabäer-Aitar in der Andreaskirche zu Köhi mit dem 
Tergoldeten spätgothischen Reliquiarium der Makkabäer von 1507 mit Darstellungen 
aus deren Leben, und durch die holzgeschnitzte Kanzel der Kirche Johannis d. T. 

Helmont (Hellemont), Btathys Tan. Genremaler, geb. 1623 in Brüssel, f nach 
1674 das., wo er 1646 Meister der Gilde wurde; er soll Schüler Ton David 
Teniers d. J. gewesen sein, malte, tthnüch wie dieser, in warmem, klarem Colorit 
aUerhaad Alchymisten, Quacksalber, italienische Marktscenen und dgl. Von ihm in 
der Galerie zu Stockholm 3 Wirthshausscenen, im Museum zu Bräunschweig eine 
Familienscene und eine Schusterwerkstatt; auch in Kopenhagen, Rotterdam und in 
der Galerie Arenberg zu Brüssel (Bauemkirmes). 

Helmont (HeUemont), Seger Jacob Tan, Maler, geb. 17. April 1683 in 
Antwerpen, f 21. Aug. 1726 in Brüssel, war infolge seines Studiums der besten 
niederländischen Meister und der Natur ein geschickter Historienmaler. Seine Haupt- 
bilder befinden sich in den Kirchen Ton Brüssel und eine Kreuzigung im Museum 
zu Gent. 

Helmsdorf, Joh. Friedrieh, Landschaftsmaler und Radierer, geb. 1. Sept. 
1783 in Magdeburg, f 28. Jan. 1852 in Karlsruhe, liess sich 1809 in Strassburg 
nieder, wo er Landschaften aus dem Schwarzwalde, dem Elsass und den Vogesen 
malte und eine grosse Zahl Ton Schülern bildete. Zweimal besuchte er Venedig, lebte 
nachher in Strassburg, Mannheim und Karlsruhe. Seine bedeutendsten Landschaften 
sind in der Kunsthalle zu Karlsruhe eine Ansicht Ton Rom mit der Tasso-Eiche 
(1819) und eine Ansicht des Colosseums mit dem Constantinsbogen ; die Burgruine 
Zfthringen, die Peterskirche in Rom Tom Monte Marco aus, der Triberger Wasserfall, 
der Nemi-See bei hoher Tagesbeleuchtung. Er radierte auch einige Landschaften 
aus dem Elsass. 

Helst, Bartholomäus Tan der, hoU. Bildnissmaler, geb. 1611 oder 1612 in 
Haarlem, begraben 16. Dec. 1670 in Amsterdam, bildete sich unter dem Binfluss Ton 
Nicolas Elias in Amsterdam und des Frans Hals. Seine berühmtesten im 
Reichsmuseum zu Amsterdam befindlichen Bilder, die in die Zeit Ton 1639—60 fidlen, 
sind die Schützengesellschaft Ton 32 Personen (sein ältestes Werk), Die Schützen- 
mahlzeit (1648), Zur Feier des Westftlischen Friedens, 25 Personen in Lebensgrüsse, 
reich an charakterToller Binzelschilderung in klarem Tageslicht und die Vorsteher 
der St. Sebastians-Schützengilde (1657, ähnliches BUd im LouTre t. 1653). Gute 
Bilder Ton ihm auch in der Eremitage zu St. Petersburg und im Metropolitan- 
Museum zu New-York (die Musik). Einzelbildnisse Ton ihm auch im genannten 
Beichsmusenm, im Museum zu Dresden, in der Pinakothek zu München, im Museum 
zu Brüssel (Selbstbildniss), in der Galerie zu Pommersfelden und ein herrliches Bildniss 
eines Tomehmen Ehepaares in der Kunsthalle zu Elarlsruhe. 

Helst, Lodowyk Tan der, hoU. BUdnissmaler, geb. 1642 in Amsterdam, f nach 
1680, Sohn und Schüler des Vorigen, malte im Ganzen nur flaue Mder, z. B. im 
Beichsmusenm zu Amsterdam, in Utrecht und in der Galerie zu Budapest (Bildniss 
TOn 1668). 

Heisted, Axel Theophil, dänischer Genremaler, geb. 11. April 1847 in 
Kopenhagen, besuchte die dortige Akademie und blieb dort ansässig. Bilder Ton 
ihm sind: Der Stadtrath hält Sitzung (1884, Kunsthalle in Hamburg), Der Streit 
zwischen Vater und Sohn, Ein Grübler (Museum in Kopenhagen). 

Helt«Stockade, Nleolas de, holländ. Historienmaler und^adierer, geb.^1613 
in Nymwegen, f 1669 in Amsterdam, Schüler des D. Ryckaertj^ebte eine Zeitlang 
am Hof in Frankreich, in Rom und in Venedig, wo er grosse historische Bilder malte 
und den Landschaften Ton Wynants und Anderen die Staffage Terlieh. Seine Haupt- 
bilder sind: Venus und Adonis (Schloss Zuilen bei Utrecht) und Josephs Brüder in 



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156 Hemelraet — Henderson. 

Aegypten (1856, im Schloss 2a Amsterdam). Von seinen Badierongen sind bekannt: 
Anrora and Cephalas, Susanna im Bade and einige BUdnisse. Sein Brader Albert Tan H. 
war Landschaftsmaler. 

Hemelraet) s* Immenraet* 

Hemerlein, Karl Job. Nepomak, Historienmaler, geb. am 1811 in Yersulles, 
t 81. Jan. 1884 in Wien, wo er von 1846—1850 arbeitete, unter seinen Büdem sind 
za nennen: Leopold der Heilige als Landespatron Ton Niederösterreich mit seiner 
Gemahlin Agnes, Christas and die Ehebrecherin, Ein Astrolog weissagt dem jungen 
Budolf Ton Habsbarg den deutschen Kaiserthron und im Kaisersaal des Römer» an 
Frankfurt a. M. das Bildniss Kaiser Budolfs 11. 

Hemery (Emerj), Antoine Franpols, franz. Kupferstecher, geb. 1761 in Paris, 
Todesjahr unbekannt, stach die Erschaffung der Eva nach Procaccini, die lustige 
Orgie nach Caresme, die Melodie nach Lagrönöe, Venus und Amor auf dem Ruhebett 
nach Lotti und eine Nymphe bei der Quelle ruhend nach Cignani. 

HemeMen (Heemsen), Jan ran, hell. Maler des 16. Jahrb., f 1566, Schfller 
des Hendrik van Cleye, Nachahmer des Qu. Massys, trat 1637 in die Lucasgilde 
zu Antwerpen, malte historische BUder von geringem Kunstwerth, die sich befinden 
in Antwerpen (Bekehrung des Matthäus), im Hofmuseum zu Wien (Matthäus Beruftmg 
zum Apostelamt 1537 und 1548 und der heil. Hieronymus), im Museum zu Brflssel 
(der verlorene Sohn), in der Pinakothek zu Mttnchen (ebenfalls die Berufung des 
Matthäus und das Bild einer heil. Familie (1541) von unangenehmem, kaltem Golorit), 
im Museum del Prado zu Madrid (Ein Dorfchirurg). — Von seiner Tochter und SchOlerin 
Gatharina H«, einer Miniaturmalerin, ein männliches Bildniss La der Nationalgalerie 
zu London. 

Hemken, Ernst^ Bildnissmaler, geb. 21. April 1834 in Jever (Oldenburg), war 
1861—58 Schfller von Prell er in Weimar und später von Jul. Schnorr in 
Dresden, lebte in Bremen und liess sich in Dresden nieder. Ausser dem Bilde Der 
Tod Abels malte er fast nur Bildnisse fttr den Privatbesitz und Copien nach Raffael 
und Tizian. 

Hempel, Joseph, Ritter von, Historienmaler, geb. 9. Febr. 1800 in Wien, 
Schfller der dortigen Aicademie, ging 1821 nach Florenz und Rom, kehrte 1826 nach 
Wien zurflck, zog nach Klagenfurt und lebte in Groatien. Unter seinen zahlreichen 
kirchlichen Altarbildern werden genannt : Christus und die Samariterin am Brunnen, 
Der Leichnam Christi von den Seinigen betrauert, Jacobs Traum von der Himmels- 
leiter, Die Auferweckung des Lazarus, Abschied des Jacobus von der Mutter Christi, 
Die Erlösung, Die heil. Dreifaltigkeit, Die heil. Thekla unter den Löwen, Die unbe- 
fleckte Empfängniss, Die Krönung Maria und ähnliche Bilder. 

Hemaley, William, engl. Genremaler, geb. 1819, anfangs Architekt, bildete 
sich in der Malerei als Auto£dakt und durch StudienreiBen in Frankreich und Holland. 
Er malte gewöhnlich landschaftliche Genrebilder auch in Aquarell von hflbacher 
Composition und geistvoller Behandlung, z. B. Prise aus Grannys Dose, Bin länd- 
licher Kttnstler, Ein gefthrlicher Spielkamerad (1862), Der Brief des Auswanderers 
(1868) n. A. Er wurde mit der Yicepräsidentschaft der G^ellschaft britischer 
Kttnstler betraut. 

Hemj) G« Napier, engl. Landschafts- und Genremaler der Gegenwart, Schfller 
von Leys, den er in seinen Genrebildern nachahmt, während seine Marinebüder in 
Oel wie in Aquarell ihn als meisterhaften Zeichner zeigen, z. B. Das einsame Meeres- 
ufer, Unter den Mauern von Maestricht, Die Themse bei Chelsea u. A. 

H^nard, Antoine Julien, franz. Architekt, geb. 11. Jan. 1812inFontainebleau, 
t 1887, Schüler von Huyot undLebas, stellte seit 1840 viele Entwflrfe zu grösseren 
Protobauten und zu Denkmälern aller Art aus, z. B. Denkmal Moliöres, Bibliothek 
auf dem Quai d'Orsay (1846), H6tel Camavalet, Ausbau des Louvre, Bestauration 
des Schlosses Ferriöres (1867), H6tel de Paris (1861), Denkmal der Vertheidigung 
von Paris 1814 (1866), Denkmal des Kaisers Dom Pedro IV. in Lissabon (1866), 
Denkmal fflr den Sieg der Chilenen Aber die Spanier bei Callao 1820 (1868), fOr 
den Maler Ligres u. A. Er erhielt eine Beihe von Medaillen und 1867 das Bitter- 
kreuz der Ehrenlegion. 

Hendenon, G. €»9 engl. Zeichner und Maler, geb. um 1800 in London, Bödmete 
treffliche Charakterskizzen und humoristische Bilder, auch sehr gerflhmte Caricatnren. 

Henderson, Joseph, Bildniss-, Genre- und Marinemaler, geb. 1843 in Perthshire 
(Schottland), besuchte die Akademie in Edinhurg unter Bobert Scott Lander 
und liess sich in Glasgow nieder, wo er 1877 Mitglied der schottischen Gesellschaft der 



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Hendrieh — Henne. 157 

Aquarellisten wurde. Vom Bildniss und Genre ging: er allmählich eur Marinemalerei 
aber. Als seine bedeutendsten Bilder werden genannt: Ein lebhafter Zug (1875), 
Die tobende Brandung, Bttckkehr Yom Fischfang, Das ünkrantj&ten im Garten, Herbst 
in den westlichen Hochlanden. 

Hendrieh, Hermann, Landschaftsmaler, geb. 81. Oct. 1866 in Heringen (Beg.- 
Bes. Merseburg), Schüler tou Wenglein in Mttnchen und von Bracht in Berlin, 
malt mit Vorliebe phantastische Landschaften mit mythologischer oder altdeutscher 
Staffage, z. B. Der Drachenkampf aus der Beowulfsage, eine mythische Stimmnngs- 
landschaft mit Siegfrieds Tod, Seemärchen, Der Nixenspiegel, SommeridyUe, Der 
Friedensengel, Der Nibelungen Fluch, Der fliegende Holländer, Alberidi raubt das 
Bheingold, auch Christus auf dem Meere und zwei Allegorien Todesmahnen und Das 
zweite Gesicht. 

Hendrieks, Lonis, belgischer Historienmaler, geb. 1887, f 22. Sept. 1888 in 
Antwerpen, Schttler Ton Leys, malte von 1865—67 mitVinck im südüchen Seiten- 
schiff der Kathedrale zu Antwerpen die 14 Stationen des Kreuzwegs. 

Hendriks, Frederik Hendrik, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 1808 in Arnheim, 
t 1865 das., lebte meistens in Amsterdam und in Brüssel, malte Landschaften und 
Dorfansichten und lieferte viele Zeichnungen zu Prachtwerken über die Denkmäler, 
die Geschichte und die Natur Belgiens. In der KunsthaUe zu Hamburg Ton ihm 
eine Geldemsche Landschaft. 

Hendriks, Wybrand, Zeichner und Maler, geb. 24. Juni 1744 in Amsterdam, 
t 1881 in Haarlem, bildete sich zunächst auf der Akademie seiner Vaterstadt, wo 
er mehrere Preise erhielt, lebte dann häufig auf dem Lande und legte Proben seines 
Talents in fast allen Zweigen der Malerei ab, in Blumen und Landschaften, Stadt- 
ansichten, Bildnissen, Familienbildern und todtem Wild, machte auch riele Zeichnungen 
nach berühmten holländischen Malern. 

Hendflchel, Albert. Zeichner und Genremaler, geb. 9. Juni 1834 in Frankfurt a. M., 
t 22. Oct. 1888 das., Sohn des Herausgebers des weltbekannten „Telegraph^, besuchte 
das Gymnasium und das Städelsche Kunstinstitut, trat ins Atelier von Jakob 
Becker, bereiste die Museen Deutschlands und 1869 und 1870 Italien. Seine ersten 
romantischen Genrebilder hatten nur massigen Erfolg, z. B. Der Wirthin Töchterlein 
(nach Uhland), Der Geiger tou Gemünd nach Justinus Kemer, Aschenbrödel u. A. 
Ausserordentiich sprachen dagegen seine humoristischen, gemttthlichen Zeichnungen 
an, Scenen aus dem Stuben- und Strassenleben, besonders der Kinderwelt, die ün 
Lauf der Jahre zu einem „Skizzenbuch^ (1872—74) gesammelt wurden. 

Hengeler, Adolf, Zeichner und Gtonremaler, geb. 1863 in Kempten, Schüler 
der Kunstgewerbeschule und der Akademie in München, gehört seit 1886 zu den 
beliebtesten Mitarbeitern der „Fliegenden Blätter', worin er in Zeichnungen allerlei 
seltsame Capriolen und harmlose Ungeheuerlichkeiten bringt, sich fast nur in der 
Fabel- und Märchenwelt bewegt und das moderne Leben in capriciösen Schnörkel- 
omamenten und stark auftragender Caricatur wiedergibt. 

Hengsbach, Franc, Landschaftsmaler, geb. 1814 in Werl (£eg.-Bez. Arnsberg), 
t 25. Febr. 1883 in Düsseldorf, wo er TOn 1883—40 Schüler derMademie war und 
bis an sein Lebensende Tedutenartige Landschaften yon correcter Zeichnung und 
schönem Golorit aus der Schweiz, Tirol und dem Salzkammergut, namentlich aus 
▼egetationsreichen Thälem und Seepartien schon seit den 40er Jahren malte. Dahin 
gehören: Ansicht von Salzburg, Der Staufen bei Salzburg, Wasserfall der GkMsau in 
Oesterreich, Der Hallstätter See und aus den späteren Jahren Hohentwiel und der 
Bodensee, Alpe vom Lage Maggiore, Hütten auf dem Seelisberg, Das Lauterbrunner- 
thal und viele Andere. 

Q Henke, Anton, Landschafts- und Thiermaler, geb. 31. Mal 1864 in Düsseldorf, 
war dort Schüler der Akademie und Krön er s und liess sich in seiner Vaterstadt 
nieder. Seine auf die verschiedenen Ausstellungen gekommenen Bilder sind fast nur 
Landschaften mit Jagdthieren staffirt. 

HenkeB. Gerke, holländ. Genremaler, geb. 25. Juni 1844 in Delfshaven, bildete 
sich eigentlich als Autodidakt und liess sich in Voorburg beim Haag nieder. Br 
malte die Bilder: Krankenverpflegung im Kloster, Ein angstvoller Augenblick, Das 
Gonsistorium, Der Kaffeeklatsch, Der Bittsteller, Das Unglück u. s. w. 

Henne, Eberhard Siegfried, Kupferstecher, geb. 1759 in Gunsleben (Reg.-Bez. 
Magdeburg), f 5. Dec. 1828 in Berlin, Schttler von Oeser, Bause und Liebe in 
Leipzig, in Berlin von B. Bodo und vonChodowiecki, dessen Manier er sich immer 
mehr aneignete. Sein Hauptblatt ist die Opferung der Iphigenia nach Vanloo, andere 



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158 Henneberg — Hennessy. > 

Blätter Der Abschied Ludwigs XVI. Yon seiner Familie nach Chodowiecky, Ghristtas 
mit den Jüngern in Emmaus nach Rode, Der Abschied des Königs und der Prinzen 
Yon der sterbenden Königin Lnise nnd zahlreiche andere Stiche. Br wnrde 1817 
Inspektor der kgl. Akademie nnd 1825 Mitglied des akademischen Senats. 

Henneberg, Rudolf^ Maler, geb. 13. Sept. 1826 in Braonschweig, f 14. Sept. 
1876 das., stndirte in Göttingen nnd Heidelberg die Rechte, ging 1850 nach Antwerpen, 
wo er sich bis 1853 auf der Akademie der Mslerei widmete. Dann war er drei Jahre im 
Atelier yon Oontnre in Paris, ging 1861 nach Rom, blieb hier zwei Jahre nnd war 
seit 1865 in Berlin thätig, bis Krankheit ihn yeruilasste, 1873 wieder nach Italien zu 
gehen, yon wo er aber 1876 znrflckkehren mnsste. 1856 brachte er als sein erstes 
Hanptbild Der wilde Jäger nach Bttrgers Ballade (Nationalgalerie in Berlin und 
Galerie Schack in München), womit er sein eigentliches Stoffgebiet der leidenschaft- 
lichen Romantik betrat. In diesem Geist entstand anch Der Verbrecher ans yerlorener 
Ehre (1860, nach Schiller), der mit der 1868 yollendeten, populär gewordenen Jagd 
nach dem Glück ebenfalls in die Nationalgalerie kam. Neben diesen 3 Hauptbildem 
sind zu nennen: der durch den Krieg yon 1870|71 angeregte Cyklns yon patriotischen 
Wandgemälden in Wachsfarben für die Warschanersche Vüla in Charlottenbnig und 
das BUd der erlösten Germania (1672). Dazu noch zahlreiche Genrebilder nnd Herde- 
stücke, in denen er sich besonders meisterhaft bewies. Seine letzte Arbeit war eine 
Landschaft aus der Campagna mit einer Reitergesellschaft (1875). Er erhielt 1868 
die Berliner ffoldene Medaille und wurde 1869 Mitglied der Berliner Akademie. 

Hennebicq, Andr^, belg. Historienmaler der Gegenwart, geb. in Tonmaif Schüler 
yonPortaels, malte, in Brüssel ansässig, Bildnisse und ffistorienbilder yon schöner 
Cbmposition und trefflichem Colorit, aber ohne grosse Tiefe der Empfindung, z. B. 
Die Klage des Jeremias, Italienische Arbeiter auf dem Lande bei Biom, Antoinette 
yon Rosmael den Reformirten die Bibel auslegend, Messalina yom Volke beschimpft. 
Er errang sich 1871 in Amsterdam, 1872 in Brüssel und 1874 in Paris Medaillen. 

Hennenberger, Hans, Briefmaler, geb. in der 2. Hälfte des 16. Jahrh. in 
Mühlhausen, (Reg.-Bez. Königsberg), f 31. Dec. 1601, wurde Schüler des Hofmalers 
Adam Lange, nach dessen Tode er dessen Ausmalung des Moskowitersaales im 
Schlosse zu Königsberg yollendete. Sein Hauptfach war die Malerei yon Adelsbriefen, 
Stammbüchern und allerlei heraldischen Darstellungen und Bildnissen. 

Hennequln, Philippe Angoste, franz. Maler und Kupferstecher, geb. 1763 in 
Lyon, t 12. Mai 1833 in Lenze bei Toumai als Direktor der dortigen Zeichenschule, 
war in Paris einer der besten Schüler yon Dayid, erhielt den grossen Preis für 
Rom, entging, wegen seiner politischen Richtung yerfolgt, sowohl in Rom wie in 
Lyon nur mit Mühe der Todesstrafe, kehrte nach Paris zurück und ging nach dem 
Sturze Napoleons nach Lüttich, wo er sich nur noch der Kunst widmete. Von da 
zog er nach Toumai. Seine Hauptwerke sind: Orestes yon den Furien yerfolgt 
(1800, im Louyre), Der 10. Aug. 1792 oder Der Triumph des französischen Volkes, 
und als sein grösstes Bild Der Tod der 800 Bürger yon Franchimont bei der Ver- 
theidigung ihrer Stadt. 

Henner^ Jean Jacques, franz. Historien- und Bildnissmaler, geb. 6. März 1829, 
in Bernweiler imElsass, war anfangs Schüler yon Gabriel Guörin in Strassbnrg, 
dann in Paris Schüler der ^le des beaux-arts und Drollings, erhielt den grossen 
Preis für Rom, lebte hier fünf Jahre, besuchte auch Dresden und Holland. In seinen 
Bildern liebt er nackte Gestalten und halbreife Körperformen und weiss durch sinn- 
lichen Reiz mit einer beschränkten Farbenskala den Beschauer zu fesseln. Bei ihm 
fehlen alle harten umrisse und schroffen Gegensätze, ein yerschwimmender Hauch 
yon „Stimmung^ liegt über dem Ganzen. Unter seinen ersten Bildern nennen wir 
den eingeschlafenen badenden Jüngling, die sinnliche aus dem Bade steigende Susaana 
(1864) und den barmherzigen Samariter (diese beiden im Luxembourg). Femer als 
seine Hauptbüder: Der Abend, Die Najade (im Luxembourg), Christus im Grabe 
(1876), Johannes der Täufer, eine hochgepriesene Magdalena und (1880) eine höchst 
poetische Nymphe am Brunnen. Seine bedeutendsten Bildnisse sind wohl die des 
Malers Victor Schnetz und des Generals Chanzy. Neben einer Reihe yon Medaillen, 
erhielt er 1878 das Ritterkreuz, 1878 das Offlzierkreuz der Ehrenlegion. 

Hennessy. William, engl-amerikanischer Oel- und Aquarellmaler, geb. 1889 in 
Thomastown (Irland), zog 1849 nach New-Tork, besuchte seit 1866 die dortige 
Akademie, wurde 1868 Mitglied der Nationalakademie und liess sich 1870 in London 
nieder. Zu seinen bedeutenderen, noch in Amerika entstandenen Bildern gehören: 
Frühlingszeit, In memoriam, Bin Seitenpfad in der Normandie; zu den in London 



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fiennicke — fienriqnel-Dnpont. 159 

entstandenen : Der Herbst, Anf dem Wege znm Fest, Die guten Freunde, Die Heim- 
kehr der Aehrenleser, Feiertag des Kttnstlers, Sommerabend an der Themse. 

Hennicke. JuUns, Architekt, geb. 1832, f l^- Oct. 1892 in Konstanz, Schfller 
von H i t z i g in Berlin, bante dort in Gemeinschaft mit seinem Freunde y. d. H n d e (s. d.) 
eine Beihe Ton Monumentalbauten, Wohnhäusern und Villen, war auch Gehilfe Hitzigs 
beim Bau der Börse. Er baute meistens im Stil der italienischen Benaissance, später 
auch wohl im Bococostil. 

Heniiig. CfuBtaT Adolf^ Historienmaler, geb. 12. Juni 1797 in Leipzig, f 15. Jan. 
1869 das., Schüler der dortigen Akademie, bildete sich in Bom weiter, wurde später 
Direktor der Akademie in Leipzig und Professor an der Akademie in Dresden, unter 
seinen Bildern sind zu nennen: Maria Verkflndigung (Museum in Leipzig), Christus 
reinigt den Tempel, im Museum zu Dresden Die Findung des Moses (1848), Decken- 
gemälde aus dem Leben der Psyche auf dem Orusiusschen Schlosse in Büdingsdorf 
bei Altenburg. 

Henning, Adolf, Historienmaler, geb. 28. Febr. 1809 in Berlin, besuchte die 
dortige Akademie, war 1824—33 Schttler yon Wach, malte einige biblische und 
mythologische Bilder und erhielt seit 1833 in Italien seine künstlerische Beife. Nach 
einem Mädchen aus Frascati (1838, Nat.-Gal. in Berlin) folgten mehrere historische 
und Genrebilder und seine Hauptwerke, die mit Anderen in der Schlosskapelle zu 
Berlin stereochromisch gemalten Eyangelisten Lucas und Johannes, die ColossaLfifliiren 
der 8 damaligen preussischen ProTinzen im Weissen Saal des Schlosses und die 
mythologischen Wandbilder des Niobidensaals im Neuen Museum. Daneben malte er 
auch zahlreiche Bildnisse, ^oorrect gezeichnet und modellirt, aber im Colorit weniger 
genfigend. 1839 wurde er Mitglied der Akademie und Professor an derselben. 

Henning, Albert, Bildhauer, geb. um 1860 in Königsberg, f 17. Sept. 1894 in 
Berlin durch Selbstmord. War yorzugsweise Thierbildner. Von ihm Amor die Eule 
der Athene weckend, Ganymed yom Adler des Zeus entführt, mehrere Löwengrappen. 
Arbeitete mit an den Thierfi^ren des Washington-Denkmals yon Siemering. Er 
war sehr arm und erschoss sich, als er Professor Siemering im Bauchmuseum yergebens 
eines seiner Werke zum Kauf angeboten hatte. 

Henning, Jobn, engl. Bildhauer, geb. 2. Mai 1771 in Paisley (SüdschotÜand), 
t 1851 in London, widmete sich seit 1799 in Glasgow und an der Trnstees Academy 
in Edinburg der Bildhauerkunst, kam 1811 nach London, wo er nach 1 jähriger 
Arbeit die Elgin Marbles yom Parthenon und die Figuren yom Fries in PhigaUa in 
kleinerem Massstabe in Gips copirte, in ähnlicher Weise auch Beliefmodelle nach den 
Cartons yon Baffael. 

Hennings, Johann Friedrich, Landschaftsmaler, geb. 16. Oct. 1839 in Bremen, 
war in Düsseldorf Schüler yon OswaldAchenbach, machte mehrere Studienreisen 
in Italien und malte Landschaften aus Deutschland und Oberitalien, am besten 
Mondscheinbilder, Garten- und Parkansichten mit Staffage im Bococokostüm. Es sind 
z. B. Landschaft mit Zigeunerstaffage (1864), Malcesine am Gardasee, Nürnberg bei 
Mondaufgang, besonders meisterhaft Salzburg bei Mondbeleuchtung (1869), Passau 
yon der Innseite, Allee bei Nymphenburg, Allee auf Wilhelmshöhe bei Kassel, der 
sehr ergötzliche yor dem Schlossportal eingeschlafene Portier, Das Wirthshans zum 
rothen Hahn, Beim Wirth zur goldenen Sonne und yiele Andere. 

Henriet, Claude, franz. Glasmaler, geb. um 1540 in Chftlons snr Marne, 1 1603 
in Nancy. Von ihm sollen die Fenster in der Kathedrale seiner Vaterstadt und 
einige in der Kirche St. :^tienne du Mont in Paris gemalt sein. 

Henriet, Fr^dMc, firanz. Landschaftemaler und Kunstschriftsteller, geb. 6. Sept. 
1826 in Chftteau-Thierry (Aisne), anfangs Jurist, yon 1863—60 Sekretär des Direktors 
des Naüonalmusenms, Grafen yon Nieuwerkerke, malte lobenswerthe Landschaften in 
Gel und Aquarell aus dem Lweren yon Frankreich, schrieb für Kunstjoumale, gab 
1855 .Oeülades et sourires^, „Pay»agiste aux champs^ (2. Aufl. 1876) und 1874 mit 
Fizeliere und Champfleury eine Biographie des Landschaftsmalers Chintreuil heraus. 

Henriet, Israel, franz. Maler und Kupferstecher, ^eb. 1590 in Nancy, f i<^61 
in Paris, anfangs Schüler seines Vaters Claude H., bildete sich in Bom unter 
Tempesta weiter aus und widmete sich in Paris dem Zeichnen und Kupferstechen ; 
er wurde auch Zeichenlehrer des späteren Königs Ludwig XIV. In seinen Figuren- 
blättern ahmt er die Art seines Freundes Callot nach; am Besten findet man ihn in 
Ansichten und Landschaften. 

Henriqnel-Dnpont, Lonls Pierre, bedeutender firanz. Kupferstecher, geb. 13. Juni 
1797 in Paris, f 20. Jan. 1892 das., war anfangs in der Malerei Schüler yon G u 6 r i n^ 



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160 Henriquez — Henseler. 

wandte sich dann zum Kupferstich, arbeitete hierin seit 1818 selbständig, lieferte 
Illustrationen zu Laurents Prachtwerk „Le Mus6e royaP und erregte allgemeinen 
Beifall durch ein weibliches Bildniss nach yan Dyck. Zu seinen dann folgenden Haupt- 
blättern gehören: Nach Delaroche Der auf dem Nil ausgesetzte Moses, Die Grab- 
legung Christi, Die heil. Frauen am Fuss des gekreuzigten Heilands, der berühmte 
Himicycle im Prttfungssaal der Ecole des beaux-arts, Lord Strafford auf dem Gang 
zur Hinrichtung (1840), Cromwell am Sarge Karls I. (Mezzotinto) und einige Bildnisse, 
nach Correggio Die Verlobung der heil. Catharina, nach P. Yeronese Christus mit 
den Jüngern in Emmaus (1863, im Louyre), nach Ary Scheffer Christus Consolator, 
nach Hersent Die Abdankung Gustav Wasas und zahlreiche Bildnisse nach anderen 
Meistern. Seit 1863 war er Professor der Kupferstecherkunst an der Ecole des beaux-«rts. 
H. erwarb sich unvergessliches Verdienst, indem er als Erster den Linienstidi aus 
dem einförmigen Geleis hob, in das er sich hereingefahren hatte. Er ftthrte eine 
freiere LinieiSfÜhrung ein und trat an die Wiedergabe auch neuerer und nicht nur 
alter Gemälde. Er erhielt yerschiedene Ehrenmedaillen, wurde 1831 Bitter, 1855 
Offizier der Ehrenlegion und war seit 1849 Mitglied des Instituts. 

Henriquez, Benott Louis, franz. Kupferstecher, geb. 1732 in Paris, f 1806 
daselbst, Schülcir von C. Dupuis, lebte einige Zeit als kaiserlicher Kupferstecher 
in St. Petersburg, und wurde Mitglied der Akademie in Paris. Unter seinen besten 
Blättern werden genannt: Die Keuschheit Josephs nach A. y. d. Werff, Der Triumph 
der Galatea und namentlich La bonne nouvelle nach Terborch. 

Henrj, Cfnislain Josepli, Baumeister, geb. 1754 in Dinant, t 1820 in Brflssel, 
lebte schon früh in Bom, wo er den grossen Preis der Akademie Ton S. Luca erhielt 
und den Plan zu einem Palast fttr sämmtliche Kardinäle entwarf. Später wurde er 
in Paris Architekt Ludwigs XVI., errichtete mehrere Gebäude in Nantes und entwarf 
Pläne fär Gebäude seiner Vaterstadt, restaurirte auch das 1782—84 erbaute Schloes 
in Laeken. 

Henry, W ilUam, amerikan. Genre- und Interieurmaler, geb. 1831 in Sttdcarolina, 
bildete sich in New-York, auf der Akademie in Philadelphia und zwei Jahre in Paris. 
Abgesehen Yon fttnf in Europa verlebten Jahren, arbeitete er stets in New-Tork, wo 
er 1870 Mitglied der Nationalakademie wurde. Auf sein erstes Bild einer Eisenbahn- 
station in Neuengland folgten viele Interieurscenen aus älteren Städten Amerikas, 
auch Ansichten von Kirchen, Schlachten- und historische Genrebilder. 

Henscliel. Joliann Werner, Bildhauer, geb. 14. Febr. 1782 in Kassel, f 15. Aug. 
1850 in Bom, Schttler der Akademie seiner Vaterstadt, bildete sich 1805—10 unter 
David d* Angers in Paris, wurde 1832 Professor an der genannten Akademie, 
ging aber im Auftrag des Königs von Preussen 1843 nach Boul Ausser seinem 
Hauptwerk der Erzstatue des heil. Bonifacius in Fulda (1842), die den Glaubenshelden 
in todesmuthiger Begeisterung darstellt, schuf er mehrere sehr ansprediende Ideal- 
gebilde, die Brunnengruppe Hermann und Dorothea (1846) in Charlottenhof bei Potsdam 
und einige Grabdenkmäler. 

Hensel, Willielm, Historien- und Bildnissmaler, geb. 6. Juli 1794 in Trebbin 
(Beg.-Bez. Potsdam), f 26. Nov. 1861 in Berlin, besuchte zunächst die dortige Bau- 
schule, wurde dann Schüler des Akademiedirektors Frisch, nahm 1813—15 an den 
Freiheitskriegen Theil, beschäftigte sich in Berlin mit der Dichtkunst, malte Bildnisse, 
Bilder für Almanache, betheiligte sich mit vielen Anderen bei den Malereien im 
Berliner Schauspielhause, ging 1823 nach Bom, wo er Baffaels Transfiguration 
(Orangeriehaus in Potsdam) und andere Bilder copirte und sich mit Fanny Mendels- 
sohn, Schwester des Componisten, vermählte. Nach seiner Bückkehr 1828 wurde er 
Hofmaler, Mitglied und Professor der Akademie und malte meist religiöse Bilder von ge- 
schickter Composition und kräftigem Colorit. Hervorzuheben sind : Christus am Oelberge, 
Christus und die Samariterin am Brunnen (Sohloss Bellevue in Berlin), Frauen aas 
dem Albanergebirge am Brunnen, Christus vor Pilatus (Gamisonskirche), Mirjam 
eröfinet den Beigen der Jungfrauen nach dem Durchzug durchs rothe Meer, Eine 
israelitische Hirtin im Lande Gosen weidet ihre Heerde am Nil, und zahlreiche 
Bildnisse berühmter Persönlichkeiten, darunter Der Herzog von Braunschweig am 
Vorabend der Schlacht bei Waterloo, Friedrich Wilhelm IV. von Preussen, Kaiser 
Wenzel (Bömersaal in Frankfturt a. M.), Felix Mendelssohn-Bartholdy, Fanny Hensel, 
Herzog Ferdinand von Braunschweig-Oels und zahlreiche andere Zeichnungen. 

Henseler, Ernst, Genremaler, geb. 27. Sept. 1852 in Meseritz bei Landsberg a. W., 
Schüler der Akademie in Berlin und der Kunstschule in Weimar unter Gussow und 
Alb. Baur, liess sich in Berlin nieder. Unter seinen sehr realistischen Bildern 



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Henstenbnrgrh — Eerbig. 161 

werden genannt: Jagdfrfihsttlck (1876), Kttnatlerpanse, Das FriUuitflck der Mäher, 
Zum £ssenl (1883), Roggenernte, Die Wohlth&terin, Das schwierige Exempel, auch 
Aquarelle und Zeichnungen. 

Henstenbnrgh, HemsiiB, hoUftnd. Stilllebenmaler, geb. 1667 in Hoorn (Nord- 
holland), t 1726, Schfller TonJoh. Bronkhorst, malte Blumen, Frttchte, Vögel 
nnd dgl. von fflftnsenden Farben in Oel, Aquarell und (}oua«he. 

Herne, Eduard Robert, Bildhauer, geb. 8. Juli 1827 in Dresden, ging vom 
Schlosserhandwerk sur Plastik ttber, be8U<äte die dortige Akademie, trat 1856 in 
Sehillings Atelier. Dann arbeitete er noch fünf Jahre unterHähnel und machte 
eine Studienreise nach Italien. Auf sein erstes namhaftes, Werk, die Brunnenstatne 
Heinrichs I. in Meissen, folgte die sehr gerflhmte Bronzestatue der Kurfitrstin Anna 
in Dresden (die ihm die kleine goldene Berliner Medaille eintrug), eine Germania für 
die Siegesfeier von 1871, ein Brunnenstandb&ld in Erimmitaschau und das eherne 
Siegesdenkmal in der Aula der Universität zu Leipzig; später noch die meisterhafte 
Erzstatue des Reformationshelden Wolfgang von Anhalt (1880, in Bernburg) und die 
Colossalfigur der siegreichen Germania vS dem Altmarkt in Dresden mit 4 weib- 
lichen Statuen am Postament in Marmor. 

Her^ Theodor. Landschaftsmaler, geb. 80. Juli 1888 zu Roth (Württemberg), 
t 10. Mai 1892 in München, trat in die Kunstschule zu Stuttgart, wo er sieben Jaäre 
Schaler Ton Neher war. Mit einem Reisestipendium ging er 1868 nach Paris, 
studirte die Werke der yenezianischen Schule und war noch eine Zeit lang Schfller 
yon Ramberg in Mflnchen, wo er seinen Wohnsitz nahm. Unter seinen stimmungs- 
vollen Landschaften nennen wir nur den Frtthlingstag, Sommerabend, Mondnacht in 
der Campagna. 

H^rault, Antonio, Miniaturmalerin, f 1695 in Paris, Gattin des Kupferstechers 
Guillaume Chäteau (f 1683), malte für den König von Frankreich die Familie 
des Darius nach Lebrun und andere MiniaturbUder für die königliche Familie. 

Herbei, Marl. Maler, geb. um 1660 in Lothringen, malte in ScJüachtenbildem 
die Thaten Karls V. von Lothringen, auch dessen Bildniss und das seiner Gemahlin 
Eleonora, arbeitete auch in Wien fflr den Kaiser Leopold I. 

HerbeÜB, Joanne Mathilde, geb. Habert, franz. Miniaturmalerin, geb. 
24. Aug. 1820 in Brunoy (Seine-Oise), Schfllerin ihres Oheims Belloc, malte seit 
1838 Miniaturbildnisse oft nach Werken grosser Meister, bereiste zu diesem Zweck 
Italien, schuf aber auch nach eigener Composition meistens Einzelgestalten. Von ihr 
im Museum des Luxembourg ein derartiges weibliches Bildniss auf Elfenbein. Sie 
erhielt fünf Medaillen, meistens 1. Kl. 

Herbert, Jobn Bogers, engl. Historienmaler, ^eb. 28. Jan. 1810 zu Maldon 
(Bssex), bezog 1826 die Akademie in London, musste aber aus Mangel an Mitteln 
nach zwei Jahren wieder austreten, kam aber durch seine Bildnisse bei der vornehmen 
Welt bald in Aufnahme, malte auch Bilder des romantischen Genres in der Weise 
der Prftraffaeliten : Das Stelldichein (1836), Haydee (1884, aus Byrons „Don Juan'), 
Das Gebet (1885), Loskaufung der Gefangenen (1836), Desdemonas Fflrbitte fttr 
Gassio (1837). Während eines Aufenthalts in Venedig trat er, beeinflusst vom 
Architekten W. Payne, zum Katholicismus Aber und malte neben dem Genre auch 
religiöse Historienbilder. So entstanden die Bilder: Die Beständigkeit, Entführung 
venezianischer Bräute durch Seeräuber aus Istrien (1841), Einführung des Ghristen- 
thums in die Bretagne (1842), C!hristus und die Samariterin (1843), Sir Thomas Moore 
and seine Tochter bei der Hinrichtung von 4 Mönchen (1844, Nat.-Gal. in London), 
St Gregor unterrichtet Knaben im Gesang (1845), Johannes d. T. vor Herodes. 
In Folge dieser Bilder von meisterhafter Ausnihrung wurde er mit der Ausschmückung 
von Bäumen im Parlamentsgebäude beauftragt, wo er in der Dichterhalle einige 
Scenen aus Shakespeare und im Hause der Lords Fresken aus dem Alten Testament 
malte. Später folgten fast nur religiöse Bilder, namentlich aus dem Leben der Maria 
Magdalena. 1841 wurde er Genosse, 1846 wirkliches Mitglied der Akademie in London. 

Herbert, ff. G», engl. Maler der Gegenwart, Sohn des Vorigen, malte hauptsäch- 
lich orientaliscne Gegenstände von geistvoUer Auffassunfif und treffender Charakteristik, 
aber etwas kaltem Colorit, z. B. Sonnenuntergang in der Wüste, Ckaellei^äger, auch 
Maria Magdalena am Grabe Christi. 

Herbig, Wilhelm, Historien- und Bildnissmaler, geb. 22. April 1787 in Potsdam, 
t 5. Juli 1861 in Berlin, Schüler der dortigen Akademie, seit 1848 Yizedirektor der- 
selben. Mit grosser Handfertigkeit arbeitete er in fast allen Zweigen der Malerei, 
ohne jedoch in irgend einem Bedeutendes zu leisten. Zu nennen sind Scene aus der 

AllgemeittM KflosaMul^eziMB« 8. Aufl. I. Band. 11/ v^^^i^ 

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162 Herbßt — Hering. 

Schlacht bei Kulm, Die Spinnerin, Bine Mutter rettet ihre Kinder und sich ans einer 
üebersdiwemmung, Die Grazien (Schloss Belleyne), Eine Wasserfahrt, Bildniss des 
Feldmarschalls Kleist von Nollendorf, das Blüchers auf einem Schimmel, König Friedrich 
Wilhelm in. n. A. Er war Bitter des rothen Adlerordens IV. Kl. 

Herbst (oder Herbater). Hans, Maler, geb. nm 1468 in Strassborg, f 1650, 
war seit 1492 zünftig in Basel, wo er in hohem Ansehen stand. Seit 1600 fertigte 
er dort ein nicht mehr Torhandenes Altarwerk für das Dominikanerkloster. 

Herbst, Thomas, Landschaftsmaler, geb. 27. Juli 1848 in Hamburg, bildete 
sich 1866—69 nnter Steffeck in Berlin, bis 1872 unter V e r 1 a t in Weimar, darauf 
in Düsseldorf und Paris und liess sich 1690 in seiner Vaterstadt nieder. Von ihm 
die meistens in Privatbesitz gekommenen Bilder: Bauemftihrwerk nach dem Bogen, 
Tanz auf dem Lande, Frühstück im Freien, Auf der Landstrasse. 

Herbsthoffer, Karl, Genre- und Historienmaler, geb. 1822 in Pressburg, f 1876 
in Paris, war in Wien Schüler der Akademie und Amerlings und liess sich in 
Paris nieder. Unter seinen Genrebildern, oft in der Art des französischen Bococo, sind 
bedeutend : Erwählung Arpads zum Herzog der Magyaren, Tasso liest der Herzogin 
von Ferrara sein Heldengedicht yor, Plünderung einer Kirche (1846), Die Gewichts- 
probe. Die Herausforderung, Nach dem Duell, Gayaliere bei einem Waffenschmied, 
Scene ans der französischen Beyolution. 

Herdt, Friedr. Wilhelm, Bildniss- und Historienmaler, geb. um 1790, lebte in 
Berlin, malte die Bilder: Leonore (nach Bürger), Das ürtheil des Paris, Die heil. 
Gäcilie, Aeneas rettet den Anchises aus dem brennenden Troja, Petrus wird durch 
einen Engel aus dem Geflingniss geführt (Nikolaikirche in Spandau), Amor und Psyche, 
Der Troubadour und mehrere Bildnisse des preussischen Herrscherhauses. Br malte 
auch Gopien nach italienischen Meistern. 

Herdtle, Gnstay, Landschaftmaler, geb. 20. Sept. 1886 in Stuttgart, Bruder des 
Hermann H. und des Karl Friedrich Eduard H., besuchte die Stuttgarter 
Kunstschule unter Heinr. Funk, machte öftere Kunstreisen, wurde 1862 Zeichen- 
lehrer an der gewerblichen Fortbildungsschule in Cannstatt und 1867 am Gymnasium 
in Stuttgart. Unter seinen Landschaften sind zu nennen : Partie ans dem Zillerthal 
(bei der Königin Olga yon Württemberg) und Kalksteinbrüche bei Münster. 

Herdtle, Hermann, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 1819 in Stuttgart, 
t 6. Juli 1889 das., anfangs Theatermaler, widmete sich seit 1840 unter Steinkopf 
den genannten Fächern, bereiste zu diesem Zweck Deutschland, Frankreich, Italien 
und Belgien und brachte seitdem Bilder yon correcter Zeichnung und trefflicher 
Stimmung, meistens aus Oberitalien und der Schweiz. Mehrere derselben im Landhans 
Bosenstein bei Stuttgart. 

Herdtle, Karl Friedrich Eduard, Zeichner und Modelleur, geb. 16. Dec 1821 
in Stuttgart, f 10. Noy. 1878 das., Bruder der beiden Vorigen, Schüler der poly- 
technischen Schule in Stuttgart unter Manch, nachher Lehrer an der Centralstelle 
für Handel und Gewerbe, besuchte für seine Zwecke mehrere Weltausstellungen und 
machte sich bekannt namentlich durch sein „Wandtafel-Vorlegewerk für den Elementar- 
unterricht im Freihandzeichnen'' und fthnliche Werke. 

H^reau, Jules, franz. Thier- und Landschaftsmaler, geb. 1831, f 26. Juni 1879 
durch eben unglücklichen Sturz aus dem Wagen. Unter seinen eben nicht sahireichen 
Bildern werden erwähnt: Pferde im Stalle, Kühe auf einer Ebene der Normandie, 
Küste bei Honfleur. 

Hergenroeder, Georg Heinrich, Maler, geb. 1736 in Darmstadt, f um 1794, 
war am meisten in Offenbach thätig, malte besonders unterirdische Höhlen, Kata- 
komben und Gewölbe, Springbrunnen mit Beliefs und Statuen, auch staffirt mit 
Zigeunern und Rftuberscenen. Im Museum zu Kassel zwei derartige Bilder 
yon ihm. 

Herholdt, Johann Daniel, dänischer Architekt^ geb. 18. März 1818 in 
Kopenhagen, Schüler der dortigen Akademie unter Hetsch, baute Holzhäuser in 
Drontheim, besuchte 1861 die alte Stadt Wisby auf der Insel Gtotland und bereiste 
Deutschland, Frankreich und Italien. Seine Hanptbauten sind in Kopenhagen die 
Uniyersitätsbibliothek in norditalienischem Rundbogenstil, das Studentenhaus auf 
Gammelholm, der neue Bahnhof und in Korsör die neue Kirche. 

Hering, George Edwards, engl. Landschaftsmaler deutscher Abkunft, geb. 1806 
in London, f 18. Dec. 1879 das., war anfangs in einem Bankgeschäft, widmete sich 
seit 1829 in Mttncl^en der Malerei, ging nach Venedig und bereiste yon da ganz 
Italien, Constantinopel, Kleinasien, Ungarn und Siebenbürgen, lieferte lUnstrationea 

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Hering — flerlin. 163 

sn Pagets Beisewerk, gab selbst eine Schrift über die Berge der Schweiz, Tirols 
und Italiens heraus and malte Ansichten Ton Gegenden ans Italien and Griechenland. 

Hering, Johann Georg, Maler des 16. Jahrh. aas Eechwege, Schüler yon 
Christoph Müller in Kassel, bildete dch seit 1587 in Italien weiter aas and 
wnrde 1620 Hofmaler in Prag, wo er yiel für das Stiffc Strahow malte. 

Hering, Lojen, Bildhaaer der 1. Hälfte des 16. Jahrb., fertigte 1618—21 das 
Mannordenkmal des Bischofs Georg HI., Schenk Ton Limburg, im Dom za Bamberg 
nnd ebenfalls mit BenaissancemotiYen 1519 das der Margarethe von Blz nach einem 
Hobsschnitt Dürers in der Karmeliterkirche za Boppard. vielleicht anch die Marmor- 
stotae des heil. Willibald von 1515 and das Grabmal des Bischofs Gabriel Ton Byb 
im Dom za Bichstätt. 

Herkomer, Hubert, Maler, Aquarellist und Badierer, auch Dichter und Com- 
ponist, geb. 26. Mai 1849 in Waal bei Landsberg in Bayern; er kam als Kind nach 
Amerika und als achtjähriger Knabe nach Bngland, wo er sich dauernd niederlassen 
sollte. Br lernte in den Kunstschulen zu Southampton, Southkensington und besonders 
auf der Mflnchener Akademie (1865). Obwohl ganz zum Bngländer geworden, wahrte 
er seinem Geburtslande ein warmes Interesse und liess sich auch zum bayrischen Bürger 
machen, um die Schwester seiner yerstorbenen Frau heirathen zu dürfen. H. war 
eine Zeitlang Slade-Professor of fine Arts an der Oxford-UniTersität, ist Mitglied der 
Berliner und Münchener Akademien und seit 1890 kgl. bayrischer Professor. Br erhielt 
die goldene Bhrenmedaille auf der Pariser Weltausstellung 1878, die grosse goldene 
Medaille Berlin 1886, und yiele Andere. H.'s Genrebilder, obwohl sie stofflich vielfach 
auf das oberbayrische Volksleben zurückgreifen, Tod des Wilderers, Der Bittgang, 
Des Wilderers Vater, Kühe auf der Alm u. s. w., zeigen doch eine ganz englische 
Auffassung mit ihrer gewissen Bleganz und Weichheit Als Aquarellkt Yomehmlich 
Landsehafter, gehört er zu den besten Meistern und zeichnet sich durch eine Vorliebe 
für einen röthlichen Gesammtton aus. Sein Bestes leistete H. bis jetzt auf dem 
GFebiet der Bildnissmalerei, und war sein Auftreten hierin bei Gelegenheit der Berliner 
Jubiläumsausstellung 1886, auf der zum ersten Mal die neue englische Malerei würdig 
dem deutschen Publikum vorgeführt wurde, epochemachend. Miss Graut (Dame in 
Weiss), Die Dame in Schwarz, Kapellmeister Hans Bichter, Stanley, Lady Bden sind 
Leistungen, die wir auch heute noch zu dem Besten der Bildnissmalerei rechnen, wenn 
wir sie auch nicht so überschwenglich feiern wie vor fünf Jahren, als sie imSieges- 
zujg über das Festland wandelten. Diese Bildnisse hat H. auch meist radiert. Ueber 
seine Carriöre, Ziele und Prinzipien in dieser Kunst hat sich H. in dem Buch 
yBtching and Mezzo-tint Bngraving' verbreitet. Als Badierer ist H. ebenfalls koch 
SU stellen, wenngleich auch hier man gerne auf etwas mehr Bnergie träfe; manche 
Landschaften sind sehr stimmungsvoll, und Bildnisse, wie z. B. Selbstbüdniss, Vater 
und Bnkel, Gwendrydd etc. in der Zeichnung schün. Br hat ein Verfahren erfunden 
nnd patentirt, auf Kupfer mit Druckerfiirbe gemalte Bilder galvanoplastisch abzulagern 
nnd so druckfähig zu machen. Das Brgebniss gleicht der Schabkunst, ist aber 
natürlich viel leichter herzustellen, und bedingt nicht das Brlemen einer besonderen 
Technik. Seit einiger Zeit leitet H. eine private Kunstanstalt in Bushey bei Hampton 
Court, in der Nähe von London. 

Herle, Wilhelm von, s. Wilhelm, Meister. 

Herlin, Angnzte, firanz. Genremaler, geb. 18. Aug. 1885 in Lille, Schüler von 
Frangois Souchon, brachte seit 1861 viele mit Geist und Humor behandelte 
Seenen aus dem Alltagsleben, z. B. Das Viaticum, Das Bapsdreschen, Die Wäscherinnen, 
Vergnügungsreise (1863), Besuch beim Gevatter, Begräbniss eines Armen (1866), 
Antritt einer Missionsreise, Ufer des Sees von Bvian in Savoyen, Vision am Char- 
freitag bei den Dominikanern, Duell junger Damen u. A. 

Merlin, Friedrieh, altdeutscher Maler und Bildschnitzer des 15. Jahrb., f um 
1499 in Nördlingen, war in Ulm, in Bothenburg a. d. Tauber und seit 1497 in 
Nürdlingen thät^. In seinen Bildern zeigt er eine entschiedene Verwandtschaft 
mit Begier v. d. Weyden, der vermuthlich sein Lehrer war, war aber in den Formen 
allerdings plumper als dieser, so dass er durch diese Uebertragung der Brabanter 
Schale nach Oberdeutschland von Interesse ist. Seine Hauptwerke sind: Der Hoch- 
altar von 1462 in der Georgskirche zu Nördlingen mit den Flügelbildem ans der 
Kindheitsgeschichte Jesu, dem Jüngsten Gericht, Passionsscenen und Auferstehung; 
Tülliff beglaubigt aus dem Jahre 1461 die Flügel des berühmten Hochaltars in der 
St. Jaoobskirche zu Bothenburg, auch die Flügel eines Altars in der Georgskirche 
nn Dinkelsbflhl und in der Stadtkirche zu Nördlingen. Von grosser Bedeutang das 



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154 Herman — Hermans. 

Triptychon in der Stadtkirche zu Nördlingen mit der Jahreszahl 1488. Auch die 
Malereien und Schnitzwerke des Altars der Blasiuskirche in Bopfingen. 

Herman, Georg, Kupferstecher und Goldschmied, geh. 1679 in Anshach, Sohn 
des Stephan H. Er stach 8 Blätter mit Thieren nach Amman und seinem Vater 
und 8 Blätter mit Vögeln und Insekten. 

Heraan, Hermine Ton, Landschaftsmalerin, geh. 80. Dec. 1857 in Komom 
(Ungarn), Schülerin Ton Darnaut in Wien, wo sie sich 189t niederliess. Bekannt 
wurden von ihr: Ahendlandschaft, Frühling, Ahendstimmung und ein Bosenbild. 

Herman, Stephan, Kupferstecher und Goldschmied ans Ansbach, lebte in den 
letzten Decennien des 16. Jahrb., Vater des Georg H., radierte 18 landschaftliche 
Blätter mit Thieren ebenfalls nach Amman und 12 Blätter Muster für Gold- 
schmiede (1586). 

Hermann» Joseph, Maler, geb. 1785 zu Frelbnrg L B., f um 1790, ging vom 
Studium der Theologie und Philosophie zur Malerei über, worin er besonders Hans 
Baidung, Holbein, Stimmer und später in Bom Carlo Maratta zu Vorbildern nahm 
und besonders schöne Köpfe, auch Seestürme malte. 

Hermann, Joseph II., Bildhauer, geb. 12. März 1800 in Dresden, f 7. Not. 
1869 in Loschwitz, Sohn des gleichnamigen Bildhauers (f 1818), geschätzter Schüler 
Ton Thorwaldsen. Bekannt ist Ton ihm nur die Statue der Saxonia an der Haupt- 
wache in Dresden. 

Hermann, Karl, Maler der l. Hälfte des 19. Jahrb., f 1845 in Breslau, copirte 
in Bom Bilder Ton Franc. Francia und Baffael und malte als eigene Arbeiten in 
Breslau geschätzte, gemüthTolle Historienbilder und Bildnisse. 

Hermann, Karl Heinrich, Historienmaler, geb. 6. Jan. 1802 in Dresden, 
t 30. April 1880 in Berlin, anfangs Schüler der Akademie seiner Vaterstadt unter 
Hartmann, wnrde 1822 Schüler der Akademie in München unter Cornelius, 
dem er 1823 nach Düsseldorf folgte. Hier erhielt er den Auftrag, mitErnstFörster 
und Götzenbergerdie Aula der üniTorsität Bonn mit Fresken zu schmücken, worin 
er die grosse Gruppe der Theologie malte. 1825 zog er mit Cornelius nach München« 
wo er im Göttersaal der Glyptothek, in den Arkaden des Hofgartens den Sieg Ludwigs 
des Bayern bei Ampfing, im Königsbau Fresken aus Wolfram Ton Bschenbac^ 
ParciTal und in der protestantischen Kirche das Bild der Himmelfahrt Christi malte. 
Ebenso thätig war er bei den Malereien in der Ludwigskirche, wo er nach eigenen 
Compositionen die ETangelisten Lucas und Johannes, die Auferstehung, die Ver- 
kündigung und die Kirchenväter malte. Als Cornelius 1841 nach Berlin ging, erhielt 
er die Oberleitung der in der Vorhalle des Museums auszuführenden Fresken nach 
Schinkels Entwürfen,, entsagte aber schon im folgenden Jahre dieser Arbeit. Seine 
übrigen Werke sind die 14 grossen Fresken in der 1840—46 restanrirten gothischen 
Klosterkirche in Berlin (die grossen Propheten, die ETangelisten und die AposUd 
Petrus und Paulus), seine Betheiligung an der stereochromischen Ausmalung der 
Berliner Schlosskapelle und das Bild der Bergpredigt in der Kirche zu Oschatz. 
Neben und nach allen diesen Werken entstanden in den 40eT Jahren seine 15 grossen 
Zeichnungen zur „Geschichte des deutschen Volkes^, die 1851—53 Ton Thaeter, Merz, 
Langer, Gonzenbach u. A. gestochen wurden. Gegen das Ende seines Lebens arbeitete 
er an einem Cyklus von Darstellungen aus der Geschichte Englands. 

Hermann, Ludwig, Marine- und Architekturmaler, geb. 1812 in Greifswald, 
t 29. Dec. 1881 in Berlin, wo er einen grossen Theil seines Lebens thätig war. 
Bilder TOn ihm sind z. B. Küste Ton Bügen (1840), Eine Stadt am Ufer der Scheide 
(1846, beide in der Kunsthalle zu Hamburg), Holländischer Binnenhafen (1851, Rndol- 
finum in Prag) und ähnliche Bilder in PriTatbesitz. 

Hermann, Philipp, Glasmaler aus Münster in Westfalen, f 1392 in Metz, wo 
er in der Kathedrale das grosse Badfenster und 8 Fenster im Mittelschiff malte. 

Hermann, Woldemar, Landschafts- und Architekturmaler des 19. Jahrb., thätig 
in Dresden zwischen 1830 und 1850. Genannt werden mehrere Bilder Ton ihm aas 
Bom, aus Venedig, aus der Gegend Ton Salzburg, Innsbmck, eine Ansicht Ton Meissen 
und andere landschaftliche Bilder. 

Hermans, Charles, belgischer Genremaler, geb. 17. Aug. 1889 in Brüssel, 
widmete sich dort der Malerei bis zu seinem 19. Jahr, war dann drei Jahre in Paris 
in der Ecole des beaux-arts und im Atelier Ton Gleyre, lebte 1862— 66 in Italien 
und malte in seiner Vaterstadt Bilder, die anfangs ziemlich unbeachtet blieben, bis 
1875 das Genrebild in lebensgrossen Figuren In der Morffendämmemnsr folgte, das 
eine unmoralische Gesellschaft beiderlei Geschlechts nach einer durdbschwärmten 



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Hermelin — Herp. 185 

Nacht in kecker, breiter, aber kalter and kreidig^er Farbe darstellt. Dann folgten 
noch die weniger interessanten Bilder: Der Kaffee nach Tisch (1878), Sonntagsbesuch 
auf der Klinik der Kinder im Spital yon St. Pierre in Brflssel, Bin Maskenball (1880) 
und Die Bnhe (1882). 

Hermeliii, Olof, schwed. Landschaftsmaler, geb. 8. Febr. 1820 aaf Gripenberg 
in Smäland, vfidmete sich anfangs dem Militärstand, nahm aber 1851 seinen Abschied 
nnd trat in die Akademie «von Stockholm anter dem Landschaftsmaler Billing. 
1870 and 73 machte er Stadienreisen nach Kopenhagen, D Gisseldorf, Paris, Belgien, 
Holland nnd London. Za seinen besten Bildern zählt man: Herbstabend, Königshtttte 
in örebro, Frühjahmstimmang, Das Ende des Winters, Fischmarkt in Honflenr a. A. 
Er schrieb anch novellistische and archäologische Artikel für schwedische Jonrnale 
and einige dramatische Dichtnngen. 1872 warde er correspondirendes Mitglied der 
Akademie in Stockholm, in deren Genossenschaft er schon 1870 eingetreten. 

Herment, Ylctor, franz. Maler der l. Hälfte des 19. Jahrb., geb. in Vltry le 
Francis (Dep. Marne), war thätig in Paris. Von ihm im Maseam la Leipzig das 
Bild Ein wüthender Stier (1838). 

Hermes, Johannes, Landschaftsmaler, geb. 28. Mai 1842 in Berlin, Schttler der 
Akademie in Düsseldorf anter Oswald Achenbach, Hess sich in seiner Vaterstadt 
nieder. Unter den yon ihm aasgestellten, fein gestimmten Landschaften nennen wir : 
Märkische Landschaft, Abend an der Havel, Weiden am Schilfteich, Blick anf die 
Porta Westphalica, Der Königsberg bei Pyrmont and andere aas Norddeatschland. 

Hermogenes, griech. Banmeister aas Kleinasien zur Zeit Alezanders d. Gr., 
baute den Tempel der Artemis zn Magnesia im jonischen Stil als 6säaligen Psendo- 
dipteros. 

Hermsdorf, Friedrich, Landschaftsmaler, geb. 1784 in Magdeburg, f 26. Jan. 
1862 in Karlsrahe, war im Fach der Landschaft badischer Hofmaler. 

Hemandez, Don German, span. Historienmaler der Gegenwart, Schttler der 
Akademie von San Fernando, Professor an der Malersohole von Madrid. Gtortthmt 
werden anter seinen poetischen Bildern : Die Beise der Maria and des Johannes nach 
Ephesas, Die Venezianische Gondoliera, Die junge Griechin eine Vase bemalend, Die 
Grablegung Christi n. A. 

Hernandez, Gregorio, span. Architekt und Bildschnitzer, geb. 1666 in Galizien, 
t 1636 in Valladolid. Von ihm in der dortigen Kirche S. Lorenzo eine herrliche 
Virgin de los candeles, in der Kirche las Hnelgas ein grossartiger Altar von 1616 
mit der Himmelfahrt der Maria den beiden Johannes und dem heil. Bernhard und 
andere Werke von ihm im Museum der Akademie. 

Hernejssen, Andreas, Maler der 2. Hälfte des 16. Jahrb., geb. in Nürnberg, 
trat 1578 in die Lucasbrttdersckaft zu Wttrzburg, malte 1574 das Bildniss des Meister- 
sängers Hans Sachs, schmttckte 1580 den dortigen Dom und später andere Kirchen 
in Niederbayern mit Bildern. 

Herold, Anton, Bildhauer, geb. 1833 in Prag, f 1867 das., war dort Schüler 
von Emanuel Max, arbeitete in München, Wien und Paris. Sein Hauptwerk war 
eine Lorelei, die auf der Mttnchener Ausstellung den ersten Preis erhielt. 

Herold, Balthasar. Erzgiesser, geb. 1625 in Nürnberg, f 1683, war in Wien 
thätig, wo er die Säule der unbeflekten Empfängniss Maria und das eherne Grabmal 
der Kaiserin Claudia Felicitas verfertigte. 

Herold, Johanna Helena, Aquarellmalerin, geb. 1668 in Frankfurt a. M., f in 
Amsterdam, Tochter von Joh. Andreas Graff und der Maria Sibylla, geb. 
Merlan, malte, wie ihre Mutter, Insekten und Blumen, heirathete in Amsterdam den 
Kaufmann Johann Herold und reiste zweimal nach Surinam, wo sie als Gehilfin ihrer 
Mutter bei deren Malereien von Blumen und Insekten thätig war. 

Herold, Wolff Hleronymus, Erzgiesser, geb. 1627 in Prag, 1 1693 in Nürnberg, 
Bruder des Balthasar H., goss 1660 die Figuren des schönen Brunnens in Nürnberg, 
1683 die Statue des Johann v. Nepomuk auf der Karlsbrücke in Prag und 1685 ein 
Christkreuz in der Kastorkirche in Koblenz. 

Heroldt, Georg, Erzgiesser aus Nürnberg, f 28. Juli 1871 in Stockholm, wo 
er 1868 die Statue Karls XU. goss und bei dem Guss einer herrlichen Fontaine von 
Molin durch das Herabstürzen der Form verunglückte. 

Herp, GuUllam (Wilhelm) van, Maler, geb. 1614 in Antwerpen, f im Juni 
1677 das., soll Schüler von Bubens gewesen sein. Von ihm im Museum zu Schwerin 
ein Bild Jesus Martha und Maria nach Luc. 10, 39, 40, und in der Galerie Harrach 
zu Wien ein Bild Soldaten überfallen ein Bauernhaus. 



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IQß Heipel — Herrera. 

HerpeL Franz Karl, nu». Marinemaler, geb. 28. Jan. 1850 in Woronesch, 
Schiller yon Bosenberg auf der Akademie in Königsberg, wo er seinen Wohnüta 
nahm. Unter seinen Bildern wurden bekannt : Holländisdier Fischkutter bei stttrmischer 
See, Begrflssung der Flagge anf See, Kriegsschiffe, Krenzerfiregatten n. dgl. 

Herpfer, Karl, Oenremaler, geb. 80. Not. 1836 in DinkeUbtthl, wnrde in 
München Schiller von Bamberg, machte Studienreisen in Deatschland and malte 
bis jetzt manche gut gezeichnete, kräftig colorirte Genrebilder meistens ans der 
Bococozeit, z. B. Die unterbrochene Verlobung (Kunsthalle in Hamburg), Schlussscene 
ans Brachvogels „Narciss'', Ankunft des Taufpathen (1874), Der junge Maestro (1883), 
Schach und matt. Ein schwerer Entschluss, Eän Kellerfest (1889). 

Herpln, Li^n, franz. Landschaftsmaler, geb. 12. Oct 1841 in Granyille 
(Normandie), f 28. Oct 1880 in Paris, wo er sich in den Ateliers yon Jules Andre, 
Daubigny d. Ae. und Bussen zu einem tüchtigen Maler der realistischen 
Stimmungslandschaft ausbildete. Hauptbilder von ihm sind z. B. Die Ufer der Seine 
bei Seyres, Aus dem Wald yon Fontainebleau, Umgegend von Dinan, 2 Ansichten von 
Bas-Meudon, Die Marne bei Ohennevieres u. A. 

Herrad t. Landsberg, Dichterin und Malerin, geb. zwischen 1126 und 1130, 
t 1196, trat 1141 in das Kloster Hohenberg, wo sie 1167 Aebtissin wurde, lateinische 
Gedichte verfasste und componirte und fds ihr Hauptwerk hinterliess den Hortos 
deliciarum (Lustgarten), ein Compendium alles für die Nonnen auf religiösem und 
profanem Gebiet Wissenswürdigen mit 616 Miniaturen, das bis zum 16. Jahrh. im 
Kloster war, dann in die Bibliothek zu Strassburg kam und bei der Beschiessun^ 
Strassburgs 1870 yerbrannte. 

Herregouts, Hendrik, hollilnd. Maler, geb. 1633 in Mecheln, f um 1704 in 
Antwerpen, malte in den Kirchen zu Antwerpen, Brügge, Brüssel, auch in Küln 
kirchliche Bilder. In der Annenkirche zu Brügge sein HauptbUd des Jüngsten 
Gerichts, im Museum zu Köln ein Bild der heU. Dreieinigkeit. 

Herrenborg. Johann Andreas, Landschid^- und Architekturmaler, geb. 6. Febr. 
1824 in Berlin, Scnüler yon Bd. Biermann, bildete sich durch Beisen in Deutschland, 
Frankreich und Italien, kam 1846 nach Griechenland, wo er die antiken Denkm&ler 
im Peloponnes erforschte, begleitete yon da eine wissenschaftliche türkische Expedition 
nach Kleinasien, Palästina und Persien, lebte auf Cypern, wo er die erste yoUständige 
Karte der Insel aufnahm. Dann bereiste er Aegypten, Nubien und Abessinien, kehrte 
1848 nach Berlin zurück und nahm 1856 seinen Wohnsitz in Dresden. Seine Heise- 
Skizzen führte er in landschaftlichen und Architekturbildern yon künstlerischer 
Auffassung und bestimmten Lichtwirkungen aus. Zu seinen Hauptbildern gehören: 
Der Obersee im bayrischen Gebirge (Museum in Danzig), Nilufer bei Dendera, Strasse 
in Kairo, Ebene yon Theben in Aegypten, Strasse in Bagdad, Motiy yom Weissen 
Nil, Küste yon Paphos auf Cypern, Motiy yom Comer-See, Canal grande in Venedig, 
Die Pyramiden yon Gizeh, das Effektstück Der Coloss des Memnon, Tempel der Isis 
auf der Insel Philä und yiele Andere auch aus Italien. Der Sultan yerlieh ihm den 
Bang eines Bei und den Me^jidie-Orden. 

Herrera, Frandsco de, el Yiejo (der Aeltere), spanischer Maler der Schule 
yon Seyilla, geb. 1676 das., f 1666 in Madrid, Schüler yon L u i s Fernandez und 
yon Fache CO, der erste, welcher sich yon der unbeholfenen Manier der älteren 
Meister dieser Schule losmachte und in krilftigem Colorit mit kühnem Pinsel die 
realistische Bichtung der spanischen Schule ausbildete. Seine Hauptwerke befinden 
sich in den Eirchen seiner Vaterstadt, aber auch in anderen Kirchen und Sammlungen 
Spaniens. Eines derselben ist das Jüngste Gericht in San Bemardo bei Seyilla ; im 
Louyre der heil. Basilius der seine Ordensregel dictirt und im Museum yon Seyilla 
als sein Meisterwerk yon 1624 die Darstellung des Triumphes der heil. Hermengild, 
4 grosse 1647 yoUendete Bilder im erzbischöflichen Palast daselbst: Das Mannalesen, Der 
Durst der Israeliten in der Wüste, Die Hochzeit zu Cana und Wunderbare Speisung. 

Herrera, Francisco de, el Mozo (der Jüngere), span. Maler und Architekt^ 
geb. 1622 in SeyiUa, f 1686 in Madrid, Sohn und Schüler des Vorigen, leistete in 
der Malerei weniger als dieser, malte gern Blumen und Fische, daher sein itaL 
Beiname „lo Spagnuolo degli pesci^. Seine Hauptwerke sind die Verklärung des 
heil. Franciscus in der Kathedrale yon Seyilla, die Himmelfahrt Maria in der 
Kapelle der heiL Maria de Atocha in Madrid, wofür Philipp IV. ihn zum Hofmaler 
ernannte, im Museum del Prado die Verklärung der heiL Hermengild, worin er mit 
demselben Gegenstand seines Vaters wetteiferte, und mehrere Bilder im Dom zu Sevilla. 
Als eines seiner Bauwerke wird genannt die Kirche der Virgen del Pilar in Saragossa. 



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Herrera — Herrmann. 167 

Herrera, J«aii de, talentvoller span. Baumeister, geb. um 1530 in Mobeiian 
de lasAsturias de Santillana, Schüler des Jaan de Toledo, stadirte in Yaliadolid, 
ging nach Brttssel und Italien, widmete sich der Mathematik und der Architektur, 
wurde der Nachfolger des Juan de Toledo in den riesenhaften Bauten des Escorial, 
und baute selber £e Kirche desselben. 

Herrera BamneTO. Sebasttano. span. Maler, Bildhauer, Architekt und Kupfer- 
stecher, geb. 1619 in Madrid, f 1^71 das., Schttler des Alonso Cano in der Malerei, 
wurde Beechliesser des Escorial. In der Plastik war sein Hauptwerk der an die 
Sftale gebundene Christus (in Wachs), in der Malerei ein Bild des heil. Bamabas (im 
Bscorial), der heil. Hieronymus in der Wtlste, Johannes auf Patmos, Johumes d. T. 
in der Wüste. 

HerreyBBy Daniel, Maler und Radierer, geb. 1678 in Antwerpen, Sohn und 
Schüler des älteren Jacques H. Unter seinen seltenen Blättern werden genannt: 
Orpheus bezaubert die Welt durch die Töne seiner Leier, Der Tod der Burydice, 
Der Künstler in seinem Atelier. 

Herreyns, GuUlaume Jacques. Maler und Architekt, geb. 1748 in Antwerpen, 
t 10. Aug. 1827 das., Sohn und Schttler des jüngeren Jacques H. und Schüler der 
Akademie seiner Vaterstadt, wo er 1762 und 1764 Preise erhielt, Lehrer der Geometrie 
und Perspektive und einer der Direktoren derselben wurde, hier wie inMecheln die 
Besuche mehrerer fürstlichen Personen erhielt und durch sein Beispiel und seine 
Arbeiten grossen Binfluss auf die belgische Malerei ausübte. In der Kathedrale in 
Antwerpen yon ihm ein Altarbild Christus in Bmmans (1826), im dortigen Museum 
mehrere Bildnisse und das Bild: Der letzte Seufser Christi 

Herreyns, Jacques d. Ae^ Maler und Radierer, geb. im Dec. 1643 in Antwerpen, 
t 1. Jan. 1732 das., Schüler von Norbert yan Herp, wurde 1676 Meister der 
dortigen Lucasgilde, zeichnete Tapetenpatronen, malte Bilder für die Kirchen seiner 
Vaterstadt, stifte auch die Bilder Anderer. Im Museum zu Antwerpen von ihm 
ein Bild yon Gott Vater auf einem Wolkenthrone. Br radierte auch einige Blätter 
biblischen und mythologischen Inhalts. 

Herrlng, Joltn Frederlck, engl. Thiermaler, geb. 1796 in Surrey (London), 
t 23. Sept. 1866 in Tunbridge Wells (Kent), begann seine Tätigkeit mit Malen von 
Wirthshausschildern und Kutschen, malte auch besonders gern Herde, wurde Schüler 
yon A. Cooper und widmete sich ganz der Thiermalerei. Sehr beliebt wurden 
seine Bilder: Die Bückkehr yom Wettrennen in Bpsom, Der Markttag, Der Pferde- 
markt und seit 1841 Die Postkutsche zur Zeit GFeorgs IV., Hetzställe, BauemstäUe 
und die poetisch originelle Composition Mazeppa. Er war Mitglied der Gesellschaft 
britischer Künstler. 

Herrleln, Job. Andreas, Genremaler, geb. 1720 in Würzburg, f 1796 in Fulda, 
malte Jagden, Landschaften, Tanzbelustigungen, BauemgeseUschaften, Aerztliche 
Operationen, Badende Nymphen, Bilder yon correcter Zeichnung und fleissifer Aus- 
fttturung, aber oft unangenehmer Farbe. Er war Hofmaler des Fürstbischofs yon 
Fulda. Bilder yon ihm im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M., im Museum 
zu Darmstadt, in Kassel, im Budolfinum in Prag und im Germanischen Museum zu 
Nürnberg. 

Herrllberger. Dayld, Kupferstecher, geb. 1697 in Zürich, f 1777 das., war 
dort Schüler yon J. Melchior FÜssli, in Augsburg yon Joh. Daniel Herz 
und in Amster^un Schüler und Nachahmer yon Picart. Zu seinen besten Werken 
zählen die ^helyetische Topograplüe^ und der „schweizerische Ehrentempel^. 

Herrlich. Philipp, Genremaler, geb. 1818 in Solms-Laubach, trat auf den Bath 
Philipp Veits ms StädeUche Institut zu Frankfurt a. M. und wurde Schüler yon 
Bus t ige. Anfangs malte er Bildnisse in Aquarell, später lobenswerthe Genrebilder 
ans dem Leben der Bewohner yon Oberhessen, z. B. Das genesende Kind, Hansel 
und Gretel, Der Storch hats gebracht, Vorbereitung für die Schule u. A 

Hermann, Alexander, Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 1814 in 
Glauchau, machte seine Studien in Dresden, und bereiste Italien, aus dem er die 
Stoffe seiner meisten Bilder entlehnte. Solche sind : Der Hochaltar und andere Partien 
ans 8. Marco in Venedig, die Kirche S. Zeno in Verona, die Kirche Sta. Maria della 
Catena in Palermo, die Loggia dei Lanzi in Florenz, Abendlandschaft bei Oleyano, 
uisserdem die Buinen des Klosters Panlinzelle in Thüringen u. A. 

Herrmann, Cnrt, Bildnissmaler, geb. 1. Febr. 1854 in Merseburg, Schüler yon 
Steffeck in Berlin und yon Lindenschmit in München, wo er sich niederliess. 
Unter seinen Bildnissen namhafter Personen befinden sich: Der Komponist Bobert 



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168 Herrmann — Hertel. 

Franz (M aseum in Halle), Der Eonstforscher Mather in München, Der Brauereibesitzer 
Pschorr daselbst und mehrere Selbstbildnisse. 

Herrmami« Hans, Landschafts- nnd Genremaler, geb. 8. März 1858 in Berlin, 
war 1874--79 Schüler der dortigen Akademie anter Enille, Gussow and Wi 1 b e r g 
und von 1880—83 Schüler Ton Duck er in Dttsseldor£, bereiste za wiederholten 
Malen Holland, 1888 Italien and liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er das 
Leben in den hoUilndischen Städten and den Strand- and Fischerdörfern zum Gegen- 
stand seiner Bilder wlUilte and zahlreiche Medaillen erhielt Unter seinen durch 
wanderbare Natarwahrheit aaszgezeichneten Bildern sind za nennen: Strand bei 
Helsingör, Alter Hafen in Rotterdam, Holländische Flasslandschaft, Fischmarkt in 
Amsterdam (1886, Maseam in Breslaa), Holländische Fischaaction, Aaf den Wällen 
von Vlissingen, Strasse in Ghioggia (1888), Am Gardasee (1888) and zahlreiche 
Aquarelle ähnlichen Inhalts. 

Herrmann, Heinrich GnstaT, Genremaler, geb. 8. Jani 1854 in Colditz (Sachsen), 
Schüler der Akademie in Berlin, and Jalias Schraders, lebt in Berlin. Br malte 
Eine alte Zigeunerin die ihre Enkelin im Wahrsagen unterrichtet, und Zar Frühmesse 
am Allersedentage. 

Herrmann, Karl, Historienmaler, geb. in Oppeln, f 14. April 1845, lebte einige 
Jahre in Italien, wo er die Werke Baffaels und Tizians studirte und oopirte, liess 
sich später in Breslau nieder. Von ihm werden genannt die Bilder: Die Ereoz- 
tragung, Ein Schutzengel mit einem Einde (Eirche in Warmbrunn), Christus in der 
Glorie, Gebet am Oelberg, Gründung des Elosters zu Trebnitz (1844, Schloss 
Erdmannsdorf in Schlesien), Bildniss des Papstes Pius VII. 

Herrmann, Karl, Historien- und Genremaler, geb. 1818 in Eoblenz, t 23. Aug. 
188 1 in Mainz, bildete sich seit 1836 auf der Akademie in Düsseldorf unter S c h a d o w 
und schloss sich nach 1840 an Ph. Veit an. Als seine Hauptbilder gelten : Das Altar- 
bild Maria auf dem Thron von Engeln umgeben (1837, Eirche zu Wald bei Solingen), 
Jakob erblickt die Himmelsleiter (1838), Hessisches Bauernmädchen (1858), Wald- 
schloss (1872) u. A. 

Herrmann, L^on Charles, franz. Thier- und Stilllebenmaler der Gegenwart, 
geb. in Havre, Schüler von Fromentin und Phil. Bousseau, lebt in Paris. Er 
malte lebende Thiere, humoristische Bilder, z. B. Der guitarrespielende Affe, In der 
Meierei, Auf der Jagd, Halali u. s. w. 

Herrmann, PhUipp Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 15. Febr. 1841 in Eschan 
bei Aschaffenburg, f 3. Juni 1894 zu Frankfurt a. M., Schüler von Eich. Zimmer- 
mann in München, wo er Stimmungsbilder aus der oberbayerischen Hochebene malte. 

HerrmanstOrfer, Joseph, Thier- und Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1817 in 
Nürnberg, wo er auf der Eunstschule Schüler Yon Reindel war, später seit 1842 
auf der Akademie in München, wo er sich niederliess. Von firüher Jugend an malte 
er Thierbilder, namentlidi Pferde und Eühe, die er auf seinen Wanderungen im 
bayerischen Gebirge und Tirol studirte. 1874 erhielt er die Londoner Medaille.: 

Hersent. Lonis, franz. Historien- und Bildnissmaler, geb. 10. März 1777 in 
Paris, t 2. Oct. 1860, Schüler yon Begnault, malte anfangs Scenen aas der 
griechischen Mythe, und ging dann zum historischen Genre aus der Zeit Ludwigs XVI., 
Gustav Wasas und zur IdyUenmalerei mit einem Anfluge von sinnlichem Beiz über, 
später auch zum Bildniss. Genannt werden iseine Bilder: Achilles liefert dem 
Agamemnon die Briseis aus, Atala yergiftet sich in den Armen des Ghactas, Daphnis 
und GhloS, Bildnisse Ton Casimir P6rier und des Operncomponisten Spontini. 

Hertel, Alhert, Landschafts- und Stilllebenmaler, geb. 19. April 1843 in Berlin, 
bedeutender Colorist der dortigen Schule, der mit feiner Empfindung für Gharakter 
und Stimmung vorzugsweise die südliche Landschaft und das Meer mit einer grossen 
Farbenbravour cultivirt; so in den Bildern: Ariccia bei Bom, Blick auf &a Gap 
Portofino an der Biviera bei Genua, Acqua acetosa, Oapri, Via Flaminia bei Bom, 
Abziehendes Gewitter bei Genua (1878) und Nordische Strandscene (1883, beide in 
der Nationalgalerie zu Berlin), Panorama von Gastein, Sommerabend vor dem 
Brandenburger Thor. Fast ebenso feines Gefühl offenbarte er auch in seinen Still- 
leben, z. B. Genueser StilUeben mit Fischen, grossen Decorationen für Speisesäle 
(1876—77), Aquarellen von Ansichten aus Bom und vielen anderen Aquarellen. 

Hertel, Karl Konrad JoHos, Genremaler, geb. 17. Oct. 1887 in Breslaa, 
t 10. März 1895 in Düsseldorf, Schüler der Akademie in Düsseldorf unter Wilh. 
Sohn, besuchte die Hauptkunststädte Deutschlands, liess sich in Düsseldorf nieder 
und bereiste jährlich Holland und Belgien. Unter seinen sinnig empfundenen and 



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Herter — Herz. 169 

trefflich colorirten Bildern nennt man : Spielende Knaben, Anssag der Landwehr, Der 
BeconTaleseent, Jnng-Dentschland (National-Ghilerie in Berlin nnd Mnsenm in Leipzig), 
Viel Lärm um nichts, Bildniss des Kommerzienraths Alfred Krupp. 

Herter, Bmst GvstaT, Bildhaaer, geb. 14. Mai 1846 in Berlin, bildete sich 
anf der dortigen Akademie unter Aug. Fischer, Bläser und Albert Wolff 
und machte eine Studienreise nach Italien. Seine bisherigen sehr erfreulichen Werke 
sind die Bronzestatue dnes ruhenden Alexander, Marmorstatue des sterbenden Adülles 
(1886, beide in der Nat.-Gal.), Marmorstatue der Antigene, Kriegerdenkmal in Spandau, 
Statue Kaiser Wilhelms I. für das Krinünalgerichtegebände in Moabit, Erzdenkmal 
in Brüssel fttr die im Kriege von 1870{71 gefallenen Deutschen und manche decoratiTe 
radwerke fttr öffentliche Gebäude. 

Herterich, HeiBrich Joaehlm, Maler und Lithograph, geb. 1772 in Hamburg, 
t 20. März 1862, Sohn und Schfller des Job. Andreas H., malte in Pastell und 
Miniatur Bildnisse und Landschaften mit grosser Wahrheit. 1818 gründete er mit 
Speckter die erste lithomphische Anstalt in Norddeutschland. 

Herterieh, Johami Jüwpar, Maler des historischen Genres, geb. 23. April 
1843 in Ansbach, konnte erst spät seine Studien auf der Akademie in Mfindien 
unter Phil. Foltz und später unter Piloty machen. Sdn erstes unter Foltz 
gemaltes Bild war Ingeborg am Meer, dann folgte 1868 als eines seiner Hauptbilder 
Friedrich mit der gebissenen Wange, Gnillotin zeigt dem CouTent sein Modell einer 
Guillotine, und einige Genrebilder. 

Herterleh. Ludwig^ Genre- und HiBtorienmaler, geb. 13. Oct. 1866 in Ansbach, 
Bruder und Scnttler des Vorigen, auch Schfller Yon Diez in München, in dessen 
künstlerischer Richtung er sich dem historischen Genre von Scenen aus dem 16. Jahrb. 
zuwandte. Unter seinen früheren Werken sind hervorzuheben eine Scene aus dem 
Bauernkriege, worin die aufständigen Bauern die Gräfin Westemburg zwingen sie 
zu bedienen, Hochzeitszug. Mit dem Bild aus der Geschichte der Befreierin Lüneburgs 
Anna Stegen (1887) begründete er seinen Buf für weitere Kreise. In den nun folgenden 
noch tre Acheren Werken zeigte es sich, dass das farbliche Interesse das gegenständliche 
in seiner Kunst sehr verdräxigt. Seine gewissermassen dlsintegrirende Malweise sucht 
jede Farbstelle in ihre einzelnen Bestandtheile aufzulösen, die das Auge dann bewusst 
Terbinden muss. Ein Hauptfarbenton herrscht gewöhnlich vor. In der neuen Pinakothek 
zu München Der hl. Georg ; femer yon ihm das Bildniss des Prinzregenten Luitpold 
(1893), Dämmerung (1894) etc. Seine Lehrthätigkeit, Münchener Damenklasse, die er 
bis Ende 1894 ausübte, wird gerühmt. 

HertilBger, Anten, Landschaftsmaler, Aquaüntastecher und Badierer, geb. 
1763 in Fallbach (Oesterreich unter der Enns), f 1832 in Prag, Schüler der Akademie 
in Vi^en, ihMküe am Olementinum in Prag und iia Dresden. Er malte und stach Land- 
schaften und Thierbilder nach J. Buisdael, Kiengel und Dujardin und riele Thierbilder 
namentlich nach Job. Heinr. Boos. 

Herwarth, W ilhelBi, Landschafts- und Architekturmaler, geb. 26. Juli 1863 in 
Berlin, Schüler und Gehilfe Wilbergs bei dessen Hygieine-Panorama, jetzt ffilfs- 
lehrer der akademischen Hochschule in Berlin, auch Mitarbeiter am Pergamon- und 
am Nero-Panorama. In Oel malte er Bilder aus Stargard, das Schloss Schönhansen 
des Fürsten Bismarck, das Innere Ton S. Marco inVen^g, eine Ansicht yon Wismar, 
die Uesterkirche in Jerichow und architektonische Aquarelle ans Mecklenburg, 
Brandenburg und ans Venedig. 

Herwegen, Peter, Maler und Lithograph, geb. 16. Febr. 1816 in Köln, f 28. Dec. 
1893 in München, war 1826—30 Schfller von Mengelberg, malte treffliche Miniatur- 
nnd Aquarellblätter. Am bekanntesten wurde er durch seine Blätter zum König- 
Lndwigs-Album und durch den Festzug bei Enthüllung der Bavaria, gab in 40 Blättern 
die Schätze der Kunst des Mittelalters in Salzburg und dessen Umgebung heraus 
und mehrere Originalphotographien Ton Gebäuden in Mündien. 

Herwegen, Veronika Maria, Architekturmalerin, geb. 30. Nov. 1861 in München, 
Schülerin von Lindenschmit, besuchte Italien und liess sich in ihrer Vaterstadt 
nieder. Ihre Hauptwerke sind: Ansichten des römischen Forums, Das Golosseum, 
Das Pantheon, Der Bogen des Severus, Der Bogen des Constantin, andere Baulichkeiten 
ans Venedig und viele solche Aquarelle. 

Hen, Johann Daniel, Kupferstecher und besonders Verleger, geb. 1698 in 
Augsburg, t 1754 das., wurde Direktor der dortigen Kunstakademie und stach viele 
historiBche Blätter, z. B. eine Verkündigung, Die KreuzaufHchtung durch die heil. 
Helena, eine Himmelfahrt der Maria u. A. 



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170 Hereig — Hesa. 

Heniff, Av|ru9t, Bildhauer der Gegenwart in Dresden. Von ihm das 1879 in 
Darmstadt enthttlite Kriegerdenkmal, bestehend ans einer Victoria, die einem som 
Tode getroffenen kämpfenden Krieger Lorbeerkränze spendet, am Sockel in Belief die 
Begegnung Kaiser Wilhelms I. mit dem Grossheraog von Hessen anf dem Schlachtfeld 
▼on GraTdotte. 

Henly Comel, ungarischer Genremaler, geb. 4. Juli 1858 in Budapest, SchfUer 
Ton Bencznr und Lieienmayer in München und von Flameng in Paris, wo 
er seinen Wohnsitz nahm. Als seine Bilder werden genannt: Der Seidenhut, Pflicht- 
yergessen, Fischwftscherinnen, Staatskrttppel, Der Sieger im Trinken. 

Herzog. Hermann, Landschaftsmaler, geb. 16. Not. 1833 in Bremen, seit 1849 
Schüler der Akademie in Düsseldorf, wo er sich unter Schirmer ausbildete, aber 
mehr in der Weise Leus und He ngs bachs malte. Von seinen Beisen nach Norwegen, 
der Schweiz, Italien und den Pyrenften brachte er Gebirgslandschaften meüiterhaft 
in Zeichnung und Ck)lorit, aber eben nicht sehr poetisdi in der Auffassung, z. & 
Das Schwii^gfest in Unspunnen in der Schweiz (1862), Norwegischer Ijord, Das 
Wetterhom, Das Lauterbrunnenthal, Norwegischer Wasserfall u. A. Seit 1869 bereiste 
er Nordamerika, malte aus dem Tosemitethal in Kalifornien, und nahm seinen 
Wohnsitz in Philadelphia. 

Hess. Anton Heinrich. Bildhauer, geb. 20. Aug. 1888 in München, Sohn toh 
Heinrich y. H., bildete sicn dort unter Zumbusc^ bereiste von 1866—68 Italien, 
und wurde 1876 Professor an der Kunstgewerbeschule seiner Vaterstadt Seine 
Hauptwerke sind 4 colossale Balconflguren am dortigen neuen Bathhause, eine Giebel- 
gmppe und 2 Figuren am neuen Wilhelmsgymnasium, viele Grabdenkmäler, darunter 
das Knorr-Monument auf dem Gampo Santo des alten Friedhofs, auch Bildnissbüsten 
von treffender Charakteristik. 

Hess, August. Historienmaler, geb. 1884 in München, f 10. Oct 1898 das. Von 
ihm in der Neuen Pinakothek ein Bild der heil. Theresia im Gebet (1861). 

HesB^ Engen, Genremaler, geb. 26. Juni 1824 in München, f 21. Nov. 1862 das., 
Schüler seines Vaters Peter v. H. und der dortigen Akademie, bildete dch nachher 
in Antwerpen und in Paris, machte 1849 und 60 BeiBen in Frankreich und Belgien 
und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Br entlehnte die Stoffe seiner treiBidien 
Bilder häufig dem Mittelalter und der Zeit der Benaissance. Die besten derselben 
sind : üeberfall des Generals Wrangel von den Bayern auf der Hirschjagd bei Daduui 
1647 (Neue Pinakothek), Ein Ritter als Gast bei Dominikanern (daselbst), Botschaft 
aus dem Gefecht, Washington zwingt den General Comwallis zur üebergabe der 
Festung Yorktown 1781 (Maximilianeum in München). Von ihm auch einige Original- 
radierungen. 

Hess, €^rg, deutscher Bildhauer in New-Tork, geb. 28. Sept. 1882 in Pfimgstadt 
(Hessen-Darmstadt), war dort anfangs Klempner, wanderte 1660 nach Nordamerika, 
verdiente sich mit Schnitzarbeit so viel, dass er nach München gehen und sich vier Jahre 
unter Widnmann ausbilden konnte. Dann kehrte er nach Amerika zurück und 
machte sein Glück mit Idealbildern, Statuen lyrischen und romantischen Lnhalts und 
Bildnissbüsten, z. B. die Statue der Echo, Büste der Wasserlilie, Das unterbrochene 
Gebet (Belief), Büste der Schauspielerin Jananschek und Statue eines jugendlichen 
Goethe. 

Hess, Heinrich Marin von, Historienmaler, geb. 19. April 1798 in Düsseldorf, 
t 29. März 1863 inMünchen, kam mit seinem Vater, Karl Ernst Chris tophH., 1806 
nach München, wo er auf der Akademie Schüler von Peter v. Langer wurde und 
sich gleich anfangs der religiösen Malerei widmete. 1821 ging er nach Italien, wo 
er vier Jahre blieb, die Werke Baffaels und der PräraffiieUten studirte und sidi an 
Overbeck anschloss. 1826 erhielt er dort durch Cornelius einen Buf als Professor 
an die Altademie in München, wo er auch die Leitung der Glasmalerei-Anstalt über- 
nahm. Diese Professur legte er 1847 nieder und wurde 1849 Direktor der vereinigten 
Sammlungen. Schon durch seine ersten Werke erregte er Auteerksamkeit, darunter 
befinden sich eine Grablegung (Theatinerkirche in München), einige Madonnen, Glaube, 
Liebe, Hoffnung (Gal. Leachtenberg in St. Petersburg), eine büssende Magdalena» 
die Christnacht. Von späteren Werken ist am bekamitesten geworden die in der 
Neuen Pinakothek befindHche unvollendet gebliebene Einsetzung des Abendmahls (1862). 
Mit seinen Schülern entwarf er dann die Cartons für die Glasmalereien des Doms in 
Begensburg und malte zwei grosse Cyklen von Fresken in der Allerheiligen- und in 
der Bottifaciuskirche in München. Der erstere (1827—37) auf Goldgrund enthilt die 
Hauptpunkte der kirchlichen Beziehungen des Alten und Neuen Testaments, der Andere 



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Hess. 171 

(1837—46) Scenen ans dem Leben der Verbreiter des Christenthams in Deutschland 
und namentlich des heil. Bonifacins. Er war Mitglied Tersdiiedener Akademien und 
Inhaber einer Reihe von Orden. 

Heia. HleronymuB, Historienmaler nnd Zeichner, geb. 1799 in Basel, f 1860 
das., Schiller Ton Jos. Anton Koch in Italien, wo er mehrere Jahre lebte. Dann 
lieas er sich in seiner Vaterstadt nieder nnd war anch als Aquarellmaler im Genre- 
fach thätig. Viele seiner historischen Cartons nnd einige Genrebilder in der dortigen 
Konstsammlnnff. 

Hese, Jokann Benedikt d. Ae«, Glas- nnd Steinschneider des 17. Jahrh. in 
Frankfurt a. M. (1686—74), hatte einen gleichnamigen Sohn, Jok. Benedikt d« J», 
geb. 36. Mars 1678, f 16. Sept. 1736, der als geschickter Steinschneider Gameen, 
Intaglien und freistehende Figuren schnitt Des Letsteren Sohn war Peter H«, geb. 
1709 in Frankfurt a. M., f als Mitglied der Akademie in Kassel 1782, wurde 1746 
als Edelsteinschneider nach Kassel berufen, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er 
arbeitete an einem kostbaren Tisch, bestehend aus einer grossen Marmortafel mit 
farbigen Edelsteinen, aber vollendete ihn nicht mehr. 

Hese, Jokann Michael, Maler und Radierer, geb. 18. Sept 1768 in Erlau 
(Oberungam), f um 1830, Schttler der Akademie in Wien unter Maurer, wo er 
1794 Priamus bittet den Achilles um den Leichnam seines Sohnes malte und Professor 
an der Ingenieur-Akademie wurde. Andere rtthmenswerthe Bilder von ihm sind: 
Der heil. Stephanus, Himmelfahrt Maria und als sein Hauptbild im Dom zu Gran 
die Tanfe des heiL Stephanus. Unter seinen Badierungen nennen wir : Die bflssende 
Magdalena, Tod der Virginia, Venus und Amor in einer Landschaft (alle drei 1812) 
und die Grablegung Christi (1816). 

Heaa, Karl. Landschafts-, Thier- und Genremaler, geb. 1801 in DOsseldorf, 
1 16. Nov. l874inBeichenhall, Sohn des Kupferstechers Karl Ernst GhristophH., 
Bruder von Heinrich Maria und von Peter v. H., ging von der Kupferstecher- 
kunst zur Malerei der mit Thieren staffirten Landschaft ttber, wurde Schüler seines 
Bruders Peter und Wagenbauers und liess sich in München nieder. Zwei Bilder 
von ihm in der Nationalgalerie zu Berlin. 

Heaa, Karl Adolf Helnrick, Pferde- nnd Soldatenmaler, auch Kupferstecher, 
geb. 1769 in Dresden, f 3. Juli 1849 in Wilhelmsdorf bei Wien, war im Kupferstich 
Schüler von Ephraim Gottlieb Krüger und in der Malerei von Karl Christ 
Klass in Dresden. 1808 zog er nach Wien, wurde Lehrer an der Akademie, machte 
für seine Pferdestudien Beisen in Ungarn, Bussland, der Türkei und England und 
erlangte eine gründliche Kenntmss der Pferderacen. Sein Hauptwerk ist „Die Reit- 
schule oder Darstellung des natürlichen und künsüichen Ganges der Campagnepferde' 
(12 Kupfer) und PferdekOpfe in natürlicher Grösse. 

HoM, Karl Ernst Gkristopk, Kupferstecher, geb. 22. Jan. 1765 in Darmstadt, 
t 25. Juli 1828 in München, ältestes GUed dieser Kttnstlerfamilie, lernte die Kunst 
des CIselirens unter seinem Schwager Hohleisen in Mannheim, widmete sich 1776 
der Kupferstecherknnst in Augsburg, arbeitete seit 1777 in Düsseldorf, wurde 1782 
Profeeoor an der Akademie und zog 1806 nach München. Seine Hauptblätter sind : 
Der Wunderdoctor nach (Gerhard Dou, Himmelfahrt Maria nach Guido Reni, Rubens 
und seine erste Frau nach Rubens (punktirte Manier), die Heil. Familie nach Raifael 
(Pinakothek in München), Maria mit dem Kinde nach Carlo Dold, die Anbetung der 
Könige nach Jan v. Byck, Christus disputirt im Tempel mit den Schriftgelehrtoa nach 
Bembrandt, dasselbe nach Honthorst, die Aufrichtung des Kreuzes nach Rembrandt, 
das Jüngste Gericht nach Rubens (Pinakothek in München) und dnige Bildnisse, 
darunter nach Stieler Maximilian Joseph I. von Bayern. 

Hese, Ludwig) Landschaftsmaler und Kupferstecher, geb. 16. Oct 1760 in 
Zürich, t 13. April 1800, wurde durch seinen Verkehr mit dem Dichter und Maler 
Salomon Gessner lur Malerei geführt, reiste 1794 nach Born und Floreni und malte 
lobenswerthe Landschaften ans der Alpenwelt und ans Italien, s. B. Der Montblanc, 
das Rfltliy die Teilskapelle, radierte auch mehrere derartige Landschaften. 

Hess, Hax, Historienmaler, geb. 15. Oct 1825 in München, f 19. Juli 1868 im 
Bade Lippspringe, jüngster Sohn des Peter von H. und Schüler desselben, bildete 
flieh weiter in Paris und in Düsseldorf und nahm hier seinen Wohnsita, wo er bei 
Kflnstlerfesten und als Decorationsmaler th&tiig war. Von ihm die Bilder: Brand- 
schataung eines Klosters, Mdniss des Opemsingers Aug. Kindermann (Zeichnung), 
der Alexandersng nach Thorwaldsen, Fackelzug bei der Vermählung der Prinsessin 
Stephanie von Hohensollem mit dem König von Portugal (vollendet von Oswald 



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172 Hess — Hessler. 

A c h e n b a c h), Puritaaer aof der Wache, BiUmenvorhang für den Saal des Malkastens 
in Dttsseldorf (yoUendet 1872 von Grotjohann). 

Hess, Peter ron, Schlachtenmaler, g:eb. 29. Juli 1792 in Dttsseldorf , f 4. April 
1871 in München, ältester Sohn des Karl Ernst Christoph H., Schttler seines Vaters 
und seit 1806 der Akademie inMttnchen nnter Kobell. Br nahm an denFeldzttgen 
gegen Frankreich 1818--15 im Haaptqaartier des Fttrsten Wrede Theil, machte dann 
Stadienreisen nach Wien, der Schweiz und Italien and brachte von daher Skiszen sa 
zahlreichen Bildern. 1833 begleitete er den König Otto nach Griechenland, wo er 
das Land and Volk stadirte, dessen Darstellang ihn in den n&chsten sieben Jahren 
beschäftigte. 1889 folgte er einem Baf nach St. Petersburg and malte in Moskau die 
Haaptbegebenheiten aas dem rassisch-französischen Kriege. Er war bayrischer Hof- 
maler and Mitglied der Akademien von München, Berlin, Wien und St. Petersburg. Die 
bedeutendsten seiner auf eigener Anschauung beruhenden Bilder sind: Die Schlacht 
bei Arcis sur Aube (1817, noch ganz in Kobells Manier), ein Bivouac Polaken und 
Morgen im Dorf Partenkirchen (beide in der Galerie Leuchtenberg zu St. Petersburg), 
Gefecht im Engpass bei Bodenbflhl an der Tiroler Grenze, und in der neuen Pinakothek 
zu München Der Einzug des Königs Otto in Nauplia, Die Sehlacht bei Ansterlitz, 
Einzug des Königs Otto in Athen und 5 Skizzen zu den Darstellungen aus dem 
griechischen Befreiungskampf (in den Arkaden des fiofgartens in München Ton Ni 1 s o n 
in Fresko ausgeführt), im Maximilianeum die Schlacht bei Leipzig. Viele seiner Oel- 
bilder auch im Festsaalbau und in der Nationalgalerie zu Berlin einige Genrebilder. 

Hesse« Alexandre, franz. Historienmaler, geb. 6. Sept. 1806 in Paris, f 7. Aug. 
1879 das., Neffe des Nico laus Auguste H., Schüler von Gros, bildete sein Golorit 
nach P. Veronese in Venedig, und begründete seinen Buf durch das Bild Leichen- 
begängniss Tizians, worin er wie in den folgenden Bildern, die romantiBehe und 
historische Richtung zu vermitteln suchte. Seine Hauptwerke sind: Scene aus dem 
Leben Lionardo da Vincis (1836), Tod des Präsidenten Brisson, Der Triumph Vittore 
Pisanis (1847, Museum des Luxembourg), Die beiden Foscari (1853), Adoption Gottfrieds 
Yon Bouillon durch Alex. Oomnenus, Heinrich IV. auf dem Paradebett im Louvre 
1610, Belagerung von Beirut durch die Kreuzfahrer; auch seit 1852 religiöse Malereien 
in der Kirche St. Sulpice aus dem Leben des heil. Franz y. Sales und Andere in 
den Kirchen St. Seyerin, St. Geryais und in der Kirche St. Germain des Pr^ (sein 
letztes Werk). Br erhielt yersclüedene Medaillen, war seit 1867 Mitglied des Instituts, 
seit 1842 Bitter, seit 1868 Offizier der Ehrenlegion. 

Hesse, Georg Hans, Landschaftsmaler, geb. 24. Sept. 1846 in Berlin, war yon 
1864>>67 Schüler yon E s c h k e und bis 1871 auf der Kunstschule in Karlsruhe unter 
Gude und demEinfluss yon Lessing. Br malte aus den mitteldeutschen Gebirgen 
und dem Schwarzwald Bilder yon ernster Auffassung der oft melancholisch gestimmten 
Motiye, s. B. Bhönlandschaft (1875). 

Hesse, Nicolas Auguste. Historienmaler, geb. 1795 in Paris, f 14. Juni 1869 
das., Schüler yon Gros, erhielt 1818 für sein Bild Philemon und Baueis den grossen 
Preis für Bom, malte einige Bilder aus der Profangeschichte z. B. Mirabeau in der 
Sitzung der Ständeyersammlung 1789, auch Maria beim Begräbniss Jesu (1851, im 
Luxembourg), und widmete sidi dann in der Bichtung yon Ingres dem religiösen 
Gebiete in Bildern der Kirchen Notre Dame de Lorette, Ste. Elisabeth, Bonne Nouyeile, 
St. Bustache u. A. 

Hesse, Biohard. BUdniss- und Genremaler, geb. 18. März 1865 in Dreeden, 
war yon 1882—87 Scnüler der dortigen Akademie unter L. Pohle und Pauwela 
und zog 1891 nach Diessen am Ammersee. Unter seinen Genrebildern nennt man : 
Bothkäppchen, Der kleine Korporal, Mein Liebling, Die Fächersprache. 

Hessel, Gerritsz, Kupferstecher des 17. Jahrb., stach hauptsächlich nach '^^ck- 
Boons, z. B. die 4 Blätter der Jahreszeiten und Das Mahl yor der Hütte. 

Hessemer, F. M«, Architekt, f 1860 in Darmstedt, brachte yon einer Reise 
nach Italien und Aegypten yiele dort aufgenommene Zeichnungen architektonischer 
Ornamente zurück, die er 1886 und 37 in dem Werke „Arabische und Altitalienische 
Bauyerzierungen^ herausgab. Br war Professor am Städelschen Institut zu Frankftirt a.M . 
wo er auch die kurhessische Grabkapelle auf dem Friedhof baute. 

Hess!, Gnstay August, Gtonremaler, geb. 1849 in Wien, Schttler der dortigen 
Akademie unter Enger th, nahm dort seinen Wohnsitz. Von ihm die Bilder: Frühling 
(1876), Kindesliebe (1877), Vereitelte Flucht, Lustige Gesellschaft (1890). 

Hessler. Otto, Genremaler, geb. 1857 in Leipzig, Schüler der dortigen Akademie, 
und Ferd. Kellers in Karlsruhe, machte Beisen in Italien und liesssich in München 



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Hesslöhl — Heunert. 173 

nieder. Genannt werden seine Bilder Klosterleben im Frühling, Bettung ans Stormes- 
noth, Das Pfingstfest, mehrere Bococobilder und eine Landschaft bei Leipzig. 

HesBlI^bl, Wilhelm, Kupferstecher, geb. 13. Febr. 1810 in Karlsruhe, Schüler 
von Oberthttr in Strassburg, you Frommel in Karlsruhe und von Finden in 
London. Seine bedeutendsten Blätter sind: Hagar und Ismael nach Emil Jacobs, 
die Passion Christi nach Hans Holbein, die Schjfitter in den Pontinischen Sttmpfen 
nach Bobert, die Vermählung des Markgrafen Budolf von Baden mit der Gräfin 
Kunigunde von Eberstein nach Graefle und das Bildniss von Wilhelm, Markgraf von 
Baden nach Winterhalter. 

Hetseh, Gustav Friedrich, Baumeister und Maler, geb. 28. Sept 1788 in 
Stuttgart, t 7. Sept. 1864 in Kopenhagen, Sohn des Philipp Friedrich von H., 
ging vom Studium der Mathematik zur Baukunst ttber, bUdete sich bei Etxel in 
Stuttgart und 1808 in Paris, lebte 1812—15 in Italien, wo er den Architekten Mailing 
kennen lernte, mit dem er nach Dänemark ging. In Kopenhagen wurde er 1829 
Professor der Architektur, baute dort die Synagoge und die katholische Kirche und 
madite sich durch architektonische Entwürfe einen Namen. 

Hetsch, Philipp Friedrich von, Historienmaler, geb. 10. Sept. 1758 in Urach, 
t 31. Dec. 1889 in Stuttgart, besuchte die dortige Kunstschule unter Guibal und 
Harper, wurde 1780 Hoftaialer und setzte bis 1782 in Paris sein Studium unter 
Vien, Joseph Yernet und David fort. 1785—87 arbeitete er in Bom, wurde 
Professor an der Kunstschule, 1798 Direktor der Galerie in Stuttgart, 1801 Mitglied 
der Akademie in Berlin und machte noch mehrere Beisen. Seine Bilder, ganz im 
Geist der klassischen Bichtung Davids, sind meistens der alten Geschichte äer der 
Bibel entlehnt. Im Museum zu Stuttgart von ihm: Cornelia die Mutter der Gracchen 
mit ihren beiden SOhnen und sein Selbstbildniss, im Museum zu Darmstadt Brutus 
der den Gteist des ermordeten Cäsar sieht. Andere Bilder von ihm sind: Derblinde 
Oedipus, Die Himmelfahrt Christi, Andromache und Astyanax, Marius auf den Buinen 
von Carthago, in der Schlosskirche zu Stuttgart die Auferstehung Christi. 1808 erhielt 
er das Bitterkreuz des Civilverdienst-Ordens. 

Hetz, Karl, Genremaler, geb. 11. Nov. 1828 in Kulmbach, Schiller des Poly- 
technikums und der Akademie in Mttnchen, auch Schüler von Bamberg. Seine 
Hauptbilder sind: Am Confirmationsmorgen, Vergebliche Strafpredigt, Das Oster- 
geschenk der Pathin, Das Angebinde, Der erste Tanz, Schwarzer Peter, Ein Gebeimniss, 
Kulmbacher Schenkmädchen. 

Henbel, Alexaidel*, Historienmaler, geb. 1818 in Dorpat, f iB47 in Biga, 
war 1834—40 in Düsseldorf Schüler der Akademie unter Schadow, besuchte 1841 
Italien, lebte einige Jahre in Bom und liess sich in Biga nieder. Gute Bilder von 
ihm sind : Hieb und seine Freunde, Die 8 Männer im feurigen Ofen, eine Heil. Familie 
und Flucht nach Aegypten. 

Henbner. Hermann Ludwig^ Landschafts-, Genre- und Bildnissmaler, geb. 
26. Mai 1848 m Leipzig, erlernte anfangs die Holzschneidekunst, kam 1868 auf die 
Kunstschule in Weimar unter Pauwels und war 1869— 73 Direktor der Arlandschen 
xylographischen Anstalt, unter seinen Bildern nennt man: Die Wochenstube, Das 
letzte Fuder Heu, Der Kirchgang, Ansicht von Saalfelden bei Salzburg. 

Heuer, Wilhelm, Kupferstecher und Lithograph, geb. 1788 in Mecklenburg, 
t nach 1856 in Kopenhagen (oder Hamburg), trat 1808 in die Akademie in Kopenhagen, 
stach 1810 Hieb nach Lwfranco, Bilder nach Lotto und Lorentzen und einige BUdnisse. 
1818 ging er nach Paris wo er ebenfalls Bildnisse stach und 8 lithographirte Blätter 
nach Guerin, Horace Vemet und Paul Potter fertigte. Seine übrigen Hauptblätter 
sind ein. Bildniss Thorwi^dsens nach Eckersberg, Christians IV. nach Mander und ein 
Bildniss von Bumohr. 

Menllant. Armand, franz. Gtonremaler der Gegenwart, geb. in Paris, Schüler 
von Pico t und EugöneGiraud, malte ansprechende Genrebilder von glänzendem 
Colorit, z. B. Die Schulschwänzer, Das Versteck, Aepfelschütteln in Japan, Das Opfer 
der Venus, Der schlafende Endymion u. s. w. 

Heumann, Georg Daniel, Kupferstecher, geb. 1691 in Nürnberg, f 1759, 
wurde akademischer Kupferstecher in Göttingen, stach nach Desmaröes, Kenkel u. A. 
Eines seiner besten Blätter ist Die Friedensmahlzeit nach Sandrart (Bathhaus in 
Nürnberg). 

Heunert, Friedrich, Landschaftsmaler, geb. 1808 in Soest, f 27. Nov. 1876 in 
Düsseldorf, Schüler der dortigen Akademie unter J. W. Schirmer, malte Land- 
schaften, meistens Veduten, von harmonischem, wohlthuendem Eindruck aus Westfalen 



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174 Höw — Heyden. 

nnd dem Bergischen, war einer der Gründer des Malkastens in Düsseldorf. Bilder 
von ihm im Mosenm zn Königsberg und zahlreich in Privatbesits. 

Hear, Corneille Joseph d% Maler, geb. 26. Mars 1707 in Antwerpen, f IS. Mftn 
1762 das., trat schon als Knabe in das Atelier von Gaspard Jacqnes van 
Opstal, wurde nach dessen Tod Schüler von Jean Joseph Horemans und 
Ton Pierre Snyers, ging 1780 nach Paris, wo er mehrere Preise erhielt und 
wurde 1766 einer der Direktoren der Akademie seiner Vaterstadt. Von ihm im 
dortigen Museum einige Wappenbilder, ferner die Tugenden der Klugheit, der 
Gerechtigkeit und der Kraft und ein Bild Unterricht in der PerspektlTe (1761). 

Heurtier. Jean Franpois, franz. Baumeister, geb. 1789 in Ptois, f 1892 das., 
war anfangs Plan- und Festnngsseiclmer bei der Armee, yerweilte naeh dem Frieden 
von 1768 drei Jahre in Italien und Hess sich in Versailles nieder, wo er Hof hanmeister, 
Mitglied der Akademie und später des Instituts wurde. Sein Hauptbau war das 1888 
abgebrannte italienische Theater. 

Heisch, Jakob de, holländ. Landschaftsmaler, geb. 1667 in Utrecht, f 1701 
in Amsterdam, Schüler und Nachahmer seines Oheims Willem de H., kam jung 
nach Italien, lebte auch eine Zeit lang am Berliner Hof. Seine Landschalten mit 
Menschen- und Thierstaifage sind anmuthig in Gomposition und in Farbe. Haopt- 
bilder von ihm beim Marqids von Bute in London und 2 Landschaften im Hofmnseum 
zu Wien. 

MeuB€l^ Willem de, hollftnd. Maler und Kupferstecher, geb. angeblich 1688 in 
Utrecht, f lutch 1669, war in Italien Schüler und Nachahmer Ton Jan Both, den er 
aber nicht erreichte. Von ihm im Lonvre eine mit Vieh und Hirten staifirte Land- 
schaft, im Hofinuseum zu Wien eine Landschaft mit Sonnenuntergang, Andere im 
Museum zu Kassel, 2 im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M., in Braonschweig, 
Rotterdam und Kopenhagen. Br radierte auch 12 Landschaften in der Manier dea 
Jan Both. 

HeosB, Eduard Ton, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1808 in Oggersheim 
(Rheinpfalz), f 24. Oct. 1880 in Bodenheim bei Mainz, gbig Yom Studium der Medidn 
zur Malerei über, schloss sich in Rom dem Freundeskreise des Gomellus an, liess 
auch später Rubens und Rembrandt iraf sich einwirken und malte die Bildnisse sahl- 
reicher bedeutender Zeitgenossen. In der Nationalgalerie zu Berlin von ihm die 
Bildnisse von Cornelius, der Maler Oyerbeck und Chr. Reinhart; andere sind die dee 
Grafen Montgelas, des Grossherzogs Ludwig n. von Hessen, des Kardinals TOn Geiasel, 
Thorwaldsens und an historischen Bildern Die Sntfllhrung der Buropa (1882, Museum 
in Darmstadt), Urtheil des Paris und einige religiüse Bilder. 

HeuTel, Antolne Tan den, Maler, geb. 1600 in Gent, f 1677 das., Schüler 
von Gaspard de Crayer, malte mehrere gute historische Bilder und Bildnisse, 
am bekanntesten eine Anbetiuig der Hirten (Museum in Gent). 

Heyde (Heyde oder Heyden), Jan Tan der, hoUänd. Architektur- und Landschafts- 
maler, geb. 1687 in Gorkum, f 28. Sept. 1712 in Amsterdam, wo er seine Ausbildung erhielt 
und hanptsKchlich thätig war, nachdem er Deutschland, Belgien und England bereist 
hatte. Seine meisterhaften architektonischen Bilder sind oft von Adrian t. d.Velde, 
auch bisweilen von Lingelbach und Bglon t. d. Neer staffirt. Die Torzüglichsten 
der in Tielen Museen und Sammlungen zerstreuten rind 4 im Reichsmuseam zu 
Amsterdam, 2 in Kassel, 4 im Museum zu Dresden, 2 im Stüdelscben Institut, 2 in 
der Pinakothek zu München, im Museum zu Schwerin (Triumph des Mardoehai), im 
LouTre, 4 in der Nationalgalerie zu London und 8 in der Bremitage zu St Petersburg, 
darunter Das befestigte Schloss am Wi^dgebirge (mitStaifage Ton A. t. d. Velde). 

Heydeek, Johannes, Historienmaler, geb. 2. Juli 1886 in Sakuten (Reg.-Bei. 
Königsberg), Schüler der Akademie in Königsberg unter Rosen felder, wurde 
Professor an derselben und Mitglied der Aliademie in Berlin. Zu seinen besten Bildern 
gehören: Die Königin Luise auf der Flucht Ton Orteisberg nach Königsberg 1806, 
Balga die deutsche Ordensburg in Preussen, Christus und die Mühseligen (nach 
Matth. 1 1,28), Bilder aus der Odyssee im Gymnasium zu Insterburg (mit MaxSchmidt 
und Bmil Neide), Die Königin Luise auf der Flucht Ton Königsberg nach Memel 
1807 und mehrere Bildnisse. 

Heydel, Paul, Mi^er und Illustrator, geb. 7. Febr. 1864 in Dresden, Schüler 
der dortigen Akademie, liess sich in Berlin nieder. Br malte Genrebilder und Bildnisse 
und an cyklischen Compositionen Amoretten (1878), Spateen-Liebe und Leben (1884), 
Heinrich t. Kleist-Galerie (1886) in 12 Compositionen zu dessen Hauptwerken. 

Heyden, Adelt; s. Kyllmann. 



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Heyden — Heydenhahl. 175 

Heyden, August Jakob Theodor toh, Historienmaler, geb. 13. Juni 1827 in 
Breslan, Sohn des Verfassers der bekannten Dichtung „Das Wort der Fran'', war 
anfangs im Bergfach th&tig and kam als Bergbeamter nach Istrien und Oberschlesien. 
Erst 1859 konnte er sich der Ennst widmen, lernte in Berlin das Zeichnen anter 
dem Holxbildhaaer Holbein, die Malerei nnter Steffeck and vollendete seine 
Stadien in Paris anter G 1 e y r e and C o n t n r e. Nach wiederholten Reisen in Italien, 
wo er die Monamentalmalerei der Renaissance stadirte, brachte er als erstes Bild 
die Heil. Barbara als Patronin der Bergleate (1864); er yerdankte dieser romantisch- 
poetischen Richtung auch später mehrere Erfolge. Es folgten dann Luthers 
Zusammentreffen mit Frundsberg auf dem Reichstag in Worms (Gtorman. Museum in 
Nilmberg) und Die Volksmenge vor der Schlosskirche in Wittenberg nach dem Anschlag 
der Thesen. Dass er den germanischen Geist mit hellenischer Klassicitilt xu verbinden 
weiss, seigte er in dem Vorhang des Berliner Opernhauses: Arion auf den Meeres- 
wogen (1868) einer herrlichen Verkörperung der Macht des Gesanges, bi^d nachher 
Die Werbung der firancösischen Gesandten um die Prinzessin C14mence nach einer 
provencalischen Erzählung. Bedeutender als sein Genrebild der Festmorgen (1870, 
Nationalgalerie) war 1872 der Walkürenritt und 1878 eine seiner reifsten Schöpfungen: 
der Hochzeitsritt des Herrn Olof (nach Herders „Stimmen der Völker''), eine echt 
poetische Nachbildung, Colorit etwas verschwommen. Neben diesen Oelbildem als 
die Früchte seines Studiums der italienischen Monumentalmalerei die Wandbilder im 
Keller und in der Thurmhalle des Berliner Rathhauses, im (leneralstabsgebäude, im 
grossen Saal der Eaisergalerie und im Kappelsaal der Nationalgalerie. Dazu kommen 
ausserhalb Berlins die Malereien im Festsaal eines Hauses in Breslau, 2 grosse 
historische Wandbilder im Saal des Schwurgerichts in Posen (1881), in der Aula des 
Gjmasiums zu Guben das grosse Bild der letzten Kämpfe des Markgrafen Gero von 
der Ostmark mit den slawischen Leutizen bei Guben. Er gab auch heraus «Blätter 
für Eostttmkunde'' (1876 ff.), «Perlen« (1880) und «Die Tracht der Kulturvölker 
Europas vom Zeitalter Homers bis zum 19. Jahrb.'' (1889). 

Heydeiiy Jakob van der. Kupferstecher und Verleger, geb. um 1570 in Strassburg, 
t 1637 in Frankfurt a. M., Sohn des Malers Johann v. d. H., staeh mehrere Bildnisse 
forstlicher Personen und als sein bestes Blatt eine Innenansicht des Münsters von 
Strassburg. 

Heydeft, Karl, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1845 in Köln, bildete sich unter 
Wilh. Sohn auf der Akademie in Dtlsseldorf, wo er seinen Wohnsitz nahm. Nach 
mehreren Studienreisen in Deutschland, Frankreich und Belgien, malte mt anfangs 
Bildnisse, später zahlreiche Genrebilder oft aus der Kinderwelt, z. B. Unter den 
Lieblingen, Am Brunnen, Die Heimkehr von dem Ball, Ueberfahrt im Kahn, Tisch- 
gebet im Bauernhause, Kammerkätzchen, Planderstttndchen u. A. 

Heydeft. Otto Johann Heinrich, Historien- und BUdnissmaler, geb. 8. Juli 
1820 zu Ducnerow (Reg.-Bez. Stettin), ging vom Studium der Theologie 1843 zur 
Malerei Aber, wurde SchtUer der Berliner Akademie unter Wach und v. Kl ober 
und 1847 und 1848 in Paris unter Cogniet. 1850— -54 lebte er in Italien, wo er 
seinem Talent entsprechend Genrebilder und Bildnisse malte. 1855 brachte er einen 
Hieb mit seinen Freunden (Museum in Stettin), 1856 ein sehr erfolgreiches männliches 
Bildniss und das Historienbild von der Stiftung der Universität Greifswald. Dann 
folgten die grösseren Historienbilder : Bogislaw X. auf der Wallfahrt nach Jerusalem 
von Seeräubern Überfallen (ebenfalls in Stettin), Busspredigt des Joh. Capistranus vor 
dem Rathhaus in Görlitz, Feldmarschall Schwerin in der Schlacht bei Prag (Schloss 
in Berlin) und ein sehr gelungenes Bildniss des Kaisers Wilhelm L 1866 nahm er 
am Feldzug in Böhmen im Hauptquartier des Kronprinzen Theil und malte Episoden 
ans der Schlacht bei Königgrätz (1868, Nationalgalerie). 1869 bereiste er den Orient, 
brachte von dorther lan£chaftliche Darstellungen, machte 1870{71 auch den deutsch- 
französischen Krieg mit und lieferte von dorther das treffliche Bild des Besuchs des 
deutschen Kaisers bei den Verwundeten im Schloss zu Versailles. Zu seinen 
späteren Arbeiten gehören: Apollo mit den Musen und Grazien als Vorhang des 
Theaters in Posen, die Einsetzung des Abendmahls als Wandbild in der Dankes, 
kirche zu Berlin und einige woUgelungene Bildnisse. Er ist Professor und Hof. 
maier in Berlin. 

Heydenhahl, Friedn Joseph Nicolai, Landschaftsmaler, geb. 4. Sept. 1844 in 
DOsseldorf, wo er Schüler der Akademie wurde und seinen Wohnsitz nahm. Unter 
seinen meist winterlichen Landschaften nennen wir : Norwegische Mondlandschaft, Der 
Auszug aus der Burg (Museum in Altenburg) und Dorfstrasse im Winter. 



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176 HoyermanB — Hicks. 

Heyermang, Jean, belg. Genremaler der Gegenwart in Antwerpen, malte Bilder 
von lobenswerther Anlfassnng nnd Ausführung, z. B. Gebet der Landleute während 
eines Gewitters, Drei Holländerinnen beim Kaffee und Kartenspiel. 

Heylbmch, Micbel tob, Maler nnd Kupferstecher der 1. Hälfte des 18. JihrL, 
geb. in Gent, f angeblich ttber 100 Jahre alt, meistens thätig in Verona^ stach 1713 
den Tod der Dido nach Söbastien Bourdon. 

Heymans, Adrien Joseph, belg. Landschaftsmaler, geb. 11. Juni 1839 in 
Antwerpen, bezog zwar 1854 aie dortige Akademie, bildete sich aber bald als 
Autodidakt weiter, ging 1856 nach Paris, nahm sich die Werke der dortigen Stimmungs- 
maler Co rot, Mi 11 et und p au bigny zum Muster und kehrte in seine Heimath zurtick, 
wo ihn besonders die Camptne in Brabant und die Ufer der Scheide anzogen, machte 
auch einen Ausflug nach London, wo er die Hauptmeister der Landschaft kennen 
lernte. Seit 1875 trug er mit seinen Bildern auf den Ausstellungen immer grössere 
Erfolge davon, es sind namentlich Die Heimkehr der Heerde, Der Mondaofgang, 
Morgennebel am Meere, Drei Marinen, Schneelandschaft mit Birken, Frtthlingsmorgen 
in der Campine (Museum in Gent) und Andere, die ihm einen ehrenvollen Plats unter 
den Landschaftern anweisen. 

Heyn, August, Genremaler, geb. 10. Aug. 1887 in Sophienan (Henogthum 
Meiningen), Schttler der Akademie in Mfinchen unter B a u p p und Defregger, machte 
Studienreisen in Italien, Sttdtirol, im Schwarzwald und Franken. Seine ansprechenden 
Genrebilder oft der Kinderwelt oder auch dem Leben der Bauern entnommen, s. B. 
Bflckkehr von Landwehrtruppen (1871), Obdachlos, Die Dorfklatsdie, Verhandlvng 
vor dem Dorfschulzen (1882), Ein entlassener Dienstknecht, Spottvögel u. A. 

Heyn, Ernst, Landschaftsmaler, geb. 7. Sept. 1841 in Leipzig, f 7. Jan. 1894 
das., Schttler der dortigen Akademie, malte recht löbliche Bilder aus Mitteldeutedilaiid, 
vom Chiemsee und ans Tirol. 

Heyn. Karl, Landschaftsmaler, geb. 24. April 1834 in Leipzig, Schflier der 
dortigen Akademie, lebte 1860—65 in München, später in Weimar, in Dresden and 
seit einigen Jahren in Blasewitz bei Dresden. Die meisten seiner zahlreichen Land- 
schaften sind den Gebirgen von Oberbayern und den landschaftlichen Schönheiten von 
Tirol entlehnt. 

Heyser, Friedrieb, Bildniss- und Historienmaler, geb. 12. Sept. 1857 in Gnoien 
(Mecklenburg-Schwerin), Schttler von Fohle in Dresden und von Ferd.Kellerin 
Karlsruhe, lebte hier, in Berlin und zog später nach Harzbarg am Harz. Namhafte 
Bilder von ihm sind: „Der Fischer' nach Goethe, Der Blumen Bache, Bin Sommer- 
nachtstraum, Die Peri an der Himmelspforte und die Bildnisse des Dichters zu Potlita, 
des Violinisten Joachim und des Malers Wislicenus. 

HIckel, Anton, Bildnissmaler, geb. 1745 in Böhmisch-Leipa, f 1798 in Hambarg, 
Bruder und Schttler des Joseph H., auch Schttler der Akademie in Wien. Sr reiste 
1777 durch die Schweiz nach Frankreich, wo er die Königin Marie Antoinette nnd 
deren Freundin, die Prinzessin Ton Lamballe, malte, ^en noch bedeutenderen 
Namen machte er sich in London durch zahlreiche Bildnisse in LebensgrOsse Ton 
warmem Golorit und viele Familienbilder. 

Hickel, Joseph, Bildnissmaler, geb. 1736 oder 34 in Böhmisch-Leipa, f 1807 in 
Wien als k. k. Kammermaler, Bruder des Vorigen, Schttler seines Vaters, malte schon mit 
15 Jahren ein Altarbild fttr die Kirche zu Hfarsäberg in Böhmen, kam mit 20 Jahren nach 
Wien, besuchte die Akademie, portraitirte mehrere Personen des Hofes, wurde Ten der 
Kaiserin Maria Theresia nach Mailand, Parma und Florenz geschickt, um Bildnisse 
hochgestellter Personen zu malen und ward Mitglied der Akademie in Florenn. 
Nach seiner Bttckkehr malte er in Wien ein viel bewundertes Bildniss des Kaisers 
Josephs IL und wurde auch hier Mitglied der Akademie. Man zählt von ihm mehr 
als 8000 Bildnisse. 

HIeks, George Edgar, engl. Genremaler, geb. 1824 in Lymington (Hampshire^ 
vertauschte das Studium der Medicin mit dem der Malerei und trat 1844 in die 
Akademie in London. Auf sein erstes namhaftes Bild : Die Lerche am ffinunelsthor 
(1855) folgte 1859 der populär gewordene Dividendentag in der Bank und Bilder von 
bisweilen flttchtiger Pinselftthrung, z. B. Das Postbureau (1860), Wohnungswechsel 
(1866), Der Billingsgate-Markt in London, Die neue Hoffnung, Bttckkehr vom Aehren- 
lesen (1876), Buth, Die Moabiterin, Die Frau des Fischers u. s. w. 

Hieks, Thomas, amerikan. Bildnissmaler, geb. 1823 in Pennsylvanien, besoehte 
die Akademie von Philadelphia und Newyork, brachte 1841 als sein erstes grösseres 
Bild den Tod Abels, verweilte 1845—49 in Europa^ namentlich in Bom und besnehte 



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fllddemaim — ffildebrand. 117 

in Paris das Atelier Coatnres. 1851 wnrde er Mitglied der Nationalakademle in 
New-Tork und Präsident der Ettnstlergesellschaft. Zu seinen trefflichen, populär 
gewordenen Bildnissen von geistvoller Auffassung gehören der Schauspieler Bdwin 
Booth, der Reisende Dr. Kane, der Dichter Brjan^ I^ngfellow, Frau Harriet Beecher- 
Stowe, der Staatsmann Bayard Taylor u. A. 

Hiddenuuui. Friedrich Peter. Genremaler, geb. 4. Oct. 1829 in Düsseldorf, 
t 19. Jan. 1892 das., trat 1849 in die dortige Akademie, bildete sich bis 1856 unter 
Th. Hildebrand und Schade w, bereiste Deutschland, Frankreich und die Nieder- 
lande und liess sich in seiner Vaterstadt nieder. Nach einigen historischen Bildern 
widmete er sich ausschliesslich dem Qenre, das er mit feiner Beobachtung, treffender 
Charakteristik, gesundem Humor und kräftigem Golorit behandelte. Zu seinen besten 
Bildern gehOren: Feine Sorte, Das Hochaeitsfest, Dilettanten-Quartett (1663, Museum 
in Königsberg), Kaffeegesellschaft, Aus vergangenen Zeiten, Das Wunderthier, Ein 
Wiedersehen (1869), Preussische Werber zur Zeit Friedrichs d. Gr. (1870, Nat.-Gal. 
in Berlin), Picknick im Walde, Ungebetene Nachbarschaft (1872), Westfälische 
Begräbjiissfeier (Kunsthalle in Karlsruhe), und weniger gelungene Illustrationen au 
Friti Beuters „üt mine Stromtid*. 

Hiebet, JohABBy Maler, geb. 1681 in Ottobeuren, f 1755 in Prag, bildete sich 
in München unter Kaspar Sing, ^ag 1706 mit dem Maler Poaxo nach Wien und 
nahm in Architektur- und Freskohildern dessen Manier an, liess sich 1709 in Prag 
nieder, wo er in der Kirche zu St. Clemens malte, die Bibliothek am Olementinum 
und andere kirchliche Gebäude mit Fresken schmttckte. 

Hieber. Haas, Architekt der I.Hälfte des 16. Jahrb., baute von 1519^38 die 
Neupfarrkircne in Begensburg, in der Anlage und Oonstruction noch gothisch, aber 
mit willkfirlicher Umbildung des Fenstermasswerks in den üebergängen zur Renaissance. 

HIen, Daniel, Maler, geb. 1725 in Strassburg, f 1778 in Zweibrflcken, Schiller 
Ton Konrad Mannlich, von Criyelli und in Paris von Oudry, mi^te Blumen, 
Frttchte und allerlei Stillleben. Derartige Bilder von ihm in den Galerien zu Augsburg 
und Schieissheim. 

Hierl-Deronooy Otto, Historien- und Bildnissmaler, geb. 23. Juli 1859 zu 
Memmingen (Schwaben), Schüler von Löfftz und Wilh. Diez auf der Akademie 
in München, wo er sich niederliess. Von ihm werden genannt : Verhaftung Ludwigs XVI. 
und seiner Gemahlin auf der Flucht in Varennes 1791, Marie Antoinette während 
des Eindringens des Pöbels in die Tuilerien 1792, Der Schäfflertanz in München, Der 
Metzgersprung in München und einige Bildnisse. 

Hienehl-MlBerbi, Joa^ini, Landschaftsmaler, Lithograph und Radierer, geb. 
18. März 1834 inTriest, bildete sich dort unter Fiedler, in Wien unter y. Haanen 
und Püttner und später in Italien. Br malte Landschaften in Oel und Aquarell, 
lithographlrte eine Sammlung TOn Ansichten aus dem Osterreichischen Kaiserstaat, 
und radierte eine Serie von 80 landschaftlichen Blättern. Br wurde Mitglied der 
Akademien von Venedig und Parma. 

Highmore, Joseph, Bildnissmaler, geb. 13. Juni 1692 in London, f 3. März 
1780 in Ganterbury, ging vom Advocatenstande 1707 zur Kunst über und studirte 
10 Jahre auf der Malerakademie, lieferte infolge seiner anatomischen Studien Zeich- 
nungen zu Cheseldons ^Anatomie des menschlidien Körpers'' (1722), malte zahlreiche 
Familienbilder fürstlicher Personen, bereiste Holland und Paris, malte auch biblische 
Historienbilder, war aber den grössten Theil seines langen Lebens Bildnissmaler, 
schrieb auch über Bilder von Rubens nnd über religiöse Gegenstände. 

Hild, Joseph, Architekt, geb. 1810 in Ungarn, bildete sich für sein Fach in 
Rom, baute 1832—37 in Erlau die Kathedrale im antiken Stil, das Rathhaus und das 
Komitatsgebäude in Budapest, die Kirche in der Leopoldstadt daselbst und vollendete 
den Dom in Gran. 

Hildebrand, Adolf Ernst Robert, Bildhauer, geb. 6. Oct. 1847 in Marburg, 
Sohn des bekannten Nationalökonomen B r u n o H. (f 1878), übte sich früh im Zeichnen 
und Modelliren, bildete sich unter K r e 1 i n g in Nürnberg sowie unter Zumbusch in 
München, und studirte in Italien die alten Meister. Schon seine ersten Arbeiten 
idealen Inhalts, aber realistischer Behandlung zeigten sein bedeutendes Talent, z. B. 
die Bronzestatuette eines trinkenden Knaben, Der schlafende Hirt (Marmor, Privat- 
besitz in Leipzig) und Andere, die in Wien grosse Anerkennung fanden. 1874 nahm 
er seinen bleibenden Wohnsitz in Florenz, wo er sich besonders die florentinisohen 
Meister des 15. Jahrh. zum Vorbild für seine idealen Werke nahm. Dahin gehört 
nicht nur die Büste des Schriftstellers Karl Hillebrand, sondern auch die ganz im 
AUf-etne. Küastiei^Lericoi.. a Anfl. 2. Band. ^^.^.^^^ ^^ GoOglC 



It8 fiildebrand — HUdebrandt. 

Geist der Antike dnrchg^eftthrte Mannorfigur eines Adam (1878, Masenm in Leipzig), 
die Bronzefigor eines Wassergiessers, die Marmorfigur eines nackten jungen Mannes 
(1884, Nationalgalerie in Berlin), Der Baaembursche der zwischen den Beinen ein 
Schwein hült (1887) und der Eugelspieler. Von ihm femer ein Monumentalbnumen, 
der in den Mflnchener Anlagen errichtet wird. In der Concurrenz fUr das Kaiser 
Wilhelm-Denkmal in Berlin ist sein ungewöhnlich stilvoller Entwurf einer Grabkapelle 
hervorzuheben. Als hervorragender Aesthetiker zeigte er sich kürzlich in seinem 
Buch „Das Problem der Form^ dessen werthvoller Gehalt leider in ein Gewand 
complicirter und undeutlicher Bedeweise gehflllt ist. 

Hildebrand, Ernst^ Genre- und Bildnissmaler, geb. 8. März 1838 in Falkenberg 
(Niederlansitz), Schüler von Steffeck in Berlin, wo er thätig war, bis er 1876 
Professor an der Kunstschule in Karlsruhe wurde. Br war zunächst decorativer 
Maler, z. B. in der Villa Baven^ in Berlin, wo er Bilder aus der G^eschichte der 
Hugenotten ausführte, dann folgten Bildnisse und Genrebilder von realistischer 
Behandlung und wirkungsvollem Colorit, z. B. Das kranke Kind, Die Harzer Küche, 
Die Beue, und Historienbilder, wie Margarethe im Kerker, TuUia treibt ihr Gespann 
über den Leichnam ihres Vaters, Die Königin Luise auf der Flucht nach Memel 
(1889, Nationalgalerie), historische Bilder in der Aula des Gymnasiums zu Minden 
und unter seinen Bildnissen das CoUectivbildniss der Familie des verst. Kaisers 
Friedrich und das des Grossherzogs und der Grossherzogin von Baden. 

Hildebrand (nicht Hildebrandt), Ferdinasd Theodor, Historien-, Bildniss- 
und Genremaler, geb. 2. Juli 1804 in Stettin, f 29. Sept. 1874 in Düsseldorf, besog 
1820 die Akademie in Berlin, wurde 1828 Sdiüler von Schadow, dem er 1826 
nach Düsseldorf folgte, mit dem er auch 1829 Belgien besuchte. Dann bereiste er 
noch Italien, wo er sich allmählich zum romantischen Realismus ausbildete. 1886 
wurde er Professor an der Akademie in Düsseldorf und blieb in seiner Lehrthätigkeit, 
bis er sie 1854 wegen Erkrankung aufgeben musste. Unter seinen grossentheils sehr 
werthvoUen Bildern besitzt die Berliner Nationalgalerie: Die Bäuber (1889), Der 
Krieger und sein Kind (1832); andere hervorragende Bilder sind: König Lear um 
Cordelia trauernd (1826), Tancred tauft Clorinde (1828), Die Märehenenihlerin 
(1832), Der kranke Bathsherr (1833), Die Söhne Bduards (1835, Hauptbild, jetzt Inder 
Nationalgalerie, zweimal wiederholt), Wolsey im Kloster, Othello der dem Brabantio 
und der Desdemona seine Thaten erzählt (1847), Judith im Begriff den Holofemes 
zu tödten. Der Doge und seine Tochter (Museum in Stettin); ebenso unter seinen 
Bildnissen das Familienbild Bendemanns, Der Prinz Friedrich vonPreussen, Prinzessin 
Albrecht von Preussen, Graf von Stolberg-Wemigerode, Der Minister v. d. Heydt^ 
Der Kupferstecher Thelott, Der Maler Wappers (1849, Museum in Düsseldorf). 
Durch alle diese Bilder wurde er der Bahnbrecher der realistischen Bichtung in 
Düsseldorf. Er war Mitglied der Akademie von Berlin und Wien und hatte den 
preuss. rothen Adlerorden. 

HUdebrand, Jobann Lucas von, Baumeister des Barockstils, geb. 1666, f 1745 
in Wien, baute 1693—1724 für den Prinzen Eugen von Savoyen das jetzige Lnstschlosa 
Belvedere in Wien, das den Barockstil seiner Zeit in weniger geschma^oser Weise, 
als manche andere Gebäude an der Stirn trägt. 

Hildebrandt, Eduard, berühmter Landschaftsmaler, geb. 9. Sept 1818 in Danzig 
t 25. Oct 1868 in Berlin, war hier Schüler vonWilh. Krause und 1841—43 von 
Isabey in Paris, machte 1843—45 seine erste transatlantische Heise nach Brasiliea, 
lebte dann in Berlin, reiste 1847 nach Madeira, Spanien und Portugal, 1851 in den 
Orient, 1856 nach Skandinavien bis zum Nordcap, und trat 1862 seine grösste Reise 
über Ostindien, China, den Stillen Ocean, Westindien und zurück über England nach 
Berlin an (1864). In seinen ersten Reisen genügte ihm die Behandlung der gewöhn- 
lichen Naturerscheinungen, später und namentiich auf der letzten Reise um die Erde 
ging er nur auf den malerischen Effekt aus und behandelte das Phänomenale and 
Absonderliche in den Naturerscheinungen, so dass er auch zum Bizarren und Grotesken 
kam. Immer aber und namentlich in zahlreichen Aquarellen zeigte er eine unglaub- 
liche Virtuosität der Technik, die auch die schwierigsten Aufgaben mit Leichtigkeit 
löste. Nur an der Aufgabe, das Meer unter dem Aequator darzustellen, scheiterte 
seine Kraft. Unter seinen fast zahllosen bedeutenden Bildern befinden sich in der 
Nationalgalerie zu Berlin: Die Küste der Normandie (1846), eine Winterlandschaft 
(1846), Strand bei Abendlicht (1855) und Schloss Kronborg bei Helsingör (1857), in 
der Galerie Raven^ zu Berlin: Strasse in Lyon (1843), Die Feierstunde, Winter- 
vergnügen (1847), Blick auf Santa Gloria bei Rio de Janeiro (1847), Strasse in Ronen 



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fiildebrandt — HiUemacher. lf9 

und Irländische Banernhütte (1850), andere Bilder sind: Grosses Nilbild, Alpengltthen, 
Jemsalem, Bethlehem mit dem Hirtenfeld, Der Teich Bethesda nnd ans den Tropen- 
ländern: Tropischer Regen, Brasilischer Urwald nnd wiedemm: Mitternachtssonne 
am Nordpol. Mehr als 300 seiner Aquarelle wurden durch lithographischen Farben- 
druck yervielflütigt (1872 ff.). 1854 wurde er Professor, 1855 Mitglied der Berliner 
Akademie; in Paris erhielt er die goldene Medaille 2. Kl. und das Bitterkreuz der 
Bhrenleffion. — Seine Biogr. v. Fanny Arndt (1869). 

HUdebrandt^ Fritz, Marinemaler, geb. 1819 in Danzig, f 1865 in Born, Bruder 
des Vorhergehenden, ebenfalls Schüler von Krause in Berlin und von Isabej 
in Paris. 1847 begleitete er seinen Bruder auf dessen Beise nach England nnd ging 
1865 nach Italien, um durch einen Winteraufenthalt in Neapel seine Gesundheit zu 
st&rken, starb aber schon in Bom. Er malte Marine- und Küstenbilder von der Insel 
Rügen, aus Havre, der Normandie und von der Küste yon Livomo. 

Hlldegardus, kölnischer Maler der 1. Hälfte des 16. Jahrb., von dem 2 Flügel 
eines grossen Altarwerkes in der katholischen Kirche zu Dortmund erhalten sind. 
Es sind 4 Scenen ans dem Leben der Maria in kurzen, derben Gestalten und knitteriger 
(Gewandung. 

Hllgen, Jobann Baptist, Schriftstecher aus Köln, der gravirte, reich verzierte 
Thflrschilder und Gedenktafeln verfertigte, auch eine kunstreich gearbeitete, metallene 
Votivtafel, jetzt im Dom zu Köln. 

Hilgers, Karl, Bildhauer, geb. 17. Jan. 1844 in Düsseldorf, bildete sich hier 
unter Witt ig nnd in Rom, seit 1876 in Berlin ansässig. Seine Hauptwerke sind: 
Der Genius der Kunst (Bronzefigur), Statue des Königs Friedrich Wilhelm I. in 
Potsdam, eine Colossalgruppe der Eva an der Leiche des erschlagenen Abel, ein 
treffliches Kriegerdenkmal in Düsseldorf und die Statue einer Muse für die National- 
galerie in Berlin. 

Hilgers, Karl, Landschaftsmaler, geb. 14. April 1818 in Düsseldorf, f 3. Dec. 
1890 das., besuchte 1833—40 die dortige Akademie und blieb, mit Ausnahme eines 
Usgeren Aufenthalts in Berlin, hier ansässig. In Oelbildem wie in Aquarellen 
behandelt er vorzugsweise die winterliche Natur, Bilder von schöner Stimmung und 
sorgfUltiger Ausführung der Details. In der Galerie Ravenö zu Berlin von ihm : 
Einige Winterbilder, Sturm im Gebirge, Fischerhtttte am Strande; andere Wlnter- 
landBchaften im Museum zu Danzig und in Düsseldorf. 

Hllker, Cfeorg Gbristian, dänischer Decorationsmaler, geb. 5. Juni 1807 in 
Kopenhagen, f 13. Jan. 1875 das., anfangs Landschaftsmaler, kam 1832 durch den 
Bildhauer Freund zur Decorationsmalerei, ging, um sich darin auszubilden, nach 
Italien und lebte 3 Jahre in Rom und Neapel. Hier entwarf er mit Konstantin 
Hansen den Plan für die Ausschmückung der Universitätsgebäude in Kopenhagen, 
leitete nach seiner Rückkehr die Decorationsarbeiten im Thorwaldsen-Museum und 
malte im dortigen Bankgebäude und in mehreren Schlössern. 

HilL David Octavius, engl. Landschaftsmaler, geb. 1802 in Perth, f 17. Mai 
1870 in Efdinburg, wo er Schüler von Andrew Wilson wurde, seinen Wohnsitz 
nahm, Bilder aus der dortigen Umgegend malte, einer der Gründer der schottischen 
Akademie und Secretär derselben wurde. Seine meisten Bilder sind Landschaften 
und ländliche Genrebilder, auch ein grosses Bildnissstttck, darstellend die Stiftung 
der freien Kirche mit 470 Bildnissen (1843); 1841 gab er unter dem Titel «Das Land 
von Bums'* eine Reihe von 60 Landschaften heraus. 

Hill, Tbomas, amerik. Landschaftsmaler, geb. 1819 zu Birmingham in England, 
kam mit seinen Eltern 1841 nach Taunton (Massachusetts) und widmete sich seit 
1844 anfangs in Boston, später in Philadelphia der Malerei, bis er 1861 nach San 
Francisco ging. In Cambridge (Massachusetts) malte er üs sein erstes bedeutendes 
Bild das Tosemitethal, das grosse Anerkennung fand. Dann folgten unter seinen 
nachherigen Bildern eine Partie aus den Weissen Bergen, Der grosse Cafion in den 
Sierras von Califomien, Die Heimath des Adlers u. A. 1871 zog er wieder nach 
San Francisco. 

HUlemaeber, Eugene Emest, franz. Genremaler, geb. 1818 in Paris, f 2. März 
1887 das., behandelte mit grossem Geschick, aber ohne grosse Wärme des Gefühls 
Scenen aus dem Leben der Dichter und Künstler, sowie die Sitten unseres Jahr- 
hunderts. Aus der grossen Zahl derselben nennen wir nur: Andächtige um einen 
Beichtstuhl der Peterskirche (1855, im Luxembourg), Die belagerten Inwohner von 
Ronen im J. 1418, Rubens malt das Bildniss seiner Gattin, Moliöre und seine Haus- 
bälterin. Der l^ährige Mozart dirigirt die Messe, Poussin vor Ludwig Xin., 



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18Ö ttillemacher — Hilton. 

Gatenberg und Fast bei den ersten typographiscben Yersachen (1860), Napoleon I. 
mit Goethe und Wieland, dazu später: Einzug der Türken in die Sophienkirche zu 
Constantinopel (1876), Die schlafende Schönheit des Waldes, eine Famiiienmahlzeit in 
der Picardie u. A. Er erhielt verschiedene Medaillen 1. und 2. El. und 1865 das 
Ritterkreuz der Ehrenlegion. 

Hillemaclier, Fr^d^ric D^irä, Zeichner und Radierer, geb. 28. Juni 1811 in 
Brflssel, Bruder des Vorigen, als Künstler Autodidakt, radierte einige gute Blätter: 
Maria mit dem Kinde nach A. Solario, die Eucharistie nach Vicente Joanes, der 
Dudelsackpfeifer nach Teniers, der Goldwäger nach Robert-Fleury und einige Bildnisse. 

Hlllerfltrto) M. Per, schwedischer Maler und Zeichner, geb. 1775 in Stockholm, 
t nach 1823, wurde 1805 Rektor der Modellschule der dortigen Akademie und malte 
heitere, anmuthige Bilder aus dem bürgerlichen Leben der Bewohner seiner Vaterstadt. 

HlUiard, Nicholas, engl. Miniaturmaler, geb. 1547 in Bxeter, f B. Jan. 1619 
in London, war Goldschmied, trieb aber daneben die Miniaturmalerei, die Bildschnitzerei 
und war Bildnissmaler, der vorzugsweise die Mitglieder der englischen Königsfamülie 
unter Königin Elisabeth und Jakob I. darstellte. Man hat von ihm mehrere Bildnisse 
dieser Königin, sowie der Maria Stuart. Um 1587 gravirte er das grosse engiische 
Staatssiegel. 

HiUlgaert^ Paulns ran, holländ. Maler, geb. 1595 oder 96 in Amsterdam, f 1640 
das. Von ihm im Reichsmuseum zu Amsterdam Die Schlacht bei Nienwpoort, Die 
Abdankung der Söldner in Utrecht 1618 (1627), Die Belagerung von Herzogenbusch 
1629, Ausritt des Prinzen Moritz von Oranien zur Jagd, Bilder, die theils an Snayers, 
theils an Esaias y. d. Velde erinnern. 

Hllliiigford, Robert Alexander, engl. Genremaler, geb. 1828, ginff schon 1841 
nach Düsseldorf, wo er 5 Jahre Schüler der Akademie war. Dann maoite er seine 
Studien in München, Florenz, Rom und Neapel und kehrte 1864 nach England zurück, 
wo er in der Akademie zu London und in Leeds viele Genrebilder ausstellte, darunter: 
Vor dem Turnier (1868), Der Waffenschmied (1872), Auf der Wanderung des 
Prätendenten Karl Eduard, Eine Scene aus dem Jugendleben Ludwigs XTV., Die 
Flucht Jessicas, Evangeline, Der Heirathscontract u. A. Die Akademie in St. Petersburg 
ernannte ihn zu ihrem Ehrenmitglied. 

HiUner. Chrigtoph, Maler, geb. 1745 in Breslau, f 1812 in Potsdam, wurde 
1763 in Berlin Schüler von Rode, studirte dann die Bildergalerie in Sanssouci, 
bildete sich seit 1773 in Rom unter Pompeo Batoni und copirte im Vatikan die 
Schlacht zwischen Constantin und Maxenüus nach Raffaels Entwurf. Nach 1777 
besuchte er andere Städte Italiens, ging nach Paris, studirte in Antwerpen die Meister- 
werke von Rubens und kehrte nach Potsdam zurück, wo er Professor an einem 
Handzeichnungsinstitut wurde. 

HtilSy Robert, engl. Aquarellmaler und Radierer, geb. 26. Juni 1769 inislington, 
t 14. Mai 1844 in London, hatte zwar John Grosse zum Lehrer, bildete sich aber 
mehr als Autodidakt. Sein erstes Bild war 1791 eine Waldscene mit Zigeunern, 
worauf 1792 eine Landschaft folgte. 1804 wurde er einer der Gründer der Aquarellmaler- 
Gesellschaft und Secretär derselben, stellte von 1818 — 23 zahlreiche Bilder in der 
Akademie und eine fast übergrosse Zahl von Zeichnungen in der Aquarellmaler- 
Gesellschaft aus, namentlich Hbsche und andere Jagdthiere, mit denen er auch oft 
die Bilder Anderer staffirte. Man hat von ihm im Britischen Museum 1240 radierte 
Blätter. 1816 gab er „Skizzen ans Flandern und Holland^ mit 36 AquaÜntastichen 
heraus. Gegen das Ende seines Lebens wurden seine Zeichnungen weniger lobenswerth. 

Hlltengperger, Johann Georg, Historienmaler, geb. 1806 in Haldenwang bei 
Kempten, f 14. Juni 1890 in München, besuchte seit 1822 die dortige Akademie 
unter Langer, bildete sich weiter in Düsseldorf unter Cornelius, dem er 1825 
nach München folgte. Hier betheiligte er sich bei den Fresken in den Arkaden des 
Hofgartens, reiste für König OiUdwig nach Neapel und Pompeji zum Studium der 
antiken Malereien, malte hierauf im Königsbau zum Theil nach Entwürfen von Schnorr 
und Schwanthaler, malte die Giebelfelder des Hoftheaters und die Fresken des 
Maximilianeums (die olympischen ^iele und Roms Blütheseit unter Augustus), in der 
Säulenhalle des neuen Postgebäudes, in Gemeinschaft mit Anderen in den Loggien 
der alten Pinakothek und die Einweihung des Doms zu Bamberg durch den Patriarchen 
von Aquileja in Gegenwart Kaiser Heinrichs 11. (1868). Er war Professor an der 
Münchener Akademie. 

HiltoB, Wlllian, engl. Historienmaler, geb. 3. Juni 1786 in Lincoln, f 30. Dec. 
1849 in London, war zunächst Schüler des Meszotintostechers Raphael Smith, trat 



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Hilyerdink — HintEe. 181 

1806 in die Akademie, wo er auch Anatomie stndirte. Sein erstes bedeutendes Bild 
war 1811 die Grablegfong Christi, sodann Christns lieilt einen Blinden, und Magdalena 
salbt die Fttsse Jesu. 1818 besachte er Italien, worde 1820 Mitglied der Akademie 
and malte ids seine besten Werke: Die Natar macht ihren Widern Seifenblasen 
(1881), Die Dame Im Zaaberstnhl (1823), Die Domenkrönong (1823), Die Kreozigang 
(1827), Sir Calepine befreit Serena (1831), Der Engel befreit Petrus ans dem Ge- 
filngniss, Una (1832), Bditha sacht den Leichnam Haralds (1834), Herodes (1838). 
Im Ganzen fanden seine Werke während seines Lebens nicht genügende Anerkennong. 

HÜTerdlnk, Eduard Alexasder, hoU&nd. Maler von Landschaften nnd Stttdte- 
bildem, geb. 12. Mai 1846 in Amsterdam, Sohn und Schüler des Johannes H., 
machte Studienreisen in HoUand und Deutschland und Hess sich in seiner Vaterstadt 
nieder, wo er lobenswerthe, wenn auch künstlerisch nicht hervorragende Bilder, 
häufig Stadtanaichten aus Holland malte. 

HÜTerünk, Joliaiines, hoUänd. Marine- und Landschaftsmaler, geb. 98. Jan. 
1813 in Groningen, Schüler von A. J. Daiwaille und der Akademie seiner Vater- 
stadt, besuchte Deutschland, Belgien und die Küsten des mittelländischen Meeres 
nnd malte sehr geschätzte Marinebilder, z. B. Nach dem Sturm, Das T bei Seeburg u. A., 
die ihm rerschiedene Medaillen eintrugen. 

Hinohüff, John Elley, engl. Bildhauer, geb. 1776, t 1867, war 20 Jahre lang 
Gehilfe und Mitarbeiter Flaxmans, nach dessen Tode er mehrere von dessen Werken 
vollendete, z. B. die Statue John Kembles in der Westminster-Abtei. Seit 1814 
stellte er selbständige Werke aus: Der Kampf Christi gegen Apollyon (Offenb. 
Joh. 9,11), Leonidas bei den Termopylen, Venus und Amor us Morgen- und Abend- 
Stern. Dann folgten nach 1818 einige Büsten und von 1820—60 nodi monumentale 
BUdwerke und Reliefs. 

HincUlff) John James, engl. Kupferstecher, geb. 1805, f 16. Dec 1876 in 
Walton-by-Glevedon (Somersetshire), Sohn des John Elley H., verkehrte viel mit 
dem Bildhauer Flazman, mit John Landseer, Creswick, Barrett, AUom und Bartlett, 
stach für Batties „Burgen und Abteien von England*, für Neales „Wohnsitze von 
BdeUeuten^ und Gastineaus „Malerische Gegenden in Wales*. 

Hinckley, Thomas Hewes, amerikan. Landschafts- und Thiermaler, geb. 1813 
in Milton (Massachusetts), erlernte nur das Zeichnen in Philadelphia, bildete sich im 
Uebrigen als Autodidakt, begann in Boston die Bildniss- und Landschaftsmalerei, 
machte aber seit 1843 die Thiermalerei zu seinem Hauptfach, Hess sich 1845 in seiner 
Vaterstadt nieder und machte 1851 eine Reise nach Enfi^land, um die Werke Landseers 
und anderer Meister zu studiren. Seine in Amerika sehr geschätzten Bilder befinden 
sich in fast aUen Hauptstädten der Vereinigten Staaten. 

Hinderheisel) Friedrich, Erzgiesser von Nürnberg, lebte von 1636—1708. 
Man sieht dort von ihm auf dem Johanniskirchhof die Gr^platte des Stephan Jakob 
Silberrad (1683) und des Hieronymus Paumgärtner nnd in der Johanniskirche die 
Stuberbergische Gedenktafel. 

Hindorf, Alftred, Maler, geb. 12. Mai 1824 in Kurland, war viele Jahre Pionier 
in der preuss. Armee, wurde 1863 Oberleiter des Ausbaus der Burg Hohenzollem 
und Hess sich nacliher in Charlottenburg nieder. Von ihm im Museum zu Köln Der 
Sommermorgen auf dem Faulhom (1877), im Museum zu Breslau Der Einzug König 
Wilhelms und des Kronprinzen in Breslau am 18. Sept. 1866. 

Hfaie, H« G*9 engl. Landschaftsmaler, geb. 1810, f 21. März 1895 in London, 
malte in Aquarell häufig ans verschiedenen Gegendes Englands Dünen, Flachland and 
Marinen von grossartiger Auffassung und tiefer Empfindung. Er war Vicepräsident 
des Instituts der Aquarellisten in London. 

Hinestrosiu Don Juan de. spanischer Bildhauer, f 1765 in Sevilla, fertigte in 
grosser Natnrwahrheit allerlei kleinere Säugethiere und Vögel aus Holz, Thon und 
Teigmasse, die er dann bemalte. 

Hinrick (Heinrich) v. Magdeburg, Kunstgiesser, fertigte 1437 für die Marien- 
kirche in Berlin einen runden, von 4 Drachen getragenen Taufkessel mit 15 Reliefs. 

Htnterholzer. Franz, Landschaftsmaler, geb. 15. Dec. 1851 in Salzburg, Schüler 
der Akademie in München, Hess sich in seiner Vaterstadt nieder. Bekannt wurden 
von ihm die Bilder: Am Bache, Der sagenhafte üntersberg bei Salzburg. 

Hintze. Johaui Heinrich. Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 1800 in 
Berlin, Schüler von Vülcker, bildete sich auch durch Reisen in Deutschland und 
Oesterreich, thätig seit 1830 in Berlin. Unter seinen zahlreichen Bildern sind zu 
nennen eine Ansicht von Nürnberg, Schloss Ambras in Tirol, Die Stephanskirche in 



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132 Hiolle — Hirschvogel. 

Wien, Partie ans der Gegend von Meran, Die Lorenzkirche in Nürnberg, Der Dom 
in Xanten, Der Dom in Köln, Das Münster in Bonn, Da« Schioss in Berlin, Das 
Erenzherrenstift in Prag mit dem Blick auf den Hradschin (Museum in Königsberg) 
und viele Andere. 

Hiolle, Emest Engine, franz. Bildhauer, geb. 6. Mai 1834 in Yalendennes, 
t 6. Oet. 1886 in Bois-le-Roi bei Paris, war in Paris Schüler von Grandfils and 
Jonf fr DJ, besuchte die Ecole des beaux-arts und erhielt hier 1862 den grossen 
römischen Preis. Er schuf Bildnissbttsten und geniale Idealbildwerke, z. B. die Büsten 
Yon Bobert Fleury, General Martimprey, VioUet-le-Duc, Ghenavard, Carpeaux u. A., 
unter den übrigen Bildwerken eine Statue desNarciss (1869), Arion auf dem Delphin 
(1870, beide im Luxembourg), eine Statue des St. Johann Ton Matha für das Pantheon 
und eine Victoria für ein Kriegerdenkmal in Gambrai. Seine Arbeiten brachten ihm 
yiele Medaillen ein, ausserdem erhielt er 1873 das Bitterkreuz der Ehrenlegion. 

Hiome) Francis, engl. Architekt, geb. 1741 in Warwicic, f 9. Dec. 1789 das., 
einer der frühesten Gothiker in England, baute die Kirche in Tetbury (Gloucestershire) 
und 1776 die Kirche in Stony Stratford, zeichnete auch das Herrenhaus in Foremark 
(Derbyshire) und mehrere grössere Bauten in Warwick. 

Hippodamos, griech. Baumeister und Sophist aus Milet, bekannt durch seine 
Städteanlagen, erbaute Rhodus (408 y. Chr.) und machte die Anlagen des Piraeus 
(um 460), stets nach bestimmten geometrischen Prinzipien. 

Hire (oder Hyre), Laurent die la, franz. Maler, und Kupferstecher, geb. 
27. Febr. 1606 in Paris, f 28. Dec. 1656 das., anfangs Schüler seines Vaters £ t i e n n e 
de la H., der in Polen als Maler lebte, dann Nachahmer des Primatiocio in 
Fontainebleau und Schüler von Lallemand. Eines seiner ersten und besten Bilder 
war das Martyrium des heil. Bartholomäus. Im Louvre von ihm 9 Bilder, theils 
religiösen Inhalts, theUs Landschaften (aus den Jahren 1630—53), die nur kunst- 
geschichtlich Yon Interesse sind. Im Hofmnseum zu Wien eine Himmelfahrt der 
Maria. 1648 war er einer der Gründer der Akademie in Paris. 

Hirsch, Philipp, Steinschneider, geb. 1784 in Stralsund, Todesjahr unbekannt, 
war von 1803 bis 1806 auf der Akademie in Berlin, ging dann nach Karlsruhe und 
wurde wttrttembergischer Hofgraveur. Von ihm die in Edelstein geschnittenen Bildnisse 
des Königs und des Kronprinzen von Württemberg, des Grossherzogs von Baden, 
Danneckers, Goethes und Schillers. 

Hlrscnely, Kaspar, Blumen und Stilllebenmaler, geb. um 1701 in Prag, f 1745 
das., Schüler des Blumenmalers Angermayer. Von ihm im dortigen Budoliinum 
7 Bilder von Stillleben und Blumensträussen. 

Hirschfelder, Salomon, Genremaler, geb. 16. Mai 1832 in Dettensee bei Horb 
am Neckar, Schüler der Akademie in München, wo er sich 1853 niederliess. Unter 
seinen Genrebildern nennen wir nur: Eine Scene aus dem Feldzuge von 1871, Die 
Brotyisitation, In Gefangenschaft, Verblüfft, Das Dienstbotenbureau, Ein Brief vom 
Schatz u. A. 

Hirschhäater, Joseph, Bildhauer, geb. 6. Mai 1801 In Wien, f 26. April 1859, 
Schüler der dortigen Akademie, lebte von 1838—45 in Baden bei Wien. Seine 
Werke sind namentlich Büsten von Bildnissen seiner Zeitgenossen, Bildnissmedailions 
und Statuetten aus Bronze. 

Hirsch!, Adolf, Historienmaler, geb. 31. Jan. 1860 in Temesvar (Ungarn), 
besuchte seit 1874 unter Eisenmenger die Akademie in Wien, wo er ein be- 
deutendes Talent zeigte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris wurde er Schüler 
yon Leopold Karl Müller in Wien, debütirte 1881 mit dem grossen Bilde Ans 
dem Zuge Hannibals über die Alpen, das in Wien den Kaiserpreis erhielt. Dann 
begleitete er seinen Lehrer Müller auf einer Studienreise nach Aegypten und brachte 
1883 das trefflich componirte grosse Bild des Einfalls der Vandalen in Bom. Ausser- 
dem von ihm: Die Pest inBom,Ahasver, Die heil. Cäcilia und Ein Hochzeitszug (1891). 

HIrschTogel, Künstlerfamilie des 15. und 16. Jahrb. in Nürnberg, zu welcher 
gehören: 1) Veit d« Ae«, geb. 1461, f 1525, war Glasmaler, der in der dortigen 
Sebalduskirche das Mazimiliansfenster (1514) und das erst 1527 vollendete Mark- 
grafenfenster malte. — 2) Unbedeutender war sein Sohn und Nachfolger in ^eser 
Kunst Yelt d« J,, f 1553. — 3) Angnstin H«, zweiter Sohn von Veit d. Ae., geb. 
um 1503, t wahrscheinlich um 1569 in Wien, wo er seit 1530 lebte. Er war nicht 
allein Glasmaler, sondern auch Badierer, Töpfer, Geometer, Ingenieur und Wappen- 
Schneider. Seine Landschaftsradiernngen gehören zu den erfreuliohsten Erseugnisseii 
des Kupferstiches im 16. Jahrhundert. Eine leichte, nur andeutende Technik deutet 



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flirssenberg — Hits. 183 

dwrftof hin, dass er das Eigenthttmliche der Badiemng erfasst hat; seine Auffassung 
ist schlicht and natorwahr. Weniger gelangen ihm Figorenbltttter, wobei seine 
Zeichnung mangelhaft und seine Technik zu anklar and kleinlich erscheinen: z. B. 
Der bethlehemiüsche Kindermord nach Baffael, Die Aaferweckang des Lazarus, Die 
Kreostragung, Der Selbstmord der Cleopatra und einige Bildnisse. 

Hinzenberg, Samael, polnischer Historien- und Bildnissmaler, geb. 22. Febr. 

1866 in Lodz (Russisch-Polen), erhielt seine Ausbildung in Mttndien und in Paris 
and war bis jetzt in München th&tig. Bekannt wurden seine Bilder: üriel Acostaund 
neben ihm der Junffe Spinoza, Talmudisten und einige Bildnisse. 

Hirt, Frledrioli Christoph, Bildniss- und Landschaftsmaler, geh. 26. Not. 1686 
in Darlach, f 1763 in Frankfurt a. M., Schiller seines Vaters, des Honnalers Michael 
K n r a d H., bereiste Deutschland und Frankreich und liess sich in Frankfurt a. M. nieder, 
wo er anmuthige Landschaften, aber auch in LargilUöres Manier Bildnisse malte. 

Hirt, Joltann Cliristiaii, BUdhaoer, geb. 4. März 1886 in Fttrth, bezog 1866 
die Akademie in Mttnchen, wo er Schüler von Widnmann wurde und 1860 die 
silbeme Medaille der Akademie erhielt. Neben dem lebendig und charaktenroU 
behandelten Bildniss sind seine Hauptfächer die Statuette und das kleinere lyrische 
Gtonre, z. B. Faust und Gretchen, Der verweigerte Euss, Haideröslein, Hermann und 
Dorothea, Eine junge Quellnymphe (1881), Nessus und Dejanira, Die von der Schlange 
gebissene Eurydice, Andromeda u. A. 

Hirt, WUlielm Friedricl^ Maler, geb. 11. Febr. 1721 in Frankfurt a. M., f 19. Jan. 
1772 das., Sohn und Schüler des Friedrich Christoph H., wurde 1767 Hof- 
maler des Herzogs von Sachsen-Meiningen, für den er Vieles mi^te. Später bereiste 
er die Schweiz, und malte dort nach der Natur Landschaften mit Viehstaffage, 
staffirte auch die Bilder von Christ. Qeorg Schütz. Im Städelschen Institut von 
ihm 4 Landschaften aas den Jahren 1760 und 1768, auch 2 in der Galerie zu Kassel 
und in Mannheim. 

Hirth dm Frdnes, Bmdolf, Genre- und Bildnissmaler, geb. 24. Juli 1846 in 
Gräfentonna bei Gotha, besuchte 1861—64 die Kunstschule in Nürnberg unter 
Kreling, dann die Akademie in München unter Bamberg, bereiste 6 Jiwrelang 
Holland, Belgien und Frankreich, liess sich in München niäer, zog aber nachher 
nach Diessen am Ammersee. Bilder von ihm sind Die Hopfenlese (1870, Museum 
in Breslau), Armenspeisung in einem Kloster, Blumenmarkt am Allerseelentage, 
Ruhens Grab in der St. Jacobskirche zu Antwerpen, Auf blumiger Au, und viele andere 
Genrebilder und Bildnisse. 

Hittorir, Jakob Ignaz, Architekt, geb. 20. Aug. 1792 in Köln, f 26. März 

1867 in Paris, wo er Schüler von Percier war, königlicher Architekt wurde und 
grosse Bauten errichtete, in denen er als Gegner der (}k>thik den Stil der italienischen 
Benaissance einführte; so namentlich im Wiederaufbau des italienischen Theaters, 
ük Neubau des Thöfttre de l'Ambigu, in einem Grabdenkmal für den Herzog von 
Berri, im Springbrunnen auf der Place de la Concorde, deren ganze decorative 
Disposition sein Werk ist, und in der von seinem Schwiegervater L ep ör e begonnenen 
Kirche St. Vincent de Paul. Als Techniker war er einer der Ersten, der in ausge- 
dehnter Weise das Eisen anwandte. Nachdem er zu wiederholten Malen Deutschland, 
England und 1822—24 mit seinem Schüler, dem Architekten Zanth, Italien und 
SizQien bereist hatte, erwarb er sich grosse Verdienste durch seine Werke «Architecture 
antique de la Sicile'' (1826—80 und 1866>-67), „Architecture moderne de la Sicile^ 
(1880), sowie durch seine Entdeckung der Bemalung der griechischen Bauwerke und 
die dadurch veranlasste „Architecture polychrome chez les Grecs^ (1830) und die 
„Restitution du temple d'Empödocle k Sölinunte'* (1861). Dann folgten noch das 
Panorama der Champs Elystes, der Circus des Boulevard des Filles du Calvaire, das 
Erziehungshans an der Barriöre du Tröne und als seine letzte Schöpfung von Be- 
deutung (1861—66) der Nordbahnhof. — Seine Biogr. von Normand (1867). 

Hitz, Dora, Gtonre- und Bildnissmalerin, geb. 31. März 1866 in Altdorf bei 
Nürnberg, war 1870—78 Schülerin von Lindenschmitin München, folgte einem 
Bufe der Königin von Rumänien nach Bukarest, wo sie bis 1882 thätig war und 
dnen Aquarell-Cyklus zur Dichtung „Ada^ von Carmen Sylva, 2 rumänische Scenen 
und 1888—86 Skizzen zu Wandbildern im Musiksaal des Schlosses zu Sinaia malte. 
Später bereiste sie die Bretagne und die Normandie, wo sie Bilder zu dem Fischer- 
roman des mit ihr engbefirenndeten P. Loti schuf. Nach einer kurzen Thätigkeit 
1891{2 als Bildnissmalerin in Dresden, siedelte sie nach Berlin-Charlottenburg über. 
Dom Zeitgeist Recbiung tragend kommt es ihr auch beim Bildniss hauptsächlich 



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Ig4 Hitzig — Hobbema. 

auf eine künstlerisch selbständige Farbenwirknng an. Neben Bildnissen sah man 
Ton ihr in letiter Zeit das Madonnenthema, Matter und Kind, im Freien und im 
geschlossenen Banm behandelt; dann auch Phantasiekdpfe etc. 

Hitiig) Cfeorg Heinrich Friedrich, bedeutender Architekt, geb. 8. April 1811 
in Berlin, f ü* Oct. 1881 das., Sohn des bekannten Kriminalisten Jolios Eduard H., 
machte seine Stadien aaf der dortigen Baaakademie and 1837 in Paris, war anfangs 
in Berlin and in Triest (Palast Bevoltella) thfttig, später in Gemeinschaft mit 
Knoblanch in Wohnhäasem and Villen nach Schinkels malerischem Prinxip, hftafig 
im Rondbogenstil oder in deatscher BrCnaissance, namentlich in der Victoriastrasse 
and in der nach ihm benannten Hitzigstrasse. 1857 bereiste er Aegypten, Griechenland 
and die TttrkeL Sein erster grosser Monomentalbaa in Berlin war die neue Börse 
(1859—64) im Eenaissancestil mit Sandsteinfa^ade ; dann folgte der 1877 Yollendete 
Baa der Beichsbank, das prorisorische Beidistagsgebäade, das Polytechnikom in 
Charlottenbarg and der Umbau des Zeaghaases in ein Wafifenmaseom and eine 
Rahmeshalle mit mächtiger Kuppel. Seit 1875 war er Präsident der dortigen Akademie 
der Kttnste ; gleichzeitig war er Q^ Regier.- und Baurath, Mitglied der Akademien 
von München, Wien, Amsterdam und Madrid und Inhaber vieler Orden. 

Hitcl, Frau t, Paula, Bildhauer, geb. 1738 in Salzburg, f 22. Jan. 1819 das., 
bildete sich in Wien, Berlin, Dresden und Augsburg. Von ihm Bildwerke in der 
Peterskirche zu Salzbarg, die 4 Jahreszeiten im Hafnerschen Garten bei Loretto, ein 
Blfenbein-Orucifix bei Ftlrst Salm, Christus am Hochaltar im Btirgerspital zu Salzburg. 

Hixon, James Thompson, engl. Aquarellmaler, geb. 1836, f 30. Juli 1868 auf 
der Insel Capri, wurde 1866 MitgliM der Gesellschaf t der Aquarellisten, lebte seiner 
Gesundheit wegen 1867 in Algier, wo er treffliche, mit Figuren staffirte Landschaften 
malte^tarb aber an der Lungenschwindsucht in Capri. 

HlaT4cek, Anton, Landschaftsmaler, geb. 7. Mai 1842 in Wien, musste anfangs 
das Handwerk eines Webers erlernen und war dann Stubenmaler, bis es ihm 1859 
gelang, unter Steinfeld und Alb. Zimmermann Schfller der Akademie zu 
werden, wo er infolge seines ersten Bildes aus Wiens Umgebung in den Stand gesetzt 
wurde, eine Studienreise ins Gebirge zu machen. Unter Alb. Zimmermann malte 
er 1860—62 weitere Gebirgslandschaften aus Salzburg und Steiermark, bereiste die 
Gegend des Königssees in Bayern und malte dort als eines seiner besten Bilder den 
Morgen am Hintersee und den KOnigssee (Hofmuseum in Wien). Dann besuchte 
er £e Rheinufer und den Odenwald und malte den unter dem Namen „Das wUde 
Heer^ bekannten Auszug des Burggrafen von Rodenstein aus der Burg Schnellerts 
im Odenwald. 

Hlarka, Joseph. Architekt, geb. 15. Febr. 1832 in Prestic (Böhmen, Kreis 
Pilsen), Schüler der Akademie in Wien, bereiste für sein Fach Italien, Griechenland, 
Frankreich, Belgien und Deutschland, und führte verschiedene öffentliche und Priyat- 
bauten aus. Nach seinen Entwürfen, z. B. das Geb&rhaus in Fng, die Residenz des 
griechisch-orientalischen Metropoliten, das griechisch-orientaUsche Seminar undl^ester- 
gebäude und die katholisch-armemsche Kirche in Czemowitz. Br wurde Baurath und 
Mitglied der Akademie in Wien. 

Hoare, Prince, engl. Bildniss- und Historienmaler, geb. 1765 in Bath, t 22. Dec 
1834 in Brighton, Sohn und Schüler des William H., trat 1772 in die Akademie 
zu London, wurde 1776 nach Rom geschickt, wo er Schüler von Raphael Mengs 
wurde und die Bilder grosser Meister copirte. 1780 kehrte er nach London zurück 
und stellte 1782 sein Bild Alceste empfiehlt bei ihrem Tode ihre Kinder der Vesta 
und das Bildniss des Thomas Lawrence aus. Dann gab er aus Mangel an Anerkennung 
die Kunst auf, reiste nach Lissabon und widmete sich seit 1788 der Literatur, schrieb 
komische Opern, Singspiele und mehrere die bildenden Künste betreffende Schriften. 

Hoare, WiUiam, engl. Bildniss- und Historienmaler, geb. 1706 in Eye (Suffolk), 
t 1792 in Bath, war in London Schüler des dort lebenden Malers Grisoni, ging 
nachher nach Rom, kehrte 9 Jahre später zurück und Hess sich in Bath nieder, wo 
er BUdnisse und einige unbedeutende Altarbilder malte. Br war einer der Gründer 
der kgl. Akademie. 

Hobbema, Meindert, einer der bedeudendsten holländischen Landschaftsmaler, 
geb. 1638 in Amsterdam, f 7. Dec. 1709 das., soll Schüler von Jakob v. Ruisdael 
gewesen sein, wenigstens stark durch ihn beeinflusst. Br malte Vorzugs weise Baum- 
gruppen und Wälder, auch Wassermühlen, Bilder tou grossem Zauber der Farbe in 
der Sonnenbeleuchtung und grosser Naturwahrheit, leider viele derselben stark nach- 
gedunkelt Ihre Entstehungszeit ist nicht immer sicher nachzuweisen, wenigstens hj^ren 



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Hochecker — Hoecgeest. 135 

datirte Bilder mit dem Jahre 1668 auf, nur von 1670 eine Wassermtthle bei Consnl 
Weber io Hamburg. Die meisten stammen sicher ans den 60er Jahren. Echte Bilder 
von ihm sind im Beichsmnsenm zn Amsterdam 2 Wassermühlen and eine Landschaft, 
2 gute Bilder im Mnsenm zu Rotterdam, das Haarlemer Holz von 1663 im Museum 
zu Brttssel, eine waldige Landschaft im Mnsenm zu Berlin, eine Waldlandschaft und 
eine Bauernhtttte im Stiidelschen Institut, 7 in der Nationalgalerie zu London, darunter 
namentlich die sog. „Avenue^ oder Eschenallee ; ein^ sehr berfihmte Wassermühle im 
Louvre; besonders viele in englischen^* Privatbesitz, im Bnckingham-Palast und in 
der Bridgewater-Galerie. Die längste Zeit missachtet, gilt H. heute als vielleicht 
der erste hoUftndische Landschaftsmaler, auf Grund seiner feinsinnigen Wahrung der 
Farbenwerthe und weil seine Bilder am allerwenigsten von etwas Gedanklichem an- 
gekränkelt sind, sondern nur die Natur, wie sie sich dem Auge bietet, in Kunst- 
sprache umsetzen. 

Hooheeker, Franz. Landschaftsmaler, geb. 1730 in Frankfurt a. M., f 25. März 
1792 das., Schüler von Christ. Georg Schütz, war in seiner Vaterstadt thätig. 
Eines seiner wenigen Werke ist eine Flusslandschaft im Museum zu Kassel. Auch 
seine Tochter Maria Eleonore H., geb. 7. Oct. 1761, f 8. Jan. 1834, war Landschaf ts- 
und Marinemalerin. 

Hochhaus, Karl, Genre-, Landschafts- und Marinemaler, geb. 19. Sept. 1852 
in Berlin, wo er 1872—75 die Akademie besuchte, Schüler von A. v. Werner war 
und seinen Wohnsitz nahm. Er arbeitete an den Bildern im dortigen CM Bauer, 
brachte 1880 das Bild Die Schwerttänzerin, ging aber dann mehr zur Darstellung 
der uns umgebenden Wirklichkeit über in den Bildern : Motiv aus dem Hohenzollern- 
Museum, die Herculesbrücke, Schiffszimmerplatz, die Panzer-Korvette „Oldenburg^ 
auf der Werft des „Vulcan'' in Bredow bei Stettin (1886), Seegrasernte auf 
Mdnchgnt u. s. w. 

Hochmann, Franz, Thier- und Landschaftsmaler, geb. 17. Jan. 1861 in Dresden, 
Schüler der Kunstschule in Weimar, der Akademie in Dresden und von Friedr. 
Preller jun., war 1885 in Rom, 1887- 90 in Karlsruhe und zog nachher nach 
Charlottenburg. Unter seinen zahlreichen Bildern sind zu nennen: Kühe an der 
Tränke (1879), Rehe im Walde (1881), Heimkehr, Pferdemarkt (1884), Abend vor 
der Porta maggiore in Bom (1886), Abschied vom Heim (1886), Pferdeschwemme 
(1887), Morgen am Strande (1891) u. A. 

Hodges, Charles Howard, engl. Maler und Mezzotintostecher, geb. 1764, 
t 24. Juli 1837 in Amsterdam, ging schon 1788 nach Holland, stellte in Amsterdam 
correct gezeichnete und gut gemalte Bildnisse aus und stach zahlreiche Blätter nach 
Beynolds, Hoppner, Paye n. A. Seine Hauptblätter sind Der Schiffsbaner und seine 
Frau nach Rembrandt (1802) und Der Knabe Hercules nach Reynolds. 

Hodges, WUliam, engl. Landschaftsmaler, geb. 1744 in London, t 27. Febr. 
1797 in Brixham (Devonshke), Schüler von R. Wilson, malte anfangs Theater- 
decorationen in Derby, begleitete als Zeichner den Seefahrer Cook auf seiner zweiten 
EntdedLungsreise, kehrte nach 3 Jahren zurück, stellte seit 1776 seine Ansichten aus 
Otaheite und Neu-Seeland aus, ging dann nach Ostindien und stellte seit 1784 
ostindische, von Gilpin staffirte Ansichten aus. 1787 wurde er Mitglied der Akademie 
in London, bereiste die Rheingegenden, besuchte St. Petersburg, malte nochmals 
Theaterdecorationen, aber ohne grossen Erfolg. Ebenso schwach sind seine Shakespeare- 
Hlustrationen und seine landschaftlichen Bilder aus Indien. Diese Erfolglosigkeit 
bewog ihn, die Malerei aufzugeben und ein Bankgeschäft zu errichten, das ihn völlig 
minirte. 

Hodgson. John Evan, engl. Genremaler, geb. 1. März 1881 in London, Schüler 
der dortigen Akademie, bereiste 1869 Nordafr&ia und widmete sich seitdem dem 
ethn^aphischen Genre. Seine Bilder ans den von ihm bereisten Ländern sind voll Geist 
und Humor, warm und harmonisch im Colorit. Solche sind Der arabische Märchen- 
erzähler, Die schwarze Wache des Paschas, Der Schlangenbändiger, Der Korallen- 
bändler, Sehäferstttck, Eine türkische Frau, Musikprobe bei einem Farmer. 1873 
vrorde er Genosse der Londoner Akademie. 

Hoeegeeet (Honckgeest), ComeUs, holländ. Architektnrmaler und Stecher des 
17. Jabrh., f vor 1656, Sohn des Bildnissmalers Joachim H. im Haag, trat 1610 
in die dortige Lncasgilde und malte vorzugsweise das Innere von Kirchen. Von ihm 
im Museum zu Antwerpen und im Haag das Innere der Neuen Kirche in Delft. Im 
Museum des Haag auch das Grabmal Wilhelms I. von Oranien in der genannten 
Kirche (1651). Er radierte auch das Innere einer gothischen Kirche nach van Bässen. 



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186 Hoechle — Hoeckg:ee8t. 

Hoechle, Johann Bi^iUst, Haler, geb. 19. Oct. 1754 in Elingenaa ^Kanton 
Aarffan), f 1- J^n* 1832 in Wien, ging Yom Töpferhandwerk aar Malerei über, 
wurde in Angsbnrg Schüler von Hartmann nnd malte kirchliche Historienbilder, 
widmete sich aber 1780 in München anf den Bath Dorners dem Genrefach, wnrde 
Hofmaler des Kurfürsten Karl Theodor und 1802 Hofmaler in Wien. Am besten und 
reichsten vertreten ist er durch Bildnisse im Lustschloss Laxenburg bei Wien; auch 
2 Bilder von ihm in der Galerie Harrach in Wien. 

Hoechle, Johaim Nepomnk, Schlachtenmaler, geb. 1790 in München, f 12.Dec 
1836 in Wien, Sohn des Vorigen, Schüler des bayrischen Hofmalers Kobell, ging 
1800 nach Wien, wurde 1804 Schüler von Füger anf der Akademie, ging 1807 
nach Paris zum Schlachtenmaler D u v i v i e r, setzte bis 1812 seine Studien bei ihm fort, 
reiste 1815 noch einmal nach Frankreich, 1819 nach Bom und Neapel, besuchte das 
Kavallerielager bei Ofen-Budapest und erhielt nach dem Tode seines Vaters dessen Stelle 
als Hof- und Kammermaler. Unter seinen Schlachtenbildem wurden bekannt 2 Scenen 
aus der Schlacht bei Aspem (Galerie Liechtenstein in Wien), Kaiser Franz mit dem 
Kronprinzen Ferdinand überschreitet die Vogesen, Kaiser Max auf der Martinswand, 
Budolf V. Habsburg vor dem Priester, Albrecht IV. in Jerusalem ; auch zahlreiche 
Aquarelle nnd Lithographien ähnlichen Inhalts. 

Hoeck (Hoecke), Jan van den, Maler und Badierer, geb. im Sept. 1611 in 
Antwerpen, f 1651 das., Schüler und Nachahmer von Bubens, bildete sich in Bom 
weiter aus, wurde vom Kaiser Ferdinand II. an den österreichischen Hof berufen, 
kehrte 1647 mit Erzherzog Leopold als dessen Hofmaler nach Flandern zurück. Unter 
seinen in jeder Beziehung lobenswerthen Bildern sind zu nennen: im Museum zu 
Antwerpen Der heil. Franziscus der das Christkind anbetet, im Hofmuseum zu Wien 
das Bildniss des Erzherzogs Leopold Wilhelm, und Erzherzog Leopold Wilhelm im 
Gebet, in der Galerie Liechtenstein Der Kindermord, im Budollnum zu Prag Philemon 
und Bands. 

Hoeck (Hoecke), Bobert van den, Schlachtenmaler und Kupferstecher, geb. 
1609 in Antwerpen, f nach 1665, Halbbruder des Vorigen, Schüler seines ziemlich un- 
bekannten Vaters Karl H., stellte als Controleur der Festungswerke von Flandern 
Lager, Märsche und Belagerungen dar. Fein ausgeführte, meist kleine Bilder von 
ihm im Hofmuseum zu Wien, darunter ein grosses Schlittschuhlaufen (1649). Man 
hat von ihm 21 geistreiche, selten gewordene Badierungen ähnlichen Inhalts. 

Hoecker, Adalbert, Glasmaler der 1. Hälfte des 19. Jahrb., geb. in Breslau, 
Sohn und Schtiler des Adalbert Longin H., wurde 1824 nach Marienburg berufen, 
um das Schloss des Hochmeisters mit Glasmalereien zu schmücken, malte auch für 
den König von Preussen einen Ohristuskopf nach Guido Beni und wurde später 
Lehrer an der Kunstschule seiner Vaterstadt, wo er seine Arbeiten fortsetzte. 

Hoecker, Adalbert Longin. Maler, geb. 1761 in Albendorf (Grafschaft Glatz), 
Schüler der sonst unbekannten Maler W e h s e und K ü mp f e 1, besuchte die Akademie 
in Dresden und liess sich in Breslau nieder, wo er in Theaterdecorationen für 
Schlesien thätig war und Landschaften malte. 

Hoecker, Paul, Genre- und Bildnissmaler, geb. 11. Aug. 1854inOber-LangeBau 
(Grafschaft Glatz), besuchte 1874—79 die Akademie in München, ging 1882 nach 
Paris, bereiste Holland, kehrte 1884 nadi München zurück, zog dann nach BerUn, 
lebt aber jetzt wieder in München, wo er 1891 Professor an der Akademie wurde. 
Von ihm die Bilder: Ein hoUäncßsches Bauemmädchen (Neue Pinakothek), An Bord 
Sr. M. Schiff „Deutschland^, Gefechtsschiessen anf einem Panzerschiffe, Am Kamin, 
Maria Verkündigung, Bei Grossmutter, Die Nonne. 

Hoeckert, Job. Fredrik, schwedischer Maler, geb. 26. Aug. 1826 in Jönköping, 
t 16. Sept. 1866 in Gothenburg, Schüler von Boklund und der Akademie in 
Stoddiolm, lebte 1846—49 in München und besuchte Lappland, wo er zahlreiche 
Genrescenen entwarf. 1850 ging er auf einige Jahre nadi Paris, bereiste später 
die Niederlande, 1861 Spanien, Italien und das nördliche Afrika. Zu seinen besten 
Bildern gehören : Gottesdienst in einer Kapelle der Lappländer, Inneres einer Lappen- 
hütte (1857), Eine Lappenhochzeit, Der Schlossbrand in Stockholm von 1697 and 
mehrere Bildnisse. Er besass die grosse schwedische, sowie die Ehren-Medaille, den 
Wasa- nnd Nordstern-Orden. 

Hoeckgeest, Cferrit van. s. Honckgeest. 

Hoeckgeest. Joachim, holländ. Bildnissmaler der 1. Hälfte des 17. Jahrb., 
trat 1610 in die Malergilde im Haag. Von ihm im dortigen Museum 2 prächtige 
Bildnisse. 



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Hoeckner — Höger. 187 

Hoeckner, Karl Willieliii, Steinschneider, geb. 1749 in Dresden, t 1795 in 
Born, Schttler seines Vaters, schnitt besonders treffliche Köpfe in harten Stein oder 
Stahl vertieft, z. B. Friedrich d. Gr. nach Chodowiecki nnd Friedrich Wilhelm. 
Später arbeitete er in Bom. 

Hoefel, Blasins, Kupferstecher und Formschneider, geb. 27. Mai 1792 in Wien, 
t 17. Sept. 1863 das., besachte die dortige Akademie, wnrde auch Schfller nnd Gehilfe 
▼on Mark nnd später dessen Schwiegersohn. 1820 wnrde er Professor an der 
Nenstädter Militärakademie nnd später Mitglied der Akademie. Unter seinen Stichen 
nennen wir: Die Flucht nach Aegypten nach Hirschhänter, Johannes d. T. in der 
Wflflte nach Baffael, der Leichnam Christi nach A. del Sarto (Hofmnsenm in Wien), 
Badolf von Habsbnrg an Ottokars Leiche nach Fetter, der Abschied des Landwehr- 
manns nach P. Krafft nnd mehrere Bildnisse ; nnter den Holzschnitten ein Bild nach 
Waldmfiller, eine Venns nach Lebrnn, die 4 Evangelisten nach Luca Giordano. 

Hoefel, Jokann Nepornnk, Historienmaler, geb. 1786 in Budapest, f 22. Jan. 
1864, Bruder des Vorigen, Schttler von Joseph Krafft, trat 1804 in die Akademie 
zu Wien, ging 1818 über Triest nach Neapel, besuchte die Hauptkunststädte Italiens 
nnd liess sich in Wien nieder, wo er kirchliche und profane Historienbilder und 
Bildnisse malte. Solche Bilder sind : Die Söhne des Diagoras von Bhodus als Sieger 
in den olympischen Spielen (1820), St. Martinus und St. Antonius von Padua als 
Altarbild fOr eine Kirche in Ungarn, St. Stephanus, St. Aegidius, St. Michael, Ver- 
klärung der heil. Magdalena, Bildnisse des Königs Matthias Corvinus, Grillparzers, 
des Dichters Ladislaus Pyrker und Anderer. 

Hoefer, Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 1825 in Eisfeld (Hildburghausen), 
t 10. Febr. 1878 in Mttnchen, ging von der Porzellanmalerei 1850 zur Landschaft 
über, worin Miliner sein Lehrer wurde, bereiste dann Thüringen, die Schweiz, 
Tirol und Oberitalien. Unter seinen hflbsch gezeichneten Landschaften von natur- 
wahrer Farbe sind zu nennen: Bayrisches Gebirgsdorf mit einem Hochzeitszuge 
(1861, Museum in Breslau), Waldpartie mit Jagdstoffage im Winter, Der Chiemsee 
in einer Winterlandschaft, Wall- und Wetterhom und Eiger aus dem Bosenlauithale, 
Das Lauterbmnnerthal. 

Hoeffler, Johann Adolf, Landschaftsmaler, geb. 28. Dec. 1825 in Frankfurt a. M., 
Sohn und Schttler des Zeichenlehrers Friedr. Heinr. H. (f 1843), bildete sich auf 
dem Städelschen Institut unter Jakob Becker, ging 1847 nach Düsseldorf und 
1848 nach Amerika, wo er Bildnisse und Landschaften malte, reiste auch nach West- 
indien und kehrte 1853 zurttck. Dann bereiste er noch Frankreich und Belgien und 
liess sich in seiner Vaterstadt nieder. 1863 besuchte er noch Italien und brachte 
▼on dort mehrere wohlgelungene Landschaften, z. B. die Tassoeiche beim Kloster 
San Onofrio in Bom, die Campagna bei Civita Castellana, Terradna und mehrere 
Landschaften ans Deutschland. 

Hoeftiagel, Joris (Georg), Maler, geb. 1545 in Antwerpen, f nach 1618 in 
Wien, Sohn eines Diamantenhändlers, bereiste Deutschland, Italien und Spanien, wo 
er Städte, Festungen und Kostttmbilder malte. Dann kehrte er nach Flandern zurttck, 
war fttr mehrere deutsche Fttrsten beschäftigt, auch fttr den Kaiser Budolf, fttr den 
er 4 naturgeschichtliche Bttcher iUustrirte. Die Figuren seiner Bilder sind im Ganzen 
schwach, nur in der Behandlung des Fleisches lobenswerth. Sein Sohn Jakob H., 
geb. 1575, war Kupferstecher, der 1592 ein Heft mit Insekten, Frttchten nnd Kräutern 
nach seinem Vater stach. 

HSger, Cornelius, dänischer Miniaturmaler, geb. 1741 bei Kopenhagen, f 2- Juni 
1804 das., bildete sich von 1754->63 auf der dortigen Akademie, ging dann zu seiner 
weiteren Ausbildung nach Paris zu Jean Baptiste Massö und nach Bom. Dann 
war er längere Zeit in Dresden thätig, wurde dort Mitglied der Akademie und nach 
seiner Heimkehr Mitglied der Akademie seiner Vaterstadt. 

H9ger, Joseph, Landschaftsmaler, geb. 3. Nov. 1801 in Wien, t 18. Mai 1877 
das., Schttler der dortigen Akademie unter Jakob und Friedrich Gauermann, 
deren Schwiegersohn bzw. Schwager er wnrde. Nach häufigen Ausflttgen ins Gebirge 
und nach einer Beise nach Vene&g im Jahre 1853 liess er sibh in seiner Vaterstadt 
nieder, wo er schon seit 1843 Mitglied der Akademie gewesen. Seine Landschaften, 
unter denen die Bleistiftzeichnungen und Aquarelle noch besser sind als die Oelbilder, 
sind von trefUcher Zeichnung und Feinheit der Empfindung, darunter namentlich: 
Kapelle in der Bamsau bei Berchtesgaden, Burg Sebenstein, Aussicht am Zellersee im 
Pinzgau, Partie bei Lundenburg, Partie bei Paskau in Mähren und zahlreiche andere 
Gebirgslandflchafben. 



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188 Hoegg — Hoermann. 

Hoegg, Joseph, Genremaler, geb. 1826 in Koblenz, war 1840—60 Schüler der 
Akademie in Düsseldorf nnd EndolfJordans, malte Genrebilder meistens ernsten, 
traurigen Inhalts, z. B. Der letzte Abschied answandemder Weinbauern an der Mosel 
(1846), Am Sarge der Mutter (1847), Knabe einen Brief lesend (1848), Die blinde 
Grossmntter (1849), Ettckkehr vom Kirchhof (1849), Der Grossvater und sein Enkel 
(1850), Der heimliche Raucher (1852) u. A. 

Hoegler, Franz, Bildhauer, geb. 1802, f 12. Mai 1855 in Wien, bildete sich 
auf der dortigen Akademie und fertigte in der Folge charakteristisch aufjgefasste, 
lebensvolle Bildnissbttsten und Statuetten, z. B. Kaiser Franz Joseph, Maler Danhanser, 
Fürst Liechtenstein, Radetzky, Windischgr&tz und viele Andere, auch eine liebliche 
Madonna mit dem Kinde. 

Hoehn, Georg, Landschaftsmaler, geb. 1. Juli 1812 in Neustrelitz, f 20. Jan. 
1879 in Dessau, war 1828—31 Schüler der Akademie in Berlin, dann Schüler von 
Blechen, zog 1837 nach Dessau, aus dessen Umgegend er viele Landschaften malte, 
staffirt mit menschlichen Figuren und mit Hochwild, für das er eine feine Beobachtungs- 
gabe zeigte. In der Nationalgalerie zu Berlin von ihm eine Ueberschwemmung im 
Dessauer Park (1879). ~ 

Hoelperl, Anton, Bildniss- und Genremaler, geb. 1820 in Schlaggenwald 
(Böhmen), f 1888 in Prag, musste sieb, da er in Wien nicht in die Akademie treten 
konnte, mit dem Studium der Galerien begnügen, machte eine Studienreise nadi 
Salzburg, ging 1851 nach Carlsbad, wo er Bildnisse und Genrebilder malte und liess 
sich 1853 in Prag nieder, wo er in diesen Fächern allmählich sein Glück machte. 

Hoen, Cornelius Pieter, Maler, geb. 1814 in Antwerpen, ging vom Kaufmanns- 
stande zur Kunst über, wurde Schüler von Waldorp, malte Städte und Hafen- 
ansiditen und gab hiervon eine Sammlung trefflicher Zeichnungen heraus. 1840 wurde 
er Mitglied der Akademie in Amsterdam. 

Hoeninghaus, Adolf, Landschaftsmaler, geb. 1811 in Crefeld, f 30. Sept. 1882 
das., besuchte 1829—35 die Akademie in Düsseldorf unter Schirmer nnd ging 1843 
nach Italien, wo er 4 Jahre nach der Natur malte. Nach seiner Rückkehr war er 
in Düsseldorf thätig und zog 1853 nach Dresden. Unter seinen stilistisch durch- 
geführten Bildern wurden die bekanntesten: Ansicht von Terradna (1851, Galerie in 
Düsseldorf), Die Peterskirche mit dem Vatikan (1852, Museum in Köln), Partie bei 
Rocca di Papa, Castel Gandolfo und andere italienische Landschaften. 

Hoenow, Max, Landschaftsmaler, geb. 16. Juni 1851 in Berlin, Schüler der 
dortigen Akademie und Steffecks, lebt in Berlin, wo er manche ansprechende Haide- 
und Waldlandschaften grossentheils aus Thüringen und der Mark Brandenburg malte. 

Hoeppe, Ferd. Bernhard, hoUänd. Landschaftsmaler, geb. 20. Febr. 1841 in 
Cleve, lebt im Haag. Bekannt wurden von ihm die Bilder : Alte Windmühle, Sommer- 
morgen beim Haag, Holländischer Bauernhof und andere holländische Landschaften. 

Hoeppner, Julias, Aquarellmaler, geb. 1839 in Lichtenberg, Schüler der 
Akademie in Dresden, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er malte das Haideröslein 
nach Goethe, einen Aquarellencyklus „Undine^ nach De la Motte Fouquö, einen Gyklns 
von 6 Aquarellen nach Shakespeares „Sommemachtstraum'^, andere ähnliche Illustrationen 
und ein Waldidyll. 

Hoerberg, Per, schwedischer Maler und Kupferstecher, geb. 31. Jan. 1746 auf 
dem Hofe OefrarOe in Sm&land, f 24. Jan. 1816 in Oelstorp (Ostgothland), war 
anfangs Hirt, dann Bauer, bildete sich als Autodidakt zum Künstler, konnte erst 
37 Ji^e alt die Akademie in Stockholm besuchen, wurde Hofmaler des &onprmzen 
Karl Johann, malte eine grosse Zahl von Altarbildern und über 600 Bilder profanen 
Inhalts und wurde Mitglied der Kunstakademie. Eines seiner Hauptwerke sind die 
Freskomalereien der Titanenkämpfe im Schloss Finspäng. Er war ein Künstler von 
grosser Ei^dungsgabe besonders in der Darstellung des Erhabenen und Heiligen, 
auch ein geschickter Mechaniker, Kupferstecher und Violinspieler. — Seine Selbstbiogr. 
deutsch von Schildener (1819). 

Hoermann, Joseph Anton, Maler und Kupferstecher, geb. um 1775 in Gflnzburg 
(Schwaben), f 30. Mai 1820 in Augburg, malte vaterländische Pflanzen und Ansichten 
aus der Umgegend seiner Heimath von treuer Darstellung der Natur und zarter Aus- 
führung, zeigte sich auch talentvoll in Caricaturbildem. 

Hoermann, Theodor von, Landschaftsmaler, geb. 13. Dec. 1840 in Imst (Tirol), 
Schüler der Akademie in Wien unter v. Lichtenfels und Feuerbach und 
von Raphael CoUin in Paris. Seine zahlreichen, sehr geschätzten Landschaften 
sind grossentheils österreichischen und ungarischen Gegenden entnommen. 



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Boerter — flofelich. 189 

Hoerter, Angngt, Landschaftsmaler, geb. 5. Aug. 1836 in Eiberfeld, Schüler 
der Akademie in Düsseldorf and Lessings in Karlsruhe, wo er sich niederliess. 
Br malte poetische Landschaften von kräftigem Colorit meistens ans deutschen und 
schweizerischen Hochgebirgen, z. B. Motiv vom ReichenbachfaU, Landschaft bei 
Hohentwiel, Bichenlandschaft, Anfsteigendes Gewitter mit mitteMterlicher Reiter- 
staffage (Haaptbild), Der Bosegg-Gletscher im Berninagebirge, Felsengrotte am 
Strande mit Nymphen (Konsthalle in Karlsruhe), Landschaft aus dem Höhgau (1868) 
und andere Gebirgs- und Waldlandschaften. 

Hoesslin, Georg Ton, Historien-, Genre- und Bildnissmaler, geb. 20. M&rz 1851 
in Budapest, besuchte seit 1871 die Akademie in München, bildete sich in Rom weiter 
aus und kehrte nach München zurück, wo er Schüler von Lindenschmit wurde 
und in der Weise der Cinquecentisten malte. Von ihm eine Allegorie auf die 
Reformation, eine Allegorie Der deutsche Friede (1866), Die Madonna mit dem Kinde 
erscheint einer trauernden Mutter (1892) und mehrere Franenbildnisse von seelen- 
voller Empfindung. 

Ho6t, Gerardy holländ. Maler, Radierer und Mezzotintostecher, geb. 22. Aug. 
1648 in Bommel, f 2. Dec. 1733 im Haag, Schüler seines Vaters Moses H. und 
des Corn. Poelenburg, bereiste Holland und Frankreich, liess sich in Utrecht 
nieder und ging 1714 wieder nach dem Haag, wo er zahlreiche manierirte Historien- 
bilder malte, z. B. Diana im Bade, Der Raub der Sabinerinnen, Moses schlftgt Wasser 
aus dem Felsen (Hofinuseum in Wien), Pyramus und Thisbe (Museum in Rotterdam), 
im Museum zu Leipzig Die Ueberwältigung Simsons und Salomos Abgötterei. Unter 
seinen Kupferstichen sind zu nennen: Paris schwürt der Oenona ewige Treue und 
2 mythologische Blätter. 

Hoetiendorff, Johann Samuel, Maler ans Wien, der in der 1. Hälfte des 
18. Jahrb. lebte und in der Abtei Güttweih mit grossem Geschick die Geschichte des 
heil. Benedict und des Bischofs Altmann von Passan malte, der die Abtei 1072 stiftete. 

Hoevemeyer, August, Historienmaler, geb. 28. Sept. 1824 in Bttckeburg, 
1 15. Jan. 1878 in München, wo er seit 1848 Schüler der Akademie unter K a u 1 b a c h und 
Schwind war, von Oomelius beeinflusst wurde und als einer der letzten Künstler dieser 
idealen Richtung dasteht. Er liess sich hier nieder, malte Fresken und Sgraffitobilder 
besuchte 1864 und 1875 Italien, copirte Raffaels Schule von Athen, in Florenz eine 
Venus von Tizian, in Mantua Bilder von Mantegna und Giulio Romano. Seine 
bedeutendsten in Deutschland gemalten Bilder sind : Die Vertreibung ans dem Paradiese 
(1854), Die Christnacht, Aufgang zur Alm (1855), Wandgemälde in der Kuppel des 
Museums zu Leipzig, 8 historische Bilder im Nationalmuseum zu München (1868), 
Die Sttndfluth (1863, Carton), Der gefesselte Prometheus (1866), Sgraffiti am Poly- 
technikum und am Wilhelmsgymnasinm zu München, die umfangreichen Bilder im 
grossen Saal des Direktionsgebäudes der pfälzischen Eisenbahnen in Ludwigshafen, 
die zn ihrem Nachtheil in der kurzen Zeit von 1872—74 auszuführen waren, und der 
aus künstlerischem Herzensbedürfniss hervorgegangene Bildercyklus aus dem Leben 
der Psyche. 

Hoey, Joon van. holländ. Maler, geb. 1545 in Leiden, f 1615 in Paris, Enkel 
des Lucas v. Leiden, Schüler seines Bruders Lucas Dammarez, eines Schülers 
von Lucas von Leiden, kam nach einem Aufenthalt in Italien nach Paris, malte 
in der Hofkapelle zu Fontainebleau eine Himmelfahrt Christi und die streitende 
Kirche. Von seinen Bildern ist sonst wenig bekannt. In der Kunsthalle zu Bremen 
ein Bild Daniel als Richter. 

Hoeyer, Olirtottan Fädder, dänischer Maler, geb. 24. Jan. 1775 bei Roeskilde, 
t 23. Juni 1855 in Kopenhagen, wo er 1792—1806 die Akademie besuchte und sich 
nach Abildgaard bildete. 1803 erhielt er die grosse goldene Medaille für sein Bild 
DelUa verräth Simsen. 1806—12 lebte er in Rom, malte hier Hero erwartet Leander 
und Socrates mit dem Giftbecher, geistvolle aber malerisch und technisch uninteressante 
Bilder. 1812 wurde er Mitglied der Akademie und malte noch einige schwache 
Bilder, die den von ihm gehegten Erwartungen nicht entsprachen. Infolge seiner 
Feindseligkeit gegen die AJcademie wurde er 1826 ausgeschlossen. 

Hofelicli, raedrich Ludwig^ Landschaftsmaler, geb. 30. Oct. 1842 in Leipzig, 
musste sich in seinen ersten Jahren der Holzschneidekunst widmen, worin Flegel 
in Leipzig sein Lehrer war. 1860—64 war er in St. Petersburg thätig, besuchte die 
dortigen Kunstsammlungen und bis 1867 die Museen in Berlin, Dresden und Leipzig, 
lebte dann wegen seiner Gesundheit in süddeutschen Gebirgsgegenden und zog 1868 
nach München. Seine Bilder sind meistens Waldlandschaften, Fluss- und Seenfer, 



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190 flofei- — floff. 

Weiher mit Schilf and Bäumen, Gegenden ans den bayeriflchen Hochebenen und seit 
1875 Partien ans dem Bemer Oberlande. In der Eonsthalle zu Hamburg von ihm 
eine Landschaft mit dem Wall- und Wetterhom (1872). 

Hofer, Gottfried, Genre- und Bildnissmaler, geb. 27. März 1858 in Bozen (Tirol), 
war Ton 1876—83 auf der Akademie in Mfinchen Schttler von Löfftz, bereiste mit 
diesem Italien, lebte in Born, Neapel und Pompeji, 1887 in Paris, zog dann nach 
Mttnchen, portraitirte hier, in Bremen und Leipzig und zog 1892 nach Hamburg. 
Eines seiner Hauptbilder ist die 1887 in Paris gemalte Charfreitagsandacht; ausserdem 
von ihm eine Bacchantin, Fischfang in den Lagunen und mehrere Bildnisse. 

Hofer, Ludwig von, Bildhauer, geb. 1801 in Ludwigsburg, f 7. März 1887 in 
Stuttgart, erhielt hier seine erste kfinstlerische Ausbildung, ging 1819 nach Mttnchen 
und betheiligte sich bei der plastischen Ausschmückung der Glyptothek. Von 1828 — 38 
war er in Rom, zum Theil im Atelier Thorwaldsens, wo er dessen Engel mit 
dem Taufbecken ausführte und eine Psyche schuf, die 1838 nach Stuttgart kam. Li 
Rom schuf er die 2 colossalen Marmorgruppen der Rossebändiger, die mit der Gruppe 
Raub des Hylas im Schlossgarten zu Stuttgart ihren Platz fanden. Dann entstanden 
für das Schloss Rosenstein bei Stuttgart die Statue eines zornigen Amor, die grosse, 
weniger gelungene eherne Reiterstatue des Herzogs Eberhard im Bart und einige 
Jahre später die eherne Goncordia auf der Jubiläumssäule. Sehr gelungen sind sein 
Reiterstandbild des Königs Wilhelm von Württemberg in Ludwigsburg und die dortige 
Marmorstatue Schillers (1882). 1880 vollendete er in Rom eine grosse Marmorgruppe 
des Raubes der Proserpina. 

Hoff, Jakob, G^nremaler, geb. 14. Juni 1838 in Frankfurt a. M., f 22. Dec. 
1892 das. Er war zunächst Schüler des Bildhauers Zwerg er, dann von 1854— -61 
am Städelschen Institut Schüler von Jakob Becker, unter dem er als sein erstes 
grösseres Bild 1861 die Schwälmer Kirmes malte. Bald nachher ging er nach 
Belgien und Holland und malte dort unter anderen Genrebildern als Seitenstück zu 
jener Kirmes das Bild unter der Linde. Später bereiste er von Frankfurt ans Ungarn 
und Oberitalien. Unter seinen übrigen Bildern sind bedeutend: Der blinde Geiger, 
Kirchweihtag im Schwalmgrund, Sonntagsandacht, Das Gespräch durchs Fenster, Rohe 
auf der Jagd. 

Hoff, Jokann Ntcolans, Kupferstecher, geb. 4. Nov. 1798 in Frankfurt a. M., 
t 6. März 1873 das., stach nach Lion. da Vinci Die Verlobung der heil. Catharina 
und eine heil. Familie, nach Perugino Die Grablegung Christi, nach Gimignano eine 
Halbfigur der heil. Jungfrau. 

Hoff, Karl, Genremaler, geb. 8. Sept. 1838 in Mannheim, f 13. Mai 1890 in 
Karlsruhe, bildete sich 1855—58 auf der dortigen Kunstschule unter Schirmer und 
Descoudres, dann 3 Jahre in Düsseldorf unter Vautier, machte Studienreisen 
in Deutschland, Frankreich, Italien und Griechenland, und nahm in Düsseldorf seinen 
Wohnsitz, bis er 1878 Professor an der Kunstschiüe zu Karlsruhe wurde. Unter 
seinen vielen Bildern von ungemeiner Lebenswahrheit und meisterhafter Technik 
sind zu nennen: Zigeuner vor dem Ortsvogt (1861), Der Winkeladvokat, Der lo^anke 
Gutsherr und sein SchuUehrer (1864), Noblesse oblige (1864), Coeur & tout (1866), 
Die grosse fignrenreiche Rast auf der Flucht (1866), Erste Kritik (1868), Die 
unerwartete Heimkehr eines Kriegers des 17. Jahrh. (1869), Sub rosa (1868), Stiller 
Besuch, Tartüffe und Elmire (aus Moliöre), Der Trunk zu Pferde, Die Taufe des 
Nachgeborenen (1875, Hauptbild, Nat.-GaL in Berlin), Des Sohnes letzter Gruss (1878, 
Museum in Dresden), Vor dem Ausmarsch (1879), Bildniss der grossherzoglich badischen 
Familie (1881, Nat.-Gal. in Berlin), Die goldene Hochzeit (1883), Zwischen Leben 
und Tod (1885, Kunsthalle in Karlsruhe), und mehrere Bildnisse. Medaille Berlin 
1872, Wien 1873, Bayr. Verdienstkreuz 1872. — An Schriften: „Schein, ein Skizzen- 
buch in Versen"^ (1878) und die Streitschrift „Künstler und Kunstschreiber'' (1882). 

Hoff, Karl Heinrich, Bildnissmaler, geb. 17. Sept. 1866 in Düsseldorf. Sohn 
des Vorigen, bildete sich in Karlsruhe und in Paris, madite Studienreisen im Schwarz- 
wald, in Tirol und in der Bretagne und liess sich 1892 in Paris nieder. Bekannt 
wurden von ihm fast nur Bildnisse. 

Hoff« Konrad, Architekturmaler, geb. 19. Nov. 1816 in Schwerin, f 18. Febr. 
1883 in München, Schüler der Akademie in Dresden, war in München anfangs 
Decorations- und Theatermaler, bereiste einen grossen Theil von Deutschland, Ober- 
Italien und Venedig und malte mit Vorliebe Bauwerke des Rocooostils, z. B. Innen- 
ansicht der Frauenkirche in München, Eine Sakristei (1861), Treppenhaus im Schloss 
zu Schieissheim (1862), Partie aus S. Zeno in Verona, Sta. Maria dei Miracoli in Venedig 



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Boffmanil. 1dl 

bei Mondlicht (1864), Ans dem Dom in Torcello (1865), Sto. Maria della Salute in 
Venedig (1867), Schlafgemach im Schloss zn Schieissheim (1867). Er erhielt 1874 den 
bayr. Michaelsorden. 

HoAnaiuiy Architekt, geb. 1806, f 3. Jan. 1889 in San Remo, erbaute 1848—53 
die griechisch-russische Kapelle in Wiesbaden, 1849 die kathol. Pfarrkirche daselbst 
im Rundbogenstil, war beim Ausbau des Kurhauses in Wiesbaden thätig, baute das 
Kurhaus in Langenschwalbach und in den 70er Jahren in maurischen Formen die 
neue Synagoge in Wiesbaden, woselbst er Oberhofbaurath war. 

Hoffimann, August. Kupferstecher, geb. 1. Aug. 181Q in Elberfeld, f 15. Oct. 
1872 in Berlin, Schttler der Akademie in Dflsseidorf unter Thelott und besonders 
unter Keller. Seine grossentheils meisterhaften Blätter sind: Die T^edererkennung 
Josephs nach Cornelius, Fresko in der Casa Bartholdi in Rom (jetzt in der Nat.-Gal. 
zu Berlin), Hagar und Ismael nach Steinbrflck, Die Madonna della Catina nach Giulio 
Romano (Museum in Dresden), Die Madonna mit St. Hieronymus und St. Franziscus 
nach Raffael (Museum in Berlin), Die Piet& nach W. Schadow, Der Glaubensschild 
nach Cornelius, Moses und Selon nach Kaulbachs Bildern im Neuen Museum zu Berlin, 
Die Kirchgängerin nach L. Blanc, Die Hussitenpredigt nach Lessings Carton, Das 
Blumenmädchen nach Magnus, Pifferari nach Th. Hildebrand, und einige Blätter für 
Eaulbachs Shakespeare-Galerie. 

HoAnann, Feltcitas, geb. Sartori, Malerin, geb. in Venedig, f um 1760 in 
Dresden, Schülerin der Rosalba Carriera. Besonders viele Bilder von ihr im 
Museum zu Dresden, darunter mehrere Bildnisse, einige religiöse Bilder, die 4 Jahres- 
zeiten und Copien nach anderen Malern. 

HoAnann, Georg Andreas. Maler, geb. 1754 in Burgbergheim (Mittelfranken), 
war taubstumm, bildete sich auf der Akademie in Leipzig, copirte sehr geschickt 
unter Anleitung von Casanova in Dresden, namentlich die Nacht desCorreggio und 
andere Bilder nach Ra£fael. 

HoAnaiin, Hans, Maler, thätig in Nttmberg während der 2. Hälfte des 
16. Jahrh., war ein giiter Copist von Albrecht D%rer, malte 1568 ein Bildniss 
von Hans Sachs, trat 1584 in den Dienst des Kaisers Rudolf und f in Wien. 

Holtaaniu Hang Ruppreclit, Bildhauer des 16. Jahrh., der 1572 in der Kanzel 
des Doms zu Trier ein prachtvolles Werk des reif ausgebildeten, schon zum Barocken 
sich neigenden Stils der Renaissance schuf. Von Uim auch in der dortigen Liebf^auen- 
kirehe ein prächtiger Altar mit dem £^itaphium des Domprobstes Hugo Cratz von 
Scharffenstein und der Marktbrunnen aus dem Jahre 1595. 

HoAnann. Heinr. Adolf Talentln, Landschaftsmaler, geb. 18. Oct. 1814 in 
Frankfurt a. M., war 1843—50 Schttler des Städelschen Instituts unter Jakob 
Becker, bereiste das westliche Deutschland, die Schweiz und Tirol und liess sich 
in seiner Vaterstadt nieder, wo mehrere seiner Bilder in Privatbesitz kamen, z. B. Motiv 
aus dem Schwarzwald, Eine Mondnacht im Walde (1879), Das Wetterhom (1881), 
Cronberg im Taunus (Aquarell), Oede Gegend (1883). 

HoAnann, Jakob. Landschaftsmaler, geb. 4. Juni 1851 in Frankfurt a. M., 
Sohn und Schttler des vorigen, lebt in seiner Vaterstadt, wo er Landschaften aus 
dem Hunsrttck, dem Rhöngebirge, der Eifel und anderen deutschen Gegenden malte. 

HoflBuum, Joseph, Historienmaler, geb. 28. Oct. 1764 in Köln, f 6. März 
1812 das., besuchte die Akademie in Dttsseldorf unter Krähe und Langer, widmete 
sich der Decorationsmalerei und liess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er 1793 
und 1794 Deckenbilder in der St. Martinskirche malte. 1797 ging er nach Paris, 
erhielt 1800 mit August Nahl in Kassel einen von Goethe ausgesetzten Preis mit 
dem Bilde : Tod des Thrakerfttrsten Rhesus und der Raub seiner Rosse durch Diomedes 
und OdjBseus und 1806 einen zweiten Preis für das Bild Hercules reinigt den Stall 
des Augias. Zu seinen sonstigen gelungenen Werken gehört das Plfäondbild im 
Audienzsaal des Schlosses zu Weimar Diana mit ihrem Jagdgefolge und tanzenden 
NympheiLdessen Skizze sich im Museum zu Köln befindet. 

HoAnann, Joseph, Landschaftsmaler, |:eb. 22. Juli 1831 in \^en, machte schon 
als Knabe im Prater so tttchtige Kunststudien, dass er sie, 15 Jahre alt, inlithographirten 
yPraterstndien'^ niederlegte. Bald nachher reiste er nach Steiermark, Croatien und 
Serbien, trat nach seiner RttcÜehr ins Atelier Rahls, wo er sich in kurzer Zeit 
ausbildete. Auf einer zweiten Reise nach Syrmien malte er im Kloster Ravanitza 
ein Bild, ging abermals in die Schule Rahls, machte auch Studienreisen in die öster- 
reichischen Alpen, nach Veneilig und 1857 nach Griechenland, wo zahlreiche glänzende 
Stadien nach der Natur entstanden, die der Kaiser Maximilian von Mexiko und der 



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192 Hoffmann — Hoffmeister. 

Baron Sina erwarben. Am wichtigsten war für ihn ein Aufenthalt in Rom 1858—64, 
bei dem er sich durch das Studium der edelsten Vorbilder und durch den Verkehr mit den 
bedeutendsten Kfinstlem eine gediegene Kunstbildung aneignete, auch 1863 Neapel 
und Capri besuchte. Dort in Italien entstanden seine grossartigen idealen Land- 
schaften, z. B. Reste des Heiligthums der Venus an der Strasse nach Elensis, Das 
Grab Anakreons, Athen zur Zeit des Perikles (beim Baron Sina), später aadi die 
Küste von Salamis. Nach seiner Rückkehr malte er 1866 für das Neue Opemhaos 
die Decoration zur „Zauberflöte^, zum „Freischütz' und zu „Romeo und Julie', 
machte Entwürfe fttr das Wagner-Theater in Bayreuth, 8 Zonenbilder im Palast 
Epstein, landschaftliche Fresken im Schloss Hömstein, die 4 Lebensfreuden im Kur- 
salon des Wiener Stadtparkes und (weniger gelungen) die Landschaftstrilogie Drama, 
Idylle und Tragödie. Eine seiner bedeutendsten Schöpfungen ist der grossartig 
componirte Cyklus von 5 Bildern des alten Athen (1876, fttr den Baron Sina), uimlieh 
das altQ Athen von den Gärten der Aphrodite aus, der Fiuss Ilissus, das panathenäische 
Stadion, die Westseite der Akropolis und der Museionhügel; ebenso 1882 die Todes- 
stunde auf C^lgatha, der graueuToUe Brand des Ringtheaters (1882). 1867 wurde 
er Mitglied der Wiener Akademie. 

HofftaianB) Karl, Bildhauer der Gegenwart, geb. in Köln, bildete sich in Rom 
ans, wo er 1848 für die Kirche Gross St. Martin in Köln die beiden Seitenaltäre 
mit Sandsteinfiguren der Maria mit 2 Engeln, des heiL Martin, BUphins und Brigitta 
fertigte, ebenso eine PietÄ in der Mauritinskirche. 

Hofftaiaiin. Karl, Bildniss- und Genremaler, geb. 11. Oct. 1838 in Paris, lebte 
lange Zeit in Rom, seit 1879 in Berlin und in Dresden, wo er letzt ansässig ist. 
Unter seinen Bildern sind zu nennen: ein Bildniss des Malers Orerbeck, und die 
Genrebilder: Bettelkinder, Mutterglflck und Bin Hühnerstall in Rocca di Pi^. 

Hofftaiami, Ludwig Ernst Emil, Architekt, geb. 31. Juli 1862 in Darmstadt,- 
machte in Kassel und in Berlin seine Studien unter L u c a e und Strack, abeolvirte 1878 
das Examen als Bauführer, erhielt die grosse, goldene Schinkelmedaille und die Mittel 
zu einer Studienreise nach Rom. Er trat sie 1884 an, musste aber aus Gesundheits- 
rücksichten wieder umkehren und entwarf in München mit dem Norweger Peter 
D y b w a d den Plan zum Reichstagsbäude in Leipzig im Stil der italienischen Renaissance, 
der ihm 1885 den ersten Preis eintrug. Dann machte er sich zum zweiten Male auf 
den Weg nach Italien. Er lebt jetzt in Berlin. 

Hofbnann, Nicolans, Architekt, begann 1658 den Bau des neuen Rathhaases 
in Schweinfnrt und errichtete 1630—64 als eines der spätesten Werke der Gothik 
in Deutschland die Liebfrauenkirche (Marktkirche) in Halle, auch den dortigen alten 
Friedhof. 

Hofbnaan, Philipp Jakob, Architekt, geb. 9. Dec. 1778 in Frankfturt a. M., 
t 8. Oct. 1834 das., bildete sich in Wien und in Dresden, restanrirte 1808 die 
St. Leonhardskirche in Frankfurt a. M., war Lehrer an der dortigen Bauschule und wurde 
1811 Wasser-, Weg- und Brückenbau-Inspektor. Als Civilbaumeister baute er dort 
zahlreiche Privathäuser. Sein Sohn war der am 18. Juni 1809 geborene und am 
20. Sept. 1894 verstorbene Dr. Heinrich Hoffmann, Verfasser des weltberühmten 
„Struwwelpeter". 

HoAnann, Samuel, Maler, geb. 1692 bei Zürich, f 1648 in FrankAirt a. M., 
Schüler und schwacher Nachahmer von Rubens, tliätig in Amsterdam und seit 1638 in 
Frankfurt a. M., wo sich von ihm im städtischen Museum die Findung des Brichthoniua 
und im Städelschen Institut ein weibliches Bildniss (1636) befindet. Um 1638 portraiürte 
er auch den Herzog Bernhard von Weimar. 

HoAnann-FaJlergleben, Franz^Landschaftsmaler, geb. 19. Mai 1866 in Weimar, 
Sohn des Dichters und Germanisten H. v. F., Schüler der Akademie in Düsseldorf 
und der Kunstschule seiner Vaterstadt, wo er Theod. Hagen zum Lehrer hatte 
und in Verkehr mit Friedr. Preller stand. Nach mehreren Studienreisen liess er sich 
in Düsseldorf, später in Weimar nieder und zog 1888 nach Berlin. Als seine Haupt- 
bilder sind zu nennen: Ein Hünengrab vor einem Waldkirchhof (1877), Nach der 
Stnrmfluth (1878), Das verwunschene Schloss (1879), Altdeutscher Opferhain (1880), 
Am Eyfßiäuser (1882, Museum in Breslau), Aufkommender Sturm an der Ostsee, 
Der letzte Schnee und mehrere Original-Radierungen. 

Hofbneister, Heinz, Bildhauer, geb. 24. Juni 1861 in Saarlouis, f 6. März 18d4 
in Berlin, wurde in Kreuznach Schüler der Gebrüder Cauer und in Düsseldorf der 
Akademie, nahm am Kriege von 1870|71 Theil, brachte aus diesem Feldzuge interessante 
„Kriegsskizzen^ als Sammelwerk, schuf auch in Frankreich mehrere BUdnisse von 



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Hoffstadt — Hofmann. 193 

Offineren, kehrte nach Düsseldorf znrttck und fertigte Denkm&ler für den Friedhof 
in Köln. 1873 liess er sich in Berlin nieder, wo nnn Bildwerke der verschiedensten 
Art folgten: Bttste des Feldmarschalls v. Wrangel and des (Generals v. GK>eben 
(Bnhmeshalle in Berlin), Büste des späteren Kaisers Friedrich, des jetzigen deutschen 
Kaisers, den er dreimal modellirte, und der jetzigen Kaiserin, 2 Soldatenfignren am 
Treppenhaose des Berliner Schlosses und als ideale Bildwerke eine Gruppe Neckerei, 
Faun mit Panther, Ganymedes mit dem Adler, Reliefs aus dem Leben der Psyche, 
mehrere Gelegenheitsarbeiten und als 2 grössere monumentale Werke das Denkmal David 
Hansemanns in Aachen (1888) und das Moses Mendelssohns In Dessau (1890). £r malte auch 
Wandbilder in einem Hause auf Capri, gab Beisebeschreibungen und Dichtungen heraus. 

UolTgtadt, Friedrich, Zeichner und Architekt, geb. 1802 in Mannheim, f 1846 
in Aschaffenburg, ging von der Jurisprudenz zum Studium der mittelalterlichen Bau- 
kunst ttber, betheiligte sich 1824—26 bei der Hlustrirung von Fouquös „Zauberring^, 
verfasste die Werke «Gothisches ABCbuch^ mit 40 Tafeln (1840 ff.), „Die Anwendung 
des gothischen Ornaments zu Einfassungen^ (1851) und miachte zahlreiche Entwürfe 
zu Grabdenkmälern. 

Hofland, Thomas Christopher, engl. Landschaftsmaler, geb. 25. Dec. 1777 in 
Worksop (Nottinghamshire), f 8. Jan. 1843 in Leamington, bildete sich fast ganz als 
Autodidakt, diente 1799—1806 als Freiwilliger in Kew, war in Liverpool und in Derby 
thätig, zog 1811 nach London und erhielt 1814 fttr sein erstes bedeutendes Bild eines 
Sturmes an der Kttste von Scarborough einen Preis, copirte die Landschaften grosser 
Meister, zog 1815 nach Richmond und 1817 nach Twickenham, arbeitete fttr den 
Herzog von Marlborough in White Knights, verlor aber, weil er die Verantwortung 
fttr die KupfersÜcharbeiten übernahm, sein Vermögen und kehrte 1883 nach London 
zurttck, wo nun mehrere seiner besten Landschaften entstanden, z. B. Der See von 
Windermere, Jerusalem zur Zeit der Kreuzigung, Windsor Castle bei Mondschein, 
Llanberris See und Dämmerung (1833). Durch diese Bilder war er in den Stand gesetzt, 
nach Italien zu gehen, musste aber wegen Kränklichkeit zurttckkehren und half noch 
bei der Gründung der Gesellschaft der britischen Künstler. 

Hoftnaan, Hans^ einer der Nürnberger Kleinmaler und Stecher der 2. Hälfte 
des 16. Jahrb., f 1592, trat 1584 in den Dienst des Kaisers Budolf. Blätter von 
ihm in den Kabineten zu Wien, Dresden und Berlin. 

Hef^ann, Joh. Michael Ferd. Heinrich, Historienmaler, geb. 19. März 1824 
in Darmstadt, erhielt den ersten Unterricht von dem dortigen Kupferstecher Bauch, 
besuchte 1842— 44 die Akademie in Düsseldorf unter T h. H i 1 d e b r a n d und S c h a d w 
und malte unter Letzterem ein grösseres Historienbild: Scene aus der Geschichte 
der Langobarden. 1845 besuchte er Holland und Paris und kehrte in seine Vater- 
stadt zurück, wo er zahlreiche Bildnissaufträge erhielt, bis er 1847 nach München 
ging, wo seine Abschiedssoene aus ^Bomeo und Julie'' entstand. Von 1848—51 lebte 
er wieder in Darmstadt und Frankfurt a. M., portraitirte den damaligen Beichsminister 
Heinr. v. Gagern und zog 1851 nach Dresden, wo er die Galerie stndirte und sein 
Bild Bnzio im Kerker vollendete. 1854 ging er nach Born und malte dort unter 
dem Einfluss des Cüornelius als eines seiner Hauptbilder Die Gefangennehmung Christi 
(1858, Museum In Darmstadt). 1859—62 verweilte er wieder in seiner Vaterstadt 
und nahm dann seinen bleibenden Wohnsitz in Dresden, wo er eine ununterbrochene 
Thätigkeit in glattgeleckten, farblich theatralischen Bildern der religiösen Historie 
und der Dichterwelt entfaltete, z. B. Othello und Desdemona, Die Ehebrecherin vor 
Christus und Der Jesusknabe im Tempel (beide im Museum zu Dresden), Christi 
predigt am See Genezareth (Nationalgalerie in Berlin), und ein (üyklus von Bildern 
^Kommt zu mir^ (zum Heiland). Im Vestibül des Hof theaters malte er das Decken- 
Uld der Apotheose der Helden des Alterthums und In der Albrechtsburg zu Meissen 
Die Verlobung des kleinen sächsischen Prinzen mit der 11 jährigen böhmischen Prinzessin 
Sidonie. Seit 1870 ist er Professor an der Akademie, deren Ehrenmitglied er bereits 
1868 wurde. 

Hofnana, Joseph. Architekt, geb. 1840 in Triest, war schon 1858 bei der 
Ausschmückung des Schlosses Miramar thätig, besuchte München, Paris und London, 
wurde vom Kaiser Maximilian nach Mexiko oerufen, und kehrte dann nach München 
zurück, wurde mit Z e t tler Leiter der Glasmalereianstalt und arbeitete seit 1867 fttr 
die Prachtbauten des Königs Ludwig 11. auch als Leiter des Schlosses Herrenchiemsee, 
wo die Glasmalereien sein Werk sind. 

Hoteaaa, Ladwig voa, Maler, geb. 17. Aug. 1861 in Darmstadt, stand eine 

Zeitlang unter demEinffnss seines Ohe&s J o h. Mich. Ferd. Heinr. H., und war 

▲Ilgem«!»«» Kansüer-Lezieon. 8. Aiill. 8. Band. 13^ i 

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194 Hofinaim — Hogfartk. 

Schüler yon F. Keller in Karlsruhe, stadirte dann aber in Paris und kehrte als einer 
der interessantesten Farbensymphoniker znrttck. Nach einem Aufenthalt in Berlin, 
lebt er gegenwärtig in Florenz^ H. ist Idealist par excellence, dessen Pinsel und Stift 
die ganze Erscbeinongswelt zu einer subjektiven Märchenwelt nmdichten ; ansgehend 
von der Beobachtung, dass der Himmel gar nicht so blau, das Lanb gar nicht so 
grttn ist, wie nun einmal a priori vom Laienange angenommen wird, hat er znerst 
Gemälde geschaffen, in denen er Lichtbrechnngen malt, wie sie dem gefibten Auge 
erscheinen nnd nicht mit den paar orthodoxen Farben, die der verstaubte Atelier- 
künsüer auf seiner dürftigen Palette hat, so z. B. Badendes Mädchen im SonnenBchein^ 
Am Strande, Adam und Bva u. s. w. Hierher gehören viele Pastellbilder, die mit 
grossem Feingefühl irgend eine Farbennuance als Hauptton des Gemäldes hervor- 
heben. Sodann hat er grosse Geschicklichkeit und viel Geschmack in decorativen Bnt- 
wttrfen gezeigt Endlich schuf er als Charakteristischstes eine Reihe von Märchen- 
bildem, die dch an Farbe und Form der Aussenwelt nur anlehnen, und bei denen er 
sich nicht scheut, Bäume gelb. Gras blau zu geben, wenn er nur ein harmonisches 
Ganze erreicht. 

Holteaniiy Bsdolf^ Genre- und Historienmaler, geb. 1820 in Darmstadt, f un 
Nov. 1882 das., bildete sich in Düsseldorf und in München und malte in letzterer 
Stadt als sein erstes grösseres Bild eine Scene aus dem Bauernkriege (Mus. in 
Darmstadt). Bekannter wurde er durch seine 28 Wandgemälde im Schloss des Fürsten 
von Isenburg-Büdingen aus der Geschichte des Hauses. Nachdem er sich noch 3 Jahre 
in Rom weiter ausgebildet hatte, malte er 1867 Fresken auf der Wartburg. Br war 
in Darmstadt Professor und Inspektor des Museums. 

Hof^nann-Zeitz, Ludwig« Zeichner und G^nremaler, geb. 11. Nov. 1882 in Zeitz, 
genoss hier die erste Vorbildung und ging 1862 nach München ins Atelier von 
M. V. S c h w i n d, dessen Lieblingsschüler er wurde. Zu seinen besten Bildern gehören : 
Verdorben und gestorben. Aus den Tagen von Sedan, üeberraschung, Francesca von 
Rimini und Paolo Malatesta, Flucht der Landgräfin Elisabeth mit iluen Kindern von 
der Wartburg. 1886 wurde er Inspektor des Museums in Darmstadt. 

Hofmeister, Eugen, Genremaler, geb. 1843 in Rottenburg am Neckar, Schüler 
der Kunstschule in Nürnberg und der Akademie in München unter Alex. Wagner, 
Ramberg und Piloty, wurde Zeichenlehrer an der Universität Tübingen. Bilder 
von ihm sind: Schwäbischer Sonntagnachmittag, Der Storch hats gebracht. Der 
Hagestolz der »ein Mahl selbst bereitet, und ein Bild aus der Klosterkirche in Salem. 

Hoftiaaa, Johann Wllkelm, Maler, geb. 1727 in Ahaus (Reg.-Bez. Münster), 
t 1795, lernte anfangs die Glasmalerei, ging 1758 nach Rom, wo er Schüler von 
Raphael Mengs wurde. Nach 7 Jahren kehrte er zurück, und wurde pfälzischer 
Hofmaler in Mannheim, wo er viele Bildnisse und FamiliennUder malte. Künstler 
waren ebenfalls seine Söhne Ferdinand Wllkelm H«. Schlachtenmaler, geb. 1769, 
Lorenz H., Miniaturmaler, geb. 1772, f 1837, und Feier H«, Miniaturmaler, f 1819. 

Uofner, Job. Baptist, Thier-, insbesondere Schafmaler, geb. bei Schrobenhausen, 
(Oberbayern), Schüler von Piloty in München, wo er no(m lebt Von ihm: Bin 
junger Schafbock mit einer Gänsefamilie (Museum in Hannover), Die Schäferin, Fuehz 
und Hase, Die durch Schafe gesperrte Strasse, und Andere dieser Art. 

UoflBtetten. Franz Xaver von, Landschaftsmaler, geb. 1811 in München, 
t 1883 in Waidfhaus (Oberpfalz), malte manche ansprechende Bilder vorzugsweise 
aus den Gebirgen des südlichen Bayerns und Oesterreichs. 

Hogan^ John, engl. Bildhauer, geb. 1800 in Tallow (Irland), f 27. März 1868 
in Dublin, ging von der Jurisprudenz anfangs zur Architektur über, wurde Schüler 
von Sir Thomas Deane, stndirte auch Anatomie, machte Holzschnitzereien und 
ging nach Rom, wo er seinen Wohnsitz nahm und mehrere bedeutende Bildwerke 
schuf, z. B. Eva nach der Vertreibung aus dem Paradiese, ein todter Christus, ein 
besonders schöner trunkener Satyr, ein Denkmal des irischen Barden Carolan in der 
St. Patrickskirche zu Dublin, und eine Statue 0*Oonnells für die dortige Börse. Brat 
spät kehrte er zurück und schuf noch eine Statue des Mässigkeitsapostels Pater 
Mathew und ein Relief für das Wellington-Denkmal in Dublin. 

Hogartk, William, berühmter engl. Zeichner, Maler und Kupferstecher, geb. 
10. Dec. 1697 in London, f 26. Oct. 1764 in Chiswick bei London, kam anfangs in 
die Lehre bei einem Goldschmied, gravirte Wappen, Namenszüge und Arabesken anf 
Gefässe von edlem Metall, besuchte me Zeichenakademie Thor n nill s, dessen Tochter 
er entführte und heirathete ; er widmete sich sodann der Bildnissmalerei, kam durch 
seine Wanderungen auf den Strassen und den Besuch von Kneipen zu dem seinem 



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Hogenberg — Hog^aet. 195 

Talent entsprechenden Gebiet der Verspottung der Laster und moralischen Schwächen 
der Mensdien sowohl in einzelnen Bildern wie in ganzen novellenartig zusammen- 
h&ngenden Folgen von Darstellnngen, hatte dagegen einen g&nzlichen Misserfolg 
mit seinen rein historischen Bildern, z. B. die nur durch Stiche bekannte Predigt 
des Paulus und Paulus vor Felix, Sigismonda mit dem Herzen ihres hingerichteten 
Qatten Guiscardo (National-Galerie in London), Die Findung des Moses und 8 grosse 
Altarbilder aus einer Kirche in Bristol (in der dortigen Akademie); die besten 
darunter sind die beiden Bilder: Der barmherzige Samariter und Der Teich von 
Bethesda im Bartholomäus-Hospital zu London. Weitere kttnstlerisch bedeutsame 
Schöpfungen sind seine Bildnisse, in denen er die unangenehmen (Gesichtszüge oft 
stark betont. Als die besten derselben sind zu nennen: sein Selbstbildniss mit 
dem grossen Hunde (1745, Nationaigalerie, 1749 von ihm selbst gestochen), Der 
Kapitän Ooram im Foun^ng-Hospital, Der aQjährige Verräiher Lord Lovat im 
South-Kensington Museum, Der Schauspieler Garrick als Richard m. im Duncombe- 
Park und das hftbsche (Hurnelenmädchen in der Sammlung Vanderbilt in New- York. 
Binen grosseren Namen als durch alle diese Bilder machte er sich durch seine Malereien 
und RiMiierungen, in denen er die Thorheiten der Menschen und die hinter der äusseren 
Glätte des Tomehmen Lebens verborgene Falschheit und Lttge mit scharfem Spott und 
bitterer Ironie darstellte. Die ersten dieser Oelbilder und Radierungen waren : Das Leben 
einer Buhlerin (1728, in 6 Blättern), sodann Die Punschgesellschaft (Oelbild in Petworth), 
Das Leben eines Wttstlings auf 8 Bildern im Soane-Museum, die einen ganzen Roman 
darstellen, Der Jahrmarkt in Sonthwark (beim Herzog von Newcastle), Der unglttckliche 
Poet, Komödianten in der Scheune und namentlich als sein reifstes, am wenigsten 
caridrtes Werk Die Heirath nach der Mode (6 Blätter 1746, als Oelbilder in der National- 
Galerie) ; dazu noch als weniger gelungen 4 politisch'^atirisehe Bilder im Soane-Museum 
und die nur durch Stiche bekannten Bilder: Die Bferstrasse, Die Branntweingasse, 
Die Tageszeiten und auf 12 Blättern Die Folgen des Fleisses und des Mfissigganges. 
1763 gab er die sehen von seinen Zeitgenossen mit Recht lächerlich gemadite 
„Zergliederung der Schönheit" heraus, worin er die Schlangenlinie als die angenehmste 
Form für das Auge darstellte. Die salirischen Radierungen des Meisters mit ihren 
vielen Aufschriften und ihren das kttnstlerische so sehr verdrängenden Nebenzwecken, 
lassen den heutigen Betrachter nicht recht zur Freude gelangen. Dagegen zeigt er 
sich in seinen Oelbildem technisch und o<^oristisch als einen der ersten Meister, 
z. B. auch in dem Shrimpgirl (L(Midoner National-Galerie). Alle seine Bilder riefen 
zu ihrer Erklärung mehrere literarische Werke hervor, darunter namentlich 
Lichtenbergs „Ausftthrllche Erklärung der Hogarthschen K<upferstiche und 2Seichnungen'* 
(1794 ff., u. wiederholt in neuen Aufl.) undHogarths „Zeichnungen in Stahl gestochen 
mit Erklärungen'' von Lichtenberg, herausgegeben v. Kottenkamp (8. Aiä. 1878). 
— Seine Biogr. von Ireland und Nichols (8 Bde. 1822 und 1874), v. Sala (1866), 
Dobson (1880), Beavington-Atkinson in Dohmes „Kunst und Künstler'* (1880) und 
Auftin Dobson (1891). 

Hogenberg, Abraham^ Zeichner und Kupferstecher in Köln, lebte in der 
1. Hälfte des 17. Jahrb., f nach 1658, wahrscheinlich Sohn des Franz H., stach 
die Bildnisse des Landgtafen zu Rhein, Wolfgang Wilhehn, des Markgrafen Ernst 
von Brandenburg und des Königs von Polen, Sigismund HI. 

Hogemberg^ Franz, Kupferstecher aus Mecheln, t 1690 in Köln, arbeitete in 
London und in Köln. Seine besseren Blätter sind : das Bildniss der Königin Elisabeth 
von England, des Gerhard Mercator (1674), 81 Blätter aus der Fabel der Psyche 
und das seltene Blatt: Spiegel der Vergänglichkeit 

Hogenberg, Jokau, Kupferstecher in Köln, thätig im letzten Decennium des 
16. und im ersten des 17. Jahrhunderts, Bruder des Abraham H. Er stach 12 Blätter 
mit Vögeln und anderen Thieren und mehrere Bildnisse. 

H^genbergy Jokann NikolauSy Historienmaler und Radierer, der Stammvater 
der Familie dieses Namens, geb. 1600 in München, f 1664 in Mecheln, malte hier in 
der Bomualdskirche einige biblische Bilder. 

Hognet, Charles, Maler, geb. 21. Nov. 1821 in Berlin, f ^^ Aug. 1870 das., 
war dort Schiller von W. Krause, dann in Paris von £. Ciceri und von Isabey, 
dessen flotte Technik er sich geschickt aneignete. Mit Ed. Hildebrandt machte er 
eine Stadienreise nach England, lebte bis 1848 in Paris und liess sich dann in seiner 
Vaterstadt nieder, wo er zahlreiche Bilder in Aquarell wie in Oel malte. Es sind 
Marinen, Landschaften und Stillleben geistvoll, aber oft nur skizzenhaft behandelt. 
In der Nationalgalerie zu Berlin von ihm: Die letzte Mtthle auf dem Montmartre, 



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196 Hohe — Hokiuai. 

Dm Wrack (1864) and ein StUlleben (1852). Andere Bilder Yon ihm: Einfahrt in 
den Hafen Ton Dieppe, Die alte £iche, Felsenlandschaft (Galerie Ravenö in Berlin), 
Kttste bei Havre de Or&ce 1857, (Mnsenm in Daosig). Auch meisterhafte Kflchen- 
bilder and viele landschaftliche Aqnarelle. 1869 worde er Mitgrlied der Beriiner 
Akademie. 

Hohe, Friedrich, Lithograph and Maler, geb. 180S in Bayreuth, f 7. Juni 
1870 in München, wo er seit 1820 die Akademie besachte and sich 1888 ganz aar 
Lithographie wandte. 1826 besachte er mit Karl Bottmann Itidien, liess sieh in 
Mttnchen nieder, wo er 1828 die Heraasgabe der Leachtenberg-Oalerie in Lithographien 
begann, sich später aach an der Heraasgabe der Dresdener Galerie darch Frans 
Hanfstiingl betheiligte and viele Bilder bcäeatender Zeitgenossen reprodvctrte, a.B. 
Einzog KOnig Ottos in Nanplia nach Peter Hess. Seine eigenen Oompositionen, die 
keinen grossen Erfolg hatten, waren Landschafts- and Thierbilder in Zeichaongen, 
Aquarellen and in Oel. 

Hohe, Nicolai» Chriatian, Historien- and Bildnissmaler, geh. 1798 in Bayreuth, 
t 22. Jnni 1868 in Bonn als Uniyersitfttsseichenlehrer and k^. Hofmaler, Bruder 
des Vorigen, machte sich verdient darch die Wiederanfiindang and theilweiBe 
Kestanration der Wandmalereien aas dem 12. Jahrb. in Schwarzrheindorf bei Bonn, 
darch die Wiederaoffindang der Wandbilder in Bamersdorf and andere Bilder dieser Art 

Holienberg von HetzcBdorf, Johann Ferdinand, Baameister and Maler, geb. 
1732 in Wien, f 1790, Schiller der dortigen Akademie, später Mitglied denell>en, 
besachte Italien and die Haoptkanststftdte Dentsehlands, baute in Sdi6nbrann bei 
Wien die Gloriette (1775), den Palast des Grafen von Fries in Wien, des Marqais 
Pallavicini (1784) and malte zahlreiche Theaterdecorationen. 

Hohenlierg (Altomente), Marttn. s. Altomonte. 

Hehenlohe-Langenbarg, Prinz Victor v», s. Gleichen. 

Hohfelder, Friedrich, Historienmaler der Schale des Cornelias and Heinrich 
Hess, malte stilvolle Compositionen von grosser Innigkeit im Aasdrack seiner Gestalten 
and harmonischer Durchbiidang von Form and Farbe. Als eines seiner besten Bilder 
wird genannt der sein Krenz aaf sich nehmende Heiland mit der onter dem Erenz 
trauernden Maria von rührender Schönheit. 

Hohnhaom, Karl, Genremaler, geb. 1826 in Hildbarghaasen, f 19. Jan. 1867 
das., war SchtUer von Preller in Weimar, lebte dann in Mttnchen. Unter seinen 
oft aas der Kinderwelt entlehnten Bildern nennen wir nnr: Kinder die ans der 
Schale kommen, Ein Krämerladen, Spiel der DorQogend, Mftdchen mit Kindern. 

Uohneck, Adolf, Landschaftsmaler, geb. 1812 in Dresden, f im Febr. 1879 in 
Oberlössnitz bei Dresden, Schüler der Dresdener Akademie and von 1838—41 der 
Akademie in Düsseldorf .anter Th. Hildebrand. Br malte meistens Landschaften, 
znweUen aach Genrebilder. 

Hein, Claude Jean Baptiste, franz. Maler und Kupferstecher, geb. 5. Juni 
1750 in Dijon, f im Jani 1817 das., Schfller von Devosge und von Grenze, 
warde 1811 Conservator des dortigen Museums, malte vorzugsweise Bildnisse in 
Miniatur und in Pastell und stach Bildnisse nach Boichot und Honor^ Fragonard. 

Hekusai, (auch Kataugawa Shuuro, Tokiiaro, Sori der Zweite etc. etc., wie 
überhaupt die japanischen Kttnstler sich zu verschiedenen Zeiten verschiedener Namen 
bedienen), japanischer Maler und Zeichner fttr den Hoizsdinitt, geb. 1760 in dem 
Kreis Honjo (im Norden von Teddo), f 18. April 1849 in Teddo, war Sohn des 
Spiegelmachers Nak ajuna I dö und anfänglich Schfller von Katsugawa Shunshö. 
H. gehört der volksthümlichen Ukio-ye Bichtung, d. h. „weltlichen*^ „Handwerker- 
schule^ an, die bei den Vornehmen und Gebildeten seines Landes wenig Anerkennung 
findet, während er in Europa von allen japanischen Meistern der Bekannteste und 
Höchstgepriesene ist. Der vornehme calUgraphische Zeichnungsstyl, die wunderbar 
feine Empfindung ftlr Farbenzusammenstellungen der alten japanischen Schalen ist 
ihm nicht eigen ; dagegen zeigt sich bei ihm eine echt volksthflinliche, leicht earidrende 
Auffassung und das regere Interesse am Dargestellten gegenüber der DarsteliongB- 
weise. Gerade auf Grund dieser Eigenschaft, seinem Erzählertalent, das ihm dazu 
verhilft uns alle Phasen japanischer Oultur vorzuführen, mag seine Beliebtheit in 
Europa beruhen. Seine eigentlichen Malereien treten gegenüber den Zeichnungen 
für den Holzschnitt in den Hintergrund. Er hat in seinem langen Leben ein staunen- 
erregend reiches „Werk^ geschaffen. In seinem 76. Jahre sdirieb er, dass er jetzt 
erst anfange die Natur wirklich zu erfassen und wohl mit 110 Jahren zur Vollkemmen- 
heit gelangen werde. Und in der That gehören einige im Alter von 80 Jahren 



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Holanda — Holbein. 197 

geschAifene Arbeiten zu seinen Besten. — Ans kümmerlicher Frtthceit riss ihn die 
Anerkennung, die sein 1798 yer^äfentlichtes Titelbild sn der Folge ,,Die 36 berühmten 
Dichterinnen* fand, herans. Es kamen nun Folgen von Bildern zu Noyellen, Romanen 
des Bakin, Gedichten des Ogora, eigenen Schriften, bis er 1814 mit der Heraasgabe 
des einen grossen Hauptwerks, der „Mangwa** (flüchtige Skizzen) begann, das im Ganzen 
16 Bände aufweist, deren letzter nach des Künstlers Tode im Jahre 1878 erschien. 
Dieses grosse Skizzenbach enthiUt beinahe alles Darstellbare, r^igiöse, geschichtliche, 
Mftrchenbilder, Genrescenen and Darstellangen aas dem Alltagsleben, dann phantastische 
and natoralistische Thiere, endlich aach Häoser and Landschaften etc. Die Reich- 
haltigkeit des Inhalts ordentlich anzudeuten, würde Sdten in Ansprach nehmen. Als 
zweitbedeutendstes Werk gilt das dreibändige, um 1886 erschienene, 100 Ansichten 
des Figiberges. Andere sind Heldensagen, Kinder- und Lehrbücher, Entwürfe für 
Tabakpfeifen und verschiedene kunstgewerbliche Motive (Banshoku dzu-ko). Im Ganzen 
zählt man über 80 Werke mit über 800 Bänden. Dazu kommen noch tausende von 
Neigahrswünschen, Flugblättern etc. meist in vielen Farben gedruckt. — Ueber H. 
lässt sich nachlesen in Gonse, „PArt japonais** (1888), Wm. Anderson „The pictorial 
Arta of Japan** (1886) und besonders in Brinckmann „Kunst und Handwerk in 
Japan" (1889). 

Holaada, Franeiseo de, portug. Maler, geb. zu Anfang des 16. Jahrh. in 
Lissabon, Sohn und Schüler des Miniaturmalers Antonio de H., fertigte in Bvora 
für ein Brevier die S Miniaturbilder : Verkündigung der Maria und Ausgiessung des 
heil. Geistes, schmückte auch andere C^orbücher mit Miniaturen, war in Rom 
befreundet mit Michelangelo und mit Giulio Clovio, schrieb auch einige kunstwissen- 
schaftliche Bücher. 

HolbelBy Ambrosiis« Maler, Geburts- und genaues Todei^ahr unbekannt, f nach 
1619, Bruder von Hans H.d. J., machte Silberst&t- und Federzeichnungen, von denen 
sich viele im Museum zu Basel befinden, unter seinen Oelbildem gibt es nur im 
genannten Museum einen Christus als Fürbitter auf Wolken und einige Bildnisse. 
Daselbst auch 6 Pasdonsbilder, die von ihm und seinem genannten Bruder herrühren. 

HolltoiB. Eduard^ Historienmaler, geb. 1807 in Berlin, f 19- Februar 1875 das., 
besuchte die dortige Akademie, arbeitete 1882—89 im Atelier von Karl Begas, 
wurde Professor und Lehrer an der Akademie, und debütirte 1836 mit dem Genre- 
bilde eines im Angesicht von Jerusalem sterbenden, von seinen Sehnen umgebenen 
Pilgers, worauf dann 1888 eine Madonna mit dem Kinde und in der Schlosskapelle 
zu Berlin auf 2 Nischenpfeilem die 12 Erzväter folgten. 

Holbein, Hans d« Ae», geb. um 1460 in Augsburg, f 1524 zu Iseuheim im 
Elsass, ein Hanptvertreter der realistischen Richtung der schwäbischen Schule, als 
solcher beeLoflusst von M artin Schongan er, thätig 1499 in seiner Vaterstadt, dann in 
Ulm, 1501 in Frankfurt a. M., später wieder in Augsburg und im Elsass. In dieser 
Richtung zeigt er ein hohes ideales Gefühl für Schünheit und eine warme Farben- 
harmonie. Naeh der ungefähren Reihenfolge ihrer Entstehung sind seine Hauptwerke : 
4 Tafeln im Dom zu Augsburg mit dem Jugendleben der Maria, die Kirche Sta. Maria 
Maggiore mit der Krönung der Maria durch die Dreieinigkeit, die Basilika von 
St. Paul mit der (ieschichte dieses Apostels (das schönste und reichste seiner Werke), 
und ein Votivbild von 1502 mit 8 Scenen aus dem Leben Christi, alle 8 in der Galerie 
zu Augsburg, sodann ein um 1500 gemaltes umfangreiches, jetzt an 8 Orten zer- 
streutes Altarwerk für das Dominikaaerkloster in Frankfurt a. M., 2 Flügel eines 
Altarschrdnes im Rudolfinnm zu Prag, das Altarwerk von 16 Tafeln mit dem Leben 
der Maria und der Passion Christi aus dem Kloster Kaisheim in der Pinakothek zu 
München, eine ähnliche Folge von Passionsscenen in der Galerie zu Donaueschingen 
und wiederum in Augsburg 4 früher dem jüngeren Holbein zugeschriebene Flügel 
von 1512 mit der Leidende der Heiligen Ulrich und Wolf^ang, Maria und der heil. 
Anna die das Christuskind im Gehen unterrichten, eine Kreuzigung Petri und eine 
Enthauptung der heil. Katharina und als sein Werk von reifster Schönheit in der 
Pinakothek das Martyrium des hL Sebastian (1615) mit den Seitenflügehi der heil. 
Barbara und der heil. Elisabeth von Thüringen. Wohl seine letzte bedeutende Malerei 
war Der Brunnen des Lebens aus dem Jaltfe 1519 im Schloss zu Lissabon. 

Holbeiii, Hans d. J., der berühmte Sohn des Vorigen, einer der besten Meister 
der deutschen Kunst, geb. 1497 in Augsburg, f zwischen 7. Oct. und 29. Nov. 1543 
an der Pest in London, entwickelte sich unter dem Einfluss seines Vaters und Hans 
Burgkmairs, ging 1515 nach Basel, war 1517 in Luzern, Hess sich 1519 in Basel 
nieder und trat 1536 in den Dienst Heinrichs VIIL von Englandi wo er mit einigen 



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198 Holder — HoU. 

Unterbrechungen bis zn seinem Tode thätig war. Seine Bedeatnng in der Kunst- 
ges<^ichte hat er theils als Bildnissmaler, der in diesem Fach die deutsche Malerei 
zu ihrer höchsten Bntwickelung ftthrte, theils durch seine Holzschnitte und niastrationen, 
worin er für die reformatorische und humanistische Bewegung Yon herTorragender 
Bedeutung ist. Ettr seine frühesten Arbeiten ist keine Sammlung lehrreicher als das 
Museum in Basel, das eine reiche Sammlung seiner Handzeichnungen und 26 seiner 
Gemälde besitzt, darunter ein Exemplar des Buches „Lob der Narnieit' von Erasmus 
▼. Rotterdam mit Bandzeichnungen Ton beissender Satire, und einige Bildnisse, die 
ihn sdion früh als einen grossen Meister zeigen, z. B. das des Bttrgermeisters Meyer 
und seiner Gattin (1516), des Bonifacius Amerbach, der sog. LaYs Corintiiiaca (1626), 
sodann der sehr naturalistische Leichnam Christi (1521) und die 8 merkwürdigen 
Bilder der Passion C!hristi (1520—25), die, unter dem Einflnss der römischen Schule 
entstanden, von külin bewegter Gomposition sind; ebenso in noch höherem Grade die 
10 in Tusche ausgeführten Bilder der Passion. Um diese Zeit (1526) entstand auch 
seine berühmte, neuerdings gut restaurirte Madonna des Bürgermeisters Meyer im 
Besitz der Prinzessin Karl zu Darmstadt, von der die weltbeiuumte Madonna im 
Museum zu Dresden eine fast 100 Jahre später entstandene Copie ist, ein durch die 
tief empfundene Schilderung des deutschen Familienlebens fesselndes Werk. In dieser 
Beziehung ganz ähnlich ein Andachtsbild der Madonna yon 1522 mit den Heiligen 
Martinus und Ursus im EunstTerein zu Solothum. Dazu kommen noch die seit 1521 
entstandenen, nur noch in geringen Besten und in Gopien im Museum zn Basel Tor- 
handenen Wandgemälde aus dem dortigen Bathhause, es waren nach der damaligen 
Sitte Darstellungen republikanischer Gesetzesstrenge. Mit der Uebersiedelung fi.'8 
nach England, also 1526, beginnt die Hauptperiode seiner Thätigkeit im Bildnissfach, 
Bilder von einfacher, wahrer Schilderung des menschlichen Lebens und KebevoUer 
Durchführung. Dahin gehören eine Reihe von Handzeichnungen im Schloss zu Windsor, 
das Brustbild des Thomas Morus von 1527 (PriTatbesitz in London), die ganze Figur 
der Herzogin Christine yon Mailand im ScUoss des Herzogs von Norfolk zu Arundel 
(1538), und ausserhalb Englands im Museum zn Dresden das Bildniss des französisdien 
Sieur de Morette, der mit H. am Hofe Heinrichs VUI. lebte und das Di^pelbildniss 
des Sir Thomas Godsalve und seines Sohnes (1528), im Berliner Museum das Bildniss 
des Kaufmanns Georg Gisze (1532) und 2 andere männliche Bildnisse, 8 solche Bildnisse 
im Louvre, darunter besonders wieder das des Thomas Moms und der Anna von Qeve, 
vierten Gemahlin Heinrichs VIII., in denUffizien zu Florenz das des Richard Southwell 
(1537) und viele andere im Hoftnuseum zn Wien. Nicht weniger ausgezeichnet war 
er in Miniaturbildnissen und in Zeichnungen für den Holzschnitt, worin er 91 Blätter 
zum Alten Testament und in 50 Blättern den berühmten Todtentanz schuf, in welchem 
sich seine tiefsinnige Poesie und sein köstlicher Humor aufs schönste aussprechen 
(erste Ausg. in Lyon 1538), während die grau in grau gemalten Bruchstücke eines 
Todtentanzes im Bischofsschloss zu Chur wahrscheixdich nur eine Nachbildung nadi 
seinen Zeichnungen sind. — Seine Biogr. v. Hegner (1827), Womum (1867), Woltmaon 
(2. Aufl. 1874—76, 2 Bde.), Manz (1879) und Knackfuss (1894). 

Holder, Johann Micliaely Miniaturmaler, geb. 1799 in Hildrizhausen (Württem- 
berg), t 22. März 1861 in StnUgart, erhielt hier seine Ausbildung, übte seine Kunst 
in München, Dresden, Prag und Paris und liess sich in seiner Heimath nieder. Seine 
Bilder sind fast nur männliche und weibliche Bildnisse. 1854 erhielt er die Ehren- 
medaille und 1857 den württembergischen Friedrichsorden. 

Holding, Henry James, engl. Landschaftsmaler, geb. 1833 in Manchester, 
t 9. Aug. 1872 in Paris, stellte in Manchester zahlreiche Küsten-, Hafen- und Waldbilder 
in Oel und in Aquarell aus, die allgemeinen Beifall fanden. 

HoU, Elias, Architekt, geb. 28. Febr. 1573 in Augsburg, f 6. Jan. 1646 das., 
Schüler seines Vaters, eines praktischen Maurermeisters, ging 1602 zn seiner weiteren 
Ausbildung nach Venedig und wurde ein hervorragender Vertreter der idealen Richtong 
in der deutschen Eenaissancearchitektur. Seine bedeutendsten Schöpfungen nnd in 
seiner Vaterstadt das Zeughaus und von 1615—20 das prächtige Rathhaus mit dem 
besonders prachtvollen, durch seine Verhältnisse imponirenden sogenannten goldenen 
Saal. — Seine Selbstbiogr. herausgegeben von Chr. Meyer (1873). 

HoU, Francis, engl. Kupferstecher, geb. 23. Aug. 1815 in Camden Town 
(Middlesex), f 14. Jan. 1884 in London, stach zahlreiche geschätzte Blätter nach 
Frith, George Eichmond, Gulls, Elmore, Jenkins n. A. 

HoU, Frank, engl Genremaler, geb. 4. Juli 1845 in London, f 31. Juli 1888 
das., Sohn des William H., bildete sich auf dem Universitär CoUegei trat 1861 In 



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Holl — HoUowajr. I99 

die Akademie and erhielt schon 1863 eine goldene Medaille für sein historisches Bild 
der Opferung Isaaks. Seit 1864 stellte er Grenrebilder meist ernsten Inhalts von 
tiefem GefQU, charakterToUem Ansdruck und dramatischer Behandlung aus, s. B. Die 
Farmkrautsammler, Das Gottesurtheil (1866), Der Beconvalescent, Der Herr hats 
gegeben, der Herr hats genommen. Dann folgten in den 70er J^üiren: Die harrende 
FiMherfamilie, Leichenbeg&ogniss auf dem Lande, Der Erstgeborene, Das Verlassen 
der Heimath, Der .Gang nach Hanse, Scene in einem Leihhause, Das ausgesetzte 
Eind u. A. 1878 wurde er Genosse der Londoner Akademie. 

Hall, William, engl. Kupferstecher^ geb. 1807 in Plaistow (Bssex), f 80. Jan. 
1871 in London, Schttler seines gleichnamigen Vaters (f 1838), stach vorzugsweise 
meisterhafte BUdnisse in Punctirmanier, z. B. fOr Lodges „Bildnisse berilhmter 
Personen^, für Kuights Bildnissgalerie und für flndens BUdnisssammlung, auch 
Blfttter nach Frith und Bildnisse nach Bicbmond. 

Holland, s. Daaoe. 

HoUand, James, engl Aquarellmaler, geb. 17. Oct. 1800 in Burslem (Staiford- 
shire), f 12. Febr. 1870 in London, lernte das Blumenmalen auf Porzellan, kam 1819 
nach London, wo er neben den Blumen auch Architektur-, Marinebilder und Landschaften 
malte. Um 1830 besuchte er Frankreich, machte dort Architekturstudien, und stellte 
nach seiner Bttekkehr eine grosse Ansicht von London von Blackheath und andere 
Bilder dieser Art aus und wurde 1868 Mitglied der Gesellschaft der Aquarellmaler. 1836 
besuchte er Venedig und Mailand, malte auch dort Architekturbilder, 1838 Portugal 
(Ansicht von Lissabon), Holland, die Normandie, die Schweiz und nochmals Vene£g, 
beschäftig sich neben den Architekturbildem auch mit Bttcherillustrationen. 

Houaadec, Hendrik« holländ. Maler, geb. 7. Aug. 1823 in Leeuwarden, f 1. Juni 
1884 in Amsterdam, Schttler von Nie. Pienemann. Von ihm im Eeichsmnseum 
zu Amsterdam sein Selbstbildniss aus dem Jahre 1876. 

HoUar. Wenceslaus H. von Praclina, bertthmter Kupferstecher und Radierer, 

Sb. 16. Juli 1607 in Prag, f 28. Mftrz 1677 in London in Armuth, lernte zunächst 
B Badieren unter Matthäus M erian in Frankfurt a. M., liess sich in Köln nieder 
und machte die Bekanntschaft des Grafen v. Arundel, mit dem er nach Prag und 
Wien und 1637 nach England reiste. Hier stach er eine Ansicht von Greenwieh und 
viele andere Bilder aus der Galerie des Grafen, wurde 1640 Zeichenlehrer des Prinzen 
von Wales und gab 1642—44 eine Sammlung von Trachtenbildern in 28 Blättern 
unter dem Titel „Omamentus muliebris anglicanus' heraus. Aus politischen Gründen 
begab er sich 1646 wieder zum Grafen Arundel nach Antwerpen, gerieth hier in 
Dürftigkeit, kehrte 1662 nach England zurück und arbeitete fttr Buch- und Kunst- 
händler, bis er nach Karls ü. Bttekkehr nach England dessen Zeichner wurde. In 
dessen Auftrag machte er eine gefahrvolle Beise nach Afrika, nahm die Festung 
Tanger auf und ging 1673 nach Nordengland, wo er wieder viele Stadtansichten 
zeic&iete. Unter seinen ttber 2400 Badierungen befinden sich viele nach älteren 
Malern z. B. nach Holbein Adam und Eva und David vor Saul spielend, Esther vor 
Ahasverus nach P. Veronese, Das grosse Ecce homo nach Tizian (Hofmuseum in Wien), 
Johannes d. T. nadi Correggio, Magdalena in der Wttste nach P. v. Avont, Juno 
alz Vorsteherin der ländlichen Arbeit nach Elsheimer, Latona und die Bauern nach 
demselben, Amor auf einem Löwen reitend nach Giulio Bomano, Der Abendmahlskelch 
nach A. Mantegna und viele Andere. Weit bedeutender sind die Arbeiten die H. 
nach der Natur und nach Stillleben machte, die z. Th. den grössten culturgeschichtlichen 
Werth besitzen. Hier sind zu nennen verschiedene Folgen von Frauentrachten, (die 
Aula Veneris 100 Blatt) darunter eine mit ganzen Figuren als Jahreszeiten aufgefasst; 
dann Folgen von Schiffen, von Schmetterlingen, die bertthmte seltene Folge der 
Muscheln und die prachtvollen Muffe. Auch seine topographischen Blätter bean- 
spruchen neben ihrem historischen auch viel kttnstlerisches Interesse : so der Dom von 
Antwerpen, London vor und nach dem Brande, etc. — Vgl. Parthey, Wenzel H., 
Verzeidiniss seiner Kupferstiche (1863—68, 2 Bde.), Kinkel, Mosaik zur Kunst- 
geschichte (1876). 

HoUinz, Jolin, engl. Maler, geb. 1. Juni 1798 in Birmingham, f 7. März 1866 
in London, anfangs Bildnissmaler, lebte 1826—27 in Italien, widmete sich später der 
Landschaft, die er häufig mit Staffage ans Dichtem oder mit Genrescenen versah. 
1842 wurde er Genosse der Akademie. 

HoUoway* TkomaSy engl. Kupferstecher, geb. 1748 in London, f im Febr. 1827 
in Coltishidl bei Norwich, machte sich namentlich bekannt durch 700 Illustrationen 
zu Lavaters Physiognomik, durch Illustrationen englischer Klassiker und durch 7 Blätter 

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200 Holm — Holzapfel. 

nach Baphaels CartonB in Hamptonooort, die er mit 2 Gehilfen stach. Er malte aach 
einige BildniBse in Gel nnd in Aquarell. 

Holm, Gliliflitlaii Frederik, d&nischer Thiermaler nnd Radierer, geb. 18. Febr. 
1804 in Kopenhagen, f 24. Jnli 1846 in Tivoli, Schüler der Akademie seiner Vater- 
stadt, bereiste Schweden und Norwegen, lebte seit 1836 in München nnd zog 1844 
nach Rom. Unter seinen Thierstücken nennen wir: Rennthiere von Bftren yerfolgt, 
Bärenhöhle in nordischer Gebirgsgegend, Hühnerhunde anf der Jagd, Rennthieijagd 
in Norwegen. 

Holm, Haas J9rg«n. dilnischer Architekt, geb. 9. Mai 1886 in Kopenhagen, 
besuchte die dortige iJcademie und die Zeichenschule you Hetsch, arbeitete am 
Bau der Universitfttsbibliothek, bereiste 1868— 66 Deutschland, Frankreich nnd Italien, 
fertigte die innere Ausrüstung des Schlosses Frysenborg im niederländischen 
Renaissancestil (1865—68), baute in Nylgttbing, wurde Lehrer an der polytechnischen 
und später an der Architektur-Schule und gab mit Storch und Dahlerup auto- 
graphische Zeichnungen alter dänischer Baudenkmäler heraus. 

Holm, Per Daniel, schwedischer Landschaftsmaler, geb. 11. Sept. 1885 in 
Malingsbo (Dalame), war 1852—66 im technologischen Institut zu Stockholm, begann 
1868 die Landschaftsmalerei unter Nils Anderson, besuchte die Akademie in 
Stockholm und mit einem Reisestipendium die nördlichsten Theile Skandinaviens, aus 
denen er die Motive seiner Landschaften entnahm. Später besuchte er noch Düsseldorf, 
München und Paris und machte Studienr^en in den deutschen Alpen. 

Holmberg, Augvst, Genre- und Bildnissmaler, geb. 1. Aug. 1861 in München, 
bildete sich seit 1866 zwei Jahre in der Bildhauerkunst, ging aber 1868 zur Malerei 
über und wurde Schüler von Wilh. Diez. Dann machte er Studienreisen in 
Deutschland, 1876 nach Italien und 1878 nach Paris. Unter seinen in Compositlon 
und im Oolorit trefflichen Bildern sind zu nennen : Der Numismatiker, Der Goldschmied 
(Museum in Leipzig), Vor dem Duell, Meinungsverschiedenheiten (1878), Das Tabaks- 
collegium Frieiki^ Wilhelms I., Das anfgenindene Monogramm, In der Kloster- 
bibliothek, Interessante Lektüre, Fem von der Welt (1884), und die Radierung Santa 
Ocnversazione nach seinem eigenen Bilde. 

Holme, Arthur, engl. Architekt, geb. 1814 in Liverpool, f 1857 das., machte 
sich besonders in seiner Vaterstadt einen Namen durch die von ihm erbauten Kirchen 
St. Paul, St Matthew, Allerseelen, St. Andreas, durch mehrere Schulen und Waarenlager. 

Holmes, James, engl. Miniaturmaler, geb. 1777, f 24. Febr. 1860 in Shropshire, 
malte seit 1813 viele, oft humoristische Genrebilder und Bildnisse, wurde 1828 Mitglied 
der (Gesellschaft der britischen Künstler und erfreute sich auch als Musiker der 
besonderen Gunst des Königs Georg IV. 

Holst, J., Landschaftsmaler aus Hamburg, f nach 1726, malte im Geschmack 
von Boudewyns, Schoevardts und anderer Antwerpener seiner Zeit. Reich vertreten 
durch 7 Landschaften im Museum zu Schwerin. 

HolsteyH, Comells, hoUänd. Maler und Kupferstecher, geb. um 1620 in Haarlem, 
t nach 1662, Sohn des Pieter H. d. Ae. Er malte: Der Triumph des Bacchus, 
Lycurgus der seinen Neffen zum Erben einsetzt, Pyramus und Thisbe, Die Parabel 
vom Weinberg. Unter seinen Stichen sind hervorzuheben : Bacchus trüstet die trauernde 
Ariadne und ein Bildniss der Isabella von Este. 

HolsteyH, Pieter d. Ae», Maler, geb. um 1680 im Schleswigschen, f im Juli 
1662 in Haarlem, wo er seit 1687 lebte. Er war Glasmaler und Kupferstecher, malte 
Fenster in Kirchen von Haarlem und stach seit 1602 besonders viele Bfldnisse. — 
Auch sein Sohn nnd Schüler Pieter H. d. J., geb. in Amsterdam, f 1687 in Haarlem, 
war Kupferstecher. 

Holihausea, Ludwig, Genre- und Blumenmaler, geb. 1807 in Uerdingen am 
Rhein, t 18. April 1890 in Düsseldorf, wo er Schüler der Akademie war. Unter 
seinen Bildern werden genannt: Ein Raucher, Die Betende, Die BlumenwindeiJn 
(1884), Blumenstück vor einem Marienbüde (1886), Kinder mit Früchten (1847), Der 
Maiwein im Walde. 

Holtzhey, Joh. Georg, hoUänd. Medailleur, geb. 1729 in Amsterdam, f 1808, 
fertigte 2 Medaillen auf Ludwig XVI. und eine auf Bonaparte. — Auch sein Vater 
Marttn H., geb. 1697 in Ulm, f 1764 in Middelburg, war ein geschickter Medailleur. 

Holzapfel, Joseph Michael, Maler und Radierer, geb. 28. Oct. 1860 in München, 
Schüler der dortigen Akademie und seit 1880 Schüler des Stechers J. L. Raab. 
Von ihm Radierungen nach Knaus, Gabriel Max u. A. ; als eine seiner ersten Arbeiten 
eine treffliche Originalradiernng Der studirende M^ch. 



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floker — Homo. 201 

H^lser^ JokaBB Eyan^ellBt, Maler und Kupferstecher, geb. 1708 in Bnrgeis 
(Tirol), t 1740 auf einer Reise in Münster, war anfangs in Meran Schfller von N i k 1 a n s 
Aner, ging dann nach Aogsbarg, malte Historienbilder und Fresken und namentlich 
an 10 oder 11 Hftnserfa^en, auch in Gemeinschaft mit seinem Lehrer J. 0. Berg- 
mttller, radierte mehrere Bl&tter in Rembraodts Manier, z. B. Die Anbetung der 
Hirten, Die Anbetung der Könige, Die Flacht nach Aegypten, Die vier Temperamente 
nach Bergmtlller, und malte 1740 am Kurfürstlichen Hof in Bonn das allgemein 
bewanderte Bildniss des Karfürsten Clemens in Lebensgrtfsse. 

HolEer, Josepk, Landschalts-, insbesondere Waldmaler, geb. 20. Mttrz 1824 in 
Wien, t 17. Jan. 1876 das., Schfller der dortigen Akademie unter Thomas Bnder 
und Steinfeld, bereiste Deutschland, die Niäerlande, die Sehweis, stndirte 3 Jahre 
in Mflnchen und Hess sich in seiner Vaterstadt nieder, wo er Mitglied der Akademie 
wurde. Seine Hauptbilder sind : Ausgang eines Waldes mit Femsicht, Das Kaisergebirge 
in Tirol, Der stille Waldwinkel, Bachenpartie mit Bach, MotiY aus den kleinen 
Karpathen, Die Mflhlsturzhömer im bayrischen Hochgebirge und viele Andere aus den 
bayrischen und österreichischen Alpen. Er war auch Mitglied der Akademie von Venedig. 

Hollkalb, Adolf Bsdolf. Architektur- und Landschaftsmaler, geb. 1836 in Zttri(£, 
besuchte 1856 das dortige Poiytechnicum und seit 1857 die Akademie in Düsseldorf 
unter Gade und 4 JiJire unter Pulian, bereiste Deutschland, die Niederlande, 
Frankreich, Oesterreich und Italien, wurde Professor am Poiytechnicum seiner Vater- 
stadt, yerfiel aber 1881 in Geisteskrankheit. Aus der Zahl seiner trefflichen Bilder 
sind 2U nennen: Bacharach am Rhein, Die Wemerskapelle bei Oberwesel, Partie aas 
dem Rhdnethal mit dem St&dtchen Leuk (1869), Klosterruine Allerheiligen im 
Schwarswald und andere Bilder ans norddeutsdien Gegenden. 

HolmaBii, Karl Friedlieh, Maler und Radierer, geb. 1740 in Dresden, f 1818, 
ging von der Bildhauerkunst cur Malerei Aber und wurde Schfller von Dietrich, 
unter dem er sahllose Bildnisse malte. Dann widmete er sich der Radierkunst 
namentlich nach Bildem seines Lehrers Dietrich. Sein Hauptwerk ftthrt den Titel 
„Abdrflcke in Helldunkel nach den Zeichnungen yerschiedener Meister^. 

Holzschuher, Euekarius Karl, Architekt, baute 1616—19 in Nflmberg die 
neueren Theile des Rathhaoses im italienischen Palaststil. 

Hom, Georg, Bildnissmaler, geb. 27. Juni 1838 in Frankfturt a. M., Schfller 
des Städelschen Instituts unter Jakob Becker, besuchte die bedeutendsten Galerien 
Deutschlands, malte z. B. das Bildniss des bekannten Naturforschers und Reisenden 
Rflppell, aber auch Genrebilder, darunter Mignon, Der Liebesbrief, Ein (}eheimniss 
u. A. 1874 siedelte er yon Frankfurt a. M. nach Berlin Aber. 

Home, Robert, engl. Maler, geb. um 1750 in London, f 1386 in Gawnpoor 
(Ostindien), Schfller yon Angelika Kau ff mann, T<^endete seine Ausbildung in 
Rom und Hess sich in Dublin nieder, wo er viele Bildnisse malte. 1789 kehrte er 
nach London lurttck, ging von da nach Ostindien und Hess sich in Lucknow nieder, 
wurde Bildnissmaler des Königs yon Onde und sog sich später nadi Cawnpoor curflck. 
Unter seinen auf die englischen Ausstellungen gesandten Bildern befanden sich : Der 
Empfang der Prinzen yon Mysore bei dem Marquis Comwallis, Tod des Oberst 
Morehouse beim Sturm yon Bangalore. In Hamptonoourt yon ihm das Bild Der 
König yon Onde empftngt Tribut. Br gab heraus: „Beschreibung yon Seringapatam^ 
(1796), »Auserlesene Ansichten yon Mysore' mit den Hauptscenen des Feldsuges 
gegen Tippu Sahib (1797). 

Honer, Wisfliow, amerikan. Genremaler, geb. 1886 in Boston, kam 1855 su 
einem dortigen Litiiomphen in die Lehre, und sog 1859 nach New-York, wo er 
Sdifller der Nationalskademie wurde und sich mit Blustrationen beschäftigte. Beim 
Ausbruch des Bflrgerkrieges ging er nach Washington, seichnete Kriegsscenen f flr 
„Harpers Weekly'* und malte seine ersten beifflUig aufgenommenen Oelbilder. Nach 
dnigen Studienreisen in Europa (1867 und 1868) begann er seine Haaptthfttigkeit in 
Bildem yon derben Realismus, trefflicher Charakteristik und grosser Kflhnheit der 
Behandlung. Dahin gehören: Wie es euch gefUlt, Die Zeit des Mittagessens, Die 
Solialaeit. Bonntagsmorgen, Treue Liebe, Onkel Ned su Hause, und die Aquarelle 
Der Fischfang, Des Gflrtners Tochter, Nach dem Bade, und wieder die Oelbilder 
Schulximmer auf dem Lande, Besuch der alten Dame, Das Peitschenklatschen, Sonntags- 
morgen in Virginia u. A. 

H«Bo, Karle Alexandre, firans. Maler, geb. 184S in Paris, f 28. Juli 1889 
das., Schfller yon Guillemet, widmete sich mit Vorliebe der Aquarellmalerei der 
Alteren Strassen und Stadtthelle yon Paris, s. B. der Strassen Saint-Vincent, Sept 



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202 Hondecoeter — flonek. 

Yoies, Pirouette, Boulevard da Palais, Quai de la Tonmelie, gewöhnlich reich staffirt 
mit lebenden Figuren. 

HoBdeeoeter. GilliSy holländ. Landschaftsmaler, geb. in Antwerpen, seit 1616 
in Amsterdam nacnweisbar, f 1638 das., Vater des Gysbert H. und GrossTater 
des Melchior H. Landschaften von ihm in der Galerie zu Schleissheim (1609), im 
Museum zu Kassel (1618), in Dresden (1619), eine Öde Felsenlandschaft im Berliner 
Museum, eine Landschaft mit Orpheus unter den Thieren im Museum zu Stockholm 
und ein Vogelconcert (1620) in der Sammlung zu Donaueschingen. 

Hondecoeter, Gysbert. hollttod. Maler, geb. 1604 in Antwerpen oder in 
Amsterdam, f 1658 in Utrecnt, Sohn des Vorigen und Vater des Melchior d' H. 
Von ihm im Beichsmuseum zu Amsterdam eine Landschaft mit Figuren (1652) und 
ein Bild mit Wasserrögeln (1651). 

Hondeeoeter, MMehior d% hollllad. Maler, geb. 1636 in Utrecht, f 3. AprU 
1695 in Amsterdam, Sohn und Schüler des Vorigen und Schiller seines Oheims 
J. B. Weenix, war meistens in Amsterdam thätig, wo er fast nur Geflügel malte, 
vor Allem Hühner, indische Bühne, Pfauen und Tauben, gewöhnlich in Lefiinsgrösae 
und in landschaftlicher Umgebung. Seine Anordnung ist meistens malerisch, Zeichnung 
und Cüolorit meisterhaft. Bilder von ihm in fast allen Museen, 11 der schönsten im 
Beichsmuseum zu Amsterdam, darunter das unter dem Namen La plume flottante 
bekannte Bild mit Wasservögeln, 5 im Museum zu Dresden, auch im Museum zo 
Berlin, in der Pinakothek zu München, im Hofmnseum zu Wien, im StKdelschen 
Lutitut zu Frankfurt a. M. und in anderen Museen. 

HoBdiu (Homdt), Abraham, Maler und Badierer, geb. 1638 in Botterdam^ 
t 1691 in London, wo er sich schon in der Jugend niederliess und ein ausschweifendes 
Leben führte. Er malte allerlei ThierbUder, Löwen- und Schwein^agden, aneh Feuera- 
brttnste und nächtliche Genrebilder. Seine Bilder sind natnrwahr und kühn ausgeführt, 
aber in Zeichnung nicht immer sorgfältig und im Colorit zu bunt Zu seinen Haupt- 
werken gehören: im Museum zu ^tteidam eine grosse Jagd, in der Eremitage zu 
St. Petersburg mehrere Jagden, im Museum zu Dresden eine Eberjagd, im Museum 
zu Schwerin eine nächtliche Carneyalsscene (1660) und 5 Jagdbilder. 

Hondiug, Hendrik d. Ae^ Kupferstecher, geb. 9. Juni 1573 zu Düffel (Brabant), 
t nach 1630 im Haag, Schüler von JanWierix und Vredeman de Vries, stach 
Salomos Urtheil nach C. yan Mander, die Musen auf dem Pamass nach Taddeo 
Zuccaro, auch Bilder nach Dürer, Holbein und Lucas ▼. Leiden. 

HondiuB, Hendrik d. J., Kupferstecher, geb. um 1588 in London, f 1658, Sohn 
und Schüler des Jodocus H., stach Landschalten, Historienbilder und namentlich 
Bildnisse, z. B. Gustav Adolf, König von Schweden, dessen Gemahlin Marie Blenore 
Ton Brandenburg, Axel Oxenstierna, Wallenstein, Herzog Bernhard Yon Sadisen- 
Weimar, Feldmarschall Gustav Hörn u. A. 

HendiuB, WlUem, holländ. Kupferstecher, geb. um 1600 im Haag, f nach 1652, 
Sohn und Schüler des älteren Hendrik H., liess sich 1640 in Danaig nieder, stach 
zahlreiche Bildnisse, theils nach van Dyck, z. B. den Maler Frans Franck, nach 
Mytens und Miereveit, theils nach eigener Zeichnung. 

Hondty Abraham, s« Hondiua. 

Hondty Franeiscns de, Graveur und Holzschnitzer, geb. 1786 in Brügge, 
Todesjahr unbekannt, Lehrer an der dortigen Akademie, gravirte Medaillen und 
fertigte einen Christus am Kreuz für die Kirche in Maldegem (Ostflandem). 

Hone, Hathaiiiel, engl. Bildnissmaler, geb. 1718 in Dublin, f 14. Aug. 1784 
in London, war in seiner Kunst Autodidakt, kam schon in jungen Jahren nach London, 
wo er in Gel, Miniatur und Email Bildnisse malte und einer der Gründer der Akademie 
wurde, aber mit seinen Spottbildern auf Beynolds und Angelika Kaufmann auf der 
Akademie nicht zugelassen wurde und eine eigene Ausatmung von Bildnissen ver- 
anstaltete, die häufig einen bestimmten Charakter darstellten, aber im Colorit keinen 
Beifall fanden, z. B. Eine schöne Büsserin, Die heil. Cäcilia, Hebe u. A., auch David 
als Hirte, Ein spartanischer Knabe, Nathan und David. Man hat auch einige 
Aquatintoblätter von ihm, z. B. sein Selbstbildniss (1782). — Seine beiden Söhne 
CamlUus H. (t 1887) und Horace H. (geb. 1755, f 24. Mai 1825) waren ebenfalls 
Bildnissmaler, letzterer namentlich in Aquarell und in EmaiL 

Honeck, Adolf, Maler und Lithograph, geb. 1812 in Dresden, f 1879 in 
OberlöBsnitz bei Dresden, besuchte 1838—41 die Akademie in Düsseldorf, kehrte dann 
in seine Heimath zurück und malte Genrebilder und Landschaften, war auch sehr 
gewandt in lithographirten, wohlgetroffenen Bildnissen. 



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HoBgre — fioogstraten. 203 

H^ngr«) iUeiwe, frans. Bildhauer, geb. 1628 in Paris, f 1690 das., Schttler 
Ton Jacques 8 arrasio, bildete sidi 6 Jahre lang inBom weiter aus, wurde 1668 
Mitglied der Akademie und später Eektor derselben. Sein Hauptwerk war die eherne 
Beiterstotue Ludwigs XIV., die 1736 in Dgon aufgestellt wurde. 

HoBBeeonrty s. YUlard de H. 

H0B89 John A«) amerikan. Maler, geb. 1832 in New-Tork, f 27. Sept. 1874 das., 
ging Tom Gelehrtenstande zur Malerei ttber und machte sich zuerst durch das Bild 
Vanitas vanitatum einen Namen, malte nachher viel auf Holz und lieferte Illustrationen 
für periodische Werke, z. B. fttr „The Aldine'^ interessante Scenen aus PennsylTanien. 

Honlaiion, Jnan GH de, spanischer Baumeister der 1. Hälfte des 16. Jahrb., 
baute die Kathedrale von SegOTia noch im gothischen Stil, die sein Sohn Bodrigo 
ums Jahr 1660 vollendete. Im 2. Decennium des 16. Jahrb. war er beim Bau der 
1619 Tollendeten Kathedrale von Sevilla beschäftigt 

Honilboni, Gerard von, hoUänd. Maler, geb. 4. Nov. 1690 in Utrecht, f 27. April 
1666 das., Schiller von Abraham Bio emaert, bildete sich in BomnachCaravaggio 
weiter, wo er wegen seiner vielen NachtsUicke mit Kerzenbeleuohtung Gh erard d a 1 1 e 
Notti genannt wurde. Nachher malte er kurze Zeit in Prag am Hofe des Königs 
Friedrich, dann in Utrecht, im Haag und in England für König Karl I. Seine zahl- 
reidien Bilder, denen es bei manchen guten Eigenschaften an IdMÜtät fehlt, behandeln 
die heilige und die Profan-Geschichte, die Mythologie, Allegorie, das Genre und das 
Bildniss. Zu seinen besten gehören im Museum zu Berlin Die Befreiung des Petrus 
ans dem Gefängniss, Bsan verkauft sein Erstgebnrtsrecht und Das Pnifspiel (1624), 
Christus vor Pilatus (Hofinuseum in Wien), Die Verleugnung des Petrus (Galerie 
Liechtenstein in Wien), Der Zahnarzt (1622, Museum in Dresden), im Louvre Pilatus 
wischt sieh die Hände, Das Ooncert (1624), Der Triumph des Silen und einige ^Id- 
nisse, im Beichsmuseum zu Amsterdam Der lustige Musikant (1628) und mehrere 
Bildnisse, in der Pinakothek zu Manchen 2 Bilder vom verlorenen Sohn, Ceres sucht 
die Proserpina und Cimon und Pero. 

Hontkorat, Itrilleni, Bildnissmaler, geb. 1604 in Utrecht, f 19. Febr. 1666 das., 
Bmder des Vorigen, ebenfalls Schttler von Bloemaert, malte vorzugsweise Bild- 
nisse, aber schwächer als sein Bruder, lebte von 1660—64 am Hofe in Berlin. 
2 Bildnisse von ihm im Museum zu Berlin, 2 im Beichsmuseum zu Amsterdam, auch 
im Museum zu Schwerin. 

Hoo€]^ Carel ComeUsi de. hoUänd. Landschaftsmaler, (jreburtsjahr unbekannt, 
t 1638 in Utrecht. Von ihm Bilder nur im dortigen Museum, in der Galerie zu 
Stockholm und zu Schieissheim. 

Hooek CHoogk), Pieter de, hell. Maler, geb. Dec. 1629 in Utrecht, f nach 1677 
in Amsterdam (n. A. 28. Febr. 1681 in Haarlem), Sohn des Vorigen, bildete sich 
unter demSinfluss vonCarel Fabritius und von Bembrandt, dessen Helldunkel 
er in seiner natttrlichen Bedeutung als in geschlossene Bäume einfallendes Sonnenlicht 
mit grosser Mdsterschaft behandelt. Nur in seinen späteren Bildern lässt die Kraft 
des einfallenden Sonnenlichtes nach und die Schatten nehmen einen ktthleren, bläu- 
licheren Ton an. Viele seiner Bilder kamen in englische Privatsammlungen ; im 
Beichsmuseum zu Amsterdam 7 Bilder, darunter der Gemfisekeller und Die Dame mit 
dem Brief am Fenster; ausserdem gut vertreten in der Sammlung Six in Amsterdam, 
2 Interieurs im Louvre, das Innere einer Wohnstube in der Pinakothek zu München, 
in Berlin eine Frau an der Wieffe ihres Kindes, ein (^esellschaftsstttck im Germanischen 
Museum zu Nttmberg, 3 ähnli<me meisterhafte Bilder (1666 und 1668) in der National- 
galerie zu London, im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M. eine Dame am 
Schreibtisch, in der Eremitage zu St Petersburg u. A. 

Hoofhe, BoBOTn de, holländ. Maler und Kupferstecher, geb. 1646 oder 46 im 
Haag, t 6. Oct. 1708 in Haarlem, ein unsteter Charakter von kühner Phantasie, der 
seine Nadel mit Vorliebe den Ereignissen seiner Zeit zuwandte und in seinen Bildern 
oft politische Parteizwecke verfolgte. Zu seinen schönsten Blättern gehören: Karin, 
von Spanien bezeigt auf einer Spazierfahrt dem Sacrament seine Verehrung, 
Belagfffnng und Befreiung von ^en durch Johann m. Sobieski, König von Polen, 
1683 und der Friedenscongress von Breda. 

Hoogatrnten, IHrk van. holländ. Maler, geh 1696 in Antwerpen, f 20. Dec. 
1640 in Dordrecht, anfangs Goldschmied und Graveur, später Maler, bereiste mehr- 
mals Deutschland und Ita&en und war am meisten im Haag und in Dordrecht th&tig. 
Im Beichsmuseum zu Amsterdam von ihm ein BUd der heil. Jungfrau mit dem Kinde 
vnd der heiL Anna. 



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204 Hoogstraten — Hopfgarten. 

HoogBtrateii, Jan Tan^ Maler, geb. um 1630 in Dordreeht, f 1654 in Wien, 
Bmder nnd Schtiler des Samuel van H., mit dem er nach Wien reiste, wo er am 
kaiserlichen Hof arbeitete. 1649 wurde er Mitglied der Malergüde seiner Vaterstadt. 
Er malte oft Historienbilder; im Hofinnsenm zu Wien das Genrebild einer Stabe mit 
2 Weibern, von denen das eine eine Tabakspfeife, das andere ein«i Krug httit. 

Hoogstraten, Samnel yan, hoUllnd. Maier, geb. 2. Ang. 1626 in Dordreeht, 
t 19. Oct. 1678 das., Sohn nnd Schttler des Dirk y. H., sp&ter aach Schaler von 
Bembrandt in Amsterdam, lebte yon 1651—63 in Wien ond in Born, besachte 
1666 England, ging dann nach dem Haag nnd war seit 1668 in Dordreeht thfttig, 
wo er Direktor der holländischen Mttnse wurde. Er malte anfuigs Bildnisse, dann 
Genrebilder, Landschaften, Thiere, auch Historienbilder nnd Stillleben. 3 Kider yon 
ihm im Beichsmnsenm an Amsterdam, darunter das Gleichniss yon dem unwOrdigen 
Hochzeitsgast (nach Matth. 22, 11—13) und Das kranke Mädchen, im Hoftnaseum sa 
Wien eine Ansicht des inneren Bargplatzes in Wien (1652) nnd Der alte Jade am 
Fenster (1653), auch im Haag. Er schrieb eine Abhandlnng ttber die Malerei 
„Inleyding tot de hooghe schoole der schilderkonst^ mit Badierongen yon ihm 
(1678). 

Hoogzaai, Jan, hoUänd. Maler, geb. 1654 in Amsterdam, Todesjahr anbekannt, 
Schaler und Nachahmer yon Lairesse, malte fUr den König Wilhelm IIL yon 
England Bilder auf dem Schloss Loo, schmachte auch den Plafond des Bargersaals 
im Stadthaus zu Amsterdam mit einem allegorischen Bilde. 

Hook, James €larke, engl. Historien- und Marinemaler, geb. 21. Noy. 1819 in 
London, seit 1836 Schaler der dortigen Akademie, erhielt 1842 fUr sein Bild der 
Anifindung der Leiche Harolds eine Medaille und ein Stipendium fttr einen Aufenthalt 
in Italien. Unter seinen Historienbildern werden gerahmt ein Chrklus yon Darstellungen 
aus der Geschichte Venedigs (1849—54), Verfolgung der Berormirten in Paris ond 
Dankbarkeit der Mutter des Moses für die Bettung ihres Knäbleins. Nach seiner 
Bttckkebr aus Italien malte er mehr Marinebilder und Landschaften aus der Bretagne, 
aus Schottland, Holland und Norwegen. 1859 wurde er Genosse und 1860 Mitglied 
der Akademie seiner Vaterstadt 

Hool, Johann Baptist yan, Bildhauer, geb. 1769 in Antwerpen, f 1837 das., 
Schttler yon F. yan Ursel, mit dem er mehrere plastische Werke fOr Kirdien aoa- 
ftthrte. Seit 1802 arbeitete er selbständig und wurde Professor an der Akademie 
seiner Vaterstadt. Von ihm eine Statue des heil. Borromttas in der Jesuiteakirche 
zu Antwerpen und ein Hochaltar in der Kirche zu Oosterhout (Nordbrabant). 

Hopfer, Daniel, Miniaturmaler und Badierer, Geburtsjahr unbekannt, f am 
1536, Sohn eines Malers, zog um 1495 yon seiner Vaterstadt Kaufbeuren nach 
Augsburg. In seinen zahlreichen Blättern aus der Bibel oder aus der Legende nnd 
in Bildnissen hat er das Verdienst, das Aetzen in die Kunst wieder eingeführt m 
haben. Blätter yon ihm sind: Dayid tddtet Goliath nach Baifael (Copie nach Marc 
Anton), Die Ehebrecherin yor Christus, Das Jttngste Gericht, Das Schweisstuch der 
Veronika, Kampf zwischen 3 Tritonen nach Mantegna, an dem er ttbrigens in dem 
Stiche Christus yor Pilatus auch ein Plagiat beging, 3 Blätter der guten Heiden, 
Juden und Christen nach Burgkmair, BUdniss Luthers nach Cranach u. A. — Wahr- 
scheinlich seine Brttder waren HieronymaB H«, ebenfalls Kupferstecher, thätig um 
1520—23, und Lambert H«, der im ersten Drittel des 16. Jahrb. in Augsburg thätig- 
war, wie Hieronymus fast nur Copist. 

Hopfer, Jok. Bemh« Gottnried, Zeichner und Maler, geb. 1716 in Bedelsee in 
Franken, f 1789 in Berlin, SchOler seines Vaters und des Ansbacher HofinalersJ oh. 
Christ. Sperling, wurde 1754 preussischerWappenmalerundZeichner ander Akademie 
der Wissenschaften, zeichnete anatomische und naturwissenschaftliche Gegenstände. 

Hopfer, Wollgang Ludwig, Maler, geb. 1648 in NOmberg, f 1698, war dort 
Schaler yon Georg Strauch, und in Wien yon Job. Spielberger, lebte 9 Jahre 
in Italien, malte in der Manier des Joh. Phil. Lembke Schlachtenbilder, wurde Hof- 
maler des Kurfürsten yon der Pfalz. 

Hopigarten, Alexander Emil, Bildhauer, geb. 1821 in Berlin, f 1856 in 
Wiesbaden, Sohn des Erzgiessers Heinrich H., Schiller der Akademie in Berlin und 
Wichmanns, bildete sich seit 1888 in Bom unter Bmil Wolff und Wagner 
und wurde später Hofbildhauer des Herzogs yon Nassau in Wiesbaden und Professor. 
Hier schuf er ffir die griechische Kapelle den meisterhaften Sarkophag der Heraogin 
Blisabeth yon Nassau und fttr die eyangelische Kirche die Colossalstatuen Oiristi und der 
4 Byangelisten. Seine Arbeiten sind yon genialer Auffassung und scharfer Charakteriatik. 



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fiop^rarten — Horemaikd. 205 

Sr hatte den Oldenbnrgisehen Hans- nnd Verdienst-Orden, sowie den nusischen 
Stanifllaus-Orden 2. Kl. 

Heplirftrteii, Avaet Fer4iB«idy Historienmaler, geb. 17. März 1807 in Berlin, 
anfangs Schiller von Bnscheweyh, dem Brnder des Kupferstechers, besnchte dann 
die Akademie unter Dähling, Niedlich und Wach, dem er sich besonders an- 
sehloss. 1825 erhielt er einen akademischen Preis, ging 1887 nach Italien, wo er fünf 
Jahre seine Studien fortsetate nnd malte dann in Wiesbaden die Griechische Kapelle 
ans. 1836 nach Berlin zurückgekehrt, entfaltete er eine reiche Thätigkeit in der 
Historie, im romantischen Genre nnd im BUdniss. Dahin gehören : Bafifael das Modell 
zur Madonna dellaSedia findend, Pie Schmfickung einer Braut, die Schwäne fütternden 
Mädehen im Kostttm der florentiniBehen Renaissance, Die Findung des Moses, Boas 
und Buth, Tasso vor Eleonore von Este (1889, Nationalgalerie in Berlin), Die Bösen 
der heil. Elisabeth. Auch nahm er llieil an den Fresken in der Schlosakai^e zu 
Berlin nnd an der decoratiTen Ausschmückung des Neuen Museums. Bis ins hohe 
Alter setzte er seine Thätigkeit fort. Seit 1841 ist er Mitglied der Akademie und 
1864 wurde er Professor. 

Heplgarteiu Heinrick« Erzgiesser, geb. 1777 in Berlin, arbeitete zuerst mit 
seinem Bruder Wilhelm H., in der Werkstatt seines Oheims, eines Gelbgiessers 
und gründete 1808 in Berlin ein eigenes Atelier, worin er die UntersttttzungBatfchs 
erhielt nnd meistens dessen Werke goss, nämlich die Statue Franckes im Waisenhaus 
zu Halle, die Baste des Grossen Kurfürsten in Stettin, auch die Statue Waihebns II. 
in Neuruppin tod Tieek. 

Hop^arten, Wilhelm, Erzgiesser, geb. 1779 in Berlin. fimOct. 1860iifBom, 
Bmdef des Vorigen, ging nach Paris und gründete inBom eine bedeutende Giesserei, 
die viele Jahre in Thätigkeit war und zahlreiche Brzwerke lieferte. 

üoi^ey, Edward William Johiiy engl Genremaler, geb. 1816, f 80. April 1869 
in London, ging vom Studium der Medicin zur Malerei über, konnte aber erst seit 
1861 in der Akademie seine Bilder ausstellen. Auf sein erstes Bild einer Psyche 
folgten eine Scene aus Australien, eine Muse, eine Scene aus dem „Sommemachtstraum^, 
Die letzte Böse des Sommers, Newton erklärt dem Halifax seine Farbentheorie, 
Michelang^o in den Gärten der Mediceer, Eine Tochter der Eva und viele Andere. 

Hoppe, Ferdliuuid, Landschafts- und Marinemaler, geb. 1848 in DOss^dorf, 
t SO.Dec 1890 inKöln, Schüler vonDücker in seiner Vaterstadt, wo seine meisten 
Bilder entstanden, die grossentheils dem nördlichen Deutschland und den Küsten der 
Ostsee entlehnt sind. 

H^ppser, John, engl. Maler, geb. 4. April 1768 in Whitechapel (London), 
t 83. Jan. 1810 in London, trat 1776 in die dortige Akademie, widmete sich nach 
seinem Bilde ans dem „König Lear^ (1782) der Landschaft und mit grösserem Erfolg 
dem Bildniss, wurde 1789 Bildnissmaler des Prinzen von Wales, malte dessen Bildniss 
und das des Herzogs und der Herzogin von York. Er galt für einen Nebenbuhler 
des Lawrence, war ein Nachahmer von Beynolds, nnd seit 1796 Mitglied der Akademie. 
Seine besten Bilder befinden sich im St. James-Palast; in der Nationalgalerie das 
Bildniss der Gräfin von Oxford (f 1884). 

Hopweei, James, englischer Kupferstecher, geb. um 1762 in Beverley, f 29. Sept 
1819 in London, kennte erst in vorgerückten Jahren diese Kunst ergreifen, worin 
er es durch Fleiss allmählich zu grosser Geschicklichkeit brachte. — Sein Sohn und 
Schüler Jamea H*« geb. 1796, war als Kupferstecher in Punctirmanier besonders in 
Illustrationen für Pariser Bnehhändler thätig. 

Horean, Heetor. firanz. Architekt, geb. 4. Oct. 1801 in Versailles, t i^S* Aug. 
1872 in Paris, besuchte 1819—22 die Ecole des beaux-arts und das Atelier von 
Lenepveu, und machte eine längere Heise nachAegjpten und Nubien, worüber er 
1841 ein Panorama in 87 Blättern herausgab. Er entwarf namentlich Pläne zu 
AassteUungsgebäuden und als sein Hauptwerk den Entwurf zum Krystallpalast in 
London (1860), der zwar die erste Me^le erhielt, aber doch dem Entwurf des 
Hngländers Joseph Pazton nachstehen musste. 

H^remaasy Jan Joseph, Genremaler, geb. im Nov. 1682 in Antwerpen, f 7. Au^r. 
1769, Schüler des Bildhaaers v. d. Voort und des Malers J. van Penne, wurde 
1706 Meister der Gilde und malte BauemgeseUschaften und Bilder dieser Art von 
goschickter (Komposition, aber unwahrer Farbe. Zu seinen bekannten Bildem gehören 
im Museum zu Antwerpen ein grosses Ceremonienbild, im Museum zu Dresden ein 
Schaster in seiner Werkstatt und eine Mutter mit ihrem Kinde, im Museum zu 
Kassel 2 Genrebilder dieser Art und im Museum zu Braunschweig. 



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206 Horemans — Hoirak. 

Horemmas, Peter Jakob, Maler, geb. um 1700 in Antwerpen, f 177« als 
Hofmaler des Kurfttrsten Karl Albrecbt von Bayern in Mtlncben. Bilder von ihm 
in der Galerie zu Sohleissheim, im Germanischen Museum sn Nflmberg 2 Fmchtstacke 
(1766) und 2 Bildnisse. 

Horeabont, Geraert Lacas^, Maler, geb. 1476 in Gent, f 1668 In London, 
malte in der Art des Hans Memluag Altarbilder and vonsagsweise Miniatnren. Die 
ihm beigelegten Altarbilder, ramTheil in Privatbesits, sind flreilich meistens aweifel- 
haften Urhebers, dagegen finden sich mehrere Gebetbttcher mit seinen Miniatoren im 
britischen Moseom (zwischen 1496 and 1604), in der Bibliothek der Henöge Ton 
Bargond in Brttssel (am 1610), in der Hofbibliothek za Wien (Gebetbach Karls V.) 
and namentlich ein Theil der Miniataren des im Anfang des 16. Jahrh. entstaadeaea 
Codex Grimani in der Marcasbibliothek za Venedig. 

Horfelia, Aatonio, spanischer Maler, geb. 1697 in Saragossa, f 1660, Schüler 
seines Vaters, des Hof-Gemäldetaxators, bildete sich in Born weiter aas. Seine Haapt- 
werke befinden sich in der Aagastiner-Barfilsserkirche seiner Vaterstadt. 

Honaatb-Kallmorgea, Margarethe, Malerin, geb. 88. Aag. 1868 in Heidelberg. 
Schülerin von Ferd. Keller in Karlsnue, widmete sich der Blomeamalerel oad 
dem Stillleben, worin sie Decorationen Ar Wand- and Ofenschirme and selbetladige 
Bildel* von sorgfUtiger Aasfnhrang and feingestimmtem Golorit malte. 1888 beirathete 
sie in Karlsrahe den Maler F. Kallmorgen. 

Horaberger, Bildhaaer der Gegenwart in Mannheim, fertigte 1866 tdr Araheim 
eine Statae des Königs Wilhelm II. der Niederlande and 1866 das Grabmai der 
daroh Goethe bekannten Friederike Brion in Sesenbeim. 

HoraeaiaaB, Cbristiaa, Miniatarmaler, geb. 16. Aag. 1766 in Kopenhagea, 
t 7. März 1844 das., trat 1788 in die dortige Akademie, reiste 1787— 180S in 
Deatschland and Italien, warde 1804 Hofminiatarmaler and 1806 Mitglied der Akademie. 
Von ihm zahlreiche, sehr ffeschatste Bildnisse der Zeitgenossen meistens in Pastell. 

HoraeauuiB. Frlemeh Adolf, Genremaler, geb. 19. Mai 1818 in Haanover, 
t 82. Dec. 1890 in Düsseldorf, widmete sich 1886—37 aaf der Akademie iaMünchea 
der Historienmalerei and warde als Schiller von Cornelias dessen Gehilfe bei den 
Fresken in der Ladwigskirche. Nach einigen in Paris zagebrachten Jahren ging er 
1866 nach dem sttdlichen Bassiand, nahm einen längeren Aafenthalt in Hamburg, wo sich 
in der Kansthalle 4 Bilder von ihm befinden, and Hess sich 1867 in Dflsseidorf nieder, 
wo er fast nor Genrebilder von correcter Zeichnang and ansprechendem Oolorlt malte. 

Horaaag, Joseph, Maler, geb. 1792 in Genf, f 8. Febr. 1870 das., Tersoehte 
sich zaerst in der Landschaftsmalerei, malte aach Bildnisse and Genrebilder aas dem 
savoyischen Volksleben, die grosses Lob ernteten, and ging dann zar Historieamalerei 
ttber, worin er das Reformationszeitalter behandelte. Solche historische Bilder von 
ihm sind im Maseam Bath in Genf Calvins letzte Aagenblieke, Katharina t. Medid 
empfängt das Hanpt Colignys and das Bild Eia Gefangener. Andere Bilder tob 
ihm sind Michael Serrets wegführang zom Biohtplata, Bezas Vorlesang der Bibel 
Tor Johanna von Albret, Lather aaf dem Reichstag in Worms a. A. 

Horaaag) M«, Elfenbeinschnitzer des 17. Jahrh. aas Schwäbisch-Hall, machte 
sich bekannt darch seine Schnitzereien an Bechern, in denen er Jagden, Sehlacht- 
scenen and Einzelfigaren darstellte. In der Ambraser Sammlaag eia Gewehr mit 
Jagd- and mytholo^schea Darstellongen. 

Horay^ Franz, Landschaftsmaler, geb. 1797 in Weimar, f schoo 1884 in 
Oleyano, bildete sich im Zeichnen in seiner Vaterstadt anter Job. Heinr. Meyer, 
dem Freond Goethes, kam 1816 nach Rom, wo er Schttler von Jos. Anton Koch 
warde. Er hat nar wenige Gemälde aas der Umgegend von Rom, dem Sabinergebirge 
and Olevano hinterlassen, aber zahlreiche Zeichnangen and Stadien. 

Horowlti) Leopold) angar. Bildnissmaler, geb. 1889 in Boagony bei Kaschaa, 
trat 1868 in die Akademie za Wien, wo er sieben Jahre stadirte and einer der besten 
Schüler von Karl Blaas warde. Dann besachte er Berlin, Dresden and Mflaehen 
and setzte acht Jahre lang sein Stadiam in Paris fort. 1868 nahm er seinen Wohnsita 
in Warschaa, malte yiele Scenen aas dem Volksleben seiner israelitisohea Glaabeas- 
genossen, besachte aber aach wieder einen grossen Theil yon Deatschland and malte 
viele Bildnisse in Berlin. Sein Haaptbild ist die Traaerandacht in der Synagoge am 
Gedenktage der Zerstttrang Jerasalems. 

Horrak, Jokaaa, Aqaarellmaler, geb. 1816 in MUowitz in Mähren, f 1870, 
lebte in Wien and einige Jalire in London. Fast alle seine Bilder sind Bildnisse 
oder Einzelfigaren aas dem Volksleben. 



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Horsbnrgh — fiortemels. 207 

HoTsbnrgh, John, engl. Knpferstecher, geb. 16. Not. 1791 In Prestonpans bei 
Edinburgh f 26 Sept. 1869 in Edinbar^, besachte die Trastees-Academy und wurde 
Schiller des Kupferstechers Robert Scott. £r stach in Linienmanier Bildnisse 
nnd Genrebilder, war aber die totsten 87 Jahre seines Lebens Prediger an der 
schottischen Baptistenkirche in Edinbnrg. 

Honchel^ Theodor. Schlachtenmiüer, geb. 16. Mäne 1829 in München, f 8. April 
1871 das., war Icnrze Zeit Schüler der dortigen Akademie, dann Schüler von Anschüts 
und Albr. Adam, stodirte als eifriger Jttger ond Natorfreond nach der Natur, 
machte 1862 in Stuttgart Pferdestndien, ging 1868 nach Paris, yereinigte sich in 
Marseille mit Hackli&nder und in Barcelona mit Leins, bereiste mit Beiden Spanien 
und AJrerien und machte besonders in Nordafrika zahlreiche Studien. 1864—68 lebte 
er in München, bereiste dann den Kaukasus und nahm 1868 — 68 an allen Feldzügen 
der Bussen Tlieil, auf denen er das ganze Material für seine bedeutendsten Bilder 
sammelte. Dann machte er noch weitere Beisen am kaspischen Meere und in Armenien 
nnd kehrte nach 6 Jahren über Moskau und St. Petersburg in seine Vaterstadt zurück, 
wonach er Mitglied der Akademien von München, Wien uiä St. Petersburg wurde. Die 
Früchte dieser Wanderungen und Erlebnisse waren seine interessanten Brinnerungs- 
bUltter (Federzeichnungen) aus dem Kaukasus. Aus der grossen Menge seiner übri^n 
Bilder sind zu nennen: Illustrationen zu Charles Boners „(%amois hunting in the 
mountains of Bavaria and Tyrol" (2. Aufl. 1860), OeftuigennehmungSchamils, Erstürmung 
der Bergfeste Chmib (1869) und eine grosse Menge von Aquarellen und Zeichnungen 
aus den genannten Gegenden. 1867 wurde er Professor. Er besass die Münchener 
goldene Ehrenmedaille, den Orden der eisernen Krone in. Kl., den Stanislaus-Orden 
III. Kl. mit Schwertern, den St. Annen-Orden m. Kl. mit Schwertern u. A. 

Horslexy John Gallcott, en|rl. Genremaler, geb. 29. Jan. 1817 in London, 
besuchte seit 1881 die dortige Akademie und debütirte 1886 mit der beifUlig auf- 
genommenen Zinszahlung im Schloss Haddon im 16. Jahrb., worauf dann in den 
nächsten Jahren folgten Die Schachspieler, Die Musikriyalen und 1889 Der Stolz 
des Dorfes (Nat.-Gal. in London). Unter den zahlreichen späteren Genrebildern nennen 
wir nur Jugend und Alter, Das Ende des Balles, Der Hausirer (1841), Das Grab 
des Vaters (1848), den preisgekrönten Carton der Predigt des heil. Augustinus, das 
ziemlich unbefriedigende Freskobild Der Geist derBeligion im Haus der Lords (1846) 
nnd 1847 in der Dichterhalle des Parlamentsgebäudes Satan wird von Ithuriels 
Lanze yerwnndet (nach Milton). Noch bis in die letzten Jahre brachte er eine grosse 
Reihe ernster, recht gediegener Genrebilder, z. B. Malvolio in der Sonne, TAIlegro 
nnd il Penseroso (nach Milton), Jane Gray, eine Scene aus „Don Quichotte*^, Die 
heil. Kommunion, das reizende Bild Le Jonr des morts (1868) u. A. Sein einziges 
Altarbild ist die für die Kapelle im St. Thomashospital gemalte heilende Barmhenigkeit 
Christi (1874). Er wurde Mitglied der Londoner Akademie. 

Honlej) Walter, engl. Maler, geb. 1846 in London, Sohn des Vorigen, besuchte 
seit 1878 die dortige Akademie, reiste 1876 für die Zeitschrift „Graphic'' nach Indien, 
und besuchte 1878 Cairo und Aegypten. Seine bemerkenswerthen Bilder sind Die 
Stunde des (Debets (1877), Der Bezestan-Bazar in Constantinopel, Bin schmaler Weg, 
Die Zeit der Noth (1881), Angstvolle Augenblicke und das fiauptbild Die Franzosen 
in Kairo (1884) und viele Bildnisse. 

Hont, Gerrit Wffleaua. holländ. Maler, geb. um 1612 in Mulden, f nach 1660, 
Schüler von Anthony Hendricksz, nur bekannt durch die 2 Bilder des Berliner 
Museums Der Segen Jakobs und Die Grossmuth des Scipio. 

Horst, Lonlz, Bildnissmaler, geb. 28. Dec. 1829 in Büdingen (Oberhessen), 
t 19. Aug. 1891 inDegerloch bei Stuttgart, Schüler der Akademie in Düsseldorf, lebte 
in München, in Bom und später in Stuttgart. Unter seinen Bildnissen werden genannt 
das des Herzogs Bugen von Württemberg und das der Gräfin Waldburg-Zeil-Wurzach. 

Horst, RlGolas ran der, Zeichner und Maler, geb. 1698 in Antwerpen, f 1646 
in Brüssel, Schüler ron Bubens, bereiste Deutschlud, Frankreich und Italien und 
liess sich in Brüssel nieder. Unter seinen seltenen (Gemälden besitzt die Sammlung 
Suermondt in Aachen ein Opfer Jephthas. 

Hertenels, FrMMe, franz. Kupferstecher und Badierer, geb. um 1688 in Paris, 
Vetter derLouiseMadeleineH. äeine Hauptblätter, in denen er die Nadel mit dem 
Grabstichel verband, sind nach Vanloo Batoseba im Bade, nach P. Veronese die 
Anbetung der KOnige und die Verlobung der heil. Katharina, nachTintoretto die 
Geburt Johannis d. T., nach Dom. Feti Maria in Andacht, nach Garofalo die Samariterin, 
nach Gaud. Ferrari die Ausgiessung des heil. Geistes. 



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208 Hortemels — Hoabraken. 

Hoiiemels. Louise Hadeleine« EapfentecheriB, geb. 1686 inParii, f 8. Oct 1767, 
GouBiDe des Vorigen, Gattin des Stechers Charles Nicolas Cochin (geb. 1688), 
(8. d.) stach Philippas tanft den Kämmerer nach N. Bertin, der Triumph der ilora nach 
N. Ponssin, 8 Blätter nach den Deckengemälden im Salon der Kitaüge ao Versaillee 
nach Michelange Corneille und einige Bildnisse. 

HosemaBn, Friedr. Yfüh. Hetnr. Theodor, Genremaler, geb. 84. Sept. 1807 
in Brandenbarg a. H., f 16. Oct. 1875 in Berlin, sog mit seinen Eltern 1816 nach 
Düsseldorf, besuchte hier die Akademie, wurde Zeichner in der lithographischen 
Anstalt Ton Amz und Winckelmann und später von Winckelmann in Berlin besonders 
fttr Jugendschriften. Daneben illustrirte er auch andere Werke für Erwachsene und 
wandte sich auf den Rath Ed. Meyerheims sur Oelmalerei von kleinen Genrescenen 
ans dem Volks- und Strassenlebeu, die jetst als Abbilder von Berlin ans der ror- 
märalichen Zeit von culturhistorischem Werth sind. Es sind z. B. Der Sandfnhrmann 
in der Mark (Nationalgalerie), Die Sonntagsreiter, Kegelbahn, Volksversammlung der 
Behberger, Hundefuhrwerk, Ländliches Stelldichein, Die lustigen Musikanten und 
eine Menge von Zeichnungen, Aquarellen und Lithographien su Glasbrennen satirischen 
Schriften, zu B. T. A. Hoffinaans Werken, zu den Ersählungen von Jeremias Gotthelf, 
zu Lnmermanhs „Tulifäntchen'', zu den „Düsseldorfer Monatsheften', au Andersens 
Märchen u. A. 1867 wurde er Professor an der Berliner Akademie. 

HoaeBfelder, ChrlstiaB Friedrieh, Thiermaler, geb. su Crossen (Beg.-Bes. 
Frankfurt a. 0.), f 1780 in St. Petersburg, malte Thierbilder, besonders Pferde, war 
thätig in Frankftirt a. 0., in Berlin und seit 1777 in St Petersburg, wo er Lehrer 
an der Malerakademie wurde. 

Hosklns. John« engl Miniaturmaler, geb. 1664, malte anfangs in Od, später 
mit grossem Erfolg Miniaturbilder, z. B. das Bildniss des Königs Karl L von England, 
das der Königin und der ersten fiofbeamten. 

Hosmer, Miss Harriei, smerikan. Bildhauerin, geb. 9. Oct 1880 in Watertowa 
(Massachusetts), trat in Boston ins Atelier Stevensons, studirte in St. Louis die 
Anatomie, brachte nach ihrer Bttckkehr als ihre